Vorberichte Stuttgarter Kickers II – FC Astoria Walldorf

FCA zu Gast bei den Stuttg Kickers II

Walldorf (dm). Nach dem Befreiungsschlag Zuhause gegen Au/ Iller und dem bevorstehenden Pokalkracher in 2 Wochen gegen Sandhausen, wartet als erstes von 2 schweren Auswärtsspielen, der Tabellennachbar aus Stuttgart als Prüfstein auf den FC Astoria Walldorf.

Nach dem überzeugenden Auftritt vor eigenem Publikum vergangenes Wochenende, ist der FCA nun endgültig in dieser Saison angekommen. Zum Ausruhen allerdings wird keine Zeit bleiben, denn die nächste Partie führt die Mannschaft nach Stuttgart zu den Kickers II. Auch sie stehen mit keinem überragenden Saisonstart dar, sieht man vom Heimsieg gegen den momentan schwach aufspielenden VfR Mannheim einmal ab. Zudem erlitten die Kickers eine bittere Auswärtsniederlage vergangenes Wochenende beim ASV Durlach, bei der sie trotz bester Möglichkeiten das 2:1 von Durlach (17 Minute), den Rest der Spielzeit nicht mehr egalisieren konnten. Also: Die Kickers II werden auf einen Sieg vor eigenem Publikum am kommenden Sonntag brennen.

Bei einem Auftritt wie gegen Au/Iller, ist wohl jede Mannschaft der Oberliga für den FC ein schlagbarer Gegner. Wichtig wird es werden den Aufwärtstrend jetzt zu bestätigen. Zusätzlichen Aufschwung für die Mannschaft des FCA Walldorf kann die schnelle Genesung ihres Mittelfeldmotors, Kapitän Sachar Theres geben, welcher gegen Au/Iller bereits die letzten 30 min spielen konnte und somit den ersten Belastungstest des Knies erfolgreich abgeschlossen hat.

Mit guten Ergebnissen in Stuttgart und dem folgenden Auswärtsspiel in Illertissen, wäre man nicht nur für das Pokalspiel gerüstet, auch in der Oberliga würde man seine Ambitionen, die Saison im oberen Tabellendrittel zu rangieren, erneut unterstreichen.

Sportwoche Online

Presse zum Nicht-Ultimatum für Trainer Stefan Minkwitz

Kickers-Trainer wird gestärkt

Kein Ultimatum an Minkwitz
STUTTGART (cu). Die Vereinsführung der Stuttgarter Kickers hat dem Trainer Stefan Minkwitz trotz des Fehlstarts in der dritten Fußballliga mit null Punkten und null Toren nach vier Spielen das Vertrauen ausgesprochen. „Wir trauen der sportlichen Leitung zu, dass sie das Ruder herumreißt“, fasst der Präsident Dirk Eichelbaum die Übereinkunft nach einer Sitzung am Montagabend zusammen. Dieser Beschluss sei auch nicht an eine Frist gebunden. „Die Leistung steht vor dem reinen Ergebnis“, sagt Eichelbaum. Am Samstag ist das Schlusslicht beim Tabellen-13. in Regensburg gefordert.

Personell müssen die Kickers dann auf Jens Härter und Angelo Vaccaro verzichten. Der Verteidiger Härter hat sich zuletzt bei der 0:1-Niederlage gegen den SV Sandhausen einen Trümmerbruch an der Nase zugezogen und wurde mittlerweile operiert. Der Stürmer Vaccaro ist nach einer Tätlichkeit für drei Partien gesperrt worden. Unabhängig davon sieht der Manager Joachim Cast aber weiterhin genügend Qualität im Kader, um die sportlich schwierige Situation zu meistern. „Die Spieler müssen aber ihr Leistungsvermögen auch abrufen, denn mit halber Kraft wird es nicht reichen“, sagt Cast. Ihm war die Aufgabe zugefallen, der Vereinsführung das Krisenmanagement der sportlichen Leitung zu erläutern. Dieses basiert auch darauf, dass mit einem baldigen Erfolgserlebnis die Wende zum Guten erfolgt.

Außer Cast legte auf der Präsidiumssitzung am Montagabend auch Zoltan Sebescen seine Gedanken dar. Der Jugendkoordinator arbeitet an einem Nachwuchskonzept für die Kickers. „Wir wissen nun, woran es fehlt und haben gute Lösungsansätze“, sagt Eichelbaum, „jetzt geht es aber auch darum, wie viel uns die Minimal- und wie viel die Maximallösung kosten würde.“ Denn spätestens bis zur Saison 2010/2011 müssen die Drittligisten in Sachen Talentförderung ambitionierte Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes erfüllen. Und schließlich wollen die Kickers dann auch noch drittklassig sein.

Stuttgarter Zeitung

Vertrauen in Minkwitz
Kickers-Trainer bekommt Rückendeckung – vorerst

Stuttgart (jüf) – Das Schicksal von Stefan Minkwitz als Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers könnte sich wieder in Regensburg entscheiden. Im Dezember 2007 rettete er sich dort mit einem hochverdienten 1:1 in die Winterpause und entging damit seinem Rauswurf. Vor der Neuauflage am kommenden Samstag (14 Uhr/Jahnstadion) sagt Präsident Dirk Eichelbaum: „Diese Chance bekommt er erneut.“

Das klingt nach einem klaren Ultimatum. Doch so will es der Kickers-Chef nicht verstanden wissen. „Unsere Entscheidung ist nicht ergebnisabhängig“, erklärt Eichelbaum. Darauf habe sich das Präsidium auf seiner Sitzung verständigt. „Wir haben uns einstimmig dafür ausgesprochen, mit Minkwitz weiterzumachen. Er hat unser Vertrauen.“ Nur einen Freibrief bis zur Winterpause bekomme er nicht. Dafür ist Eichelbaum die zweite Halbzeit des Auswärtsspiels in Unterhaching noch zu sehr in Erinnerung. „Das war das Schlimmste, was ich je von einer Kickers-Mannschaft gesehen habe. So einen Auftritt darf es nie mehr geben.“

Klar ist inzwischen, dass der holländische Trainingsgast Orlando Smeekes die Kickers nicht verstärken wird. „Nicht bezahlbar“, lautet die Begründung aus Degerloch. Auch ein möglicher Transfer von Matthias Morys vom VfB Stuttgart auf die andere Seite des Neckars ist für die Blauen eine Nummer zu groß. Dagegen schließt Eichelbaum die Verpflichtung eines Schnäppchens inzwischen nicht mehr aus. „Vielleicht tut sich doch noch etwas“, sagte der Kickers-Häuptling. Allerdings müssen sich die Blauen sputen. Am 31. August endet die Wechselfrist. Danach könnten die Blauen nur noch arbeitslose Spieler verpflichten.

Kein Thema ist die Zusammenarbeit mit einem Mentaltrainer. „Wir machen jetzt keinen Hokuspokus“, sagt Eichelbaum, „wir setzen auf Kontinuität.“ Damit das in Sachen Trainer so bleibt, ist in Regensburg zumindest eine ordentliche Leistung nötig.

Stuttgarter Nachrichten

Presse am Dienstag zur Krise der Leistungsträger und der Kritik am Trainer

Kickers in der Krise – und Hilfe ist nicht in Sicht
Der Fußball-Drittligist hofft nach vier Niederlagen auf die Wende, setzt aber weitgehend auf das Prinzip Hoffnung

STUTTGART. Bei den Stuttgarter Kickers ist Krisenbewältigung gefragt. Der Fußball-Drittligist hat keine Punkte, kein Geld für Neuzugänge, dafür aber eine Trainerdiskussion. Keine günstigen Voraussetzungen also.

Von Joachim Klumpp

Nach der 0:1-Niederlage am Sonntag gegen Sandhausen schaute der ehemalige Kickers-Spieler Mustafa Parmak noch auf einen Sprung bei den alten Kollegen vorbei – und war von deren Vorstellung nicht sehr angetan: „Was war denn das?“ Nicht viel, die vierte Niederlage im vierten Spiel. Und die nicht einmal unverdient. Was hilft da noch?

Verstärkungen: Handlungsbedarf bestünde (mit Ausnahme des Torhüters Manuel Salz) in allen Mannschaftsteilen, wobei der Präsident Dirk Eichelbaum neue Spieler für unrealistisch hält. „Zum einen baut man damit nicht das Vertrauen in die vorhandenen Leute auf, zum anderen wollen wir eine seriöse Vereinspolitik fahren“, – wobei das Geld für Nachkäufe fehlt. Erst recht, nachdem die Hoffnung auf eine Entlastung der Gehaltsliste geplatzt ist. Markus Ortlieb jedenfalls hat nach seinem Probetraining vom Wuppertaler SV eine Absage bekommen, Gleiches gilt für den Stürmer Saban Genisyürek, an dem auch Ulm Interesse hatte.

Trainerwechsel: Das zweite vermeintliche Allheilmittel. Auch das schließt der Präsident Dirk Eichelbaum aus. Noch zumindest. „Solange die Mannschaft lebt, halten wir an der sportlichen Leitung fest“, sagte der Kickers-Chef gestern vor der Präsidiumssitzung, die allerdings turnusgemäß schon vor längerer Zeit anberaumt worden ist. In erster Linie sollte dort über das Nachwuchskonzept gesprochen werden, doch jetzt gibt es ganz akut noch ein anderes Thema: die erste Mannschaft. Eichelbaum setzt auf das Prinzip Hoffnung: „Stefan Minkwitz hat in der Rückrunde bewiesen, dass er schwierige Situationen meistern kann.“ Dabei sei auch die Mannschaft gefordert. „Wir müssen hinterfragen, warum die Leistungsträger nicht ihre Form der Rückrunde haben“, so Eichelbaum.

Personalwechsel: Das größte Sorgenkind ist ausgerechnet Alexander Rosen, der vor der Saison mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet worden ist. Nachdem der neue Kapitän bisher nicht überzeugen konnte, sagt Minkwitz: „Vielleicht braucht er auch einmal eine schöpferische Pause.“ Zumal einige andere Kandidaten bisher kaum eine Chance bekommen haben, namentlich Josip Landeka und Ralf Kettemann. „Dass die beiden mit ihrer Situation nicht glücklich sind, ist verständlich“, sagt Minkwitz zu den beiden Neuzugängen, die in Mainz beziehungsweise Fürth auf dem Sprung in die erste Mannschaft gestanden haben. Doch Landeka habe eine zu schlechte Trainingswoche hingelegt, um in der Startformation zu stehen, und in der Halbzeit gegen Sandhausen waren dem Trainer die Hände gebunden, weil er zwei Verteidiger (Jens Härter wegen Verletzung und Benedikt Deigendesch wegen Formschwäche) auswechseln musste. Allerdings wird Minkwitz kaum darum herumkommen, diesen Spielern bald eine Chance zu geben, um nicht unglaubwürdig zu werden.

Als Alternative im Sturm wird Angelo Vaccaro ausfallen – ganz sicher für die nächsten drei Meisterschaftsspiele. Solange wurde der Italiener, der im Spiel gegen Sandhausen wegen einer Tätlichkeit vom Platz flog, gestern nämlich gesperrt.

Taktische Änderungen: Die Abkehr des bisher praktizierten 4-4-2-Systems hin zu einem verstärkten Mittelfeld wäre denkbar. „Natürlich muss man in unserer Situation auch darüber nachdenken, vielleicht mehr auf Konter zu setzen“, gibt Minkwitz zu, ist allerdings skeptisch, ob ein Systemwechsel jetzt das Allheilmittel ist. „Dazu brauche ich auch die entsprechenden Spieler.“

Mentaltrainer: Das schon in der Rückrunde einmal kurz angedachte (und wieder verworfene) Engagement eines Sportpsychologen ist zwar auch keine Garantie für Besserung, aber in Anbetracht des doch stark angeknacksten Selbstvertrauens zumindest eine Überlegung wert, auch wenn sie bei den Verantwortlichen bis jetzt auf wenig Gegenliebe stößt. „Ich glaube nicht, dass das jetzt entscheidend weiterhilft“, sagt zum Beispiel der Manager Joachim Cast.

Die Frage bleibt: was hilft überhaupt? In der momentanen Verfassung jedenfalls macht die Mannschaft nicht den Eindruck, als ob sie drittligatauglich ist, auch wenn der Präsident sagt: „Mit dem vorhandenen Kader steigt man zwar nicht auf, aber für den sicheren Klassenerhalt müsste es auf jeden Fall reichen.“ Davon ist auch Minkwitz überzeugt, der den Kader ja – im Rahmen der Möglichkeiten – zusammengestellt hat. Seine Zukunft steht und fällt mit dem Erfolg. „Der Trainer ist immer das schwächste Glied“, weiß Minkwitz. „Entweder greifen meine Mechanismen“ – oder die des Marktes.

Wobei Eichelbaum in einem Punkt keinen Spaß versteht, das ist der WFV-Pokal. Da lautet seine Vorgabe: „Den Wettbewerb müssen wir diese Saison gewinnen.“ Bei einem Scheitern am 3. September gegen den Oberliga-Tabellenführer Großaspach wäre die Schonfrist für den Trainer wohl vorbei.

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Trainer gibt sich kämpferisch

Stuttgart – Die Lage bei Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist prekär. Bei einer weiteren Niederlage droht Stefan Minkwitz der Rauswurf, doch der Trainer bleibt optimistisch: „Ich bin von der Qualität des Teams überzeugt, es muss diese nur endlich abrufen.“

Herr Minkwitz, haben Sie schon mit dem Trainerkollegen Starzmann telefoniert?
Nein. Dass ich ihn um Rat fragen werde, habe ich unmittelbar gesagt, weil ich einen Riesenhals hatte. Speziell auf die Zeitung, die ihn bei uns ins Gespräch brachte und mit solchen Spekulationen natürlich nicht zur Ruhe beigetragen hat.

Bei null Toren und Punkten erwarten Sie Ruhe?
Ruhe nicht, aber ein bisschen Respekt. Mir ist schon klar, dass im Misserfolgsfall nicht nur bei den Kickers, der Trainer in Frage gestellt wird. Er ist nun mal das schwächste Glied.

Das nach einer Niederlage in Regensburg beurlaubt wird?
Das ist Sache des Präsidiums. Ich bereite die Mannschaft so vor, dass wir dort am kommenden Samstag punkten werden.

Wer die Auftritte gesehen hat, dem fällt es richtig schwer, an die Wende zu glauben. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?
Wir waren doch schon mal totgesagt. Und am Ende der letzten Saison gelang die Rettung. Auch diesmal bin ich von der Qualität der Mannschaft überzeugt. Sie muss diese nur endlich auch abrufen.

Von der Torwartposition mal abgesehen, klemmt es überall. Wo wollen Sie ansetzen?
Die Elf ist verunsichert, das Selbstvertrauen fehlt – und es kommt nur über ein Erfolgserlebnis zurück. Ich lebe das Selbstvertrauen jedenfalls in jedem Training vor und arbeite hart weiter.

Kein Rädchen greift ins andere. Es drängt sich der Verdacht auf, die Mannschaft bekommt keinen Plan mit auf den Weg.
Wir haben einen Plan und bereiten uns ordentlich vor. Aber nehmen wir das Spiel gegen Sandhausen. Die Zuteilung bei der Standardsituation, die zum Gegentreffer führte, war genau besprochen. Wird diese nicht eingehalten, ist man ziemlich machtlos.

Hören die Spieler nicht mehr auf Sie?
So eine Situation kommt immer mal vor. Der Respekt der Mannschaft gegenüber dem Trainerteam ist absolut vorhanden.

Die Mannschaftsteile harmonieren nicht, die Neuzugänge haben nicht eingeschlagen – auch das fällt auf Sie zurück.
Natürlich kann ich mich nicht frei von Schuld sprechen. Aber nach vier Spielen zu sagen, wir hätten nur Fehleinkäufe verpflichtet, halte ich für verfrüht.

Jahr für Jahr verlieren die Blauen Führungsspieler, die nicht adäquat ersetzt werden. Fehlt es nicht doch an der Substanz?
Es bringt nichts, den Abgängen nachzutrauern. Auch unsere finanzielle Lage ist wie sie ist. Aber noch einmal: Es ist zu früh, zu sagen, wir hätten falsch eingekauft.

Es ging ins Trainingslager, Sie haben Angelo Vaccaro eine Denkpause verordnet. Welche Reize wollen Sie noch setzen, um endlich zum Erfolg zu kommen?
Es bringt nichts, wenn man zu viele Dinge außer der Reihe macht. Wir haben noch Alternativen im Kader wie Landeka oder Kettemann, die auf ihre Chance lauern. Und wir müssen die Abwehr stabilisieren – auch wenn Jens Härter nach einer Operation an seiner verletzten Nase erst einmal ausfällt.

Gibt es vereinsinterne Konsequenzen für Vaccaro nach seiner Tätlichkeit?
Das werden wir im Trainerteam gemeinsam mit dem Manager entscheiden.

Reden Sie auch darüber, ob Sie bei einem Rauswurf dem Verein in anderer Funktion erhalten bleiben würden?
Daran denke ich nicht. Noch habe ich die Chance, die Kurve zu bekommen. Im Fußball geht es oft schnell: Ein Sieg in Regensburg, danach drei Punkte im Heimspiel gegen Aue – und plötzlich wäre wieder Friede, Freude, Eierkuchen.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Einstimmig!

Kickers setzen voll auf Minkwitz

Von HELMUT HEIMANN

Kein Rauswurf, kein Ultimatum – die Stuttgarter Kickers sprechen ihrem (bisher) Erfolglos-Trainer Stefan Minkwitz (40) das Vertrauen aus!

Gestern Krisensitzung im Vereinsheim auf der Waldau. Das Präsidium tagte 90 Minuten: Null Tore, null Punkte, Letzter in der neuen 3. Liga – brauchen die Blauen einen neuen Coach?

Dann (vorerst) die Entwarnung.

Präsidiumsmitglied Dieter Wahl (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit): „Wir haben einstimmig entschieden, Stefan Minkwitz weiterhin das Vertrauen zu schenken. Es gibt kein Ultimatum und wir sind zuversichtlich, dass wir es packen werden. Wir vertrauen der Mannschaft und deshalb wird es auch keine neuen Spieler geben.“

Mal schauen, wie’s nach dem nächsten Spiel Samstag in Regensburg aussieht…

Übrigens: Einer wird in Bayern nicht dabei sein. Stürmer Angelo Vaccaro (26) bekam nach seiner Roten Karte wegen Nachtretens im Spiel gegen Sandhausen drei Spiele Sperre vom DFB aufgebrummt!

BILD

Presse zu Stuttgarter Kickers – SV Sandhausen (0:1)

Die Null steht – aber an den falschen Stellen
Nach der 0:1-Niederlage gegen den SV Sandhausen warten die Stuttgarter Kickers weiter auf das erste Tor und den ersten Punkt

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers werden in der dritten Liga zum Punktelieferanten. Heute tagt der Vorstand, aber der Präsident Dirk Eichelbaum sieht keinen Handlungsbedarf. „Stefan Minkwitz bleibt unser Trainer“, sagte er nach dem 0:1 gegen Sandhausen.

Von Joachim Klumpp

Sekt oder Selters, das ist ja gerne die Frage vor richtungweisenden Spielen im Fußball. In der Vorbereitung auf die Drittligapartie gegen Sandhausen hatten sich die Stuttgarter Kickers eindeutig auf das Mineralwasser festgelegt, was allein schon durch das Kurztrainingslager in Bad Teinach (die örtlichen Mineralquellen sind auch Sponsor) dokumentiert wurde. Dass sich diese Ausrichtung dann gestern während der 90 Minuten ebenfalls durchsetzte, war natürlich nicht vorgesehen in den Planungen der Kickers, die nach der 0:1-Niederlage gegen den SV Sandhausen weiter den letzten Platz der Tabelle belegen.

Der Trainer Stefan Minkwitz macht auch gar keine großen Hoffnungen, dass sich daran allzu schnell etwas ändert: „Wir stecken mitten im Abstiegskampf.“ Und das nach vier Spielen. Dabei hätte Sandhausen eigentlich die Wende zum Guten werden sollen, die Mannschaft wurde nach dem leblosen Auftritt zuletzt in Unterhaching vor allem im Zweikampfverhalten getrimmt. Zumindest in diesem Punkt konnte der Trainer sagen: „An der Einstellung gab es nichts auszusetzen, aber fußballerisch war mir das zu wenig.“

In der Tat. Was vor allem daran lag, dass Alexander Rosen in der Rolle des offensiven Mittelfeldspielers fehl am Platze ist, während die Qualitäten von Bashiru Gambo auf der Sechserposition eher verschenkt sind. „Ich will jetzt nicht alles an Alexander Rosen festmachen“, sagte Minkwitz dazu, „aber wenn er in einer Verfassung ist, in der er sich und der Mannschaft nicht weiterhilft, kann auch er mal draußen bleiben.“

So, wie es gestern mit Angelo Vaccaro geschah, der sich – nicht überraschend – auf der Bank wiederfand. Und als er dann doch noch eingewechselt wurde, dauerte sein Auftritt gerade mal 15 Minuten. Wegen Nachtretens flog er vom Platz – womit sich die Frage nach einer Denkpause vorerst von selbst erledigt hat. Immerhin hatte der Italiener in der kurzen Zeit die beiden besten Möglichkeiten zum Ausgleich, nachdem die Kickers bereits in der neunten Minute in Rückstand geraten waren. Nach einem Freistoß kam der aufgerückte Mario Göttlicher völlig unbehindert zum Kopfball und zur Führung.

Die Kickers waren also mal wieder in Rückstand geraten und dementsprechend geschockt. Der Gast aus Nordbaden jedenfalls versäumte es, bis zur Pause alles klarzumachen. Nicht zuletzt, weil der Torwart Manuel Salz erneut der Beste bei den Kickers war. „Er lässt David Yelldell langsam vergessen“, sagte Minkwitz. Unter den Augen Yelldells, der wie auch Mustafa Parmak und der Excoach Robin Dutt zu den 3230 Zuschauern gehörte, erwies sich Salz auch noch als Elfmetertöter, nachdem er in der 53. Minute einen schwach geschossenen Strafstoß von Grgic mühelos parierte. Sandhausens Trainer Gerd Dais sagte nur: „So wurden meine Nerven bis zum Schluss strapaziert.“ Zumal Sascha Traut mit einem Distanzschuss (84.) noch die Latte traf. „Und das in Unterzahl. Das zeigt, dass die Mannschaft intakt ist“, sagte Minkwitz.

So sah es offensichtlich auch der Präsident Dirk Eichelbaum, der dem Trainer den Rücken stärkt. Wie lange noch? Darauf gab es eher vage Aussagen. „In Regensburg sitzt er auf jeden Fall noch auf der Bank – natürlich kann es vielleicht irgendwann auch den Zeitpunkt geben, wo die üblichen Mechanismen des Fußballs greifen“, sagte Eichelbaum: „Aber noch nicht jetzt.“ Nach erst vier Spielen – und der Hoffnung auf Besserung. Oder vielleicht einen neuen Spieler, falls Geld frei wird. Einstweilen bleibt nur die bittere Erkenntnis: Die Null steht – allerdings an den falschen Stellen. Keine Tore, keine Punkte.

Stuttgart: Salz – Deigendesch (46. Reiß), Mann, Härter (44. Rapp), Janic, – Traut, Gambo, Rosen, Schmiedel – Schürg (65. Vaccaro), Prediger.

Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Throm – Pinto (90. Waldecker), Stark, Kolb, Mintzel – Grgic (58. Öztürk), Haas (86. Schmid).

Schiedsrichter: Leicher (Weihmichl).

Tor: 0:1 Göttlicher (9.).

Rote Karte: Vaccaro (81.).

Bes. Vorkommnis: Salz hält Foulelfmeter von Grgic (53.).

Stuttgarter Zeitung

Luft für Minkwitz wird dünner
Nach 0:1 gegen Sandhausen schwindet der Glaube an die Kickers weiter

Stuttgart – Sie haben sich bemüht. Aber im Kampf um das Überleben in der dritten Liga reicht das nicht. Nach dem 0:1 gegen den SV Sandhausen schwindet der Glaube an die Stuttgarter Kickers weiter. Und die Luft für Trainer Stefan Minkwitz wird dünner.

VON JÜRGEN FREY

Man muss die Blauen mögen, um ihre Leiden zu teilen. Am Sonntag wurde die Belastbarkeit der 3230 Zuschauer wieder auf eine harte Probe gestellt. Der starke Torwart Manuel Salz verhinderte eine höhere Niederlage, Bashiru Gambo versuchte Struktur ins Spiel zu bringen, Dirk Prediger rackerte für zwei – der Rest? Zum Vergessen. Die Zuordnung in der Abwehr stimmte nicht, die Verteidiger wirkten so beweglich wie der Stuttgarter Fernsehturm. Von den Außenbahnen kam viel zu wenig Druck. Ohne Plan rannten die Blauen an. Besonders auffallend: Die Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen funktionierte nicht.

Dass es zutiefst die Aufgabe des Trainers ist, dies in den Griff zu kriegen, gilt für jeden Club der Welt. Auch die Verantwortung für die bisher nicht überzeugenden Neuzugänge liegt bei der sportlichen Leitung. Doch noch scheuen die Funktionäre auf Degerlochs Höhen die Maßnahme, durch einen Trainerwechsel eventuell neue Kräfte zu mobilisieren. „Vier Spiele sind zu wenig, um Stefan Minkwitz nach der erfolgreichen vergangenen Rückrunde infrage zu stellen“, sagt Kickers-Chef Dirk Eichelbaum. Daran werde sich auch nach der Präsidiumssitzung am heutigen Montag nichts ändern. „Minkwitz wird in Regensburg definitiv auf der Bank sitzen.“ Wenn“s aber auch dort schiefgeht, dürfte der Bonus aufgebraucht sein.

Die ewigen Besserwisser auf der Waldau wetzen schon jetzt die Messer. Doch es ist die große Frage, ob ein anderer Coach aus dem aktuellen Kader mehr herauskitzeln würde. Es verdichten sich vielmehr die Anzeichen, dass die Qualität nicht ausreicht, um den Absturz zu verhindern. Der Ruf nach Verstärkungen wird lauter, zumal auch Angelo Vaccaro nach seiner Tätlichkeit gestern wohl mehrere Wochen ausfallen wird. Die Zeit jedenfalls drängt. Am 31. August endet die Wechselfrist. Danach können nur noch arbeitslose Spieler verpflichtet werden. Das Problem: Die notorisch klammen Blauen haben kein Geld. Daran könnte auch die Verpflichtung des holländischen Trainingsgasts Orlando Smeekes scheitern. Und was sagt der Trainer? Minkwitz gab sich kämpferisch, flüchtete sich aber auch in Sarkasmus. „Wenn ich einen Rat brauche, rufe ich Herrn Starzmann an“, sagte er an die Adresse eines Journalisten. Der hatte über den Reutlinger Ex-Trainer als möglichen Nachfolger spekuliert.

Stuttgarter Nachrichten

Die Stuttgarter Kickers bleiben nach der 0:1-Niederlage gegen den SV Sandhausen punkt- und torlos

Stuttgart – Alarmzustand auf der Waldau. Auch nach dem vierten Spieltag der dritten Fußball-Liga sind die Stuttgarter Kickers punkt- und torlos. Die blamable 0:1 (0:1)-Heimniederlage gestern gegen den SV Sandhausen hat die Situation beim Tabellenschlusslicht weiter zugespitzt. „Wir stecken mitten im Abstiegskampf“, konstatiert Trainer Stefan Minkwitz.

Von Beate Wockenfuß

Nach dem Schlusspfiff raste Minkwitz in die Kabine. Mit versteinerter Miene und verschränkten Armen saß er danach in der Pressekonferenz, fixierte einen Punkt auf dem Fußboden und begann ohne aufzuschauen seine Einschätzung mit dem gleichen Satz wie nach den drei 0:2-Pleiten vorher: „Glückwunsch an den Gegner.“ Erneut war die Niederlage verdient, erneut lief bei den Kickers nichts zusammen: Abstimmungsprobleme, Stellungsfehler, schwache Standards und viele Fehlpässe, die Sandhausen munter kontern ließen. „Das war vom Fußballerischen wieder mal zu wenig“, zieht Minkwitz Bilanz und ergänzt: „Kopf hoch. Irgendwann, irgendwie, mit allen Mitteln müssen wir unseren ersten Dreier einfahren.“Für Sandhausen war es dagegen schon der zweite Dreier. Den Siegtreffer erzielte Innenverteidiger Mario Göttlicher per Kopf (8. Minute) nach einem Freistoß von Roberto Pinto. Wenigstens einmal hatten auch die Kickers-Fans Grund zum Jubeln. Als Torhüter Manuel Salz – erneut bester „Blauer“ – einen Foulelfmeter von Velimir Grgic (54.) hielt, kam Hoffnung unter den 3230 Zuschauern auf, die bis dahin gerade mal zwei Chancen der Gastgeber gesehen hatten. Wesentlich öfter waren die Sandhausener im Kickers-Strafraum unterwegs. Die Stuttgarter liefen dagegen weiter ihrer Form hinterher. Da passte es ins Bild, dass Angelo Vaccaro, der erst in der 66. Minute eingewechselt wurde, eine Viertelstunde später nach einer Tätlichkeit vom Platz flog. „Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis, um aus dem Loch herauszukommen“, so Manager Joachim Cast.Während ringsum Alarmstimmung herrscht, scheint Präsident Dirk Eichelbaum die Ruhe selbst zu sein. Mit den Händen in den Hosentaschen stellt er sich nach der Partie gelassen den Fragen der Journalisten. Was muss passieren? „Die Mannschaft muss stärker spielen.“ Aber das war schon die vierte Niederlage ohne eigenen Torerfolg. „Das ist nicht gut, aber auch nicht dramatisch. Die Mannschaft hat sich gesteigert.“ Sind Neuzugänge notwendig? „Nein.“ Steht der Trainer zur Diskussion? „Nein. Er hat in der Rückrunde gute Arbeit geleistet. Und vier Spiele reichen nicht, um alles in Frage zu stellen.“

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch (46. Reiß), Mann, Härter (44. Rapp), Janic – Traut, Rosen, Gambo, Schmiedel – Schürg (66. Vaccaro), Prediger.

SV Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Throm – Pinto (90.+ 2 Waldecker), Stark, Kolb, Mintzel – Grgic (58. Öztürk), Haas (86. Schmid).

Schiedsrichter: Leicher (Weihmichl).

Zuschauer: 3230.

Tor: 0:1 Göttlicher (8.).

Besonderes Vorkommnis: Salz hält Foulelfmeter von Grgic (54.).

Gelbe Karten: Janic, Schürg, Mann / Stark, Pinto, Mintzel, Schmid.

Rote Karte: Vaccaro (81./Tätlichkeit).

Beste Spieler: Salz, Gambo / Bindnagel, Beisel.

Eßlinger Zeitung

Bei den Kickers steht die Null
Göttlichers Kopfball entscheidet

Für die Kickers bleibt alles wie gehabt: Keine Tore, keine Punkte. Die logische Konsequenz ist der letzte Tabellenplatz für die Schwaben. Sandhausen bestätigt dagegen den klaren 4:0-Erfolg über Paderborn aus der Vorwoche.

Bei den Stuttgarter Kickers reagierte Trainer Minkwitz auf das 0:2 in Unterhaching mit zwei Änderungen. Für Reiß und Kacani begannen Schmiedel und Schürg. Nach dem 4:0 gegen Paderborn stellte Trainer Dais auf einer Position um. Stark rückte für Leandro in die erste Elf.

Schon früh lagen die Kickers zurück. Mario Göttlicher besorgte die Führung für Sandhausen in der 9. Minute. Nach einer Freistoßflanke stand der Innenverteidiger völlig frei, Salz im Tor der Stuttgarter war zwar noch am Ball, konnte aber den Rückstand nicht verhindern. Auch in der Folge hatten die Gäste die besseren Gelegenheiten, ohne jedoch daraus Kapital schlagen zu können. Sogar einen Foulelfmeter vergab Grgic für die Gäste.

Für den negativen Höhepunkt sorgte der eingewechselte Angelo Vaccaro, der wegen Nachtretens in der Schlussphase die Rote Karte sah (80.). Für die Kickers bleibt alles wie gehabt: Keine Tore, keine Punkte. So geraten die Schwaben bereits früh in der Saison gehörig unter Druck.

Die Stuttgarter Kickers reisen am Samstag nach Regensburg, während man sich in Sandhausen am Sonntag auf die Partie gegen Fortuna Düsseldorf freut.

Kicker

StZ: Minkwitz muss den Einsatz bremsen

Die Kickers fahren heute ins Trainingslager – Ortlieb und Genisyürek suchen einen neuen Verein

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers wollen beim Heimspiel gegen Sandhausen am Sonntag den ersten Sieg in der dritten Fußballliga einfahren. Ein Fragezeichen steht allerdings noch hinter dem Einsatz des Torwarts Manuel Salz.

Von Joachim Klumpp

Das Motto der Stuttgarter Kickers für das Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen den SV Sandhausen lautet: „105 Prozent für 105 Punkte.“ 105 Punkte? Genau, so viele gibt es in dieser Saison in der dritten Liga bei 35 Spielen noch zu vergeben. Zunächst einmal wäre der Trainer Stefan Minkwitz aber zufrieden, wenn sein Team ein 35stel davon holen würde, also die drei Punkte für einen Sieg. Denn auch der Trainer weiß, „dass wir langsam anfangen müssen zu punkten“.

Damit genug der Rechnerei. Entscheidend ist auf dem Platz, und da soll die Elf topfit sein. Zumindest, was die Aggressivität angeht, macht sich Minkwitz keine Sorgen. „Ich habe gestern im Training einige bremsen müssen, weil der Einsatz schon Richtung Körperverletzung ging.“ Aber in der Situation des Vereins ist das allemal besser, als wenn es in Richtung Ballettschule ginge. Die Aufstellung wird sich Minkwitz bis zuletzt offenhalten, um auch noch die Eindrücke im Trainingslager in Bad Teinach, zu dem die Mannschaft heute aufbricht, mit einfließen zu lassen.

Nicht in der engeren Verlosung sind die Verletzten Gino Russo, Franco Petruso und Marco Tucci, der nach wie vor mit Muskelbeschwerden kämpft. Ein Fragezeichen steht zudem noch hinter dem Torwart Manuel Salz, dessen Einsatz sich wegen einer Knöchelverletzung erst kurzfristig entscheiden wird. Sollte der bisherige Rückhalt ausfallen, käme der Neuzugang Benjamin Huber (Ingolstadt) zu seinem Debüt.

Orlando Smeekes, der zwei Tage lang im Probetraining war, hängt derweil in der Warteschleife. Der 27-jährige Holländer, der vier Länderspiele für die niederländischen Antillen bestritten hat und sich nun beim englischen Drittligisten Brighton and Hove Albion vorstellen will, hat einen guten Eindruck hinterlassen. „Er ist pfeilschnell“, sagt Minkwitz. Und damit eine Option, falls es noch Signale für einen Neuzugang gibt. Die könnten von Sponsorenseite kommen, aber auch durch eine Entlastung der Gehaltsliste.

Da gibt es aktuell zwei Lichtblicke: Markus Ortlieb trainiert momentan bei seinem Exclub und Ligarivalen Wuppertaler SV mit, Saban Genisyürek bei einem Amateurverein im Raum Berlin. „Ich hoffe, dass es bis zum Ende der Transferperiode am 31. August noch eine einvernehmliche Lösung gibt“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast, der am Mittwoch den nächsten WFV-Pokalgegner (3. September) angeschaut hat und dabei von der SG Großaspach beim 3:0-Sieg in Rutesheim beeindruckt war. „Das wird kein Spaziergang.“ Aber das wird die Partie am Sonntag gegen Sandhausen ja auch nicht.

(…)

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Kapitän Rosen: „Wir müssen die banalsten Dinge beherzigen“

Kickers-Kapitän über den Fehlstart der Blauen, die Kritik am Trainer und den Weg aus der Krise

Stuttgart – Er war ein Garant für den Sprung in die dritte Liga. Jetzt läuft Alexander Rosen wie das gesamte Team der Stuttgarter Kickers seiner Form hinterher. „Wir können nicht innerhalb von acht Wochen das Kicken verlernt haben“, sagt der Kapitän vor dem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen den SV Sandhausen.

Herr Rosen, wie ratlos ist der Kapitän der Kickers?
(Lacht.) Gemeine Frage. Was heißt ratlos? Sagen wir es so, ich kann mir den schlechten Start nach wie vor nicht genau erklären, weil wir eine gewisse Qualität im Kader haben und uns bisher deutlich unter Wert verkauft haben.

Sie sagen gewisse Qualität – vielleicht reicht diese einfach nicht für die dritte Liga.
Sieben, acht Spieler, die dafür gesorgt haben, dass wir in der Rückrundentabelle der vergangenen Saison auf Platz vier landeten, sind doch jetzt auch noch dabei. Wir können in acht Wochen doch nicht das Kicken verlernt haben.

Woran liegt’s dann?
Es ist derzeit einfach so, dass jeder Einzelne, außer dem Torwart, auch nicht annähernd an sein Leistungsmaximum herankommt. Zum anderen harmonieren die einzelnen Mannschaftsteile auf dem Platz nicht miteinander. Und nach einem Gegentor brechen wir regelrecht auseinander und verkrampfen.

Vieles steht und fällt mit Ihnen und Bashiru Gambo. Warum funktioniert das Herzstück im Mittelfeld nicht?
Es stimmt, dass wir beide bisher nicht wie gewünscht ins Spiel gekommen sind. Das Zentrum gehörte in der vergangenen Saison so gut wie immer uns. Diese Dominanz fehlt. Das Problem ist: Wenn die gesamte Mannschaft, von der Abwehr bis zum Sturm, nicht funktioniert, macht es das auch für uns beide nicht einfach.

Haben Sie als Kapitän Impulse außerhalb des Spielfeldes gesetzt?
Zwischenmenschlich passt alles. Es gibt keine Grüppchenbildung. Einige Spieler waren vor kurzem Gokart fahren, doch man darf es mit solchen Aktionen auch nicht übertreiben. Manchmal kann es auch helfen, wenn man einfach mal einen Tag nicht an Fußball denkt, um den Kopf freizubekommen.

Trainer Stefan Minkwitz flogen im Fanforum die Kugeln um die Ohren, weil er dem Team in dieser Woche einen freien Tag gab.
Das ist vollkommen am Kern vorbei diskutiert. Wir hatten einmal frei in den vergangenen drei Wochen. Den Kritikern kann man es nicht recht machen: Wenn wir den Trainingsumfang erhöhen würden und am Sonntag gegen Sandhausen platt wären, hieß es, der Coach würde uns kaputttrainieren.

Schon schießen Spekulationen über eine Ablösung von Minkwitz ins Kraut.
So etwas ist sicherlich nicht förderlich, doch ein Kabinenthema ist das nicht. Der Trainer macht nichts anderes als in der vergangenen starken Rückrunde. Und die Werte belegen: Auch unsere Fitness stimmt.

Was zählt, sind die Punkte. Wie kommen die Blauen unten raus?
Wir müssen die banalsten Dinge berherzigen. Laufen, kämpfen, ein Erfolgserlebnis erzwingen. Wir müssen das Spiel am Sonntag irgendwie gewinnen, das wird Kräfte freisetzen, da bin ich mir ganz sicher. Denn unser ganzes Dilemma ist natürlich auch eine Kopfsache.

Brauchen die Blauen einen Mentaltrainer?
Das kann ich nicht beantworten.

Der Trainer gilt jedenfalls nicht als der große Psychologe?
Unser Trainer ist lange genug im Fußballgeschäft. Er weiß genau, was in den Köpfen vorgeht und wie die Spieler ticken.

Warum klappt es gegen Sandhausen?
Weil wir hoch motiviert zur Sache gehen werden, gut ins Spiel reinkommen und den Gegner bis zur 90. Minute bekämpfen werden.

Ihr Tipp?
Ein dreckiges 1:0.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte Stuttgarter Kickers – SV Sandhausen

Sandhausen hochmotiviert nach Stuttgart

Stuttgart (svs). Nach den ersten Heimpunkten sollen am Sonntag, 14 Uhr im GAZi-Stadion gegen Stuttgarter Kickers drei weitere Punkte folgen.

Die „Blauen“ mit Trainer Stefan Minkwitz stehen nach bisher drei Spielen noch ohne Punkt am Tabellenende. Ebenso ist man in der laufenden Saison noch ohne Torerfolg. Dementsprechend motiviert zeigen sich die Stuttgarter.

Stefan Minkwitz nach dem Spiel gegen Haching: „…Wir stehen nach drei Spieltagen noch immer auf Tabellenplatz 20, weshalb ich für das Heimspiel gegen den SV Sandhausen so viel ankündigen kann: Am Sonntag wird eine Kickers-Mannschaft auf dem Platz stehen, die Gras fressen wird.“ Quelle: HP Stuttgarter Kickers

Mit dem SVS erwartet man einen Gegner auf Augenhöhe, hört man aus dem Stuttgarter Lager.

Unbeachtet der derzeitigen Tabellensituation erwarten den SVS am Sonntag einige erfahrene Spieler. Allen voran Kapitän Alexander Rosen, der im Mittelfeld im Verbund mit Bashiru Gambo für Kreativität und Organisation zuständig ist. Auf den Außenbahnen sollen Thorsten Reiß und Sascha Traut für Wirbel sorgen. Im Angriff gilt Angeol Vaccaro als gefährlicher Torjäger. Die Abwehr wird gebildet um die erfahrenen Marcus Mann, Sasa Janic und Marcel Rapp.

Trainer Gerd Dais zu der Partie am Sonntag: „Gegen Paderborn zuhause und in Lauda haben wir gute Spiele abgeliefert und verdient gewonnen. Die bisherigen Partien haben aber auch gezeigt, wie eng die Spiele sind und wie nah Sieg und Niederlage oft beieinander liegen. In dieser Liga entscheiden oft Kleinigkeiten. Wir werden in Stuttgart von Anfang an zeigen, dass wir drei Punkte wollen. Jeder einzelne Spieler, der im GAZi-Stadion auf den Platz geht, wird dieses Selbstvertrauen ausstrahlen und von der ersten Sekunde an alles geben. Und zwar so lange, bis der Schiedsrichter abpfeift und die drei Punkte bei uns sind. Mit dieser Einstellung brauchen wir uns vor keiner Mannschaft der Liga verstecken.“

Personell sieht es weiterhin sehr gut aus. Zwar sind Leandro (Nasenbeinbruch), Emre und Mario Göttlicher (Muskelverletzung) angeschlagen, doch sollen sie bis zum Sonntag fit sein. Fehlen wird Sreto Ristic wegen einer Innenbandverletzung.

Sportwoche

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 24.08.2008 14:00
Stadion: Gazi-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter:

Stuttgarter Kickers: Salz (Bänderanriss) ist fraglich, Stürmer Vaccaro erhält eventuell eine Denkpause. Weitere Änderungen sind möglich.

SV Sandhausen: Leandro soll wegen seines Nasenbeinbruchs mit Maske spielen. Ristic fällt aus (Innenbanddehnung), Öztürk ist wegen muskulärer Probleme fraglich.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Salz – Deigendesch, Mann, Härter, Janic – Traut, Rosen, Gambo, Schmiedel – Schürg, Prediger; Trainer: Minkwitz

SV Sandhausen
Gurski – Bindnagel, Beisel, Göttlicher, M. Throm – Pinto, Kolb, Leandro, Mintzel – C. Haas, Grgic; Trainer: Dais

Kicker

StZ: Kickers-Trainer Minkwitz „Wir brauchen keine Schönspieler“

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben in der dritten Fußballliga nach drei Spielen noch keinen Punkt und kein Tor auf dem Konto. „Es ist ja klar, dass damit der Druck wächst – auch auf mich“, sagt der Trainer Stefan Minkwitz im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Minkwitz, wie sind denn die Platzverhältnisse auf dem Trainingsgelände?

Es gibt schon einige Löcher – weil die Spieler viel grätschen.

Aber Gras haben sie noch keines gefressen, wie Sie gefordert haben?

Im übertragenen Sinne schon. Und wenn die Mannschaft das umsetzt, was sie am Mittwoch gezeigt hat, dann ist mir jedenfalls nicht bange, dass sie am Sonntag ein vernünftiges Zweikampfverhalten an den Tag legt.

Und das reicht dann für drei Punkte im Heimspiel gegen Sandhausen?

Zunächst einmal ist es das A und O im Fußball, alles andere kommt dann von alleine: das Selbstvertrauen, gute spielerische Aktionen und individuelle Stärke.

Alles Attribute, die bis jetzt vermisst werden. Warum?

Es ist einfach Fakt, dass die sogenannten Führungsspieler ihre Leistung bisher nicht abrufen. Und dann kann ich von den jungen Spielern nicht verlangen, dass sie das Zepter in die Hand nehmen.

Wie wollen Sie das ändern?

Ich habe der Mannschaft gesagt, wir brauchen jetzt keine Schönspieler, sondern Leute, die Fußball arbeiten und die Gegenspieler nicht schonen – und die werden auflaufen.

Also fehlt ein Angelo Vaccaro, der bis jetzt einen eher lustlosen Eindruck macht?

Ich werde keinen öffentlich kritisieren, auch wenn man das vielleicht irgendwann einmal tun muss. Einige setzen die Trainingseindrücke einfach nicht um. Aber es wäre falsch, alles an einem Spieler festzumachen. Es gibt insgesamt zu viele Ausfälle.

Trauern Sie so gesehen Mirnes Mesic oder Mustafa Parmak nach?

Es bringt doch nichts, irgendwelchen Spielern nachzuweinen, die nicht da sind. Ich bin von der Qualität des Kaders nach wie vor überzeugt. Natürlich hätte ich Mesic gerne gehabt, und er wäre gerne gekommen, aber es hat aus den bekannten finanziellen Gründen nicht geklappt. Und Parmak wollte weg.

Kommt im Gegenzug bis zum Transferschluss noch eine Verstärkung?

Im Moment gibt es dafür keine Signale, auch wenn ich gerne noch einen Spieler hätte.

Priorität hätte wahrscheinlich ein Offensivspieler, nachdem derzeit der Niederländer Orlando Smeekes mittrainiert.

Priorität hätte ein Stürmer, der auch im defensiven Mittelfeld und der Innenverteidigung einsetzbar wäre.

Zunächst einmal kann man davon ausgehen, dass die Mannschaft am Sonntag ein anderes Gesicht hat als zuletzt?

Das hängt von den Trainingseindrücken ab. Aber die zuletzt verletzten Spieler wie Kettemann, Landeka und Schmiedel haben gezeigt, dass sie umsetzen, was ich verlange.

Inwiefern spüren Sie als Trainer nach drei Niederlagen den Druck? Gibt es Rückendeckung des Präsidenten Dirk Eichelbaum?

Wir haben am Dienstag telefoniert, natürlich gibt es die Rückendeckung. Aber wir wissen ja auch, dass das im Fußball nach zwei, drei weiteren Niederlagen ganz anders aussehen kann. So gesehen ist es normal, dass der Druck wächst – auch auf mich als Trainer.

Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Werden Sie kurzfristig noch etwas ändern?

Wir fahren am Freitag nach Bad Teinach ins Kurztrainingslager und werden erst zum Spiel anreisen, um nochmals intensive Einzelgespräche mit den Spielern führen zu können. Wir werden nichts unversucht lassen.

Sie haben gesagt: „Im Moment sind wir weder heim- noch auswärtsstark.“ Welche Stärke soll denn zuerst zurückkommen?

Zunächst einmal geht es darum, dass wir zu Hause wieder eine Macht werden – am besten schon am Sonntag.

Fragen von Joachim Klumpp

Stuttgarter Zeitung