Vorberichte WFV-Pokal, SG Sonnenhof Großaspach – Stuttgarter Kickers

Kickers ohne Janic und Härter zum Pokalspiel

Stuttgart (jüf) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers wird mit seiner bestmöglichen Elf am morgigen Mittwoch (17 Uhr) das WFV-Pokal-Achtelfinalspiel beim Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach bestreiten. Auch Bashiru Gambo wird trotz seiner Probleme am großen Zeh eingesetzt. „Das Spiel ist zu wichtig, um jemanden zu schonen“, sagt Manager Joachim Cast. Nicht spielen werden Sasa Janic und Jens Härter. Janic wird eine Platte aus dem Kiefer entfernt, außerdem plagen ihn Oberschenkelprobleme. Härter steigt nach seinem Trümmerbruch an der Nase am kommenden Montag wieder ins Training ein.

Zum Ende der Wechselfrist am Montag 24 Uhr, hat sich bei den Kickers nichts mehr getan. Bis zur Winterpause können jetzt nur noch vertragslose Spieler verpflichtet werden. Ob dies möglich ist, entscheidet die Führungsetage im Laufe dieser Woche. Möglicherweise wird der Holländer Orlando Smeekes doch noch einmal ein Thema. Cast: „Er hat seine finanziellen Forderungen etwas heruntergeschraubt, aber wir liegen immer noch weit auseinander.“

Stuttgarter Nachrichten

Großaspach hofft auf einen Coup

Die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach freuen sich auf das Achtelfinale im WFV-Pokal. Der Spitzenreiter der Oberliga trifft morgen (17 Uhr) im Sportpark Fautenhau auf die Stuttgarter Kickers, die Tabellenletzter der Dritten Bundesliga sind. Dabei hoffen die Großaspacher um Trainer Thomas Letsch auf einen Coup.

VON HEIKO SCHMIDT

Einen fantastischen Start in die neue Runde haben die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach hingelegt. Von den bislang acht Pflichtspielen gewann die SG sieben Partien. Ein Match endete unentschieden. Das Ergebnis: die Tabellenführung nach fünf Spieltagen in der Oberliga und der Einzug ins Achtelfinale des WFV-Pokals. Und gerade in den K.o.-Partien hatten die Großaspacher kaum Probleme. Nach dem 3:0-Heimsieg in der ersten Runde gegen den TSV Crailsheim (Oberliga) folgte ebenfalls ein 3:0 bei Tura Untermünkheim (Landesliga). Mit dem gleichen Ergebnis behaupteten sich die Aspacher Kicker beim SKV Rutesheim (Verbandsliga).

„Wir wollen im Pokal weiter für Furore sorgen“, sagt Letsch. Nur noch vier Siege fehlen der SG, um den WFV-Pokal zu holen und somit die Qualifikation für den DFB-Pokal sicher zu haben. „Es gibt nur einen Sinn in diesem Wettbewerb, das Ding zu gewinnen“, verkündet der 40-Jährige das Vorhaben der SG. Er fügt allerdings hinzu: „Das ist ein hohes Ziel. Wenn es nicht erreicht wird, geht aber die Welt nicht unter.“

Im Achtelfinale wartet auf den Oberliga-Tabellenführer nun ein attraktiver, jedoch auch schwerer Gegner: die Stuttgarter Kickers. Der Drittligist von der Waldau startete mit vier Niederlagen. Beim 1:1-Unentschieden bei Jahn Regensburg am Samstag holte die Mannschaft von Trainer Stefan Minkwitz ihren ersten Punkt, ziert aber weiterhin das Tabellenende. Trotz dieser negativen Bilanz der Kickers ist für Letsch klar: „Für mich sind die Kickers der Favorit. Alles andere ist völliger Blödsinn.“ Sein Team will allerdings das gestärkte Selbstbewusstsein in die Waagschale werfen, um den Unterschied von zwei Spielklassen wettzumachen.

Ihr Hauptaugenmerk möchten die Aspacher morgen auf die Defensive legen. Und da kann Letsch auf einen starken Torhüter Milan Jurkovic sowie eine eingespielte Vierer-Abwehrkette mit Manuel Wengert, Dennis Grab, Fabian Aupperle und Martin Cimander zurückgreifen. Im Mittelfeld scheinen Rüdiger Rehm und Patrick Marschlich gesetzt sein. Beide gaben zuletzt die Impulse. Im Angriff bieten sich Saer Sene oder Abedin Krasniqi oder Nicolo Mazzola an. Diesen Eindruck bekamen auch die Beobachter aus Stuttgart beim 1:0-Erfolg der Großaspacher am Sonntag gegen die Bundesligareserve der TSG Hoffenheim.

„Auch wir sind sehr gut über den Gegner informiert“, sagt Letsch. Zudem hat der SG-Trainer noch einige Erinnerungen an seine Zeit bei den Stuttgarter Kickers. Er war dort von Mitte 2001 bis März 2003 zunächst Trainer der zweiten Mannschaft und dann Co-Trainer des ersten Teams. „Ich habe aber jetzt keinen regelmäßigen Kontakt mehr zu den Kickers.“ Aus der damaligen Zeit befinden sich nämlich momentan keine Spieler mehr im Kader des Drittligisten. Aber der jetzige Kickers-Trainer Stefan Minkwitz und Co-Trainer Alexander Malchow hatten unter Letsch gekickt. Diese Bekanntschaften aus früheren Zeiten zählen aber morgen ab 17 Uhr im Sportpark Fautenhau nicht. Denn: die Großaspacher Kicker wollen für einen weiteren Coup in der Saison sorgen.

Backnanger Kreiszeitung

Presse zu Jahn Regensburg – Stuttgarter Kickers (1:1)

Neuer Schwung dank Umstellung
Die taktischen Änderungen der Stuttgarter Kickers zahlen sich beim 1:1 in Regensburg aus

STUTTGART. Erstes Tor, erster Punkt, aber von einer Wende will der Kickers-Trainer deshalb nicht gleich sprechen. „Das war ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagt Stefan Minkwitz nach dem 1:1 seiner Mannschaft in der dritten Liga bei Jahn Regensburg.

Von Joachim Klumpp

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nach diesem Motto verfuhr am Wochenende auch der Präsident der Stuttgarter Kickers, Dirk Eichelbaum. Er nutzte das vorletzte Ferienwochenende jedenfalls, um sich vor dem so wichtigen Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg im Quartier der Kickers selbst ein Bild von der Vorbereitung der Mannschaft zu machen. Eichelbaum war beim Abendessen dabei, und sogar bei der Spielbesprechung. „Die Mannschaft hat das umgesetzt, was der Trainer gefordert hat“, konnte Eichelbaum recht zufrieden feststellen.

Seine Laune wäre vermutlich noch besser gewesen, wenn die Kickers die späte Führung durch den Kapitän Alexander Rosen über die Zeit gerettet hätten. So aber erzielte ausgerechnet der ehemalige Kickers-Spieler Nico Beigang den 1:1-Ausgleich – und bei einem Kopfball fast noch den Siegtreffer. „Insgesamt war das aber sicher unsere beste Leistung in dieser Saison“, sagte der Manager Joachim Cast. „Eine klare Steigerung, sowohl kämpferisch als auch spielerisch.“

Von Euphorie will der Trainer Stefan Minkwitz aber nichts wissen. „Es war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dabei sind einige Faktoren zusammengekommen.“ Nicht zuletzt, weil sich der Trainer nach dem Fehlstart in die Saison selbst Gedanken gemacht hatte. Nach den teilweise schwachen Auftritten nahm er eine taktische Änderung vor – und die fruchtete. Die Kickers wichen von ihrem traditionellen 4-4-2-System ab und agierten mit einem Fünfermittelfeld: Alexander Rosen und Bashiru Gambo spielten defensiv, die schnellen Sascha Traut und Josip Landeka auf den Flügeln sowie Ralf Kettemann offensiv. Nach der Pause rückte die einzige Sturmspitze Dirk Prediger ins Mittelfeld (für ihn kam Marco Tucci) und Landeka links in die Abwehr, weil sich dort Sasa Janic am Unterschenkel verletzte und vorerst ausfallen wird.

Doch nicht nur Einsatz und Einstellung stimmten am Samstag vor den 3500 Zuschauern, „auch fußballerisch hat mir das über weite Strecken schon ganz gut gefallen“, sagte Minkwitz. Wobei vor allem die beiden talentierten Neuzugänge Josip Landeka und Ralf Kettemann ihre Chance bei den ersten Einsätzen von Beginn an beim Schopfe gepackt haben und in dieser Verfassung Ansprüche auf einem Stammplatz anmelden können. „Es zeigt sich mal wieder, dass man nicht schon nach vier Spieltagen von Fehleinkäufen sprechen kann“, sagte Minkwitz.

Ob weitere Transfers folgen? „Stand heute nicht“, sagt der Manager Cast, wobei nach dem offiziellen Transferschluss in der Nacht zum Dienstag auch weiterhin vertragslose Spieler verpflichtet werden dürfen. „Zwei, drei davon haben wir im Auge“, so Cast, darunter nach wie vor den Holländer Orlando Smeekes, nicht aber den offensiven Mittelfeldspieler Sami Yachir, der bei Racing Strasburg noch einen laufenden Kontrakt besitzt. „Generell ist unser Budget aber ausgereizt“, betont der Manager. Weshalb auch ein Weiterkommen im Pokal Pflicht ist.

Der Trainer darf sich in seiner Arbeit zunächst zwar bestätigt fühlen („intern gibt es da keine Diskussionen“, so Cast), doch der Präsident Eichelbaum fügt hinzu: „Die beiden nächsten Spiele sind richtungsweisend.“ In zwei Wochen in der Liga gegen den ebenfalls noch sieglosen Tabellennachbarn Erzgebirge Aue, zuvor aber erst einmal am Mittwoch (17 Uhr) im Achtelfinale des WFV-Pokals beim Oberliga-Spitzenreiter SG Sonnenhof, kein leichtes Unterfangen. „Wir werden in Bestbesetzung antreten und den Gegner auf keinen Fall unterschätzen“, betonte Minkwitz, der mit gutem Beispiel voranging – und sich gestern zur Spielbeobachtung in Richtung Großaspach gegen Hoffenheim II (1:0) aufmachte.

Jahn Regensburg: Sattelmaier – Jarosch (77. Schlauderer), Maul, Brysch, Binder (85. Schmid) – Zellner – Bambara, Hiemer – Blessin – Stoilov, Würll (65. Beigang).

Stuttgarter Kickers: Salz – Reiß, Mann, Rapp, Janic (46. Tucci) – Rosen, Gambo – Traut, Kettemann (77. Schmiedel), Landeka – Prediger (89. Schürg).

Schiedsrichter: Thielert (Buchholz).

Tore: 0:1 Rosen (84.), 1:1 Beigang (86.).

Besonderes Vorkommnis: Salz hält Handelfmeter von Zellner (30.).

Stuttgarter Zeitung

Ein Anfang ist gemacht
Kickers schöpfen nach dem 1:1 in Regensburg neue Hoffnung

Stuttgart – Es war ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung. Mit dem 1:1 (0:0) bei Jahn Regensburg schöpfen die Stuttgarter Kickers neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg aus der dritten Liga.

VON JÜRGEN FREY

Was überwog: Die Erleichterung über das erste Tor und den ersten Punkt im fünften Saisonspiel? Oder der Ärger über den Gegentreffer zwei Minuten nach der 1:0-Führung (84.) durch den starken Alexander Rosen? Auch mit einem Tag Abstand war man sich bei den Blauen über die Beantwortung dieser Frage nicht ganz im Klaren. „Das hält sich die Waage“, sagte Trainer Stefan Minkwitz. Und auch Manager Joachim Cast sprach von „gemischten Gefühlen“. Nur der Präsident kam zu einem eindeutigen Fazit: „Spieler und Trainer haben bewiesen, dass sie unter Druck Leistung bringen können“, befand Dirk Eichelbaum. Was er damit sagen will: Dank des couragierten Auftritts hat der Coach noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen. Doch Minkwitz selbst weiß am besten, dass es nun nachzulegen gilt. Bereits am kommenden Mittwoch (17 Uhr) im WFV-Pokal-Achtelfinale bei Oberligist SG Sonnenhof Großaspach und erst recht im Drittliga-Kellerduell am 13. September (14 Uhr/Gazistadion) gegen Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue.

Zumindest ein Anfang ist gemacht. Die Blauen präsentierten endlich als echtes Team: homogen, bissig, zweikampfstark. Ein Grund für die neue Kompaktheit lag in der Systemumstellung. Erstmals hatte sich Minkwitz für eine 4-2-3-1-Formation entschieden. Dadurch verschafften sich die Kickers Überzahl im Mittelfeld, aus dem vor allem der ballsichere Ralf Kettemann Impulse nach vorne setzte. Regensburg konnte sich im Zentrum nicht entscheidend durchsetzen und wusste sich oft nur mit langen Bällen zu helfen. Allerdings hatten die Blauen auch Glück: Wie schon gegen den SV Sandhausen parierte Torwart Manuel Salz auch diesmal einen Elfmeter.

„Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen“, sieht Minkwitz noch viel Steigerungspotenzial in seinem Team. Ob das mit oder ohne einen Neuzugang ausgereizt wird, ist noch offen. Die Trainingsgäste Orlando Smeekes und Samy Yachir sind kein Thema mehr, auch ein Torjäger wie Nico Patschinski, der wohl von Union Berlin nach Aue wechselt, ist für die Blauen nicht finanzierbar. Schon eher denkbar ist die Verpflichtung des vereinslosen Eric Agyemang (zuletzt 1. FC Magdeburg/früher SC Pfullendorf). Möglicherweise kommt der Stürmer aus Ghana diese Woche ins Probetraining.

Stuttgarter Nachrichten

Durststrecke beendet

Erstes Tor und erster Punkt für die Stuttgarter Kickers beim 1:1 in Regensburg

Regensburg (bw) – Der Patient ist auf dem Weg der Besserung: Die Stuttgarter Kickers haben am fünften Spieltag der dritten Fußball-Liga gleich zwei Premieren auf einmal gefeiert. Beim 1:1 (0:0) bei Jahn Regensburg erzielten die „Blauen“ ihr erstes Tor und holten ihren ersten Punkt in der neuen Saison.

„Das war der erste Schritt in die richtige Richtung“, zeigte sich Trainer Stefan Minkwitz erleichtert über das Ende der Durststrecke und attestierte seinen Schützlingen „die bisher beste Leistung, auf der wir nun aufbauen können“. Der zuletzt schwächelnde Kapitän Alexander Rosen hatte die 444-minütige Tor­flaute der Kickers beendet und damit das Vertrauen des Trainers zurückgezahlt. Mit dem Führungstreffer in der 84. Minute sorgte Rosen für kollektives Aufatmen im Lager der „Blauen“ und ließ kurzzeitig sogar Hoffnungen auf den ersten Sieg aufkeimen. Doch die zerstörte zwei Minuten später Ex-Kickers-Spieler Nico Beigang mit dem Ausgleich.„Klar ist das bitter, aber trotzdem überwiegt die Erleichterung, dass wir zumindest ein Teil-Erfolgserlebnis geschafft haben“, sagt Manager Joachim Cast, der in Regensburg eine „ganz andere Kickers-Mannschaft als bisher“ erlebt hat: „Das war ein klarer Schritt nach vorn.“ Damit dürften sich vorerst auch alle Spekulationen hinsichtlich der Zukunft des Trainers erledigt haben. „Das Präsidium hat bekräftigt, dass die Zusammenarbeit weitergeht“, berichtet Minkwitz. Und die Spieler haben das Ihre dazu beigetragen. Mit Dirk Prediger als einzige Spitze und Ralf Kettemann dahinter als Offensivkraft im Fünfer-Mittelfeld entwickelte sich ein druckvolles Spiel mit einigen guten Chancen, von denen zumindest eine auch endlich verwertet wurde. Insgesamt zeigten die Kickers eine Mannschaftsleistung, die Minkwitz zwar nicht als absolut zufriedenstellend bezeichnen wollte, die ihn aber immerhin „erfreut“ habe. Hervorzuheben ist erneut Torhüter Manuel Salz, der gegen Tobias Zellner in der 30. Minute mit seinem zweiten parierten Elfmeter innerhalb einer Woche einen Rückstand verhinderte.Nun gilt alle Konzentration zunächst dem WFV-Pokal. Die Achtelfinal-Partie bei Oberligist SG Sonnenhof Großaspach steht am Mittwoch (17 Uhr) an. Von weiteren Neuzugängen sehen die „Blauen“ übrigens ab – zumindest vorerst. Stuttgarter Kickers: Salz – Reiß, Mann, Rapp, Janic (46. Tucci) – Traut, Rosen, Gambo, Landeka – Kettemann (77. Schmiedel) – Prediger (89. Schürg).

Eßlinger Zeitung

Jahn Regensburg verhindert Heimpleite gegen Kickers

Mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1 (0:0)-Endstand hat der eingewechselte Nico Beigang dem SSV Jahn gegen die Stuttgarter Kickers in der 86. Minute einen Punkt gerettet. Zwei Minuten vorher erst war den Gästen vor 3200 Zuschauern durch Kapitän Alexander Rosen das Führungstor gelungen. Mit dem Unentschieden gegen den Tabellenletzten blieben die Regensburger, die durch Tobias Zellner (30.) einen Handelfmeter vergaben, somit in ihrem dritten Heimspiel in der dritten Fußball-Bundesliga unbesiegt. Dieser Aspekt, etliche klare Torchancen und der Umstand, dass die Mannschaft ungeschockt blieb und am Schluss noch zulegen konnte, waren aus Jahn-Sicht das Beste in einem Spiel, in dem die Truppe von Trainer Thomas Kristl gerade noch mit einem blauen Auge davon kam.

Wie spielt man gegen einen Gegner, der in vier Saisonspielen bisher tor- und punktlos geblieben ist? „Voll konzentriert“ wollte der Regensburger Fußballlehrer seine Akteure im Jahn-Stadion gegen das Tabellen-Schlusslicht, die Stuttgarter Kickers, sehen. Am Schluss hatten dann die Regensburger aber laut Kapitän Stefan Binder „zwei Punkte hergeschenkt“, denen sie vielleicht einmal schmerzlich hinterher trauern könnten. Wenn man die gesamte Partie an dürren Fakten aufhängt, sind nur die Strafraumszenen erwähnenswert. 3. Minute: Nachdem Torwart Rouven Sattelmaier, der ebenso wie Verteidiger Alexander Maul sein Heimdebüt gab, bei einem Kopfball von Marcel Rapp zweimal nachfassen musste, war der SSV Jahn am Zug. Nach einem Zuspiel von Moise Bambara hatte Patrick Würll (10.) die erste Chance, brachte den Ball aber nicht unter Kontrolle. Kurz vorher, bei einem Freistoß von Tobias Zellner, konnte sich Manuel Salz dann erstmals bewähren. Der Keeper der Kickers blieb gegen Zellner hernach abermals Sieger als er in der 30.

Minute einen Handelfmeter des Jahn-„Sechsers“ parierte. Die Regensburger blieben phasenweise am Drücker, auch weil die Kickers, in ihren Mitteln arg limitiert wirkten. Die aber reichten dann aus, um die erste Halbzeit gegen oft ideenlose Regensburger schadlos zu überstehen. Dazu hatten die Gäste auch Glück, dass Hiemer freistehend in der 40. Minute nach einem Rückpass von Alexander Blessin eine Riesenmöglichkeit ungenutzt ließ. Im zweiten Durchgang vermochte sich die Stuttgarter zu steigern, legten ihre defensive Grundhaltung mit nur einer nomniellen Spitze (Dirk Prediger) nach der Einwechslung von Marco Tucci ab, während beim SSV Jahn hier anfangs wieder spielerisch nicht viel zusammen ging. Besonders das Spiel über die beiden Außen, Moise Bambara und Manuel Hiemer, die vorher für die brenzlichsten Situationen gesorgt hatten, fand nicht mehr statt. Wie schon vor der Pause konnten die Regensburger ohne sichtbare Schaltzentrale im Mittelfeld oftmals die Bälle nicht halten und bauten den Gegner mit Fehlpässen förmlich auf. Die Kickers nutzten dies zu Kontern aus, die aber der eingewechselte Marco Tucci und Ralf Kettemann vergaben. Erst als Nico Beigang für den blassen Patrick Würll eingewechselt wurde, kam wieder Gefahr vor dem Tor der Stuttgarter auf. Ins Tor trafen zuerst aber die Kickers durch Alexander Rosen, der nach einer schönen Kombination über Tucci und Jörn Schmiedel im zweiten Versuch zum 1:0 für seine Farben traf. Beim ersten Versuch hatte Jahn-Keeper Sattelmaier noch prächtig pariert. Gegen den Nachschuss des Kapitän der Kickers war er aber machtlos. Die Freude bei den Gästen über die Führung währte jedoch nur zwei Minuten, dann konnte Beigang auf Vorarbeit von Tobias Schlauderer schon zum 1:1 ausgleichen. Schlauderer, der für Stefan Jarosch in der 77. Minute ins Spiel gekommen war, wäre sogar fast noch der Siegtreffer gelungen, doch landete sein Kopfball aus Nahdistanz am Latttenkreuz. Am Ende trauerten beide Trainer zwar dem möglichen Dreier nach, fanden aber wenig Grund, Kritik zu üben. Kickers-Coach Stefan Minkwitz freute sich nach vierwöchiger Flaute darüber, „dass mein Team wieder ins Tor trifft“. Für ihn war das Remis sogar „der erste Schritt in die richtige Richtung“.

Thomas Kristl bemängelte zwar die Chancenverwertung, nicht aber die Leistung seiner Akteure. „Der Mannschaft kann man keinen Vorwurf machen.“ Den neutralen Beobachtern, die die Partie und insbesondere das Jahn-Spiel als eher durchwachsen bis schwach beurteilten, gab der Fußballlehrer sogleich zu bedenken: „Man kann nicht nur Zauberfußball erwarten.“ Doch von dem geht letzlich niemand aus, auch wenn man ihn sich oft wünschen würde.

Mittelbayerische Zeitung

Regensburg / Kickers: Maul hadert mit dem Ertrag
„Elfmetertöter“ Salz rettet den ersten Kickers-Punkt

Der „Joker“ entpuppte sich als Trumpf: Ausgerechnet der eingewechselte Nico Beigang, der in der Vorrunde der vergangenen Saison noch beim Gegner, den Stuttgarter Kickers, unter Vertrag war, rettete dem SSV Jahn mit seinem Tor gegen den Tabellenletzten einen Punkt.
Manuel Salz
Sicherte seinem Team wenigstens einen Punkt: Kickers-Keeper Manuel Salz.

Über das Ergebnis freute sich hinterher keiner. Die Regensburger nicht, weil sie eine eklatante Abschlussschwäche zeigten, und die Stuttgarter nicht, weil ihr Traum vom ersten Saison-Dreier nach dem Führungstor von Kapitän Alexander Rosen nur zwei Minuten währte.

Kickers-Coach Stefan Minkwitz saugte dann doch noch Honig aus dem ersten Saisonpunkt. „Das war der erste Schritt in die richtige Richtung.“ Ebenso froh stimmte ihn, dass endlich das erste Saisontor gelang. Kollege Thomas Kristl mochte seinem Team „außer mangelnder Chancenverwertung“ nicht viel vorwerfen. Dagegen haderte Alexander Maul: „Für den Riesenaufwand und bei den vielen Chancen ist das Remis zu wenig.“

Trotz der spielerischen Armut hatte die Partie einen Sieger: Manuel Salz (23). Wie schon vorige Woche gegen Sandhausen hielt der Kickers-Keeper nun auch den Strafstoß von Tobias Zellner.

Heinz Reichenwallner

Kicker

Aufatmen! Erster Punkt für Minkwitz
HELMUT HEIMANN
Na bitte, es geht doch! Erstes Tor und der erste Punkt für die Stuttgarter Kickers!

1:1 in Regensburg. Ein wichtiger Teilerfolg für die Blauen – vor allem für Trainer Stefan Minkwitz (40). Nach vier Niederlagen zum Saisonstart hatte er schon um seinen Job fürchten müssen…

„Ich bin erleichtert“, gab Minkwitz zu.

Aufatmen – auch weil die Kickers in Regensburg ihre beste Saisonleistung zeigten. Von Anfang an aggressiv, zweikampfstark – und plötzlich lief auch der Ball wieder geschmeidig durch die eigenen Reihen. Einziges und großes Manko: Die Chancenverwertung.

Etwas mehr Konzentration – dann wäre sogar der Sieg drin gewesen. So mussten sich die Blauen, die in der 84. Minute durch Rosen in Führung gingen, wenig später noch den Ausgleich hinnehmen

Minkwitz sieht’s trotzdem positiv: „Die Mannschaft ist intakt und hat die Qualität, die in ihr steckt, abgerufen.“ Auch Manager Joachim Cast lobte: „Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt, waren sehr diszipliniert und kompakt.“

Mit einem Dreier beim Heimspiel gegen Aue (13. September) können die Blauen jetzt den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herstellen.

BILD

Vorberichte Jahn Regensburg – Stuttgarter Kickers

Ein gutes Pflaster
Schon einmal haben die Stuttgarter Kickers in Regensburg die Wende zum Guten eingeleitet

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers stehen vor einem Schlüsselspiel – wie schon so oft. Morgen (14 Uhr) tritt der Fußball-Drittligist beim SSV Jahn Regensburg an. Der Tabellenletzte braucht dringend Punkte, um Ruhe in die Trainerdiskussion zu bekommen.

Von Carlos Ubina

Stefan Minkwitz ist kein Mann ausschweifender Reden. Der Trainer der Stuttgarter Kickers mag es kurz, knapp und auch humorvoll. „Mir geht“s gut“, sagt der 40-Jährige, ahnend, dass sich vor dem Spiel morgen beim SSV Jahn Regensburg wieder viel um ihn und seinen Posten drehen wird. Die Kickers haben mit null Punkten und null Toren aus vier Partien einen Fehlstart in der dritten Fußballliga hingelegt und Minkwitz ist schon zu lange im Verein, als dass er nicht wüsste, welche Folgen das hat.

In Degerloch wird eine Trainerdiskussion geführt – und eine der Fragen lautet, ob sich das Präsidium nach einer Sitzung uneingeschränkt hinter den Coach gestellt, oder sich doch eine Hintertür für seine Absetzung offengelassen hat. Dirk Eichelbaum betont jedenfalls, nicht alles von Ergebnissen abhängig zu machen. „Die Leistung geht vor. Es muss eine Entwicklung in der Mannschaft sichtbar sein“, sagt der Clubpräsident. Die Woche über hat Minkwitz beobachtet, dass die Spieler im Übungsbetrieb „einen Schritt nach vorne gemacht haben“. Der Ball sei flüssig über mehrere Stationen gelaufen, oft auch im Netz gelandet. „Wenn wir das nur halbwegs umsetzen, werden wir das erste Erfolgserlebnis haben“, sagt der Trainer.

Personell vertraut Minkwitz dabei weiter auf Alexander Rosen. Der Kapitän gehört zu den Stuttgartern, die zuletzt hinter den Erwartungen, aber wohl auch hinter ihren Möglichkeiten geblieben sind. „Lasst mir aber den Alexander Rosen in Ruhe. Er weiß selbst, dass er nicht gut spielt“, sagt der Trainer. Änderungen gegenüber der Anfangself vom 0:1 gegen Sandhausen kündigt er dennoch an. Das ergibt sich schon daraus, dass der Verteidiger Jens Härter verletzt ausfällt. Auf den gesperrten Stürmer Angelo Vaccaro kann Minkwitz ebenso wenig zurückgreifen wie auf die verletzten Franco Petruso und Gino Russo. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Marco Tucci.

Ob die Kickers bis zum Ende der Transferperiode am 1. September noch einen Spieler verpflichten, hängt laut dem Manager Joachim Cast von zwei Faktoren ab: „Erstens müssen wir überzeugt sein, und zweitens muss es finanziell passen.“ Zwar hat Saban Genisyürek gestern einen Auflösungsvertrag unterschrieben, doch die Rückkehr des Stürmers zum Oberligisten FV Illertissen schafft nicht den erforderlichen finanziellen Freiraum. Der Trainingsgast Samiy Yachir von Racing Straßburg bleibt deshalb vorerst nicht mehr als ein Kandidat.

Neuen Mut im Kampf gegen die Krise schöpfen die Kickers auch aus ihren positiven Erinnerungen an Regensburg. In der vergangenen Saison gingen die Stuttgarter mit einer guten Leistung und einem 1:1 in die Winterpause – und erhielten Minkwitz den Job. „Ich bin zwar wenig abergläubisch, aber für mich war Regensburg immer ein gutes Pflaster“, sagt der Trainer. Als Spieler erzielte er dort im Dezember 2002 beim 2:1 sein letztes Tor. Damals ging es um den Arbeitsplatz des Trainers Marcus Sorg.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Franzose im Probetraining
Genisyürek zum FV Illertissen

Stuttgart (jüf) – Es geht voran beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers – aber bisher nur im Training. „Wir haben sehr gut gearbeitet und qualitativ einen Schritt nach vorne gemacht“, beschreibt Trainer Stefan Minkwitz die Übungseinheiten in dieser Woche. Es sind keine einfachen Tage für den Coach. Doch nach außen hin lässt er sich die Anspannung nicht anmerken. Trotz null Toren und null Punkten blickt er optimistisch nach vorne: „Wenn wir die Trainingsleistungen nur halbwegs im Spiel umsetzen, wird es das erste Erfolgserlebnis geben.“ Nichts dazu beitragen kann in der Partie am morgigen Samstag (14 Uhr) bei Jahn Regensburg Jens Härter. Nach seinem Trümmerbruch in der Nase steigt er erst nächste Woche ins Training ein.

Nicht mehr im Kader der Blauen steht Saban Genisyürek. Der Stürmer kehrt mit sofortiger Wirkung zum Oberligisten FV Illertissen zurück. Da der 22-Jährige nicht zu den Großverdienern zählte, bleibt der Spielraum für Neuzugänge gering. Dennoch stellte sich ein offensivstarker Franzose im Probetraining vor: Samy Yachir von Racing Straßburg. „Ein interessanter Mann“, sagt Minkwitz. Doch zumindest in Regensburg muss er noch ohne ihn auskommen.

Stuttgarter Nachrichten

Die Stuttgarter Kickers wollen morgen in Regensburg die Wende einleiten und bedienen sich dabei einiger Mutmacher

Stuttgart – Trotz ihrer bisher vierteiligen Pleitenserie in der dritten Fußball-Liga verlieren die Stuttgarter Kickers ihren Optimismus nicht. „Das sind Phasen, durch die man einfach durch muss“, sagt Trainer Stefan Minkwitz. Nächster Versuch, das Tor endlich zu treffen: morgen (14 Uhr) bei Jahn Regensburg.

Von Beate Wockenfuß

Wenn es mit Gras fressen nicht funktioniert und sogar Dreck fressen nicht in die Erfolgsspur führt, muss eine neue Taktik her. Vor dem fünften Saisonspiel klammern sich die Kickers jetzt an diesen und jenen Strohhalm, um sich Mut zu machen.

So werden bei dem Wort Regensburg gleich mehrere Erinnerungen wach. „Das ist immer ein gutes Pflaster für mich gewesen“, betont Minkwitz und meint damit nicht nur, dass die Kickers dort unter seiner Regie im Dezember 2007 nach einer miserablen Hinrunde mit einem 1:1 die Trendwende einläuteten. Auch sein letztes Tor als Profi habe er in Regensburg erzielt, benennt der Coach das zweite gute Omen. Hoffnung auf ein neuerliches Erfolgserlebnis in der ostbayerischen Stadt gäben zudem die Trainingseindrücke: „Die Mannschaft hat qualitativ einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht.“

Darauf hofft auch die Vereinsführung. Das Präsidium hatte sich Anfang der Woche noch einmal deutlich zu Minkwitz bekannt und unterstrichen, dass es kein Ultimatum für den Trainer gebe. Vertrauen erhält auch Kapitän Alexander Rosen, der bisher weit hinter den Erwartungen zurückblieb. „Er ist als Leitfigur für die Mannschaft wichtig und deswegen spielt er“, setzt Minkwitz weiter auf den 29-Jährigen. Trotzdem wird es morgen personelle Änderungen geben – nicht zuletzt durch den Ausfall von Angelo Vaccaro (Rot-gesperrt) und Jens Härter (Nasenbeinbruch).

Minkwitz kann sich darüber hinaus doch noch Hoffnungen auf einen Neuzugang machen. „Es ist nichts ausgeschlossen“, betont Manager Joachim Cast. Zumal in Saban Genisyürek zumindest ein Spieler von der Gehaltsliste verschwunden ist. Der Stürmer hat gestern seinen Vertrag aufgelöst und ist zum Oberligisten FV Illertissen zurückgekehrt. Und im Probetraining bei den Kickers befindet sich in Samy Yachir (Racing Strasbourg) eine vielversprechende Offensivkraft.

So wollen sie spielen: Salz – Reiß, Mann, Rapp, Janic – Traut, Rosen, Gambo, Landeka – Kacani, Prediger.

Eßlinger Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 30.08.2008 14:00
Stadion: Jahnstadion

Schiedsrichter:

Jahn Regensburg: Für den rotgesperrten Becker steht Sattelmaier von Beginn im Tor. Trainer Kristl kündigt zudem noch andere Änderungen an.

Stuttgarter Kickers: Stürmer Vaccaro ist gesperrt (Rot). Innenverteidiger Härter fällt nach Nasen-OP aus. Möglich, dass Stürmer Tucci (Muskelfaserriss) noch fit wird.

Aufstellung

Jahn Regensburg
Sattelmaier – Jarosch, Escherich, Brysch, Binder – Zellner – Bambara, Blessin, Hiemer – Stoilov, Würll; Trainer: Kristl

Stuttgarter Kickers
Salz – Reiß, Mann, Rapp, Janic – Traut, Rosen, Gambo, Landeka – Kacani, Prediger; Trainer: Minkwitz

Kicker

Kickers lösen Vertrag mit Saban Genisyürek auf

Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat am Donnerstag, 28. August 2008, den bis zum 30. Juni 2009 datierten Vertrag mit seinem Offensivspieler Saban Genisyürek (22) in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der 22-jährige Deutsch-Türke war zum 1. Juli 2007 ablösefrei vom FV Illertissen nach Degerloch gewechselt und hatte für die Blauen in der Saison 2007/2008 in der Regionalliga Süd zwei Einsätze. Genisyürek kehrt nun zum Oberligisten FV Illertissen zurück.

Die Stuttgarter Kickers bedanken sich bei Saban Genisyürek für seinen Einsatz und wünschen ihm für seine sportliche und persönliche Zukunft alles Gute.

Offizielle Homepage

Vorberichte Jahn Regensburg – Stuttgarter Kickers

„Ich hätte auf Geld verzichtet“
Nachgefragt bei Alexander Blessin

Die Stuttgarter Kickers spielen am Samstag in der dritten Fußballliga bei Jahn Regensburg. Dort gibt es ein Wiedersehen mit Alexander Blessin, der vor der Saison auch in Degerloch im Gespräch war. Daraus wurde nichts. Warum, darüber sprach Joachim Klumpp mit dem 35-Jährigen.

Herr Blessin, sind Sie denn froh, nicht zum aktuellen Tabellenletzten Kickers gewechselt zu sein, sondern nach Regensburg?

Im Moment sind wir – also auch die Familie – hier sehr glücklich. Aber ich kann nur betonen, dass ich gerne zu den Kickers gekommen wäre und sogar auf Geld verzichtet hätte. Es wäre schön gewesen, die Karriere in der Heimatstadt zu beenden.

Warum hat es dann nicht geklappt?

Das kann ich bis heute nicht genau nachvollziehen. Ich hatte lange Kontakt mit den Kickers, aber als die dann die Qualifikation für die neue, dritte Liga geschafft hatten, haben sich die Verhandlungen über drei, vier Wochen hingezogen, bis ich dann gesagt habe: Ich habe jetzt zwei andere Angebote, ich muss mich entscheiden. Wie sieht es aus?

Und was war die Antwort?

Dann kam eine Mail des Managers Cast, dass man im Moment kein konkretes Angebot machen könne und man mir in meiner weiteren Laufbahn viel Glück wünsche.

Das haben Sie offensichtlich gefunden?

Ja, weil Regensburg eine Superstadt ist, die Mannschaft harmoniert und wir in Thomas Kristl einen guten Trainer haben.

Wie sehen Sie die Chancen in der Liga?

Nach vier Spielen ist es natürlich schwierig, schon eine Art Resümee zu ziehen, aber auf jeden Fall ist die Liga noch ausgeglichener als vergangenes Jahr, so dass man immer hundert Prozent geben muss. Andererseits kann jeder jeden schlagen, das oft angeführte Nord-Süd-Gefälle sehe ich jedenfalls noch nicht. Ich wollte einfach noch mal dritte Liga spielen – und freue mich deshalb zunächst auf jedes Spiel von neuem.

Auf das am Samstag ganz besonders?

Natürlich, das hat jetzt aber nichts mit der Situation vor dieser Saison zu tun. Überall, wo ich war, habe ich auf meine alten Vereine VfB und Kickers geschaut. Racheglüste spielen da überhaupt keine Rolle.

Wie sieht denn Ihre Planung nach der aktiven Laufbahn aus?

Ich will auf jeden Fall im Fußball bleiben und mache deshalb auch meine Trainerscheine.

Und landen dann auf der Kickers-Bank?

Man soll nie nie sagen – im Fußball geht es manchmal ja ganz schnell.

Stuttgarter Zeitung

Es fehlen elementare Dinge
Zur aktuellen Situation des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers.

Der frustrierte Zuschauer fragt sich, nach welchen Kriterien bei den Kickers Spieler eingekauft werden. Wenn elementare Dinge fehlen (Laufwege, Ballannahme, Passspiel), dann ist das doch schon bei der Beobachtung der Spieler erkennbar. Bezeichnenderweise waren zuletzt die Spieler aus der eigenen zweiten Mannschaft mit Abstand die besten (neben Bashiru Gambo). Das wäre der richtige Weg.

J. Bauer, Asperg, per E-Mail

Die Roten als Trostpflaster
Da sich das hochwertige Produkt dritte Liga mit den Stuttgarter Kickers als Mogelpackung erweist, habe ich für alle Interessenten Trost parat. Besuchen Sie einfach die Spiele des VfB Stuttgart II. Dort bekommen Sie technisch und taktisch hochwertigen Fußball von motivierten jungen Fußballspielern geboten. Und das zu einem vernünftigen, auch für Rentner bezahlbaren Preis. Wie blauäugig muss die Kickers-Führung bei der Zusammenstellung der Mannschaft gewesen sein? Mein Bedauern gilt Stefan Minkwitz, da er bestimmt bald geopfert wird.

Jürgen Mühleisen, Remshalden, per E-Mail

Stuttgarter Nachrichten

Presse zum Nicht-Ultimatum für Trainer Stefan Minkwitz

Kickers-Trainer wird gestärkt

Kein Ultimatum an Minkwitz
STUTTGART (cu). Die Vereinsführung der Stuttgarter Kickers hat dem Trainer Stefan Minkwitz trotz des Fehlstarts in der dritten Fußballliga mit null Punkten und null Toren nach vier Spielen das Vertrauen ausgesprochen. „Wir trauen der sportlichen Leitung zu, dass sie das Ruder herumreißt“, fasst der Präsident Dirk Eichelbaum die Übereinkunft nach einer Sitzung am Montagabend zusammen. Dieser Beschluss sei auch nicht an eine Frist gebunden. „Die Leistung steht vor dem reinen Ergebnis“, sagt Eichelbaum. Am Samstag ist das Schlusslicht beim Tabellen-13. in Regensburg gefordert.

Personell müssen die Kickers dann auf Jens Härter und Angelo Vaccaro verzichten. Der Verteidiger Härter hat sich zuletzt bei der 0:1-Niederlage gegen den SV Sandhausen einen Trümmerbruch an der Nase zugezogen und wurde mittlerweile operiert. Der Stürmer Vaccaro ist nach einer Tätlichkeit für drei Partien gesperrt worden. Unabhängig davon sieht der Manager Joachim Cast aber weiterhin genügend Qualität im Kader, um die sportlich schwierige Situation zu meistern. „Die Spieler müssen aber ihr Leistungsvermögen auch abrufen, denn mit halber Kraft wird es nicht reichen“, sagt Cast. Ihm war die Aufgabe zugefallen, der Vereinsführung das Krisenmanagement der sportlichen Leitung zu erläutern. Dieses basiert auch darauf, dass mit einem baldigen Erfolgserlebnis die Wende zum Guten erfolgt.

Außer Cast legte auf der Präsidiumssitzung am Montagabend auch Zoltan Sebescen seine Gedanken dar. Der Jugendkoordinator arbeitet an einem Nachwuchskonzept für die Kickers. „Wir wissen nun, woran es fehlt und haben gute Lösungsansätze“, sagt Eichelbaum, „jetzt geht es aber auch darum, wie viel uns die Minimal- und wie viel die Maximallösung kosten würde.“ Denn spätestens bis zur Saison 2010/2011 müssen die Drittligisten in Sachen Talentförderung ambitionierte Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes erfüllen. Und schließlich wollen die Kickers dann auch noch drittklassig sein.

Stuttgarter Zeitung

Vertrauen in Minkwitz
Kickers-Trainer bekommt Rückendeckung – vorerst

Stuttgart (jüf) – Das Schicksal von Stefan Minkwitz als Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers könnte sich wieder in Regensburg entscheiden. Im Dezember 2007 rettete er sich dort mit einem hochverdienten 1:1 in die Winterpause und entging damit seinem Rauswurf. Vor der Neuauflage am kommenden Samstag (14 Uhr/Jahnstadion) sagt Präsident Dirk Eichelbaum: „Diese Chance bekommt er erneut.“

Das klingt nach einem klaren Ultimatum. Doch so will es der Kickers-Chef nicht verstanden wissen. „Unsere Entscheidung ist nicht ergebnisabhängig“, erklärt Eichelbaum. Darauf habe sich das Präsidium auf seiner Sitzung verständigt. „Wir haben uns einstimmig dafür ausgesprochen, mit Minkwitz weiterzumachen. Er hat unser Vertrauen.“ Nur einen Freibrief bis zur Winterpause bekomme er nicht. Dafür ist Eichelbaum die zweite Halbzeit des Auswärtsspiels in Unterhaching noch zu sehr in Erinnerung. „Das war das Schlimmste, was ich je von einer Kickers-Mannschaft gesehen habe. So einen Auftritt darf es nie mehr geben.“

Klar ist inzwischen, dass der holländische Trainingsgast Orlando Smeekes die Kickers nicht verstärken wird. „Nicht bezahlbar“, lautet die Begründung aus Degerloch. Auch ein möglicher Transfer von Matthias Morys vom VfB Stuttgart auf die andere Seite des Neckars ist für die Blauen eine Nummer zu groß. Dagegen schließt Eichelbaum die Verpflichtung eines Schnäppchens inzwischen nicht mehr aus. „Vielleicht tut sich doch noch etwas“, sagte der Kickers-Häuptling. Allerdings müssen sich die Blauen sputen. Am 31. August endet die Wechselfrist. Danach könnten die Blauen nur noch arbeitslose Spieler verpflichten.

Kein Thema ist die Zusammenarbeit mit einem Mentaltrainer. „Wir machen jetzt keinen Hokuspokus“, sagt Eichelbaum, „wir setzen auf Kontinuität.“ Damit das in Sachen Trainer so bleibt, ist in Regensburg zumindest eine ordentliche Leistung nötig.

Stuttgarter Nachrichten

Presse am Dienstag zur Krise der Leistungsträger und der Kritik am Trainer

Kickers in der Krise – und Hilfe ist nicht in Sicht
Der Fußball-Drittligist hofft nach vier Niederlagen auf die Wende, setzt aber weitgehend auf das Prinzip Hoffnung

STUTTGART. Bei den Stuttgarter Kickers ist Krisenbewältigung gefragt. Der Fußball-Drittligist hat keine Punkte, kein Geld für Neuzugänge, dafür aber eine Trainerdiskussion. Keine günstigen Voraussetzungen also.

Von Joachim Klumpp

Nach der 0:1-Niederlage am Sonntag gegen Sandhausen schaute der ehemalige Kickers-Spieler Mustafa Parmak noch auf einen Sprung bei den alten Kollegen vorbei – und war von deren Vorstellung nicht sehr angetan: „Was war denn das?“ Nicht viel, die vierte Niederlage im vierten Spiel. Und die nicht einmal unverdient. Was hilft da noch?

Verstärkungen: Handlungsbedarf bestünde (mit Ausnahme des Torhüters Manuel Salz) in allen Mannschaftsteilen, wobei der Präsident Dirk Eichelbaum neue Spieler für unrealistisch hält. „Zum einen baut man damit nicht das Vertrauen in die vorhandenen Leute auf, zum anderen wollen wir eine seriöse Vereinspolitik fahren“, – wobei das Geld für Nachkäufe fehlt. Erst recht, nachdem die Hoffnung auf eine Entlastung der Gehaltsliste geplatzt ist. Markus Ortlieb jedenfalls hat nach seinem Probetraining vom Wuppertaler SV eine Absage bekommen, Gleiches gilt für den Stürmer Saban Genisyürek, an dem auch Ulm Interesse hatte.

Trainerwechsel: Das zweite vermeintliche Allheilmittel. Auch das schließt der Präsident Dirk Eichelbaum aus. Noch zumindest. „Solange die Mannschaft lebt, halten wir an der sportlichen Leitung fest“, sagte der Kickers-Chef gestern vor der Präsidiumssitzung, die allerdings turnusgemäß schon vor längerer Zeit anberaumt worden ist. In erster Linie sollte dort über das Nachwuchskonzept gesprochen werden, doch jetzt gibt es ganz akut noch ein anderes Thema: die erste Mannschaft. Eichelbaum setzt auf das Prinzip Hoffnung: „Stefan Minkwitz hat in der Rückrunde bewiesen, dass er schwierige Situationen meistern kann.“ Dabei sei auch die Mannschaft gefordert. „Wir müssen hinterfragen, warum die Leistungsträger nicht ihre Form der Rückrunde haben“, so Eichelbaum.

Personalwechsel: Das größte Sorgenkind ist ausgerechnet Alexander Rosen, der vor der Saison mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet worden ist. Nachdem der neue Kapitän bisher nicht überzeugen konnte, sagt Minkwitz: „Vielleicht braucht er auch einmal eine schöpferische Pause.“ Zumal einige andere Kandidaten bisher kaum eine Chance bekommen haben, namentlich Josip Landeka und Ralf Kettemann. „Dass die beiden mit ihrer Situation nicht glücklich sind, ist verständlich“, sagt Minkwitz zu den beiden Neuzugängen, die in Mainz beziehungsweise Fürth auf dem Sprung in die erste Mannschaft gestanden haben. Doch Landeka habe eine zu schlechte Trainingswoche hingelegt, um in der Startformation zu stehen, und in der Halbzeit gegen Sandhausen waren dem Trainer die Hände gebunden, weil er zwei Verteidiger (Jens Härter wegen Verletzung und Benedikt Deigendesch wegen Formschwäche) auswechseln musste. Allerdings wird Minkwitz kaum darum herumkommen, diesen Spielern bald eine Chance zu geben, um nicht unglaubwürdig zu werden.

Als Alternative im Sturm wird Angelo Vaccaro ausfallen – ganz sicher für die nächsten drei Meisterschaftsspiele. Solange wurde der Italiener, der im Spiel gegen Sandhausen wegen einer Tätlichkeit vom Platz flog, gestern nämlich gesperrt.

Taktische Änderungen: Die Abkehr des bisher praktizierten 4-4-2-Systems hin zu einem verstärkten Mittelfeld wäre denkbar. „Natürlich muss man in unserer Situation auch darüber nachdenken, vielleicht mehr auf Konter zu setzen“, gibt Minkwitz zu, ist allerdings skeptisch, ob ein Systemwechsel jetzt das Allheilmittel ist. „Dazu brauche ich auch die entsprechenden Spieler.“

Mentaltrainer: Das schon in der Rückrunde einmal kurz angedachte (und wieder verworfene) Engagement eines Sportpsychologen ist zwar auch keine Garantie für Besserung, aber in Anbetracht des doch stark angeknacksten Selbstvertrauens zumindest eine Überlegung wert, auch wenn sie bei den Verantwortlichen bis jetzt auf wenig Gegenliebe stößt. „Ich glaube nicht, dass das jetzt entscheidend weiterhilft“, sagt zum Beispiel der Manager Joachim Cast.

Die Frage bleibt: was hilft überhaupt? In der momentanen Verfassung jedenfalls macht die Mannschaft nicht den Eindruck, als ob sie drittligatauglich ist, auch wenn der Präsident sagt: „Mit dem vorhandenen Kader steigt man zwar nicht auf, aber für den sicheren Klassenerhalt müsste es auf jeden Fall reichen.“ Davon ist auch Minkwitz überzeugt, der den Kader ja – im Rahmen der Möglichkeiten – zusammengestellt hat. Seine Zukunft steht und fällt mit dem Erfolg. „Der Trainer ist immer das schwächste Glied“, weiß Minkwitz. „Entweder greifen meine Mechanismen“ – oder die des Marktes.

Wobei Eichelbaum in einem Punkt keinen Spaß versteht, das ist der WFV-Pokal. Da lautet seine Vorgabe: „Den Wettbewerb müssen wir diese Saison gewinnen.“ Bei einem Scheitern am 3. September gegen den Oberliga-Tabellenführer Großaspach wäre die Schonfrist für den Trainer wohl vorbei.

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Trainer gibt sich kämpferisch

Stuttgart – Die Lage bei Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist prekär. Bei einer weiteren Niederlage droht Stefan Minkwitz der Rauswurf, doch der Trainer bleibt optimistisch: „Ich bin von der Qualität des Teams überzeugt, es muss diese nur endlich abrufen.“

Herr Minkwitz, haben Sie schon mit dem Trainerkollegen Starzmann telefoniert?
Nein. Dass ich ihn um Rat fragen werde, habe ich unmittelbar gesagt, weil ich einen Riesenhals hatte. Speziell auf die Zeitung, die ihn bei uns ins Gespräch brachte und mit solchen Spekulationen natürlich nicht zur Ruhe beigetragen hat.

Bei null Toren und Punkten erwarten Sie Ruhe?
Ruhe nicht, aber ein bisschen Respekt. Mir ist schon klar, dass im Misserfolgsfall nicht nur bei den Kickers, der Trainer in Frage gestellt wird. Er ist nun mal das schwächste Glied.

Das nach einer Niederlage in Regensburg beurlaubt wird?
Das ist Sache des Präsidiums. Ich bereite die Mannschaft so vor, dass wir dort am kommenden Samstag punkten werden.

Wer die Auftritte gesehen hat, dem fällt es richtig schwer, an die Wende zu glauben. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?
Wir waren doch schon mal totgesagt. Und am Ende der letzten Saison gelang die Rettung. Auch diesmal bin ich von der Qualität der Mannschaft überzeugt. Sie muss diese nur endlich auch abrufen.

Von der Torwartposition mal abgesehen, klemmt es überall. Wo wollen Sie ansetzen?
Die Elf ist verunsichert, das Selbstvertrauen fehlt – und es kommt nur über ein Erfolgserlebnis zurück. Ich lebe das Selbstvertrauen jedenfalls in jedem Training vor und arbeite hart weiter.

Kein Rädchen greift ins andere. Es drängt sich der Verdacht auf, die Mannschaft bekommt keinen Plan mit auf den Weg.
Wir haben einen Plan und bereiten uns ordentlich vor. Aber nehmen wir das Spiel gegen Sandhausen. Die Zuteilung bei der Standardsituation, die zum Gegentreffer führte, war genau besprochen. Wird diese nicht eingehalten, ist man ziemlich machtlos.

Hören die Spieler nicht mehr auf Sie?
So eine Situation kommt immer mal vor. Der Respekt der Mannschaft gegenüber dem Trainerteam ist absolut vorhanden.

Die Mannschaftsteile harmonieren nicht, die Neuzugänge haben nicht eingeschlagen – auch das fällt auf Sie zurück.
Natürlich kann ich mich nicht frei von Schuld sprechen. Aber nach vier Spielen zu sagen, wir hätten nur Fehleinkäufe verpflichtet, halte ich für verfrüht.

Jahr für Jahr verlieren die Blauen Führungsspieler, die nicht adäquat ersetzt werden. Fehlt es nicht doch an der Substanz?
Es bringt nichts, den Abgängen nachzutrauern. Auch unsere finanzielle Lage ist wie sie ist. Aber noch einmal: Es ist zu früh, zu sagen, wir hätten falsch eingekauft.

Es ging ins Trainingslager, Sie haben Angelo Vaccaro eine Denkpause verordnet. Welche Reize wollen Sie noch setzen, um endlich zum Erfolg zu kommen?
Es bringt nichts, wenn man zu viele Dinge außer der Reihe macht. Wir haben noch Alternativen im Kader wie Landeka oder Kettemann, die auf ihre Chance lauern. Und wir müssen die Abwehr stabilisieren – auch wenn Jens Härter nach einer Operation an seiner verletzten Nase erst einmal ausfällt.

Gibt es vereinsinterne Konsequenzen für Vaccaro nach seiner Tätlichkeit?
Das werden wir im Trainerteam gemeinsam mit dem Manager entscheiden.

Reden Sie auch darüber, ob Sie bei einem Rauswurf dem Verein in anderer Funktion erhalten bleiben würden?
Daran denke ich nicht. Noch habe ich die Chance, die Kurve zu bekommen. Im Fußball geht es oft schnell: Ein Sieg in Regensburg, danach drei Punkte im Heimspiel gegen Aue – und plötzlich wäre wieder Friede, Freude, Eierkuchen.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Einstimmig!

Kickers setzen voll auf Minkwitz

Von HELMUT HEIMANN

Kein Rauswurf, kein Ultimatum – die Stuttgarter Kickers sprechen ihrem (bisher) Erfolglos-Trainer Stefan Minkwitz (40) das Vertrauen aus!

Gestern Krisensitzung im Vereinsheim auf der Waldau. Das Präsidium tagte 90 Minuten: Null Tore, null Punkte, Letzter in der neuen 3. Liga – brauchen die Blauen einen neuen Coach?

Dann (vorerst) die Entwarnung.

Präsidiumsmitglied Dieter Wahl (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit): „Wir haben einstimmig entschieden, Stefan Minkwitz weiterhin das Vertrauen zu schenken. Es gibt kein Ultimatum und wir sind zuversichtlich, dass wir es packen werden. Wir vertrauen der Mannschaft und deshalb wird es auch keine neuen Spieler geben.“

Mal schauen, wie’s nach dem nächsten Spiel Samstag in Regensburg aussieht…

Übrigens: Einer wird in Bayern nicht dabei sein. Stürmer Angelo Vaccaro (26) bekam nach seiner Roten Karte wegen Nachtretens im Spiel gegen Sandhausen drei Spiele Sperre vom DFB aufgebrummt!

BILD

Presse zu Stuttgarter Kickers – SV Sandhausen (0:1)

Die Null steht – aber an den falschen Stellen
Nach der 0:1-Niederlage gegen den SV Sandhausen warten die Stuttgarter Kickers weiter auf das erste Tor und den ersten Punkt

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers werden in der dritten Liga zum Punktelieferanten. Heute tagt der Vorstand, aber der Präsident Dirk Eichelbaum sieht keinen Handlungsbedarf. „Stefan Minkwitz bleibt unser Trainer“, sagte er nach dem 0:1 gegen Sandhausen.

Von Joachim Klumpp

Sekt oder Selters, das ist ja gerne die Frage vor richtungweisenden Spielen im Fußball. In der Vorbereitung auf die Drittligapartie gegen Sandhausen hatten sich die Stuttgarter Kickers eindeutig auf das Mineralwasser festgelegt, was allein schon durch das Kurztrainingslager in Bad Teinach (die örtlichen Mineralquellen sind auch Sponsor) dokumentiert wurde. Dass sich diese Ausrichtung dann gestern während der 90 Minuten ebenfalls durchsetzte, war natürlich nicht vorgesehen in den Planungen der Kickers, die nach der 0:1-Niederlage gegen den SV Sandhausen weiter den letzten Platz der Tabelle belegen.

Der Trainer Stefan Minkwitz macht auch gar keine großen Hoffnungen, dass sich daran allzu schnell etwas ändert: „Wir stecken mitten im Abstiegskampf.“ Und das nach vier Spielen. Dabei hätte Sandhausen eigentlich die Wende zum Guten werden sollen, die Mannschaft wurde nach dem leblosen Auftritt zuletzt in Unterhaching vor allem im Zweikampfverhalten getrimmt. Zumindest in diesem Punkt konnte der Trainer sagen: „An der Einstellung gab es nichts auszusetzen, aber fußballerisch war mir das zu wenig.“

In der Tat. Was vor allem daran lag, dass Alexander Rosen in der Rolle des offensiven Mittelfeldspielers fehl am Platze ist, während die Qualitäten von Bashiru Gambo auf der Sechserposition eher verschenkt sind. „Ich will jetzt nicht alles an Alexander Rosen festmachen“, sagte Minkwitz dazu, „aber wenn er in einer Verfassung ist, in der er sich und der Mannschaft nicht weiterhilft, kann auch er mal draußen bleiben.“

So, wie es gestern mit Angelo Vaccaro geschah, der sich – nicht überraschend – auf der Bank wiederfand. Und als er dann doch noch eingewechselt wurde, dauerte sein Auftritt gerade mal 15 Minuten. Wegen Nachtretens flog er vom Platz – womit sich die Frage nach einer Denkpause vorerst von selbst erledigt hat. Immerhin hatte der Italiener in der kurzen Zeit die beiden besten Möglichkeiten zum Ausgleich, nachdem die Kickers bereits in der neunten Minute in Rückstand geraten waren. Nach einem Freistoß kam der aufgerückte Mario Göttlicher völlig unbehindert zum Kopfball und zur Führung.

Die Kickers waren also mal wieder in Rückstand geraten und dementsprechend geschockt. Der Gast aus Nordbaden jedenfalls versäumte es, bis zur Pause alles klarzumachen. Nicht zuletzt, weil der Torwart Manuel Salz erneut der Beste bei den Kickers war. „Er lässt David Yelldell langsam vergessen“, sagte Minkwitz. Unter den Augen Yelldells, der wie auch Mustafa Parmak und der Excoach Robin Dutt zu den 3230 Zuschauern gehörte, erwies sich Salz auch noch als Elfmetertöter, nachdem er in der 53. Minute einen schwach geschossenen Strafstoß von Grgic mühelos parierte. Sandhausens Trainer Gerd Dais sagte nur: „So wurden meine Nerven bis zum Schluss strapaziert.“ Zumal Sascha Traut mit einem Distanzschuss (84.) noch die Latte traf. „Und das in Unterzahl. Das zeigt, dass die Mannschaft intakt ist“, sagte Minkwitz.

So sah es offensichtlich auch der Präsident Dirk Eichelbaum, der dem Trainer den Rücken stärkt. Wie lange noch? Darauf gab es eher vage Aussagen. „In Regensburg sitzt er auf jeden Fall noch auf der Bank – natürlich kann es vielleicht irgendwann auch den Zeitpunkt geben, wo die üblichen Mechanismen des Fußballs greifen“, sagte Eichelbaum: „Aber noch nicht jetzt.“ Nach erst vier Spielen – und der Hoffnung auf Besserung. Oder vielleicht einen neuen Spieler, falls Geld frei wird. Einstweilen bleibt nur die bittere Erkenntnis: Die Null steht – allerdings an den falschen Stellen. Keine Tore, keine Punkte.

Stuttgart: Salz – Deigendesch (46. Reiß), Mann, Härter (44. Rapp), Janic, – Traut, Gambo, Rosen, Schmiedel – Schürg (65. Vaccaro), Prediger.

Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Throm – Pinto (90. Waldecker), Stark, Kolb, Mintzel – Grgic (58. Öztürk), Haas (86. Schmid).

Schiedsrichter: Leicher (Weihmichl).

Tor: 0:1 Göttlicher (9.).

Rote Karte: Vaccaro (81.).

Bes. Vorkommnis: Salz hält Foulelfmeter von Grgic (53.).

Stuttgarter Zeitung

Luft für Minkwitz wird dünner
Nach 0:1 gegen Sandhausen schwindet der Glaube an die Kickers weiter

Stuttgart – Sie haben sich bemüht. Aber im Kampf um das Überleben in der dritten Liga reicht das nicht. Nach dem 0:1 gegen den SV Sandhausen schwindet der Glaube an die Stuttgarter Kickers weiter. Und die Luft für Trainer Stefan Minkwitz wird dünner.

VON JÜRGEN FREY

Man muss die Blauen mögen, um ihre Leiden zu teilen. Am Sonntag wurde die Belastbarkeit der 3230 Zuschauer wieder auf eine harte Probe gestellt. Der starke Torwart Manuel Salz verhinderte eine höhere Niederlage, Bashiru Gambo versuchte Struktur ins Spiel zu bringen, Dirk Prediger rackerte für zwei – der Rest? Zum Vergessen. Die Zuordnung in der Abwehr stimmte nicht, die Verteidiger wirkten so beweglich wie der Stuttgarter Fernsehturm. Von den Außenbahnen kam viel zu wenig Druck. Ohne Plan rannten die Blauen an. Besonders auffallend: Die Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen funktionierte nicht.

Dass es zutiefst die Aufgabe des Trainers ist, dies in den Griff zu kriegen, gilt für jeden Club der Welt. Auch die Verantwortung für die bisher nicht überzeugenden Neuzugänge liegt bei der sportlichen Leitung. Doch noch scheuen die Funktionäre auf Degerlochs Höhen die Maßnahme, durch einen Trainerwechsel eventuell neue Kräfte zu mobilisieren. „Vier Spiele sind zu wenig, um Stefan Minkwitz nach der erfolgreichen vergangenen Rückrunde infrage zu stellen“, sagt Kickers-Chef Dirk Eichelbaum. Daran werde sich auch nach der Präsidiumssitzung am heutigen Montag nichts ändern. „Minkwitz wird in Regensburg definitiv auf der Bank sitzen.“ Wenn“s aber auch dort schiefgeht, dürfte der Bonus aufgebraucht sein.

Die ewigen Besserwisser auf der Waldau wetzen schon jetzt die Messer. Doch es ist die große Frage, ob ein anderer Coach aus dem aktuellen Kader mehr herauskitzeln würde. Es verdichten sich vielmehr die Anzeichen, dass die Qualität nicht ausreicht, um den Absturz zu verhindern. Der Ruf nach Verstärkungen wird lauter, zumal auch Angelo Vaccaro nach seiner Tätlichkeit gestern wohl mehrere Wochen ausfallen wird. Die Zeit jedenfalls drängt. Am 31. August endet die Wechselfrist. Danach können nur noch arbeitslose Spieler verpflichtet werden. Das Problem: Die notorisch klammen Blauen haben kein Geld. Daran könnte auch die Verpflichtung des holländischen Trainingsgasts Orlando Smeekes scheitern. Und was sagt der Trainer? Minkwitz gab sich kämpferisch, flüchtete sich aber auch in Sarkasmus. „Wenn ich einen Rat brauche, rufe ich Herrn Starzmann an“, sagte er an die Adresse eines Journalisten. Der hatte über den Reutlinger Ex-Trainer als möglichen Nachfolger spekuliert.

Stuttgarter Nachrichten

Die Stuttgarter Kickers bleiben nach der 0:1-Niederlage gegen den SV Sandhausen punkt- und torlos

Stuttgart – Alarmzustand auf der Waldau. Auch nach dem vierten Spieltag der dritten Fußball-Liga sind die Stuttgarter Kickers punkt- und torlos. Die blamable 0:1 (0:1)-Heimniederlage gestern gegen den SV Sandhausen hat die Situation beim Tabellenschlusslicht weiter zugespitzt. „Wir stecken mitten im Abstiegskampf“, konstatiert Trainer Stefan Minkwitz.

Von Beate Wockenfuß

Nach dem Schlusspfiff raste Minkwitz in die Kabine. Mit versteinerter Miene und verschränkten Armen saß er danach in der Pressekonferenz, fixierte einen Punkt auf dem Fußboden und begann ohne aufzuschauen seine Einschätzung mit dem gleichen Satz wie nach den drei 0:2-Pleiten vorher: „Glückwunsch an den Gegner.“ Erneut war die Niederlage verdient, erneut lief bei den Kickers nichts zusammen: Abstimmungsprobleme, Stellungsfehler, schwache Standards und viele Fehlpässe, die Sandhausen munter kontern ließen. „Das war vom Fußballerischen wieder mal zu wenig“, zieht Minkwitz Bilanz und ergänzt: „Kopf hoch. Irgendwann, irgendwie, mit allen Mitteln müssen wir unseren ersten Dreier einfahren.“Für Sandhausen war es dagegen schon der zweite Dreier. Den Siegtreffer erzielte Innenverteidiger Mario Göttlicher per Kopf (8. Minute) nach einem Freistoß von Roberto Pinto. Wenigstens einmal hatten auch die Kickers-Fans Grund zum Jubeln. Als Torhüter Manuel Salz – erneut bester „Blauer“ – einen Foulelfmeter von Velimir Grgic (54.) hielt, kam Hoffnung unter den 3230 Zuschauern auf, die bis dahin gerade mal zwei Chancen der Gastgeber gesehen hatten. Wesentlich öfter waren die Sandhausener im Kickers-Strafraum unterwegs. Die Stuttgarter liefen dagegen weiter ihrer Form hinterher. Da passte es ins Bild, dass Angelo Vaccaro, der erst in der 66. Minute eingewechselt wurde, eine Viertelstunde später nach einer Tätlichkeit vom Platz flog. „Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis, um aus dem Loch herauszukommen“, so Manager Joachim Cast.Während ringsum Alarmstimmung herrscht, scheint Präsident Dirk Eichelbaum die Ruhe selbst zu sein. Mit den Händen in den Hosentaschen stellt er sich nach der Partie gelassen den Fragen der Journalisten. Was muss passieren? „Die Mannschaft muss stärker spielen.“ Aber das war schon die vierte Niederlage ohne eigenen Torerfolg. „Das ist nicht gut, aber auch nicht dramatisch. Die Mannschaft hat sich gesteigert.“ Sind Neuzugänge notwendig? „Nein.“ Steht der Trainer zur Diskussion? „Nein. Er hat in der Rückrunde gute Arbeit geleistet. Und vier Spiele reichen nicht, um alles in Frage zu stellen.“

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch (46. Reiß), Mann, Härter (44. Rapp), Janic – Traut, Rosen, Gambo, Schmiedel – Schürg (66. Vaccaro), Prediger.

SV Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Throm – Pinto (90.+ 2 Waldecker), Stark, Kolb, Mintzel – Grgic (58. Öztürk), Haas (86. Schmid).

Schiedsrichter: Leicher (Weihmichl).

Zuschauer: 3230.

Tor: 0:1 Göttlicher (8.).

Besonderes Vorkommnis: Salz hält Foulelfmeter von Grgic (54.).

Gelbe Karten: Janic, Schürg, Mann / Stark, Pinto, Mintzel, Schmid.

Rote Karte: Vaccaro (81./Tätlichkeit).

Beste Spieler: Salz, Gambo / Bindnagel, Beisel.

Eßlinger Zeitung

Bei den Kickers steht die Null
Göttlichers Kopfball entscheidet

Für die Kickers bleibt alles wie gehabt: Keine Tore, keine Punkte. Die logische Konsequenz ist der letzte Tabellenplatz für die Schwaben. Sandhausen bestätigt dagegen den klaren 4:0-Erfolg über Paderborn aus der Vorwoche.

Bei den Stuttgarter Kickers reagierte Trainer Minkwitz auf das 0:2 in Unterhaching mit zwei Änderungen. Für Reiß und Kacani begannen Schmiedel und Schürg. Nach dem 4:0 gegen Paderborn stellte Trainer Dais auf einer Position um. Stark rückte für Leandro in die erste Elf.

Schon früh lagen die Kickers zurück. Mario Göttlicher besorgte die Führung für Sandhausen in der 9. Minute. Nach einer Freistoßflanke stand der Innenverteidiger völlig frei, Salz im Tor der Stuttgarter war zwar noch am Ball, konnte aber den Rückstand nicht verhindern. Auch in der Folge hatten die Gäste die besseren Gelegenheiten, ohne jedoch daraus Kapital schlagen zu können. Sogar einen Foulelfmeter vergab Grgic für die Gäste.

Für den negativen Höhepunkt sorgte der eingewechselte Angelo Vaccaro, der wegen Nachtretens in der Schlussphase die Rote Karte sah (80.). Für die Kickers bleibt alles wie gehabt: Keine Tore, keine Punkte. So geraten die Schwaben bereits früh in der Saison gehörig unter Druck.

Die Stuttgarter Kickers reisen am Samstag nach Regensburg, während man sich in Sandhausen am Sonntag auf die Partie gegen Fortuna Düsseldorf freut.

Kicker