StN: Club startet Werbeoffensive

Die Blauen kämpfen um Gunst der Fans

Stuttgart (kli) – An die Saison 2006/2007 erinnert sich Dieter Wahl immer gerne zurück. Das Zweitrundenspiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha Berlin wurde zwar kurz vor Ende (0:2) wegen eines Becherwurfs auf den Schiedsrichter-Assistenten abgebrochen, dennoch bescherte die damalige DFB-Pokal-Teilnahme dem fürs Marketing zuständigen Präsidiumsmitglied der Blauen viel Freude. In der ersten Runde schalteten die Kickers den Hamburger SV (4:3 n. V.) aus. Und mit ihren Ankündigungsplakaten „Fischbesteck“ und „Her tha mit“ erreichten die Kickers bundesweit Aufmerksamkeit. „Mit diesen Plakaten haben wir es sogar ins ,Sportstudio“ geschafft“, freut sich Wahl. Das haben sich die Kickers diesmal zwar nicht als Ziel gesetzt. Durch die erneute Zusammenarbeit mit einer Stuttgarter Werbeagentur wollen sie aber mehr Zuschauer ins Stadion locken. An 250 Flächen in Stuttgart und der Region hängt der Drittligist künftig vor den Heimspielen Plakate mit dem Motto „Blaublut braucht dein Herzblut“ oder „Blaublut dankt für dein Herzblut“ auf. Die Hoffnung: Die Fans strömen auf die Waldau – die Spieler holen im Hexenkessel Gazistadion die nötigen Punkte. Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum stellt daher klar: „In den restlichen Spielen gibt es für jeden, dem die Kickers am Herzen liegen, eine Anwesenheitspflicht.“

Joe Bauer, StN-Kolumnist und Kickers-Fan, startete beim letzten Heimspiel eine eigene Werbeoffensive – und verteilte 3000 blaue Aufkleber mit der Aufschrift „In der Dritten siehst du besser!“

Stuttgarte rNachrichten

StZ: Präsidiumsmitglied Dieter Wahl über die neue Zuversicht der Kickers

„Unser Wunsch wäre ein jährliches Derby“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Stuttgarter CDU, Dieter Wahl, ist auch Präsidiumsmitglied beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers und innerhalb des Vereins für das Marketing zuständig. In diesem Zusammenhang versucht der 60-Jährige den wirtschaftlichen Erfolg in Einklang mit dem sportlichen zu bringen, was nicht immer leicht ist. Joachim Klumpp hat sich mit Dieter Wahl über die dringlichsten Aufgaben unterhalten.

Herr Wahl, Sie haben sich in der vergangenen Woche mit der Aussage „Es ist Schluss mit dem Schönreden“ sportlich weit aus dem Fenster gelehnt. Würden Sie diese Aussage noch einmal so machen?

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es richtig war, dies kontrovers zu diskutieren. Natürlich bin ich froh, dass es mit dem 2:0-Sieg in Aue so funktioniert hat, sonst hätte ich mich wahrscheinlich warm anziehen müssen. Wobei wir das Ziel noch nicht erreicht haben, denn das sind vier Punkte aus zwei Spielen. Aber ich bin mit dem Trainer Edgar Schmitt einer Meinung: in der letzten Woche, verbunden mit dem Sieg am Samstag, ist ein Ruck durch den gesamten Verein gegangen.

Wird sich der Ruck denn auch auf die wirtschaftliche Seite des Clubs übertragen?

Wir müssen diesen Schwung nun auf die wirtschaftliche Seite übertragen. Und damit gleich am Mittwoch beginnen. Gegen Unterhaching haben wir erstmals einen sogenannten Sponsor of the Day – den Lesezirkel Springbrunnen – so dass morgen alle Frauen freien Eintritt haben. Die Aktion mit den Tagessponsoren wollen wir bei möglichst vielen Heimspielen mit weiteren Partnern fortsetzen.

Was springt da finanziell für die Stuttgarter Kickers heraus?

Das sind etwa drei Euro pro Zuschauer, bei 3000 Besuchern wären es also 9000 Euro Zusatzeinnahme pro Spiel. Deshalb hoffe ich, dass dieser Funke nun auch auf die Zuschauer überspringt.

Zum Spiel nach Aue ist der geplante Fanbus mangels Nachfrage gar nicht erst gefahren, das spricht nicht gerade für die Rückendeckung durch die Anhänger.

Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich gesagt, wir chartern den Bus auf Vereinskosten, um damit Solidarität zu bekunden.

Die Aktion Sponsor of the Day alleine reicht aber noch nicht aus, um die prognostizierten 300 000 Euro Defizit bis zum Saisonende zu decken.

Als weitere Maßnahme setzen wir natürlich auf das Benefizspiel am 25. März gegen den VfB Stuttgart, das den Auftakt zu unserem ADM-Gedenkjahr darstellt.

Und in dem Sie auf 7000 Besucher hoffen. Ist das nicht zu optimistisch geplant?

Da muss ich mich dann korrigieren. Wir sind immer von 6000 Zuschauern ausgegangen. Aber auch das ist natürlich ein ambitioniertes Ziel.

Das Spiel gegen den VfB stand ja schon lange im Raum, warum hat es erst jetzt mit der Realisierung geklappt?

Ich denke, entweder hat man zu vage darüber gesprochen oder es haben die Termine einfach nicht gepasst und, und, und. Aber als ich beim VfB-Präsidenten Erwin Staudt vergangenen Oktober angefragt habe, war der von Anfang an sehr interessiert. Ich denke, man kann mit ihm über vieles reden.

Auch über die dauerhafte Einrichtung eines solchen Derbys?

Es wäre natürlich unser Wunsch, dass jedes Jahr so ein Derby stattfindet, quasi als Saisonauftakt im Gazi-Stadion.

Wie steht es eigentlich um die Zusammenarbeit mit der Leonberger Agentur Event Marketing, um die es ruhig geworden ist?

Da hat sich auch null getan, leider, muss man sagen. Wir sind aber nach wie vor in Gesprächen und wollen da auch nicht auf Konfrontationskurs gehen. Nach dem jetzigen Stand der Dinge würde sich der Vertrag zum Saisonende zwar nicht verlängern, aber wir hoffen natürlich darauf, dass die Agentur uns noch ein oder zwei Werbepartner zuführt – wir sind dankbar für jeden. Wobei man sagen muss, dass der wirtschaftliche Erfolg ganz eng mit dem sportlichen zusammenhängt.

Würden Sie sagen, dass nach der Drittligaqualifikation die Euphorie zu groß war?

Ja, die Euphorie war zu groß. Denn mit dem Abpfiff in Elversberg hat bereits die Drittligasaison begonnen.

Hängen gewisse Defizite im Verein auch damit zusammen, dass die Kickers von der Infrastruktur her, zum Beispiel auf der Geschäftsstelle, einfach unterbesetzt sind?

Das spielt sicher eine Rolle, wenn ich nur sehe, was andere Clubs in der Liga in dieser Hinsicht für Möglichkeiten besitzen. Aber es wäre sicher falsch, wenn man jetzt sagen würde, wir bauen die Geschäftsstelle aus. Das ist nicht machbar, solange wir niemanden haben, der das mitfinanzieren würde.

Zumindest haben die Kickers den Werbeetat in dieser Saison gesteigert. Der Aufsichtsratschef Rainer Lorz hat auf der Hauptversammlung gesagt, man bräuchte in diesem Bereich normalerweise eine Verdoppelung der Einnahmen, um konkurrenzfähig zu sein. Ist das realistisch?

Nein, zumindest nicht, solange wir deutlich im Schatten eines VfB stehen. Da sind wir im Vergleich zu den Mitkonkurrenten einfach im Nachteil, weil die in ihrer Region ein Alleinstellungsmerkmal haben – und wir nicht. Dennoch sind wir auf einem guten Weg. Wir haben den Werbeetat um zehn Prozent gesteigert, und ich denke bis zum Saisonende sind wir bei 20 Prozent, aber das brauchen wir auch.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise Ihnen da einen Strich durch die Rechnung macht?

Das bereitet mir keine schlaflosen Nächte, weil wir bei unseren Sponsoren sehr breit aufgestellt sind, was uns nun zugutekommt. Die werden uns die Treue halten, wenn wir in der dritten Liga bleiben.

Und was passiert, wenn das nicht gelingt?

Daran denke ich heute nicht. Der Optimismus ist seit Samstag wieder größer geworden, auch wenn es noch ein Kampf auf Biegen und Brechen wird. Aber den werden wir gewinnen – genau wie im Vorjahr.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: ein Herz für Frauen

Freier Eintritt
STUTTGART (ump). Die Fußballer des Drittligisten Stuttgarter Kickers ein Laktattest auf dem Programm gestanden. Der Trainer Edgar Schmitt überprüfte also nochmals die Fitness seiner Spieler, die bis morgen jeweils zwei Trainingseinheiten absolvieren müssen. Am Samstag kommt dann die SpVgg Unterhaching ins Gazi-Stadion, sofern dort gespielt werden kann, was sich aufgrund der Wettervorhersagen wohl erst gegen Ende der Woche definitiv entscheiden wird.

Die Kickers jedenfalls haben sich zum ersten Heimspiel im neuen Jahr etwas einfallen lassen: am Valentinstag bekommen sämtliche Frauen freien Eintritt. Unterstützt wird die Aktion durch einen sogenannten „Sponsor of the day“, ein Lesezirkelunternehmen, das dem Verein dafür einen bestimmten Obolus überweisen wird, „der abhängig von der Gesamtbesucherzahl ist“, wie das zuständige Präsidiumsmitglied Dieter Wahl erklärt. Dies soll aber nur der Anfang sein, weitere solche Pakete sollen folgen. So steht für das Spiel gegen den VfR Aalen (12./13. Mai) ein anderer Sponsor kurz vor der Unterschrift.

Spielansetzungen Stuttgarter Kickers

7. März: Erzgebirge Aue (A); 14. März: RW Erfurt (H); 21. März: Kickers Emden (A), 29. März: Bayern München II (H); 1. April: VfB Stuttgart II (A).

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Eichelbaum schließt Insolvenzen nicht aus

Der Präsident des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers sagt: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“ – Angst vor der Pleiteliga

STUTTGART. In einer Woche starten die Stuttgarter Kickers nach der Winterpause wieder in die dritte Fußballliga – mit dem Gastspiel am Donnerstag bei Fortuna Düsseldorf. Eine Standortbestimmung des Tabellenletzten.

Von Joachim Klumpp

Die Situation der Liga: Vor kurzem hat die SpVgg Unterhaching einen Brief an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger geschrieben, in dem die Wirtschaftsprobleme der neuen Liga („Sie droht eine Pleiteliga zu werden“, so Hachings Präsident Engelbert Kupka) publik gemacht wurden. „Inhaltlich unterstützen wir das Schreiben“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum, der aber bewusst hinzufügt: „Wir haben von Beginn an betont, dass wir einen Sparkurs fahren müssen.“

Der wurde übrigens in der Winterpause noch mal überprüft, nachdem der DFB erstmals kurzfristig ein Nachlizenzierungsverfahren angewandt hat. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Bedingungen erfüllt“, sagt Eichelbaum. Und die andern Clubs? Abwarten. „Unser Ziel ist, Viertletzter oder besser zu werden“, betont der Chef der Stuttgarter Kickers, „aber selbst wenn das nicht gelingt, sind wir immer noch nicht abgestiegen.“ Sprich: Eichelbaum rechnet mit der einen oder anderen Insolvenz.

Sportliche Situation: Mit nur 14 Punkten starten die Kickers als Tabellenletzter in das neue Jahr, und der Trainer Edgar Schmitt rechnet hoch: „Wir brauchen noch 24 Punkte. Aber wir brauchen uns vor keinem Gegner zu verstecken.“ Auch nicht vor Fortuna Düsseldorf, wo in einer Woche das erste Spiel nach der Winterpause ansteht.

Personelle Situation: Nachdem in Torsten Traub der gewünschte Abwehrchef verpflichtet wurde und auch Mustafa Parmak auf die Waldau zurückgekehrt ist (Schmitt: „Ein wundervoller Fußballer“), ist noch die endgültige Besetzung im Sturm offen. Angelo Vaccaro hat gestern erneut ein Testspiel für den Wuppertaler SV bestritten, danach sollte eine Entscheidung über den möglichen Wechsel fallen. „Ich gehe davon aus, dass er uns verlassen wird“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast, der für diesen Fall bis zum Ende der Transferperiode (nächsten Montag, 24 Uhr) einen Ersatz in Aussicht stellt.

Gestern spielte Danny Galm im Freundschaftsspiel beim Landesligisten Obertshausen, das die Kickers mit 5:1 gewannen, vor. Aber es gibt auch noch andere Kandidaten. Cast betont: „Wir holen nur einen Spieler, der im Abstiegskampf mithelfen will.“ Nachdem Orlando Smeekes zunächst für zwei Spiele gesperrt ist, scheint derzeit überraschend Sokol Kacani erste Wahl im Angriff. „Er hat sich einen Vorsprung erarbeitet“, sagt Schmitt. Dagegen hat sich Josip Landeka mit seinem offensichtlich etwas überheblichen Auftritt gegen Heidenheim vorerst aus der Stammelf gespielt.

Wirtschaftliche Situation: Die Lage der Kickers ist, wie oft in den vergangenen Jahren, angespannt. Schließlich droht bis zum Saisonende ein Loch von gut 300 000 Euro. Dennoch betont der Schatzmeister Friedrich Kummer: „Neben dem Klassenverbleib lautet das Ziel, das Geschäftsjahr positiv abzuschließen.“ Er verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass auf der Einnahmenseite bisher bereits 200 000 Euro mehr erwirtschaftet worden seien als im gesamten Vorjahr; allerdings sind im Gegenzug auch die Ausgaben deutlich gestiegen.

Werbemaßnahmen: 2009 steht bei den Kickers unter dem Titel „ADM-Gedächtnisjahr“ (zum fünften Todestag des früheren Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler), das am 25. März mit dem Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart offiziell eröffnet werden soll. Ob das angekündigte Gastspiel des FC Bayern wie geplant in diesem Jahr stattfindet, soll sich im März entscheiden. „Dann legen die Bayern ihr Vorbereitungsprogramm für die neue Saison fest“, sagt das Präsidiumsmitglied Dieter Wahl, der mit dem Bayern-Manager Uli Hoeneß in Kontakt steht.

Problemfelder: Nach wie vor nicht in trockenen Tüchern ist die Nutzungsvereinbarung wegen der Rechte am Kickers-Logo, die aktuell die Handballer besitzen. „Es gibt leider keinen neuen Stand“, sagt Wahl in dieser endlosen Geschichte. Ähnlich sieht es im Fall Walter Kelsch aus, der sein Darlehen über 50 000 Euro plus Zinsen zum Ende dieses Monats gekündigt hat. Ein Vorgang, den die Kickers so nicht akzeptieren wollen. „Herr Kelsch steht bei uns im Wort“, sagt Eichelbaum, nachdem der ehemalige Vorstandskollege vor etwa einen Jahr Mitinitiator der neu gegründeten Beteiligungs-GmbH war.

Wie das Ganze ausgeht? „Wir sind an einer einvernehmlichen Lösung interessiert“, sagt Eichelbaum, der einen Rechtsstreit vermeiden will. Die 50 000 Euro wiederum müssten an anderer Stelle eingespart werden, „deshalb ist ein Kompromiss nötig“, sagt Kummer, während Dieter Wahl betont: „Alle diese Störfeuer sind kontraproduktiv.“ Zumindest was das oberste Gebot angeht: den Klassenverbleib. Und zwar als Tabellen-17. oder besser – sicher ist sicher.

Stuttgarter Zeitung

StZ: Diskussion um das Vereinslogo

Kickers hoffen auf Einigung
STUTTGART (ump). Die Handballer der SpVgg Möhringen werden sich zum 1. Juli komplett dem Ortsrivalen HV Stuttgarter Kickers anschließen. Das hat die Mehrheit der Mitglieder auf einer außerordentlichen Versammlung beschlossen. Die Fußballer der Kickers wiederum hoffen, dass nun auch der Streit um das Vereinslogo, dessen Rechte die Handballer besitzen, geklärt wird. „Ich habe mit dem HV-Präsidenten Jürgen Hollenbach eine Vereinbarung getroffen, die eigentlich schon längst unterschrieben sein sollte. Ich hoffe und denke, dass dies nach der Einigung mit Möhringen rasch geschehen wird“, sagt das Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl.

Nachdem der Fußball-Drittligist in Torsten Traub die erhoffte Verstärkung für die Defensive verpflichtet hat, gibt es weiterhin Interesse an einer Rückkehr von Mustafa Parmak. Sofern der einen stark leistungsbezogenen Vertrag unterschreiben würde, was bisher der Knackpunkt ist. Zudem gehen die Kickers davon aus, dass der freigestellte Stürmer Angelo Vaccaro einen neuen Verein findet, was bisher noch nicht der Fall ist, so dass sich der Spieler von Montag an bei der zweiten Mannschaft fit halten müsste – oder aber auch beim SSV Reutlingen.

Stuttgarter Zeitung

StZ: Nachgefragt bei Eduardo Garcia

„Beide Clubs sparen Geld“

Am Freitag steigt in der dritten Fußballliga das Derby Kickers gegen VfB Stuttgart II. Der Hauptsponsor der Kickers, Eduardo Garcia, ist seit diesem Jahr auch beim VfB finanziell engagiert. „Aber mein Herz schlägt für die Blauen“, sagt der Unternehmer im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Garcia, Sie sind seit dieser Saison nicht nur Hauptsponsor bei den Kickers, sondern vermarkten auch die gesamten Banden bei den VfB-Heimspielen. Für wen drücken Sie denn nun die Daumen?

Selbstverständlich meinen Blauen! Dafür schlägt mein Herz.

Was war denn der Grund, dass Sie sich zusätzlich noch beim VfB engagiert haben?

Das Sponsoringpaket bei den VfB-Amateuren ist in Verbindung mit der besseren Vermarktung des Gazi-Stadions auf nationaler Ebene zu sehen, speziell im Fernsehen. Des Weiteren habe ich sehr gute persönliche und geschäftliche Kontakte zum VfB. Nicht zuletzt ist ein Grund in der Vereinfachung des wöchentlichen Bandenwechsels zu sehen. Mit unserem Engagement ersparen wir beiden Clubs viel Geld für das ständige Auf- und Abhängen der Werbebanden.

Nachdem Ihre Vertragsverlängerung bis 2010 und der Trainerwechsel bei den Kickers fast zeitgleich waren, entstand der Eindruck, das eine hinge mit dem anderen zusammen. War dem so?

Überhaupt nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich sitze nicht in den Gremien des Clubs, habe dort also keine Position und somit auch keinen Einfluss. Die Trainerfrage ist die alleinige Entscheidung der Vereinsgremien. Vielmehr wollte ich mit der frühzeitigen Vertragsverlängerung meine Treue zu den Kickers auch in schwierigen Zeiten unterstreichen und anderen Sponsoren des Vereins ein Signal geben.

Die Werbeagentur der Kickers hatte öffentlich geäußert, sie habe bereits einen anderen Hauptsponsor an der Angel, was das Verhältnis Verein und Sponsor etwas eingetrübt hat. Wünschten Sie sich manchmal nicht eine etwas bessere Kommunikation?

Diese Agentur hat eigenmächtig und zu voreilig Dinge an die Medien gegeben, die ich nicht gutheißen kann. Außerdem beeinträchtigen ,irgendwelche Aussagen irgendwelcher Agenturen“ nicht mein Verhältnis zum Verein und den Gremien. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Präsidiumsmitglied Herrn Dieter Wahl ist das Thema vom Tisch.

Sie sind ein erfolgreicher Geschäftsmann, der erst am Wochenende beim Bundespräsidenten eingeladen war und dort einen Vortrag gehalten hat. Drohen angesichts der Finanzkrise einem Verein wie den Kickers, der sowieso nicht auf Rosen gebettet ist, künftig bei den Zuschauer- oder Werbeeinnahmen noch größere Einbußen.

Ich glaube nicht, dass die Kickers von der Finanzkrise betroffen sein werden. Ehrlicher Fußball wird auch in Zukunft seine Sponsoren finden und Besucher in die Stadien locken. Tradition ist frei von Krisen.

Stuttgarter Zeitung

Vorberichte FC Bayern München II – Stuttgarter Kickers

Mutig nach München

Der Kickers-Trainer Edgar Schmitt denkt nicht nur kurzfristig

STUTTGART (ump). So ein Feiertag hat doch sein Gutes. Jedenfalls konnte das Präsidium des Drittligisten Stuttgarter Kickers gestern erstmals in Vollbesetzung – neben Präsident Eichelbaum noch Friedrich Kummer, Edgar Kurz und Dieter Wahl – dem neuen Trainer Edgar Schmitt nach dem Training seinen Einstandsbesuch geben. Und Dirk Eichelbaum sagte anschließend: „Wir haben mit Freude vernommen, dass es ihm bei uns gefällt.“ Erst recht natürlich, nachdem Schmitt in Co-Trainer Kraft auch noch seinen Wunschkandidaten bekommen hat, den er schon aus Aalen kennt. Das erleichtert die Arbeit. „Er braucht keine große Einweisungen, er kennt meine Philosophie.“

Auch der Mannschaft wird die nach und nach verinnerlicht. Nach der zweiten Trainigswoche jedenfalls hat Edgar Schmitt den Eindruck, „dass die Spieler so langsam wissen, was ich von ihnen verlange.“ Vor allem Laufbereitschaft und Dynamik, gepaart mit spielerischen Elementen. Schmitt denkt dabei nicht kurzfristig, sondern mittelfristig, in diesem Fall einmal bis zur Winterpause. „In diesen drei Monaten wollen wir Stück für Stück zulegen.“ Wobei ein Erfolgserlebnis schon morgen (14 Uhr) bei Bayern München II deshalb nicht verboten ist. „Wir brauchen auch vor diesem Gegner keine Angst haben“, sagt Schmitt, der deshalb nach wie vor auf zwei Stürmer (Vaccaro, Schürg) setzt, während in der Abwehr Jens Härter den gesperrten Marcus Mann ersetzen wird. Nachdem Schmiedel, Janic, Kettemann, Russo und möglicherweise auch Tucci weiter ausfallen werden, sollen Orlando Schmeekes und Markus Ortlieb, die gestern erstmals wieder mit der Mannschaft trainierten, auf jeden Fall die Reise nach München mitmachen.

Die beginnt im Übrigen erst morgen früh, die 200 Kilometer sind für den neuen Trainer kein Grund, einen Tag früher anzureisen. „Das ist mir lieber, als den ganzen Abend im Hotel rumzuhängen“, sagt Schmitt, nicht nur aus finanziellen Gründen. Dabei kann sich die Kickers-Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres durchaus sehen lassen. „Wir haben die Saison mit einem Plus von etwa 170 000 Euro abgeschlossen“, sagt der Schatzmeister Kummer. Wobei Eichelbaum deswegen nicht gleich in Euphorie verfällt: „Weniger wird es von alleine“, sagt der Präsident. Dafür sorgt in diesem Fall auch der Trainerwechsel. Zumal noch nicht klar ist, inwieweit der bisherige Assistent Alexander Malchow weiterbeschäftigt wird. „Darüber werden wir demnächst reden“, so Manager Joachim Cast.

Stuttgarter Zeitung

Kickers reisen mutig nach München

Trainer Schmitt hofft gegen Bayern II auf neues Wir-Gefühl seines Teams

Stuttgart – Mit geballter Kraft gehen die Stuttgarter Kickers das Auswärtsspiel in der dritten Liga am Sonntag (14 Uhr) bei Bayern München II an. Das gesamte Präsidium, Manager Achim Cast und das Trainerteam schworen sich in einer Sitzung nach dem Training auf die schwere Aufgabe ein.

VON JÜRGEN KEMMNER

Wenn das Spiel im Stadion an der Grünwalder Straße so endet wie das Treffen der Kickers-Strategen, dann ist die blaue Welt auch am Sonntagnachmittag noch in Ordnung. „Alles wunderbar“, sagten alle auf der Waldau im Chor und strahlten um die Wette. Die Trainer sind mit ihren Möglichkeiten rundum zufrieden – das Präsidium traut Chefcoach Edgar Schmitt und dessen Assistent Rainer Kraft jede Menge zu. Auch einen Erfolg bei der Zweiten des deutschen Rekordmeisters. Alle sind von einer positiven Grundstimmung erfasst, die Trainer Schmitt so zusammenfasst: „Wir hatten eine gute Woche, wir haben das Training angezogen, jeder hat mitgezogen. Jetzt fahren wir mit Spaß nach München.“

Die Gaudi soll schon am Sonntagvormittag auf der A 8 im Mannschaftsbus beginnen. Auf der Fahrt nach München soll sich im Bus „ein Wir-Gefühl“ (Schmitt) entwickeln. Deshalb verzichtete der Kickers-Trainer darauf, bereits am Samstag anzureisen. Im Hotel sei jeder für sich, so Schmitt, das sei genau das Gegenteil von dem, was er anstrebt. Er will auf dem Platz ein Kollektiv sehen, das von Spielfreude, Dynamik, Laufbereitschaft und Mut getragen wird.

Aus diesem Grund setzt Edgar Schmitt auch in München auf die Sturmvariante mit zwei echten Spitzen (Angelo Vaccaro und Michael Schürg). „Sonst denken die, wir haben Angst. Aber wir haben keine Angst“, sagt Schmitt, der in der Innenverteidigung den gelbgesperrten Marcus Mann durch Jens Härter ersetzt. „Es wäre schön, wenn wir einen Sieg landen könnten“, sinniert Schmitt. Es würde den Blauen wirklich guttun. Denn selten waren Erfolgsmeldungen wichtiger. Eine gute Nachricht kam schon mal von Präsident Dirk Eichelbaum: Bei der Hauptversammlung am 26. November wird er verkünden, dass das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem Plus von rund 175 000 Euro abgeschlossen wurde.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers furchtlos nach München

Stuttgart (hag) – Auf dem Papier sieht die Lage bedrohlich aus: Die Stuttgarter Kickers, Tabellenletzter der dritten Fußball-Liga, müssen morgen (14 Uhr) beim siebtplatzierten FC Bayern München II bestehen, der nach acht Spieltagen bereits 13 Punkte mehr auf dem Konto hat als die Schwaben. Die noch sieglosen Kickers legen vor der harten Auswärtspartie jedoch Selbstbewusstsein an den Tag. Das Team fährt laut Pressesprecher Frank Pfauth „sehr optimistisch“ nach München und will sich vom großen Namen des Gegners nicht beeindrucken lassen. Zuletzt habe die Mannschaft so intensiv trainiert, dass Trainer Edgar Schmitt den Spielern am Donnerstag frei gab. Vor der Reise nach Bayern gab es ein dickes Lob von höchster Stelle: Das komplette Präsidium hat laut Pfauth das Team beobachtet und sich „sehr angetan“ von dessen Zustand gezeigt.

Den ersten Saisonsieg wollen die Kickers mit dem Sturm-Duo Angelo Vaccaro und Michael Schürg einfahren, das Schmitt bei seinem Debüt vergangenen Samstag überzeugt hat. In der Innenverteidigung setzt der Coach auf Marcel Rapp sowie Jens Härter, der Marcus Mann (5. Gelbe Karte) ersetzen soll. Ob der zuletzt angeschlagene Neuzugang Orlando Smeekes mitwirken kann, entscheidet sich kurzfristig. Weiter fehlen werden Ralf Kettemann, Jörn Schmiedel und Sasa Janic.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Rapp, Härter, Landeka – Traut, Rosen, Gambo, Reiß – Schürg, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Presse zur Verlängerung und Erhöhung des Hauptsponsors GAZI

Kickers: Co-Trainer weiter gesucht

Hauptsponsor verlängert Vertrag
STUTTGART (ump). Erst haben die Stuttgarter Kickers den neuen Trainer Edgar Schmitt verpflichtet, gestern dann die Vertragsverlängerung mit dem Hauptsponsor bekanntgegeben. Da könnte manch einer einen Zusammenhang vermuten. „Doch das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, sagt Kahraman Erdin von der Garmo AG, deren Chef Eduardo Garcia vorzeitig bis 2010 verlängert hat – zu „deutlich verbesserten“ Bedingungen, wie es heißt. Die Größenordnung dürfte den Drittligaverhältnissen angepasst worden sein und künftig bei 300 000 Euro liegen. Immer vorausgesetzt, die Kickers schaffen den Klassenverbleib.

Für die laufende Saison gab es zudem einen Nachschlag, so dass die finanziellen Mehrbelastungen durch Spieler- und Trainerverpflichtung zumindest teilweise ausgeglichen werden können. „Aber wir müssen im Etat schon noch ein bisschen aufholen“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. Zudem muss der Club einen Co-Trainer suchen, nachdem Björn Hinck aus beruflichen Gründen die Position allenfalls hätte halbtags übernehmen können, was nicht optimal gewesen wäre. Nun muss eine neue Lösung gefunden werden. „Ich habe ein, zwei Namen im Kopf, aber die sind noch bei anderen Clubs unter Vertrag“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast.

Stuttgarter Zeitung

Garcia hilft Kickers

Hauptsponsor erhöht finanzielles Engagement

Stuttgart – Eduardo Garcia setzt in schwierigen Zeiten ein Zeichen: Der Hauptsponsor der Stuttgarter Kickers hat sein finanzielles Engagement für die laufende Saison deutlich erhöht. Gleichzeitig wurde im Fall des Ligaverbleibs eine Fortsetzung der Hauptsponsorenschaft für die neue Runde vereinbart.

VON JÜRGEN FREY

So ein Trainerwechsel kostet Geld. Geld, das der Fußball-Drittligist eigentlich gar nicht hat. Deshalb war es nur logisch, dass vor der Inthronisierung des neuen Chefcoachs Edgar Schmitt beim Chef der Garmo AG das Telefon klingelte. Und „Eddy“ Garcia signalisierte den Blauen grünes Licht für „Eddy“ Schmitt. Er stockte seine Unterstützung auf. Und zwar “ deutlich“ wie es in der Pressemitteilung der Kickers heißt. Die bisherige Summe von rund 300 000 Euro dürfte um etwa 100 000 Euro erhöht werden. Für den Fall, dass die Blauen auch in der Saison 2009/10 in der dritten Liga spielen, stellte Garcia einen weiteren Zuschlag in Aussicht. „Ich habe erneut gezeigt, dass ich da bin, wenn die Kickers kräftige Unterstützung benötigen“, sagte Garcia, „dies soll auch ein Motivationsschub sein.“ Der Unternehmer hat den Ernst der Lage erkannt. Schließlich trägt das Stadion den Namen seiner Premiummarke Gazi.

Dennoch war es kein Selbstläufer, den 57-Jährigen zur Hilfe zu bewegen. Vor allem eine öffentliche Verlautbarung der Leonberger Agentur ESM, die die Kickers seit Juni versuchen zu vermarkten, war Garcia sauer aufgestoßen: ESM-Geschäftsführer Sven Rödig hatte erklärt, die Blauen bräuchten einen potenten Geldgeber, um sich dauerhaft im Profifußball zu etablieren. Die Kickers machten den Werbestrategen unmissverständlich klar, künftige Aussagen mit den Blauen abzustimmen. Garcia war besänftigt. „Wir sind glücklich und sehr dankbar, dass wir diese weitere Unterstützung bekommen. Die lange enge Partnerschaft der Garmo AG mit den Blauen ist im deutschen Fußball beispielhaft“, sagt Präsidiumsmitglied Dieter Wahl.

Was jetzt noch fehlt, ist der erste Saisonsieg beim Debüt von Edgar Schmitt am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen Kickers Emden. Mittelfeldspieler Ralf Kettemann fällt wegen einer Knöchelverletzung aus. Garcia wird dem Team aus der Ferne die Daumen drücken. Er begleitet den von ihm gesponserten Boxer Firat Arslan zum WM-Kampf nach Hamburg.

Stuttgarter Nachrichten

Garcia Sponsor hilft den armen Kickers

Sportlich sind sie am Tiefpunkt (Letzter, nur ein Punkt aus sieben Spielen). Finanziell ist den dauerklammen Stuttgarter Kickers jetzt ein Befreiungsschlag gelungen.

Der Hauptsponsor, die Garmo AG, wird den Drittligisten auch in der nächsten Saison unterstützen. Vorausgesetzt, die Kickers bleiben in der Liga.

Und nicht nur das – Garmo-Boss Eduardo Garcia erweitert auch sein finanzielles Engagement für die laufende Saison (um 100.000 auf ca. 400.000 Euro). Garcia: „Damit habe ich den Kickers, mit denen ich seit vielen Jahren eng verbunden bin, erneut gezeigt, dass ich da bin, wenn Unterstützung nötig ist”.

Der Aufschlag für diese Saison hat den Trainerwechsel von Stefan Minkwitz zu Edgar Schmitt wohl erst möglich gemacht. Garcia: „Unsere Hoffnung liegt jetzt auf den Schultern des neuen Trainers.“

BILD