Herr Schmitt, sind die Kickers noch zu retten?

Von KLAUS HENRICH

Drittliga-Schlusslicht Stuttgarter Kickers steht vor dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Trainer Edgar Schmitt (45) wird heute im Olga-Krankenhaus an seiner gebrochenen Hand operiert. Zuvor sprach er mit BILD.

BILD: Was tut mehr weh, die gebrochene Hand oder die Spiele Ihrer Mannschaft?
Schmitt: „Meine Hand wird wieder… Es würde mir besser gehen, wenn wir 6 oder 7 Punkte mehr hätten.“

BILD: Nur ein Punkt aus den vergangenen drei Spielen. Haben Ihre Spieler schon resigniert?
Schmitt: „Nein das Team lebt, das sehe ich jeden Tag im Training. Hier gibt keiner auf.“

BILD: Drei Spiele ohne Tor. Woran hakt‘s im Sturm?
Schmitt: „Wir müssen einfach wieder schneller nach vorne spielen.“

BILD: In Düsseldorf fehlten Mut und Mumm. Zeit für klare Worte?
Schmitt: „Sinnloser Aktionismus bringt gar nichts. Fußball ist ein Strategiespiel. Wir werden unseren Weg gehen.“

BILD: 6 Punkte zum Nichtabstiegsplatz. Geht es am Samstag gegen Unterhaching schon um alles?
Schmitt: „Nein, selbst wenn wir verlieren, sind wir noch nicht abgestiegen. Zwei Siege in Folge und wir sind wieder dran.“

BILD: Wie wollen Sie die Blauen retten?
Schmitt: „Ich werde alles Erdenkliche dafür tun. Der Trainer geht mit aller Macht und aller Kraft voran.“

BILD

Die Spieltage 25 bis 29 in der 3.Liga sind terminiert

Fünf weitere Spieltage in der 3. Liga sind heute vom DFB terminiert worden. Die Auswärtspartien der Stuttgarter Kickers bei Erzgebirge Aue und Kickers Emden finden jeweils an einem Samstagnachmittag statt. Das Heimspiel gegen Rot Weiß Erfurt wird am Samstag, 14. März 2009 und die Partie gegen die Amateurmannschaft des FC Bayern München am Sonntag, 29. März 2009 jeweils um 14.00 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau ausgetragen.
Das Derby beim VfB Stuttgart II wurde auf Mittwoch, 1. April 2009 um 19.00 Uhr angesetzt, wobei aufgrund eines polizeilichen Großeinsatzes in Baden-Württemberg die endgültige Terminierung und der Austragungsort noch nicht feststehen.

Hier finden Sie den Kickers-Spielplan im Überblick…

Offizielle Homepage

Kicker: Kapitän Alexander Rosen schimpft: „Wir sind zu brav“

Stuttgarter Kickers: Smeekes bleibt doch

Die Kickers waren über ihre Leistung in Düsseldorf selbst verärgert. „Wir waren harmlos“, sagte Kapitän Alexander Rosen. Hinten stand der Tabellenletzte zwar ordentlich, nach vorne aber gab es kaum Impulse. „Mit dieser Art und Weise kommen wir nicht weit“, schimpfte Manager Joachim Cast. „Wir sind manchmal zu brav auf dem Platz“, sagte Rosen, der gegen Unterhaching wegen der fünften Gelben fehlt.

Zudem würde es dem ein oder anderen jungen Spieler noch an Erfahrung fehlen. „Es ist etwas anderes, ob man als Oberligist in die Verbandsliga absteigt oder ob es bei einem Drittligisten wie den Kickers um Arbeitsplätze und Existenzen geht.“ Allerdings fehlten in Düsseldorf mit Gambo, Schürg und Smeekes drei potenzielle Stammspieler. Zudem ist der nur eingewechselte Parmak noch nicht fit genug.

Rosen glaubt weiter, dass der Kader genügend Qualität besitzt. „Aber wir müssen mal zwei Spiele nacheinander gewinnen, dann kommt auch der Glaube zurück.“ Deshalb hoffen die Verantwortlichen, dass sich auch der gegen Unterhaching noch rotgesperrte Stürmer Orlando Smeekes wieder voll konzentriert. Er wollte in der Winterpause zum englischen Zweitligisten Sheffield United wechseln. Doch ein Probetraining platzte. „Das ist abgehakt“, sagt Cast. „Er weiß, dass gute Leistungen auch seine Chance auf einen guten neuen Vertrag erhöhen – bei uns oder woanders.“

Matthias Jung

Kicker

StN: Auch ohne Aussprache: Kickers hellwach

Stuttgart (jüf) – Es gab keine Aussprache und auch kein Donnerwetter: Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat nach dem ernüchternden Start in Düsseldorf (0:2) gestern mit der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching (Samstag, 14 Uhr) begonnen. Das Team präsentierte sich am frühen Morgen hellwach. Kapitän Alexander Rosen stellte fest: „Es war enorm viel Zug drin, ich glaube, irgendetwas hat sich den Köpfen der Spieler bewegt.“

Voll mitgezogen hat auch Orlando Smeekes. Der Offensivmann war in der Winterpause vom englischen Zweitligisten Sheffield United umworben worden. Eine Ablösesumme von angeblich 200 000 Euro stand im Raum. Doch der Wechsel platzte – was die Motivation des Holländers zunächst nicht gerade steigerte. Jetzt ist der 27-Jährige wieder voll bei der Sache. Das Dumme: Gegen Unterhaching ist er noch gesperrt. Dafür ist Bashiru Gambo wieder mit dabei. Und vielleicht Sascha Traut: Er trainierte gestern erstmals wieder mit dem Ball.

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Abstiegskampf in Stuttgart

Der VfB-Trainer Adrion glaubt fest an den Klassenverbleib – Schwartz als Nachfolger im Gespräch

STUTTGART (pif/ump). Die beiden Stuttgarter Fußball-Drittligisten haben zum Auftakt 2009 herbe Rückschläge hinnehmen müssen. Während die Kickers bereits am Donnerstag in Düsseldorf 0:2 verloren, kassierte der VfB II gegen Union Berlin eine 0:3-Niederlage.

Der VfB Stuttgart hatte keine Kosten und Mühen gescheut, um die Partie seiner zweiten Mannschaft gegen Union Berlin austragen zu können. Doch vielleicht hätte man das besser sein lassen, denn das 0:3 am Samstag vor den 1000 Zuschauern im Ausweichquartier der Mercedes-Benz-Arena war ein ganz herber Rückschlag. Für die Gastgeber jedenfalls war der neue Spitzenreiter eine Nummer zu groß. Denn der im Umbruch befindliche VfB-Mannschaft ist der Substanzverlust nach den Abgängen von Sebastian Rudy, Sebastian Träsch und Josè-Alex Ikeng im Mittelfeld sowie Julian Schieber und zuletzt noch Manuel Fischer im Sturm anzumerken.

Der Trainer Rainer Adrion sagte deshalb: „Momentan fehlt uns in kritischen Situationen die Stabilität“, die sonst zum Beispiel der verletzte Kapitän und Routinier Marijan Kovacevic ausstrahlte, „zudem müssen wir die vielen leichten Fehler und Missverständnisse noch abstellen, die es dem Gegner leichtmachen, uns zu schlagen“, sagte Adrion.

Die vorläufige Negativtendenz ohne Sieg aus den vergangenen fünf Partien dürfte ihm die eine oder andere Sorgenfalte auf die Stirn treiben. Denn die erneute Anfälligkeit seines Teams bei Standards, wie etwa beim ersten Gegentreffer, sowie Missverständnisse im Spielaufbau und schlechtes Zweikampfverhalten in der Defensive, sind ihm nicht entgangen und werden ihm bis Saisonende noch jede Menge Arbeit bereiten, bevor er zum DFB wechselt. Als Nachfolger ist der Name Alois Schwartz im Gespräch, ein ehemaliger Kickers-Profi, der inzwischen erfolgreich die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern trainiert, die in der Regionalliga als Tabellenführer den Aufstieg anpeilt. Droht im Gegenzug dem VfB II der Abstieg? „Wir brauchen Zeit, und es wird noch eine schwierige Saison werden, aber ich bin mir sicher, dass wir den Ligaverbleib schaffen werden“, sagte Adrion.

Ganz so sicher ist man sich beim Lokalrivalen Stuttgarter Kickers da nicht (mehr). Die 0:2-Niederlage in Düsseldorf jedenfalls war ein Rückschlag zur falschen Zeit, nachdem sich alle Beteiligten nach einer intensiven Vorbereitung ein Erfolgserlebnis erhofft hatten. Wobei weniger das Ergebnis als die Art und Weise bedenklich stimmten. „Wenn wir so auftreten, reicht es nicht“, sagte der Kickers-Manager Joachim Cast. Und auch der Trainer Edgar Schmitt weiß um die Schwere der Aufgabe. Deshalb zählt inzwischen nicht nur jeder Punkt, auch jeder Platz, „vielleicht bekommt am Ende ja doch ein Verein keine Lizenz“, sagt Schmitt schon einmal, nachdem gestern auch noch der direkte Konkurrent Jahn Regensburg gewonnen hat.

Zunächst einmal wollen es die Kickers aus eigener Kraft schaffen, und wenn etwas zuversichtlich stimmt, dann die Abwehrleistung mit Torsten Traub und Marcus Mann in der Innenverteidigung. „Im besten Fall hätten wir 0:0 spielen können“, sagte Mann angesichts der mangelnden Chancen. „An der Fitness kann es nicht liegen“, sagt Mann, aber an den Ideen und der Durchschlagskraft. „Wir sind in diesem schönen Stadion vor Ehrfurcht erstarrt“, sagt Schmitt, der das 0:2 abgehakt hat. Gestern ließ sich Schmitt schon wieder um sieben Uhr morgens nach Degerloch fahren, um rechtzeitig zum Frühstück mit dem Team vor Ort zu sein: „Ich muss es ja vorleben.“ Die nächsten Tage stehen jeweils zwei Trainingseinheiten auf dem Programm, auch wenn sich Schmitt morgen eine kurze Auszeit gönnen muss. Sein Mittelhandbruch wird operiert. „Aber am Mittwoch bin ich wieder da.“ Es klingt wie eine Drohung.

Stuttgarter Zeitung

StN: Abstiegsregelung bei Nichterteilen der Lizenz

Dynamo Dresden, Jahn Regensburg und Wacker Burghausen gelten in der dritten Liga als die größten Sorgenkinder, was die Finanzen betrifft. Der Lizenzentzug oder die Insolvenz eines Konkurrenten könnte für die Stuttgarter Kickers zur letzten Hoffnung werden. Hier die Regelungen:

„Nicht-Absteiger“ erhält keine Lizenz

Erhält ein auf sportlichem Weg für die neue Saison qualifizierter Drittligist keine Lizenz, so verringert sich die Zahl der sportlichen Absteiger entsprechend (§ 55a Nr. 3 der DFB-Spielordnung).

Insolvenz eines Drittligisten

Wird über das Vermögen eines Vereins ein Insolvenzverfahren eröffnet (nicht nur beantragt), steht die klassenhöchste Mannschaft des Clubs als erster Absteiger fest. Die Zahl der sportlichen Absteiger vermindert sich auch in diesem Fall entsprechend. Wird das Insolvenzverfahren vor dem letzten Spieltag eröffnet, werden alle Spiele aus der Wertung genommen. Wird es zwischen letztem Spieltag und dem 30. Juni eröffnet, steigt die Mannschaft zwar ab, aber die Spiele bleiben gewertet (§ 6 DFB-Spielordnung).

Regionalliga-Meister erhält keine Lizenz

Wenn einer der Regionalliga-Meister (Aufsteiger) keine Lizenz für die dritte Liga erhält, ändert dies nichts an der Zahl der sportlichen Absteiger aus der dritten Liga, sondern der Nächstplatzierte der Regionalliga steigt stattdessen auf (§ 55b Nr. 4 DFB-Spielordnung). Die sportlichen Absteiger bleiben abgestiegen. jüf

Stuttgarter Nachrichten

StN: Ernüchterung bei den Kickers

Ursachenforschung nach ängstlichem Auftritt in Düsseldorf – Coach Schmitt verteidigt hartes Training

Stuttgart – Die Lage für die Stuttgarter Kickers im Kampf gegen den Abstieg aus der dritten Liga wird immer prekärer. Vor allem die Art und Weise, wie die Blauen bei Fortuna Düsseldorf auftraten, stimmt bedenklich. „Die Ernüchterung ist sehr groß“, räumt Manager Joachim Cast offen ein.

VON JÜRGEN FREY

Dirk Eichelbaum ist kein Mensch, der sich versteckt. Doch nach dem 0:2 in der LTU-Arena hatte er keine Lust auf die Pressekonferenz. Auch jeglichen Kontakt zur Mannschaft mied er. Der Kickers-Präsident war bedient. Enttäuscht. Verärgert. Fassungslos. „Wir hätten auch fünf Stück kriegen können“, brummte Eichelbaum.

Mit dem Schlusspfiff begann die Ursachenforschung. Warum spielte das Team gegen einen alles andere als überragenden Gegner ängstlich, vollkommen harmlos, ohne jeden Druck nach vorne? Und das von Anfang an, nachdem man sich so viel vorgenommen hatte. Mit der Antwort taten sich alle Beteiligten enorm schwer. Kapitän Alexander Rosen zuckte mit den Schultern: „Ich habe keine Erklärung parat, wirklich nicht.“ Trainer Edgar Schmitt gab sich nicht ganz so ratlos: „Wir sind in dem großen Stadion vor Ehrfurcht erstarrt, waren im zentralen Mittelfeld nicht präsent genug und sind nur hinterhergelaufen.“ Damit kein falscher Verdacht aufkommt: Die Blauen hielten in der Defensive durchaus engagiert dagegen, aber im spielerischen Bereich brachten sie nichts zustande. Weshalb die Verantwortlichen auch den Verdacht nicht gelten ließen, die enttäuschende Vorstellung sei womöglich auf eine zu harte Vorbereitung zurückzuführen. „Wir werden die Schlagzahl hochhalten“, sagt Schmitt – und bekommt Unterstützung von Cast: „Die harte Linie ist absolut angebracht.“

Der um einiges rauere Umgangston mit der Mannschaft, die enorm verschärften Übungseinheiten – es hat sich einiges verändert in der Winterpause. Neu ist auch, dass verletzte Spieler das Training vom Spielfeldrand aus beobachten müssen. Auch diese Maßnahme rechtfertigt Schmitt: „Manche Spieler nahmen sich oft eine Auszeit, jetzt überlegen sie sich vielleicht, ob sie nicht doch mitmachen.“ Unterschwellig mischt stets der Vorwurf mit, dass es in Sachen Disziplin und Professionalität innerhalb der Mannschaft Luft nach oben gibt.

Doch in Düsseldorf erhärtete sich der Verdacht, dass es an etwas ganz anderem hapert: an der nötigen Qualität. Speziell im Spiel nach vorne. Deshalb werden die Blauen am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen die SpVgg Unterhaching offensiver ins Spiel gehen. Mit Bashiru Gambo für den gelbgesperrten Alexander Rosen. Viele andere Alternativen gibt es nicht. Orlando Smeekes ist noch ein Spiel gesperrt, bei den verletzten Michael Schürg und Sascha Traut wird es für die Anfangsformation noch nicht reichen. Schmitts Hoffnung: „Mit zwei, drei Siegen sind wir wieder dran.“ In Anbetracht von bisher nur zwei Dreiern in 21 Spielen muss der Zusatz erlaubt sein: Wenn“s so einfach wäre.

Stuttgarter Nachrichen

Kickers: Wirbel um den Stürmer

Smeekes trauert Sheffield nach
STUTTGART (ump). Die 0:2-Niederlage der Stuttgarter Kickers in der dritten Fußballliga am Donnerstag in Düsseldorf war „ernüchternd“, wie es der Manager Joachim Cast ausdrückte. Vor allem, „weil wir nach vorne zu harmlos waren“, wie der Trainer Edgar Schmitt zugab. Der setzt in den nächsten Wochen auf die Rückkehr der schnellen Offensivkräfte – zum Beispiel auf Orlando Smeekes. Doch ausgerechnet um den Niederländer, der erst während der Saison verpflichtet wurde, herrscht immer wieder Aufregung.

Der Außenstürmer wollte in der Winterpause den Verein gerne verlassen, weil ihm ein lukratives Angebot des englischen Zweitligisten Sheffield United vorlag, der um den Aufstieg in die Premier League kämpft. Die Kickers waren offensichtlich auch gesprächsbereit (nicht zuletzt wegen einer zu erwartenden Ablöse), doch dann platzte das Probetraining auf der Insel und Smeekes blieb, wohl oder übel, bei den Kickers. Was seine Motivation zunächst nicht erhöht haben soll. „Aber er kann uns jetzt nicht die Schuld geben, dass der Wechsel nicht geklappt hat“, sagt der Trainer Edgar Schmitt, der im Abstiegskampf nur Spieler brauchen kann, die hundertprozentig bei der Sache sind.

Diese Einstellung war bei dem 27-Jährigen, der in 14 Einsätzen vier Tore erzielte, schon in der Vorrunde nur bedingt vorhanden, als sich Smeekes oft schwer in das taktische Konzept der Kickers einfügen ließ. Unrühmlicher Höhepunkt für den „fliegenden Holländer“ war dann der Platzverweis im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Wacker Burghausen. Doch nach einer internen Aussprache soll alles gut werden. „Er hat jetzt versprochen, dass er voll mitziehen wird“, sagt Schmitt. Allerdings ist Smeekes im nächsten Spiel gegen Unterhaching noch einmal gesperrt, so dass die Kickers da auf andere Alternativen setzen müssen: Sascha Traut oder vielleicht Michael Schürg. Denn nach vorne muss etwas passieren, das weiß auch Schmitt. „Mit nur einer Chance pro Spiel wie in Düsseldorf schaffen wir den Klassenverbleib nicht“, gibt der Trainer zu.

Stuttgarter Zeitung