Vorberichte II: Stuttgarter Kickers – Werder Bremen II

Smeekes gesetzt
STUTTGART (ump). Nach dem Remis von Werder Bremen II gegen Burghausen unter der Woche sind die Stuttgarter Kickers in der dritten Fußballliga wieder Schlusslicht. Das soll sich morgen (14 Uhr) ändern. Im Kellerduell gegen Bremen ist ein Sieg für Edgar Schmitts Mannschaft Pflicht. Deshalb steht heute Vormittag auch nochmals ein Abschlusstraining auf dem Programm. Unabhängig davon ist Orlando Smeekes im Angriff gesetzt – und zwar bis zur Winterpause. Schmitt: „Ich habe ihm gesagt, er spielt die restlichen drei Spiele, damit er zeigen kann, was in ihm steckt.“ Zum Gegner sagt Schmitt: „Bremen hat eine spielstarke Mannschaft, auch wenn sie nicht ganz die Qualität von Bayern oder dem VfB besitzt.“

Termine: 21. Spieltag: Düsseldorf – Kickers (6. Februar), VfB – Union Berlin (7. Februar); 22. Spieltag: Kickers – Unterhaching (14. Februar), Wuppertal – VfB (15. Februar).

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Kapitän zurück an Bord

Stuttgart (StN) – Edgar Schmitt ist bestens informiert: Dreimal hat sich der Coach des Drittligisten Stuttgarter Kickers den nächsten Gegner SV Werder Bremen II (Sonntag, 14 Uhr, Gazistadion) angeschaut. Kein Wunder: Das Duell gegen den Vorletzten ist für die Blauen enorm wichtig – nur ein Sieg zählt. „Spielerisch sind die Bremer stark“, sagt Schmitt, „aber das junge Team ist anfällig für Fehler.“ Das waren zuletzt auch die Kickers, weshalb der Coach froh ist, dass Kapitän Alexander Rosen nach seinem Muskelfaserriss zurückkehrt. „Er hat gut trainiert“, sagt Schmitt, „mal sehen, wie lange die Kraft reicht.“ Die Sperre von Abwehrchef Marcus Mann ist abgelaufen, dafür fehlen Marcel Rapp (Knieverletzung), Bashiru Gambo und Angelo Vaccaro (gesperrt).

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte Stuttgarter Kickers – Werder Bremen II

Kickers: mit Rosen, ohne Rapp

Schmitt vermisst mentale Stärke
STUTTGART (ump). Der erste Wunsch des Trainers der Stuttgarter Kickers ist diese Woche schon einmal in Erfüllung gegangen. „Ein Unentschieden wäre nicht schlecht“, hatte Edgar Schmitt zum Nachholspiel der dritten Fußballliga zwischen Werder II und Burghausen gesagt, das prompt 2:2 endete. Nun kommt der Bremer Bundesliganachwuchs am Sonntag (14 Uhr) ins Gazi-Stadion – und dann gilt es, nicht nur einen Wunsch, sondern fast schon eine Pflicht zu erfüllen: drei Punkte. „Das ist so etwas wie das erste Endspiel“, sagt Schmitt zu dem Kellerduell.

Nachdem die Kickers zuletzt zweimal nach guter erster Hälfte das Spiel (gegen Jena und Aalen) noch aus der Hand gegeben haben, nahm die sportliche Leitung die Mannschaft in die Pflicht. Schmitt betont: „Die Spieler müssen wissen, um was es geht.“ Den Ligaverbleib – und damit die Existenz, des Vereins und der Spieler. „Deshalb müssen die sich auch psychisch weiterbilden.“ Etwa mit einem Mentaltrainer? „Nein“, sagt Schmitt, „so weit sind wir noch nicht.“ Aber so weit waren die Kickers vor einem Jahr schon einmal, unter Stefan Minkwitz, der kein Freund solcher Mithilfe war. Dennoch nahm sich ein Sportpsychologe der Sache an. „Aber nach zwei Sitzungen war die Mannschaft davon nicht mehr überzeugt“, sagt der Manager Joachim Cast, und sein Trainer fügt hinzu: „Das ist eine ganz heikle Kiste.“

Einstweilen haben Schmitt und Cast in Einzelgesprächen mit einigen Spielern versucht, die mentale Stärke zu fördern. „Manche Spieler haben sich die Aufgabe sicher einfacher vorgestellt“, sagt Schmitt. Michael Schürg zum Beispiel, der als Oberliga-Torjäger zu den Kickers wechselte und nun feststellen muss, dass die Erfolgserlebnisse nicht von alleine kommen. Zudem gibt Cast zu: „Bei einigen Spielern bin ich nicht ganz sicher, dass sie sich dem Ernst der Lage bewusst sind.“ Eine fatale Einschätzung. Übermorgen haben sie Gelegenheit, die Verantwortlichen vom Gegenteil zu überzeugen. Die gesperrten Angelo Vaccaro und Bashiru Gambo fallen zwar aus, dafür kehrt Marcus Mann in die Innenverteidigung zurück, wo er Marcel Rapp ersetzt, der mit einem Kapselanriss im Knie für den Rest des Jahres ausfällt. Der Kapitän Alexander Rosen dagegen ist wieder an Bord – „zumindest für 60, 70 Minuten“, sagt der Trainer Edgar Schmitt.

Stuttgarter Zeitung

Schmitt kritisiert Einstellung zum Beruf
Kickers-Trainer verschärft vor Kellerduell den Ton

Stuttgart – Es sieht nicht gut aus für die Stuttgarter Kickers, das zeigt schon ein Blick auf die Tabelle der dritten Liga: Letzter sind die Blauen – und doch scheinen nicht alle Spieler den Ernst der Lage zu erkennen. „Manche nehmen es zu leicht“, sagt Edgar Schmitt. Der Trainer hat vor dem Kellerduell gegen Werder Bremen II (Sonntag, 14 Uhr, Gazistadion) den Ton verschärft.

VON JOCHEN KLINGOVSKY

Die Kickers kämpfen um ihre Existenz, dem Verein droht der Fall ins Bodenlose. Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Nun denkt der geneigte Betrachter, darüber müsste die Mannschaft doch eigentlich Bescheid wissen – schließlich wird seit Beginn der Saison unterm Fernsehturm über kaum etwas anderes geredet. Und trotzdem scheint die Problematik nicht alle erreicht zu haben. Schmitt jedenfalls nahm sich seine Mannen jetzt zur Brust: „Wir haben ihnen klar und deutlich gesagt, dass es um sehr viel geht.“

Um die Zukunft des Vereins. Und kurzfristig darum, haarsträubende Patzer wie in Aalen (1:3) und gegen Jena (0:3) abzustellen. Schließlich stehen zu Hause gegen den Vorletzten Werder Bremen II und den Viertletzten Wacker Burghausen (20. Dezember) vor Weihnachten noch zwei Endspiele an. Zwei Niederlagen – und die Lichter gehen aus.

Schmitt fordert sechs Punkte von seinem Team, und er hofft auch, dazwischen in Paderborn nicht leer auszugehen. Des Trainers Appell an die Spieler: „Sie müssen sich mit ihrem Beruf auseinandersetzen und sich schnellstmöglich im mentalen Bereich weiterbilden. Kopfarbeit von jedem Einzelnen ist vonnöten.“ Einen Mentaltrainer hinzuziehen will Schmitt aber nicht („Wer über Scherben läuft, spielt auch nicht besser“), und er liegt dabei auf einer Wellenlänge mit Joachim Cast. Die Vergangenheit zeige, meint der Manager, dass die Mannschaft nicht davon überzeugt sei, dass ein Mentaltrainer sie weiterbringen könne. Deshalb teilen sich nun Trainer und Manager die Aufgabe, die Spieler gedanklich in die Spur zu bringen – offenbar kein leichter Job. „Beim ein oder anderen hatte ich Zweifel, ob ihm klar ist, in welcher Lage wir sind“, sagt Cast, „das haben wir versucht zu ändern.“

Eigentlich hätte dafür schon ein Blick auf die Tabelle genügen müssen.

Stuttgarter Nachrichten

Auch der Kopf muss mitspielen

Die Stuttgarter Kickers empfangen Werder Bremen II zum Krisengipfel auf der Waldau

Stuttgart – Am Sonntag (14 Uhr) treffen sich die beiden Kellerkinder der dritten Fußball-Liga im Gazi-Stadion: Schlusslicht Stuttgarter Kickers empfängt den punktgleichen Vorletzten Werder Bremen II. (…)

Von Beate Wockenfuß

„Das ist das erste wirklich richtige Endspiel für uns. Wer siegt, ist wieder dabei“, erklärte Kickers-Trainer Edgar Schmitt gestern mit Blick auf die Tabelle: Auf sechs Punkte ist der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz inzwischen angewachsen. Daher schickte der Coach gleich noch eine klare Ansage hinterher: „Von den drei Partien bis zur Winterpause sollten wir zwei gewinnen, um dran zu bleiben.“ Damit sind die beiden Heimspiele gegen Bremen II und Wacker Burghausen (20. Dezember) gemeint. Aber auch zum SC Paderborn (13. Dezember) fährt Schmitt nicht ohne Ambitionen. Zumal die sportliche Leitung „nach intensiven Diskussionen“ (Schmitt) inzwischen ausfindig gemacht hat, woran die Mannschaft krankt: Mentale Schwäche lautet die Diagnose. „Die Spieler müssen nervlich konstanter werden“, forderte der Coach nach den „individuellen Blackouts“, die in den vergangenen beiden Partien gegen Carl Zeiss Jena (0:3) und den VfR Aalen (1:3) die Niederlagen einleiteten. Von einem Mentaltrainer hält Schmitt allerdings nichts. Vielmehr wollen er und Manager Joachim Cast das Problem intern lösen und setzen auf Einzelgespräche als Therapie. „Die Spieler müssen sich mit ihrem Beruf auseinandersetzen. Einige haben sich das in der dritten Liga offensichtlich einfacher vorgestellt“, erklärte Schmitt. Und auch Cast fand klare Worte: „Bei dem einen oder anderen haben wir Zweifel, ob er sich der Situation wirklich bewusst ist. Da sind wir jetzt gefordert, um sie wieder in die Spur zu bringen.“In die sportliche Erfolgsspur soll die Mannschaft möglichst schon am Sonntag einbiegen. Dann ist auch Kapitän Alexander Rosen nach auskuriertem Muskelfaserriss wieder an Bord. Zudem hat Abwehrchef Marcus Mann seine Rot-Sperre abgesessen. Dafür fällt Verteidiger Marcel Rapp (Kreuzbanddehnung und Kapselanriss im Knie) bis zum Jahresende aus. Mittelfeldmann Bashiru Gambo und Stürmer Angelo Vaccaro sind Gelb-Rot-gesperrt. So wollen sie spielen: Salz – Reiß, Mann, Ortlieb, Härter – Traut, Rosen, Deigendesch, Landeka – Schürg, Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Presse zu den schwachen Leistungen von Angelo Vaccaro

Zwischen Rückendeckung und Rückenschmerzen

Der Stürmer Angelo Vaccaro sieht die Bandscheibenprobleme als Grund für sein Formtief beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers

STUTTGART. Angelo Vaccaro ist mit fünf Treffern der Torjäger der Stuttgarter Kickers. Derzeit ist er nicht nur gesperrt, sondern auch außer Form. Das hat Gründe, sagt der 27-Jährige: „Ich habe seit Wochen Bandscheibenprobleme und bekomme täglich Spritzen.“

Von Joachim Klumpp

Am Sonntag im Kellerduell der dritten Liga gegen Werder Bremen II ist Angelo Vaccaro nicht dabei, gesperrt. Gott sei Dank, werden manche Kickers-Fans angesichts seines Formtiefs sagen. Gut so, sagt aber auch der Stürmer selbst. Er weiß am besten, „dass ich nicht die Leistung der vergangenen Saison bringe“. Was viele nicht wissen: der 27-Jährige leidet unter Bandscheibenproblemen. „Seit acht Wochen bekomme ich täglich bis zu acht Spritzen, dazu noch Schmerztabletten“, sagt Vaccaro. Es ist nachvollziehbar, dass darunter seine sportliche Verfassung leidet. Zumal er auch nicht regelmäßig am Mannschaftstraining teilnehmen kann.

Vor dem letzten Spiel in Aalen stieg er erst donnerstags wieder ein, der Auftritt selbst endete unrühmlich mit der Gelb-Roten Karte. „Die darf der Schiedsrichter nie geben“, sagte der Trainer Edgar Schmitt. Und Vaccaro meinte: „So ein Foul wie das zweite passiert in jedem Spiel fünfzehnmal.“ Und keineswegs aus Frust. „Ich würde nie einen Gegenspieler absichtlich verletzten, ich weiß doch aus Erfahrung, wie schlimm das ist.“

Denn unabhängig von seinen aktuellen gesundheitlichen Problemen hat Vaccaro zwei Kreuzbandrisse hinter sich, die ihn zurückgeworfen und wohl eine steilere Karriere als bei Unterhaching, Augsburg oder jetzt den Kickers verhindert haben. Dabei ist der Spieler selbstkritisch genug: „Ich habe in dieser Saison nur einmal wirklich gut gespielt.“ Das war gegen Union Berlin, als Vaccaro beide Elfmeter zum 2:2 verwandelte. Fünf Treffer stehen insgesamt auf dem Konto, das reicht bei den Kickers zumindest, um die interne Torschützenliste anzuführen. „Der Rest der Runde war mittelmäßig bis schlecht“, sagt der Spieler, dem einige Anhänger bereits Lustlosigkeit vorgeworfen haben. Der Manager Joachim Cast drückt es diplomatischer aus: „Er hat noch Luft nach oben.“

In der momentanen Verfassung scheint das jedoch schwierig. Dazu müsste der Stürmer wahrscheinlich mal eine längere Zeit pausieren. „Aber natürlich will ich der Mannschaft helfen“, sagt Vaccaro. Die Einsätze sind zwar mit der medizinischen Abteilung abgestimmt, aber an die große Glocke hängen wollte das niemand, Vaccaro sagt warum: „Das wäre nur ein gefundenes Fressen für die Gegenspieler gewesen, um meine Probleme auszunützen.“ Inzwischen ist der Spieler mit seiner Schweigepflicht aber am Ende – schließlich gehe es um seinen Ruf.

Keine Frage: Angelo Vaccaro zählt bei den Kickers, auch vom Gehaltsgefüge her, zu den Topspielern, „und aufgrund dieser Rolle ist die Erwartungshaltung höher“, weiß der Trainer. Höher als bei Michael Schürg etwa, mit dem er in Aalen das Angriffsduo gebildet hat. Doch wenn man sich die Laufwege der beiden betrachtet, harmoniert das noch nicht wie gewünscht. „Ich bekomme nicht viele Chancen“, sagt Vaccaro nur; im Gegenteil, er bereitet sie sogar eher vor. Schürg und auch Orlando Smeekes auf der linken Seite sind zu oft mit sich selbst beschäftigt, da fehlt gelegentlich der Blick für den Nebenmann. Obwohl er sich in beiden Systemen zu Hause fühlt, plädiert Vaccaro in der jetzigen Situation für ein 4-4-2. „Da stehen wir enger und haben mehr Absicherung nach hinten.“

So sieht es inzwischen auch der Trainer. Am Sonntag gegen Werder II muss Schmitt zwangsläufig umstellen, Smeekes wird eine von zwei Spitzen bilden und Vaccaro die Zwangspause nutzen, um etwas kürzerzutreten und seine Rückenprobleme – genau wie der ebenfalls gesperrte Bashiru Gambo – zu kurieren. Wenn er eine Woche später in Paderborn wieder spielberechtigt ist, droht aber das nächste Unheil, weil er aktuell vier Gelbe Karten auf dem Konto hat.

„Er macht eine schwierige Situation durch“, sagt sein Berater Jürgen Schwab, der den ehemaligen Sturmpartner von Kevin Kuranyi bei den VfB-Amateuren vor zwei Jahren in der Winterpause vom FC Augsburg zu den Kickers vermittelte. Ursprünglich nur als Durchgangsstation für die zweite Liga, doch davon sind Verein und Vaccaro so weit entfernt wie Adrian Sutil und der Formel-1-Rennstall Force India vom WM-Titel. „Manchmal will man einfach zu viel“, sagt Schwab, der um die speziellen Befindlichkeiten der Stürmer weiß; da ist immer ein Schuss Sensibilität mit im Spiel. Dennoch steht er zu seinem Schützling: „Wenn beim VfB ein Mario Gomez nicht trifft, werden trotzdem die Mitspieler ausgewechselt.“

Allerdings kann sich auch Vaccaro bis jetzt über mangelndes Vertrauen nicht beklagen. Cast sagt: „Er hat die Rückendeckung.“ Aber eben auch Rückenschmerzen. Auf Dauer lässt sich beides nur schwer vereinbaren, selbst wenn Angelo Vaccaro betont: „Ich ziehe das durch, so lange wie ich es aushalte.“

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Wirbel um Vaccaro
Stürmer wehrt sich: Bin nicht fit

Stuttgart – Er wirkt bisweilen lustlos. Seine Leistungen sind schlecht, ab und zu fehlt auch die Disziplin auf dem Platz – für die Fans der Blauen ist Angelo Vaccaro derzeit ein rotes Tuch. Doch der Stürmer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers fühlt sich ungerecht behandelt: „Ich bin nicht fit, und spiele seit zwei Monaten mit Spritzen.“

VON JÜRGEN FREY

Der Wirbel um Vaccaro ist groß. Im Umfeld des Clubs und in der Mannschaft wird heftig über den 27-Jährigen diskutiert. Hat er überhaupt noch eine Zukunft bei den Kickers? Für Vaccaro jedenfalls ist die Schmerzgrenze erreicht. „Natürlich spiele ich nicht gut“, sagt er selbstkritisch, doch gleichzeitig wehrt er sich: „Ich quäle mich seit Wochen und stelle mich in den Dienst der Mannschaft.“ Der beste Torschütze der Blauen (fünf Treffer) spricht sogar davon, dass ihn ein Bandscheibenvorfall plage. Was sich Edgar Schmitt wiederum nicht vorstellen kann: „Mit einem Bandscheibenvorfall kann man nicht Fußball spielen, ich weiß auch nichts von Spritzen. Wenn er wochenlang nicht trainieren würde, würde ich ihn auch nicht aufstellen“, sagt der Kickers-Coach. Ohnehin wolle er die Diskussion nicht zu hoch hängen. Fakt ist: Am kommenden Sonntag (14 Uhr/Gazistadion) gegen Werder Bremen II ist Vaccaro gesperrt. Ob er überhaupt noch einmal vor der Winterpause zum Einsatz kommt, ist fraglich. Selbst Vaccaro räumt ein: „Vielleicht würde es mehr Sinn machen, mich bis zur Vorbereitung im Januar nur um meine Fitness zu kümmern. Sonst mache ich hier meinen Namen kaputt.“

Edgar Schmitt hat sich mit einer Alternative im Angriff schon besprochen. Er hat Neuzugang Orlando Smeekes signalisiert, in den drei Spielen bis Weihnachten von Beginn an zum Einsatz zu kommen. Für Vaccaro klingt das alles gar nicht gut.

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Wegen zu hoher Kosten: Stadt stoppt Sanierung des Gazi-Stadions

Kosten 27 Prozent höher als geplant – DFB ist informiert

Stuttgart – Das Kickers-Stadion wird im Winter keine Großbaustelle. Die Stadt verzichtet wegen der Finanzkrise vorerst auf die Modernisierung. Die Kosten wären von 5,4 auf 6,9 Millionen Euro gestiegen. Die Auflagen des Fußball-Bundes werden nun nicht erfüllt.

Von Jörg Nauke

Der Sportausschuss ist am Dienstag von der Absicht der Stadt informiert worden, das Gazi-Stadion auf der Waldau vorerst nicht so zu modernisieren, dass es die aktuellen Anforderungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an eine drittligagerechte Spielstätte erfüllt. In dieser Saison spielen sowohl die Kickers wie auch die Amateure des VfB mit einer Ausnahmegenehmigung. Der DFB fordert mindestens 10.000 Zuschauerplätze, davon 2000 in Einzelschalensitzen (1000 sind schon montiert), dazu großzügige Pressearbeitsplätze und VIP-Räume.

Hinzu kommen umfangreiche Sicherheitsauflagen, da vor allem mit Mannschaften aus den neuen Bundesländern die Gewalt Einzug in die Stadien der neu geschaffenen 3. Liga gehalten hat. Die Stadt hat einen hohen sechsstelligen Betrag in Provisorien für die Einsatzkräfte investiert.

Nun wäre der Beschluss für den anfangs auf 5,9 Millionen Euro geschätzten Umbau der Haupttribüne fällig gewesen. Doch in der Winterpause rücken keine Bagger an. Die Stadt hat am Dienstag dem Sportausschuss mitgeteilt, und wird heute den Finanzausschuss informieren, dass sie die Modernisierung zurückstellt. Begründet wird dies mit der „aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise“, so die Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann.

Die Verwaltung und der Gemeinderat vertreten die Ansicht, dass im laufenden Doppelhaushalt 2008/2009 nur die Bauprojekte weiterverfolgt werden sollen, die bereits beschlossen und für die auch die Mittel schon bereitgestellt sind. Der Ausbau des Gazi-Stadions ist noch nicht finanziert. Wann die Stadt das Thema wieder aufruft, ist nicht bekannt. Der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum hatte nach einem Gespräch im Rathaus bei der Mitgliederversammlung des Vereins von einer zweijährigen Verzögerung gesprochen; doch an ein derartiges Versprechen kann sich der Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) nicht erinnern.

Die Realisierung käme die Stadt viel teurer als geplant. Für den CDU-Stadtrat Fred-Jürgen Stradinger ist es „sehr ärgerlich“, dass sich die Kosten binnen weniger Monate um 27 Prozent auf 6,9 Millionen Euro erhöhen konnten. Sportamtsleiter Günther Kuhnigk sagte, Preiserhöhungen und „technische Zusatzanforderungen“ hätten dazu geführt. Mehrkosten würden jetzt auch für den Brandschutz und die Ertüchtigung der Haupttribüne anfallen. Der Vorschlag, die Tribüne abzureißen und ganz neu zu bauen, ursprünglich auf sieben Millionen Euro taxiert, habe nicht an Charme gewonnen, sagte Kuhnigk. Wer diese Variante bevorzuge, müsste mittlerweile 8,5 Millionen Euro bezahlen.

Auch wenn auf der Haupttribüne alles beim Alten bliebe, müssten zumindest noch rund 150000 Euro in die Sicherheit des Stadions investiert werden. Die Polizei bräuchte für ihr Provisorium zwei weitere Container. Die Kanzel und die Videoüberwachung müssten auch verbessert werden. „Wir haben aber kein Sicherheitsproblem im Gazi-Stadion“, betonte die Bürgermeisterin. Mit diesen Maßnahmen könnten noch einige Bundesligarunden gespielt werden.

Das setzt allerdings voraus, dass der DFB das genauso sieht und im Lizenzierungsverfahren der Vereine ein Auge zudrückt – sofern er nicht ohnehin die aktuelle Finanzkrise, die Vereine und Kommunen hart treffen wird, zum Anlass nehmen wird, seine Politik noch einmal zu überdenken. Bürgermeisterin Eisenmann hat am Dienstag in einem kurzen Gespräch mit einem DFB-Vertreter den Eindruck erhalten, dass der Verband Übergangslösungen nicht ausschließt.

Das liegt offenbar daran, dass die Lage nicht nur in Stuttgart angespannt ist. Auch andere Drittligavereine können oder wollen die vielfach als überzogen betrachteten Forderungen nicht länger erfüllen. In Regensburg ist kein Geld für den Stadionumbau da, und die Ostfriesenkicker aus Emden müssten eine Spielstätte für 10.000 Zuschauer vorweisen, obwohl es in der Region nicht annähernd so viele Interessierte gibt.

Die Hälfte der Drittligateams hat übrigens weniger als 4500 Zuschauer pro Spiel. Und wofür brauchen die Amateure des VfB Stuttgart 1000 überdachte Sitzplätze? Am Sonntag sahen das Spiel nur 400 Fans. Bei der „Reserve“ von Werder Bremen sieht das nicht anders aus. „Der DFB muss sich jetzt endlich von seinem hohen Ross runterbewegen“, sagte der SPD-Stadtrat Rainer Kußmaul. Das Volk brauche zwar „Brot und Spiele“ – „doch jetzt wird das Brot wieder wichtiger“.

Stuttgarter Zeitung

Kommentar

Unnötig
Stuttgart – Die Sportverwaltung hat am Dienstag vorgeschlagen, den Umbau des Gazi-Stadions zurückzustellen. Das ist vernünftig, denn die Stadt muss auf nicht absehbare Zeit wegen der Finanzkrise auf Sicht fahren. Es wäre unverantwortlich, jetzt noch weitere Baustellen zu eröffnen. Außerdem kann man in Ruhe abwarten, wie die Kickers in dieser Saison abschneiden.

Von Jörg Nauke

Würden die Blauen absteigen, müsste nicht mehr länger über ein drittliga-taugliches Stadion debattiert werden. Auf der spärlich gefüllten Tribüne des Stadions auf der Waldau wird nun sicher wieder auf die Stadträte geschimpft, die für die Kickers nichts übrig hätten und nur an den VfB dächten, denn der bekomme schließlich seinen Stadionumbau. Die beiden Fälle lassen sich aber überhaupt nicht vergleichen. Im Neckarpark fungiert der Bundesligist künftig als Betreiber; es ist vereinbart, dass er die Finanzierungskosten für den Umbau selbst erwirtschaftet. Ein solches Modell wäre mit den Kickers, die übrigens beim Steuerzahler seit Jahren ganz tief in der Schuld stehen, gar nicht zu machen.

Im Übrigen könnte man sich diese Debatte sparen, wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) endlich seine völlig überzogenen Kriterien für die Spielstätten seiner Drittligisten reduzieren und an die örtlichen Gegebenheiten anpassen würde. Für ein Kleinstadtteam wie Emden im strukturschwachen Norden und die anhängerlosen VfB Stuttgart Amateure gelten heute die gleichen Bedingungen wie für die reiche Fortuna aus Düsseldorf. Dabei reicht das Stadion auf der Waldau im jetzigen Ausbauzustand völlig aus. Im Weltbild des DFB kreist aber eben alles um das runde Leder. Doch die Zeiten, in denen Vereine und Kommunen jede abenteuerliche Forderung erfüllten, sind jetzt vorbei.

Stuttgarter Zeitung

StZ: Hoffen auf Kapitän Rosen

Kickers und ihre Verletzten

STUTTGART (StZ). Gestern ist beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers unter Edgar Schmitt traditionell trainingsfrei gewesen. So stand auch noch nicht fest, ob Alexander Rosen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Zweifel sind allerdings angebracht, denn zuletzt konnte der Kapitän nur leichte Gehversuche unternehmen. Ein Einsatz im Heimspiel am Sonntag gegen Werder Bremen II ist also fraglich, dabei würde der Mittelfeldmotor der Mannschaft gut zu Gesicht stehen, weil in den gesperrten Angelo Vaccaro und Bashiru Gambo gleich zwei Stammspieler nicht zur Verfügung stehen. Zuerst einmal drückt der Kickers-Manager Joachim Cast aber dem nächsten Gegner die Daumen: morgen im Nachholspiel gegen Wacker Burghausen, damit der Abstand der Kickers – im Moment fünf Punkte – im Abstiegskampf auf den viertletzten Tabellenplatz nicht noch größer wird.

Nachdem die Profis im WFV-Pokal bereits ausgeschieden sind, steht nun der Termin der zweiten Mannschaft fest: die bestreitet ihr Achtelfinale gegen den Oberligarivalen VfL Kirchheim am 21. Februar. Im Falle des Weiterkommens würde das Team an Gründonnerstag auf Heidenheim treffen.

Stuttgarter Zeitung

StN: Klärung beim Ortstermin im Gazistadion

Verschobene Sanierung

DFB und Stadt wollen im Dezember zu einer Lösung wegen einer Übergangsregelung kommen

Stuttgart – Das Gazistadion wird wohl trotz der verschobenen Sanierung Heimstatt der Stuttgarter Kickers und des VfB II bleiben. Bei einem Ortstermin suchen Stadt und Deutscher Fußballbund (DFB) einen Kompromiss: Nächste Saison soll eine Übergangsregel gelten.

Die Stuttgarter sind nicht die einzigen, die beim DFB in Frankfurt gefragt haben, ob man denn die Auflagen wirklich im Sommer 2009 erfüllen müsse. 12.000 Zuschauer, neue Technik und Sicherheitsbereiche, auch in Emden und Regensburg ist dies nicht zu bezahlen. Kickers Emden fehlen fünf Millionen Euro für einen Neubau. Deshalb versteigert Fan Horst Müller ein Kilo Nordseewatt übers Internet, bei Interesse schreibt er, könne er auch drei Tonnen liefern. Immerhin, da geht’s schon ums Geld, in Regensburg weiß man noch gar nicht, wo das neue Stadion hin soll: Noch immer wird über den Standort debattiert.

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So gesehen ist aus Sicht der DFB das Problem in Stuttgart gering. Hier ist zwar die Sanierung um 1,5 Millionen Euro teurer geworden, doch den grundsätzlichen Bedarf stellt bisher niemand in Frage. „Wir sind in höchstem Maße an der Sanierung interessiert“, sagt Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann, die dafür nötigen 6,9 Millionen Euro sind jedoch nicht im Haushalt verankert. „Nach Abstimmung mit dem Gemeinderat sollen im laufenden Doppelhaushalt 2008/2009 nur die Bauprojekte verfolgt werden, die bereits beschlossen und für die Mitglieder im städtischen Etat bereits veranschlagt sind“, heißt es in einer Vorlage für den Sportausschuss, der heute debattiert.

Dabei werden die Stadträte erfahren, dass sich Vertreter der Verwaltung und des DFB noch im Dezember zu einem Ortstermin treffen wollen. Und wie es scheint, wird dabei der Wunsch der Stadt nach einer Übergangsregel nicht auf taube Ohren stoßen. Vertreter des VfB und der Kickers waren vergangenen Donnerstag beim DFB. VfB-Direktor Stefan Heim hat dabei den Eindruck gewonnen, „das wir auf einem guten Weg sind. Da ist sicher eine Lösung möglich.“ Keine Frist von zwei Jahren, die der Stadt vorschwebt, aber ein Aufschub um zwölf Monate.

Der DFB will dies nicht kommentieren, Wasserstandsmeldungen gebe man keine ab. Beim Treffen mit der Stadt werde man sehen „was möglich ist, damit es zu einem guten Ende kommt“. Klar sei aber, Abstriche bei der Sicherheit werde es nicht geben. „Das ist kein Thema“, sagt Eisenmann. Die Stadt sei bereit, 130.000 Euro zusätzlich zu investieren. In zwei weitere Polizeicontainer, sowie Verbesserungen der Videoüberwachung und der Polizeikanzel. Für die Polizei Bedingung, einem weiteren Jahr Drittligafußball im Gazistadion zuzustimmen.

Frank Rothfuß

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers II – FC Nöttingen (5:0)

Mit einem 5:0-Heimerfolg hat die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers gegen den FC Nöttingen gewonnen und sich in der Tabelle im Mittelfeld etabliert. Die Tore für die Kickers erzielten Marcel Ivanusa (20./34./76.), Thomas Gentner (33.) und Mijo Tunjic (56.).

Stuttgarter Zeitung

20 gute Minuten allein reichen nicht: 0:5-Klatsche für FC Nötingen

STUTTGART. Ohne die richtige Einstellung, Mut und Präsenz zeigte sich der FC Nöttingen am gestrigen Sonntag beim Fußball-Oberligaspiel bei den Stuttgarter Kickers II und fuhr mit einer verdienten 0:5 (0:3)-Packung wieder nach Hause.

Beim FC Nöttingen gibt es alles reichlich. Die Punkte fließen auf das Oberliga-Konto, und Torhüter gibt es auch jede Menge. Einer ist gerade im Krankenstand, der andere steht zwischen den Pfosten und der dritte sitzt im Vorstand. Dominique Jahn hat alle vor die Videokamera gelockt.
Dabei hätte es durchaus auch anders kommen können auf dem Kunstrasenplatz der Bezirkssportanlage auf der Waldau. Das Team von Nöttingens Coach Michael Fuchs hatte zu Beginn ein Übergewicht und auch die erste dicke Chance. Mitten in die Nöttinger Bemühungen fiel dann das 1:0 für die Kickers. Ein bereits abgewehrter Ball segelte in den Nöttinger Strafraum zurück, in dem der Defensivverbund auf Abseits spielte. Drei Kickersspieler sind frei, da der Schiedsrichter mit seinen Assistenten weiter spielen lässt – Tor. Von einer spielentscheidenden Einflussnahme sprach Nöttinges Coach Fuchs den Unparteiischen aber dennoch frei. „Das war nicht ausschlaggebend für unsere Niederlage.“

Selbst im Anschluss an den Rückstand hatte das Team von Fuchs immer wieder gute Ausgleichsmöglichkeiten, die jedoch unkonzentriert, naiv oder leichtfertig vergeben wurden. So in der 37. Minute als Moritz Bischoff nach schönem Zuspiel in den gegnerischen Strafraum eindringt, doch beim Abschluss ohne die nötige Souveränität agiert. Sein Schuss wird von einem Abwehrbein geblockt und entwickelt sich im Gegenzug zu einem Konter, bei dem die Kickers ihren Freiraum zum zweiten Treffer nutzen.

Und was passiert danach? Bevor sich alle richtig umsehen konnten verliert das Team um Kapitän Burkart postwendend nach dem Anstoß wieder den Ball und schon zappelt das Spielgerät zum dritten Mal im Netz von Keeper Daniel Jilg. Mit Auflösungstendenzen rettete sich Nöttingen danach in die Kabinen.

Zum zweiten Durchgang schickte Fuchs die selben Spieler aufs Feld. „Ich hätte eigentlich zehnmal auswechseln können“, kommentierte der Coach die 45 Minuten. In der zweiten Hälfte ergab sich über weite Strecken folgendes Bild: Nöttingen bemühte sich zwar, trat aber viel zu naiv auf. Sowohl im Spielverhalten als auch im Abschluss. Ein Ineinandergreifen der einzelnen Mannschaftsteile fand zumeist nicht statt. Die Gastgeber nutzten ihrerseits den Raum noch zu zwei Treffern. Dann kam endlich der Schlusspfiff.

Pforzheimer Zeitung

Vorberichte III: VfR Aalen – Stuttgarter Kickers

Eine Liga, zwei Welten

Kickers-Gegner VfR Aalen hat die Blauen finanziell um Längen abgehängt

Stuttgart – Das Vorbild heißt Hoffenheim 1899. Doch von einer ähnlichen Entwicklung ist der VfR Aalen weit entfernt. Was nichts daran ändert: Den Ligakonkurrenten Stuttgarter Kickers hat der Fußball-Drittligist vor dem direkten Duell an diesem Samstag (14 Uhr/Scholz-Arena) finanziell und personell um Längen abgehängt.

VON JÜRGEN FREY

Für Edgar Schmitt ist der Fall klar. „Wir haben Herz und Tradition. Aalen Geld.“ Der Kickers-Trainer muss es wissen: Er war vom 15. Januar 2007 bis zum 27. August 2008 Coach beim VfR und kennt damit die Strukturen beider Clubs. Ein Vergleich:

Die Finanzen: Der Etat des VfR ist mit etwa sechs Millionen Euro doppelt so hoch wie der der Blauen. Dies liegt vor allem an zwei großen Geldgebern. Das Energietechnikunternehmen Imtech pumpt pro Saison rund drei Millionen Euro in den Club. Tendenz stark steigend. Für den Rest kommt hauptsächlich Präsident und Schrottunternehmer Berndt-Ulrich Scholz auf. Die kleineren Geldgeber spielen auf der Ostalb eine eher untergeordnete Rolle.

Ganz im Gegensatz zu den Kickers. Vom Hauptsponsor, der Garmo AG, fließen pro Saison rund 250 000 Euro in die Kasse. Um den restlichen Werbeetat zu decken, laufen sich die Marketingstrategen die Hacken ab. „Was die Werbeeinnahmen betrifft, sind wir nicht wettbewerbsfähig“, sagt Aufsichtsratschef Rainer Lorz und belegte dies bei der Mitgliederversammlung mit Zahlen. Im Schnitt belaufen sich die Werbeeinnahmen der Drittligisten auf 2,4 Millionen Euro (und machen damit 50 Prozent des Etats aus), bei den Blauen sind es mit rund einer Million Euro rund 30 Prozent des Etats.

Die Infrastruktur: Mit knapp 12 000 Zuschauern passen in die Scholz-Arena etwa genauso viele Besucher wie ins Gazistadion. Doch das moderne Schmuckkästchen auf der Ostalb hat viele Vorteile: zum Beispiel knapp 5000 überdachte Sitzplätze (1380 in Degerloch), eine Rasenheizung, eine Anzeigetafel und viele Extras mehr.

Das Personal: Manager Joachim Cast ist bei den Blauen fast so etwas wie ein Alleinunterhalter auf der Geschäftsstelle. Aalen gönnt sich Weltmeister Jürgen Kohler als Sportdirektor, Ex-Bundesligaprofi Martin Braun als Geschäftsführer. Hinzu kommen ein hauptamtlicher Marketingmanager sowie weitere Spezialisten für Merchandising, Ticketing und Rechnungswesen.

„Wir spielen zwar in einer Liga, aber in bestimmten Bereichen trennen die beiden Clubs Welten“, weiß Edgar Schmitt. Dass der sportliche nicht dazu gehört, will er an diesem Samstag mit seinem Team beweisen.

Stuttgarter Nachrichten

Wenn Tradition auf Geld trifft

Trainer Edgar Schmitt ist mit den Kickers bei seinem Ex-Verein VfR Aalen zu Gast

Stuttgart (bw) – Das Schwabenderby in der dritten Fußball-Liga steht unter ganz besonderen Vorzeichen: Trainer Edgar Schmitt tritt morgen (14 Uhr) mit den Stuttgarter Kickers bei seinem Ex-Verein VfR Aalen an. Der VfB Stuttgart II empfängt gleichzeitig Kickers Emden.

Ziemlich genau drei Monate ist es her, dass Schmitt beim VfR völlig überraschend entlassen wurde. Begründet wurde dies mit der negativen sportlichen Entwicklung. Doch Schmitt empfindet vor seiner Rückkehr weder Genugtuung noch Groll. „Ich habe damit abgeschlossen. Für mich ist es ein Spiel wie jedes andere auch“, erklärte er gestern betont emotionslos. Auf die Frage nach dem Unterschied zwischen den beiden Vereinen, kann sich der 45-Jährige jedoch einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. So verfügen die Kickers seiner Meinung nach über „Tradition, Herz, Leidenschaft und professionelle Strukturen“ – der VfR dagegen über genügend Geld. „Wenn die Vereine fusionieren würden, wäre alles vorhanden“, sagte Schmitt und schob schmunzelnd hinterher: „Das finden die in Aalen jetzt bestimmt nicht so lustig.“ Vorfreude auf die Partie macht sich trotzdem bei ihm breit. Erstens weil seine Familie da sein wird, mit der er vor den Toren Aalens nur wenige Kilometer entfernt von der Scholz-Arena wohnt. Und zweitens, weil er bei den VfR-Fans offenbar immer noch sehr beliebt ist. „Man hört, dass sich viele Zuschauer auf mich freuen“, sagte Schmitt und lächelte dabei triumphierend. Der Tabellenvorletzte reist ohne Alexander Rosen (Muskelfaserriss) und Marcus Mann (Rot-gesperrt), aber trotzdem guter Hoffnung auf die Ostalb. Auch wenn Schmitt gestern sehr martialisch formulierte: „Ein Schuss mehr Brutalität würde uns gut tun.“ Aber dies sei letztlich eine Mentalitätsfrage. „Das können die Jungs einfach nicht.“ So wollen sie spielen: Salz – Reiß, Ortlieb, Rapp, Härter – Deigendesch, Gambo, Landeka – Traut, Schürg, Smeekes.

Eßlinger Zeitung