Presse zu Stuttgarter Kickers – Eintracht Braunschweig (3:1)

Ein Sieg der Moral

Beim 3:1 gegen Braunschweig zeigen die Stuttgarter Kickers Geschlossenheit

STUTTGART. Die Handschrift des neuen Kickers-Trainers Rainer Kraft ist beim 3:1-Sieg in der dritten Liga gegen Braunschweig sichtbar geworden. Dennoch sagte er: „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, die Leistung muss besser werden.“ Schon morgen in Jena?

Von Joachim Klumpp

Alle auf einen. Nach dem Schlusspfiff stürmte die komplette Mannschaft zu Manuel Salz. Denn die Kickers-Spieler wussten genau, wem sie den 3:1-Sieg gegen Eintracht Braunschweig letztendlich zu verdanken hatten: ihrem Torhüter, dessen gehaltener Strafstoß in der 65. Minute die Wende einleitete. „Wenn der reingeht, weiß ich nicht, ob wir noch mal ins Spiel zurückkommen“, gab der Stuttgarter Trainer Rainer Kraft zu. Salz, der bereits seinen vierten Strafstoß in dieser Saison parierte, wollte sich zu seiner Zukunft nicht äußern. „Ich werde alles für den Klassenverbleib geben, danach sieht man weiter.“

Als gelungener Schachzug erwies sich zudem die Einwechslung von Orlando Smeekes, der mit einem Traumpass das 2:1 durch Danny Galm vorbereitete. Vier Minuten drehten ein Spiel, das Braunschweig nicht verlieren muss, vielleicht sogar nicht verlieren darf. Doch in diesen 240 Sekunden zeigte sich vielleicht am deutlichsten, was unter dem neuen Trainer Rainer Kraft – in Zusammenarbeit mit seinem Assistenten Alexander Malchow – anders geworden ist. Es gibt eine klare Linie, Vorgaben, an die sich die Spieler halten. Kraft: „Man sieht ja, dass die Mannschaft Fußball spielt, und zwar miteinander.“

Was im Umkehrschluss heißen soll, dass zuvor einige nur für sich oder die Galerie gespielt haben, in den Augen der Trainer wohl die degradierten Parmak, Schürg und Landeka – die, zumindest am Samstag, nicht vermisst wurden. „Die Mannschaft ist näher zusammengerückt“, lautete das Urteil des Managers Joachim Cast. Das zeigte sich auch vor dem Anpfiff, wo wie schon in Dresden ein Kreis gebildet wurde. Alle zusammen: von der Nummer eins bis zum Betreuer. „Wenn da 25 Mann stehen, die wirklich wollen, dann spürt das der Gegner schon.“

Auch wenn sich Braunschweig davon zunächst nicht beirren ließ und durch Onuegbus Kopfball in Führung ging. Ein scharfer Freistoß von Traut auf Traub führte zu dem Ausgleich, am Ende setzte Bashiru Gambos Elfmetertreffer nach Foul an Tucci den Schlusspunkt vor 3110 Zuschauern. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden – die Leistung muss aber noch besser werden“, sagte Kraft, dem die Defizite im taktischen Bereich nicht verborgen blieben. Es war kein perfektes Spiel, aber ein effizientes. Und der Kapitän Alexander Rosen sagte: „Der Trainer gibt uns Selbstvertrauen. Aber wir tun gut daran, jetzt nicht mit dem Rechnen anzufangen.“

Ein bisschen Mathematik ließ sich der Manager Joachim Cast dann doch noch entlocken: „Unsere Chancen auf den Klassenverbleib sind um ein paar Prozent gestiegen.“ Um wie viel, wollte er nicht verraten. „Wir denken nur von Spiel zu Spiel.“ Schon morgen geht“s nach Jena, dem nächsten Abstiegsendspiel. Dort will dann auch der Präsident Dirk Eichelbaum wieder 90 Minuten vor Ort sein, nachdem er am Samstag in der Halbzeit kurz nach Hause fuhr. Weil er dabei einen Unfall baute, verpasste er die zweite Hälfte und die Siegtreffer. „Die Reparatur wird ein paar Tage in Anspruch nehmen“, sagt er. Immerhin macht ja zurzeit die Reparatur der Mannschaft Fortschritte.

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Härter – Traut (86. Steinle), Rosen, Gambo, Ivanusa – Tunjic (63. Smeekes), Galm (88. Tucci).

Braunschweig: Fejzic – Brinkmann, Schanda, Dogan, Boland – Rodrigues, Lenze (83. Banser), Kruppke, Pfitzner (71. Morabit) – Schied (63. Danneberg), Onuegbu.

Schiedsrichter: Hammer (Ranis).

Tore: 0:1 Onuegbu (15.), 1:1 Traub (35.), 2:1 Galm (69.), 3:1 Gambo (90./Elfmeter).

Besonderes Vorkommnis: Salz hält Foulelfmeter von Dogan (65.).

Rote Karte: Fejzic (90./Notbremse).

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Salz hält die Hoffnung am Leben
Drucken Versenden

Die minimale Chance auf den Klassenverbleib besteht weiter

Die Stuttgarter Kickers haben den Kampf um den Klassenverbleib in der dritten Fußball-Liga noch nicht aufgegeben: Am Samstag schlugen die Blauen Eintracht Braunschweig mit 3:1 – vor allem dank Torhüter Manuel Salz.

Von Jürgen Kemmner

STUTTGART. Mathematiker muss man bei den Kickers nicht sein, um zu wissen, was die Tabelle verrät. Vier Spieltage vor Saisonschluss fehlen fünf Punkte ans rettende Ufer – Trainer Rainer Kraft formulierte es in seiner trockenen Art, Dinge zu beschreiben, so: „Es gibt nichts zu rechnen – wir müssen alle Spiele gewinnen, um drinzubleiben. Punkt.“ Damit ist das Wesentliche über Sorgen und Hoffnungen bei den Kickers aus Stuttgart erschöpfend gesagt.

Holen wir aber etwas weiter aus. Gegen Braunschweig haben die Blauen da weitergemacht, wo sie in Dresden aufgehört hatten. Zweiter Sieg in Folge, es gelingt dem Coach offenbar, die Blockaden in den Köpfen zu lösen – hin und wieder wagte außer Bashiru Gambo einer eine Aktion mit Ball, es wurde kombiniert, nicht mehr jede Kugel hoch weggedroschen. Aber es kehrte kurz nach der Pause wieder die lähmende Angst vorm Verlieren zurück. Die Kickers ließen sich immer weiter zurückdrängen, Marcus Mann foulte Dennis Kruppke im Strafraum – und wenn Manuel Salz den Strafstoß von Deniz Dogan nicht pariert hätte, wäre den Kickers-Fans wohl kaum ein Happy End vergönnt gewesen. „Ich glaube nicht“, bekannte Kraft, „dass wir nach einem 1:2 noch einmal zurückgekommen wären.“

So war es wieder einmal Salz, der den Blauen einen Sieg ermöglichte – am Samstag parierte der 23-Jährige den vierten Elfmeter in dieser Saison. „Es zahlt sich aus, dass ich Statistiken führe“, sagte der Keeper, „Dogan hat seine beiden Elfer in diese Ecke geschossen, deshalb bin ich dahin gegangen.“ Auch in der ersten Hälfte hatte Salz stark reagiert, als kurz nach dem 0:1 der Braunschweiger Marcel Schied alleine aufs Kickers-Tor zulief – das schnelle 0:2 wäre vielleicht auch schon das Ende aller blauen Träume gewesen. Doch Salz war auf dem Posten. Die wiederholten Glanztaten des jungen Mannes haben sich längst herumgesprochen, Zweitligist SC Freiburg hat schon vorgefühlt. Sein Abschied nach Saisonende ist auch im Fall des Klassenverbleibs kaum zu verhindern. „Zu meiner Zukunft sage ich nichts – ich konzentriere mich ganz auf die Kickers“, sagte Salz.

Nach dem Erfolg hielten die Granden auf der Waldau den Ball betont flach – markige Sprüche wie „jetzt packen wir“s“ waren tabu. „Wir wollen alle Kräfte in der scheinbar ausweglosen Situation mobilisieren“, sagte Manager Joachim Cast. Auf diese Linie schwört auch Kraft seine Mannschaft ein – alle rücken noch enger zusammen. Offenkundig wird diese neue Philosophie auch für die Zuschauer, wenn sich die Blauen – inklusive aller Ersatzspieler und des Trainerstabs – vor dem Anpfiff auf dem Platz zum Kreis formieren und sich einschwören. Die Blauen haben es noch selbst in der Hand, drei der vier Gegner sind direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. Vier Siege, die Kickers kämen auf 43 Punkte – das würde wahrscheinlich zum Nichtabstieg reichen. Ein bisschen rechnen, Entschuldigung, Herr Kraft, muss erlaubt sein.

Stuttgarter Nachrichten

Wie ausgewechselt

Die Stuttgarter Kickers bleiben nach dem 3:1 gegen Eintracht Braunschweig weiter im Rennen um den Klassenverbleib

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist zu neuem Leben erwacht. Das 3:1 (1:1) gegen Eintracht Braunschweig war der zweite Sieg in Folge – und der Beweis dafür, dass der Trainerwechsel zu spät erfolgte. Noch fünf Punkte trennen die Kickers vom rettenden Ufer. Vier Spiele stehen für die Aufholjagd aus. Die Hoffnung bleibt.

Von Beate Wockenfuß

Die Freude über den siebten Saisonsieg der „Blauen“ war gedämpft. Schließlich verstärkte der neuerliche Triumph im Schlussspurt unter Trainer Rainer Kraft die Gewissheit, was alles möglich gewesen wäre, wenn, ja wenn. . . Kraft und Co-Trainer Alexander Malchow haben es geschafft, der unter Edgar Schmitt zunehmend demoralisierten Mannschaft den Glauben an sich selbst zurückzugeben. Die Blockade scheint gelöst. Wie schon in Dresden ist es den Kickers auch gegen Braunschweig gelungen, einen Rückstand aufzuholen und das Spiel noch zu drehen. „Wir haben jetzt zwei Wochen gezielt trainiert. Die Trainer geben uns Selbstvertrauen, sie feuern uns an und motivieren uns“, erklärt Kapitän Alexander Rosen die mentale Wandlung. Und auch Torwart Manuel Salz hat ein stärkeres Teamgefühl ausgemacht: „Wir sind näher zusammengerückt, helfen uns gegenseitig, wenn mal jemand einen Fehler macht.“ So geschehen in der 65. Minute, als Innenverteidiger Marcus Mann beim Stand von 1:1 einen Strafstoß verursachte. Salz parierte zum vierten Mal in dieser Saison – und leitete die Wende ein. Vier Minuten später erzielte Danny Galm nach einem Traumpass von Orlando Smeekes das 2:1, Bashiru Gambo sorgte per Foulelfmeter für den 3:1-Endstand (90.+2). In der ersten Hälfte hatte Torsten Traub (35.) den Führungstreffer von Kingsley Onuegbu (15.) egalisiert. „Der Mut kommt langsam wieder zurück“, konstatiert Kraft, ist sich aber zugleich bewusst: „Die Leistung muss besser werden.“ Das sagt der Coach mit der gleichen Ruhe, die ihn auch an der Seitenlinie auszeichnet. Dieses Auftreten gibt der Mannschaft Sicherheit. „Wir haben einen ganz klaren Plan, an den sich jeder hält. Und von diesem Plan werden wir nicht abweichen, egal was passiert“, erklärt Kraft. Doch nicht nur die klare Linie ist der Unterschied zu Schmitt. Statt Woche für Woche mit den ewig gleichen Parolen um sich zu werfen, über fehlende Ordnung auf dem Platz und mangelnde Professionalität neben dem Platz zu lamentieren, handelt das neue Trainergespann. Mit Erfolg. „Wir blicken jetzt nur nach vorn“, sagt Kapitän Rosen. Nach vorn heißt erst einmal bis zum nächsten Spiel. Das steht bereits morgen (18.30 Uhr) beim FC Carl Zeiss Jena an. „Wir tun gut daran, den Fehler der vergangenen Saison und der vorigen Spiele nicht wieder zu begehen. Denn wenn wir jetzt immer wieder anfangen zu rechnen, gehen von der Konzentration einige Prozentpunkte verloren. Das darf nicht passieren“, warnt der Mittelfeldspieler. Und Kraft betont: „Es gibt schon lange nichts mehr zu rechnen. Wir müssen gewinnen. Punkt.“

statistik

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Härter – Traut (86. Steinle), Rosen, Gambo, Ivanusa – Tunjic (63. Smeekes), Galm (88. Tucci).

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Brinkmann, Schanda, Dogan, Boland – Rodrigues, Lenze (83. Banser), Kruppke, Pfitzner (71. Morabit) – Schied (63. Danneberg), Onuegbu.

Schiedsrichter: Hammer (Ranis).

Zuschauer: 3110.

Tore: 0:1 Onuegbu (15.), 1:1 Traub (35.), 2:1 Galm (69.), 3:1 Gambo (90.+2/Foulelfmeter).

Besonderes Vorkommnis: Salz hält Foulelfmeter von Dogan (65.).

Gelbe Karten: Galm / Kruppke.

Rote Karte: – / Fejzic (90./Notbremse).

Beste Spieler: Salz, Traub / Schanda, Onuegbu.

Eßlinger Zeitung

Stuttgarter Kickers geben Rote Laterne ab
Gambo setzt den Schlusspunkt

Die Stuttgarter Kickers klettern nach der siegreichen Partie gegen Eintracht Braunschweig zumindest vorübergehend vom letzten Tabellenplatz auf Platz 19. Braunschweig hatte bei dem zwischenzeitlichen Stand von 1:1 noch durch einen Strafstoß die Gelegenheit das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen, doch Kickers-Keeper Salz glänzte durch eine Parade.

Kickers-Coach Rainer Kraft nahm nach dem 2:1-Auswärtserfolg bei Dynamo Dresden zwei Änderungen seiner Startaufstellung vor: Gentner und Smeekes pausierten für Härter und Tunjic.

Auf der Gegenseite änderte Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht seine Startaufstellung im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen den SC Paderborn nur auf einer Position: Onuegbu durfte für Banser ran.

Die Anfangsphase der Partie gehörte zwar den Kickers, doch die Führung erzielten die Braunschweiger mit ihrer ersten Möglichkeit des Spiels: Nach einer Hereingabe von Rodrigues stand Onuegbu goldrichtig und köpfte zum 1:0 ein (15.). Doch die Stuttgarter ließen sich durch diesen Gegentreffer nicht aus der Ruhe bringen und drängten auf den Ausgleich. Eine knappe Viertelstunde später war es dann auch soweit: Nach einem tollen Freistoß von Traut musste Traub nur noch einschieben und erzielte das 1:1 noch vor der Pause (36.).

Braunschweig kam motivierter aus der Kabine und erspielte sich gute Möglichkeiten, bis es in der 65. Spielminute zu einem Aufreger kam: Mann foulte Kruppke innerhalb des Strafraums, weshalb Referee René Hammer nicht lange zögerte und auf Elfmeter entschied. Dogan trat an – und Salz parierte! Fast im Gegenzug kam die demotivierende Antwort der Kickers: Der kurz zuvor eingewechselte Smeekes legte den Ball auf Galm vor und dieser traf zum 2:1 (69.). Eintracht-Keeper Fejzic sah in der 90. Spielminute nach einer Notbremse noch die Rote Karte (90.) und zwang Boland somit bei einem anschließenden Strafstoß im Tor zu stehen. Gambo trat an den Elfmeterpunkt und traf – im Gegensatz zu Dogan – zum 3:1-Endstand (90.+3).

Die Stuttgarter Kickers sind am Dienstag zu Gast in Jena und Braunschweig empfängt am Sonntag die Fortuna aus Düsseldorf.

Kicker

Die Einstellung stimmt erst in der Nachspielzeit

Eintracht verliert, hat aber weiter acht Punkte Vorsprung auf ersten Abstiegsplatz
Von Marc Rotermund

STUTTGART. Erst als der Tabellenletzte sie sogar demütigen wollte, legten Eintrachts Spieler das Zweikampfverhalten an den Tag, das zum Bestehen des Abstiegskampfes erforderlich ist.

Die Nachspielzeit läuft, Orlando Smeekes streichelt sekundenlang den Ball aufreizend lässig, bis es Dennis Kruppke zu bunt wird. Braunschweigs Regisseur läuft den Stürmer der Stuttgarter Kickers über den Haufen und gibt ihm noch einige passende Worte mit auf den Weg.

Eine Einstellung wie diese über 90 Minuten – und Eintracht hätte am Samstag das Spiel der dritten Fußball-Liga beim Schlusslicht nie und nimmer mit 1:3 (1:1) verloren. Der wiedererstarkte Kingsley Onuegbu hatte die Braunschweiger in der 15. Minute in Führung gebracht. In der Folgezeit aber trafen Torsten Traub (35.), Danny Galm (69.) und Bashiru Gambo (90.+2) für die kampfstärkeren Kickers.

Das einzig Positive: Aalen unterlag gestern bei Werder Bremen II mit 1:3. Eintrachts Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt vier Spieltage vor Schluss deshalb weiter acht Punkte und das weit bessere Torverhältnis.

Das wusste Torsten Lieberknecht noch nicht, als er mit seiner Mannschaft hart ins Gericht ging. „Die Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben, denn wir haben nie die richtige Einstellung zum Spiel gefunden“, kritisierte Eintrachts Trainer und betonte: „Ich hatte eine andere Einstellung erwartet.“

Spielerisch war Eintracht mindestens eine Klasse stärker als die Kickers. Und auch das Chancenplus lag eindeutig auf Seiten der Braunschweiger. Sie agierten aber erneut nicht zielstrebig und zupackend genug. „Wir haben es wieder einmal nicht geschafft, unsere Vorteile zu nutzen“, klagte der sportliche Leiter Marc Arnold. Nicht nur er fühlte sich erinnert an die Auswärtsspiele in Jena und Wuppertal, die Eintracht trotz spielerischer Überlegenheit ebenfalls verloren hatte.

Zu allem Überfluss verschoss der sonst so sichere Deniz Dogan in Stuttgart in der 65. Minute nach einem Foul an Dennis Kruppke einen Strafstoß. Damit nicht genug: In der Nachspielzeit sah Schlussmann Jasmin Fejzic nach einer Notbremse die rote Karte. Weil das Auswechselkontigent erschöpft war, musste Linksverteidiger Mirko Boland für gut eine Minute ins Tor – in einer Partie, die Eintracht nie und nimmer hätte verlieren dürfen.

Newsclick

Das Hoffen auf den Klassenverbleib geht weiter – 3:1-Heimerfolg gegen Braunschweig

Nach einem packenden Drittligaspiel dürfen die Kickers nach dem heutigen 3:1-Sieg über Eintracht Braunschweig weiter an den Klassenverbleib glauben. Wie schon in Dresden drehte die Mannschaft von Trainer Rainer Kraft einen Rückstand , nachdem Braunschweigs Onuegbu die Gäste mit 1:0 in Front köpfte (15.). Doch per Volleyschuss traf Torsten Traub noch vor der Halbzeit zum 1:1-Ausgleich (35.). Der Knackpunkt des Spiels war aber endgültig der gehaltene Foulelfmeter von Manuel Salz gegen Dogan, den der Kickers-Schlussmann klasse parierte (63.). Nur Minuten später schickte Orlando Smeekes seinen Sturmpartner Danny Galm mit einem sensationellen Pass, Galm traf mit seinem dritten Saisontreffer eiskalt zum 2:1 (69.). In den Schlussminuten bekam Gästekeeper Fejziz noch die Rote Karte, den fälligen Foulelfmeter verwandelte Bashiru Gambo sicher zum 3:1-Endstand (90.).

Offizielle Homepage

Vorberichte Stuttgarter Kickers – Eintracht Braunschweig

Kickers heute gegen Braunschweig

Härter und Tunjic drängen sich auf
STUTTGART (ump). Fünf Spieltage vor Schluss ist die Ausgangssituation der beiden Stuttgarter Clubs in der dritten Fußballliga nur in einem Punkt identisch: beide sind noch nicht gerettet. Der VfB Stuttgart II will heute bei Erzgebirge Aue die drei Punkte holen, um auch die letzten Zweifel am Klassenverbleib auszuräumen und dann den Nachfolger für Trainer Rainer Adrion (als Favorit gilt Jürgen Hartmann) vorstellen zu können. Für den Lokalrivalen und Tabellenletzten Stuttgarter Kickers wäre dagegen selbst ein Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig (14 Uhr, Gazi-Stadion) nur ein kleiner Schritt auf diesem Weg.

Nachdem der neue Kickers-Trainer Rainer Kraft unter der Woche durch die Suspendierungen von Mustafa Parmak, Michael Schürg und Josip Landeka – wobei nur der Letztgenannte bei der 1:2-Niederlage am Mittwoch in der Oberliga gegen Durlach zum Einsatz kam – zumindest personell für klare Verhältnisse gesorgt hat, gilt es heute, den zarten Aufschwung aus dem Dresden-Spiel auch gegen Braunschweig fortzusetzen. Von der Aufstellung her wäre links in der Abwehrkette Jens Härter eine Alternative für den zuletzt etwas ausgelaugt wirkenden Thomas Gentner und im Angriff der kopfballstarke Siegtorschütze Mijo Tunjic für Orlando Smeekes. Der wiederum hat vergangene Woche in Dresden offensichtlich Werbung in eigener Sache betrieben, jedenfalls hat der niederländische Dynamo-Trainer Ruud Kaiser ein Auge auf seinen Landsmann geworfen und sagt: „Wir haben ihn auf der Liste.“

Auch abseits des Platzes laufen die Planungen der Kickers weiter. Während das für den Fall des Abstiegs richtungsweisende Gespräch mit dem Hauptsponsor Eduardo Garcia Anfang nächster Woche stattfinden soll, hat der Werbepartner Auto-Palazzo für die Kickers-Fans ein zusätzliches Bonbon im Saisonendspurt parat. Für jeden Punkt, den die Mannschaft noch holt (bei fünf Spielen also maximal 15 Zähler), gibt es beim Kauf eines Neuwagens ein Prozent Rabatt. Zudem setzt die Firma zu den beiden verbleibenden Auswärtsspielen nach Jena und Bremen jeweils einen Fanbus ein. Mit diesen Aktionen signalisiert der Sponsor nicht nur seine Verbundenheit zu den Kickers, sondern auch: wir wollen selbst in der Regionalliga weitermachen. Was die Mannschaft aber nicht daran hindern soll, ihre Minimalchance auf den Klassenverbleib zu wahren.

Stuttgarter Zeitung

Immer noch Optimismus bei den Kickers

Nur ein Sieg über Braunschweig hält bei den Blauen die Hoffnung auf den Klassenverbleib aufrecht

Von Jürgen Kemmner

und Jürgen Frey

STUTTGART. Noch fünf Spiele sind es in der dritten Fußball-Liga für die Stuttgarter Kickers – höchstwahrscheinlich. Die Blauen haben sieben Punkte Rückstand aufs rettende Ufer, nur ein Sieg an diesem Samstag (14 Uhr/Gazistadion) über Eintracht Braunschweig hält das letzte Fünkchen Hoffnung noch aufrecht. Rainer Kraft muss sich derzeit vorkommen wie ein Kapitän, dessen Schiff leckgeschlagen ist und dessen Mannschaft versucht, das Wasser mit Schnapsgläsern aus dem Boot zu schöpfen. „Rechnerisch ist noch alles möglich“, sagt der Kickers-Trainer, „auch wenn die Wahrscheinlichkeit auf den Nichtabstieg gering ist.“

Was bleibt dem 46-Jährigen, um im Endspurt noch das Allerletzte aus seinem Team herauszuholen? Die personellen Konsequenzen sind gezogen, die körperlichen Grundlagen in Kondition und Technik kurzfristig nicht groß veränderbar – also verlegt sich Kraft darauf, den Profis den Druck zu nehmen. In der Vorbereitung auf die Eintracht weicht der Blick nicht vom Gegner, selbst ein vorsichtiges Schielen zur Tabellensituation ist verboten. „Wir konzentrieren uns ausschließlich auf Braunschweig“, sagt der Coach, „wir machen uns keine Gedanken, über was ist wenn oder Ähnliches. Wir müssen positiv denken und dürfen nicht die Probleme in den Vordergrund stellen.“

Bei Dieter Wahl ist diese Denke längst angekommen. Das Präsidiumsmitglied der Blauen ist sich sicher, dass die Kickers die Eintracht mit Hilfe der Fans besiegen können. „Wir haben nach dem 2:1 in Dresden plötzlich wieder eine Chance“, sagt Wahl, „die Mannschaft hat erkannt: Wir können es noch packen – und ich glaube sowieso fest an das blaue Wunder.“ Hilfe von der Eintracht – wo Wahls Neffe Marc Arnold als sportlicher Leiter arbeitet – ist gänzlich unnötig. „Wir benötigen keine Unterstützung“, betont Wahl.

Die Vorzeichen für die Kickers stehen immerhin nicht so schlecht: Für Braunschweig geht es im Gazistadion um die Goldene Ananas – das Team steht jenseits von Gut und Böse. Und Trainer Kraft hat alle Mann an Bord. Der Kickers-Kahn hat bedrohlich Schlagseite, gesunken ist er noch nicht.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers wollen nachlegen

Stuttgart (bw) – Mit neuem Teamgeist und Selbstvertrauen empfangen die Stuttgarter Kickers heute (14 Uhr) zum drittletzten Heimspiel Eintracht Braunschweig. (…)

Stuttgarter Kickers

Der 2:1-Sieg bei Dynamo Dresden hat die Kickers nicht nur im Kampf um den Klassenverbleib im Rennen gehalten, sondern war mindestens ebenso wertvoll für das Selbstvertrauen. „Wir wollen auch gegen Braunschweig gewinnen. So haben wir die Mannschaft vorbereitet“, betont Trainer Rainer Kraft, der durch die Suspendierungen von Mustafa Parmak, Michael Schürg und Josip Landeka ein Zeichen gesetzt hat. „Wir haben nur eine Chance, wenn wir als Mannschaft zu hundert Prozent funktionieren. Da muss sich jeder komplett mit einbringen“, begründet der Coach die Disziplinarmaßnahme. Jetzt sind noch 20 Spieler im Training, „auf die wir uns zu hundert Prozent verlassen können“. Fünf Spiele vor dem Saisonende hat das Schlusslicht sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Panik kommt bei Kraft allerdings nicht auf. „Wir spielen gegen Braunschweig, haben dann ein Ergebnis und konzentrieren uns anschließend auf das nächste Spiel“, behält er die Ruhe. Gegen den Tabellenelften kann der Trainer personell aus dem Vollen schöpfen. Rechtsverteidiger Moritz Steinle kehrt nach seinem Virusinfekt wieder in den Kader zurück.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Gentner – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa – Galm, Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Lieberknecht hält an Schied fest

Glückloser Stürmer soll heute in Stuttgart spielen
Von Marc Rotermund

BRAUNSCHWEIG. Der Fußball-Drittligist spielt heute bei Schlusslicht Stuttgarter Kickers und will die theoretisch noch fehlenden Punkte für den Klassenerhalt einfahren.

Den Tabellenzweiten Paderborn hat Eintracht vor einer Woche in beeindruckender Manier mit 2:0 bezwungen – und was passiert heute von 14 Uhr an beim Schlusslicht Stuttgarter Kickers?

„Der Kopf spielt eine große Rolle. Alle müssen sofort die richtige Einstellung finden. Schließlich brauchen wir noch Punkte, um ganz sicher den Klassenerhalt geschafft zu haben“, sagt Torsten Lieberknecht, der Trainer des Braunschweiger Fußball-Drittligisten. Er betont: „Ich bin sicher, die Mannschaft wird die richtige Einstellung finden.“

Erforderlich ist das allemal. „Die Kickers haben nach ihrem Sieg in Dresden noch einmal Lunte gerochen und kämpfen gegen uns um ihre letzte Chance. Sie stehen ohnehin viel zu weit unten in der Tabelle, denn sie verfügen über einige technisch gute Spieler,“ meint der Braunschweiger Coach.

Von der Kategorie Techniker hat auch er Spieler im Kader – zum Beispiel Tim Danneberg. Nach seiner Operation am Jochbein ist der defensive Mittelfeldakteur überraschend früh wieder ins Training eingestiegen. Zur Sicherheit trägt er in den Einheiten eine Gesichtsmaske. Ob Danneberg heute in Stuttgart schon in der Startelf steht und zum Beispiel Christian Lenze ersetzt, entscheidet sich kurzfristig.

Weiter festhalten wird Lieberknecht an Marcel Schied. Der Stürmer vergab gegen Paderborn beste Chancen en masse und ist mittlerweile seit Mitte Februar ohne Tor. „Wir versuchen, ihm im Training zu helfen, damit er nicht verkrampft“, sagt Eintrachts Coach und betont: „Marcel ist sehr, sehr engagiert und lässt sich überhaupt nicht beirren.“

Newsclick

Vorschau
Spielinfos:

Anstoß: 02.05.2009 14:00
Stadion: Gazi-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Hammer (Ranis)
Assistenten: Lämmchen (Meuselwitz), Albert (Tannenbergsthal)

Stuttgarter Kickers: Steinle ist nach Krankheit wieder fit. An seiner Stelle könnte auch Deigendesch beginnen, Härter kommt statt Gentner infrage.

Eintracht Braunschweig: Im Angriff könnte Banser den zuletzt glücklosen Schied ersetzen.

Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa – Galm, Smeekes

Trainer: Kraft

Eintracht Braunschweig
Fejzic – D. Brinkmann, Schanda, D. Dogan, Boland – Pfitzner, C. Lenze, Kruppke, Rodrigues – Onuegbu, Schied

Trainer: Lieberknecht

Kicker

„Stuttgart klammert sich an den letzten Strohhalm“

Lieberknecht will beim Tabellenschlusslicht punkten

„Nach dem eindrucksvollen Sieg gegen den Tabellenzweiten aus Paderborn am vergangenen Samstag geht es jetzt gegen das Tabellenschlusslicht. Da spielt der Kopf eine große Rolle. Wir wissen, dass wir noch Punkte brauche, um ganz sicher zu gehen und müssen von Beginn an die richtige Einstellung zeigen“, sagt Trainer Torsten Lieberknecht auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Spiel bei den Stuttgarter Kickers (Samstag, 2. Mai, 14 Uhr).

„Nach dem Sieg gegen Dynamo Dresden hat Stuttgart Lunte gerochen. Wenn man sieht, wie sie sich vor dem Spiel in einen Kreis gestellt und eingeschworen haben, weiß man, dass sie sich an den letzten Strohhalm klammern werden. Sie stehen aus meiner Sicht eigentlich viel zu weit unten drin, denn sie haben zwei erstligaerfahrene Spieler in ihren Reihen. Dazu kommt mit Smeekes ein Akteur, dessen Schnelligkeit überragend ist“,so Lieberknecht. „Im Hinspiel hatte wir in der 1. Halbzeit unzählige Torchancen und die Stuttgarter fest im Griff, konnten das Spiel aber dennoch nicht gewinnen. Deshalb ist die richtige Einstellung wichtig.“

Welche Profis die Reise nach Stuttgart antreten werden, wollte Lieberknecht indes noch nicht verraten. „Es sind alle Spieler wieder im Training, auch Matthias Henn, aber für einige ist es noch zu früh. Tim Danneberg hat erstmals mit Gesichtsmaske trainiert, ob er dabei ist, wird sich morgen nach dem Training entscheiden“, erläutert der Coach. Experimente wie im Pokalfinale gegen Emden wird es allerdings nicht geben. „Dafür ist nicht die Zeit. Wenn es Wechsel gibt, dann aus taktischen Gründen“, so Lieberknecht. Auf Nachfrage, ob mit einer veränderten Leistung bei Marcel Schied zu rechnen ist, sagte der Trainer: „Marcel ist sehr engagiert und lässt sich nicht beirren. Er setzt sich selber unter Druck und die Mannschaft versucht ihm zu helfen.“

Eintracht Braunschweig

StN: Bayern-Spiel als Rettungsanker

Kickers brauchen Geld – vor allem wenn“s am Samstag schiefgeht

STUTTGART (jüf). Für die Stuttgarter Kickers steht im Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig viel auf dem Spiel. Bleibt ein Sieg aus, wäre der letzte Funke Hoffnung auf den Ligaverbleib weg. Damit würde sich die finanzielle Lage verschärfen. Um die Deckungslücke zu stopfen, soll das Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern (21. Juli) möglicherweise an einen Sponsor verkauft werden, um schon vorher Geld in die Kasse zu bekommen. Aus der Partie gegen die Münchner wird eine Netto-Einnahme von rund 100 000 Euro erwartet. Zum Vergleich: Im Rahmen des Benefizspiels gegen den VfB Stuttgart kamen 54 000 Euro für die Blauen zusammen. Jetzt schon sicher: Für das Spiel in Jena (5. Mai) sponsert ein Gönner kostenlos einen Fan-Bus.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zur Bündelung der Kräfte im Abstiegskampf

Die Kickers bündeln die Kräfte

Im Endspurt der dritten Liga setzt der Trainer Rainer Kraft auf Spieler, „die uns am meisten helfen“

STUTTGART. Gestern haben die Stuttgarter Kickers die angekündigten Personalien umgesetzt. Der Trainer Rainer Kraft hat die Spieler Parmak, Schürg und Landeka ausgemustert, die sich bei der zweiten Mannschaft fit halten dürfen.

Von Joachim Klumpp

Als die Mannschaft der Stuttgarter Kickers gestern um 10 Uhr das Trainingsgelände im ADM-Sportpark betrat, da fehlten einige Spieler: Mustafa Parmak, Michael Schürg und Josip Landeka, dazu wird Sokol Kacani, wie zuletzt schon, vorwiegend bei der zweiten Mannschaft trainieren. Eine Maßnahme, die der Trainer am Wochenende schon angekündigt hatte, um im Schlussspurt der Liga auf jene Spieler zu setzen, „von denen wir überzeugt sind, dass sie uns am meisten helfen“, wie Rainer Kraft es ausdrückt.

Er hat diese Entscheidung mit seinem Assistenten Alexander Malchow getroffen sowie in Abstimmung mit dem Kickers-Manager. „Das ist eine sinnvolle und notwendige Maßnahme“, sagt Joachim Cast. Das sieht zumindest Parmaks Berater Michael Hofstetter etwas anders: „Wir wissen alle, dass er besser spielen könnte, wenn er hundertprozentig fit wäre. Aber wenn sie meinen, das sei richtig, kann man es nicht ändern.“ Den genannten Spielern ist es freigestellt, sich bei der zweiten Mannschaft fit zu halten, „was wir ihnen empfehlen“, sagt Kraft.

Wenn die Kickers ihre minimale Chance auf den Klassenverbleib wahren wollen, dann geht das nur über eine mannschaftliche Geschlossenheit. So ähnlich also wie sie zum Beispiel Jahn Regensburg in dieser Saison demonstriert, das mit einem keineswegs besser besetzten Kader deutlich mehr Punkte auf dem Konto hat. Diese Kraft“sche Bündelung der Kräfte auf 20 Feldspieler im Abstiegskampf wirft natürlich die Frage auf, ob der Kader zuvor nicht übermäßig aufgebläht worden ist. Zeitweise standen schließlich bis zu 28 Spieler auf der Liste. „Diese Kritik kann man natürlich anbringen“, sagt Cast, gibt aber zu bedenken, dass in der Winterpause fünf, sechs Langzeitverletzte im Aufgebot standen. „Deshalb haben wir Spieler wie Köpf und Dittrich noch dazugenommen.“

Diese Alternativen waren eigentlich als Vorteil gedacht, angesichts der vielen englischen Wochen zum Beginn der Rückserie. Doch dieses Konzept ging nicht auf. „Die Rotation hat nicht so funktioniert, wie wir erhofft hatten“, gibt der Manager Cast zu. Unter dem Trainer Edgar Schmitt wechselten Personen und Systeme am Ende auch zu häufig, als dass man von Kontinuität sprechen konnte – was dann auch noch in den ersten beiden Spielen unter Kraft seine Auswirkungen hatte. „Wir hatten einfach nicht die Zeit, um kurzfristig groß etwas zu verändern“, sagt Kraft im Rückblick auf die beiden Partien gegen Regensburg und Wuppertal.

Das ist inzwischen anders, was sich auf die Stimmung und vor allem das Selbstbewusstsein der Mannschaft positiv niederschlagen soll. „Dennoch mussten wir in Dresden das Glück auch ein Stück weit erzwingen“, sagt Kraft. „Die Abstimmung im Defensivverhalten hat noch nicht so gut geklappt, und in der Offensive müssen wir die Konter besser zu Ende spielen“, so lauten Krafts Schwerpunkte dieser Woche, in der das Augenmerk nur dem Heimspiel gegen Braunschweig gilt. „Wir brauchen nicht nur jeden Punkt, sondern auch jeden Zuschauer“, sagt der Trainer und verspricht: „Die Einstellung wird stimmen.“ Das Ergebnis auch?

Stuttgarter Zeitung

Aussortierte Spieler bei Kickers II am Ball

STUTTGART (jüf). Wie angekündigt trainiert Chefcoach Rainer Kraft beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers seit gestern nur noch mit 22 Spielern. Die aussortierten Mustafa Parmak, Michael Schürg, Sokol Kacani und Josip Landeka erklärten allesamt, dass sie sich im Training der zweiten Mannschaft fit halten möchten und möglichst auch im Oberligateam spielen wollen. „Ich kann die Entscheidung zwar nicht nachvollziehen, doch ich akzeptiere sie zum Wohle der Kickers“, erklärte Schürg, an dem Ligarivale Kickers Emden interessiert sein soll. „Vielleicht kann ich mithelfen, die zweite Mannschaft zum WFV-Pokalsieg und damit in den DFB-Pokal zu schießen“, ergänzte der 24-jährige Stürmer.

Kraft wollte sich zu den einzelnen Spielern nicht äußern – er erklärte vor dem Heimspiel am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig lediglich: „Wir haben jetzt die 20 Feldspieler, von denen wir glauben, dass sie die beste Mannschaft ergeben.“ Die Oberligaelf der Blauen spielt bereits heute (18.30 Uhr) daheim gegen den ASV Durlach. Wer von den aussortierten Spielern zum Einsatz kommt, entscheidet Trainer Björn Hinck kurzfristig.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zur fleißigen Spieler-Aussortiererei der Kickers

Ohne Landeka, Parmak, Schürg

Kickers reduzieren den Kader
STUTTGART (ump). Wenn die Mannschaft des stark abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers heute nach zwei freien Tagen wieder ins Training einsteigt, dann wird der Trainer Rainer Kraft seine Ankündigung wahrmachen und bis zum Saisonfinale auf drei Spieler verzichten. „Die Spieler sind informiert“, sagt Kraft nur.

Große Überraschungen wird es bei den Streichkandidaten allerdings nicht geben, nachdem Josip Landeka zuletzt schon aus disziplinarischen Gründen suspendiert worden war. Daneben dürfte es nun noch Mustafa Parmak und Michael Schürg treffen, die beide bereits die Fahrt zum Auswärtsspiel nach Dresden nicht mitgemacht haben und nun ebenfalls für die zweite Mannschaft freigestellt werden sollen.

Die bestreitet bereits morgen ein Nachholspiel gegen Durlach und steht zudem im Viertelfinale des WFV-Pokals, in dem sie am 6. Mai auf den Regionalligisten 1. FC Heidenheim trifft. Schon in den vergangenen Wochen hat die zweite Mannschaft auf Spieler von oben zurückgegriffen, zum Beispiel Sokol Kacani, Marcel Rapp oder Simon Köpf. Im Gegenzug sind die Verantwortlichen mit den bisherigen Oberligaspielern Marcel Ivanusa und Mijo Tunjic in Gesprächen über eine Vertragsverlängerung für die neue Saison.

Stuttgarter Zeitung

Kickers sortieren aus
Parmak, Schürg und Kacani

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers plant für die restlichen fünf Saisonspiele nur noch mit 20 Feldspielern und zwei Torhütern. Unter anderem spielen für Trainer Rainer Kraft künftig Mittelfeldspieler Mustafa Parmak sowie die Stürmer Michael Schürg und Sokol Kacani keine Rolle mehr. Ohne auf einzelne Namen einzugehen, begründete Kraft die Maßnahme wie folgt: „Wir müssen näher zusammenrücken und das Training effektiver gestalten.“

Präsident Dirk Eichelbaum mischte sich in die Entscheidung nicht ein: „Das ist Sache des Trainergespanns, das sich mit Manager Joachim Cast abgestimmt hat.“ Den aussortierten Spielern ist es freigestellt, sich im Training der zweiten Mannschaft fitzuhalten und möglicherweise auch dort zu spielen.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Dynamo Dresden – Stuttgarter Kickers (1:2)

Kraft mistet den Kickers-Kader aus
Der Trainer arbeitet bis Saisonende nur noch mit 20 Spielern

STUTTGART. Die Rechnung des Trainers Rainer Kraft ist beim 2:1-Sieg der Stuttgarter Kickers in Dresden aufgegangen. Ob die Rechnung des Tabellenletzten der dritten Liga am Ende auch aufgeht, ist eine andere Frage. „Wir schauen nur von Spiel zu Spiel“, sagt Kraft.

Von Joachim Klumpp

Der Kreis hat sich bei den Stuttgarter Kickers am Samstag schon vor dem Anpfiff geschlossen. Auf dem Spielfeld. Normalerweise wird dieses Ritual in der Kabine zelebriert, „doch diesmal wollten wir ganz offen demonstrieren, dass wir noch eine Mannschaft sind“, sagt der Kickers-Trainer Rainer Kraft zu der kleinen Programmänderung. Inwieweit diese zum 2:1-Sieg bei Dynamo Dresden beigetragen hat, ist zwar hypothetisch, doch insgesamt haben die Maßnahmen gefruchtet.

Zum einen ließ Kraft den „für unser Spiel“ nicht fitten Mustafa Parmak zu Hause, und auch Michael Schürg bekam „eine Denkpause“. Zum anderen erzielte ausgerechnet der für den Stürmer nachgerückte und in Dresden eingewechselte Mijo Tunjic drei Minuten vor Schluss den Siegtreffer. Alles richtig gemacht? „In diesem Fall stimmt das“, sagt Kraft, „aber da gehört auch etwas Glück dazu. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir Tucci oder Tunjic bringen sollen.“

Immerhin hat die Mannschaft vor 13 250 Fans in Dresden gezeigt, dass sie in der dritten Fußballliga mithalten kann, wenn sie zusammenarbeitet. Umso schwerer wiegen da die Punktverluste in den zwei Heimspielen gegen die Abstiegskonkurrenten Regensburg und Wuppertal. Doch nachkarten bringt nichts, „wir schauen nur von Spiel zu Spiel“, sagt Kraft. Vielleicht kann mit dieser Einstellung der Druck vom Team genommen werden, das mindestens vier der fünf Spiele gewinnen muss, um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenverbleib zu haben.

Rainer Kraft ist in Dresden seinem Motto treu geblieben, das da lautet: „Bei mir spielt die beste Mannschaft und es spielen nicht die besten Spieler – wenn die dann dazugehören, umso besser.“ Das könnte in der Schlussphase der Saison noch die eine oder andere Überraschung bereiten. Gestern und heute ist trainingsfrei, doch morgen wird laut Kraft endgültig ein Schnitt gemacht: „Wir trainieren bis zum Saisonende nur noch mit 20 Spielern.“ Das soll ein gezielteres Arbeiten möglich machen und die Zahl der unzufriedenen Spieler möglichst gering halten. Nachdem bereits Josip Landeka aus disziplinarischen Gründen bei der zweiten Mannschaft gelandet ist, droht dieses Los nun auch Parmak und Schürg. „Das werden wir noch mal intern besprechen, bevor wir Wasserstandsmeldungen abgeben“, so Kraft.

Genauso will es der Präsident Dirk Eichelbaum halten, was die Personalien Trainer und/oder Manager angeht. Auch die Frage, ob die Trennung von Edgar Schmitt nicht zu spät gekommen sei, hält er für überflüssig. „Wir hatten unsere Gründe, aber hinterher ist man manchmal schlauer.“ An den Planungen hat der Sieg in Dresden – in Anbetracht von sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz – nichts geändert.

Die Planung der vierten Liga hat Priorität vor der dritten, und den Etat aufzustellen „wird schwer genug“. Einige Sponsoren haben verlängert, andere gekündigt. „Wir müssen nachbessern“, sagt Eichelbaum. Zunächst einmal wird das Gespräch mit dem Hauptsponsor gesucht: „Wenn der ein Bekenntnis zum Verein abgibt, wäre das auch ein Signal an die anderen Sponsoren.“ Schließlich soll sich auch da der Kreis schließen.

Dresden: Keller – Hübener, Oppitz, Palionis – Pfeffer (81. Kügler), Truckenbrod, Wagefeld, Nikol – Savran (70. Müller), Dobry, Bröker.

Stuttgart: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Gentner (46. Härter) – Traut, Rosen, Gambo (80. Ortlieb), Ivanusa – Smeekes, Galm (67. Tunjic).

Schiedsrichter: Schumacher (Oberhausen).

Tore: 1:0 Savran (25.), 1:1 Galm (30.), 1:2 Tunjic (87.).

Stuttgarter Zeitung

Die Kickers lassen sich nicht hängen
2:1 in Dresden als positives Signal für Sponsoren und Fans – doch Sieg verbessert fast aussichtslose Lage der Blauen nur unwesentlich

Statt acht Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz sind es nur noch sieben. Doch Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers bleiben nach dem 2:1 in Dresden nur noch fünf Spiele zur Aufholjagd.

Von Jürgen Frey

DRESDEN/STUTTGART. Viele Kickers-Höhepunkte gibt es in dieser Saison nicht zu bestaunen. Einer davon war der Siegtreffer bei Dynamo Dresden durch den 21-jährigen Mijo Tunjic. Das Dumme daran für Dirk Eichelbaum: Als der eingewechselte Holländer mit viel Durchsetzungvermögen, Willen und Zielstrebigkeit drei Minuten vor Schluss sein Solo übers halbe Spielfeld kaltschnäuzig abgeschlossen hatte, war der Kickers-Präsident schon nicht mehr im Stadion. Er musste früher weg – da kein anderer Rückflug mehr zu bekommen war. Eichelbaum trug es mit Fassung: „Viel wichtiger war, dass die Mannschaft gezeigt hat, dass sie lebt.“ Sie ließ sich nicht hängen – und deshalb freute sich auch Präsidiumsmitglied Dieter Wahl: „Dieser Sieg ist ein letzter Hoffnungsfunke und war Gold wert.“

Weniger weil deshalb die Minimalchance auf den Ligaverbleib groß gestiegen wäre, sondern weil die Mannschaft zeigte, dass sie wenigstens einen Funken Charakter besitzt. „Natürlich wollen Sponsoren im Hinblick auf die neue Saison in erster Linie ein schlüssiges Konzept sehen, doch dieser Erfolg hilft uns in der Endphase der Saison weiter“, erklärte Wahl. Die restlichen drei Heimspiele werden durch den dreifachen Punktgewinn nun nicht zwangsläufig zu Geisterspielen. Auch wenn Wahls Prognose („Gegen Eintracht Braunschweig rechne ich mit 5000 Zuschauern, gegen den VfR Aalen mit noch mehr“) sehr kühn erscheint.

Der neue Cheftrainer beschäftigt sich mit solchen Dingen nicht. Für Rainer Kraft zählt nur das Hier und Jetzt: „Mannschaft und Trainerteam wollen in jedem Spiel zeigen, was wir können“, sagt er. In Dresden ist das gelungen. Dass seine Chancen mit solchen Siegen nicht kleiner werden, in der neuen Runde Trainer zu bleiben, ist klar. Doch eine Jobgarantie gibt Eichelbaum nicht: „Wir würden selbst bei einem Happy End nicht noch mal, vom Wunder geblendet, alles beim Alten lassen.“ Jeder kommt auf den Prüfstand. Das hielt Kraft nicht davon ab, gestern A-Junioren und Oberligaelf unter die Lupe zu nehmen. „Wir Trainer tun so, als ob es mit uns weiterginge“, sagt Kraft.

Schaden dürfte das den Kickers nicht.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers senden Lebenszeichen
Das Drittliga-Schlusslicht gewinnt in Dresden mit 2:1

Dresden (bw) – Die Stuttgarter Kickers haben sich noch nicht aufgegeben. Das Schlusslicht der dritten Fußball-Liga beendete mit dem glücklichen 2:1 (1:1)-Sieg bei Dynamo Dresden seine Durststrecke und wahrte damit die theoretische Chance auf den Klassenverbleib.

Mit ihrem sechsten Saisonsieg haben die Kickers in der Tabelle zumindest etwas den Rückstand verkürzt. Fünf Spieltage vor Schluss trennen sie aber immerhin noch sieben Punkte vom rettenden Ufer. „Wir liegen nach wie vor im Koma und sind in akuter Lebensgefahr“, hielt Trainer Rainer Kraft den Ball flach. „Es hat sich an unserer Situation überhaupt nichts geändert, außer, dass wir jetzt drei Punkte mehr haben“, betonte der Coach.Mann des Tages bei den Kickers war Mijo Tunjic. Der U-23-Spieler erzielte bei seinem zweiten Einsatz für die Profis drei Minuten vor dem Abpfiff nach einem entschlossenen Antritt den umjubelten Siegtreffer. Der Stürmer war in der 67. Minute für Danny Galm eingewechselt worden, der nach Zuspiel von Orlando Smeekes für den 1:1-Ausgleich gesorgt hatte (30.). Halil Savran war vor 13 253 Zuschauern der Schütze des Führungstors (25.). „Wir wollten unser Spiel durchziehen, egal, wie es steht. Das hat die Mannschaft hervorragend umgesetzt“, lobte Kraft. Seine Strategie, auf Durchhalteparolen zu verzichten, hatte neue Kräfte freigesetzt, die es sogar möglich machten, auf fremdem Platz ein Spiel zu drehen. „Das Team hat mit Sicherheit Selbstvertrauen getankt“, sagte der Coach, warnte aber zugleich: „Es braucht niemand den Kopf rauszuheben. Wir müssen den Sieg schnell abhaken.“ Nach zwei freien Tagen gilt ab morgen die volle Konzentration der Partie am Samstag gegen Eintracht Braunschweig. Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Gentner (46. Härter) – Traut, Rosen, Gambo (80. Ortlieb), Ivanusa – Galm (67. Tunjic), Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Dresden kann seine Chancen nicht nutzen
Tunjic schlägt spät zu

Die Partie zwischen Dynamo Dresden und dem Tabellenschlusslicht aus Stuttgart begann schnell und chancenreich. Vor allem in der ersten Hälfte lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Der 1:1-Halbzeitstand spiegelte den Spielverlauf durchaus wieder. Nach der Halbzeit waren die Gastgeber um mehr bemüht, den entscheidenden Treffer makierten aber die Schwaben.

Die Heimmannschaft startete im Vergleich zum 2:1 in Paderborn mit einer Veränderung in die Partie. Pfeffer rückte für Kegel in die Startaufstellung. Kickers-Trainer Rainer Kraft veränderte seine Startaufstellung nach dem 0:1 gegen Wuppertal am letzten Wochenende auf zwei Positionen. Rosen spielte für Parmak und der 20-jährige Gentner kam aus der zweiten Mannschaft für Ortlieb in die Abwehr.

Den Gästen war von Beginn an Entschlossenheit anzumerken, auch wenn die Heimmannschaft zunächst die besseren Chancen hatte. Dobry setzte sich nach 21 Minuten auf der linken Seite durch, sein Heber ging aber knapp übers Tor. Savran hatte vier Minuten später mehr Glück. Bröker schlug eine Flanke von der rechten Seite, der 23-jährige Savran war da und netzte zur 1:0-Führung für Dresden ein. Doch die Kickers steckten nicht auf: In der 30. Minute gelang Galm nach Zuspiel von Smeekes der 1:1-Augleich.

Die Sachsen überwanden ihrerseits den Schock ebenfalls recht schnell. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Dynamo die besseren Torraumszenen hatte. Mehr und mehr kam Dresden mit Bröker über die rechte Seite. Truckenbrod traf in der 41. Minute den Ball nicht richtig und vergab die beste Chance der Gastgeber nach dem Ausgleich.

Nach der Halbzeitpause nagelten die Dresdener die Kraft-Schützlinge in deren Hälfte fest, spielten sich aber selbst kaum noch Chancen heraus. Der entscheidende Pass wollte den Hausherren nicht gelingen. So versuchten sie es aus der Distanz, was aber, wie im Fall von Wagefeld (72.), auch nicht zum gewünschten Ergebnis führte.

Die Kickers schienen mit dem Unentschieden zufrieden und beschränkten sich darauf, dass Dresdener Spiel zu zermürben. Der 2:1-Siegtreffer der Gäste in der 86. Spielminute fiel dem zu Folge aus dem Nichts. Tunjic traf aus spitzem Winkel. Ein alles in allem glücklicher Sieg für die Kickers, die sich somit zumindest eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt wahren.

Dresden gastiert am nächsten Samstag bei der Fortuna in Düsseldorf. Die Stuttgarter Kickers empfangen zeitgleich die Eintracht aus Braunschweig.

Kicker

Dynamos schmerzhafte Landung
Von Sven Geisler
Die Dresdner verlieren auch zu Hause gegen Schlusslicht Stuttgarter Kickers mit 1:2.

Von einer Blamage wollte niemand reden. „Wenn man acht Chancen kreiert, hat man guten Fußball gespielt“, meinte Trainer Ruud Kaiser sogar. Trotzdem kassierte Dynamo Dresden gegen die Stuttgarter Kickers eine unnötige wie peinliche 1:2-Schlappe – und damit bereits die zweite Niederlage gegen das Schlusslicht der 3.Fußball-Liga.

Aufbaugegner Dynamo! „Die mögen uns auf jeden Fall“, sagte Thomas Bröker mit bissigem Unterton. Der flinke Außenstürmer hatte mit seiner Eingabe auf Halil Savran das Führungstor in der 25.Minute vorbereitet. Damit sah sich Kaiser bestätigt. „Unsere Planung war okay, schließlich haben wir 1:0 geführt“, erklärte der Trainer ungefragt seine taktische Formation.

Mit vier Angreifern und zwei Dreierketten dahinter hatte der Niederländer mal wieder eine überraschende Variante aufgestellt. Ausschlaggebend für die Niederlage war das System nur bedingt. Mit den Freiräumen im Mittelfeld konnten die harmlosen und verunsicherten Gäste jedenfalls kaum etwas anfangen. Doch den Gelb-Schwarzen mangelte es an Konsequenz im Abschluss und Konzentration in der Defensive.

So viele gute Chancen, wie Kaiser gezählt haben will, hatten die 13253 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Halbrund zwar nicht zu sehen bekommen, aber für einen Sieg hätten sie allemal reichen müssen. Vor dem Führungstreffer vergab Pavel Dobry nach klasse Zuspiel des agilen Sascha Pfeffer, indem er den Ball übers Dreiangel schlenzte, anstatt in die Mitte auf Jens Truckenbrod abzulegen (20.). Später scheiterte Savran mit einem eleganten Versuch. Sein Heber über Kickers-Keeper Manuel Salz ging am Tor vorbei (34.). „Da wollte einer den Maradona mimen“, ließ Kaiser zumindest Kritik anklingen.

Nach dem Seitenwechsel spielte sich Dynamo keine klaren Möglichkeiten mehr heraus, und die Fernschüsse (Maik Wagefeld, Gerrit Müller) konnten Salz nicht schrecken. „In der zweiten Halbzeit haben wir komplett den Faden verloren und nicht mehr gespielt, sondern nur noch lange Bälle geschlagen“, analysierte Thomas Hübener.

Die Schuldfrage ist mit der mangelnden Effektivität in der Offensive ohnehin nur zum Teil geklärt. „Natürlich müssen wir das 2:0 nachlegen“, meint Savran, und der Torschütze ergänzt: „Wir dürfen aber auch nicht so dumme Gegentreffer kassieren.“

Fehlerketten in der Defensive

Drei ordentliche Angriffe reichten den Stuttgartern, wobei ihnen die Dresdner den Weg frei machten. „Beim 1:1 hatten wir die Zentrale im Mittelfeld nicht besetzt“, analysierte Kaiser. Plötzlich stürmten vier Kickers auf drei Dynamos zu. Orlando Smeekes spielte auf Danny Galm, der die Kugel am herausstürzenden Axel Keller vorbei schob. „Das geht an der Mittellinie los, wo wir einen Rückpass spielen“, monierte der Torwart: „Ich schlage den Ball raus, wir können ihn nicht sichern und stehen ungestaffelt.“

Eine weitere Fehlerkette ging dem 1:2 in der 86.Minute voraus. „Das Tor fällt nach einem Einwurf, unglaublich!“, schimpfte Kaiser: „Unser Umschalten auf Defensive war ganz schlecht.“ Hübener räumte seine Mitschuld ohne Zögern ein. „Ich mache einen Pressschlag, statt den Ball direkt ins Aus zu klären“, sagte der 26-Jährige. Nach ihm versäumen es aber auch Truckenbrod und Volker Oppitz, den eingewechselten Mijo Tunjic energisch zu attackieren. Der trifft aus spitzem Winkel. Keller kommt zwar an den Ball. „Ich schaffe es aber leider nicht, ihn wegzudrücken“, erklärt der 31-Jährige.

Nach der Jubelstimmung in den vergangenen Wochen sind die Dresdner hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet. „Wir dürfen den Blick für die Realität nicht verlieren“, mahnt Keller und meint den Abstiegskampf. „Von der Mannschaft hat noch keiner gesagt, dass wir durch sind“, unterstreicht Kapitän Wagefeld. Bevor bei Dynamo schon Hochrechnungen angestellt werden können, wie viele Punkte möglich gewesen wären, müssen erst einmal noch drei Zähler für den sicheren Klassenerhalt geholt werden.

Sächsische Zeitung

Vorberichte Dynamo Dresden – Stuttgarter Kickers

Kickers ohne Druck

Sechs Spiele auf Bewährung

STUTTGART (ump). Die dritte Fußballliga geht in ihre Endphase. Sechs Spieltage vor dem Saisonende empfängt der VfB Stuttgart II heute (19 Uhr, Gazi-Stadion) Jahn Regensburg, die Kickers spielen morgen bei Dynamo Dresden.

Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen – so könnte das Motto der Stuttgarter Kickers für die letzten sechs Saisonspiele lauten, beginnend mit der Partie morgen (14 Uhr) bei Dynamo Dresden. Nach bisher zwei Spielen ohne Sieg unter dem Trainer Rainer Kraft sagt der: „Es gibt für uns keine Endspiele mehr, das haben wir auch der Mannschaft gesagt.“ Dennoch soll um jeden Punkt und jeden Tabellenplatz gekämpft werden – für Kraft eine Selbstverständlichkeit. „Schließlich geht es darum, dass jeder bereit ist, alles zu geben.“ Für den Verein, für die Mannschaft – und nicht zuletzt für sich selbst.

Denn im Falle des Abstiegs stehen alle Spieler (mit Ausnahme von Bashiru Gambo) ohne Vertrag da. Das kann Vor-, aber auch Nachteile haben. Denn nicht jeder wird ein Angebot von den Kickers bekommen. „Wir wollen ein Gerüst von sechs, sieben Stammspielern halten“, sagt der Manager Joachim Cast. Ganz oben auf der Wunschliste stehen die Innenverteidiger Marcus Mann und Torsten Traub, mit denen auch entsprechende Gespräche geführt worden sind. Auch Gambo und der Kapitän Alexander Rosen spielen eine Rolle, sofern das finanziell machbar ist.

Andere Spieler wiederum haben die Chance, sich in den restlichen Partien zu empfehlen. Das gilt letztlich auch für die Trainer Kraft und den Assistenten Alexander Malchow. „Ich weiß, dass ich unter Beobachtung stehe“, sagt Kraft, der nach der mutigen Entscheidung mit einer Dreierkette gegen Wuppertal („Wir wollten offensiv und druckvoll ausgerichtet sein“) in Dresden wieder auf Viererkette umstellen wird. Wen er dorthin mitnimmt, hängt auch von den letzten Trainingseindrücken ab. Mustafa Parmak jedenfalls spielte am Mittwoch 60 Minuten lang in der zweiten Mannschaft. Nicht zur Strafe – wie der suspendierte Josip Landeka -, nur zur Übung. „Spielpraxis ist für ihn besser als jedes Training“, sagt Kraft, der noch nicht entschieden hat, ob für ihn heute ein Platz im 18er Kader frei ist.

Abseits des Fußballplatzes haben die Stuttgarter Kickers inzwischen Post vom Deutschen Fußball-Bund bekommen, was die Lizenz für die dritte Liga betrifft. Cast: „Da müssen wir bis zum 4. Juni den Nachweis von Mittelzuflüssen erbringen.“ Sei es in Form von Bürgschaften, Werbeverträgen oder Liquidität. „Das wird so schwierig wie im sportlichen Bereich, ist aber machbar“, sagt Cast, der sein Weitermachen auch von den Rahmenbedingungen abhängig macht. „Im Moment reichen die noch nicht, um in der Regionalliga konkurrenzfähig zu sein, aber wir arbeiten mit Hochdruck daran.“

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Sponsor Garcia hält sich bedeckt

Stuttgart (jüf) – Ob Eduardo Garcia, der Hauptsponsor der Stuttgarter Kickers, den Blauen auch in der Fußball-Regionalliga die Treue halten würde, ist offen. Bisher fanden keine Gespräche statt. Garcia hält sich bedeckt und sagt nur so viel: „In den sieben Jahren, in denen ich jetzt dabei bin, wurde immer von der zweiten Liga gesprochen, nie von der vierten.“ Doch genau in diese Richtung plant das Drittliga-Schlusslicht vor dem Auswärtsspiel am morgigen Samstag (14 Uhr) bei Dynamo Dresden. Die ersten Verhandlungen mit den Spielern führt Manager Joachim Cast, der sich zu seiner eigenen Zukunft nicht äußern wollte: „Ich lasse mich zu keiner Entscheidung drängen.“ Im Lizenzierungsverfahren für die neue Saison haben die Blauen inzwischen Bescheid vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erhalten. Für den theoretischen Fall des Drittligaverbleibs müssten die Kickers bis zum 4. Juni eine Bedingung erfüllen: den Nachweis der im Budget angegebenen Mittelzuflüsse. Die Rückmeldung für die Regionalliga-Lizenz wird Ende nächster Woche erwartet.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers ohne Druck nach Dresden

Stuttgart (bw) – Die dritte Fußball-Liga biegt auf die Zielgerade ein. Die Stuttgarter Kickers treten nur noch mit theoretischen Chancen auf den Klassenverbleib morgen (14 Uhr) bei Dynamo Dresden an. Der VfB Stuttgart II empfängt heute (19 Uhr) Jahn Regensburg.

Stuttgarter Kickers

Die „Blauen“ gehen nüchtern in den schier aussichtslosen Endspurt um den Klassenverbleib. „Es ist noch möglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist extrem gering“, nennt Trainer Rainer Kraft die Tatsachen. Aus eigener Kraft können es die Kickers zwar nicht mehr schaffen, aber aufgegeben haben sie sich noch nicht. „Wir werden nichts abschenken, sondern Spiel für Spiel spielen und dann sehen, wo wir am Ende stehen“, sagt Kraft. Nach der 0:1-Niederlage am vergangenen Samstag gegen den Wuppertaler SV, die den Abstand auf die Nichtabstiegsplätze sechs Spieltage vor Schluss auf acht Punkte anwachsen ließ, hatten die Spieler zwei Tage frei, um die Köpfe frei zu bekommen. Seit Dienstag gilt die volle Konzen­tration der Partie bei den Dresdnern, gegen die am 14. Spieltag immerhin der erste Saisonsieg gelungen war. Die „Blauen“ trafen sich nicht nur zu den täglichen zwei Trainingseinheiten, sondern auch zum gemeinsamen Frühstück und Mittag­essen. „Wir wollen gewinnen und so werden wir auch auftreten“, kün­digt der Coach selbstbewusst an. Mit diesem Vorsatz startet die Mannschaft heute Mittag in die sächsische Landeshauptstadt. Nicht mit dabei sind der immer noch angeschlagene Moritz Steinle (Virusinfekt) und Mustafa Parmak (mangelnde Fitness). Kraft kehrt im Spiel gegen den Tabellenzwölften Dynamo zum 4-4-2-System zurück.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Gentner – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa – Galm, Smeekes.

Eßlinger Zeitung