Vorberichte II: Dynamo Dresden – Stuttgarter Kickers

Kickers lassen Parmak und Schürg daheim

STUTTGART (jüf). Als die Stuttgarter Kickers am Freitag in den Bus zum Drittliga-spiel bei Dynamo Dresden (Samstag, 14 Uhr) stiegen, war Mittelfeldspieler Mustafa Parmak nicht an Bord. „Er ist körperlich nicht in dem Zustand, wie es sein sollte“, sagte Trainer Rainer Kraft. Parmaks Berater Michael Hoftstetter nennt einen anderen Grund: „Dem Coach passte es nicht, dass sich Parmak nach seiner Auswechslung gegen Wuppertal auf der Tribüne aufgehalten hatte.“ Klar ist: Am Saisonende werden sich die Wege von Parmak und den Kickers wieder trennen. An diesem Sonntag (14 Uhr) spielt der 26-Jährige in der Oberligaelf gegen den VfL Kirchheim. Ebenfalls in Dresden nicht im Kader sind der kranke Moritz Steinle und Michael Schürg – der Stürmer erhält laut Kraft „eine Denkpause“. Für Schürg steht Mijo Tunjic im Kader.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers an diesem Samstag (14 Uhr) zu Gast bei Dynamo Dresden

Das Fünkchen Hoffnung soll weiter glimmen
Die dritte Fußball-Liga geht in ihre Endphase. Sechs Spieltage vor dem Saisonende spielt der Tabellenletzte Stuttgarter Kickers an diesem Samstag bei Dynamo Dresden. Spielbeginn im Rudolf-Harbig-Stadion ist um 14 Uhr. „Es gibt für uns keine Endspiele mehr, das haben wir auch der Mannschaft gesagt“, sagt der Kickers-Chefcoach Rainer Kraft. Dennoch soll auch gegen den Tabellenzwölften um jeden Punkt und jeden Tabellenplatz gekämpft werden: Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, sagt Kraft.

Nach bisher zwei Spielen ohne Sieg unter dem Trainer Rainer Kraft sagt der: „Es gibt für uns keine Endspiele mehr, das haben wir auch der Mannschaft gesagt.” Dennoch soll um jeden Punkt und jeden Tabellenplatz gekämpft werden. „Schließlich geht es darum, dass jeder bereit ist, alles zu geben.“ Für den Verein, für die Mannschaft – und nicht zuletzt für sich selbst. Mit einem Erfolg in Dresden würde das Fünkchen Hoffnung auf den Klassenverbleib weiter am Glimmen bleiben. Sechs Spieltage vor Schluss trennen acht Zähler den Tabellenletzten aus Degerloch vom rettenden Ufer.

Mit welchem Personal Kraft am Samstag in Dresden beginnen will, dazu gab sich der Trainer noch bedeckt. Klar ist aber, dass „alle Akteure unseres Kaders die Chance haben, sich in den restlichen Partien zu empfehlen“. Fehlen werden im Gastspiel bei den Sachsen außer den Langzeitverletzten Sasa Janic, Jörn Schmiedel und Gino Russo auch die Rekonvaleszenten Ralf Kettemann und Dirk Prediger. Das gleiche gilt auch für den Mittelfeldmann Josip Landeka, der in der zweiten Kickers-Mannschaft in deren Oberliga-Heimspiel gegen den VfL Kirchheim am Sonntag (14 Uhr) eingesetzt wird.

Beim Kontrahenten Dynamo Dresden, der zuletzt in sechs Spielen fünf Siege geholt hat und sich auf den zwölften Tabellenrang verbesserte, stehen dem Übungsleiter Ruud Kaiser alle Kandidaten seiner Mannschafskaders zur Verfügung. Weitere Personalien: Am Donnerstag haben der Dynamo-Kapitän Maik Wagefeld und Leistungsträger Thomas Hübener ihre Verträge bei Dynamo Dresden verlängert. Der Spielführer hofft, dass davon auch ein Signal an andere Spieler geht. Wagefeld unterschrieb für weitere drei Jahre und Hübener wird mindestens zwei Jahre bei Dynamo bleiben. Hübener: „Wir Spieler brauchen auch Planungssicherheit und der Verein auch.“

Für besondere Motivation bei den Dresdenern dürfte bestimmt das Hinspiel sorgen. Im 14. Anlauf hatten die Kickers seinerzeit ihren ersten Saisonsieg geholt, der Treffer von Sascha Traut sowie ein Eigentor des Dynamo-Spielers Jens Grembowietz sicherten den 2:1-Erfolg der Blauen.

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Vorberichte Stuttgarter Kickers II – VfL Kirchheim

Geht der Wahnsinn weiter?

VfL will Höhenflug in der Oberliga bei den Stuttgarter Kickers II fortsetzen

Zweiter gegen Vierter – so würde das morgige Oberligaduell zwischen dem VfL und den Kickers lauten, zöge man nur die Rückrundentabelle zurate. So aber ist es für Kirchheims Oberliga-Fußballer „nur“ ein weiteres wichtiges Spiel auf dem Weg Richtung Klassenerhalt. Dieser hat durch den 2:1-Coup über Hoffenheim am Mittwoch konkretere Formen angenommen.

Peter Eidemüller

Kirchheim. Wenn morgen um 14 Uhr unter dem Stuttgarter Fernsehturm der Anpfiff zum Oberligaderby zwischen der Kickers-Reserve und dem VfL fällt, treffen zwei der besten Rückrundenteams aufeinander. Während die Degerlocher mit 17 Punkten aus neun Spielen seit der Winterpause Vierter sind, belegt der VfL in dieser inoffiziellen Wertung gar den zweiten Platz: 18 Zähler ergatterte die Baumann-Elf in ebenfalls neun Spielen – der VfL 2009: Wahnsinn im positiven Sinne. Nur der designierte Meister aus Großaspach, der nach dem Kirchheimer 2:1-Coup über Verfolger Hoffenheim sieben Punkte Vorsprung auf die Badener hat, war mit 23 Zählern besser seit der Winterpause.

Die VfL-Saison scheint nach total verkorkstem Start (nur ein Punkt aus den ersten neun Partien) also doch noch auf ein Happy End zuzusteuern. „Jeder arbeitet für den anderen, wir sind ein richtiges Team geworden“, versucht Kapitän Christopher Eisenhardt die Kirchheimer Metamorphose vom Kellerkind zum Mittelfeldanwärter zu erklären. Sein Coach leistet Schützenhilfe: „Unsere Stärke ist, dass sich die Mannschaft immer weiter entwickelt. Dazu kommen noch Glück und Cleverness“, so Rolf Baumann, der trotz der jüngsten Erfolgsserie von sechs Heimspielsiegen in sieben Spielen auf dem Teppich bleibt. „Wir wissen, wo wir herkommen: von ganz unten.“

Um dort nicht mehr zu landen, müssen aus den verbleibenden acht Saisonspielen noch möglichst viele Punkte her – am besten schon morgen bei den Kickers. Diese haben sich beim 0:0 am vergangenen Mittwoch beim Tabellenletzten Offenburg zwar nicht gerade mit Ruhm bekleckert, dürften mit ihren 39 Punkten auf Rang neun liegend jedoch kaum noch in den Abstiegsstrudel geraten. Sorgen bereitet den Verantwortlichen auf der Waldau momentan viel mehr die sportliche und finanzielle Entwicklung des eigenen Drittligateams, das bereits mit dem bösen Wort „Insolvenz“ in Verbindung gebracht wird. Ein monetärer K.o. hätte natürlich auch Auswirkungen auf die zweite Mannschaft.

Ob sich der VfL die Verunsicherung der Degerlocher zunutze machen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die Kirchheimer noch zwei offene Rechnungen mit dem Nachbarn haben: In Liga und Pokal watschten die Kickers den VfL jeweils mit 4:0 ab – das schmerzt noch immer, wie auch der Kapitän zugibt. „Ein drittes Mal schlagen die uns diese Saison nicht“, glaubt Christopher Eisenhardt, der morgen aller Voraussicht nach die gewohnten Kollegen in der Vierer-Abwehrkette neben sich begrüßen kann. Ferdi Er dürfte nach seinem Ausflug ins defensive Mittelfeld gegen Hoffenheim wieder in die Innenverteidigung zurückkehren.

Dafür erhält Antonio Tunjic im Angriff wieder einen Partner – anders sind die Worte von Rolf Baumann nach dem Hoffenheim-Spiel nicht zu interpretieren. „Gegen die Kickers werden wir sicher anders beginnen“, antwortete er auf die obligatorische Taktikfrage für den Degerloch-Trip, der für zahlreiche VfL-Cracks die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte bedeutet. Michael Stowers, Christopher Eisenhardt, Ferdi Er, Emrah Polat, Hans-Alex Thies, Sabri Gürol, Selim Altinsoy – alle haben entweder in der Jugend oder bei den Aktiven schon das Trikot mit dem blauen „K“ auf der Brust getragen. Ebenso Kagan Söylemezgiller, dessen Blick offenbar schon über den Kirchheimer Tellerrand hinausgeht: Nach Ostern hat der 21-Jährige ein Probetraining bei den Amateuren von Bayer Leverkusen, die von Ex-Nationalstürmer Ulf Kirsten betreut werden, absolviert. Söylemezgillers Vertrag in Kirchheim läuft noch bis Saisonende, ein Wechsel zum nordrhein-westfälischen Regionalligisten wäre also möglich.

Der Randgeschichten nicht genug: Im Schatten des Fernsehturms kommt es morgen zu einem weiteren Duell der Tunjic-Brüder Antonio (24) und Mijo (21). Der Jüngere liegt in der familieninternen Torjägerwertung mit zwölf Treffern klar vorne. Immerhin konnte Antonio (sechs) am Mittwoch per Doppelpack etwas aufschließen.

Vorberichte Dynamo Dresden – Stuttgarter Kickers

Kickers ohne Druck

Sechs Spiele auf Bewährung

STUTTGART (ump). Die dritte Fußballliga geht in ihre Endphase. Sechs Spieltage vor dem Saisonende empfängt der VfB Stuttgart II heute (19 Uhr, Gazi-Stadion) Jahn Regensburg, die Kickers spielen morgen bei Dynamo Dresden.

Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen – so könnte das Motto der Stuttgarter Kickers für die letzten sechs Saisonspiele lauten, beginnend mit der Partie morgen (14 Uhr) bei Dynamo Dresden. Nach bisher zwei Spielen ohne Sieg unter dem Trainer Rainer Kraft sagt der: „Es gibt für uns keine Endspiele mehr, das haben wir auch der Mannschaft gesagt.“ Dennoch soll um jeden Punkt und jeden Tabellenplatz gekämpft werden – für Kraft eine Selbstverständlichkeit. „Schließlich geht es darum, dass jeder bereit ist, alles zu geben.“ Für den Verein, für die Mannschaft – und nicht zuletzt für sich selbst.

Denn im Falle des Abstiegs stehen alle Spieler (mit Ausnahme von Bashiru Gambo) ohne Vertrag da. Das kann Vor-, aber auch Nachteile haben. Denn nicht jeder wird ein Angebot von den Kickers bekommen. „Wir wollen ein Gerüst von sechs, sieben Stammspielern halten“, sagt der Manager Joachim Cast. Ganz oben auf der Wunschliste stehen die Innenverteidiger Marcus Mann und Torsten Traub, mit denen auch entsprechende Gespräche geführt worden sind. Auch Gambo und der Kapitän Alexander Rosen spielen eine Rolle, sofern das finanziell machbar ist.

Andere Spieler wiederum haben die Chance, sich in den restlichen Partien zu empfehlen. Das gilt letztlich auch für die Trainer Kraft und den Assistenten Alexander Malchow. „Ich weiß, dass ich unter Beobachtung stehe“, sagt Kraft, der nach der mutigen Entscheidung mit einer Dreierkette gegen Wuppertal („Wir wollten offensiv und druckvoll ausgerichtet sein“) in Dresden wieder auf Viererkette umstellen wird. Wen er dorthin mitnimmt, hängt auch von den letzten Trainingseindrücken ab. Mustafa Parmak jedenfalls spielte am Mittwoch 60 Minuten lang in der zweiten Mannschaft. Nicht zur Strafe – wie der suspendierte Josip Landeka -, nur zur Übung. „Spielpraxis ist für ihn besser als jedes Training“, sagt Kraft, der noch nicht entschieden hat, ob für ihn heute ein Platz im 18er Kader frei ist.

Abseits des Fußballplatzes haben die Stuttgarter Kickers inzwischen Post vom Deutschen Fußball-Bund bekommen, was die Lizenz für die dritte Liga betrifft. Cast: „Da müssen wir bis zum 4. Juni den Nachweis von Mittelzuflüssen erbringen.“ Sei es in Form von Bürgschaften, Werbeverträgen oder Liquidität. „Das wird so schwierig wie im sportlichen Bereich, ist aber machbar“, sagt Cast, der sein Weitermachen auch von den Rahmenbedingungen abhängig macht. „Im Moment reichen die noch nicht, um in der Regionalliga konkurrenzfähig zu sein, aber wir arbeiten mit Hochdruck daran.“

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Sponsor Garcia hält sich bedeckt

Stuttgart (jüf) – Ob Eduardo Garcia, der Hauptsponsor der Stuttgarter Kickers, den Blauen auch in der Fußball-Regionalliga die Treue halten würde, ist offen. Bisher fanden keine Gespräche statt. Garcia hält sich bedeckt und sagt nur so viel: „In den sieben Jahren, in denen ich jetzt dabei bin, wurde immer von der zweiten Liga gesprochen, nie von der vierten.“ Doch genau in diese Richtung plant das Drittliga-Schlusslicht vor dem Auswärtsspiel am morgigen Samstag (14 Uhr) bei Dynamo Dresden. Die ersten Verhandlungen mit den Spielern führt Manager Joachim Cast, der sich zu seiner eigenen Zukunft nicht äußern wollte: „Ich lasse mich zu keiner Entscheidung drängen.“ Im Lizenzierungsverfahren für die neue Saison haben die Blauen inzwischen Bescheid vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erhalten. Für den theoretischen Fall des Drittligaverbleibs müssten die Kickers bis zum 4. Juni eine Bedingung erfüllen: den Nachweis der im Budget angegebenen Mittelzuflüsse. Die Rückmeldung für die Regionalliga-Lizenz wird Ende nächster Woche erwartet.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers ohne Druck nach Dresden

Stuttgart (bw) – Die dritte Fußball-Liga biegt auf die Zielgerade ein. Die Stuttgarter Kickers treten nur noch mit theoretischen Chancen auf den Klassenverbleib morgen (14 Uhr) bei Dynamo Dresden an. Der VfB Stuttgart II empfängt heute (19 Uhr) Jahn Regensburg.

Stuttgarter Kickers

Die „Blauen“ gehen nüchtern in den schier aussichtslosen Endspurt um den Klassenverbleib. „Es ist noch möglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist extrem gering“, nennt Trainer Rainer Kraft die Tatsachen. Aus eigener Kraft können es die Kickers zwar nicht mehr schaffen, aber aufgegeben haben sie sich noch nicht. „Wir werden nichts abschenken, sondern Spiel für Spiel spielen und dann sehen, wo wir am Ende stehen“, sagt Kraft. Nach der 0:1-Niederlage am vergangenen Samstag gegen den Wuppertaler SV, die den Abstand auf die Nichtabstiegsplätze sechs Spieltage vor Schluss auf acht Punkte anwachsen ließ, hatten die Spieler zwei Tage frei, um die Köpfe frei zu bekommen. Seit Dienstag gilt die volle Konzen­tration der Partie bei den Dresdnern, gegen die am 14. Spieltag immerhin der erste Saisonsieg gelungen war. Die „Blauen“ trafen sich nicht nur zu den täglichen zwei Trainingseinheiten, sondern auch zum gemeinsamen Frühstück und Mittag­essen. „Wir wollen gewinnen und so werden wir auch auftreten“, kün­digt der Coach selbstbewusst an. Mit diesem Vorsatz startet die Mannschaft heute Mittag in die sächsische Landeshauptstadt. Nicht mit dabei sind der immer noch angeschlagene Moritz Steinle (Virusinfekt) und Mustafa Parmak (mangelnde Fitness). Kraft kehrt im Spiel gegen den Tabellenzwölften Dynamo zum 4-4-2-System zurück.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Gentner – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa – Galm, Smeekes.

Eßlinger Zeitung

StN: Kickers kein Einzelfall: Zahlreiche Ex-Erstligisten kämpfen ums Überleben

Tradition sucht Zukunft

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers steht erstmals in seiner Vereinsgeschichte vor dem Absturz in die vierte Liga. Die Blauen sind dabei in prominenter Gesellschaft. Zahlreiche andere früher erfolgreiche Traditionsclubs haben den Anschluss nach oben verloren.

VON JÜRGEN FREY

Marc Arnold scheinen Traditionsclubs magisch anzuziehen. Er spielte früher für die Stuttgarter Kickers, danach unter anderem für Borussia Dortmund und Hertha BSC. Jetzt ist der 38-Jährige sportlicher Leiter von Eintracht Braunschweig. Der Club gehörte zu den Bundesliga-Gründungsmitgliedern und feierte 1967 die deutsche Meisterschaft. Jetzt ist der Club Ligakonkurrent der Kickers – und Arnold kennt die Sorgen und Nöte der von der nationalen Elite abgehängten Traditionsvereine. „Bei jedem dieser Clubs gibt es spezielle Gründe für den Absturz“, sagt Arnold, „doch bei vielen sind es die eigenen Strukturen, die ihnen bis heute zu schaffen machen.“

Missmanagement und Größenwahn heißen die Stichworte. Auf dem beschwerlichen Weg zurück nach oben sind kleine Schritte verpöhnt. Genauso wenig langfristig angelegte Konzepte und damit Phasen der Konsolidierung ohne unrealistische, kurzfristige Träumereien. „Das Interesse an einem Traditionsverein, die Erwartungshaltung ist einfach um ein Vielfaches höher als bei anderen Clubs“, weiß Arnold aus eigener Erfahrung. Dass dies häufig auch an der eigenen Führungsetage liegt, zeigt das Beispiel Stuttgarter Kickers. Die Verantwortlichen im Reich der blauen Götter pflegten noch die Erinnerung an die glorreichen Taten der Vergangenheit, da hatte der Totentanz in die Zukunft längst schon begonnen. „Bei den Vergleichen mit der Vergangenheit geht die Objektivität verloren, im Endeffekt hemmen sie nur“, ist sich Arnold sicher.

Das Leben nimmt eben wenig Rücksicht auf die liebgewonnenen Gewohnheiten der Fußball-Romantiker. Früher ließen die Transfers von Jürgen Klinsmann, Karl Allgöwer, Fredi Bobic oder Zoltan Sebescen die Kasse bei den Kickers klingeln. Dann kam das Bosman-Urteil, später die Total-Vermarktung des Top-Fußballs. Um es vorsichtig auszudrücken: Die Blauen wirkten inmitten dieser rasanten Entwicklung wenig anpassungsfähig.

Schmerzfreie Zeitgenossen empfehlen solch klammen Clubs wie den Blauen, Insolvenz anzumelden. Doch diese Art der Befreiung von allen finanziellen Bürden der Vergangenheit ist nicht nur für Arnold „sehr negativ behaftet“. Es gibt sehr wenige Clubs, die danach noch einmal zurückkommen. Hessen Kassel, ein weiterer ehemaliger Verein von Marc Arnold, ist ein solches Beispiel. 1990 verabschiedete sich der Club aus dem bezahlten Fußball, überstand zwei Konkurse samt Löschung aus dem Vereinsregister. Nach der Neugründung 1998 arbeitete sich der Club aus der Kreisliga (!) wieder nach oben. Jetzt klopfen die Hessen ans Tor zur dritten Liga. Wie das möglich war? Vor allem dank einer Identifikationsfigur: „Der ehemalige Profi Holger Brück war als Trainer und Präsident ganz entscheidend am Wiederaufbau beteiligt“, erklärt Arnold. Vielleicht machen sich die Kickers schon mal auf die Suche nach einer solchen Ikone.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zum Stand der Planungen für die 4. Liga

Das Ziel: bei Abstieg Aufstieg
Die Planungen des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers hängen nicht zuletzt vom Geld ab

STUTTGART. Das Präsidium der Stuttgarter Kickers hat am Montagabend getagt und sich mit dem Thema Regionalliga beschäftigt. Das Hauptproblem: bereits in der laufenden Saison drohen noch Liquiditätsprobleme.

Von Joachim Klumpp

Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Also hat das Präsidium der Stuttgarter Kickers am Montagabend wegen des nahezu sicheren Abstiegs aus der dritten Fußballliga kurzfristig eine Sitzung einberufen. Ohne den Aufsichtsrat – der dafür einen Anforderungskatalog vorgelegt hat. „Die Fragen arbeiten wir jetzt ab“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum nach dem fast fünfstündigen Treffen. Der Tenor: man will die Planungen für die Regionalliga verstärken, Problemfelder gibt es genügend.

> Thema Manager: „Wir vier Vorstandsmitglieder stellen uns der Verantwortung“, sagt das Präsidiumsmitglied Dieter Wahl. Also auch im sportlichen Bereich, in dem zwar der Manager Joachim Cast die Hauptverantwortung trägt, aber nicht die alleinige, wie Wahl betont. Der Vorstand sei jedenfalls nicht abgeneigt, die Zusammenarbeit fortzusetzen, zu der sich Cast grundsätzlich bereiterklärt hat – auch wenn das nicht überall im Umfeld des Vereins auf Gegenliebe stößt.

> Thema Trainer: Interne oder externe Lösung? – so lautet die Gretchenfrage, die noch nicht beantwortet ist, sondern vielmehr auch vom ausstehenden Saisonverlauf abhängt. Je besser der verläuft, desto mehr steigen die Chancen des Duos Rainer Kraft/Alexander Malchow. Dazu kommt die von vielen favorisierte Lösung mit dem Oberligacoach Björn Hinck. Für eine externe Lösung (zum Beispiel mit Peter Starzmann) spricht indes, dass in diesem Fall auch ein frischer Wind in den Kader kommen würde.

> Thema Mannschaft: Ein Gerippe des aktuellen Kaders, der zwischenzeitlich auf 28 Spieler aufgebläht wurde, soll gehalten werden, der Präsident spricht „schon von zehn Spielern“. Wobei allerdings auch Nachwuchskräfte wie Thomas Gentner berücksichtigt wären. Eichelbaum weiß, dass „die Planung von den finanziellen Möglichkeiten abhängt.“

> Thema Finanzen: Bisher gehen die Kickers von einem Etat von etwa 1,5 Millionen Euro aus, es darf aber gerne auch etwas mehr sein. „Wir werden jetzt die Gespräche mit den Sponsoren vertiefen“, sagt Eichelbaum. Ganz oben auf der Liste steht Eduardo Garcia, der seinen Spanienaufenthalt bis Sonntag verlängert hat. Aus dem Hause des Trikotpartners ist einstweilen zumindest Wohlwollen zu vernehmen, was ein weiteres Engagement – in reduzierter Form – angeht.

> Thema Liquidität: Problematisch sind aktuelle Liquiditätsprobleme, weil in den verbleibenden drei Heimspielen aufgrund der Tabellensituation weniger Zuschauer als kalkuliert kommen werden, so dass sich das veranschlagte Defizit von 300 000 Euro noch erhöhen dürfte. Eichelbaum sagt dazu: „Wir müssen versuchen, hier Umschichtungen vorzunehmen.“ Zum Beispiel im Zusammenhang mit dem geplanten Bayern-Spiel im Juli. Sollten alle Maßnahmen nicht fruchten, schwebt nach wie vor die Insolvenz über den Stuttgarter Kickers. „Das ist weder angedacht noch erwünscht“, betont der Insolvenzexperte Dirk Eichelbaum, „allerdings wäre es auch falsch, es gänzlich auszuschließen.“

> Thema Hauptversammlung: Die nächste Mitgliederversammlung steht turnusgemäß bis Ende November (mit Neuwahlen) an. „Eine vorgezogene Versammlung ist denkbar, derzeit aber nicht geplant“, sagt Eichelbaum, der einer Wiederwahl nicht abgeneigt ist.

> Thema Aufsichtsrat: Eine vorgezogene Hauptversammlung wäre erst notwendig, wenn zum Beispiel aus dem sechsköpfigen Aufsichtsrat zwei Personen zurücktreten würden. Bei dem stellvertretenden Vorsitzenden Christian Dinkelacker sitzt der Frust über die sportliche Entwicklung zwar tief, an ein Aufgeben denkt er, momentan, aber nicht: „Ich werde das sinkende Schiff jetzt nicht verlassen“, sagt Dinkelacker. Dafür macht er sich den Vorwurf, nicht früher auf Missstände aufmerksam gemacht zu haben. „Es gibt viele Fragen, auf die ich eine Antwort erwarte.“ Wie gesagt: das Präsidium arbeitet daran. Mit welchem Erfolg, ist allerdings offen.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Salz zum SC Freiburg?
Viele offene Baustellen

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat die Planungen für die Regionalliga forciert. Die Federführung liegt bei Manager Joachim Cast – ob er selbst über die Saison hinaus weitermacht, ist weiter offen. Dagegen könnte die Zukunft von Torwart Manuel Salz beim SC Freiburg liegen. Das Präsidium tagte von Montag auf Dienstag bis tief in die Nacht. Konkrete Sofortmaßnahmen konnte Präsident Dirk Eichelbaum danach nicht vermelden: „Wir überstürzen nichts“, sagte der Chef der Blauen. Die Baustellen im Einzelnen:

Der Manager: An der Gerüchteküche kursierte zu Wochenbeginn schon ein möglicher Rücktritt von Joachim Cast. Eichelbaum weiß davon nichts. „Cast treibt die Kaderplanung für die neue Saison voran.“ Und am Rundenende? „Das ist offen, tendenziell macht er weiter“, sagt der Präsident.

Der Trainer: Der Verein will abwarten, wie die nächsten Spiele unter dem Duo Rainer Kraft/Alexander Malchow laufen. Unabhängig davon hat nach wie vor Oberliga-Coach Björn Hinck gute Karten. Kein Thema ist eine Verpflichtung von Peter Starzmann (zuletzt SSV Reutlingen).

Die Finanzen: Es droht eine Deckungslücke von rund 300 000 Euro. Denkbare Variante: Ein Sponsor geht in Vorleistung und erhält einen Teil der Einnahmen aus dem Freundschaftsspiel gegen Bayern München (21. Juli). Auch auf eine beim DFB hinterlegte Kaution in Höhe von etwa 100 000 Euro könnten die Blauen im Notfall früher zugreifen. Eine Insolvenz schließt der Kickers-Chef aus.

Die Mannschaft: Ein Teil des Teams soll gehalten werden. Dazu gehören Torwart Benjamin Huber und die Feldspieler Marcus Mann, Torsten Traub, Thomas Gentner, Michael Schürg, Marco Tucci, Marcel Ivanusa und Ralf Kettemann. Sicher gehen wird Keeper Manuel Salz – möglicherweise zum SC Freiburg. Auch Borussia Dortmund und Hannover 96 haben ihre Fühler nach dem 23-Jährigen ausgestreckt. Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

StN: Leserbriefe zur Situation

„Cast muss ersetzt werden“
Zum großen Kickers-Kader:

Mathematikkenntnisse sind die Voraussetzung für die Führung eines Unternehmens. Leider wurde diese Notwendigkeit bisher in der Vorstandsetage der Stuttgarter Kickers nicht beachtet. Es ist doch bekannt, dass nur elf Spieler einer Mannschaft auf dem Feld sein dürfen, dazu können drei Spieler gewechselt werden, das sind höchstens 14 Leute, die eingesetzt werden können. Die Kickers leiden unter akuter Finanznot, deshalb ist es erstaunlich, dass dort 28 Vertragsspieler arbeiten und höchstens die Hälfte eingesetzt werden kann. Manager Joachim Cast gibt an, der Verein könne sich keine teuren Spieler leisten, weil dazu das Geld fehlt, deshalb kauft er Masse statt Klasse. Egal, in welcher Liga die Kickers nächste Saison spielen, es müssten mindestens zwölf Spieler gehen und dafür sechs Neue mit höherer Qualität geholt werden.

Die Verursacher des Niedergangs der Stuttgarter Kickers sind nicht nur die Trainer Minkwitz und Schmitt, sondern auch Manager Cast. Denn er hat diese nicht tauglichen oder einsatzfähigen Spieler für die 3. Liga verpflichtet. Aus Ackergäulen kann auch der beste Trainer keine Rennpferde machen. Manager Cast muss dringend ersetzt werden, damit er für die nächste Saison nicht das gleiche Unheil anrichten kann.

Oswald Reichert, Ammerbuch

Stuttgarter Nachrichten

„Nicht allein Frage des Budgets“
Zur Krise bei den Kickers:

In wenigen Wochen sind die Stuttgarter Kickers dort angekommen, wo sich ihr Management schon tummelt: in der Amateurliga. Was diese Herren dort seit Jahren ungestraft abliefern, ist noch grausamer als das Gekicke der talent- und willenlosen Mannschaft: Trainerwechsel im Rhythmus der Jahreszeiten, ein aus Ersatzbeständen der früheren Regionalliga zusammengeflickter Drittliga-Kader und das Unvermögen, in einer der reichsten Wirtschaftsregionen Deutschlands größere Sponsoren als Gazi zu finden. Die Mannschaft und die Fans bekommen mit dem Abstieg die Quittung – hoffentlich auch die ganzen Blauäugigen vom Präsidenten bis zum Manager.

Der fast besiegelte Abstieg ist nicht allein eine Frage des Budgets. Auch andere klam- me Clubs haben es geschafft, sich mit gutem Näschen für Talente und ruhiger Hand in der zweiten oder dritten Liga zu etablieren. Wem es aber nicht gelingt, prominente Ehemalige wie Jürgen Klinsmann, Fredi Bobic oder Guido Buchwald für die Sponsorenaquise zu gewinnen, könnte in der Wüste nicht mal Wasser verkaufen. Eine Schande ist der Abstieg für die großen Sportsponsoren Stuttgarts wie Mercedes und EnBW: Einem betuchten Club wie dem VfB werden jährlich Millionen in den Rachen geworfen, für die Kickers blieben nicht mal Krümel.

Thomas Fischer, Stuttgart (per E-Mail)

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Der Kampf gegen die Monokultur Fußball

Während in der Region zahlreiche Spitzensportvereine beheimatet sind, entwickelt sich Stuttgart zur Diaspora

STUTTGART. Stuttgart hat den VfB – aber dann kommt nicht mehr sehr viel. Es gibt kaum noch Spitzensportvereine in der Stadt. Eine private Initiative möchte das ändern.

Von Tobias Schall

Es ist gute Tradition in Stuttgart, dass man sich an die Vergangenheit erinnert. Kaum eine Gelegenheit zum Beispiel, bei der nicht irgendeiner die Leichtathletik-WM 1993 und das tolle Publikum erwähnt. Die Vergangenheit ist allgegenwärtig im Stuttgarter Sport. In Sachen Großereignisse, aber auch im Ligenspielbetrieb, mangels einer allzu berauschenden Gegenwart. Stuttgart hat sich einmal als die Hauptstadt des Sports gesehen. Großereignisse waren die Regel, es gab das CJD Feuerbach im Volleyball, Stuttgart-Scharnhausen im Handball, den SV Cannstatt im Wasserball und natürlich den VfB Stuttgart. Geblieben ist nur der Alphaverein VfB.

Es ist gut für die Stadt und die Region, dass es den Verein für Bewegungsspiele gibt. Als Werbeträger ist er unverzichtbar. Im Schatten des übermächtigen VfB hat die kleine Welt des Sports es im direkten Umfeld in der Stadt aber schwer, Aufmerksamkeit zu erregen und als logische Konsequenz Gelder zu akquirieren – ein Problem, das es auch in anderen Großstädten, zum Beispiel München, gibt. Während in der Peripherie der Stadt zahlreiche Bundesligisten in den großen Sportarten wie Basketball und Handball vertreten sind, hat sich Stuttgart in den vergangenen Jahren – bis auf den Volleyball-Erstligisten Allianz Volley – immer stärker zu einer sportlichen Monokultur entwickelt.

Versuche, mit der Porsche-Arena neue Vereine anzusiedeln, scheiterten, wie im Fall der Pfullinger Handballer an finanziellen Problemen und der mangelnden Bereitschaft der Stadt und der Unternehmen, in die Zukunft zu investieren. Und mit dem offensiven Werben um benachbarte Spitzenclubs verärgerte man die Vertreter in der Region.

Der Hamburger Weg ist nicht zu übersehen. Millionen Menschen nehmen ihn bei jedem Spiel in der Heimstätte des Hamburger SV wahr, großflächig auf Banden, die sonst zur Deckung der Kosten genutzt werden. Der HSV stellt Teile seiner Werbeflächen in Diensten der Stadt, seiner Stadt: Hamburg.

Der Hamburger Weg ist eine Sponsoringinitiative des HSV, des Aushängeschildes der Hansestadt, und ansässiger Unternehmen unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Ole von Beust. Es geht nicht um den Spitzensport, die Initiative aus Wirtschaft, Sport und Medien mit der HSV-Raute an der Spitze versucht viel mehr, gesellschaftliches Engagement für den Sport zu fördern. „Durch den Hamburger Weg zeigt der Verein auch hier in der Stadt seine Verbundenheit mit den Hamburgern – dieses ehrenvolle Engagement ist in dieser Form beispielhaft“, sagt von Beust.

Beispielhaft. Auch für Stuttgart?

Es war der Abend des 26. Januars 2009, als Matthias Breucker im Rahmen des „Stuttgarter Sportgesprächs“ der Rechtsanwaltskanzlei Wüterich & Breucker erstmals etwas Artverwandtes ins Gespräch brachte. Er stellte die Frage in den Raum, warum man in Stuttgart nicht auch so etwas auf die Beine stellen könnte. Der Stuttgarter Weg. Seinen Mitstreitern und ihm schwebt eine Art Schulterschluss der Stadt, der Vereine, der Wirtschaft vor – eine Exzellenzinitiative für den Spitzensport in Stuttgart, für Hockey, Wasserball und so weiter. Für den kleinen Sport, dem mit wenig viel geholfen werden kann.

In der Kanzlei laufen bereits Gespräche, wie eine derartige Initiative konkret aussehen könnte, entsprechende Papiere sind verfasst, fix ist allerdings noch nichts. In den nächsten Wochen und Monaten sollen diese mit Leben erfüllt werden, zum Beispiel durch Kooperationen mit Mittelständlern, die Geldbeträge zur Verfügung stellen oder beispielsweise Arbeitsplätze für Spitzensportler. In Randsportarten geht es Athleten schließlich oft vor allem um die Perspektive abseits des Sports. „In Stuttgart scheitert vieles zu oft an geringen Beträgen“, sagt Matthias Breucker.

Der SV Cannstatt war deutscher Wasserballmeister, er hatte die Hegemonialstellung von Spandau Berlin gebrochen. Es war 2006 und es war der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des Stuttgarter Traditionsclubs. Den Titel konnten sie allerdings nicht mehr verteidigen. Es fehlten 150 000 Euro, drei Wochen nach der Meisterschaft musste sich der Club aus der Wasserball-Bundesliga zurückziehen. Der Hockey-Bundesligist HTC Stuttgarter Kickers war 2005 deutscher Meister und gewann 2006 den Europapokal der Landesmeister. Dann fehlte ein wenig Geld. Die Folge: 2008 stieg man aus der ersten Liga ab, auf dem Feld und in der Halle.

Manch einer schielt nach Mannheim. Die dortige Metropolregion hat gewaltig aufgeholt, neben den Adlern Mannheim im Eishockey hat sich in den Rhein-Neckar-Löwen ein Handball-Bundesligist etabliert. Das sportliche Erwachen ist mit drei Buchstaben verbunden: SAP. Angeführt vom Mitbegründer Dietmar Hopp hat der Walldorfer Softwaregigant Millionen Euro in den Sport seiner Heimat investiert. Man könnte es den Mannheimer Weg nennen.

Stuttgarter Zeitung

StN: Kickers wollen Drittletzter werden

Regionalligaplanungen vertieft

Stuttgart (jüf) – Sonntag und Montag waren trainingsfrei. Am heutigen Dienstag geht es für die Spieler des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers um 8 Uhr weiter. Zuerst geht es wegen einer verlorenen Wette zum Brezelbacken in eine Bäckerei – danach stehen zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Unterdessen hat Präsident Dirk Eichelbaum – trotz des praktisch feststehenden Abstiegs – Trainer Rainer Kraft in einem Gespräch klargemacht: „Herschenken der Saison ist verboten.“ Ziel sei es, zumindest den drittletzten Platz zu erreichen. Um bei einem möglichen Lizenzentzug eines Konkurrenten Gewehr bei Fuß zu stehen.

In der kurzfristig angesetzten Präsidiumssitzung gestern Abend (bei Redaktionsschluss nicht beendet) trieben die Blauen bis tief in die Nacht die Planungen für die Regionalliga voran. Personalentscheidungen sollten keine getroffen werden. „Wer Trainer sein wird und ob Manager Cast bleibt, wird nicht das vorherrschende Thema sein“, sagte Eichelbaum vor der Sitzung.

Stuttgarter Nachrichten