Presse zur Jahreshauptversammlung – VfB kommt zum Testspiel

Schwarze und rote Zahlen bei den Blauen

Die Kickers erzielen Gewinn, doch im Etat klafft ein Loch

STUTTGART. Die sportliche Situation des Fußballdrittligisten Stuttgarter Kickers ist unbefriedigend, besser sieht es wirtschaftlich aus: das abgelaufene Geschäftsjahr 2007/08 endet mit einem Gewinn von 330 000 Euro.

Von Joachim Klumpp

Die relativ harmonische Stimmung bei der Hauptversammlung der Stuttgarter Kickers ist gestern Abend nur einmal etwas getrübt worden: als das Logo des Lokalrivalen VfB auf der Leinwand auftauchte, da gab es vereinzelt doch Pfiffe. Dabei hätten die 190 anwesenden Mitglieder dankbar sein sollen. Denn der Fußball-Bundesligist wird am 25. März nächsten Jahres in Degerloch zu einem – schon lange angekündigten – Benefizspiel antreten, durch das wiederum die finanzielle Lage der Kickers verbessert würde. Das ganze soll das ADM-Gedenkjahr schmücken, das die Kickers 2009 anlässlich des fünften Todes- und 70. Geburtstages ihres Ehrenpräsidenten Axel Dünnwald-Metzler ins Leben gerufen haben. Als Krönung obendrauf gibt es noch die berechtigte Hoffnung, dass im Lauf des Jahres auch der FC Bayern München seine Visitenkarte bei den Blauen abgibt. Dafür wiederum gab es – Applaus.

Und nicht nur dafür. Denn nachdem die sportliche Situation des Tabellenvorletzten in der dritten Liga unbefriedigend ist, konnte sich zumindest das wirtschaftliche Ergebnis sehen lassen. Als der Schatzmeister Friedrich Kummer einen Gewinn (zum Stichtag 30. Juni) von exakt 330 396,60 Euro verkündete, brandete Beifall im Clubheim auf. „Im Wesentlichen ist das auf die neu gegründete Beteiligungsgesellschaft zurückzuführen“, erklärte Kummer. Die besteht aktuell ausschließlich aus fünf Mitgliedern von Präsidium und Aufsichtsrat und wurde in einer kritischen finanziellen Situation der Vorsaison ins Leben gerufen, um den Verein mit Darlehen und der Abtretung der Transfererlöse zu helfen, was sich mit 525 000 Euro niederschlägt. In der Bilanz ist dieses Geld Vereinsvermögen, so dass der Stand der Verbindlichkeiten von knapp einer Million Euro auf nunmehr 591 684,17 Euro zurückgegangen ist. Da nach wie vor die Rangrücktrittsdarlehen des Expräsidenten Hans Kullen sowie von Ursi Dünnwald-Metzler existieren, ist der Verein aber nicht überschuldet. „Unser Ziel ist es, die Entschuldung des Vereins weiter voran zu treiben“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lorz.

Trotz des guten Ergebnisses im Geschäftsjahr 2007/08 können die Kickers keine großen Sprünge machen, was vor allem die Transfermöglichkeiten in der Winterpause betrifft. Das liegt in erster Linie daran, dass der angesetzte Saisonetat von etwa drei Millionen Euro bei den Ausgaben übertroffen wird, was mehrere Gründe hat: zum Beispiel erhöhte Kosten im Ordnungs- und Sicherheitsdienst bei Risikospielen, eine Verdreifachung der Stadionmiete – und natürlich auch die Verpflichtung des holländischen Spielers Orlando Smeekes sowie der Trainerwechsel. Hochgerechnet zum Saisonende fehlen dem Club damit etwa 300 000 Euro in der Kasse.

Deshalb muss auf der einen Seite eisern gespart werden (etwa durch den Verzicht auf ein Trainingslager im Januar), auf der anderen aber weiter versucht werden, die Einnahmen zu erhöhen, vor allem durch zusätzliche Werbeaktivitäten. Das Paradebeispiel dafür ist die zweite Auflage der Kampagne „Believe-in-Blue“, bei der Fans im Internet einzelne Bausteine (zu je 18,99 Euro) erwerben können und wo innerhalb kurzer Zeit bisher knapp 15 000 Euro eingegangen sind. Damit aber nicht genug: bei der Mitgliederversammlung kamen ganz aktuell sogar noch einmal 10 000 Euro dazu. Was den Präsidenten Dirk Eichelbaum zu der spontanen Aussage veranlasste: „Wenn immer zehntausend Euro zusammenkommen, machen wir künftig jeden Tag eine Hauptversammlung.“

Neben der leidigen Stadionfrage, in der die Kickers heute Abend einen Termin beim Deutschen Fußball-Bund haben, um auszuloten, ob es aufgrund des aufgeschobenen Umbaus nochmals eine Ausnahmeregelung geben könnte, wurden auch die Rechte am Kickers-Logo angesprochen, die noch die ausgegliederten Handballer besitzen. „Die Gespräche über eine gemeinsame Nutzung stehen aber unmittelbar bevor“, so Eichelbaum.

Ganz so weit wollten die Vertreter der Handballer, die sich dezent im Hintergrund hielten, noch nicht gehen. Sie werden das ausgearbeitete Vertragswerk, das vorsieht, dass der Hauptverein auf die jährlichen 1500 Euro Lizenzgebühr verzichtet, noch juristisch prüfen lassen. Tenor: wir sind bereit für eine Einigung, aber die gibt es noch nicht. Vielleicht hilft in dieser brisanten Frage ja das gemeinsame sportliche Leid. Während die Fußballer Vorletzter in der Tabelle sind, belegen die Handballer den letzten Platz.

Stuttgarter Zeitung

Gewinn täuscht über Ernst der Lage

Kickers vermelden für Geschäftsjahr 2007/08 Bilanzplus von 330000 Euro

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinn gemacht und ihre Schulden verringert. Diese positiven Aspekte bei der gestrigen Mitgliederversammlung ändern nichts daran: Die Finanzierung des laufenden Spielbetriebs bleibt ein Tanz auf der Rasierklinge.

VON JÜRGEN FREY

Ein Sieg in 16 Spielen, Platz 19. Was die Zahlen in der dritten Liga angeht, können die Kickers alles andere als zufrieden sein. Da war das Zahlenwerk, das die Chefetage im Vereinsheim präsentierte, erfreulicher. Das Präsidium verkündete für das Geschäftsjahr 2007/08 einen Gewinn in Höhe von 330 396,80 Euro. Entsprechend harmonisch verlief die Versammlung – die 190 Mitglieder entlasteten sowohl Präsidium als auch Aufsichtsrat. Das bilanzielle Plus ist auf zwei Faktoren zurückzuführen:

Die Transfereinnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahr von 330 000 Euro auf 802 892 Euro. Hintergrund: Der Verein hat die Transferrechte an die Kickers Beteiligungs GmbH & Co. KG verkauft.

Die außerordentlichen Erträge stiegen von 22 767 Euro auf 303 721 Euro. Dies ist vor allem auf einen Forderungsverzicht von Ursi Dünnwald-Metzler zurückzuführen.

Unterm Strich verringerten sich die Schulden von 922 080 Euro auf 591 684 Euro.

Diese positive Tendenz ändert nichts an den Liquiditätsproblemen. Bis zum 30. Juni 2009 wird der Etat um 300 000 Euro überzogen. Gründe: der Trainerwechsel und die Verpflichtung von Orlando Smeekes. „Die Finanzierung des Spielbetriebs ist ein Tanz auf der Rasierklinge“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum. Den Ernst der Lage bestätigte Präsidiumsmitglied Dieter Wahl: „Wegen der Finanzkrise beißt man bei Sponsoren auf Granit.“ Der Marketingexperte meldete auch Positives: Am 25. März 2009 kommt der VfB zum Freundschaftsspiel – jeder Euro in der klammen Kickers-Kasse zählt.

Stuttgarter Nachrichten

Zumindest finanziell auf einem guten Weg

Die Stuttgarter Kickers vermelden auf der Mitgliederversammlung einen satten Gewinn

Stuttgart – Sportlich läuft es schlecht, finanziell geht es aufwärts: Während Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers weiter im Tabellenkeller festhängt, vermeldete Präsident Dirk Eichelbaum gestern Abend bei der Mitgliederversammlung für die abgelaufene Spielzeit (Stichtag: 30. Juni) ein „Rekordergebnis“ – und damit einhergehend einen erheblichen Schuldenabbau.

Von Beate Wockenfuß

„Hinter uns liegt das Jahr der Katze. Wir haben sieben Leben gebraucht“, sagte Eichelbaum angesichts der äußerst knappen Qualifikation für die eingleisige dritte Liga. Dort befindet sich das Team aktuell auf dem vorletzten Platz. Wie schon im vergangenen Jahr, so war es auch diesmal in Degerloch: Mitten in den Wirren einer sportlichen Depression der „Blauen“ überraschten die Vereinsbosse die leidgeprüften Anhänger bei der Jahreshauptversammlung mit positiven Nachrichten. Die etwa 190 anwesenden Mitglieder staunten nicht schlecht, als das für Finanzen zuständige Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer die Geschäftszahlen für die Saison 2007/2008 präsentierte und dabei mit einem deutlichen Jahresüberschuss aufwartete. 330 397 Euro beträgt der erwirtschaftete Gewinn in der abgelaufenen Spielzeit – das bedeutet eine Steigerung um stattliche 139 Prozent gegenüber 2006/2007 (138 130 Euro). Schon damals hatte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.Zurückzuführen ist das neuerliche Plus auf die Anfang des Jahres gegründete Beteiligungs GmbH & Co. KG, an die der Verein seine Transferrechte verkauft hat. Damit sind die Kickers auf ihrem Weg aus den Schulden wieder ein großes Stück vorangekommen. 591 684 Euro gilt es jetzt „nur“ noch zu tilgen. Dazu gehört unter anderem das Darlehen von Ex-Präsident Hans Kullen. Über die Rückzahlung hatten sich der Verein und Eichelbaums Vorgänger nach monatelangem Streit erst Anfang Juli und damit nach dem Bilanz-Stichtag außergerichtlich geeinigt. Demnach soll über die kommenden acht Jahre hinweg eine nicht genannte Summe an Kullen gezahlt werden.Der ehemalige Präsident spielte bei der gestrigen Versammlung noch bei einem anderen Tagesordnungspunkt eine Rolle. Denn die Entlastung des alten Vorstands war im vergangenen Jahr wegen der unklaren juristischen Situation auf dieses Jahr verschoben worden. Diesmal ging die Entlastung ohne Diskussionen durch – ebenso für das aktuelle Präsidium.

2,86 Millionen Euro Ausgaben

Das lag vor allem an den positiven Zahlen: Insgesamt nahm der Verein in der vergangenen Spielzeit 2,93 Millionen Euro ein, das sind 105 834 Euro weniger als 2006/2007. Am deutlichsten sanken die Einnahmen im Bereich Spielbetrieb (minus 219 620 Euro), was an der verpassten Teilnahme am DFB-Pokal lag. Dieselbe Ursache hat der Rückgang im Bereich Fernsehen und Hörfunk (minus 207 540 Euro). Die Ausgaben auf der Waldau beliefen sich auf 2,86 Millionen Euro, das sind 42 961 Euro weniger als 2006/2007.

Das kommende Jahr wird bei den Kickers ganz im Gedenken an den im Jahr 2004 verstorbenen langjährigen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler stehen. Im Rahmen des „ADM-Gedenkjahres“ sind unter anderem zwei Freundschaftsspiele geplant. Bundesligist VfB Stuttgart gastiert am 25. März im Gazi-Stadion. Der FC Bayern hat ebenfalls für ein Spiel zugesagt, ein Termin steht jedoch noch nicht fest. Auch das bringt dem nach wie vor klammen Verein wertvolle Einnahmen.

Eßlinger Zeitung

Presse zur anstehenden Jahreshauptversammlung

„Die Konsolidierung des Vereins ist eine Herkulesaufgabe“

Interview mit dem Kickers-Präsidenten Dirk Eichelbaum zur wirtschaftlichen Situation des Fußballdrittligisten, dem verschobenen Stadionumbau und den Fernsehgeldern

Morgen steht die Hauptversammlung des Drittligisten Stuttgarter Kickers auf dem Programm. Während es sportlich beim Tabellenvorletzten nicht rund läuft, weist die Bilanz einen Gewinn von rund 170 000 Euro aus. Dennoch sagt der Präsident Dirk Eichelbaum im Gespräch mit Joachim Klumpp: „Wir brauchen aus den Fernsehgeldern mindestens einen siebenstelligen Betrag.“

Herr Eichelbaum, vor der letzten Hauptversammlung war die Rede von einem Investor für die Kickers. Wird der nun morgen aus dem Hut gezaubert oder ist das Thema abgehakt?

Das kommt darauf an, wie man das Thema angeht. Wir haben ja einen Investor, in Form einer Beteiligungsgesellschaft, die an den Spielerwerten partizipiert. Aber das Thema externer Investor steht aktuell nicht auf der Agenda. Und ich möchte auch nicht, dass es in Richtung Traumtänzerei gerückt wird.

Das bedeutet, die Kickers müssen vorerst mit einem Etat zwischen drei und dreieinhalb Millionen Euro pro Saison auskommen. Ist das machbar?

Das ist jedes Jahr aufs Neue sehr schwierig, weil alles auf Kante genäht ist und nirgends etwas dazwischenkommen darf.

Also keine zusätzlichen Kosten – wie ein Trainerwechsel?

Zum Beispiel.

Edgar Schmitt ist nun bereits der dritte Trainer innerhalb eines Jahres. Was macht Sie so sicher, dass es diesmal auf längere Sicht die richtige Wahl ist?

Weil er Begeisterung in der Mannschaft weckt – und das auch vorlebt. Und er es schafft, die Spieler so zu motivieren, dass sie wieder an ihre Stärken glauben. Und ich ganz sicher bin, dass wir, wenn die Saison zu Ende ist, mindestens drei Mannschaften hinter uns lassen.

Der Trainer hat den Wunsch geäußert, im Winter Verstärkung zu bekommen. Kann er das Präsidium motivieren, diesen zu erfüllen?

Wir haben das sehr wohl vernommen und werden sehen, ob das möglich ist. Aber versprechen kann ich das heute nicht. Das hängt von den Rahmendaten ab, wie sich wer noch engagieren möchte. Und ob wir eventuell Abgänge haben. Das planen wir zwar nicht, aber wir sind natürlich gesprächsbereit, wenn sich ein Spieler verändern möchte.

Beim Stichwort Engagement fällt uns der Vertrag mit der Agentur Event Sport Marketing in Leonberg ein. Da hört man wenig Erfolgsmeldungen. Warum?

Das läuft sicher für beide Seiten nicht zufriedenstellend. Aber auch da muss man die weitere Saison abwarten. Unsere Marketingeinnahmen insgesamt haben wir gesteigert, damit sind wir sehr zufrieden.

Weniger zufriedenstellend ist der Stadionumbau, der zunächst um zwei Jahre aufgeschoben wurde. Inwieweit belastet das die Planungen der Kickers?

Um es klar zu sagen: das belastet uns sehr, weil wir – Stand heute – für die nächste Saison in der dritten Liga keine geeignete Spielstätte haben. Und der DFB wird sicher nicht im Vorbeigehen sagen: dann spielt ihr halt so weiter.

Die Alternative wäre ja nur Mercedes-Benz-Arena, Reutlingen – oder?

Die Alternative wäre im Endeffekt, gar nicht für die dritte Liga zu melden, aber das kann“s ja wohl nicht sein. Deshalb wird es am Donnerstag ein Gespräch mit den Entscheidungsträgern des DFB geben. Wir müssen Klarheit haben, ob wir nochmal eine Ausnahmegenehmigung bekommen. Und zwar nicht erst im März, April – sondern zeitnah.

Wird auf der Hauptversammlung der alte und neue Vorstand komplett entlastet, also inklusive des Expräsidenten Hans Kullen, der gegen Jena auf der Tribüne saß?

Das hoffe ich und wünsche ich mir – und ich wüsste auch nicht, was dagegen spricht.

Sind denn beim Thema Satzungsänderung größere Änderungen zu erwarten?

Wir haben Satzungsänderungen vorbereitet, aber das sind eher Feinheiten, keine drastischen Dinge, wie eine Reduzierung des Aufsichtsrats. Und es gibt Anträge, die eher im weltanschaulichen Bereich liegen, von denen ich der Meinung bin, dass sie unsere Satzung schon hergibt.

Der Vertrag mit dem Hauptsponsor ist bereits verlängert worden, für die dritte Liga. Trotzdem gibt immer wieder Stimmen, die sagen, es ist zu wenig Geld.

Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir hatten eine klare Zielvorgabe, die haben wir erreicht, und es ist eine faire Lösung für beide Seiten. Der Hauptsponsor hat einen erstklassigen Vermarktungsbereich, weil vor allem der TV-Sektor über den Erwartungen liegt. Wir haben regelmäßig Sendezeiten zwischen 18 und 18.30 Uhr bei vier Millionen Menschen, mit einem Kernbereich der männlichen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahre.

Wären die jetzt angekündigten gut 200 000 Euro Mehreinnahmen pro Saison aus dem Fernsehvertrag eine Summe, bei der Sie sagen: damit können wir leben?

Es ist immer noch weit von dem entfernt, was ich für angemessen halte. Vor allem, wenn man die Sendezeiten im dritten Programm, aber erst recht in der ARD sieht. Das einzige, wo wir keine größere Verbreitung haben, ist das ZDF. Mit 500 000, 600 000 oder auch 800 000 Euro ist das nicht gerecht honoriert; es müsste zumindest eine siebenstellige Summe sein.

Zumal der Forderungskatalog des DFB, zum Beispiel in Sachen Stadion, schon sehr nahe an der zweiten Liga ist.

Und der nächste Punkt ist die Jugendarbeit, wo Professionalisierung gefordert wird. Aber wenn ich Professionalisierung fordere, dann muss ich sehen, dass es Geld kostet, und zwar massiv Geld.

Wie weit ist man in Sachen des von 2010/11 an geforderten Jugendinternats?

Wir arbeiten daran. Wir sind zwar aus der A- und B-Junioren-Bundesliga abgestiegen, aber da wollen wir auf Sicht natürlich wieder hin. Nur konkurrieren wir dann mit Mannschaften, die einen Jugendetat haben, wie wir einen Gesamtetat.

Und wie sieht es mit dem Jugendkoordinator Zoltan Sebescen aus, um dessen Aufgaben es immer mal wieder Diskussionen gegeben hat?

Er hat uns davon in Kenntnis gesetzt, dass er sich in absehbarer Zeit beruflich verändern will. Deshalb muss man hier abwarten.

Auch wenn aktuell keine Neuwahlen anstehen: wie lange wollen Sie noch den Job des ehrenamtlichen Präsidenten der Stuttgarter Kickers machen?

Wenn“s jemand anders machen möchte und mit großem finanziellen Engagement an die Sache geht, dann bin ich auch bereit, das Amt außerplanmäßig abzugeben. Ansonsten ist es einfach so, dass wir uns vorgegeben haben, in einer Art Schicksalsgemeinschaft mit dem Aufsichtsrat, die Konsolidierung des Vereins voranzutreiben. Das ist eine Herkulesaufgabe. Was die Altverbindlichkeiten angeht, haben wir große Erfolge erreicht. Allerdings ist es sehr schwierig, das Ganze mit einem wirtschaftlich einträglichen Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten.

Insofern wäre ein Weiterkommen im WFV-Pokal sicher hilfreich gewesen?

Vielleicht schafft es ja unsere zweite Mannschaft – die noch im laufenden Wettbewerb vertreten ist.

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Präsident Eichelbaum im Interview

„Die Not schweißt zusammen“

Stuttgart – Die sportliche Situation beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers ist prekär, die Finanzlage wie immer angespannt. Dennoch blickt Präsident Dirk Eichelbaum der Mitgliederversammlung am Mittwoch, 26. November (19 Uhr/Kickers-Vereinsheim), gelassen entgegen.

Herr Eichelbaum, die Steilvorlage der Mannschaft für die Mitgliederversammlung blieb aus. Wie sehr tut das 0:3 gegen Jena weh?

Dieses Spiel ging leider total in die Hose. Und der Zeitpunkt der Niederlage war der denkbar ungünstigste.

Erwarten Sie eine turbulente Versammlung?

Nein, ich sehe dafür keine Ansatzpunkte. Die Mannschaft befindet sich nach dem Trainerwechsel, trotz des Rückschlags, auf einem guten Weg. Und finanziell können wir für das Geschäftsjahr 2007/08 einen Gewinn vermelden.

Sind Sie stolz auf diese 170.000 Euro?

Stolz nicht, da dieser Gewinn auf einen Sondereffekt zurückzuführen ist – die Einführung der Beteiligungs GmbH & Co. KG. Dies lässt sich nicht beliebig wiederholen.

Also droht in der einnahmefreien Winterpause wieder ein Liquiditätsengpass?

Derzeit nicht, aber wir haben einen auf der Kante genähten Etat und müssen ständig versuchen, neue Sponsoren zu generieren.

Stimmt es, dass Ex-Präsidiumsmitglied Walter Kelsch sein Darlehen in Höhe von 50.000 Euro zum 31. Januar 2009 gekündigt hat?

Das ist leider richtig. Wir wundern uns nur, weil er vor einem Jahr der Initiator dafür war, dass die Gremiumsmitglieder den Verein finanziell unterstützen.

Besteht denn in Anbetracht der angespannten Finanzlage überhaupt die Chance auf Verstärkungen in der Winterpause?

Ohne Spielerabgänge oder Sponsoren geht absolut nichts. Was mich allerdings optimistisch stimmt: Bisher hat sich bei den Blauen diesbezüglich immer etwas getan.

Der drohende sportliche und finanzielle Exitus ist ein ständiger Begleiter der Kickers. Worin liegt für Sie eigentlich der Reiz, das Präsidentenamt auszuüben?

Der Reiz war von Anfang an, einen als unsanierbar geltenden Club doch zu sanieren. Was die Altverbindlichkeiten betrifft, ist uns das gut gelungen. Die Not schweißt zusammen, wir in der Führungsetage verstehen uns als Schicksalsgemeinschaft.

Die bei einem sportlichen Abstieg am Saisonende das Ende der Kickers verkündet?

Nicht zwingend das Ende des Vereins, aber das Ende professioneller Strukturen. Wir könnten dann mit einer verstärkten Amateurmannschaft im ADM-Sportpark spielen – und ich sehe schon die Schlagzeilen: Gipfel der Schande – Ex-Bundesligist in der Regionalliga. Aber so weit wird es nicht kommen.

Wie groß sind Ihre Sorgen, dass Ihnen die Stadt wegen der aufgeschobenen Stadionmodernisierung einen Strich durch die Rechnung macht?

Sehr groß. Stand heute hätten wir keine Spielstätte für die nächste Saison. Was mir nicht in den Kopf will, ist die Argumentation der Stadt, die unsere Situation mit der in Aue, Emden und Regensburg vergleicht. Dabei müsste für Stuttgart Frankfurt der Maßstab sein. Und dort bekommt der FSV ein Stadion für 16 bis 17 Millionen Euro.

Die Sicherheitsauflagen sollen aber doch sofort erfüllt werden – reicht dies dem DFB nicht für die Lizenzerteilung?

Wenn das so wäre, möchte ich das schriftlich.

Haben Sie für sich entschieden, wie lange Sie Präsident bleiben möchten?

Axel Dünnwald-Metzler hat auf die Frage, wie man Millionär wird, mal gesagt: Man muss als Multimillionär Kickers-Präsident werden. Ich will zeigen, dass es auch anders geht und möchte den Club komplett sanieren. Wenn das Amt danach jemand anderer ausüben möchte, gebe ich es gerne ab.

Jürgen Frey, Gunter Barner

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – Carl Zeiss Jena

Den Kickers fehlt die Konstanz

Bei der 0:3-Niederlage gegen Jena geht nach der Pause die Ordnung im Mittelfeld völlig verloren

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben unter Edgar Schmitt ihre erste Heimniederlage in der dritten Liga kassiert. „Ein herber Rückschlag“, sagte der Manager Joachim Cast nach dem 0:3 (0:0) gegen Carl Zeiss Jena.

Von Joachim Klumpp

Jenas Trainer hatte seiner Mannschaft in der Besprechung vor dem Spiel eine Aussage des Kickers-Kollegen Edgar Schmitt mitgebracht, der da betonte: „Das Stadion muss unseres bleiben.“ Daran wollte der Gast auch gar nicht rütteln, genauso wenig wie seine 700 friedlichen Fans. „Wir wollten das Stadion nicht mitnehmen, wir haben selbst ein schönes“, sagte der Holländer Rene van Eck, und fügte hinzu: „Aber wir wollten die Punkte.“

Und das ist dem Zweitligaabsteiger schließlich gelungen, wenngleich das 3:0 auf dem Papier über den wahren Spielverlauf auf dem Platz hinwegtäuscht. Während die vier Punkte der Kickers in den beiden letzten Spielen gegen Dresden und in Braunschweig teilweise etwas glücklich zustande kamen, lag der Fall am Samstag anders. Die Kickers dominierten die Partie scheinbar souverän. „Wenn wir in Führung gehen, läuft das Spiel anders“, sagte der Stürmer Michael Schürg, der vor der Pause die beiden besten Möglichkeiten vergab, wobei einmal ebenso der Pfosten im Weg stand wie bei Marcel Rapps Versuch unmittelbar nach der Pause.

Nach dem 1:0 der Gäste, als Rene Eckardt die Einladung der gesamten Kickers-Abwehr zum Torschuss dankend annahm, zeigte sich aber, dass die Mannschaft noch lange nicht so gefestigt ist, um kompakt über die gesamten 90 Minuten aufzutreten. „Die Spieler waren einfach geschockt“, sagte Schmitt. Das Fehlen des verletzten Kapitäns Alexander Rosen mag dafür eine Erklärung, aber längst keine Entschuldigung sein. Als dann allerdings auch noch Benedikt Deigendesch mit Schwindelgefühlen ausschied, war keiner mehr vorhanden, der für die Ordnung im Mittelfeld sorgte, zumal Bashiru Gambo nach der Pause untertauchte und auch das Auswechselkontingent (mit der totalen Offensive durch Tucci und Smeekes) bereits relativ frühzeitig erschöpft war. Jena dagegen zog in dem Malteser Andre Schembri und vor allem dem Italiener Salvatore Amirate noch zwei Trümpfe aus dem Ärmel – und erzielte zwei weitere Tore. „Ihr Konzept ging auf“, musste selbst Edgar Schmitt zugeben.

Das der Kickers nicht. „Wir sind aus der Pause gekommen und wollten gewinnen“, sagte Schürg. Vielleicht war die Mannschaft in diesem Fall etwas zu sicher, denn bis dato deutete auf den schwierigen Bodenverhältnissen nichts darauf hin, dass die schwachen Thüringer drei Punkte entführen. Insgesamt fällt aber auf, dass die Leistungsschwankungen der Kickers einfach zu groß sind. Nach einer starken Hälfte in Offenbach brach die Mannschaft nach der Pause und dem ersten Gegentor ein; in Braunschweig hatte sie bis zur Halbzeit mehrere brenzlige Situationen zu überstehen, um danach eine ordentliche Leistung abzuliefern; gegen Berlin rüttelte erst ein 0:2 die Kickers auf; und davor lagen noch die Spiele mit Drei-Tore-Führungen und -Rückständen gegen die zweiten Mannschaften der Bayern und des VfB, die allesamt Remis endeten.

Es ist ein Wechselbad der Gefühle, das bis zum Saisonende so weitergehen könnte. Ob beziehungsweise inwieweit die Mannschaft in der Winterpause verstärkt werden kann („prinzipiell haben wir einen kleinen Kader“, so der Manager Cast), wird die wirtschaftliche Situation mit entscheiden.

Doch bis dahin stehen noch vier Spiele an. Während Schürg sagte: „Ich denke nicht, dass uns das Ergebnis groß zurückwirft“, sagte Cast: „Das war ein herber Rückschlag.“ Und das ausgerechnet vor der Hauptversammlung am Mittwochabend, auf der der Verein wirtschaftlich zwar schwarze Zahlen vorlegen kann, aber sportlich in dieser Saison eine negative Bilanz aufweist.

Stuttgarter Kickers: Salz – Reiß, Ortlieb, Rapp, Härter – Traut, Deigendesch (55. Prediger), Gambo, Landeka (63. Smeekes) – Schürg, Vaccaro (63. Tucci).

Carl Zeiss Jena: Nulle – Wallschläger, Robert Müller, Wuttke (46. Schembri), Ralf Schmidt – Riemer – Sträßer (87. Eggemann), Eckardt, Hansen, Nils Petersen (76. Amirante) – Hähnge.

Stuttgarter Zeitung

Schmitt ruft zur Ordnung

Unsortierte Kickers brechen gegen Jena nach guten 60 Minuten ein – Kehrt Oliver Barth zurück?

Stuttgart – Lange Zeit haben sie sehr passabel gespielt. Doch ein Gegentor reichte, um Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers beim 0:3 (0:0) gegen Carl Zeiss Jena völlig aus der Bahn zu werfen. „Ich bin doch kein Zauberer“, sagte Trainer Edgar Schmitt.

VON JÜRGEN FREY

Der Pechvogel des Tages saß nach dem Abpfiff enttäuscht auf dem schneebedeckten Rasen. Immer wieder schüttelte Michael Schürg den Kopf. Dann raffte sich der Stürmer auf, trabte mit gesenktem Kopf Richtung Kabine und murmelte: „Das war heute einfach nur Pech.“ Richtig stark hatte der 24-Jährige vor der Pause aufgetrumpft – nur eben das Entscheidende verpasst: mindestens ein Tor zu erzielen. In der 32. Minute war bei seinem abgefälschten Schuss der Pfosten im Weg, zwei Minuten später fand Schürg frei stehend vor Carsten Nulle in Jenas Keeper seinen Meister. Da auch Kickers-Innenverteidiger Marcel Rapp in der 50. Minute nur den Innenpfosten traf und Jena bis dahin keine einzige Torchance hatte, kam Schürg die Vokabel Pech nicht zu Unrecht über die Lippen. Aber die Blauen sind gut beraten, die achte Saisonniederlage tiefgreifender zu analysieren.

Die fehlende Ordnung: Benedikt Deigendesch hatte eine sehr solide Vorstellung vor der Abwehr gezeigt. Mit seiner Auswechslung wegen Schwindelgefühlen (55.) nahm das Unheil seinen Lauf. Das erste Gegentor (68.) warf die Blauen dann total aus der Bahn. Jegliche Stabilität und Ordnung ging verloren. Die Spieler hielten nicht mehr ihre Positionen. Viel zu unentschlossen und ohne Aggressivität gingen sie in die Zweikämpfe. Aufbäumen? Fehlanzeige. „Die Mannschaft war plötzlich wie gelähmt und stand unter einem kollektiven Schock“, stellte Schmitt fest. Wie er die Probleme lösen will? Vor allem mit viel Arbeit. „Ich werde mit intensiven Übungen den Jungs beibringen, künftig die Ordnung zu halten“, erklärte der Coach, „wenn es sein muss, werde ich im Training Felder auf den Rasen zeichnen.“

Der fehlende Leitwolf: In der kritischen Phase war weit und breit kein Spieler zu sehen, der das Team aufrüttelte. „Ich habe zu wenige in der Mannschaft, die richtig dazwischenhauen“, hat auch Schmitt erkannt. Es allein auf das Fehlen des verletzten Kapitäns Alexander Rosen zurückzuführen, wäre ein Armutszeugnis. Auch von erfahrenen Kräften wie Bashiru Gambo und dem derzeit indisponierten Angelo Vaccaro müssen weitaus mehr Impulse ausgehen. Ansonsten werden die Blauen den Weg aus dem Keller nicht schaffen.

Vier Spiele stehen vor der Winterpause noch auf dem Programm: Am kommenden Samstag (14 Uhr) beim VfR Aalen, zu Hause gegen Werder Bremen II (7. Dezember), beim SC Paderborn (13. Dezember) und daheim gegen Wacker Burghausen (20. Dezember) geht es darum, den Anschluss ans rettende Ufer nicht zu verlieren. Danach könnte es zu Veränderungen im Kader kommen. Die Namen Mischa Welm, Thorsten Traub (beide VfR Aalen), Thomas Scheuring (zuletzt Omonia Nikosia) und vor allem Oliver Barth (SC Freiburg) machen die Runde. Schmitt sagt dazu nur so viel: „Alle meine aktuellen Spieler sind willig, aber Fußball ist auch ein Strategiespiel – und ich bin kein Zauberer.“

Stuttgarter Nachrichten

Pfosten und Kopf stehen im Weg

Drittligist Stuttgarter Kickers bricht nach dem 0:1 ein und verliert gegen den FC Carl Zeiss Jena mit 0:3

Von Andreas Müller

Stuttgart – Es geht immer noch ein bisschen schlechter: Die Stuttgarter Kickers haben im Kampf um den Klassenverbleib einen großen Rückschlag erlitten. Die 0:3 (0:0)-Niederlage gegen den FC Carl Zeiss Jena hat deutlich gemacht, dass der Fußball-Drittligist keine Mannschaft besitzt, die mental in der Lage ist, Unvorhersehbares wegzustecken. Die 3440 Fans, sofern sie mit den Kickers sympathisierten, hatten sich nach den ersten 45 Minuten auf dem schneebedeckten Rasen im Gazi-Stadion einigermaßen zufrieden auf den Weg zum Stand mit Bier und Roter Wurst gemacht. Die „Blauen“ waren die aktivere Mannschaft und ließen mit über weite Strecken gut angelegtem Kurzpassspiel den eher mit einfachen spielerischen Mitteln ausgestatteten Gast aus Jena keine Entfaltungsmöglichkeiten. Pech nur, dass die Kickers das Tor nicht trafen. Michael Schürg (32.) scheiterte am Pfosten und an Torhüter Carsten Nulle (35.). Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Mannschaft von Trainer Edgar Schmitt in Führung gehen würde. Die Überlegenheit wurde mit einem erneuten Pfostentreffer von Marcel Rapp (49.) untermauert. Doch mit einer einzigen Szene brach Jena den Bann und rief bei den Stuttgartern Chaos hervor. Der Führungstreffer von René Eckardt (69.) raubte den „Blauen“ das Selbstvertrauen. Schmitt sprach von einem Schock, Manager Joachim Cast stellte fest: „Danach waren wir wie gelähmt.“ Dass Eckardt nahezu ohne Gegenwehr von vier Stuttgartern aus 16 Metern abschließen durfte „war auch keine Meisterleistung der Abwehr“ (Schmitt).

Schock, Lähmung und ein Kopf, der vor Selbstzweifeln zu platzen schien. Die Serie von vier Spielen ohne Niederlage hat keinerlei positive Auswirkungen auf das strapazierte Nervenkostüm gezeigt. Die Mannschaft ist nach wie vor völlig verunsichert und schafft es nicht, nach einem Rückstand die klassischen Tugenden im Kampf um den Klassenverbleib abzurufen. Verbissenheit und Einsatzbereitschaft tendierten nach dem Rückstand gegen Null. Ob der verletzte Kapitän Alexander Rosen in dieser Phase das kollektive Versagen verhindert hätte, ist eine von vielen Fragen, die unbeantwortet bleiben werden.

Jena bekam nach der Führung das Spiel immer besser in den Griff und wurde in der 82. Minute belohnt. Nach einer Flanke des eingewechselten Salvatore Amirante rutschte Thorsten Reiß so unglücklich in die Hereingabe, dass der Ball ins eigene Tor kullerte. Danach kam es an der Seitenlinie zu einer Art Vollversammlung von fünf Stuttgartern, die den Trainer um Rat fragten. Was sollen wir tun? Doch zu diesem Zeitpunkt wusste auch Schmitt nicht mehr weiter, das Spiel war längst gelaufen. Das 3:0 durch Amirante (90.+2) entsprang einem Konter, weil die Kickers alles nach vorne warfen. Wie es weitergeht? „Wir fahren nach Aalen und geben dort richtig Gas“, erklärte Schmitt. Was sollte er auch sonst sagen?

Eßlinger Zeitung

Kickers kassieren nach vier unbesiegten Spielen wieder eine Niederlage
Eckardt stellt Partie auf den Kopf

Carl Zeiss Jena hat gegen die Stuttgarter Kickers glücklich drei Punkte aus Degerloch entführt. Die Hausherren waren bis zum ersten Gegentor von Eckardt spielbestimmend und hatten bei zwei Pfostentreffern Pech. Carl Zeiss zeigte sich nach der eigenen Führung eiskalt und verwertete seine Torgelegenheiten gegen konsternierte Kickers konsequent.

Kickers-Trainer Edgar Schmitt nahm im Vergleich zum 1:1 in Braunschweig vier Änderungen an seiner Startformation vor: Rapp ersetzte den rot-gesperrten Mann in der Innenverteidigung der Schwaben. Deigendesch agierte für den verletzten Kapitän Rosen im defensiven Mittelfeld. Landeka kam für Kettemann und im Angriff ersetzte Schürg den Niederländer Smeekes.

Carl-Zeiss-Coach René van Eck baute seine Anfangself nach der 2:4-Heimpleite gegen den SC Paderborn auf einer Position um: Petersen ersetzte Schembri im Mittelfeld der Jenaer.

Beide Mannschaften fanden im Gazi-Stadion nur schleppend in die Begegnung. Gleichwohl waren es die feldüberlegenen Gastgeber, die sich im weiteren Verlauf deutlich mehr Spielanteile erarbeiteten, ohne allerdings größere Torgefahr vor dem Kasten von Jena-Keeper Nulle herauf zu beschwören. Carl Zeiss fand in der ersten Halbzeit in der Vorwärtsbewegung nicht statt. In der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs entwickelte sich dann ein Privatduell zwischen Kickers-Angreifer Schürg und Carl Zeiss Torhüter: Der Torschützenkönig der abgelaufenen Oberliga-Saison scheiterte in der 34. Minute an Pfosten und Nulle und danach noch zweimal am Keeper der Thüringer (35. und 42.).

Auch nach Wiederanpfiff waren die gastgebenden „Blauen“ deutlich präsenter. In der 53. Minute hatte die Schmitt-Elf bei einem weiteren Aluminium-Treffer Pech, als ein Rapp-Schuss nach Vorarbeit von Traut nur an den Pfosten des Gästegehäuses klatschte. In der 69. Minute stellte dann Eckhardt mit einem Schuss aus 12 Metern, der in den Maschen des Stuttgarter Tores landete, den Spielverlauf auf den Kopf. Die Schmitt-Schützlinge waren nun geschockt und hätten bei Chancen von Hähnge (74.) und dem eingewechselten Amirante (78.) um ein Haar das zweite Gegentor kassiert.

Dieses fiel dann auch in der 82. Spielminute, als Kickers-Außenverteidiger Reiß das Leder nach scharfer Hereingabe von Amirante ins eigene Tor lenkte. Gegen konsternierte Schwaben erhöhte Amirante im Konter sogar noch auf 3:0 für das im Abschluss in der zweiten Hälfte äußerst effektive Van-Eck-Team.

Die Stuttgarter Kickers treten am kommenden Samstag in einem schwäbischen Derby beim VfR Aalen an. Carl Zeiss Jena empfängt am gleichen Tag Fortuna Düsseldorf auf dem heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld.

Kicker

Kickers kassieren nach vier unbesiegten Spielen wieder eine Niederlage

Eckardt stellt Partie auf den Kopf

Carl Zeiss Jena hat gegen die Stuttgarter Kickers glücklich drei Punkte aus Degerloch entführt. Die Hausherren waren bis zum ersten Gegentor von Eckardt spielbestimmend und hatten bei zwei Pfostentreffern Pech. Carl Zeiss zeigte sich nach der eigenen Führung eiskalt und verwertete seine Torgelegenheiten gegen konsternierte Kickers konsequent.

Kickers-Trainer Edgar Schmitt nahm im Vergleich zum 1:1 in Braunschweig vier Änderungen an seiner Startformation vor: Rapp ersetzte den rot-gesperrten Mann in der Innenverteidigung der Schwaben. Deigendesch agierte für den verletzten Kapitän Rosen im defensiven Mittelfeld. Landeka kam für Kettemann und im Angriff ersetzte Schürg den Niederländer Smeekes.

Carl-Zeiss-Coach René van Eck baute seine Anfangself nach der 2:4-Heimpleite gegen den SC Paderborn auf einer Position um: Petersen ersetzte Schembri im Mittelfeld der Jenaer.

Beide Mannschaften fanden im Gazi-Stadion nur schleppend in die Begegnung. Gleichwohl waren es die feldüberlegenen Gastgeber, die sich im weiteren Verlauf deutlich mehr Spielanteile erarbeiteten, ohne allerdings größere Torgefahr vor dem Kasten von Jena-Keeper Nulle herauf zu beschwören. Carl Zeiss fand in der ersten Halbzeit in der Vorwärtsbewegung nicht statt. In der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs entwickelte sich dann ein Privatduell zwischen Kickers-Angreifer Schürg und Carl Zeiss Torhüter: Der Torschützenkönig der abgelaufenen Oberliga-Saison scheiterte in der 34. Minute an Pfosten und Nulle und danach noch zweimal am Keeper der Thüringer (35. und 42.).

Auch nach Wiederanpfiff waren die gastgebenden „Blauen“ deutlich präsenter. In der 53. Minute hatte die Schmitt-Elf bei einem weiteren Aluminium-Treffer Pech, als ein Rapp-Schuss nach Vorarbeit von Traut nur an den Pfosten des Gästegehäuses klatschte. In der 69. Minute stellte dann Eckhardt mit einem Schuss aus 12 Metern, der in den Maschen des Stuttgarter Tores landete, den Spielverlauf auf den Kopf. Die Schmitt-Schützlinge waren nun geschockt und hätten bei Chancen von Hähnge (74.) und dem eingewechselten Amirante (78.) um ein Haar das zweite Gegentor kassiert.

Dieses fiel dann auch in der 82. Spielminute, als Kickers-Außenverteidiger Reiß das Leder nach scharfer Hereingabe von Amirante ins eigene Tor lenkte. Gegen konsternierte Schwaben erhöhte Amirante im Konter sogar noch auf 3:0 für das im Abschluss in der zweiten Hälfte äußerst effektive Van-Eck-Team.

Die Stuttgarter Kickers treten am kommenden Samstag in einem schwäbischen Derby beim VfR Aalen an. Carl Zeiss Jena empfängt am gleichen Tag Fortuna Düsseldorf auf dem heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld.

Vorberichte Stuttgarter Kickers – Carl Zeiss Jena

Kickers-Manager Cast fordert Sieg

Aussicht auf mehr TV-Gelder

Stuttgart (dip) – Es klingt fast schon unbedeutend, wenn Edgar Schmitt vor der Partie der Stuttgarter Kickers gegen Carl Zeiss Jena sagt: „Es wäre schön, wenn wir gewinnen.“ Tatsächlich ist ein Erfolg der Blauen an diesem Samstag (14 Uhr, Gazistadion) mal wieder verdammt wichtig. Schließlich geht es gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg aus der Dritten Liga. Deshalb sagt Kickers-Manager Joachim Cast: „Wir wollen gewinnen, damit wir Jena mit unten reinziehen.“ Das Fehlen von Marcus Mann (gesperrt) und Alexander Rosen (verletzt) soll die Kickers dabei nicht stoppen. Zu Marcel Rapp in der Innenverteidigung und Benedikt Deigendesch im Mittelfeld hat Schmitt „großes Vertrauen“. Für den zuletzt angeschlagenen Orlando Smeekes wird Michael Schürg beginnen.

Derweil dürfen sich die Drittliga-Clubs Hoffnung auf eine Steigerung der TV-Gelder machen. Wie die Tageszeitung „Märkische Allgemeine“ berichtet, sieht dies der neue Fernsehvertrag vor, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Vertreter von ARD und ZDF ausgehandelt haben. In einem Sitzungsprotokoll des DFB-Spielausschusses vom 13. November, das seit einigen Tagen kursiert, ist von einer Aufstockung von 600 000 auf 800 000 Euro die Rede. Kickers-Manager Joachim Cast, selbst Mitglied im Spielausschuss, wollte die Zahlen zwar nicht kommentieren, sagte aber: „Eine Steigerung ist unabdingbar – das weiß der DFB auch.“ Die Regionalligisten würden dann aber statt bisher 162 000 Euro nur 88 000 Euro pro Saison bekommen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers wollen weiter nach oben

„Weitermachen wie zuletzt und die drei Punkte hier behalten“, lautet die klare Ansage von Edgar Schmitt, Der Kickers-Trainer hat zwar Respekt vor der Kampfstärke des Tabellen-16., gibt sich aber auch selbst kämpferisch: „Wir müssen zeigen, dass das Stadion uns gehört.“ Nachdem die „Blauen“ am vergangenen Spieltag nach 15 Wochen das Tabellenende verlassen haben und auf den vorletzten Platz gerückt sind, soll es bis Weihnachten sukzessive höher gehen. Fünf Partien stehen bis dahin noch auf dem Programm, davon drei Heimspiele gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib. „Zu Hause müssen wir punkten“, fordert Manager Joachim Cast. Da kommt der schwächelnde Zweitliga-Absteiger gerade recht. „Mit einem Sieg wollen wir Jena vollends in den Abstiegskampf mit reinreißen“, kündigt Cast an. Verzichten müssen die Kickers dabei auf Kapitän Alexander Rosen (Muskelfaserriss in der Kniekehle) und Abwehrchef Marcus Mann (Rot-gesperrt). Für Rosen wird Benedikt Deigendesch im defensiven Mittelfeld spielen. Der von seinem grippalen Infekt wieder genesene Marcel Rapp kehrt für Mann in die Innenverteidigung zurück. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Orlando Smeekes. Der Stürmer ist nach Problemen in der Oberschenkelmuskulatur erst gestern ins Training eingestiegen.

So wollen sie spielen: Salz – Reiß, Rapp, Ortlieb, Härter – Deigendesch, Kettemann, Gambo – Traut, Vaccaro, Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Vorschau
Spielinfos:

Anstoß: 22.11.2008 14:00
Stadion: Gazi-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Rafati (Hannover)
Assistenten: Wijnen (Hannover), Förster (Helpsen)

Stuttgarter Kickers: Für den verletzten Rosen spielt Deigendesch auf der Sechser-Position. Der genesene Rapp kehrt für Mann (Rot) in die Verteidigung zurück.

Carl Zeiss Jena: Tim Petersen kann nach seiner Zehverletzung wieder spielen und kehrt für Wuttke in die Startelf zurück.

Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Salz – Reiß, Rapp, M. Ortlieb, Härter – Deigendesch, Kettemann, Gambo – Traut, Vaccaro, Smeekes; Trainer: Schmitt

Carl Zeiss Jena
Nulle – Wallschläger, R. Müller, T. Petersen, R. Schmidt – M. Riemer – Sträßer, N. Hansen, Eckardt, Schembri – Hähnge; Trainer: van Eck

Kicker

Kickers empfangen an diesem Samstag im GAZI-Stadion (14 Uhr) den FC Carl Zeiss Jena

„Heiß auf den nächsten Dreier“
Ohne ihren verletzten Mannschaftskapitän Alexander Rosen (Muskelfaserriss in der Kniekehle) und den für zwei Partien rotgesperrten Marcus Mann blicken die Fußballer des Drittligisten Stuttgarter Kickers ihrem wegweisenden Heimspiel an diesem Samstag (GAZI-Stadion, 14 Uhr) gegen den Tabellensechzehnten FC Carl Zeiss Jena entgegen. Dass zudem Orlando Smeekes aufgrund von muskulären Problemen momentan noch als Wackelkandidat für einen möglichen Einsatz gilt, das behagt dem Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt natürlich nicht. Einerlei: „Wir werden am Samstag gegen Jena trotzdem eine gute Mannschaftschaft ins Rennen schicken können“, sagte der Kickers-Coach, dessen Formation eine Serie von zuletzt vier Spielen ohne Niederlage vorzuweisen hat. Schmitt: „Wir sind jetzt heiß auf den nächsten ,Dreier‘.“

Seit Edgar Schmitt als Chefcoach der Stuttgarter Kickers das Kommando übernommen hat, ist seine Mannschaft vor heimischer Kulisse unterm Fernsehturm noch ungeschlagen. Dank der bislang drei Unentschieden sowie dem wichtigen Heimsieg durch das jüngste 2:1 gegen Dynamo Dresden haben die Kickers inzwischen wieder zu alter Heimstärke zurückgefunden, daran besteht kein Zweifel. Außerdem haben die Blauen nach zuletzt sechs Punkten aus vier Spielen den letzten Tabellenplatz verlassen. „Das Stadion muss wieder uns sein“, lautet dazu ein schöner Satz des in der Eifel geborenen Edgar Schmitt. Soll heißen: „Wir wollen unseren Zuschauern im GAZI-Stadion attraktiven Angriffsfußball bieten.“

Schmitt äußerte sich dazu auf der Pressekonferenz, die am Donnerstag anlässlich der exklusiven Präsentation des Hauptgewinns von „Believe in Blue 2.0!“ in den Verkaufsräumlichkeiten des Kickers-Partners Auto Palazzo veranstaltet worden ist. Ein Kamerateam von Regio-TV war ebenfalls mit dabei und zeichnete einen Bericht auf, der mittlerweile im Fernsehprogramm des Senders ausgestrahlt wird und auch in dessen Internetangebot auf regio-tv.de zu sehen ist.

Dieser schmucke und sportlich ausgestatte Fiat-Panda „Believe in Blue 2.0!“ mit einem Gesamtwert von rund 13 000 Euro wurde von Trainer Edgar Schmitt im Beisein von Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum, dem Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl sowie Florian Gruber, dem Verkaufsleiter der Auto Palazzo GmbH, der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Samstag, 20. Dezember, wechselt das gute Stück dann endgültig den Besitzer – im Rahmen des Heimspiels gegen Wacker Burghausen, bei der Verlosung von Believe in „Blue 2.0!“, live und in Farbe im GAZI-Stadion. Bis dahin sollten sich alle Kickers-Fans verstärkt an den Internet-Pixeln gütlich tun und so ihre Gewinnmöglichkeiten optimieren.

Ob sich jedoch schon an diesem Samstag von Anfang an auch der niederländische Offensivmann Orlando am geplanten Angriffswirbel der Blauen gegen den Zweitliga-Absteiger Jena beteiligen wird beziehungsweise kann, wollte sich dessen Trainer Schmitt noch offen halten. Aufgrund von muskulären Oberschenkelproblemen musste der 26-Jährige zuletzt einige Tage lang pausieren und stieg erst am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining ein. Obendrein fällt der verletzte Spielführer Alexander Rosen und ebenso der gesperrte Marcus Mann gegen den Tabellen-16. aus.

Jedoch: Edgar Schmitt ist deshalb nicht bange. „Unser Kader ist stark genug gesetzt, dann müssen eben andere in die Bresche springen“, sagte er. Aller Voraussicht nach wird Marcel Rapp den durch Manns Sperre vakant gewordenen Posten in der Innenverteidigung übernehmen, den Platz des Mittelfeldabräumers von Kickers-Mannschaftskapitän Rosen soll Benedikt Deigendesch einnehmen. „Benedikt hatte als Einwechselspieler auf dieser Position schon nach Alexander Rosens Verletzung in Braunschweig ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte Schmitt.

INFO:
• Das GAZI-Stadion auf der Waldau wird am Samstag von 12.45 Uhr geöffnet sein.
• Bislang ist bekannt, dass etwa 500 Fans aus Jena ihre Mannschaft in Degerloch unterstützen werden. Es gibt allerdings noch genügend Restkarten für den Gäste-Stehplatzbereich im GAZI-Stadion. Diese können am Samstag an der Gästekasse 17 und 18 an Tor 5 von 12.45 Uhr an erworben

Offizielle Homepage

Gazi-Stadion wird nicht ausgebaut

Kickers droht ein Lizenzproblem
STUTTGART (ump). Der Fußballdrittligist Stuttgarter Kickers hat gestern mächtig die Werbetrommel gerührt: für seine Spendenaktion „Believe in Blue“, die in der zweiten Auflage gestartet ist. Bereits nach einer Woche sind mehr als 10 000 Euro eingegangen, was auch am Hauptpreis (ein Kleinwagen) liegen mag, der zum letzten Heimspiel des Jahres gegen Burghausen verlost wird.

Zunächst einmal steht morgen (14 Uhr) die Partie gegen Jena an, in der der Trainer Edgar Schmitt auf Marcus Mann (gesperrt) und Alexander Rosen (verletzt) verzichten muss. „Das bereitet mir kein Kopfzerbrechen“, sagt Schmitt selbstbewusst, in Marcel Rapp und Benedikt Deigendesch stehen die Alternativen parat. Fraglich ist Orlando Smeekes, der wegen Oberschenkelproblemen erst gestern ins Training einsteigen konnte und wohl nicht in die Startelf rücken wird.

Auf dem Platz wären also alle Fragen geklärt, dafür tun sich abseits Probleme auf. Nach einem Gespräch mit der Stadt steht inzwischen offiziell fest, dass der etwa sieben Millionen Euro teure Umbau des Gazi-Stadions ausgesetzt wird. „Das soll erst in zwei Jahren geschehen“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. „Das heißt, dass wir beim Lizenzierungsverfahren – Stand heute – keine geeignete Spielstätte angeben können.“ Im Extremfall würde das bedeuten, dass die Kickers (unabhängig von der sportlichen Situation) keine Lizenz für die Saison 2009/10 bekämen. In einem Gespräch mit den DFB-Verantwortlichen wollen die Kickers nächste Woche abklopfen, inwieweit eine weitere Ausnahmeregelung realistisch ist, wenn alle Sicherheitsstandards garantiert werden.

Wobei die Kickers nicht alleine stehen: auch Emden und Regensburg sollen Probleme mit den Stadionauflagen haben, das Gleiche gilt für den VfB II, der sich mit den Kickers das Stadion teilt. Das Team des Trainers Rainer Adrion spielt bereits heute Abend (19 Uhr) bei Rot-Weiß Erfurt und muss dabei auf die verletzten Schwabe, Rahn, Enderle, Dausch und Hofmann verzichten.

Stuttgarter Zeitung

Gewalt in der dritten Liga: ein Restrisiko bleibt

In der neuen Fußballklasse häufen sich die Zwischenfälle auf den Rängen – Clubs aus dem Osten und dem Westen betroffen

STUTTGART. Morgen erwarten die Stuttgarter Kickers Carl Zeiss Jena. Jenen Club also, der zuletzt wegen Zuschauerausschreitungen vor halbleeren Rängen spielen musste. „Dennoch besteht kein Grund, die Dinge zu dramatisieren“, sagt der Kickers-Manager Cast.

Von Joachim Klumpp

Mitte der zweiten Spielhälfte hatte Ralf Minge vor knapp zwei Wochen seinen großen Auftritt beim Gastspiel im Gazi-Stadion. Der Dresdner Manager verließ die Tribüne, um in Richtung Kurve zu laufen, wo der harte Kern der 2500 Fans am Fangzaun rüttelte. So vehement, dass die Verantwortlichen Angst vor dem Zusammenbruch des Gerüsts hatten – und dass der Schiedsrichter das Spiel abbricht. So weit ist es zum Glück nicht gekommen, auch wenn Minges drastische Worte („Das kotzt mich an“) kaum gewirkt haben.

Morgen (14 Uhr) gastiert in Carl Zeiss Jena nun der nächste Problemclub in Degerloch. Von der Anzahl der Fans wird es zwar keine solche Dimension geben, an der Qualität der Sicherheitsvorkehrungen ändert das jedoch wenig. Dennoch warnt der Kickers-Manager Joachim Cast vor Hysterie: „Man darf das Ganze nicht dramatisieren.“

Cast meint die Zustände in der neuen Liga. Die steht bis jetzt nicht immer nur sportlich in den Schlagzeilen, sondern auch durch Zwischenfälle auf den Rängen (siehe Winkel). Das ist den Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) nicht verborgen geblieben. Dennoch gibt sich der DFB ebenfalls betont moderat. „Die dritte Liga hat kein höheres Sicherheitsrisiko als die anderen Ligen auch“, sagte der Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn nach den jüngsten Ausschreitungen. „Gefühlt hat die Zahl der durch Pyrotechnik hervorgerufenen Probleme zwar wohl zugenommen, doch wenn man die Zahlen der Vergangenheit betrachtet, gibt es keine signifikanten Steigerungen.“

Dabei war schon von Anfang an relativ klar, dass die neue bundesweite dritte Liga ein gewisses Gefahrenpotenzial birgt, allein schon durch die Zuschauerbewegungen. Es ist eben ein Unterschied, ob der SV Elversberg nur zwanzig Fans mitbringt – oder Düsseldorf beziehungsweise Dresden 2000. Bayern Münchens Sicherheitschef Alfred Ziegler hatte seine Bedenken im Sommer sogar öffentlich geäußert: „Plötzlich kommen Tausende. Viele werden gewaltbereit sein.“ Weil er damit gezielt die Ostclubs ansprach, gab es von dort zwar große Empörung, im Nachhinein sind Zieglers Aussagen allerdings nicht ganz von der Hand zu weisen.

Gerade der aktuelle Kickers-Gegner aus Jena ist dabei unangenehm auf- und seine Fans sind aus der Rolle gefallen: sowohl im Heimspiel gegen Dresden als auch auswärts in Braunschweig, so dass der Verein nicht nur 12 000 Euro Geldstrafe bezahlen musste, sondern als Wiederholungstäter sein letztes Spiel gegen Paderborn mit abgesperrten Stehrängen austragen musste, so dass nur 2570 Besucher auf der Tribüne saßen.

Allerdings warnt man nicht nur beim DFB davor, die Zwischenfälle einzig und allein mit den Traditionsclubs aus dem Osten in Verbindung zu bringen, davon können auch die Kickers ein Lied singen. Wegen der Becherwürfe von Gästefans im Drittligaderby mussten sie (und auch der Gegner VfB Stuttgart II) gerade 2000 Euro Strafe zahlen. „Wer hätte schon damit gerechnet, dass Fans es schaffen, Becher über einen sechs Meter hohen Zaun zu werfen?“ fragt Cast, der als Clubvertreter auch im DFB-Spielausschuss sitzt.

Doch dem kriminellen Drang einiger Hooligans sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Auch das Westderby Fortuna Düsseldorf gegen Wuppertaler SV musste eine Viertelstunde lang unterbrochen werden, weil Gästefans Leuchtraketen zündeten – was auch Spahn zu denken gab: „Es ist beunruhigend, wenn es solch herausragende Vorfälle wie in Jena und in Düsseldorf gibt.“ Wobei sich die Beteiligten kooperativ zeigen. „Wir sind mit den Clubs in Kontakt, die Vereine tun in dieser Hinsicht sehr viel – auch wenn ein Restrisiko bleibt“, sagt Spahn. Die Stuttgarter Kickers zum Beispiel hatten nach den letzten Erfahrungen gestern nochmals einen Ortstermin, um eventuelle Mängel zu beheben. Der Andrang aus Jena wird allerdings überschaubar sein. „Wir rechnen mit 500 bis 600 Fans“, sagt Cast, „je nach Wetterlage.“

Der angesagte Wintereinbruch könnte die Partie übrigens eher gefährden als die Fans. Spielausfälle jedenfalls hat es im Fußball immer mehr gegeben als Spielabbrüche.

Stuttgarter Zeitung

Die Ausschreitungen
17. Oktober: Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II

(Becherwürfe aus dem Gästeblock)

18. Oktober: Carl Zeiss Jena – Dynamo Dresden

(zehn Minuten Unterbrechung nach

Rauchbomben aus dem Gästeblock)

25. Oktober: Eintracht Braunschweig – CZ Jena

(Feuerwerkskörper aus dem Gästeblock)

8. November: SV Sandhausen – Offenbach

(Becherwurf aus dem Gästefanblock,

der SV-Spieler Roberto Pinto wird getroffen)

8. November: Fort. Düsseldorf – Wuppertaler SV

(15 Minuten Unterbrechung nach

Leuchtraketen aus dem Gästeblock)

Stuttgarter Zeitung

Ausbau des GAZI-Stadions wird verschoben – Drittliga-Lizenz für Kickers in Gefahr

Eichelbaum: „Absolutes Horrorszenario“

Das sportliche Geschehen beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers vor dem anstehenden Heimspiel an diesem Samstag (GAZI-Stadion, 14 Uhr) gegen den FC Carl Zeiss Jena ist aufgrund einer Hiobsbotschaft seitens der Stadt Stuttgart in den Hintergrund gerückt. Diese hat an diesem Mittwoch gegenüber den Stuttgarter Kickers durch die Sportbürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann schriftlich Stellung zur aktuellen Entwicklung des Umbaus des GAZI-Stadions auf der Waldau genommen. Demnach wird der dortige Umbau „aufgrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch erhebliche Auswirkungen auf die Finanzsituation der Landeshauptstadt Stuttgart befürchten lässt“, so Eisenmann, wohl nicht wie bislang geplant – und wie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefordert – noch in dieser Saison vollzogen, sondern aller Voraussicht nach um zwei Jahre verschoben. Durch diese Entscheidung schwebt damit über einer künftigen Drittliga-Lizenz für die Stuttgarter Kickers ein Damoklesschwert. „Für uns bedeutet diese Entscheidung ein absolutes Horrorszenario“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. Denn: „Den Kickers fehlt dadurch zukünftig eine drittligataugliche Spielstätte.“

„Nach Abstimmung mit dem Gemeinderat sollen in Stuttgart im laufenden Doppelhaushalt 2008/2009 nur die Bauprojekte weiter verfolgt werden, die bereits beschlossen und für die Mittel im städtischen Etat bereits veranschlagt sind. Von dieser Restriktion ist leider auch der Umbau des GAZI-Stadions auf der Waldau für die 3. Liga betroffen“, informierte die Sportbürgermeisterin Dr. Eisenmann in ihrem Schreiben weiter. Jedoch: gerade der Ausbau der Haupttribüne im GAZI-Stadion inklusive der vom DFB geforderten Erweiterung auf bis zu 2000 überdachte Einzelsitzplätze ist eine existenzielle Säule zur Sicherung der Lizenzierung und damit, kurz gesagt, des Spielbetriebs für die Stuttgarter Kickers in der dritten Fußball-Liga.

Diese Lizenzierungsbedingungen sind in der Drittliga-Spielzeit 2009/2010 angesichts der jetzt getroffenen Entscheidung durch die Stadt Stuttgart aber nicht mehr gegeben. „Diese Entscheidung bedeutet für uns ein absolutes Horrorszenario und hat außerdem die unangenehme Folge, dass wir, Stand heute, keine geeignete Spielstätte für die nächste Drittliga-Saison haben“, zeigte sich der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum von der Hiobsbotschaft geschockt. „Jetzt müssen wir unverzüglich das Gespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund suchen, um eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen“, sagte Eichelbaum.

Der DFB hatte zuletzt aber schon mehrfach angekündigt gehabt, in der kommenden Saison keine Ausnahmegenehmigungen mehr erteilen zu wollen. Ein weiterer Schwerpunkt ist außerdem die Erfüllung der Sicherheitsauflagen für die Polizei sowie die Sicherheits- und Rettungsdienste. Immerhin: Nach Absprache mit der Stadt Stuttgart stimmte die Polizei der Durchführung des Spielbetriebs auch in der kommenden Spielsaison unter Sicherheitsgesichtspunkten zu. Das Hauptproblem, der Umbau des GAZI-Stadions, ist für die Stuttgarter Kickers aber dadurch nicht gelöst.

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Kicker: Cast sieht Aufwärtstrend

Stuttg. Kickers: Drei wichtige Heimspiele

Bei den Kickers hat sich die Lage etwas entspannt. Nach 15 Wochen am Tabellenende ist das Team endlich die rote Laterne los und zumindest einen Platz nach oben gerutscht. „Auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist, aber vom psychologischen Aspekt her ist es wichtig, vom letzten Platz weggekommen zu sein“, sagt Manager Joachim Cast: „Damit ist nun auch in der Tabelle erkennbar, dass es bei uns aufwärtsgeht.“

Jetzt hoffen die Kickers, bis zur Winterpause über den Strich zu kommen. Bis dahin sind es noch fünf Spiele, davon drei Heimpartien gegen Mannschaften aus dem Tabellenumfeld. „Gegen diese direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib müssen wir punkten“, betont Cast. Als nächstes geht es gegen den Tabellen-16. Jena. „Mit einem Sieg wollen wir Jena vollends in den Abstiegskampf mit reinreißen“, kündigt der Manager an.

Allerdings müssen die Kickers gerade jetzt auf zwei Schlüsselspieler verzichten. Kapitän Alexander Rosen fällt mindestens zwei Wochen verletzt aus, und Abwehrchef Marcus Mann ist für zwei Spiele gesperrt. „Das ist natürlich bitter, zumal wir keinen üppig ausgestatteten Kader haben“, sagt Cast, ist aber zuversichtlich: „Jetzt sind eben die anderen gefordert, und da muss uns überhaupt nicht bange sein.“

Beate Wockenfuss

Kicker