Presse-Nachbetrachtungen zum Sieg in Ulm

Ein Neuanfang mit Fragezeichen
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 22.03.2010
Regionalliga Der SSV Reutlingen meldet heute Insolvenz an und plant für die Oberliga.Von Joachim Klumpp
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Da hat am Freitagabend der SSV Ulm in der Fußball-Regionalliga gerade zu Hause gegen die Stuttgarter Kickers mit 0:1 verloren – doch alle redeten nur vom SSV Reutlingen. Aber nicht als lachendem Dritten. Im Gegenteil. In den Stunden zuvor hatte es sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass der Verein heute in Tübingen den Gang zum Insolvenzgericht antreten wird oder besser: muss. Aus heiterem Himmel wiederum kam diese Botschaft nicht. Schon seit Wochen, Monaten, ja Jahren haben sich viele Fans und Funktionäre die Frage gestellt: Wie lange geht das noch gut?

Die Antwort gab es am Freitag nach dem Training durch den Präsidenten Fritjof Eisenlohr, der das Team mit den bitteren Fakten konfrontierte. Offiziell ist von vier Millionen Euro Schulden die Rede, rechnet man Darlehen und Rangrücktritte ein, soll es sich um fast die doppelte Summe handeln. Angefangen hat die Misere in der zweiten Liga von 2000 bis 2003, als der SSV abstieg – und das bereits mit einem Abzug von sechs Punkten wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten. Spieler wie der Torwart Goran Curko sollen damals 40 000 Euro verdient haben, im Monat.

Jetzt sagt der Routinier Alexander Blessin, der seine Karriere nach dieser Saison sowieso beenden wollte: „Es gab ja immer Gerüchte, wir waren dennoch geschockt, das ist klar – das war ein harter Schlag. Doch was nützt jammern. Ich sehe auch eine Chance, dass wir nun einen Neuaufbau beginnen können.“ Zum Beispiel mit Spielern wie Andreas Rill oder Manuel Waidmann – auch Blessin selbst soll einer Aufgabe im Verein nicht abgeneigt sein.

Zunächst einmal soll die Mannschaft die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen, steht aber – unabhängig von der 0:3-Niederlage gestern beim Karlsruher SC II – als erster Absteiger fest. Problematisch dabei: das Insolvenzverfahren müsste nach dem letzten Spieltag (30. Mai) eröffnet und bis 30. Juni abgeschlossen werden. Andernfalls träte der Paragraf 6 der DFB-Spielordnung in Kraft, nach dem die Spiele aus der Wertung genommen würden – und der SSV nächste Saison auch in der Oberliga bereits als erster Absteiger feststehen würde, was die Bemühungen um einen Neuanfang quasi ad absurdum führen würden.

Während des Insolvenzverfahrens werden die Spieler vom Arbeitsamt für die Monate Februar bis April bezahlt; im Mai und Juni muss nochmals der Verein dafür aufkommen, was er dank der ausstehenden Fernsehrate von 52 000 Euro bewältigen will. Allein in der Vorrunde sind nochmals 200 000 Euro Verlust aufgelaufen. Wobei wohl nicht immer hart kalkuliert wurde. Zum Auswärtsspiel nach Fürth reiste die Mannschaft zuletzt (wenn auch auf Kosten eines Gönners) am Vortag an, übernachtete im besten Haus am Platze – und muste unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil die Partie wegen des Wetters ausfiel. Rill sagt: „Wir brauchen neue Leute.“ Morgen will der ehemalige Spieler Andreas Wahr, Vertriebsleiter beim Nudelhersteller Birkel, ein Sanierungskonzept vorstellen, das mehrheitsfähig sein soll.

„Das alles ist sehr schade“, gibt der Kickers-Geschäftsführer Jens Zimmermann zu, nicht nur, weil in der nächsten Saison somit ein lukrativer Derby fehlt. „Ein Traditionverein wie Reutlingen wertet auch die Liga insgesamt auf.“ Genau da beginnt das Problem: Egal, ob Reutlingen, Ulm, Darmstadt – alle Vereine kämpfen ums Überleben, Tenor: „Die Regionalliga ist nicht finanzierbar“, sagt Pfullendorfs Geschäftsführer Manfred Vobiller.

Deshalb streben ja die Kickers den Aufstieg an, wenn auch nicht mehr in dieser Saison. Doch mit dem ersten Auswärtssieg – seit Ende Oktober (damals in Alzenau), haben die Spieler gezeigt, dass sie die Runde noch ernst nehmen. „Da ist ein gutes Zeichen“, sagte der Stuttgarter Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lorz.

Natürlich gab es Licht und Schatten. Zu Letzterem zählte Jerome Gondorf, der Lehrgeld zahlen musste und kurz vor der Pause ausgewechselt wurde. „Er hat ein paar Fehler gemacht“, sagte der Trainer Dirk Schuster, „wird aber seinen Weg machen.“ Fragt sich noch: wo? Bei Mahir Savranlioglu ist das bereits geklärt. Zur Belohnung für seine zuletzt guten Leistungen gab es von den Kickers bereits die Zusage einer Vertragsverlängerung. „Wir werden unsere Option ziehen“, sagt Zimmermann.

Der Geschäftsführer hofft nach der Eigenwerbung am nächsten Freitag gegen die SG Sonnenhof Großaspach, das gestern gegen Nürnberg nach einem 0:2 durch Rüdiger Rehm und Benedikt Röcker noch zu einem 2:2 kam, auf eine gute Resonanz im Gazi-Stadion; das heißt mehr als 3000 Zuschauer. Schließlich wird die Firma Xerox ihren schon vor Weihnachten geplanten „Tag des Olgäles“ nun nachholen. Für jeden Besucher zahlt der Sponsor fünf Euro an die Stiftung des Kinderkrankenhauses.

Stuttgarter Zeitung

StN: „Wir werden uns mit Qualität verstärken“

Von Jürgen Frey

Stuttgart – Kickers-Trainer Dirk Schuster über den geglückten Start nach der Winterpause, den Konkurrenzkampf im Team und die neue Saison.

Herr Schuster, Ihrer Elf haben Sie zwei freie Tage gegönnt. Wie belohnen Sie sich?

Abschalten kann man als Trainer nie. Am Samstag habe ich mir das Oberligaspiel Durlach gegen Spielberg angeschaut, am Sonntag die Kickers-A-Jugend beim KSC und dann unseren kommenden Gegner Großaspach.

Mit dem Start nach der Winterpause dürften Sie zufrieden sein.

Die Punktausbeute mit sieben Zählern aus drei Spielen passt. Mit der Leistung war ich beim 2:2 bei 1860 II nicht zufrieden.

Hand aufs Herz: Schielen Sie nicht doch noch mit einem Auge ganz nach oben?

Mit Sicherheit nicht. Zum einen ist der 14-Punkte-Rückstand auf den VfR Aalen einfach zu groß. Zum anderen steht die Entwicklung der Mannschaft und nicht der Tabellenplatz im Vordergrund.

Ist dabei fehlender Druck nicht hinderlich?

Es ist Quatsch zu sagen, für uns geht es um nichts mehr. Jeder Spieler, der einen Schritt zu wenig macht, sitzt auf der Bank.

Von den Spielern, die zum Stamm gehören, haben nur Gökhan Gümüssu und Dirk Prediger ihre Verträge noch nicht verlängert. Werden sich die Kickers von den beiden trennen?

Bis Ende März werden die Gespräche abgeschlossen sein. Dann fällt die Entscheidung.

Wie viele Zugängen wird es für die neue Saison geben? Wann wird der erste präsentiert?

Drei Neue sind geplant. Unser Motto heißt dabei: Klasse statt Masse. Und da wir uns mit Qualität und Spezialisten verstärken werden, wollen wir uns mit einem Schnellschuss nichts verbauen.

Kehrt Oliver Stierle vom FC Bayern II zurück?

Er ist ein interessanter Spieler, und wir sind in Gesprächen.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu SSV Ulm 1846 – Stuttgarter Kickers (0:1)

Offensive Taktik zahlt sich aus

Regionalliga Die Stuttgarter Kickers gewinnen durch ein Tor von Ivanusa in Ulm mit 1:0.

Das Ulmer Donaustadion hat eine große Vergangenheit. Noch vor zehn Jahren wurde dort Bundesliga-Fußball gespielt. Doch nach der ersten Heimniederlage in der Regionalligasaison mit dem 0:1 (0:0) gegen die Stuttgarter Kickers wird es wohl noch eine ganz Weile dauern, bis der SSV Ulm wieder dahin zurückkehrt. „Bei einem Unentschieden hätte ich mich geärgert“, sagte der Kickers-Trainer Dirk Schuster, der schon vor dem Anpfiff keinen Zweifel an der Ausrichtung gelassen hatte: „Wir wollen nach vorne spielen.“ Dementsprechend offensiv hatte er aufgestellt, mit Mijo Tunjic und Dirk Prediger im Sturm, dahinter Enzo Marchese.

Fast wäre die Taktik schon nach fünf Minuten aufgegangen, doch Prediger verzog aus guter Position nur knapp. Die Kickers waren aber auch weiter die aktivere Mannschaft, wobei sich vor allem Mahir Savranlioglu hervortat. Was man von Jerome Gondorf nicht behaupten konnte. Bereits nach 43 Minuten wechselte Schuster die Leihgabe aus Durlach aus.

Das Tor gegen die enttäuschenden Gastgeber erzielte dann der für Gondorf eingewechselte Marcel Ivanusa (73.), der einen Konter nach Vorarbeit des früheren Ulmers Marchese erfolgreich abschloss. Zuvor hatte Tunjic bereits zwei gute Chancen vergeben. „Wir haben von der erste Minute die richtige Einstellung gezeigt“, sagte der Kickers-Kapitän Marcel Rapp. ump

Kickers Wagner – Gerster, Köpf, Rapp, Savranlioglu – Jung, Rizzi, Gondorf (43. Ivanusa) – Marchese – Prediger (59. Türpitz), Tunjic (82. Gümüssu).

Stuttgarter Zeitung

1:0 – Ivanusa schießt die Kickers zum Sieg in Ulm

Von Jürgen Frey

ULM. Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat das Derby beim SSV Ulm 1:0 (0:0) gewonnen und dadurch die Gastgeber in der Tabelle überholt. „Ich bin mit dem Spiel meines Teams sehr zufrieden, wir haben fast keine Chance zugelassen“, resümierte Kickers-Trainer Dirk Schuster, „das Team hat sich zwei freie Tage redlich verdient.“

Vor 1987 Zuschauern erzielte Marcel Ivanusa gegen die erschreckend schwachen Gastgeber in der 72. Minute das goldene Tor für die lauf- und kampfstarken Blauen. Weil Schuster auf eine offensive Aufstellung gesetzt hatte, damit sein Team „wie bei einem Heimspiel“ auftritt, stand Mittelfeldspieler Ivanusa zwar erstmals seit eineinhalb Jahren nicht in der Startelf. Bereits in der 42. Minute wechselte der Kickers-Trainer ihn jedoch für Jéräme Gondorf ein. Eine Entscheidung, die sich auszahlte. Nachdem Michele Rizzi am eigenen Strafraum den Ball erobert und zu Enzo Marchese gespielt hatte, leitete der Ex-Ulmer mit einem präzisen Diagonalpass zu Ivanusa den entscheidenden Angriff ein. Der Matchwinner dribbelte 30 Meter durch die Ulmer Hälfte und erzielte dann aus 13 Metern seinen vierten Treffer in dieser Saison. „Ich war heute besonders motiviert und habe dem Trainer die richtige Antwort gegeben“, sagte Ivanusa.

Keinerlei Antworten konnte Daniel Wagner nach dem Spiel geben. Der Kickers-Torhüter hatte seine Stimme verloren. Daher stellte sich Torwarttrainer Kai Rabe in der zweiten Hälfte hinter das Stuttgarter Tor und erteilte den Feldspielern Anweisungen. Bereits vor dem Spiel haben die Blauen den Vertrag mit Mittelfeldspieler Mahir Savranlioglu bis zum 30. Juni 2011 verlängert.

Stuttgarter Nachrichten

Ivanusa schießt Kickers zum Sieg

Ulm (red) – Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga ihr Auswärtsspiel beim SSV Ulm 1846 gestern Abend vor 1987 Zuschauern mit 1:0 (0:0) gewonnen und damit den Konkurrenten in der Tabelle von Platz fünf verdrängt. Marcel Ivanusa erzielte in der 72. Minute nach einem Konter das spielentscheidende Tor. Der Mittelfeldspieler, der erst kurz vor der Halbzeit für Jerome Gondorf eingewechselt worden war, traf vom linken Strafraumeck mit einem strammen Schuss ins lange Eck. „Mit dem Tor haben wir uns heute endlich mal wieder auswärts für unsere Leistung belohnt“, freute sich Kickers-Trainer Dirk Schuster über den dritten Auswärtssieg in dieser Saison.

Nach der Partie gab der Verein zudem bekannt, dass der Vertrag mit dem 23-jährigen Mittelfeldspieler Mahir Savranlioglu bis zum 30. Juni 2011 verlängert wird.

Eßlinger Zeitung

Trostloser Auftritt beim 0:1 gegen die Stuttgarter Kickers

Ulm. Glückwunsch all jenen, die am Freitagabend überlegt haben, ob sie ins Stadion gehen – und sich anders entschieden haben. Ein schlechteres Spiel als das 0:1 gegen die Stuttgarter Kickers gab’s in Ulm ewig nicht mehr.
Das Deftigste zuerst: Die Leistung der Spatzen war eine Zumutung, unterirdisch. Die erste Heimniederlage seit dem letzten Spiel der vergangenen Saison (0:1 am 30. Mai gegen den SV Waldhof), dieses eher noch schmeichelhafte 0:1 (0:0) gegen die Stuttgarter Kickers, hinterließ Ratlosigkeit unter den 1700 Besuchern – sofern sie nicht zum harten Kern der knapp 100 „Blauen“ aus Degerloch zählten.

Kurzweilig war allein, wie Stadionsprecher Marc Herrmann die dritte Halbzeit, sprich Pressekonferenz, moderierte – doch Ralf Becker war nach eineinhalb Stunden Grusel-Fußball verständlicherweise nicht zu Späßen aufgelegt. Es spricht freilich für den Ulmer Trainer, dass ihm die dünne Darbietung seiner Schützlinge nicht den Sinn für die Realität vernebelte.

„Man kann Fehler machen. Man kann auch schlecht spielen – aber es ist enttäuschend, wenn man so wenig in ein Spiel investiert wir wir“, befand Becker treffend. Da war kein Aufbäumen zu spüren. Kein Aufbäumen gegen die vielen Stockfehler, fahrigen Aktionen, Missverständnisse. Und auch kein Aufbäumen, als die Kickers nach 74 Minuten durch den eingewechselten Jerome Ivanusa die Führung herausgeschossen hatten.

Die Gäste um den soliden Ex-Spatzen Enzo Marchese rissen auch keine Bäume aus, knickten lediglich ein paar Äste – doch das reichte zum verdienten Erfolg. „Das 0:1 schmeichelt uns noch“, urteilte Spatzen-Geschäftsführer Markus Lösch. Richtig: Denn die Ulmer hatten – ein Armutszeugnis – während der eineinhalb Stunden eine einzige Torchance. Das war kurz vor Seitenwechsel, als Florian Hornig den Ball über die Latte stocherte.

Ansonsten endeten die einfallslosen und durchsichtigen Aktionen meist vorzeitig durch eigene Unzulänglichkeiten. Bis auf Torwart Holger Betz, der erst Glück hatte, dass ein Prediger-Schuss (4.) am langen Eck vorbeiflog, dann zweimal gegen Tunjic und einmal gegen einen Marchese Freistoß rettete, sowie Innenverteidiger Rouwen Wiesner waren alle Ulmer von der Rolle.

Es machte keinen Unterschied, ob Bobo Mayer enorm ackerte, aber permanent kopflos agierte oder ob andere überhaupt nicht in Erscheinung traten. Es wäre sicherlich falsch, diesen verkorksten Abend an einzelnen festzumachen. Und trotzdem: Akteure, die sich für die neue Saison empfehlen müssen oder wollen, dürfen zumindest von der Leidenschaft her keine Angriffsflächen bieten. Aber in der Verfassung von gestern haben Patrick Leschinski oder die beiden neuen Stürmer Florian Hornig und später BenceVarga keine Argumente für eine Vertragsverlängerung gesammelt.

Nur: Die Etablierten machten es nicht besser. Benjamin Barth etwa in der Schaltzentrale stand sich selbst im Weg, brachte kein Bein auf den Boden Und da sich sein zentraler Mitstreiter Antonio Pangallo für den defensiven Part zuständig fühlte, blieb im Aufbau alles Stückwerk und schablonenhaft. Vielleicht hätte Trainer Becker mit internen Verschiebungen (Heiko Gerber, Christian Sauter) versuchen sollen, wenigstens ein paar Überraschungsmomente zu schaffen.

Das stumpfe Sturmdup Michael Schürg und Florian Hornig, das durch Bence Varga und Manuel Müller ersetzt wurde, durfte sich freilich über die Doppel-Auswechslung auch nicht beklagen.

Zugegeben: Spielpraxis ist durch nichts zu ersetzen, nach einem überaus langen Winter deshalb auf Anhieb keine Topleistung der Spatzen zu erwarten. Doch dass der Appell des besorgten Präsidenten René Mick vom Abend zuvor an die Einstellung der Akteure derart ungehört verhallt ist, lässt für den Rest der Runde im Niemandsland der Regionalliga nichts Gutes erahnen.

Südwest-Presse

Presse zu 1860 München II – Stuttgarter Kickers (2:2)

Beim 2:2 wechseln Licht und Schatten

Die Spieler der Stuttgarter Kickers haben sich mit dem 2:2 (1:1) in der Fußball-Regionalliga bei 1860 München II morgen einen freien Tag verdient – im Falle eines Sieges wären es sogar deren zwei gewesen. Doch bereits in der siebten Minute gerieten die Kickers in Rückstand, als Christopher Schindler im zweiten Versuch den Torhüter Daniel Wagner überwinden konnte. Unglaublich, aber wahr: Mijo Tunjic traf mit der ersten Chance der Kickers (und seinem zwölften Saisontor) zum Ausgleich.

Nach der Pause verlief die Partie ausgeglichener, doch wieder gerieten die Kickers in Rückstand, diesmal konnte Manuel Schäffler von den Profis im Nachschuss Wagner überwinden (68.). Aber die Gäste gaben nicht auf – und wurden belohnt. Nach einer Ecke nahm Fabian Gerster den Ball volley und traf unhaltbar in den Winkel (71.). Obwohl die Kickers in der Schlussphase ein halbes Dutzend Offensivkräfte auf dem Platz hatten, blieb es bei dem einen Punkt. „Positiv war, dass wir zweimal zurückgekommen sind und Moral gezeigt haben“, sagte der Trainer Dirk Schuster. „Negativ war, dass wir phasenweise nicht so gespielt haben, wie wir uns das vorgenommen hatten: vorne und hinten.“ StZ

Stuttgarter Kickers Wagner – Jung, Köpf, Rapp, Gerster – Gondorf (61. Türpitz), Rizzi (34. Prediger), Ivanusa (72. Gümüssu), Savranlioglu – Marchese, Tunjic.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Hauptsache, nicht verloren
Von Thomas Rixgens

MÜNCHEN. Die Stuttgarter Kickers haben die Serie des TSV 1860 München II nicht geknackt: Der Fußball-Regionalligist spielte im Grünwalder Stadion nur 2:2 (1:1), damit bleiben die Löwen auf eigenem Platz ungeschlagen. Zudem haben es die Blauen versäumt, eine eigene Miniserie zu starten und dem Sieg über Weiden einen weiteren folgen zu lassen. In dieser Saison haben die Kickers noch nie zwei Partien in Folge gewonnen. „Unterm Strich haben wir in München einen Punkt gewonnen“, sagte Trainer Dirk Schuster, „aber richtig zufrieden war ich mit der Leistung der Mannschaft nicht.“

Der Coach meinte damit vor allem die erste halbe Stunde, in der seine Elf sich das Spiel vom Gastgeber aufzwingen ließ. Es waren noch keine zehn Minuten gespielt, schon jubelten die Löwen. Die Kickers hatten den Ball nicht aus dem Strafraum gebracht, den ersten Schuss konnte Keeper Daniel Wagner noch abwehren, doch im zweiten Versuch drosch Christopher Schindler den Ball über die Linie. Nach 13 Minuten hätte Manuel Schäffler auf 2:0 erhöhen können, doch er verzog aus neun Metern freistehend. Und Mathias Fetsch machte es nach 20 Minuten nicht viel besser. „Wir standen zu weit weg vom Gegner“, sagte Schuster, „und konnten froh sein, dass es nur 0:1 stand.“

Die Kickers, die bis zur 41. Minute nicht eine Tormöglichkeit hatten, demonstrierten immerhin, wie eine 100-prozentige Chancenverwertung aussieht. Mijo Tunjic traf völlig überraschend aus spitzem Winkel zum schmeichelhaften 1:1. Nun waren die Blauen aber endgültig aufgewacht. Nach der Pause entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, wobei sich beide Mannschaften auf dem harten und rutschigen Boden schwertaten, ein gefälliges Kombinationsspiel aufzuziehen. Aber spannend blieb das Spiel in jedem Fall. Dann bissen wieder die Löwen zu. Eine Reihe individueller Fehler führte zum 1:2 – David Manga Lembe ging über links durch, Schäffler schoss, Kickers-Schlussmann Wagner war noch dran, aber der Nachschuss zappelte im Netz.

„Immerhin hat die Mannschaft auch nach dem zweiten Rückstand nicht aufgegeben“, lobte der Coach. Der 2:2-Ausgleich von Fabian Gerster war ein Treffer der Marke Traumtor. Die Münchner hatten eine Ecke hoch weggedroschen, der Ball senkte sich auf Gerster – der ließ die Kugel einmal auftropfen und zog aus 25 Metern volley ab. 2:2. Zwar bemühten sich beide Mannschaften, doch es blieb beim Remis. Ursprünglich hatte Schuster zwei freie Tage als Siegprämie ausgelobt – nun bat er seine Spieler an diesem Samstag zum Training und spendierte aber noch einen freien Sonntag.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers holen Punkt in München

München (bw) – Die Stuttgarter Kickers haben beim TSV 1860 München II zwei Mal einen Rückstand ausgeglichen und am Ende verdient einen Punkt geholt. Der Fußball-Regionalligist erkämpfte sich gestern vor 1290 Zuschauern im Stadion an der Grünwalder Straße ein 2:2 (1:1)-Unentschieden und kletterte damit in der Tabelle vorerst auf den achten Platz. „Wir haben nur phasenweise guten Fußball gezeigt. Das war viel zu wenig“, war Trainer Dirk Schuster unzufrieden. Die Gastgeber starteten stürmisch. Bereits in der 7. Minute erzielte Christopher Schindler den Führungstreffer. Danach dominierte 1860 II die Partie und kam einige Male gefährlich vor das Tor von Daniel Wagner. Dessen Mannschaft hatte erst kurz vor der Pause ihre erste Chance. Die nutzte Mijo Tunjic und glich aus spitzem Winkel zum 1:1 (41.) aus.

In der zweiten Hälfte brachte Manuel Schäffler die Münchner beim 2:1 (68.) wieder in Front. Drei Minuten später sorgte Fabian Gerster mit einem fulminanten Schuss aus 35 Metern für den 2:2-Ausgleich (71.). „Wir haben in den ersten 30 Minuten überhaupt nicht stattgefunden und hatten auch in der zweiten Hälfte viel Leerlauf“, kritisierte Schuster, lobte aber auch: „Zumindest haben die Jungs gute Moral gezeigt.“

Eßlinger Zeitung

Vorberichte 1860 München II – Stuttgarter Kickers

Lust auf mehr

Nachdem die Stuttgarter Kickers mit dem 2:0-Sieg am vergangenen Sonntag gegen Weiden gut aus der Winterpause gekommen sind, haben sie nun Appetit auf mehr bekommen. Vor dem Regionalliga-Gastspiel heute (19 Uhr) bei 1860 München II jedenfalls sagt der Trainer Dirk Schuster: „Wir spielen auf Sieg, zwei Erfolge in Serie hatten wir diese Saison noch nicht.“

Der Trainer kann dabei wieder auf Marcel Rapp zurückgreifen, der für Moritz Steinle in die Innenverteidigung rückt. Rapp war zuletzt ebenso gesperrt wie Dirk Prediger, der wohl zunächst auf der Bank sitzt. „Es dürfte nicht viele Änderungen geben“, sagt Schuster, der sich vor allem über die rasche Rückkehr von Michele Rizzi gefreut hat, der drei Wochen nach seiner Leistenoperation gegen Weiden schon wieder auf dem Platz stand. „Das ist nicht selbstverständlich, ein Kompliment an die Klinik in München, wo der Eingriff vorgenommen wurde.“ Das war“s dann aber auch mit dem Dank in Richtung bayerischer Hauptstadt: „Heute wollen wir drei Punkte.“ ump

Stuttgarter Zeitung

Die Blauen wollen zwei Serien auf einmal beenden
Von Jürgen Kemmner

STUTTGART. Dirk Schuster blickt der Zukunft freudig entgegen. Die Stuttgarter Kickers haben nach der Winterpause ihr ersten Punktspiel gewonnen, die Mannschaft ist in einer guten körperlichen Verfassung, und die Personalsituation entspannt sich langsam. Vor dem Spiel in der Fußball-Regionalliga am heutigen Freitag (19 Uhr) beim TSV 1860 München II ist der Kickers-Trainer deshalb gut gelaunt. „Es sieht gut aus“, sagt er, „der erfolgreiche Start nach der Winterpause hat uns zusätzliches Selbstvertrauen gegeben.“

Und so erklärt Schuster dann auch einen Sieg bei den kleinen Löwen zum Ziel, ganz unabhängig davon, ob sich die Münchner mit Zweitliga-Profis verstärken oder nicht. „Die Löwen sind in dieser Saison eine Wundertüte, bei denen ist alles möglich“, sagt er, „sicher ist nur, dass sie unter Trainer Dieter Märkle defensiv sehr kompakt stehen.“ Für die Blauen aus Stuttgart geht es im altehrwürdigen (und maroden) Stadion an der Grünwalder Straße sogar um etwas mehr als nur drei Punkte – mit einem Erfolg können die Kickers gleich zwei Serien mit einem Spiel beenden. Zum einen sind die Löwen auf ihrem Terrain in dieser Saison noch ungeschlagen, und zum anderen ist es den Stuttgartern in dieser Saison noch nicht gelungen, zweimal in Folge als Sieger das Feld zu verlassen. „Wir wollen diese beiden Serien knacken“, erklärt Schuster.

Dabei kommt dem Coach eine leicht entspannte Personalsituation entgegen – Kapitän Marcel Rapp und Dirk Prediger haben ihre Gelb-Sperren abgesessen und brennen auf den Einsatz. Die siegreiche Mannschaft vom Spiel gegen Weiden (2:0) wird wohl in derselben Besetzung in München wieder auflaufen – lediglich Rapp ersetzt den gelbgesperrten Moritz Steinle, der aber ohnehin nur noch als Notnagel für die Regionalliga-Mannschaft zur Verfügung stehen will. Im Sturm wird voraussichtlich Enzo Marchese neben Goalgetter Mijo Tunjic auflaufen. „Ein weiterer Erfolg würde unser Selbstvertrauen noch mehr festigen“, sagt Schuster. Und seine Vorfreude aufs Spiel gegen Darmstadt am 13. März im Gazistadion erhöhen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers-Geschäftsführer Jens Zimmermann:: „Die Depressionsphase war relativ kurz“

Der 37-Jährige zieht eine positive Zwischenbilanz bei den Stuttgartern und bastelt nach seiner Rückkehr von Olympia bereits eifrig weiter an der Zukunft des Vereins

Stuttgart – Während der Olympischen Spiele moderierte Jens Zimmermann in Whistler die Wettbewerbe im Langlauf und in der Nordischen Kombination. Jetzt gilt die volle Konzentration wieder seiner Arbeit als Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. „Es geht gleich wieder in die Vollen“, sagt der 37-Jährige im Gespräch mit Beate Wockenfuß.

Was bleibt von gut drei Wochen Kanada haften?

Zimmermann: Unheimlich viele positive Eindrücke. Eine absolut professionell durchgeführte Veranstaltung, fröhliche Menschen und eine sehr friedliche Stimmung. Ich habe viele gute Freundschaften mitgenommen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen war ganz fantastisch.

Hatten Sie auch noch Zeit, sich das eine oder andere anzuschauen?

Zimmermann: Ich hatte insgesamt nur vier freie Tage. Zwei Mal war ich Skifahren, was eine große Freude für mich war, weil ich ein leidenschaftlicher Skifahrer bin. Außerdem war ich bei der ersten Goldmedaille von Biathletin Magdalena Neuner und dem Slalom-Gold von Maria Riesch dabei.

Wie ist es, umzuschalten von einer der weltgrößten Sportveranstaltungen auf die Fußball-Regionalliga?

Zimmermann: Das fällt mir nicht schwer. Ich habe die ganze Zeit den Kontakt zu den Kickers gehalten. Am Sonntagmorgen um 5 Uhr Ortszeit saß ich vor meinem Laptop und habe das Spiel gegen Weiden im Ticker verfolgt und natürlich mitgefiebert. Ich hatte mir extra den Wecker gestellt. Allerdings musste ich eine Viertelstunde vor dem Spielende das Haus verlassen, um zum Wettkampf zu gehen. Aber durch den Kickers SMS-Service habe ich die freudige Siegesnachricht bekommen.

Und jetzt geht der Alltag in Degerloch sofort weiter.

Zimmermann: Ich war einen Tag nach meiner Rückkehr um 7 Uhr schon wieder im Büro, dann beim Ehrungsabend für langjährige, verdienstvolle Mitglieder. Am Freitag kommt das Spiel bei 1860 II. Es geht also gleich wieder in die Vollen.

Wie fällt Ihre persönliche Zwischenbilanz nach einem Dreivierteljahr als Geschäftsführer aus?

Zimmermann: Durchweg positiv. Wir sind ein tolles Team, auf und neben dem Platz, in dem alle an einem Strang ziehen. Angefangen bei den Mitarbeitern der Geschäftsstelle bis hin zum Präsidium und den Trainern. Wir haben viele Dinge schon sehr erfolgreich auf den Weg gebracht. Wir haben neue Partner für den Verein gewonnen, Spielerverträge frühzeitig verlängert. Daran gilt es jetzt weiterzuarbeiten, um den Verein wieder dorthin zu bringen, wo ihn sich alle wünschen.

Und das wäre?

Zimmermann: Das wäre mindestens mal eine Klasse höher. Und alles andere ist Kürprogramm.

Die Sponsoreneinnahmen sind schon jetzt schon viel höher als eingeplant. Man hätte nicht unbedingt erwartet, dass so viele Sponsoren in der Regionalliga einsteigen . . .

Zimmermann: Das ist einfach ein Zeugnis dafür, dass die Stuttgarter Kickers tatsächlich auch diese starke Marke sind, die zwar immer hochbeschworen wurde, aber vielleicht nicht immer ganz so nach außen verkauft werden konnte. Jetzt erfährt das gesamte Team eine sehr positive Resonanz. Wir haben den Neubeginn im Sommer sehr gut geschafft. Die Depressionsphase nach dem Abstieg war relativ kurz und die Aufbruchstimmung schnell da.

Und die Mannschaft hat sich bisher auch ziemlich gut geschlagen . . .

Zimmermann: Die handelnden Personen hatten im Sommer ein glückliches Händchen bei der charakterlichen Zusammenstellung. Die Mannschaft liefert auf dem Platz – wie Trainer Dirk Schuster immer sagt – ehrlichen Fußball ab. Die Jungs sind einfach sympathisch und zum Anfassen. Das hilft uns bei allem, was wir hier vorantreiben.

Auch der strategische Partner hilft, der in den Verein investiert . . .

Zimmermann: Es ist für uns unglaublich wichtig, dass wir so eine Zusammenarbeit eingehen konnten. Es gibt 56 Erst- bis Drittligisten und 54 Regionalligisten, von denen sehr viele an so etwas arbeiten oder sich so etwas wünschen würden. Und wenn sich ein Investor für die Kickers entscheidet, kann das auch eine Signalwirkung für andere Partner haben. Das ist natürlich auch eine große Verpflichtung für uns, diesen Weg der Konsolidierung konsequent weiterzugehen.

Die Kickers haben die Lizenzunterlagen für die 3. Liga eingereicht. Ist das nicht etwas zu optimistisch?

Zimmermann: Nein, das ist einfach nur professionell. Im Fußball ist grundsätzlich alles möglich. Es sind zwar 14 Punkte bis zum Spitzenreiter VfR Aalen, aber sicher ist sicher. Und wir wollen uns nichts vorwerfen lassen müssen. Zudem kostet es nichts, die Lizenz beim DFB zu beantragen. Von daher kann man sich die Arbeit machen und die haben wir uns auch gerne gemacht.

Was sind die nächsten Aufgaben?

Zimmermann: In den nächsten Wochen stehen einige intensive Gespräche mit Partnern und Sponsoren an. Wir wollen auch neue dazugewinnen. Ein wichtiges Thema ist noch in diesem Monat die Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor Gazi, von dem wir schon positive Signale bekommen haben. Nichts würde uns mehr freuen, als wenn die langjährige Partnerschaft fortgesetzt werden könnte.

Und die längerfristigen Ziele?

Zimmermann: Natürlich die 3. Liga. Irgendwann sollten wir den Blick aber auch mal weiter nach oben richten. Doch im Vordergrund stehen ganz klar die weitere positive Entwicklung und die Entschuldung des Vereins.

Eßlinger Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – SpVgg Weiden (2:0)

Kickers trotzen dem Gegenwind

Regionalliga Mijo Tunjic und Enzo Marchese erzielen die Tore zum 2:0-Sieg gegen Weiden. Moritz Steinle macht sein vorerst letztes, Jéräme Gondorf sein erstes Spiel für die Blauen. Von Joachim Klumpp

Es ist eine stürmische Angelegenheit bei den Stuttgarter Kickers gewesen. Was zunächst einmal die Witterungsverhältnisse auf Degerlochs Höhen betraf – unter dem Strich dann aber auch das ungefährdete 2:0 (1:0) im ersten Spiel nach der Winterpause gegen die SpVgg Weiden, nach dem der Gästetrainer Miloslav Janovsky zugab: „Es gibt keine Ausrede: weder lange Anfahrt, noch heftiger Wind – das war eine verdiente Niederlage.“

Trotzdem war der Kickers-Kollege Dirk Schuster nicht ganz zufrieden mit der Vorstellung, zumindest in der ersten Hälfte. „Da haben wir zu wenig mit Hirn gespielt“, sagte Schuster und monierte, dass der Fußball-Regionalligist – mit dem Wind im Rücken – zu wenig aus der zweiten Reihe geschossen hat. Immerhin hatte Mijo Tunjic bereits in der zehnten Minute mit seinem elften Saisontreffer die Führung erzielt und sogar noch den zweiten Treffer auf dem Kopf, das war“s dann vor der Pause.

Danach kamen die Kickers dann trotz Gegenwind besser ins Spiel. Vor allem Mahir Savranlioglu machte auf der linken Seite viel Dampf und hatte zwei gute Möglichkeiten, scheiterte aber jeweils knapp. In der 67. Minute schließlich klärte Weidens Akram Abdel-Hag nach einem Schuss von Fabian Gerster vor der Linie. Die Kickers waren am Drücker, aber es dauerte bis zur 81. Minute ehe die Entscheidung fiel. Der Neuzugang Jéräme Gondorf, der im rechten Mittelfeld spielte, holte in seiner besten Szene einen Elfmeter heraus, den Enzo Marchese verwandelte. „Es war wichtig, dass wir mit einem Sieg gestartet sind“, sagte der Italiener, der in der Winterpause seinen Vertrag verlängert hat, so dass bereits zehn Spieler für die nächste Saison an den Verein gebunden sind. „Das war auch ein Signal, die Vereinsführung macht hinter den Kulissen einen guten Job – wir versuchen es auf dem Feld.“

Fast wären die Vorsätze in der Schlussphase über den Haufen geworfen worden, denn kurz nach dem 2:0 bekam auch Weiden nach einem Foul von Moritz Steinle an Egeter seinen Elfmeter, doch Akram Abdel-Hag scheiterte am Torwart Daniel Wagner. „Da konnten wir uns bei unserem Schlussmann bedanken, sonst wären das noch mal ein paar kritische Minuten geworden“, sagte Schuster, der gestern nochmals auf Steinle zurückgreifen konnte. Schuster: „Ich hoffe, dass das nicht sein letztes Spiel war.“ Künftig wird sich das Urgestein allerdings auf sein Studium konzentrieren – und allenfalls in Ausnahmefällen noch für die Regionalliga zur Verfügung stehen. Wobei er wegen seiner fünften Gelben Karte sowieso für ein Spiel gesperrt ist.

Stuttgarter Kickers Wagner – Jung (90. Olveira), Köpf, Steinle, Gerster – Gondorf, Rizzi (87. Gümüssu), Ivanusa, Savranlioglu – Marchese, Tunjic (72. Türpitz).

Schiedsrichter Robert Kempter (Sauldorf).

Zuschauer 2140

Tore 1:0 Tunjic (10.), 2:0 Marchese (81./Foulelfmeter).

Gelbe Karten Steinle, Savranlioglu, Rizzi, Türpitz – Okle.

Bes. Vorkommnis Abdel-Hag (Weiden/84.) scheitert mit einem Foulelfmeter an Wagner.

Stuttgarter Zeitung

Kickers trotzen Wind und Gegner

Stuttgart (red) – Die Stuttgarter Kickers sind mit einem Heimsieg aus der Winterpause der Fußball-Regionalliga gestartet. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster trotzte dem stürmischen Wind, gewann gegen die SpVgg Weiden mit 2:0 (1:0) und schob sich in der Tabelle auf den neunten Platz hoch. Vor 2140 Zuschauern im Gazi-Stadion brachte Mijo Tunjic die Kickers in der 10. Minute in Führung. Die Vorlage kam von Enzo Marchese, der einen langen Ball per Kopf zu Tunjic verlängerte. Der 22-Jährige schob locker zum 1:0 ein. Schuster kritisierte anschließend die Leistung in der ersten Hälfte, in der sein Team mit Rückenwind spielte: „Es wäre besser gewesen, aus größerer Distanz öfter mal abzuziehen.“

Im zweiten Abschnitt erhöhte Marchese per Foulelfmeter auf 2:0 (82.), nachdem Philip Türpitz im Strafraum zu Fall gebracht worden war. Zwei Minuten später hielt Kickers-Torhüter Daniel Wagner einen Foul­elfmeter von Akram Abdel-Hag. Damit bleiben die „Blauen“ in dieser Saison zu Hause unbesiegt.

Eßlinger Zeitung

Stuttgart/Weiden
Hoffnungen vom Winde verweht
SpVgg Weiden zeigt in Stuttgart zu wenig Biss und verliert mit 0:2 – Abdel-Haq vergibt Elfmeter

Stuttgart/Weiden. (lst) Die Hoffnungen des Fußball-Regionalligisten SpVgg Weiden, aus Stuttgart einen oder sogar drei Zähler zu entführen, sind am Sonntagnachmittag vom Winde verweht worden. Die Mannschaft von Trainer Miloslav Janovsky unterlag vor 2140 Zuschauern in einem Spiel unter widrigen äußeren Bedingungen mit 0:2 (0:1) und kassierte damit nach dem 1:2 vor einer Woche in Aalen die zweite Auswärtsniederlage in Folge.
Größtenteils sind es die Kleinigkeiten, die ein Fußball-Spiel entscheiden. Und eben diese Kleinigkeiten machten im GAZI-Stadion auf der Waldau auch den Unterschied aus. „Stuttgart traf seinen Strafstoß, wir nicht. Stuttgart nutzte unsere Fehler aus, wir aber deren nicht“, sagte nach der Begegnung Weidens Sportlicher Leiter Reinhold Schlecht. SpVgg-Coach Janovsky bestätigte dies: „Es gibt keine Ausrede für diese Niederlage. Weder die lange Anfahrt noch den Wind lasse ich gelten. Der entscheidende Unterschied war, dass die Kickers mit mehr Herz gespielt haben und ihr Pressing im Vergleich zu unserem effektiver war.“

In der Tat waren die gastgebenden Schwaben über die gesamte Spielzeit hinweg die präsentere Mannschaft. Meist gedanklich den Schwarz-Blauen einen Schritt voraus kombinierten die Akteure von Coach Dirk Schuster schnell und gefällig. Zudem waren die Hausherren, vor allem in der zweiten Halbzeit, durch ihre direkt vorgetragenen Konter stets brandgefährlich. „Mit den ersten 45 Minuten meines Teams bin ich überhaupt nicht zufrieden. Wir standen zu weit von unseren Gegenspielern weg“, monierte Schuster. Damit meinte er die Tatsache, dass seine Akteure aus dem Vorteil des zum Teil orkanartigen Windes im Rücken kein Kapital schlagen konnten.

Stark nach der Pause

Schuster bescheinigte der SpVgg Weiden eine – gerade in den zweiten 45 Minuten – starke Leistung. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn Akram Abdel-Haq in der 84. Minute den Elfmeter verwandelt hätte. Dann wären uns mit Sicherheit noch fünf ganz heiße Minuten bevorgestanden“, so der Stuttgarter Trainer weiter.

Auf Weidener Seite musste Miloslav Janovsky auf die gesperrten Florian Schrepel und Mischa Welm verzichten. Für sie rückten Akram Abdel-Haq und Michael Plänitz in die Anfangsformation. Den besseren Start in die Begegnung erwischten die Gastgeber. Der Wind war stellenweise so stark, das selbst die weiten Torabschläge von SpVgg-Keeper Andreas Lengsfeld nicht weiter als bis kurz vor die Mittellinie flogen bzw. im Tor-Aus landeten.

Wirklich Zwingendes ergab sich auf beiden Seiten aber nicht. Bis auf die Aktion von Mijo Tunjic in der zehnten Minute, der eine Unachtsamkeit der Weidener Vierer-Kette ausnutzte, auf rechts durchbrach und alleine vor Lengsfeld flach zum 1:0 einschob. Nicht nur der Rückstand war zu diesem frühen Zeitpunkt für die SpVgg Weiden bitter, sondern auch die Tatsache, dass Stürmer Andreas Fischer in der 41. Minute wegen eines eingeklemmten Rückennervs vom Platz musste.

Lengsfeld chancenlos

Seine Verletzung war sicherlich ein weiterer Grund, warum die SpVgg Weiden in der zweiten Hälfte – dieses Mal mit dem „Wind-Vorteil“ im Rücken – zwar alles versuchte, offensiv agierte, aber nicht wirklich zwingend vor dem Tor war. Besser machte es da schon die Stuttgarter Elf. Ihre Konter sorgten stets für Unruhe im Weidener Strafraum. Chancenlos war Lengsffeld in der 82. Minute beim Elfmeter von Vincenzo Marchese. Zuvor holte die SpVgg-Abwehr Marcel Ivanusa von den Beinen.

Die endgültige Entscheidung zugunsten der Stuttgarter Kickers dann in der 82. Minute, als ihr Torhüter Daniel Wagner beim Abdel-Haqs Strafstoß die Ecke erahnte und ihn entschärfte. Für die SpVgg Weiden stand somit die zweite Auswärtsniederlage in Folge zu Buche. Sie muss nun am Samstag um 14 Uhr zu Hause gegen den SV Wehen-Wiesbaden unbedingt dreifach punkten, um in der Tabelle nicht zu weit nach hinten abzurutschen.

Oberpfalznet

Tunjic und Marchese treffen zum 2:0-Sieg gegen die SpVgg Weiden

Perfekter Start der Blauen ins Fußballjahr 2010:

Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat am heutigen Sonntag vor 2140 Zuschauern im GAZi-Stadion sein Heimspiel am 20. Spieltag mit 2:0 (1:0) gegen die SpVgg Weiden gewonnen und sich und seinen Fans dadurch einen perfekten Einstieg ins Fußballjahr 2010 beschert. Der Torjäger Mijo Tunjic erzielte in der zehnten Minute auf Vorlage von Enzo Marchese seinen elften Saisontreffer zur 1:0-Führung für die Blauen. Marchese mit einem verwandelten Foulelfmeter stellte in der 82. Minute den Endstand her, weil nur zwei Minuten später der Kickers-Schlussmann Daniel Wagner einen Foulelfmeter des Weideners Akram Abdel-Haq mit einer tollen Reaktion parieren sollte.

Das Spiel beider Mannschaften litt allerdings über die komplette Spielzeit unter extremen Windverhältnissen. „Diese Umstände öffneten heute dem Zufall Tür und Tor“, sagte Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster nach der Partie, dessen Formation damit in dieser Regionalliga-Spielzeit vor eigener Kulisse weiter ungeschlagen bleibt.

Gegen den bisherigen Tabellensechsten aus der Oberpfalz musste der Kickers-Chefcoach auf seinen Mannschaftskapitän Marcel Rapp und ebenso auf Dirk Prediger wegen ihrer jeweils fünften gelben Karte verzichten. Pausieren musste außerdem der Pechvogel Franco Petruso, der mit einer Schambeinentzündung auf unbestimmte Zeit fehlt, gleiches galt am Sonntag für den Abwehrmann Alessandro Abruscia, den momentan eine Muskelverhärtung plagt.

Eine kluge Vorlage von Marchese nutzte der Toptorjäger der Blauen schon in der zehnten Spielminute zum Führungstreffer. Tunjic überwand den Weidener Schlussmann Andreas Lengsfeld mit einem Flachschuss im Gäste-Strafraum zum 1:0-Pausenstand. Ein Kopfball an den Außenpfosten von Tunjic, ebenfalls nach schöner Vorlage von Marchese, blieb im ersten Abschnitt die einzige weitere gefährliche Situation vor dem Gästetor, die ihrerseits blass blieben und die Defensive der Hausherren nur selten vor Probleme stellten.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich dieses Bild – vor allem deshalb, weil sich nun die Gastgeber gegen den tückischen Gegenwind stemmen mussten. Außer einer gefährlichen Eckballserie zwischen der 50. und 60. Spielminute boten die Oberfranken ihren 50 mitgereisten Fans allerdings nur Magerkost. Die Kickers-Akteure hingegen erarbeiteten sich immer wieder gute Tormöglichkeiten – beispielweise einen strammen Schuss von der Strafraumgrenze von Mahir Savranlioglu in der 76. Minute, den der Gäste-Keeper Lengsfeld mit einer starken Parade gerade noch zur Ecke klären konnte.

Die Entscheidung der Partie gelang wenige Minuten später dann Marchese durch seinen verwandelten Strafstoß zum 2:0. Der stark aufspielende Winter-Neuzugang Jerome Gondorf war zuvor nach schöner Hackentrick-Vorlage des eingewechselten Youngsters Philip Türpitz im Weidener Strafraum in Szene gesetzt und dort von einem Gäste-Abwehrspieler elfmeterreif gefoult worden. Keine Rolle spielte kurz darauf auf der anderen Seite, dass der sicher leitende Schiedsrichter Robert Kempter nach einem Kontakt von Moritz Steinle am Weidener Ralf Egeter ebenfalls einen Strafstoß verhängte. Der fällige Schuss vom Elfmeterpunkt von Abdel-Haq geriet zur sicheren Beute des starken Kickers-Torhüters Wagner.

Stuttgarter Kickers: Wagner – Jung (90. Olveira), Köpf, Steinle, Gerster – Rizzi (85. Gümüssu), Ivanusa – Gondorf, Savranlioglu – Marchese – Tunjic (71. Türpitz) – Trainer: Schuster.

SpVgg Weiden: Lengsfeld – Okle, Konjevic, Plänitz, Szikal – Geiger, Schumacher (73. Seufert), Mendez, Abdel-Haq – Kacani (73. Wiesner), Fischer (41. Egeter) – Trainer: Janovsky.

Tore: 1:0 Tunjic (10.), 2:0 Marchese (82., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf)

Gelbe Karte: Steinle, Rizzi, Savranlioglu, Türpitz – Okle

Besonderes: Wagner (Stuttgarter Kickers) hält Foulelfmeter von Abdel-Haq (84.)

Zuschauer: 2140 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

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