Erstes Testspiel in Hemmendorf

Stuttgarter Kickers starten mit 7:0-Sieg gegen Regionalauswahl – Mijo Tunjic erster Torschütze
Dem Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ist am Dienstagabend mit einem 7:0(1:0)-Testspielsieg in Hemmendorf bei Rottenburg am Neckar gegen eine Auswahl der Region Eichenberg ein erfolgreicher Auftakt in seiner Vorbereitung auf die Spielzeit 2009/2010 gelungen. Mijo Tunjic eröffnete vor 500 Zuschauern mit seinem Treffer zum 1:0 in der 34. Minute den Torreigen, der sich nach dem Seitenwechsel fortsetzte.

Gökhan Gümüssu erhöhte mit einem Doppelpack zunächst auf 3:0 (60./73) für die Gäste, ehe Christian Grujicic mit einem lupenreinen Hattrick (76./82./83.) die Mannschaft von Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster mit 6:0 in Front brachte. In der 88. Minute setzte Marcel Ivanusa den Schlusspunkt zum 7:0-Endstand.

Trotz des am Ende standesgemäßen Ergebnisses war der Kickers-Coach Schuster nicht komplett zufrieden. „Das Spiel hat seinen Zweck erfüllt und die Jungs haben sehr gut gearbeitet“, sagte er. Schuster wertete die 90 Spielminuten, in denen alle einsatzbereiten Akteure seines Mannschaftskaders Spielpraxis erhielten, als eine „sehr gute Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen“. Einziges Manko: „Unsere Chancenauswertung hat heute nicht gepasst“, sagte Schuster.

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StN: Marchese kehrt zu den Blauen zurück

Drei neue Spieler für die Stuttgarter Kickers – und zwei Hiobsbotschaften

Von Gunter Barner

STUTTGART. Zunächst die gute Nachricht: Fußball-Regionalligist SV Stuttgarter Kickers hat sich mit drei Neuzugängen verstärkt. Die schlechte Botschaft: Reservetorhüter Luis Rodriguez brach sich im Training das Schienbein und fällt ein halbes Jahr aus. Rechtsverteidiger Marcel Charrier verdrehte sich das Knie. Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss. Mit ihm ist erst nach der Winterpause wieder zu rechnen.

Dagegen kann Coach Dirk Schuster im Training drei neue Spieler begrüßen: Enzo Marchese (26) kehrt vom SSV Ulm 1846 auf die Waldau zurück. Der offensive Mittelfeldspieler trug schon von 2003 bis 2006 das Kickers-Trikot. „Bei den Spatzen hat er in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen. Wir freuen uns, dass es geklappt hat, ihn zurückzuholen“, sagt Schuster. Mittelfeldmann Fabian Gerster kommt vom Regionalligisten SC Pfullendorf. Er hat mit seinen 22 Jahren bereits 80 Spiele in der vierten Liga auf dem Buckel. Er soll vor allem auf der rechten Außenbahn für Betrieb sorgen. Als Perspektivspieler schätzt Schuster seinen dritten Neuzugang ein: Dominik Salz, der Bruder des früheren Kickers-Torhüters Manuel Salz. Der 21-jährige Stürmer hat sich von einer schweren Erkrankung erholt und will bei den Blauen sein unbestrittenes Talent weiterentwickeln.

Im ersten Testspiel haben die Kickers vor 500 Zuschauern in Rottenburg eine lokale Auswahl mit 7:0 (1:0) besiegt. Die Treffer erzielten Christian Gruijcic (3), Gökhan Gümüssu (2) sowie Mijo Tunjic und Marcel Ivanusa (je 1).

Stuttgarter Nachrichten

Kickers verpflichten drei neue Spieler

Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat drei weitere Neuzugänge verpflichtet. Vom Ligakonkurrenten SSV Ulm kehrt der 26 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler Enzo Marchese zu den „Blauen“ zurück, wie die Kickers am Mittwoch mitteilten. Mittelfeldspieler Fabian Gerster (22) kommt vom ebenfalls in der Regionalliga spielenden SC Pfullendorf. Zudem wechselt Angreifer Dominik Salz (22) vom Kreisligisten SV Neuhausen nach Stuttgart. Die Verträge laufen jeweils über ein Jahr bis 30. Juni 2010.

Stuttgarter Nachrichten

Rainer Lorz ziert sich – Eichelbaum weiter im Amt

Die Präsidentenfrage

Stuttgarter Kickers Der Fußball-Regionalligist sucht einen Nachfolger für Dirk Eichelbaum – bisher ohne Erfolg. Von Joachim Klumpp

Manchmal ist der Wunsch der Vater des Gedankens. So hat der amtierende Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum wohl darauf gesetzt, dass sich der Aufsichtsrat des Fußball-Regionalligisten am Montagabend dazu durchringt, sein Rücktrittsgesuch zum Ende des offiziellen Geschäftsjahres (gestern) anzunehmen. Dem war aber nicht so, „weil der Verein noch keinen geeigneten Nachfolger gefunden hat“, wie Eichelbaums Begründung nach Rücksprache mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Lorz lautet. Was heißt: Eichelbaum ist weiter im Amt.

Wie lange noch, das muss sich zeigen. „Ich bin ja nicht auf der Flucht“, sagt Eichelbaum, „und will auch eine geordnete Amtsübergabe.“ Doch offensichtlich besteht gerade in dieser Hinsicht noch Klärungsbedarf in diversen Punkten. Zum Beispiel bei der Vertragsauflösung mit dem Manager Joachim Cast. „Das machen wir in aller Stille“, sagt Eichelbaum. Dass er bis zur ordentlichen Hauptversammlung – spätestens im November – weitermacht, das ist zwar nicht sein Ziel, scheint aber ebenfalls nicht mehr gänzlich ausgeschlossen, auch wenn er betont: „Für die neue Saison stehe ich nicht mehr zur Verfügung.“

Abwarten. Der intern hoch gehandelte Rainer Lorz lässt sich nicht unter Druck setzen und hat sich bisher öffentlich bewusst aus der Diskussion herausgehalten. Er dürfte den nicht gerade vergnügungssteuerpflichtigen Posten nur dann übernehmen, wenn er geordnete Finanzen vorfindet. Inwieweit andere personelle Optionen bestehen, ist offen. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christian Dinkelacker sagt dazu nur: „Ich bin mir der Verantwortung des Amtes bewusst. Die Kickers werden auch künftig einen Präsidenten haben.“

Zu allem Überfluss kommen noch Verletzungssorgen bei den Spielern hinzu: Im Training zogen sich der Torhüter Rodriguez vermutlich einen doppelten Schienbeinbruch und Marcel Charrier einen Kreuzbandriss zu. Offen ist auch die Zukunft von Bashiru Gambo, der nach seiner Rückkehr aus Ghana zunächst einmal krankgeschrieben ist.

Stuttgarter Zeitung

Lorz ringt noch mit sich selbst

Kickers-Aufsichtsrat bestärkt seinen Vorsitzenden, Präsident zu werden

STUTTGART (jüf). „Ich bin nicht auf der Flucht“, sagte Dirk Eichelbaum gestern. Deshalb nahm es der Noch-Präsident der Stuttgarter Kickers einigermaßen gelassen hin, dass die Wachablösung an der Spitze der Blauen nicht wie von ihm gewünscht schon am 30. Juni über die Bühne ging. Doch bis zum Wochenende soll es so weit sein. Der Aufsichtsrat hat am Montag die Weichen gestellt: Das Gremium hat sich dafür ausgesprochen, seinen Chef Rainer Lorz als neuen Präsidenten einzusetzen. Der Rechtsanwalt wird nun nicht nur in sich gehen, sondern auch diverse Gespräche vertiefen: mit seiner Frau, seiner Kanzlei und seriösen Geldgebern. Auch dürfte er sich Gedanken machen über die künftige Zusammensetzung des Präsidiums. Klar ist: Lorz plant, einen sportlichen Leiter in die Führungsetage zu holen. Mögliche Kandidaten wie Guido Buchwald oder Walter Kelsch zeigen jedoch auf Nachfrage unserer Zeitung derzeit kein Interesse. Da Lorz seit Wochen in verschiedenen Bereichen Verantwortung übernommen hat, spricht vieles dafür, dass er das Präsidentenamt übernimmt – wohl kommissarisch bis zur Hauptversammlung. Dort könnte er das Vertrauen in sein Team von den Mitgliedern bestätigen lassen.

Hiobsbotschaften gibt es im sportlichen Bereich: Torwart Luis Rodriguez (Schienbeinbruch) und Marcel Charrier (Kreuzbandriss) verletzten sich im Training schwer.

Stuttgarter Nachrichten

Presse stellt die Frage: Tritt Dirk Eichelbaum morgen zurück?

Der Präsident ist auf dem Absprung

Der Countdown bei dem Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers läuft. Nicht nur sportlich, wo morgen (18.30 Uhr) das erste Freundschaftsspiel für die Mannschaft von Dirk Schuster in Hemmendorf auf dem Programm steht, sondern vor allem auch hinter den Kulissen. Gestern Abend hat sich der Aufsichtsrat des Clubs versammelt, um über das aktuelle Thema Präsident zu sprechen (die Sitzung war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet). Der Amtsinhaber Dirk Eichelbaum, der nach dem Abstieg aus der dritten Liga extern, aber auch intern stark kritisiert worden war, hat den Wunsch nach einem vorzeitigen Rücktritt geäußert, wobei ihm der Ablauf des offiziellen Geschäfstjahres 2008/09 heute als idealer Termin erscheint.

Der potenzielle Nachfolger Rainer Lorz (46) hat sich bis zuletzt noch etwas mit seinem Plazet geziert, wohl auch, weil die finanzielle Lage des Viertligisten nach wie vor alles andere als rosig ist. Dass der Kader bis jetzt noch sehr dünn bestückt ist, dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass der Etat von 1,6 Millionen Euro für die nächste Saison aktuell weitgehend ausgeschöpft ist. Durch einen Führungswechsel erhoffen sich die Kickers möglicherweise auch zusätzliche Gelder durch neue Investoren oder auch von Seiten des Hauptsponsors Gazi. Schließlich hatte der Jurist Lorz im Rahmen der Lizenzierung bereits die Gespräche mit dem Firmenchef Eduardo Garcia erfolgreich zu Ende gebracht. Im Hause des Trikotsponsors jedenfalls dürfte ein Präsident Lorz auf deutlich mehr Gegenliebe stoßen als Eichelbaum. ump

Stuttgarter Zeitung

Lorz vor dem Einstieg als Kickers-Präsident
Der Aufsichtsrats-Vorsitzende könnte schon ab 1. Juli den amtsmüden Dirk Eichelbaum ablösen

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Seit dem 6. März 2007 ist Dirk Eichelbaum Präsident der Stuttgarter Kickers. Wenn nicht noch ein kleines Wunder passiert, wird der 44-Jährige seine Amtsperiode am morgigen Dienstag vorzeitig beenden und zurücktreten. „Das Ende des offiziellen Geschäftsjahrs bietet sich an“, sagt der umstrittene Kickers-Chef. Die Anzeichen verdichten sich immer mehr, dass ihn vom 1. Juli an Aufsichtsrats-Chef Rainer Lorz ablösen wird. Gestern Abend tagte das Kontrollgremium, das den Präsidenten kraft Statuten wählt, bis tief in die Nacht in Lorz“ Kanzlei. Eine endgültige Entscheidung war bei Redaktionsschluss noch nicht gefallen.

Lorz war gestern zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen. Doch es ist ein offenes Geheimnis, dass es zu dem Rechtsanwalt und Honorarprofessor an der Universität Stuttgart keine ernsthaften Alternativen gibt. Deshalb wäre der 46-Jährige allerdings noch lange keine Notlösung: Lorz, seit November 2005 im Aufsichtsrat, ist ein Mann, der aus den verschiedensten Bereichen des Kickers-Umfelds sehr viel Wertschätzung erfährt. Durch seine rationale, pragmatische und professionelle Arbeitsweise hatte er entscheidenden Anteil daran, dass der Vertrag mit dem Hauptsponsor verlängert wurde und die Kickers die Regionalliga-Lizenz bekommen haben.

Was den Einstieg von Lorz in letzter Minute noch scheitern lassen könnte, ist die prekäre finanzielle Lage bei den Blauen. Er dürfte kaum die Verantwortung bei den klammen Kickers übernehmen, wenn er nicht einen oder mehrere seriöse Geldgeber in der Hinterhand hätte, die die Blauen in den nächsten beiden Jahren unterstützen. Erste aussichtsreiche Gespräche soll es schon gegeben haben.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zum Fanprojekt Stuttgart

Fußball-Anhänger sind für Fanprojekt
DFB und Land zahlen je 60000 Euro für Sozialarbeit im Stadion

Die Anhänger des VfB und der Kickers erhöhen den Druck. Sie fordern vereint ein Fanprojekt, bei dem sich hauptamtliche Sozialarbeiter um Fußballfans kümmern. Unterstützung finden sie auch im Gemeinderat. Geld dafür gibt es vom Deutschen Fußball-Bund und vom Land. Die Stadt ist weiter zurückhaltend.

Von Frank Rothfuß

Schon lange bewegen sich der VfB Stuttgart und die Stuttgarter Kickers nicht mehr auf Augenhöhe. Doch ihre Anhänger pflegen weiter ihre Abneigung. Blaue und Rote im Schulterschluss, das kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Umso größer ist die Symbolkraft, wenn sie jetzt vereint für eine Sache streiten. Sie setzen sich vehement für ein Fanprojekt ein. In 41 Städten in Deutschland kümmern sich bereits Sozialarbeiter um Fußballfans und deren Anliegen, nicht nur im Stadion, sondern auch bei Problemen mit Schule, Eltern oder Alkohol.

In Stuttgart allerdings standen bisher Stadt und Polizei auf dem Standpunkt, ein Fanprojekt sei überflüssig. Den Vorstoß des VfB-Anhängerverbandes vor einem Jahr bügelte das Jugendamt mit dem Hinweis ab, in den Stadtteilen würden Jugendliche mit mobiler Jugendarbeit und in Jugendhäusern betreut, „und zwar besser als in einem Fanprojekt“. Und die Polizei sah sich mit ihren szenekundigen Beamten bestens gerüstet.

Doch als Anfang des Jahres Baden-Württemberg als letztes Bundesland ankündigte, fürderhin Fanprojekte zu unterstützen und 180 000 Euro bereitstellte, kam die Sache wieder ins Rollen. „Ich sitze quasi auf einem Geldkoffer“, sagt Michael Gabriel, Leiter der Koordinierungsstelle der Fanprojekte. Der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball-Liga unterstützen jedes Fanprojekt mit 60 000 Euro. „Das Geld steht bereit. Wenn Bundesland und Kommune ihr Drittel zahlen, zahlt auch der Fußball.“ Geld, das man nur abzuholen braucht, das übt großen Reiz aus auf Kommunalpolitiker. Zahle 60 000, bekomme 120 000 Euro dazu – ein Angebot, das man kaum ausschlagen kann.

Dies wissen auch die Fans und baten deshalb diverse Stadträte zu einer Diskussionsrunde, bei der sich erstmals die Anhänger der Kickers zu einem Fanprojekt bekannten. Maike Epple, selbst gerade Mitte 20, schilderte, dass in Degerloch seit einiger Zeit junge Leute aktiv seien, „zu denen wir keinen Kontakt bekommen“. Denen sei die Mentalität der Fanszene gleichgültig, „sie suchen sich auf dem Videoportal You Tube Vorbilder“ und bilden sich via Bildschirm zu Nachwuchs-Hooligans fort. Des Weiteren gebe es vermehrt Scharmützel zwischen VfB- und Kickers-Anhängern. „Die lauern sich auf, klauen sich Schals, prügeln sich.“ Die Polizei erreicht solche Vorfälle nicht, da ist der Ehrenkodex der Fans vor. Epple: „Darüber redet man nicht mit der Polizei!“

Dies ist typisch für das Verhältnis zwischen Fans und Ordnungshütern. Gabriel hat beobachtet, „dass sich ein Feindbild auf beiden Seiten verfestigt“. Es gebe keinen Dialog mehr. Auch die 800 Ultras des Commando Cannstatt reden nicht mehr mit der Polizei. „Man hat uns zu oft gelinkt“, sagen sie, „die Polizei hat in der Vergangenheit Ansprechpartner gesucht, dann erhielten zwei Wochen später jene Fans Stadionverbote mit der Begründung, sie hätten auf die anderen eingewirkt und seien Rädelsführer.“ Ihr Schluss: „Wir brauchen hauptamtliche Fanbetreuer, die den Dialog übernehmen.“

Ehrenamtlich haben dies Holger Waidelich, Chef des VfB-Anhängerverbands, und drei andere Sozialarbeiter getan. Hervorgegangen ist ihr Engagement aus der Fanbotschaft während der WM 2006. Waidelich: „Wir haben gesehen, es gibt Bedarf.“ Man habe dann ehrenamtlich weitergemacht mit Unterstützung des VfB. Sie riefen U-18- Fahrten zu Auswärtsspielen für Jugendliche ins Leben, bei denen nicht geraucht und kein Alkohol getrunken wird. „Aber Fans, die Probleme mit Alkohol, mit der Schule haben, brauchen eine Einzelfallbetreuung, das sprengt unseren Rahmen.“ Man habe ein Konzept geschrieben, bei der Stadt eingereicht „und nichts mehr gehört“.

Deshalb haben sich die Fans nun an die Fraktionen des Gemeinderats gewandt. Dort sorgte das Schweigen der Stadt für „Erstaunen“. Umso mehr, als sich der VfB und die Kickers für ein Fanprojekt ausgesprochen haben. Auch die Polizei mit dem neuen Einsatzleiter Guido Passaro „kann sich ein Fanprojekt vorstellen“. Diese breite Unterstützung und das Nachhaken diverser Stadträte haben in der Verwaltung offenbar für Bewegung gesorgt. Am 3. Juli gibt es ein Treffen zwischen dem Jugendamt, Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch und Ordnungsbürgermeister Martin Schairer. Und Stadtsprecher Markus Schubert sagt: „Es ist aus jetziger Sicht denkbar, dass sich die Stadt an einem Fanprojekt beteiligt.“

Gabriel warnte allerdings davor, zu viel zu erwarten. „Fanprojekte sind keine Gewaltverhinderungsprojekte“, sagt er, „das ist eine Form der Jugendarbeit, bei der man in Dekaden denken muss.“ Aber sie sei lohnenswert. „Sie erreichen damit eine riesige Zahl engagierter Menschen. Die Stadien sind an den Wochenenden die größten Jugendhäuser der Stadt.“

Stuttgarter Nachrichten

Notwendig
Von Frank Rothfuß

In Berlin, München und Hamburg gibt es zwei, sogar Aue, Saarbrücken und Lübeck haben eines, in Stuttgart allerdings glaubt man, ohne Fanprojekte auskommen zu können. Sozialarbeit im Stadion, ach was, das sei doch überflüssig, bekundeten Land, Polizei und Stadt lange Jahre unisono. Erstaunlich, wo doch in 41 anderen Städten in Deutschland die Arbeit der Sozialarbeiter gelobt und geschätzt wird.

Doch hierzulande war man bei Innenministerium und Polizei lange der Meinung, Fans seien vor allem Gewalttäter und nicht Gesprächspartner. Bezeichnend, dass bei jeder Demonstration mittlerweile sogenannte Deeskalationsbeamte eingesetzt werden – nur beim Fußball nicht. Und die mobile Jugendarbeit verteidigt ihre Pfründe. Ihr Auftrag war nämlich bisher die Fanarbeit. Doch im Stadion ließ sich das Jugendamt nicht blicken. Ein Sonderweg, der in die Irre geführt hat. Die Strukturen sind nicht mehr zeitgemäß. Die Fanszene des VfB ist enorm gewachsen, 45 000 Mitglieder hat der Verein, 1000 davon zählen zum harten Kern, sie begleiten den Verein überallhin. Und bei den Kickers verfestigt sich eine Hooliganszene.

Nun wird ein Fanprojekt nicht jede Gewalttat verhindern, aber Sozialarbeiter, die von allen Seiten akzeptiert und respektiert werden, können vermitteln und Vertrauen schaffen. Beim Land und bei der Polizei hat man dies eingesehen, bei der Stadt ist diese Erkenntnis noch nicht überall angekommen. Es wird Zeit, den Stuttgarter Sonderweg zu beenden: Ein Fanprojekt ist dringend notwendig.

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Burak Mucan verletzt

Gleich beim Auftaktspiel am vergangenen Sonntag verletzte sich U23-Spieler Burak Murcan und musste in der 40. Spielminute ausgewechselt werden. Die Diagnose einen Tag nach dem Spiel: Muskelfaserriss.

Damit fällt der Kickers-Rückkehrer, der bis vor zwei Jahren in der Jugend der „Blauen“ spielte, für gut drei Wochen aus.

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Auftakt für die U23 misslungen

Mit 0:2 verloren die „kleinen“ Blauen am Sonntag Nachmittag das Auftaktspiel in die neuen Saison.

Im Rahmen der Jubiläumswoche des FV Kickers 09 Lauterbach traf die Mannschaft von Trainer Björn Hinck auf eine gut besetzte Bezirksauswahl und hatte zwar die größeren Spielanteile, die Tore fielen aber auf der anderen Seite.

„Man muss das Spiel sicherlich nicht überbewerten, auf der anderen Seite haben wir gesehen, dass wir mit unserer jungen Mannschaft in der Saisonvorbereitung noch viel Arbeit vor uns haben.“, so Kickers-Trainer Björn Hinck.

Am Montag steht die erste gemeinsame Trainingseinheit auf dem Programm, das nächste Vorbereitungsspiel findet am 7. Juli statt, dann gegen den Oberligisten FC Nöttingen. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr im Panoramastadion in Nöttingen.

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