Presse zu möglichen konditionellen Problemen

Zweifel an der Kondition
Wie fit sind die Kickers?

Stuttgart – Nach zwei Spielen steht für den Kickers-Trainer Edgar Schmitt fest: „Wir haben konditionelle Probleme über 90 Minuten.“ Als Vorwurf an seinen Vorgänger Stefan Minkwitz will er das nicht verstanden wissen: „Ich maße mir nicht an, jemanden zu kritisieren.

Von Joachim Klumpp

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Deshalb hat der Kickers-Trainer Edgar Schmitt für Dienstag einen Laktattest angesetzt, außer der Reihe gewissermaßen. Im Grunde haben ihm die bisherigen Trainingseinheiten schon gezeigt, welcher Spieler wo Defizite hat. „Aber ich will es nochmals bestätigt wissen“, sagt Schmitt. Schwarz auf weiß also.

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Wichtige Punkte verloren

Dass die Mannschaft Probleme mit der Kondition – und damit auch Konzentration – hat, lassen die Ergebnisse der vergangenen Wochen vermuten. In fünf Punktspielen haben die Kickers in den letzten zehn Minuten jeweils wichtige Punkte aus der Hand gegeben – unter dem Strich sind das acht Zähler.

Es kann sich jeder selbst ausrechnen, wo der Verein mit acht Punkten mehr in der Drittligatabelle stehen würden. Im gesicherten Mittelfeld. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, da macht sich Schmitt nichts vor. „Unser Ziel kann nur lauten: drei Mannschaften hinter uns zu lassen. Alles andere wäre Illusion“, betont der Exprofi, der keinen Vorwurf an die Adresse des Vorgängers Stefan Minkwitz richtet: „Das maße ich mir nicht an und wäre auch nicht korrekt.“

Minkwitz selbst bekommt die Entwicklung (auch im Urlaub) mit: „Wenn beim Laktattest etwas Negatives herauskommt, nehme ich das auf meine Kappe“, sagt der Excoach, „aber prinzipiell sehe ich das mehr als psychisches Problem – und da war sicher das Gegentor kurz vor der Pause entscheidend.“

Schmitt erwartet hohe Laufbereitschaft

Zudem darf man bei dieser Diskussion nicht vergessen, dass Minkwitz nach dem schlechten Saisonstart in dem Dilemma steckte, zwischen der Ausdauerarbeit und spielerischen Weiterentwicklung der Mannschaft abzuwägen – und sich, nachvollziehbar, zwischendurch für mehr Arbeit mit dem Ball entschied. Dass da möglicherweise andere Dinge (wie ein weiterer Laktattest) auf der Strecke geblieben sind, wurde in Kauf genommen. „Aber wenn man bei Bayern II 3:0 führt, zeigt das, dass die Mannschaft Potenzial hat“, betont Minkwitz.

Jedenfalls blickt Schmitt nicht zurück, sondern nach vorne: „Wir müssen jetzt so trainieren, dass die Mannschaft meine Philosophie umsetzen kann.“ Die beruht auf hoher Laufbereitschaft. 70 Minuten lang habe das auch in München geklappt, ehe der Einbruch kam und sich die Überlegenheit der Bayern nach der Pause in Toren niederschlug. Wobei Schmitt zu bedenken gibt, dass die zweiten Mannschaften des VfB Stuttgart oder Bayern Münchens von Grund auf seit Jahren eine ganz andere – sprich bessere Ausbildung – genießen. „Bei uns kommen ja viele Spieler von unterklassigen Vereinen, die müssen erst einmal an das Niveau herangeführt werden.“

Trainer legt sich auf keinen Zeitraum fest

So etwas geht nicht von heute auf morgen. Dazu braucht es Geduld, die im Profifußball aber selten vorhanden ist. Auf einen Zeitrahmen will sich Schmitt deshalb nicht festlegen: „Wir müssen versuchen, bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich zu holen.“ Und zwar möglichst auch einmal drei auf einen Schlag. Auch der Manager Joachim Cast weiß: „Es ist noch zu früh, um uns in die Winterpause retten zu wollen.“

Korrekturen an der Ausdauer können durchaus im Laufe der Runde erfolgen, allerdings wohl kaum bis in zehn Tagen gegen den Lokalrivalen VfB Stuttgart II, den Schmitt zuletzt selbst beobachtet hat: „Ich bin ja ein bisschen Fan der Nachwuchsabteilung des VfB.“ Wobei diese Sympathien im Derby einmal ruhen müssen.

Stuttgarter Zeitung

Trainer Schmitt unzufrieden

Kickers fehlt das Stehvermögen

Stuttgart – Es gibt Spiele, da bringt eine Nacht Abstand neue Erkenntnisse. Bei Edgar Schmitt, dem Trainer der Stuttgarter Kickers, war das nach dem 3:3 beim FC Bayern München II nicht so. Er erneuerte seine Kritik am konditionellen Zustand seines Teams: „Wir brechen permanent ein. Die Elf ist für meine Spielart nicht fit genug.“

Für Alexander Rosen war der Sonntagnachmittag in München ganz besonders unangenehm. Nach der Drittligapartie im Stadion an der Grünwalder Straße stellte sich heraus, dass dem Kickers-Kapitän bei einem Ellbogencheck das Trommelfell gerissen war. Rosen hat nun Probleme, optimal zu hören, sein Sinn für die Realität hat darunter nicht gelitten. „Wir bauen gegen Ende regelmäßig ab, werden verhaltener und ängstlicher – das sieht jeder. Mit Pech hat das wirklich nichts zu tun.“ Mit Zufall auch nicht, was ein Blick auf die vergangenen fünf Spiele bestätigt:

In München lagen die Kickers schnell mit 3:0 vorne, bis zur 81. Minute hielten sie ein 3:1. Die späten Gegentore in der 82. und 90. Minute sorgten dafür, dass der erste Saisonsieg weiter auf sich warten lässt.

Bei Schmitts Premiere gegen Emden kassierten die Blauen den Ausgleich zum 1:1-Endstand neun Minuten vor Schluss.

In der letzten Partie unter der Regie von Stefan Minkwitz besiegelte ein Tor in der 90. Minute das 2:3 bei Rot-Weiß Erfurt.

Gegen Aue fiel das Tor für die Sachsen zum 1:2-Endstand in der 88. Minute.

In Regensburg machte ein Gegentor in der 86. Minute den Kickers-Traum von drei Punkten zunichte – die Partie endete 1:1.

Unterm Strich gingen durch das fehlende Stehvermögen in der Schlussphase acht Punkte flöten. „Das ist nun mal Fakt und hat mit Nachtreten gegen meinen Vorgänger nichts zu tun“, wehrt sich Schmitt gegen Vorwürfe, Stefan Minkwitz die Schuld für die Misere in die Schuhe schieben zu wollen. Auch Manager Joachim Cast weist Versäumnisse in der Saisonvorbereitung ins Reich der Fabel: „Es wurde genauso trainiert wie vergangenen Winter, als die Grundlagen für die Aufholjagd gelegt wurden.“

Woran liegt es dann, dass den Blauen gegen Ende regelmäßig die Luft ausgeht, die Konzentration und damit die Ordnung abhandenkommt? Die angeschlagene Psyche eines erfolglosen Teams spielt eine gewichtige Rolle. In beiden Begegnungen unter Schmitt auch die neue, laufintensivere Spielweise. Unter Minkwitz stand das Team oft sehr tief, ließ den Gegner kommen. Bei Schmitt gibt es kein Abwarten. Er fordert ein aggressives Spiel gegen den Ball. Er treibt sein Team permanent an, mutig und schnell nach vorne zu agieren. „Es ist eine andere Form der Belastung“, bestätigt Kapitän Rosen, „wir haben im Spiel viel mehr Läufe mit hoher Intensität im Maximalbereich.“ Daran muss sich die Mannschaft erst noch gewöhnen. Genauso an die Trainingshärte -und umfänge. „Einige meiner Spieler kennen das nicht“, sagt Schmitt, „die Neuzugänge Landeka oder Schürg hatten in ihren Oberligamannschaften nur vier oder fünf Einheiten pro Woche.“

Wie auch immer: Für den heutigen Dienstag setzte der Trainer einen Laktattest an. Am Mittwoch liegen die Werte der einzelnen Spieler vor. Dann weiß Schmitt, in welchen Bereichen er konkret ansetzen muss. Ein bisschen Zeit bleibt ihm. Das nächste Spiel geht erst am 17. Oktober (19 Uhr) gegen den VfB Stuttgart II über die Bühne.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu FC Bayern München II – Stuttgarter Kickers (3:3)

Unfassbar – nur 3:3 nach 3:0

Die Stuttgarter Kickers geben bei Bayern München den ersten Saisonsieg leichtfertig aus der Hand

MÜNCHEN (StZ). Wie gewonnen, so zerronnen. Die Stuttgarter Kickers mussten sich gestern bei Bayern München II trotz einer 3:0-Führung mit einem Punkt begnügen. „Mit Unentschieden kommen wir aber nicht weiter“, sagte der Trainer Edgar Schmitt.

Ob die Mannschaft der Stuttgarter Kickers der Blick auf die Tabelle der dritten Liga besonders irritiert hat? Denn die konnte man drehen und wenden, wie man will, die Kickers blieben Schlusslicht. So viel stand gestern schon vor dem Anpfiff der Drittligapartie bei Bayern München II fest – und nach den 90 Minuten muss man sich fragen, wie man das ändern will. Gestern reichte jedenfalls selbst eine souverän herausgespielte 3:0-Führung nicht zum ersten Dreier in dieser Saison. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte der Trainer Edgar Schmitt, „es fehlen elementare Dinge.“ Er sprach damit offensichtlich vor allem die fehlende Fitness der Mannschaft an, die bereist zum fünften Mal nacheinander in der Endphase des Spiels noch wichtige Punkte verschenkt hat.

Dabei hatte die Mannschaft sich zunächst an die Marschroute des Trainers gehalten, die da lautetet: „Kurz und knackig.“ Also direkt zum Spiel anreisen, umziehen – und gewinnen. Nachdem der Torwart Manuel Salz einen Kopfball von Niedermeier über die Latte gelenkt hatte, ging es Schlag auf Schlag: Michael Schürg mit einem geschickten Heber nach Pass von Josip Landeka sorgte in der zwölften Minute für die Führung. Ein Doppelschlag durch Benedikt Deigendesch, diesmal nach Vorarbeit von Schürg, und Angelo Vaccaro nach Traut-Zuspiel sorgte innerhalb von 120 Sekunden für ein fast schon sensationelles 3:0 (19). Da ärgerte lediglich noch das Gegentor von Yildiz nach einem Eckball, kurz vor der Halbzeit – zu einem psychologisch ungünstigen Zeitpunkt also.

Und das machte sich vor den 950 Zuschauern im Grünwalder Stadion bemerkbar. Sascha Traut hatte noch eine Konterchance – das war“s dann aber auch schon für die Kickers. „In der zweiten Hälfte haben wir uns nur noch hinten reindrängen lassen“, sagte der Torwart Manuel Salz. Und so nahm das Unglück seinen Lauf, als der Bayern-Profi Toni Kroos in der 81. Minute den Anschlusstreffer erzielte. Noch neun Minuten zittern – und kein Happy End. In der Schlussminute traf wieder Yildiz, diesmal zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich.

Dementsprechend niedergeschlagen wirkten die Spieler nach dem Schlusspfiff. „Ich kann es noch gar nicht glauben“, sagte Salz. Zumal das ja nicht zum ersten Mal in dieser Saison passiert ist. Schon in Regensburg und Erfurt, gegen Aue und Emden hat die Mannschaft eine Führung in der Schlussphase leichtfertig aus der Hand gegeben. Das kann kein Zufall mehr sein. „Wir haben im Moment nur die Fitness, um 70 bis 75 Minuten gut Fußball zu spielen“, sagt der Trainer Edgar Schmitt – ohne in der Vergangenheit wühlen zu wollen. Dennoch: das sind zumindest indirekt Vorwürfe an den Vorgänger Minkwitz in Sachen körperliche Verfassung.

„An der müssen wir arbeiten“, sagt Schmitt, verzichtet aber dennoch nicht auf den freien Montag. Morgen steht dann ein Laktattest auf dem Programm, am Samstag ein internes Trainingsspiel gegen die zweite Mannschaft. „Die Pause kommt uns jedenfalls gelegen“, gibt Schmitt zu, „und vielleicht haben wir dann auch mal das Glück, so ein Spiel zu gewinnen.“ Nötig hätten es die Kickers – beim Blick auf die Tabelle.

München: Kraft – Schütz, Saba (65. Nagorny), Niedermeier, Heinze – Badstuber – Müller (84. Duhnke), Ekici – Kroos – Yilmaz, Sikorski.

Stuttgart: Salz – Deigendesch, Rapp, Härter, Landeka – Traut, Rosen, Gambo (88. Ortlieb), Reiß (54. Prediger) – Schürg, Vaccaro (72. Smeekes).

Stuttgarter Zeitung

3:3 – Kickers vergeben den Sieg
Wieder bitteres Ende für die Blauen: Bei Bayern II reicht 3:0-Führung nicht

München – Zum fünften Mal hintereinander hat Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers in den letzten zehn Minuten Punkte verspielt: Am gestrigen Sonntag reichte beim FC Bayern München II nicht einmal eine 3:0-Führung zum Sieg – am Ende stand es 3:3.

VON BENEDIKT WARMBRUNN

Edgar Schmitt war bedient. „Ich bin sehr enttäuscht. Es fehlt an elementaren Dingen. Es kann nicht zum Sieg reichen, wenn hintenraus so abgebaut wird. Wenn man nicht fit ist, wird man nervös“, sagte der Kickers-Coach nach dem ersten Auswärtsspiel unter seiner Regie. In der 82. Minute hatten die Blauen das 2:3 durch Toni Kroos kassiert, in der 90. Minute das 3:3 durch Deniz Yilmaz. Für Dienstag ordnete Schmitt einen Laktattest an. „Das ist außergewöhnlich zu dieser Zeit, aber wir müssen den Schwächen in der Physis auf den Grund gehen“, sagte Schmitt. Manager Joachim Cast wollte dies nicht als Kritik an Schmitts Vorgänger verstanden wissen: „Jeder Trainer hat eine andere Philosophie, die von Schmitt basiert eben auf sehr hoher Laufintensität.“

Vor der Pause lief für die Blauen alles nach Plan. Sie spielten effektiv und lagen durch Tore von Michael Schürg (12.), Benedikt Deigendesch (18.) und Angelo Vaccaro (19.) mit 3:0 vorne. Einziges Ärgernis: das Gegentor zum 1:3 (45.) durch Yilmaz. Nach dem Wechsel hätten Sascha Traut (51.) und Bashiru Gambo (54.) das Spiel für die zunächst schwungvollen Kickers entscheiden können. Die schwache Chancenverwertung rächte sich bitter. Cast: „Wenn man bei solch einem Gegner drei Tore macht, überwiegt das Positive.“ Schmitt sah“s anders: „Unentschieden bringen uns nicht weiter.“

Stuttgarter nachrichten

Kickers verspielen 3:0-Führung

Stuttgarter gefrustet nach 3:3 beim FC Bayern II

München (hag) – Nicht einmal ein 3:0-Vorsprung hat dem Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers zum ersten Saisonsieg gereicht. Nach dem 3:3 (3:1) beim FC Bayern München II stehen die Kickers weiter auf dem letzten Tabellenplatz.

„Nach dem Schlusspfiff ist die Mannschaft wie auf Knopfdruck zu Boden gesunken“, berichtet Pressesprecher Frank Pfauth. Dass die Stuttgarter zum wiederholten Male kurz vor dem Ende – diesmal in der 90. Minute – noch einen entscheidenden Gegentreffer kassierten, sorgte für erheblichen Frust. Trainer Edgar Schmitt hatte selbst nach der 3:0-Führung durch Michael Schürg (12.), Benedikt Deigendesch (18.) und Angelo Vaccaro (19.) noch „ein ungutes Gefühl“ – zurecht, wie sich nach den Bayern-Toren durch Deniz Yilmaz (45./90.) und Antreiber Toni Kroos (81.) zeigte. Die Länderspielpause kommt dem Coach nun gelegen, denn als Ursache des Last-Minute-Übels hat er ausgemacht, dass manche Spieler nicht fit genug seien, um die von ihm vorgesehene Spielweise über 90 Minuten durchzuhalten. Morgen soll ein Laktattest genauen Aufschluss über die Verfassung jedes Einzelnen geben.

Positiv ist herauszuheben, dass die Kickers über 75 Minuten mit druckvollen Offensivaktionen und gutem Stellungsspiel zu überzeugen wussten. In der Schlussphase schossen die Stuttgarter aber nur noch „planlos die Bälle weg“ (Pfauth) und wurden von den Bayern kalt erwischt.

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Härter, Rapp, Landeka -Traut, Gambo (88. Ortlieb), Rosen, Reiß (54. Prediger) – Schürg, Vaccaro (72. Smeekes).

Eßlinger Zeitung

Kickers total platt: Nach 3:0 nur 3:3…
Von KLAUS HENRICH

Die Stuttgarter Kickers können einfach nicht mehr gewinnen. Bei den Amateuren des FC Bayern vergeigte die Truppe von Edgar Schmitt den sicheren Sieg.

Mann mit der Maske: Kickers-Verteidiger Jens Härter (r., spielte mit Nasenbeinbruch) im Duell mit Bayerns Vitus Nagorny
Nur 3:3 nach 3:0-Führung…

Dabei schienen die Motivationskünste des neuen Trainers am Anfang zu fruchten: Nach Toren von Schürg (12. Minute) Deigendesch (19.) und Vaccaro (20.) lagen die Kickers schon klar vorne.

Doch dann die alte Leier…

Keine Linie mehr, in der Defensive herrschte das nackte Chaos – und am Ende waren die Stuttgarter total platt. Die Bayern schafften durch Tore von Yilmaz (45./90.) und Kroos (81.) noch den Ausgleich.

Für Schmitt keine Überraschung: „Wir haben Defizite im konditionellen Bereich. Wenn wir sie abstellen können, werden wir auch den ersten Sieg einfahren.“

BILD

Kicker: Kickers verpassen unglücklich einen „Dreier“

Yilmaz und Kroos retten Bayern II

Nach einem Blitzstart der Kickers schien die Begegnung im Stadion an der Grünwalder Straße bereits früh zu Gunsten der Gäste entschieden, doch Bayern II drückte in der zweiten Hälfte noch einmal mächtig und kam in der Schlussphase noch zu zwei Treffern. Damit sicherte sich die Gerland-Elf einen Heimpunkt, die Kickers verpassten nur haarscharf den ersehnten ersten Saisonsieg.

Bayern München II begann nach der 1:2-Pleite in Paderborn auf zwei Positionen neu aufgestellt. Trainer Hermann Gerland baute auf Heinze und Bundesliga-Profi Kroos anstelle von Stier und Stierle. Die Stuttgarter Kickers begannen nach dem 1:1 gegen Emden mit einer Änderung. Härter ersetzte den gelbgesperrten Mann in der Innenverteidigung.

Gegen den Tabellenletzten, der nach der Verpflichtung von Trainer Edgar Schmitt nun auch in Rainer Kraft erstmals den neuen Co-Trainer vorstellte, erlebte Bayern II in den ersten 20 Spielminuten ein Debakel. Schürg, nach einem Zuspiel von Landeka (12.), Rechtsverteidiger Deigendesch auf Vorlage von Schürg (19.) und schließlich Vaccaro mit seinem ersten Saisontreffer schossen eine komfortable Führung für das Team aus Degerloch heraus.

Die Hausherren verstärkten trotz des herben Dämpfers zu Beginn ihre Offensivbemühungen, wurden bis zur Pause immer gefährlicher. Kurz vor dem Seitenwechsel schaffte dann Yilmaz mit Saisontor Nummer drei per Kopf das erste Erfolgserlebnis für die Münchner (45.).

Die nach der Pause den Vorwärtsgang weiter eingeschaltet ließen. Stürmer Nagorny ersetzte Abwehrmann Saba (65.), die Marschrichtung war nun klar. Stuttgart vergab einige wenige Kontermöglichkeiten, die Bayern warfen nun alles nach vorne und kamen durch Kroos in der Schlussphase noch zum Anschlusstreffer (81.). In der Schlussminute mussten die Kickers dann tatsächlich noch eine bittere Pille schlucken: Yilmaz war wieder zur Stelle, belohnte Bayerns Ansturm und sicherte der Heimelf zumindest einen Zähler. Stuttgart bleibt Tabellenletzter, verpasste hier nur sehr unglücklich den ersten Saisonsieg.

Nach der Länderspielpause geht es für Bayern II am Samstag mit einem Gastspiel in Düsseldorf weiter. Die Kickers sind bereits einen Tag zuvor gegen Stuttgart II im Schwaben-Derby in Degerloch gefordert.

Kicker

Vorberichte FC Bayern München II – Stuttgarter Kickers

Mutig nach München

Der Kickers-Trainer Edgar Schmitt denkt nicht nur kurzfristig

STUTTGART (ump). So ein Feiertag hat doch sein Gutes. Jedenfalls konnte das Präsidium des Drittligisten Stuttgarter Kickers gestern erstmals in Vollbesetzung – neben Präsident Eichelbaum noch Friedrich Kummer, Edgar Kurz und Dieter Wahl – dem neuen Trainer Edgar Schmitt nach dem Training seinen Einstandsbesuch geben. Und Dirk Eichelbaum sagte anschließend: „Wir haben mit Freude vernommen, dass es ihm bei uns gefällt.“ Erst recht natürlich, nachdem Schmitt in Co-Trainer Kraft auch noch seinen Wunschkandidaten bekommen hat, den er schon aus Aalen kennt. Das erleichtert die Arbeit. „Er braucht keine große Einweisungen, er kennt meine Philosophie.“

Auch der Mannschaft wird die nach und nach verinnerlicht. Nach der zweiten Trainigswoche jedenfalls hat Edgar Schmitt den Eindruck, „dass die Spieler so langsam wissen, was ich von ihnen verlange.“ Vor allem Laufbereitschaft und Dynamik, gepaart mit spielerischen Elementen. Schmitt denkt dabei nicht kurzfristig, sondern mittelfristig, in diesem Fall einmal bis zur Winterpause. „In diesen drei Monaten wollen wir Stück für Stück zulegen.“ Wobei ein Erfolgserlebnis schon morgen (14 Uhr) bei Bayern München II deshalb nicht verboten ist. „Wir brauchen auch vor diesem Gegner keine Angst haben“, sagt Schmitt, der deshalb nach wie vor auf zwei Stürmer (Vaccaro, Schürg) setzt, während in der Abwehr Jens Härter den gesperrten Marcus Mann ersetzen wird. Nachdem Schmiedel, Janic, Kettemann, Russo und möglicherweise auch Tucci weiter ausfallen werden, sollen Orlando Schmeekes und Markus Ortlieb, die gestern erstmals wieder mit der Mannschaft trainierten, auf jeden Fall die Reise nach München mitmachen.

Die beginnt im Übrigen erst morgen früh, die 200 Kilometer sind für den neuen Trainer kein Grund, einen Tag früher anzureisen. „Das ist mir lieber, als den ganzen Abend im Hotel rumzuhängen“, sagt Schmitt, nicht nur aus finanziellen Gründen. Dabei kann sich die Kickers-Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres durchaus sehen lassen. „Wir haben die Saison mit einem Plus von etwa 170 000 Euro abgeschlossen“, sagt der Schatzmeister Kummer. Wobei Eichelbaum deswegen nicht gleich in Euphorie verfällt: „Weniger wird es von alleine“, sagt der Präsident. Dafür sorgt in diesem Fall auch der Trainerwechsel. Zumal noch nicht klar ist, inwieweit der bisherige Assistent Alexander Malchow weiterbeschäftigt wird. „Darüber werden wir demnächst reden“, so Manager Joachim Cast.

Stuttgarter Zeitung

Kickers reisen mutig nach München

Trainer Schmitt hofft gegen Bayern II auf neues Wir-Gefühl seines Teams

Stuttgart – Mit geballter Kraft gehen die Stuttgarter Kickers das Auswärtsspiel in der dritten Liga am Sonntag (14 Uhr) bei Bayern München II an. Das gesamte Präsidium, Manager Achim Cast und das Trainerteam schworen sich in einer Sitzung nach dem Training auf die schwere Aufgabe ein.

VON JÜRGEN KEMMNER

Wenn das Spiel im Stadion an der Grünwalder Straße so endet wie das Treffen der Kickers-Strategen, dann ist die blaue Welt auch am Sonntagnachmittag noch in Ordnung. „Alles wunderbar“, sagten alle auf der Waldau im Chor und strahlten um die Wette. Die Trainer sind mit ihren Möglichkeiten rundum zufrieden – das Präsidium traut Chefcoach Edgar Schmitt und dessen Assistent Rainer Kraft jede Menge zu. Auch einen Erfolg bei der Zweiten des deutschen Rekordmeisters. Alle sind von einer positiven Grundstimmung erfasst, die Trainer Schmitt so zusammenfasst: „Wir hatten eine gute Woche, wir haben das Training angezogen, jeder hat mitgezogen. Jetzt fahren wir mit Spaß nach München.“

Die Gaudi soll schon am Sonntagvormittag auf der A 8 im Mannschaftsbus beginnen. Auf der Fahrt nach München soll sich im Bus „ein Wir-Gefühl“ (Schmitt) entwickeln. Deshalb verzichtete der Kickers-Trainer darauf, bereits am Samstag anzureisen. Im Hotel sei jeder für sich, so Schmitt, das sei genau das Gegenteil von dem, was er anstrebt. Er will auf dem Platz ein Kollektiv sehen, das von Spielfreude, Dynamik, Laufbereitschaft und Mut getragen wird.

Aus diesem Grund setzt Edgar Schmitt auch in München auf die Sturmvariante mit zwei echten Spitzen (Angelo Vaccaro und Michael Schürg). „Sonst denken die, wir haben Angst. Aber wir haben keine Angst“, sagt Schmitt, der in der Innenverteidigung den gelbgesperrten Marcus Mann durch Jens Härter ersetzt. „Es wäre schön, wenn wir einen Sieg landen könnten“, sinniert Schmitt. Es würde den Blauen wirklich guttun. Denn selten waren Erfolgsmeldungen wichtiger. Eine gute Nachricht kam schon mal von Präsident Dirk Eichelbaum: Bei der Hauptversammlung am 26. November wird er verkünden, dass das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem Plus von rund 175 000 Euro abgeschlossen wurde.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers furchtlos nach München

Stuttgart (hag) – Auf dem Papier sieht die Lage bedrohlich aus: Die Stuttgarter Kickers, Tabellenletzter der dritten Fußball-Liga, müssen morgen (14 Uhr) beim siebtplatzierten FC Bayern München II bestehen, der nach acht Spieltagen bereits 13 Punkte mehr auf dem Konto hat als die Schwaben. Die noch sieglosen Kickers legen vor der harten Auswärtspartie jedoch Selbstbewusstsein an den Tag. Das Team fährt laut Pressesprecher Frank Pfauth „sehr optimistisch“ nach München und will sich vom großen Namen des Gegners nicht beeindrucken lassen. Zuletzt habe die Mannschaft so intensiv trainiert, dass Trainer Edgar Schmitt den Spielern am Donnerstag frei gab. Vor der Reise nach Bayern gab es ein dickes Lob von höchster Stelle: Das komplette Präsidium hat laut Pfauth das Team beobachtet und sich „sehr angetan“ von dessen Zustand gezeigt.

Den ersten Saisonsieg wollen die Kickers mit dem Sturm-Duo Angelo Vaccaro und Michael Schürg einfahren, das Schmitt bei seinem Debüt vergangenen Samstag überzeugt hat. In der Innenverteidigung setzt der Coach auf Marcel Rapp sowie Jens Härter, der Marcus Mann (5. Gelbe Karte) ersetzen soll. Ob der zuletzt angeschlagene Neuzugang Orlando Smeekes mitwirken kann, entscheidet sich kurzfristig. Weiter fehlen werden Ralf Kettemann, Jörn Schmiedel und Sasa Janic.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Rapp, Härter, Landeka – Traut, Rosen, Gambo, Reiß – Schürg, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Presse zum neuen Cotrainer Rainer Kraft

Fußball: Kickers holen Rainer Kraft

Im Doppelpack
STUTTGART (hec). Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat einen neuen Co-Trainer gefunden. Rainer Kraft wird künftig dem Chefcoach Edgar Schmitt zur Seite stehen. Der 46-Jährige unterschrieb gestern einen Vertrag bis Juni 2009. „Wir haben schon in Aalen zusammengearbeitet. Ich schätze ihn sehr als Mensch und als Fußballfachmann“, sagt Schmitt. Beim VfR Aalen war Kraft zusammen mit Schmitt Ende August wegen des schlechten Saisonstarts entlassen worden – nun ist das Duo wieder vereint und soll die Stuttgarter Kickers aus der Krise führen. Am Sonntag tritt der Tabellenletzte bei den Amateuren von Bayern München an.

Damit hat sich bei den Kickers endgültig eine interne Lösung zur Besetzung des Postens zerschlagen. Der frühere Co-Trainer Alexander Malchow bleibt vorerst beurlaubt. Von den Gerüchten, der Verein wolle ihn als Scout einsetzen, habe er noch nichts gehört, sagte Malchow: „Mit mir hat noch niemand gesprochen. Bis das nicht passiert ist, kann ich auch nichts zu meiner Zukunft sagen.“

Stuttgarter Zeitung

Kraft: „Kickers sind eine Topadresse“
Stuttgarter neuer Co-Trainer

Stuttgart (jüf) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat seit Mittwoch einen neuen Co-Trainer: Rainer Kraft unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende. Der 46-Jährige ist in Stuttgart geboren, aufgewachsen und lebt seit 2004 wieder in der Landeshauptstadt. „Als Stuttgarter in Stuttgart zu arbeiten ist doppelt schön. Für mich sind die Kickers eine Topadresse“, sagt Kraft. Am 27. August war er zusammen mit Cheftrainer Edgar Schmitt beim VfR Aalen beurlaubt worden, jetzt ist das Duo wieder vereint. Kraft: „Wir haben die gleiche Philosophie und verstehen uns blind.“

Kraft spielte früher in der Verbandsliga Nordbaden beim TSV Reichenbach zusammen mit Edmund Becker. Der jetzige Trainer des Karlsruher SC war es auch, der Kraft 1996/97 als Physiotherapeuten und Rehatrainer zum KSC II holte. Nach einer Saison wechselte er bis 2001 in gleicher Funktion zum VfB Stuttgart. Als Cheftrainer war Kraft für den Kreisligisten FC Unterheimbach tätig. 2005 ging er zum VfR Aalen. Dort hatte er bis zum Ende der vergangenen Saison neben seiner Co-Trainer-Aufgabe auch die Verbandsligaelf trainiert. 2007 hat Kraft die DFB-Fußball-Lehrer-Lizenz erworben. Wie sich die Blauen so einen Mann leisten können? „Ich bin ordentlich auf den Verein zugegangen“, sagt Kraft. Schließlich sind die Blauen für ihn eine Topadresse.

Stuttgarter Nachrichten

StN: Kickers: Kraft vor Einstieg als Co-Trainer

Stuttgart (jüf) – Die interne Lösung hat sich zerschlagen, nun wird wohl Rainer Kraft neuer Co-Trainer beim Drittligisten Stuttgarter Kickers. Der Fußball-Lehrer, der in Stuttgart wohnt, ist bereits am heutigen Mittwoch erstmals beim Training dabei. „Noch ist nichts unterschrieben“, sagt Kraft, „aber wir haben sehr gute Gespräche geführt.“ Coach Edgar Schmitt kennt den 46-Jährigen gut: Die beiden arbeiteten beim VfR Aalen zusammen. Den beurlaubten bisherigen Co-Trainer Alexander Malchow würden die Kickers gerne im Scoutingbereich einsetzen. Derweil trainierte Schmitt am gestrigen Vormittag nur mit zwölf Feldspielern. Auch der für die erste Mannschaft reaktivierte Markus Ortlieb (Wadenprobleme) fehlte. Bis zur Partie am Sonntag (14 Uhr) beim FC Bayern II dürfte er jedoch fit sein – im Gegensatz zu Sasa Janic, Jörn Schmiedel (beide Schambeinentzündung), Orlando Smeekes (Muskelfaserriss) und Ralf Kettemann (Knöchelprobleme).

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Das lange Warten auf die zweite Chance

Markus Ortlieb zählt wieder zum Drittligakader der Kickers

STUTTGART (StZ). Fast ein Jahr lang ist Markus Ortlieb beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers in der Versenkung verschwunden gewesen. Seit Sonntag gehört der 27-Jährige wieder offiziell zur ersten Mannschaft.

Der neue Kickers-Trainer Edgar Schmitt hat vor seinem ersten Spiel gegen Emden zugegeben: „Mit den Namen der Spieler habe ich manchmal noch etwas Probleme.“ Dabei hat es ihm die Mannschaft relativ einfach gemacht, beim Abschlusstraining waren nur rund ein Dutzend Feldspieler dabei. Alle anderen fielen aus: verletzt oder krank. Nicht zuletzt weil das Schlusslicht der dritten Liga am Samstag schon mit seinem letzten Aufgebot antreten musste, wurde jetzt Markus Ortlieb von der zweiten Mannschaft zurückbeordert. Nach fast genau einem Jahr in der Versenkung. Verbannt und verkannt? Der Exprofi Schmitt denkt da ganz pragmatisch und sagt: „Wir haben nicht so viele Spieler, dass wir uns erlauben können, auf jemanden freiwillig zu verzichten. Und was in der Vergangenheit war, interessiert mich nicht.“

Was war in der Vergangenheit? So genau weiß das niemand. Ortlieb hat weder jemanden öffentlich beleidigt noch silberne Löffel geklaut. Fakt ist lediglich, dass der 27-Jährige noch in der Ära des Schmitt-Vorvorgängers Peter Zeidler nach zehn Spielen aus sportlich-taktischen Gründen ausgemustert worden war – und zusammen mit Sascha Benda, Sven Sökler und Nico Beigang in der zweiten Mannschaft antreten musste. Benda und Beigang wurden später noch unter dem Chefcoach Stefan Minkwitz begnadigt und haben in der Zwischenzeit – genau wie Sökler – den Verein verlassen; womit Ortlieb gewissermaßen der letzte Mohikaner ist. Sämtliche Kontakte zu anderen Vereinen zerschlugen sich, auch ein Probetraining bei seinem Exclub Wuppertaler SV brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Erschwerend hinzu kamen diverse Verletzungen, zuletzt am Schienund Wadenbein. „Jetzt bin ich fast schmerzfrei“, sagt Ortlieb, der zwischendurch immer mal wieder ein paar Trainingseinheiten im Profikader absolvierte und dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft.

Der eher introvertierte Spieler weiß, dass das so etwas wie seine letzte Chance ist: „Die will ich wahrnehmen.“ Das dürfte auch der Präsident Dirk Eichelbaum gerne hören, der sich indirekt immer für eine Rückkehr des Gehaltsempfängers in die erste Mannschaft aussprach, zumal Ortlieb – für Kickers-Verhältnisse – eher zu den Besserverdienern zählt: „Normalerweise sollte man eine Kuh, die auf der eigenen Wiese das Gras frisst, auch melken“, sagt Eichelbaum blumig. Welcher Ertrag dabei herauskommt, bleibt abzuwarten. Denn zumindest sportlich hatte Ortlieb in seinen zehn Einsätzen in der Regionalliga die in ihn gesetzten (hohen) Erwartungen als Nachfolger von Manuel Hartmann nicht erfüllen können. Sein Vorteil: er ist vielseitig verwendbar, und kann nicht nur im defensiven Mittelfeld, sondern auch in der Innenverteidigung sowie rechts in der Viererkette agieren. Positionen, auf denen es aktuell durchaus Handlungsbedarf gibt.

Vielleicht sogar schon am Sonntag bei der zweiten Mannschaft von Bayern München. Wer weiß. Wenn das der Fall wäre, dann käme das Comeback fast genau ein Jahr nach Ortliebs letztem Punktspiel in der ersten Mannschaft: das war am 6. Oktober – in Aalen, wo der Trainer damals noch Edgar Schmitt hieß. Ob der sich daran erinnert?

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – Kickers Emden (1:1)

Neuer Trainer, alte Sorgen
Der große Befreiungsschlag gelingt den Stuttgarter Kickers auch unter Edgar Schmitt nicht

STUTTGART. „Ein gerechtes Ergebnis“, das hat der neue Kickers-Trainer Edgar Schmitt zum 1:1 gegen Emden gesagt. Nachdem er mit dem letzten Aufgebot antreten musste, rückt Markus Ortlieb wieder in den Kader.

Von Joachim Klumpp

Und plötzlich war er da – Mirnes Mesic lief ins Gazi-Stadion ein. Allerdings nicht auf den Rasen, sondern nur auf die Tribüne, von wo er mit seinem neuen Club Offenbach (gestern beim VfR Aalen) die Partie verfolgte. Vielleicht hätte der Wunschspieler der Stuttgarter Kickers ja in dieser 58. Minute für die Entscheidung gesorgt, die sein Ersatzmann Michael Schürg freistehend vergab, 2:0 hätte es geheißen, „und dann wäre es sehr schwer geworden“, das gab sauch Emdens Trainer Stefan Emmerling zu. So stand es am Ende 1:1, und hätte Schlussmann Salz nicht noch einen Strafstoß von Rauw pariert (dazu Text unten), wäre die Premiere des Trainers Edgar Schmitt gänzlich misslungen.

Es blieb schließlich bei einem nicht nur für Schmitt „gerechten Ergebnis“, mit einigen positiven Ansätzen, aber ohne die ganz große Aufbruchstimmung bei den Kickers. Das ließ sich schon an der Zuschauerzahl festmachen. 2970 Besucher bedeuteten Minusrekord in dieser Saison, obwohl die Vorzeichen günstig wie nie waren: neuer Trainer, der Überraschungzweite als Gegner und ein schöner Altweibersommertag. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte der Präsident Dirk Eichelbaum, „aber irgendwann schlägt eben durch, wenn man die ganze Zeit hinten rumspielt.“ Ob sich daran so schnell etwas ändert?

Wunderdinge konnte auch Schmitt in vier Tagen nicht vollbringen. „Natürlich ist er ein anderer Typ als Stefan Minkwitz“, sagt der Kapitän Alexander Rosen – ohne Wertung. „Er hat andere Vorstellungen und ein anderes System.“ 4-4-2 mit einer Raute, was vor allem Bashiru Gambo zugutekommt, der sich in der offensiven Rolle sichtlich wohlfühlt und nicht von ungefähr die Führung durch Schürg mit einem gewonnenen Kopfballduell vorbereitete. Mit wenigen Ausnahmen blieb die offensivere Ausrichtung bei den Kickers aber ohne durchschlagende Wirkung, auch weil Angelo Vaccaro weiter seiner Form hinterherläuft. Auf der anderen Seite wirkte die Abwehr erneut nicht so sattelfest wie in der vergangenen Rückrunde, obwohl drei von vier Positionen nicht verändert worden sind. „Das spielt auch die Angst mit“, sagt der Manager Joachim Cast.

Dass die Mannschaft in der Schlussphase Probleme bekommt, ist fast symptomatisch für die Saison. „Am Ende hat einfach die Kraft gefehlt“, sagte Schmitt – und führte das auf die junge Mannschaft zurück. Deren Altersschnitt wurde am Samstag noch zwangsläufig gesenkt. Durch etliche Ausfälle, so dass nur 17 Mann im Kader standen. Neben Janic, der bis zur Winterpause auszufallen droht, Schmiedel sowie Kettemann fehlten kurzfristig noch Tucci und Härter (beide Grippe). Während Orlando Smeekes nach Holland zum Physiotherapeuten seines Vertrauens gereist ist, um die Adduktorenverletzung behandeln zu lassen. Schmitt sagte dennoch: „Er wird in München nicht spielen, das wäre zu riskant.“ Dann fehlt zudem Marcus Mann wegen seiner fünften Gelben Karte.

Nicht zuletzt deshalb hat Schmitt gestern wieder Markus Ortlieb aus der zweiten Mannschaft in den Kader berufen. Der 27-Jährige ist zwar alles andere als ein Mesic-Ersatz, dafür aber defensiv vielseitig verwendbar. Was derzeit auch kein Nachteil sein muss.

Stuttgart: Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Landeka – Traut, Rosen, Gambo (73. Prediger), Reiß (88. Kovac) – Schürg, Vaccaro (75. Kacani).

Emden: Masuch – Sievers (90. Nägelein), Spahic, Rauw, El Hammouchi (67. Klasen) – Zedi, Pfingsten-Reddig – Unger, Moosmayer – Neitzel, Ramaj (72. Aidoo).

Stuttgarter Zeitung

Drei von vier gehalten
Nachgefragt bei Manuel Salz

Der Kickers-Torwart Manuel Salz hat gegen Emden bereits seinen dritten Elfmeter in dieser Saison gehalten. Joachim Klumpp hat sich mit ihm unterhalten.

Herr Salz, Sie haben in dieser Saison drei von vier Elfmetern gehalten. Verraten Sie doch mal Ihr Erfolgsgeheimnis?

Mit dem Torwarttrainer Dennis Rudel führen wir ganz genau Statistik, wer wie schießt. Und ein, zwei Tage vor dem Spiel schaue ich mir dann noch die letzten Schützen des Gegners auf Video an. Das hat sich bewährt.

Ihr Präsident hat – im Spaß – gesagt, „ich muss mal ein ernstes Wort mit dem Torwart reden, warum er den ersten Elfer reingelassen hat“?

Ich bin ja fast dran gewesen, aber der war einfach zu hart und platziert geschossen.

War es ein Vorteil, dass danach der gleiche Schütze angetreten ist?

Manchmal ist das eher ein Nachteil, weil man sich dann vielleicht etwas zu viel Gedanken macht. Aber ich habe mich ganz bewusst nochmals auf die gleiche Ecke konzentriert.

Sind Sie mit dem Punktgewinn letztendlich zufrieden?

Nein, eher enttäuscht. Aber wenn wir so weitermachen, reicht es in München zum ersten Dreier.

Sie waren bisher der große Rückhalt der Kickers, nicht nur bei den Elfmetern.

Wir arbeiten in jedem Training sehr hart, manchmal auch mit Extraschichten, und versuchen so, immer besser zu werden. Aber letztendlich ist die Spielpraxis das A und O.

Die Kickers haben jetzt bereits den dritten Trainer innerhalb eines Jahres, während der Torwarttrainer immer noch der gleiche ist. Ist das ein Vorteil für Sie?

Natürlich, weil wir auch schon in der vergangenen Saison gut zusammengearbeitet haben. Und inzwischen ist daraus sogar ein freundschaftliches Verhältnis geworden.

Stuttgarter Zeitung

Für Schmitt ist das Glas halb voll
Licht und Schatten bei Premiere des neuen Kickers-Trainers gegen Emden

Stuttgart – Zum Einstand des neuen Trainers Edgar Schmitt zeigten die Stuttgarter Kickers Licht und Schatten: Der Fußball-Drittligist trennte sich am Samstag im Gazistadion von den Kickers aus Emden 1:1 (0:0) – die Blauen hätten die Partie gewinnen, aber genauso gut verlieren können.

VON JÜRGEN KEMMNER

Als die Kickers-Fans aus dem Gazistadion schlenderten, wussten viele nicht, ob sie sich freuen oder ärgern sollten. Die einen stöhnten, weil auch im achten Anlauf der erste Sieg verpasst worden war. Die Kickers kleben am Tabellenende. Die anderen schauten zufrieden drein, weil die Blauen dem Zweiten ein Remis abgerungen hatten. Jeder hatte gute Gründe für seine Befindlichkeit, es war die Frage: Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? An einem Akteur lässt sich diese Ambivalenz exemplarisch darstellen: Michael Schürg. Die Optimisten sahen, dass der Stürmer das 1:0 im Stile eines Torjägers erzielte. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Damit verschaffte er sich und seinen Kollegen neues Selbstvertrauen. Die Pessimisten entgegneten: Schürg besaß noch zwei absolut hochkarätige Torchancen, doch der 23-Jährige versagte dabei. „Ich ärgere mich selbst wahnsinnig“, sagte er, „wenn ich das 2:0 mache, kommen wir nicht mehr in Bedrängnis und gewinnen.“

Nach dem 1:1 wiesen die Pessimisten auf die Qualität vieler Spieler und deren bedingte Drittliga-Tauglichkeit hin. Hätte Manuel Salz nicht den zweiten Elfer gehalten oder hätten sich die Emdener beim Kontern nicht zweimal dilettantisch angestellt, wäre der eine Punkt auch weg gewesen. Gegen Emden erfüllte nur Salz gehobene Ansprüche, die Führungsspieler Alexander Rosen und Gambo mühten sich vorbildlich, von Angelo Vaccaro war aber kaum was zu sehen. In der Summe ist das zu wenig. Die Schwarzseher bemerkten zudem, dass der neue Coach außer einer offensiveren Taktik keinen Aufwärtstrend bewirkt habe – im Vergleich zum Spiel in Erfurt (2:3) unter Ex-Coach Stefan Minkwitz gab“s keine Steigerung. Jedoch hat Schmitt erst fünf Einheiten geleitet und ist nicht als selbst ernannter Trainer-Messias nach Degerloch gekommen. „Wir werden uns sukzessive verbessern, die jungen Spieler brauchen Zeit zur Entwicklung“, versprach der 45-Jährige.

Die Fans mit der rosaroten Brille registrierten, dass sogar ein Sieg gegen den Aufstiegskandidaten möglich gewesen wäre, wenn Schürg schon Knipser-Qualitäten hätte. Und die Optimisten stellten zufrieden fest, dass die Blauen aggressiv sein und kämpfen können – und sie mitunter sehenswerte Spielzüge produzieren. Sollten die verletzten Orlando Smeekes (Muskelfaserriss), Jens Härter und Marco Tucci (beide Magen-Darm-Virus) wieder fit sein, erhält der Kader eine zusätzliche Stärkung.

Trainer Schmitt zählt erwartungsgemäß sich zu denen, die ein halb volles Glas vor sich sehen. „Emden ist Zweiter“, sagte er, „mit denen müssen wir uns im Kampf gegen den Abstieg nicht messen – bald kommen die Gegner, die für uns gemacht sind.“ Und dann wissen auch die Fans, ob die Kickers schon halb in der Regionalliga oder noch halb in der dritten Liga stehen.

Stuttgarter Nachrichten

Salz: Beim Elfmeter nicht viel nachdenken
Wenn er den Begriff Elfmeter-Killer hört, lächelt Manuel Salz verlegen. Dabei gibt es derzeit keinen deutschen Profi-Torhüter, der dieses Prädikat besser verdient. Der Kickers-Keeper hat drei von vier Strafstößen in dieser Saison abgewehrt, ohne seine Parade gegen Kickers Emden in der 81. Minute wären die Blauen wohl wieder leer ausgegangen. „Ich führe eine Statistik“, verrät der 23-Jährige, „und ich verlasse mich auf mein Körpergefühl, wenn der Schütze anläuft.“ Dabei war es eine verflixt komplizierte Aufgabe gegen den Emdener Bernd Rauw. Beim ersten Elfmeter gegen den Ostfriesen hatte Salz noch das Nachsehen, die richtige Ecke hatte er jedoch geahnt. Beim zweiten Elfer legte sich erneut Rauw die Kugel zurecht – und der Keeper dachte nach: Wählt er wieder dieselbe Ecke? Er tat es, Salz parierte. „Man darf nicht zu viel nachdenken“, verriet der Stuttgarter, „ich habe mich in diesem Fall auf mein Bauchgefühl verlassen.“ jük

Stuttgarter Nachrichten

Die Angst vor dem Gewinnen

Die Stuttgarter Kickers spielen beim Einstand des neuen Trainers Edgar Schmitt 1:1 gegen Kickers Emden

Stuttgart – Auch Edgar Schmitt kann keine Wunder vollbringen. Bei seinem Einstand auf der Trainerbank des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers holten seine neuen Schützlinge ein 1:1 (0:0) gegen Kickers Emden – und warten damit weiter auf den ersten Sieg in dieser Saison. „Ich bin zufrieden“, sagte Schmitt dennoch und setzt gelassen auf den Faktor Geduld.

Von Beate Wockenfuß

„Gegen eine Spitzenmannschaft einen Punkt zu holen, gibt Hoff-nung“, meinte der Coach und blick-te optimistisch nach vorne: „Irgend-wann kommen die Gegner, die für uns gemacht sind.“ Immerhin war mit Emden der auswärts ungeschlagene Tabellenzweite zu Gast, der sich in einer turbulenten Endphase fast noch den Sieg gesichert hätte. Michael Schürg hatte die „Blauen“ nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte mit seinem Kopfballtreffer in der 50. Minute in Führung gebracht – zum ersten Mal vor heimischem Publikum in der dritten Liga. Keine zehn Minuten später vergab der Stürmer aber fahrlässig die Riesenmöglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen und damit endgültig die Weichen auf den ersten Sieg zu stellen. Stattdessen erzielte Bernd Rauw (80.) mit einem umstrittenen Hand­elfmeter den Ausgleich und hatte vier Minuten später beim nächsten Elfmeter, den Benedikt Deigendesch durch ein ungestümes Foul verursacht hatte, den Siegtreffer auf dem Fuß. Doch diesen Strafstoß parierte der erneut starke Stuttgarter Torhüter Manuel Salz, der nun bereits drei Elfmeter in dieser Saison abgewehrt hat. Zwar rettete er damit das gerechte Remis, dennoch war seine Enttäuschung groß: „Das war fast wie eine Niederlage.“ Zu dieser wäre es auch gekommen, hätte Lawrence Aidoo gegen die zunehmend verunsicherten Gastgeber die letzte Chance des Spiels genutzt.Spätestens jetzt weiß Schmitt, auf welche Herausforderung er sich in Stuttgart eingelassen hat. Die Partie hat einmal mehr die Schwächen in Angriff und Abwehr offenbart, an denen die Mannschaft schon unter Stefan Minkwitz krankte. Auch wenn gleich sieben Spieler – darunter Hoffnungsträger Orlando Smeekes – verletzungsbedingt fehlten. Zwar lobte Schmitt, „dass die Jungs mit Kampf und Dynamik dagegengehalten haben“, aber das Spiel brachte ihm auch die Erkenntnis, wo er in den Trainingseinheiten ansetzen muss. „Am Ende hat die Kraft gefehlt, weil die jungen Leute körperlich noch nicht ganz auf der Höhe sind“, erklärte er, verwies aber sogleich auf das „große Glück“, in dieser Saison noch 30 Partien vor sich zu haben und ergänzte fast schon sorglos: „Wir werden uns steigern und irgendwann auch mal 90 Minuten super spielen.“ Während für Schmitt also die Physis das größte Manko war, suchte Kapitän Alexander Rosen die Ursachen eher in der Psyche. „Bis zum Tor haben wir ein gutes Spiel gemacht, was danach passiert ist, ist mir unerklärlich“, sagte der Mittelfeldspieler und machte ein neues Problem bei den „Blauen“ aus: „Vielleicht ist es ja die Angst vor dem Gewinnen.“

Eßlinger Zeitung

Bernd Rauw wurde nur zum halben Helden
Von EZ-Redakteur

HENNING WIETING

Stuttgart. Es passte am Samstagnachmittag so richtig ins Bild: Zuerst schmeckte BSV-Coach Stefan Emmerling das Spiel seiner Mannschaft bei den Stuttgarter Kickers über weite Strecken nicht so recht, und dann waren auch noch die lecker anmutenden Brezel im Presseraum pappig. Es gibt eben so Wochenenden, da geht nicht viel. „Da muss man als Trainer auch mal damit zufrieden sein, wenn es beim Tabellenletzten nur einen Punkt gibt“, konstatierte der Emder Chefcoach irgendwo zwischen der Erleichterung, nicht verloren zu haben und der Verärgertheit, beim sieglosen Schlusslicht am Ende zwei Punkte liegen gelassen zu haben.

Weil es der bunt zusammengewürfelte Haufen von Edgar Schmitt bei dessen Premiere als neuer Chefcoach nicht schaffte, als ebenbürtiger Gegner das wohl vorentscheidende 2:0 nachzulegen, blieb den Emder Kickers die Hoffnung auf einen Punkt bis zuletzt. Es war symp-tomatischerweise ein Handelfmeter von Bernd Rauw (79.) zum 1:1, der die Ostfriesen hoffnungsvoll ins Spiel zurückbrachte.

Emder Sturm blass

Vor den 2970 Zuschauern im GAZi-Stadion drohten die Emder noch endlos lange torlos weiter spielen zu können. Optisch überlegen mit dem planvolleren Offensivspiel, aber eben auch anfällig, wenn die Ordnung in dem Kampfspiel flöten ging. Ein Treffer aus dem Spiel heraus schien zum Auftakt der Cannstatter Wasen für Emden an dem schönen Spätsommernachmittag im Frühherbst unmöglich zu sein. Zu unglücklich und zu ungestüm agierten vor allem die Emder Spitzen Alban Ramaj und Enrico Neitzel vor des Gegners Tor, wenn sie denn mal brauchbare Bälle bekamen.

In den Momenten, wo Emden Gefahr hätte erzeugen können, wurden zu oft Bälle verstolpert, in die Hacken gespielt, nicht in die Vorwärtsbewegung mitgenommen oder einfach schlampig zum nächsten befördert – Aufwand und Ertrag stimmten nicht, obwohl die Chancen selbst für eine eigene Führung da waren.

Tor als Weckruf

Das klare Handspiel-Geschenk von Sascha Traut, den Jasmin Spahic nach einem der gefühlten 63 Emder Standardsituationen an den Arm köpfte, nahm Emden dankbar an. Rauw versenkte mit Gewalt. Das Stadion am Fuße des Stuttgarter Fernsehturms versprühte fortan eine Anti-Schiri-Stimmung. Es brüllte noch einmal „Kickers“. Ein Schlachtruf, den man auch in Emden versteht. Das Tor wirkte wie ein Weckruf für das bis dato zu oft recht langweilige und einfallslose Ballgeschiebe – auf beiden Seiten! Kickers Emden, das im Gegensatz zum Paderborn-Spiel den Spielaufbau meist schon in der Abwehr beginnen konnte, spielte ruhiger und durchdachter, was oft zu langsam wirkte. Stuttgarts Notelf wirkte mit dem agilen Gambo zielstrebiger, was allerdings zu oft zu überhastet aussah.

Vor dem überraschenden, aber verdienten Ausgleich der Emder Kickers hatte Emmerling längst auf halb volle Offensive umgestellt: „Wir wollten schon gar nicht als Tabellenzweiter die ersten sein, die gegen Stuttgart verlieren!“ Nach 67 Minuten kam Thomas Klasen für den wieder unglücklich agierenden Raschid El-Hammouchi. Klasen rückte ins linke Mittelfeld auf die Moosmayer-Position. „Moosi“ komplettierte wie schon gegen Paderborn die Vierer-Abwehrkette links. Fünf Minuten später durfte dann Lawrence Aidoo für Ramaj im Sturm ran.

Gastgeber kraftloser

Ob diese Maßnahmen letztlich ausschlaggebend dafür waren, dass der BSV die Partie noch komplett hätte drehen können, ist Spekulation, denn den Gastgebern schwanden zusehends die Kräfte. Zumindest holte Klasen den zweiten Elfmeter sehenswert heraus, weil Benedikt Deigendesch ihm den Gefallen tat, im Strafraum die Sense auszupacken. Elfmeter. Klare Sache. Rauw trat wieder an. Doch Emdens Kapitän Nummer zwei hatte beim zweiten Elfer das Pech, dass er diesmal den überragenden Stuttgarter, nämlich Keeper Manuel Salz, traf. Rauw: „Wäre er flach oder hoch gekommen, wär er drin gewesen.“

Punkteloch Degerloch

Fakt ist: Dieses Spiel hätte für den neutralen Betrachter kein anderes Ergebnis verdient gehabt als ein Unentschieden, obwohl beide Mannschaften hätten gewinnen können. Und so verließen 22 Spieler eher enttäuscht den Platz. Nur einer freute sich, Trainer Edgar Schmitt. Seine Taktik, Emden ständig zu beschäftigen, ging am Ende voll auf bei seiner Premiere. Nach der gezeigten Leistung seiner Elf ist klar: In Stuttgart-Degerloch werden noch andere Teams außer Kickers Emden Punkte lassen!

Emder Zeitung