Presse zu FCA Walldorf – Stuttgarter Kickers II (1:4)

Rundherum zufrieden war der Trainerkollege von den Stuttgarter Kickers II, Björn Hinck, nach dem 4:1-Sieg seiner Mannschaft in Walldorf. Doch ganz so deutlich, wie es das Ergebnis vermuten ließe, war es nicht. Nach einem Doppelpack von Mijo Tunjic (24./26.) führten die Kickers zur Pause mit 2:0. Als dann nach 54 Minuten auch noch der Walldorfer Phillip Ehning wegen einer Roten Karte vom Feld musste, schien die Partie gelaufen. Doch nach dem schnellen Anschlusstreffer der Gastgeber (56.) wurde es noch einmal spannend, ehe die Stuttgarter Michele Rizzi (88.) und Maikel Boric (91.) den Sieg sicherten. „Nach der Roten Karte haben wir angefangen, unsere Führung zu verwalten. Das können wir einfach nicht“, sagte der Kickers-Trainer Björn Hinck, der die Drittligaspieler Härter, Schürg und Reiß im Team hatte.

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – Rot-Weiß Erfurt

Ein Dämpfer zur rechten Zeit?
Die Kickers-Niederlage gegen Erfurt zeigt, dass der Klassenverbleib kein Selbstläufer wird

STUTTGART. Nach dem 1:2 gegen Erfurt in der dritten Liga scheiden sich die Geister bei den Stuttgarter Kickers vor allem an Orlando Smeekes. „Bei ihm wechseln Licht und Schatten“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast.

Von Joachim Klumpp

Bundesweit gedachten am Wochenende alle Fußballclubs bis zur Oberliga der Opfer des Amoklaufs von Winnenden. Doch bei keiner Partie war die Anteilnahme so omnipräsent wie bei der zwischen den Stuttgarter Kickers und Rot-Weiß Erfurt. Es war fast schon Ironie des Schicksals, dass hier die beiden Vereine aufeinandertrafen, die von Schulmassakern am nächsten betroffen waren: in Winnenden und vor sieben Jahren in Erfurt.

In den 90 folgenden Minuten galt der Blick dann wieder dem Fußball, auch wenn der aus Sicht der Kickers durch die Heimniederlage zusätzlich getrübt wurde. Denn nach zuletzt zwei Siegen bestand berechtigte Hoffnung, dass die Mannschaft mit weiteren Punkten endlich mal wieder die rote Laterne abgeben könnte. Doch daraus wurde nichts, obwohl die Weichen gestellt schienen. Denn zunächst einmal profitierten die Kickers bei ihrer Führung von einem Torwartfehler Orlishausens und kurz vor der Pause noch von einer rüden Attacke Pesolats gegen Parmak, die glatt mit Rot bestraft wurde, so dass selbst Erfurts Trainer Karsten Baumann zugeben musste: „Berechtigt“. Doch weder aus der vermeintlichen Unsicherheit des Schlussmannes noch der numerischen Überlegenheit konnten die Kickers Kapital schlagen. Im Gegenteil: durch einen individuellen Fehler von Steinle hieß es 1:2, nach 52 Minuten und am Ende. Ein Rückschlag – zur rechten Zeit? Der Trainer Edgar Schmitt gibt sich gelassen: „Es werden Vereine unten reinkommen, die noch gar nicht daran denken.“

Dass Orlando Smeekes nach dem Schlusspfiff vor 3690 Zuschauern mit sich und der Welt haderte, hatte seinen Grund. Denn der Niederländer offenbarte wieder einmal seine zwei Gesichter. „Licht und Schatten“, so der Manager Joachim Cast, wobei Letzteres diesmal überwog. In seinem Übereifer provozierte er unnötige Zweikämpfe, so dass am Ende ein möglicher Elfmeterpfiff ausblieb, doch nicht nur das ärgerte Schmitt: „Man kann auch mal schießen.“ Das tat er danach, am Tor vorbei. Der Kapitän Alexander Rosen monierte nach dem Schlusspfiff: „Vielleicht hätten wir in Überzahl noch mehr Druck entwickeln müssen.“ Und vor allem früher.

Denn zwei Dinge müssen sich die Kickers bei allem Eifer schon vorwerfen lassen. Zunächst einmal versäumten sie es, von Beginn an zu zeigen, wer Herr im Hause ist, so dass die Erfurter ihr gefälliges Spiel aufziehen konnten und vor der Pause dominant waren. Zum Zweiten, dass nach der Führung der Gäste fast eine halbe Stunde lang nicht allzu viel passierte, jedenfalls nichts Zwingendes, nichts Durchdachtes. „Das Powerplay war manchmal etwas ungeordnet“, sagte Schmitt dazu, „und dann vergibt man Chancen.“

Marco Tucci zuletzt, davor auch Landeka – und natürlich Smeekes. Wobei sich speziell am Holländer (Motto: „Warum einfach, wenn“s auch kompliziert geht“) die Geister schieden. Was schon mit seiner taktischen Rolle begann. Als Sturmspitze scheint er irgendwie fehl am Platze, weil er dort seine Schnelligkeit nicht so ausspielen kann, beziehungsweise permanent ins Verderben, sprich Abseits rennt. Andererseits ist es sicher kein Zufall, das der „Paradiesvogel“ (Cast) an den drei Treffern in dieser Woche beteiligt war, wobei er die allesamt über die Flügel eingeleitet hat, das ist sein Terrain, wo er sich am wohlsten fühlt, nachdem ihm der Trainer in puncto Einstellung in der Winterpause schon die Leviten gelesen hat.

Bleibt abzuwarten, was in den nächsten Spielen – schon morgen in Sandhausen – überwiegt: Genie oder Wahnsinn. Denn in den kann Smeekes jeden Trainer treiben.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Traub, Mann, Gentner (62. Köpf) – Deigendesch (57. Tucci), Rosen – Traut, Parmak (65. Gambo), Landeka – Smeekes.

Erfurt: Orlishausen – Stenzel, Pohl, Loose, Schnetzler – Hauswald (73. Wolf), Peßolat, Rockenbach, Semmer (86. Carolus) – Pagenburg (46. Pinske), Cannizzaro.

Schiedsrichter: Christian Leicher (Weihmichl).

Tore: 1:0 Deigendesch (34.), 1:1 Pagenburg (43.), 1:2 Semmer (51.).

Rote Karte: Peßolat wegen groben Foulspiels (45.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers fehlt ein Knipser
Gegen Erfurt werden viele Torchancen vergeben – Bundesligisten an Salz dran

Stuttgart – Sie spielten mit heißem Herzen. Doch am Ende fehlte der kühle Kopf. Trotz vieler Torchancen und einem Mann mehr auf dem Platz verloren die Stuttgarter Kickers gegen RW Erfurt mit 1:2. Ein Rückschlag, aber noch lange nicht der Untergang im Kampf gegen den Abstieg.

VON JÜRGEN FREY

Joachim Cast gilt nicht gerade als Hitzkopf. Der Kickers-Manager wird in der Branche als ruhiger und sachlicher Vertreter geschätzt. In der Schlussphase des Drittligaspiels gegen Erfurt aber platzten die Emotionen aus ihm heraus. Er unterzog das Dach über der Trainerbank einem intensiven Materialtest. Nach jeder vergebenen Möglichkeit donnerte der 41-Jährige dagegen. „Es ist doch zum Verrücktwerden, wir haben nach dem 1:2-Rückstand 1000 Chancen und machen keine rein“, ärgerte sich Cast.

1000 waren es nicht, aber zumindest fünf glasklare Möglichkeiten versiebten Josip Landeka, Simon Köpf, Marco Tucci und zweimal Orlando Smeekes, der zudem noch elfmeterreif von den Beinen geholt wurde. Vor dem Tor versagten den leidenschaftlich kämpfenden Blauen die Nerven. Was zu der nüchternen Erkenntnis führt: Dem Team fehlt ein Torjäger, ein Knipser, der auch mal aus keiner Chance einen Treffer macht.

Smeekes ist pfeilschnell, ein guter Vorbereiter, doch ein Gerd Müller wird aus ihm garantiert nicht mehr. Große Alternativen nach dem Abgang von Angelo Vaccaro haben sich bisher nicht aufgedrängt. Marco Tucci und Danny Galm müssen stärker die Ellbogen ausfahren – ihnen fehlt die körperliche Robustheit. Die hat Sokol Kacani zwar, aber die Klasse für die dritte Liga blieb er in seinen Kurzeinsätzen bisher schuldig. Bleibt noch Michael Schürg. Er erarbeitete sich in der Hinrunde viele Chancen, zeigte vor dem Tor aber auch Nerven. Nach seinen Achillessehnenproblemen in der Vorbereitung sucht der 24-Jährige jetzt wieder den Anschluss ans Team.

Was Trainer Edgar Schmitt zu der Problematik sagt? „Natürlich müssen wir vor dem Tor cleverer werden“, beklagt er das Unvermögen im Strafraum, doch gleichzeitig nimmt er die Spieler auch in Schutz: „Wenn wir nicht so ungeordnet anrennen, tun sich die Angreifer auch leichter.“

Das soll schon morgen (19 Uhr) im Nachholspiel beim SV Sandhausen besser werden. Mustafa Parmak (verstauchter Knöchel am Sprunggelenk) wird auf der Bank sitzen, für ihn beginnt Bashiru Gambo. „Mund abputzen und weitermachen“, gibt Kapitän Alexander Rosen als Motto aus. Auch Manager Cast dürfte sich wieder abreagiert haben – und die nicht ganz leichten Planungen für die kommende Runde vorantreiben. Immer wahrscheinlicher wird der Abgang von Torwart Manuel Salz. „Er wird kaum zu halten sein“, sagt sein Berater Ronny Zeller und spricht von mehreren Anfragen, darunter auch zwei aus der Bundesliga. Es sieht so aus, als hätten die Blauen bald nicht mehr nur das Problem des fehlenden Knipsers.

Neue Spieltermine: Union Berlin – Kickers (12. April, 14 Uhr), Kickers – Jahn Regensburg (15. April, 19 Uhr/Gazistadion).

Stuttgarter Nachrichten

Ganz schnell abhaken

Die Stuttgarter Kickers verlieren durch die 1:2-Niederlage gegen Rot-Weiß Erfurt wieder an Boden im Abstiegskampf

Stuttgart – Aufwärtstrend gestoppt: Die Stuttgarter Kickers haben die Chance verpasst, den letzten Tabellenplatz zu verlassen. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge, die im Abstiegskampf Mut machten, erlitt der Fußball-Drittligist beim 1:2 (1:1) gegen den FC Rot-Weiß Erfurt einen herben Rückschlag. Durch die Heimniederlage vergrößerte sich der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze wieder auf fünf Punkte.

Von Beate Wockenfuß

Die Tristesse unterm Fernsehturm ist schneller zurück als befürchtet. Während die Erfurter Fans ihr Team, das 45 Minuten in Unterzahl spielte und die Partie trotzdem drehte, feierten, lagen die „Blauen“ deprimiert und erschöpft auf dem Rasen. Kickers-Trainer Edgar Schmitt raste fauchend in die Kabine, Verteidiger Torsten Traub stapfte ebenso wütend hinterher – und der glücklose Stürmer Orlando Smeekes brüllte seinen Frust in den Katakomben heraus. „Wir hatten in der zweiten Hälfte Chancen für zwei Spiele“, resümierte Kapitän Alexander Rosen nach dem erfolglosen Powerplay der leidenschaftlich kämpfenden Hausherren enttäuscht. „Wenn man so aus der Unordnung spielt, dann vergibt man eben auch große Chancen“, ärgerte sich Coach Schmitt und ergänzte frustriert: „Vielleicht war auch ein bisschen Unvermögen dabei.“Benedikt Deigendesch hatte die Kickers in der 34. Minute in Führung gebracht und dabei von einem Fehler des Erfurter Torhüters Dirk Orlishausen profitiert, der den Ball fallen gelassen hatte. Chhunly Pagenburg glich vor der Pause zum 1:1 (43.) aus. Dass Matthias Peßolat kurz danach wegen eines groben Fouls an Mustafa Parmak Rot (45.+1) sah, ließ die Hoffnungen der Kickers auf den dritten Sieg in Folge wachsen. Doch daraus wurde nichts. Nach einem Fehler des ansonsten guten Rechtsverteidigers Moritz Steinle gelang Tino Semmer das 2:1 (51.). Danach zog sich Erfurt zurück – und sowohl Smeekes (54., 89.) als auch Marco Tucci (59., 81.), Josip Landeka (64.) und Simon Köpf (74.) vergaben kläglich. „Die Niederlage ist ärgerlich, aber wir müssen sie jetzt ganz schnell abhaken“, forderte Rosen. Viel Zeit zum Nachtrauern bleibt den Kickers sowieso nicht. Bereits morgen (19 Uhr) treten sie zum Nachholspiel beim SV Sandhausen an. Schmitt blickt weiter optimistisch gen Klassenverbleib. „Wir werden es schaffen. Die Jungs sind da, sie können jeden Gegner schlagen“, betont er und ist sich sicher: „Da wird noch sehr viel passieren. Wir werden Vereine einholen, die noch gar nicht damit rechnen.“

Statistik
Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner (62. Köpf) – Deigendesch (57. Tucci), Rosen – Traut, Parmak (65. Gambo), Landeka – Smeekes.

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen – Stenzel, Pohl, Loose, Schnetzler – Hauswald (73. Wolf), Peßolat, Rockenbach, Semmer (86. Carolus) – Pagenburg (46. Pinske), Cannizzaro.

Schiedsrichter: Leicher (Weihmichl).

Zuschauer: 3690.

Tore: 1:0 Deigendesch (34.), 1:1 Pagenburg (43.), 1:2 Semmer (51.).

Gelbe Karten: Gambo / Schnetzler, Semmer, Hauswald, Rockenbach.
Rote Karte: – / Peßolat (45.+1/grobes Foulspiel).
Beste Spieler: Salz, Rosen / Rockenbach, Semmer.

Eßlinger Zeitung

Peßolat sieht den Roten Karton
Engagierte Erfurter siegen in Unterzahl
Rot-Weiß Erfurt gelang es trotz der 1:0-Führung der Kickers und der Roten Karte von Peßloat, drei Punkte aus Stuttgart mit nach Hause zu nehmen. Eine gute Moral und die Treffer von Pagenburg und Semmer besorgten den Auswärtssieg.

Trotz des 2:1-Erfolges gegen Unterhaching änderte Kickers-Coach Edgar Schmitt seine Startformation auf vier Positionen: Deigendesch, Gentner, Traut und Parmak ersetzten Köpf, Ortlieb, Galm und Gambo.

Auch Rot-Weiß Erfurts Trainer Karsten Baumann sah nach dem enttäuschenden 1:4 gegen Paderborn Handlungsbedarf und ließ für Möckel und Cinaz Loose und Peßolat von Beginn an auflaufen.

Sowohl die Kickers als auch die Erfurter starteten engagiert in die erste Hälfte dieser Partie und begannen früh, Druck auf den Gegner aufzubauen. Die Spielanteile waren ausgeglichen, eine klare Dominanz einer der beiden Teams nicht abzusehen, ehe die Schmitt-Elf nach einer halben Stunde einen Gang höher schaltete. Die Bemühungen der Stuttgarter wurden prompt belohnt: Die Flanke von Smeekes konnte Orlishausen erst noch abwehren, doch Deigendesch traf im Nachschuss zum 1:0 (34.). Die Erfurter zeigten sich von diesem Gegentor jedoch unbeeindruckt und spielten munter nach vorne und erzielten noch vor dem Pausenpfiff durch den Ex-Nürnberger Pagenburg den Ausgleichstreffer (43.). Doch dann gab es noch einen Aufreger von Seiten der Rot-Weißen, als Peßolat nach grobem Foulspiel an Parmak die Rote Karte sah (45.+2). Nun musste die Baumann-Elf eine komplette Halbzeit in Unterzahl auskommen.

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einer Überraschung: Die dezimierten Erfurter begannen trotz Unterzahl offensiv und schienen sich mit einem Punkt nicht zufrieden geben zu wollen und waren in ihrem Bemühen rasch erfolgreich. In der 52. Spielminute überwand Semmer nach einem Alleingang Kickers-Keeper Salz zum 2:1 und drehte die Partie. Die Kickers waren nicht in der Lage, Kapital aus der zahlenmäßigen Überlegenheit zu schlagen. Die verbliebenen zehn Erfurter kämpften um die drei Punkte und ließen wenige Möglichkeiten für den Stuttgarter Ausgleich zu. Somit gewannen die Gäste nach guter moralischer und spielerischer Leistung verdient mit 2:1.

Die Stuttgarter Kickers müssen am kommenden Dienstag in Sandhausen ran und Erfurt erwartet mittwochs den VfR Aalen.

Kicker

Kickers II siegen in Walldorf

Das U23 Team der Stuttgarter Kickers gewintn bei Astoria Walldorf mit 4:1. Mijo Tunjic konnte die Blauen durch einen Doppelschlag (24. und 26. Spielminute) auf die Siegesstraße führen. Nach einem Platzverweis für die Hausherren kamen diese in der 56. Minute zum Anschlußtreffer. Kurz vor Ende der Begegnung konnte Michelle Rizzi den Dreier perfekt machen. In der Nachspielzeit setzte Maikel Boric sogar noch einen drauf.

Durch diesen Sieg haben sich die Kickers im Mittelfeld der Tabelle festgesetzt. Der Vorsprung vor den Abstiegsrängen beträgt nach 19 Spielen neun Punkte. Am kommenden Sonntag erwarten die Kickers den Bahlinger SC.

Vorberichte Stuttgarter Kickers – Rot-Weiß Erfurt

Kickers empfangen RW Erfurt

Mann und Gambo sind im Kader
STUTTGART (ump). In der dritten Fußballliga geht es nach den vielen Spielausfällen nun Schlag auf Schlag. Das muss kein Nachteil sein, wenn man einen guten Lauf hat – wie die Stuttgarter Kickers. Die Mannschaft des Trainers Edgar Schmitt hat nach zuletzt zwei Siegen heute (14 Uhr) zu Hause gegen Rot-Weiß Erfurt die große Chance, die rote Laterne abzugeben. Doch der Trainer Edgar Schmitt warnt davor, dies als Selbstläufer zu betrachten. „Die Mannschaft kommt über Kraft und Einsatz, da wird es bei der Beanspruchung auch Rückschläge geben.“ Andererseits setzen die Kickers im Abstiegskampf auf ihren vergleichsweise großen Kader, der immer mal wieder Rotationen erlaubt. So wird Sascha Traut nach seiner Gelbsperre wohl ebenso wieder in die Mannschaft rücken wie die zuletzt nur eingewechselten Benedikt Deigendesch und Thomas Gentner; die am Mittwoch verletzt ausgeschiedenen Bashiru Gambo und Marcus Mann zählen zwar wieder zum Kader, werden aber möglicherweise zunächst einmal geschont.

Stuttgarter Zeitung

Kickers gegen Erfurt in Bestbesetzung

Stuttgart (kli) – Tabellen-Schlusslicht Stuttgarter Kickers will im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt an diesem Samstag (14 Uhr) seine Aufholjagd fortsetzen und mit dem dritten Sieg in Folge den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen weiter verkürzen. In der Partie gegen Erfurt kann der Fußball-Drittligist personell aus dem Vollen schöpfen. Die im Nachholspiel gegen Unterhaching (2:1) am Mittwoch ausgewechselten Bashiru Gambo (Muskelverletzung im Adduktorenbereich) und Marcus Mann (Gehirnerschütterung) sind wieder fit. Ob Trainer Edgar Schmitt sie erneut in der Startelf aufstellt, ist offen. „Eigentlich ist Marcus Mann gesetzt, aber es kann gut sein, dass ich ein bisschen rotiere“, sagt Schmitt. Die Alternative: Für Mann könnte Markus Ortlieb in die Abwehrkette rücken. Auf dessen Position im defensiven Mittelfeld käme dann Benedikt Deigendesch zum Einsatz. Anstelle von Spielmacher Gambo steht wohl Mustafa Parmak erstmals in der Startformation.

Stuttgarter Nachrichten

Hält die Siegesserie heute gegen Erfurt? Kickers im Dauerstress
Von KLAUS HENRICH

Die Stuttgarter Kickers und ihre Aufholjagd in der 3. Liga. Nach zwei Siegen in Folge wollen die Blauen heute gegen Erfurt (14 Uhr, Gazi-Stadion) nachlegen und möglichst die rote Laterne endlich abgeben.

Stuttgarter Kickers: Kickers im Dauerstress
Trainer Edgar Schmitt: „Unser Selbstvertrauen ist riesig, die Spieler haben wieder Freude, die Moral ist intakt.“ Aber der Coach weiß auch, dass der Dauerstress der vielen englischen Wochen (durch die wetterbedingten Absagen) eine riesige Herausforderung ist.

Sieben Spiele in 24 Tagen stehen auf dem Programm. Bereits Dienstag geht‘s in Sandhausen weiter.

Euro-Eddys Zauberformel gegen den Stress heißt Rotation.

Zum Glück haben die Blauen einen großen Kader. Schmitt: „Als ich im Oktober anfing, hatten wir gerade elf gesunde Spieler im Training, jetzt sind es 28.“ Die kann der Coach gut gebrauchen.

Auch heute wird es wieder eine neue Startformation geben. Wie es aussieht, werden Sascha Traut und Thomas Gentner ins Team rücken. Orlando Smeekes ist gesetzt. Der fliegende Holländer, der beide Vorlagen zu den Treffern gegen Haching gab, soll die Blauen zum Sieg führen.

BILD

Die Presse läutet die Aufholjagd der Kickers ein und sieht Parallelen zum Vorjahr

Folgt die nächste Aufholjagd?
Kickers: Parallelen zum Vorjahr

STUTTGART. So schnell kann es gehen: Vor fünf Tagen hatten die Kickers in der dritten Fußballliga neun Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz, jetzt sind es nur noch vier. Die Situation erinnert ein wenig an das Vorjahr.

Von Joachim Klumpp

Das höchste Lob kam aus dem Munde des gegnerischen Trainers. „Wenn man die Mannschaft von Stuttgart gesehen hat, glaubt man nicht, dass die am Tabellenende steht“, sagte Ralph Hasenhüttl von der Spvgg Unterhaching nach der 1:2-Niederlage, „sie hat ein starkes Spiel gemacht.“ Wer hätte das nach dem bescheidenden Auftritt und der 0:2-Niederlage vor fünf Wochen in Düsseldorf gedacht. Wohl kaum jemand.

Parallelen zum Vorjahr sind erkennbar, als die Kickers nach dem 0:1 gegen Bayern München II fast schon abgeschrieben waren – und anschließend von 13 Spielen nur noch zwei verloren haben. Damals ging es um die Qualifikation zur dritten Liga, jetzt geht es um den Klassenverbleib. Neun Punkte betrug der Rückstand zum rettenden 16. Platz vor fünf Tagen, nun sind es nur noch vier.

Das nennt man wohl Déjà-vu. „Das erinnert mich schon ein wenig an das letzte Jahr“, sagt der Kapitän Alexander Rosen. „Auch jetzt ist ein deutlicher Unterschied zur Vorrunde erkennbar.“ In der Tat: vor allem nach gut einer Stunde haben die Kickers am Mittwoch noch einmal zugelegt. „Da sieht man, was ein fittes Team ausmacht“, sagt der Trainer Edgar Schmitt. Die Spieler haben in den vergangenen Wochen zwar nicht selten gestöhnt, doch die Arbeit scheint sich auszuzahlen. „Durch die vielen Spielausfälle hatten wir praktisch eine zweite Vorbereitungphase“, sagt Schmitt. Inklusive des Trainingslagers am Gardasee, an dem sich die Spieler finanziell beteiligt haben. „Für diesen Aufwand sind wir jetzt endlich belohnt worden“, betont der Siegtorschütze Josip Landeka.

Nicht nur dafür. Auch die Verstärkungen zahlen sich aus. Im Vorjahr hat Alexander Rosen, aber auch Ferhat Cerci, zum Aufschwung beigetragen. Diesmal haben die Kickers sogar mehr getan, als zunächst geplant war. Fünf Neue kamen, nur einer (Angelo Vaccaro) ging. Das steigert zunächst die Quantität und damit auch den Konkurrenzkampf, dem am Mittwoch zum Beispiel der ehemalige Kapitän Jens Härter zum Opfer fiel, der nur auf der Tribüne saß. Oder der Stürmer Marco Tucci, der nicht einmal als Joker zum Zuge kam, was mit den verletzungsbedingten Auswechslungen von Bashiru Gambo und dem Innenverteidiger Marcus Mann zu tun hatte, deren Einsatz am Samstag gefährdet ist. Also wird gegen Erfurt weiter rotiert: Benedikt Deigendesch und Thomas Gentner sollen in die Startelf rücken.

Die 29 Mann im Kader steigern aber auch die Qualität. So hat Schmitts Wunschspieler Torsten Traub der Abwehr mehr Stabilität verliehen, Simon Köpf eben Härter verdrängt. Danny Galm hat sicher noch mehr Potenzial, während Mustafa Parmaks Stärken in Degerloch bekannt sind. Die zeigte er eindrucksvoll nach seiner Einwechslung: Er entwickelte Druck und Torgefahr. „Ich habe das Beste daraus gemacht“, sagt der Spieler, dem nur noch die Fitness für 90 Minuten fehlt.

Ganz im Gegensatz zu Orlando Smeekes, der förmlich aufblüht und nicht von ungefähr beide Treffer mustergültig vorbereitet hat. Der Niederländer, der in der Winterpause noch Abwanderungsgedanken hegte, entwickelt sich – nach eindringlichen Appellen des Trainers – zu einem uneigennützigen Spieler. „Der Charakter der Mannschaft stimmt einfach“, sagt der Kapitän Alexander Rosen.

„Und wir haben auch das Glück, das in der Vorrunde oft gefehlt hat“, sagt der Manager Joachim Cast. Zum Beispiel, als der Schiedsrichter einen Treffer von Anton Fink wegen vermeintlichen Handspiels nicht anerkannte. Doch wie fügte Cast hinzu: „Glück hat nur der Tüchtige.“ Und tüchtig sind die Kickers. „Wir haben in diesem Jahr nur sieben freie Tage gehabt“, sagt Schmitt. Der achte kündigt sich an. Am Sonntag, unabhängig vom Ausgang des Spiels gegen Erfurt.

Stuttgarter Zeitung

Jetzt nicht lockerlassen
Bei den Kickers deuten sich erste Parallelen zur Aufholjagd 2009 an

Stuttgart – Zwei Siege in Folge machen es möglich: Für Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist das rettende Ufer wieder in Sichtweite. Erinnerungen an die Aufholjagd in der vergangenen Saison werden wach. Kapitän Alexander Rosen gibt das Motto vor: „Jetzt bloß nicht lockerlassen.“

VON JÜRGEN FREY

Bei Niederlagen steht der Präsident schon mal alleine da. Doch nach Siegen ist es Tradition, dass nach dem Abpfiff die Präsidium- und Aufsichtsratsmitglieder von der Tribüne runter an den Spielfeldrand kommen. Nach dem 2:1 gegen Unterhaching waren es besonders viele – und Schatzmeister Friedrich Kummer konnte das Glück kaum fassen. „Zwei Siege in Folge – ich glaube es nicht“, sagte er erleichtert. Die Kickers mischen wieder mit. Statt neun Punkten Rückstand vor dem 2:0 in Aue sind es jetzt nur noch vier. Vor dem Spiel am Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen Rot-Weiß Erfurt deuten sich erste Parallelen zum Vorjahr an:

Die Fitness: Wie vor einem Jahr Stefan Minkwitz konnte auch sein Nachfolger Edgar Schmitt erst in der Winterpause die Mannschaft nach seinen Vorstellungen entscheidend prägen. Auffallend: Bei der Aufholjagd zur Drittliga-Qualifikation hatten die Kickers ihre Gegner teilweise in Grund und Boden gerannt. Und auch jetzt, in Aue und gegen Unterhaching, konnten die Blauen am Ende zulegen. Die Spieler präsentierten sich spritzig und topfit. „Vor allem die vierwöchige Pause nach dem 0:2 in Düsseldorf kam uns sehr entgegen“, sagt Rosen.

Die Psyche: Wie in der Saison 2007/08 war auch diesmal bei den Blauen schnell in den Köpfen drin, dass nichts anderes zählt als das sportliche Überleben. Die aktuellen Mitkonkurrenten wie Carl Zeiss Jena oder der VfR Aalen hatten ganz andere Ziele. Im Kampf gegen den Abstieg nun den Schalter umzulegen, dürfte für diese Teams nicht einfach werden. Hinzu kommt: Bei den Blauen wächst mit jedem Sieg das Selbstvertrauen. Und Rosen ist sich sicher: „Die Rolle des Jägers ist bisweilen einfacher und kann für uns wieder zum Vorteil werden.“

Die Atmosphäre: Auf dem Spielfeld präsentiert sich das Team als kompakte und kampfstarke Einheit. Die Spieler zeigen großen Siegeswillen. Folge: Beim leidenschaftlichen Auftritt gegen Unterhaching sprang der Funke aufs Publikum über. Rosen: „Keiner in der Mannschaft kocht sein eigenes Süppchen, der Teamgeist ist spürbar, das honorieren die Zuschauer.“

Die Alternativen: Vergangenes Jahr war Rosen im Winter dazugekommen und entwickelte sich zur Leitfigur. Jetzt bekam er mit Routinier Torsten Traub Verstärkung. Auch die anderen Neuen sorgen dafür, dass der Konkurrenzkampf das Geschäft bei den Blauen belebt. Rosen: „Wir können nun auch von der Bank Qualität nachlegen.“ Getreu dem Motto: Bloß nicht lockerlassen.

Stuttgarter Nachrichten

Am Samstag in Walldorf

Erst ein Spiel konnte die U23-Mannschaft der Stuttgarter Kickers in diesem Jahr bestreiten und nach der unglücklichen 1:2-Niederlage beim VfR Mannheim, steht am kommenden Samstag die zweite Partie des Jahres 2009 auf dem Programm. Gegner ist der FC Astoria Walldorf, Anpfiff ist um 15.00 Uhr im Astoria Stadion.

Auch die Badener mussten am letzten Wochenende pausieren, das Spiel gegen Au/Iller musste aufgrund des schlechten Wetters genauso abgesagt werden, wie das Spiel der Kickers gegen Durlach. Die Walldorfer nutzen den Ausfall, um gegen den Verbandsligisten FC 07 Heidelsheim zu testen und kamen dabei zu einem klaren 4:1-Sieg.

Zweimal im Kader der ersten Mannschaft, Luis Rodrigues

Nach den Ergebnissen der letzten beiden Spieltage ist die Abstiegszone für die „kleinen“ Blauen wieder näher gerückt. „Das kann noch ganz schön eng werden in dieser Saison“, meint Kickers-Trainer Björn Hinck. Sechs seiner Spieler trainieren momentan in der ersten Mannschaft, zuletzt auch Luis Rodrigues, der den verletzten Benjamin Huber ersetzte.

Dazu kommen die beiden A-Juniorenspieler Patrick Auracher und Fabio Leutenecker , die wieder in den Kader der U19 rückten, um das Unternehmen Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga zu unterstützen. Dort kam am vergangenen Wochenende auch Sandro Abruscia zum Einsatz. Die Kickers-U19 gewann übrigens mit 2:0 beim Nachwuchs des FC Astoria Walldorf.

Mit 22 Punkten belegen die Kickers derzeit den 12. Tabellenplatz, drei Punkte vor dem Viertletzten VfR Mannheim, der sich durch zwei Siege in Folge aus dem Tabellenkeller herausarbeitet.

Offizielle Homepage

Vorberichte Stuttgarter Kickers – SpVgg Unterhaching

Kickers erwarten Unterhaching

Smeekes spielt
STUTTGART (StZ). Dass den Stuttgarter Kickers heute (19 Uhr) im Nachholspiel gegen die SpVgg Unterhaching Sascha Traut wegen der fünften Gelben Karte fehlt, ist für den Trainer Edgar Schmitt kein Beinbruch. „Angesichts der bevorstehenden englischen Wochen wird es sowieso die eine oder andere Rotation geben“, sagt der Trainer des Fußball-Drittligisten. Gerade Traut hätte wegen des Trainingsrückstandes kaum alle drei Partien in dieser Woche durchspielen können.

An seinem System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und einem offensiven (Bashiru Gambo) sowie drei Stürmern will Schmitt aber festhalten. So ist davon auszugehen, dass die zuletzt gesperrten Alexander Rosen und Orlando Smeekes wieder in die Startformation rücken. Offen ist die Position des Mittelstürmers. Es bieten sich Sokol Kacani, Marco Tucci und Danny Galm an.

Der Gegner aus Unterhaching muss seine Aufstiegsambitionen nach zuletzt zwei Niederlagen fast schon abschreiben, weshalb der Wintereinkauf Francisco Copado nach dem Spiel in Sandhausen gesagt hat: „Wir haben gespielt wie Mädchen.“ Daraufhin konterte der Kickers-Manager Joachim Cast: „Das können sie gerne noch einmal machen.“

Stuttgarter Zeitung

Der ewige Azubi mit dem Torriecher
Kickers-Stürmer Tucci: Unauffällig, aber effektiv

Stuttgart – Ohne seinen Torriecher hätten die Stuttgarter Kickers den Sprung in die dritte Liga nicht geschafft. Nun möchte Marco Tucci erneut zur Aufholjagd der Blauen beitragen – auch heute (19 Uhr) im Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching.

VON JÜRGEN FREY

In dieser Jubelpose steckte unheimlich viel Genugtuung. Marco Tucci saß mit ausgestreckten Beinen auf dem Rasen des Erzgebirgsstadions und riss die Arme weit nach oben. Er strahlte und blickte sich um nach seinen Mitspielern. Dann kamen sie aus allen Richtungen auf ihn zugestürmt, um ihm zu gratulieren. Soeben hatte er nach einem Konter das 2:0 der Blauen in Aue erzielt. Es war sein erster Saisontreffer. Und damit machte der 23-Jährige den ersten Auswärtssieg der Kickers perfekt. „Er hat bewiesen, dass er einen sehr guten Torinstinkt hat“, lobte ihn Trainer Edgar Schmitt.

Nach der Pause hatte der Kickers-Coach den quirligen Joker für Sokol Kacani gebracht. Chance bekommen – Chance genutzt. Doch deshalb steht noch lange nicht fest, dass Tucci am heutigen Mittwoch gegen Unterhaching von Beginn an zum Einsatz kommen wird. „Ich weiß es nicht, ich weiß es wirklich noch nicht“, sagte Schmitt gestern, der eine andere Personalie dagegen entschieden hat: Der ehemalige Kapitän Jens Härter wird heute nicht im Kader stehen. „Er kann sich aber wieder zurückkämpfen“, erklärte Schmitt.

Härter gehört zu ruhigen Vertretern seiner Zunft. Genauso wie Tucci. Endlich seinen ersten Einsatz von Beginn an in dieser Saison zu fordern, käme dem zurückhaltenden Halbitaliener (die Mutter ist Deutsche, der Vater kommt aus Apulien) nicht in den Sinn. Brav sagt Tucci : „Das muss der Trainer entscheiden.“

Der kennt die Qualitäten des 1,78 Meter großen Angreifers. Es gibt zwar auffälligere Stürmer. Stürmer, die im Spiel viel mehr Ballkontakte haben, die immer präsent sind. Doch Edgar Schmitt weiß auch, dass Tucci die Bälle gut halten kann, sie gut prallen lassen kann. Und er schätzt seine Effektivität vor dem Tor. Doch hundertprozentig überzeugt ist er von dem gebürtigen Sindelfinger eben nicht. Noch nicht. „Er muss robuster werden“, betont Schmitt. Und Tucci, den auch Verletzungen immer wieder zurückwarfen, merkt selbstkritisch an: „Vielleicht ist meine Spielweise zu unauffällig.“

Natürlich macht er sich Gedanken, warum er den Durchbruch bei den Kickers noch nicht geschafft hat. Trotz der sieben Tore in der vergangenen Rückrunde, mit denen er die Blauen in die dritte Liga schoss. „Als ewiger Azubi hat man es schwer“, sagt er mit leiser Stimme. Seit der B-Jugend geht der glühende Fan von Juventus Turin unterm Fernsehturm auf Torejagd. Über die zweite Mannschaft hat er sich für höhere Aufgaben empfohlen. Seine Ziele? Klar, ein Stammplatz im Drittligateam. Dazu am Saisonende der Klassenverbleib. „Und ich will in meiner Karriere so weit wie möglich nach oben kommen“, sagt er.

Für den Mann, der die stillen Töne bevorzugt, kommt das fast schon einer Kampfansage gleich. Vielleicht lässt er heute eine weitere folgen. Auf dem Platz. Wenn ihn der Trainer lässt.

Stuttgarter Nachrichten

„Wir müssen permanent Gas geben“

Die Stuttgarter Kickers wollen ihre Aufholjagd heute gegen Unterhaching fortsetzen

Stuttgart – Jetzt geht es Schlag auf Schlag für die Stuttgarter Kickers: Nur vier Tage nach dem ersten Auswärtssieg der „Blauen“ in der dritten Fußball-Liga beim FC Erzgebirge Aue (2:0) ist heute (19 Uhr) die SpVgg Unterhaching im Gazi-Stadion zu Gast. „Wir werden mit neuem Elan wieder angreifen“, kündigt Trainer Edgar Schmitt an.

Von Beate Wockenfuß

Der Sieg in Aue nach der vierwöchigen Zwangspause war ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit und soll nun der Startschuss für eine Aufholjagd sein. Weil auch die Konkurrenz mitspielte, konnte das Tabellenschlusslicht den zuletzt stetig gewachsenen Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen von neun auf sechs Punkte verkürzen. „Wir sind immer noch in einer prekären Situation. Da brauchen wir überhaupt nichts schönzureden. Wir müssen permanent Gas geben“, betont der Coach vor den richtungsweisenden Wochen. „Wir werden auch Rückschläge einstecken müssen, aber hoffentlich nicht am Mittwoch oder am Samstag“, sagt Schmitt auch mit Blick auf das Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Rot-Weiß Erfurt. Unterm Fernsehturm soll nun das „Wir-Gefühl“ gestärkt werden. „Wir sind alle Teil einer Schicksalsgemeinschaft und können es nur gemeinsam schaffen“, findet Manager Joachim Cast ähnlich eindringliche Worte wie ziemlich genau vor einem Jahr, als die Kickers im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga auf der Strecke zu bleiben schienen. Auch jetzt wird wieder eifrig am Teamgeist gearbeitet. Vor dem Spiel in Aue waren Präsidium und Aufsichtsrat in der Mannschaftsbesprechung. Am Montag gab es ein gemeinsames Essen mit den Spielern, deren Anhang, den Trainern und allen Gremiumsmitgliedern. „Wir müssen darauf achten, dass wir die Kräfte einteilen“, warnt Schmitt und kündigt für die kommenden Spiele „rein sportlich bedingte“ Personalwechsel an, um das Tempo durchzuhalten. Das zuletzt siegreiche Team muss für die heutige Partie – bei der alle Frauen übrigens freien Eintritt haben – aber ohnehin geändert werden. Torschütze Sascha Traut ist gesperrt (fünfte Gelbe Karte) und wird durch Orlando Smeekes ersetzt, der seine Rot-Sperre abgesessen hat. Von ihm verspricht sich Schmitt noch mehr Schwung für die zuletzt starke Offensive. Auch Kapitän Alexander Rosen steht nach seiner Gelb-Sperre wieder zur Verfügung. So wollen sie spielen: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Rosen – Smeekes, Gambo, Landeka – Kacani.

Esslinger Zeitung

StZ: Präsidiumsmitglied Dieter Wahl über die neue Zuversicht der Kickers

„Unser Wunsch wäre ein jährliches Derby“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Stuttgarter CDU, Dieter Wahl, ist auch Präsidiumsmitglied beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers und innerhalb des Vereins für das Marketing zuständig. In diesem Zusammenhang versucht der 60-Jährige den wirtschaftlichen Erfolg in Einklang mit dem sportlichen zu bringen, was nicht immer leicht ist. Joachim Klumpp hat sich mit Dieter Wahl über die dringlichsten Aufgaben unterhalten.

Herr Wahl, Sie haben sich in der vergangenen Woche mit der Aussage „Es ist Schluss mit dem Schönreden“ sportlich weit aus dem Fenster gelehnt. Würden Sie diese Aussage noch einmal so machen?

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es richtig war, dies kontrovers zu diskutieren. Natürlich bin ich froh, dass es mit dem 2:0-Sieg in Aue so funktioniert hat, sonst hätte ich mich wahrscheinlich warm anziehen müssen. Wobei wir das Ziel noch nicht erreicht haben, denn das sind vier Punkte aus zwei Spielen. Aber ich bin mit dem Trainer Edgar Schmitt einer Meinung: in der letzten Woche, verbunden mit dem Sieg am Samstag, ist ein Ruck durch den gesamten Verein gegangen.

Wird sich der Ruck denn auch auf die wirtschaftliche Seite des Clubs übertragen?

Wir müssen diesen Schwung nun auf die wirtschaftliche Seite übertragen. Und damit gleich am Mittwoch beginnen. Gegen Unterhaching haben wir erstmals einen sogenannten Sponsor of the Day – den Lesezirkel Springbrunnen – so dass morgen alle Frauen freien Eintritt haben. Die Aktion mit den Tagessponsoren wollen wir bei möglichst vielen Heimspielen mit weiteren Partnern fortsetzen.

Was springt da finanziell für die Stuttgarter Kickers heraus?

Das sind etwa drei Euro pro Zuschauer, bei 3000 Besuchern wären es also 9000 Euro Zusatzeinnahme pro Spiel. Deshalb hoffe ich, dass dieser Funke nun auch auf die Zuschauer überspringt.

Zum Spiel nach Aue ist der geplante Fanbus mangels Nachfrage gar nicht erst gefahren, das spricht nicht gerade für die Rückendeckung durch die Anhänger.

Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich gesagt, wir chartern den Bus auf Vereinskosten, um damit Solidarität zu bekunden.

Die Aktion Sponsor of the Day alleine reicht aber noch nicht aus, um die prognostizierten 300 000 Euro Defizit bis zum Saisonende zu decken.

Als weitere Maßnahme setzen wir natürlich auf das Benefizspiel am 25. März gegen den VfB Stuttgart, das den Auftakt zu unserem ADM-Gedenkjahr darstellt.

Und in dem Sie auf 7000 Besucher hoffen. Ist das nicht zu optimistisch geplant?

Da muss ich mich dann korrigieren. Wir sind immer von 6000 Zuschauern ausgegangen. Aber auch das ist natürlich ein ambitioniertes Ziel.

Das Spiel gegen den VfB stand ja schon lange im Raum, warum hat es erst jetzt mit der Realisierung geklappt?

Ich denke, entweder hat man zu vage darüber gesprochen oder es haben die Termine einfach nicht gepasst und, und, und. Aber als ich beim VfB-Präsidenten Erwin Staudt vergangenen Oktober angefragt habe, war der von Anfang an sehr interessiert. Ich denke, man kann mit ihm über vieles reden.

Auch über die dauerhafte Einrichtung eines solchen Derbys?

Es wäre natürlich unser Wunsch, dass jedes Jahr so ein Derby stattfindet, quasi als Saisonauftakt im Gazi-Stadion.

Wie steht es eigentlich um die Zusammenarbeit mit der Leonberger Agentur Event Marketing, um die es ruhig geworden ist?

Da hat sich auch null getan, leider, muss man sagen. Wir sind aber nach wie vor in Gesprächen und wollen da auch nicht auf Konfrontationskurs gehen. Nach dem jetzigen Stand der Dinge würde sich der Vertrag zum Saisonende zwar nicht verlängern, aber wir hoffen natürlich darauf, dass die Agentur uns noch ein oder zwei Werbepartner zuführt – wir sind dankbar für jeden. Wobei man sagen muss, dass der wirtschaftliche Erfolg ganz eng mit dem sportlichen zusammenhängt.

Würden Sie sagen, dass nach der Drittligaqualifikation die Euphorie zu groß war?

Ja, die Euphorie war zu groß. Denn mit dem Abpfiff in Elversberg hat bereits die Drittligasaison begonnen.

Hängen gewisse Defizite im Verein auch damit zusammen, dass die Kickers von der Infrastruktur her, zum Beispiel auf der Geschäftsstelle, einfach unterbesetzt sind?

Das spielt sicher eine Rolle, wenn ich nur sehe, was andere Clubs in der Liga in dieser Hinsicht für Möglichkeiten besitzen. Aber es wäre sicher falsch, wenn man jetzt sagen würde, wir bauen die Geschäftsstelle aus. Das ist nicht machbar, solange wir niemanden haben, der das mitfinanzieren würde.

Zumindest haben die Kickers den Werbeetat in dieser Saison gesteigert. Der Aufsichtsratschef Rainer Lorz hat auf der Hauptversammlung gesagt, man bräuchte in diesem Bereich normalerweise eine Verdoppelung der Einnahmen, um konkurrenzfähig zu sein. Ist das realistisch?

Nein, zumindest nicht, solange wir deutlich im Schatten eines VfB stehen. Da sind wir im Vergleich zu den Mitkonkurrenten einfach im Nachteil, weil die in ihrer Region ein Alleinstellungsmerkmal haben – und wir nicht. Dennoch sind wir auf einem guten Weg. Wir haben den Werbeetat um zehn Prozent gesteigert, und ich denke bis zum Saisonende sind wir bei 20 Prozent, aber das brauchen wir auch.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise Ihnen da einen Strich durch die Rechnung macht?

Das bereitet mir keine schlaflosen Nächte, weil wir bei unseren Sponsoren sehr breit aufgestellt sind, was uns nun zugutekommt. Die werden uns die Treue halten, wenn wir in der dritten Liga bleiben.

Und was passiert, wenn das nicht gelingt?

Daran denke ich heute nicht. Der Optimismus ist seit Samstag wieder größer geworden, auch wenn es noch ein Kampf auf Biegen und Brechen wird. Aber den werden wir gewinnen – genau wie im Vorjahr.

Stuttgarter Zeitung