Presse zu Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen 3:1 (3:0)

Abruscia zeigt, was er kann

WFV-Pokal Kickers nach 3:1 gegenReutlingen im Viertelfinale.

Von Joachim Klumpp

Bonlanden, wir kommen! Nach dem 3:1-(3:0-) Sieg vor 2080 Zuschauern im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen sind die Stuttgarter Kickers ins Viertelfinale eingezogen. Wann die Partie beim Oberligisten SV Bonlanden ausgetragen wird, ist offen; auf jeden Fall nicht mehr in diesem Jahr. „Es war unser erklärtes Ziel, in dem Wettbewerb zu überwintern“, sagte der Kickers-Trainer Dirk Schuster zufrieden. Vor allem nach einer furiosen ersten Hälfte, als seine Mannschaft innerhalb von 20 Minuten die Weichen auf Sieg gestellt hatte. Alessandro Abruscia (13.), Simon Köpf (15.) und Marcel Ivanusa (32.) sorgten für eine beruhigende Führung, nach dem Motto: jeder Schuss ein Treffer. Die Vorarbeit leistete dabei jeweils der als Stürmer nominierte Enzo Marchese, der seine starke Leistung in der 76. Minute hätte krönen können, aber mit einem Foulelfmeter an Schlussmann Tobias Linse scheiterte.

Überboten wurde er vielleicht nur noch vom jungen Alessandro Abruscia, so etwas wie dem Senkrechtstarter der Saison. Wer bisher noch an dessen Fähigkeiten gezweifelt hatte, wurde spätestens mit dem Führungsftreffer überzeugt, als er mit dem rechten Fuß kurzerhand drei Gegenspieler versetzte und dann mit links unhaltbar ins kurze Eck schoss. Der Kapitän Marcel Rapp schwärmte geradezu: „Ich sehe ihn ja jeden Tag im Training. Er bringt alles mit, um später einmal oben zu spielen.“

Also im Profibereich. Zunächst einmal arbeiten die Kickers deshalb intensiv an einer Vertragsverlängerung, um zumindest finanziell von einem möglichen Wechsel zu profitieren. „Er traut sich für sein Alter viel zu“, sagt Schuster über den erst 19-Jährigen. „Und wir fordern ihn auch dazu auf, solche Überraschungsmomente auf seiner Seite zu schaffen.“ Das ist die rechte Außenbahn, wo er zunächst im Mittelfeld, später in der Viererkette agierte, als Moritz Steinle ins defensive Mittelfeld rückte, um dem Reutlinger Druck nach der Pause etwas entgegenzuhalten. Zu mehr als dem Ehrentor durch einen Distanzschuss von Daniel Bogdanovic (57.) reichte es aber nicht mehr für die Gäste. „Die drei schnellen Tore steckt keine Mannschaft weg“, sagte Reutlingens Trainer Roland Seitz, der nach öffentlicher Kritik des Kapitäns Sascha Boller diesen kurzerhand von seinem Posten enthoben hat – und Jens Härter zum neuen Spielführer ernannte.

Solche internen Querelen gibt es bei den Kickers derzeit nicht. Im Gegenteil: heute Abend steht ein gemeinsamer Volksfestbesuch an, den sich die Mannschaft redlich verdient hat. Damit nicht genug: Morgen geht“s ins Varieté und am Freitag schon wieder auf den Wasen, diesmal zum Handballspiel der Bittenfelder in die Porsche-Arena. Das alles soll dem Teamgeist zugute kommen – der im Moment auch so etwas wie das Erfolgsgeheimnis der Kickers ist.

Stuttgarter Zeitung

3:1 – Kickers kommen souverän weiter
Sieg im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen – im Viertelfinale geht es zu Oberligist SV Bonlanden

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Kickers-Trainer Dirk Schuster forderte vor dem Achtelfinalspiel im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen von seiner Mannschaft nicht nur Fußball mit Herz, sondern vor allem einen Sieg. Beides ging in Erfüllung. Die Blauen gewannen gegen das Team von Trainer Roland Seitz souverän mit 3:1 (3:0) und zeigten vor 2080 Zuschauern besonders in der ersten Halbzeit eine starke Vorstellung.

Bissig in den Zweikämpfen, gute Laufarbeit, beste Chancenauswertung – im Duell der beiden Regionalligisten hatten die Kickers die Nase vorn. Die Reutlinger hielten nur die ersten 15 Minuten gut mit. Bei den Blauen spielte besonders Alessandro Abruscia frech auf. Das Eigengewächs erzielte auch prompt das 1:0. In der 13. Minute umkurvte der 19-Jährige gleich drei Reutlinger, zog nach innen und donnerte den Ball mit dem linken Fuß ins Tor. Zwei Minuten später folgte das 2:0. Simon Köpf verwandelte eine Freistoßhereingabe von Enzo Marchese mit dem Kopf. Marcel Ivanusa erhöhte gar auf 3:0 (32.), wieder war Marchese glänzender Vorbereiter.

In der zweiten Hälfte schalteten die Kickers einen Gang zurück und kassierten prompt das 1:3. Daniel Bogdanovic (57.) zog aus 25 Metern ab und traf unhaltbar für Torhüter Daniel Wagner unter die Latte. Trotz des Anschlusstreffers war der Sieg der Blauen nie in Gefahr. Im Gegenteil: Marchese hatte sogar die Möglichkeit auf 4:1 (75.) zu erhöhen. Doch er scheiterte mit einem Foulelfmeter an SSV-Torhüter Tobias Linse. „Wir haben unser Ziel erreicht und sind weiter, ich bin sehr zufrieden. Nur in der zweiten Halbzeit haben wir etwas den Faden verloren und das Ergebnis nur verwaltet“, sagte Kickers-Trainer Schuster.

Im Viertelfinale treffen die Blauen, deren zweite Mannschaft ebenfalls noch im Pokal dabei ist, auf den Oberligisten SV Bonlanden. Die Partie findet im nächstens Jahr statt, der Termin steht noch nicht fest.

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgart Reutlingen 3:1 Effektive Kickers: Drei Versuche, drei Tore. Bittere Pokal-Pleite für die Seitz-Truppe

SSV geht in 180 Sekunden k.o.

VON MANFRED KRETSCHMER

STUTTGART. Den Traum von den großen Einnahmen im DFB-Pokal müssen sich die Regionalliga-Fußballer des SSV Reutlingen einmal mehr abschminken. Im Verbandspokal-Achtelfinalspiel beim Liga-Konkurrenten Stuttgarter Kickers zogen die Nullfünfer vor 2080 Zuschauern mit 1:3 (0:3) den Kürzeren. Die Kickers müssen nun im Viertelfinale beim Oberligisten SV Bonlanden ran. Es war kaum zu glauben, aber wahr: Die »Blauen« brachten bis zur 32. Minute drei Bälle in Richtung Reutlinger Gehäuse und alle drei landeten im Netz.

Beim 1:0 in der 13. Minute ließ sich die SSV-Defensiv-Abteilung auf der linken Seite gleich mehrmals düpieren. Der 19 Jahre junge Alessandro Abruscia schnappte sich das Spielgerät, tanzte drei Gegenspieler aus und ließ Torhüter Tobias Linse mit seinem Schuss aus zehn Metern keine Abwehrchance.

180 Sekunden später war der SSV-k.o. fast schon besiegelt. Nach einer Freistoß-Flanke des technisch beschlagenen Ex-Ulmers Enzo Marchese köpfte Simon Köpf zum 2:0 ein. Mit anderen Worten: Der ehemalige Aalener Köpf überwand seinen früheren Team-Kollegen Linse.

Und weil aller schlechten Dinge drei sind, landete auch die dritte Chance der Kickers im Tor. Marchese flankte und Marcel Ivanusa traf volley ins Schwarze.

»Wir haben bei allen drei Gegentoren gepennt«, übte der neue SSV-Kapitän und Innenverteidiger Jens Härter Selbstkritik. Und fügte hinzu: »Auf unsere Leistung in der zweiten Halbzeit kann man allerdings aufbauen.« SSV-Geschäftsführer Klaus Weiss schüttelte nach Spielende ungläubig den Kopf und formulierte: »Wenn man solche individuellen Böcke schießt, kann man kein Spiel gewinnen.« Jugendliches Zweikampf-Verhalten warf er der Truppe vor.

Im Spiel des Jahres für die Kreuzeiche-Elf präsentierte sich das Team von Trainer Roland Seitz wesentlich engagierter und spielfreudiger als zuletzt. Allerdings muss man auch konstatieren, dass die Stuttgarter noch sieges- und torhungriger auftraten. »Wir funktionieren in dieser Saison als Team. Jeder Spieler geht ans Limit«, lobte Kickers-Coach Dirk Schuster seine Schützlinge.

Beim SSV lief der Ball im Mittelfeld phasenweise flüssig durch die Reihen. Aber immer wenn es ans Eingemachte ging, sprich: wenn sich der Ball in Tornähe befand, dann leisteten sich die Gäste ein schlampiges Zuspiel oder verloren den entscheidenden Zweikampf. Sein Team habe »gut angefangen«, stellte Seitz fest, »allerdings haben wir es nicht geschafft, ein Zeichen zu setzen«. Positiv bewertete der Reutlinger Kommandogeber die Leistung in der zweiten Hälfte: »Da sind wir volles Risiko gegangen, haben das 1:3 gemacht, aber leider gelang uns das Anschlusstor nicht.«

In der 57. Minute wars, als Innenverteidiger Daniel Bogdanovic mit einem satten 28-Meter-Schuss an die Unterkante der Latte auf 1:3 verkürzte. Der SSV setzte nun alles auf eine Karte, allerdings schwanden mit zunehmender Spieldauer die Kräfte, so dass die Kickers in der letzten Viertelstunde den Sieg sicher über die Zeit brachten. Nach 76 Minuten gab es einen äußerst fragwürdigen Strafstoß für die Gastgeber, doch Marchese scheiterte mit dem Elfmeter an Linse.

Neben Alexander Schreckinger, Ivan Cosic und Thomas Mayer konnte beim SSV auch Andreas Rill nicht auflaufen. Er absolvierte gestern Vormittag einen Belastungstest, musste aber wegen einer Muskelverletzung passen. Bei der Aufstellung hatte Seitz eine Überraschung parat: Alexander Blessin, der nach der Pause eine gute Leistung ablieferte, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Sascha Boller durfte sich im zentralen Mittelfeld und Marc Golinski auf der rechten Außenbahn versuchen. Es nützte alles nichts. Der SSV muss sich den Traum von einer großen Einnahme im DFB-Pokal abschminken. (GEA)

Reutlinger General-Anzeiger

Presse zum Turniersieg der U19 in Klengen

Die Kickers siegen in Klengen

Der FC Klengen veranstaltete am Sonntag ein internationales U13-Turnier. Sechs Jugendteams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gastierten beim FC Klengen und spielten um die Platzierungen. Sieger des Turniers sind die Stuttgarter Kickers.Im letzten Spiel der Stuttgarter Kickers kam es zum großen Showdown des Turniertages. Die Schwaben trafen auf die Grashoppers aus Zürich, die ebenfalls noch um den Gesamtsieg spielten. Die Partie der beiden Teams blieb bis in die Schlussminuten spannend und ausgeglichen, allerdings setzten sich die Stuttgarter durch einen Doppelschlag letztlich mit 2:0 gegen die Eidgenossen durch und sicherten sich Platz eins. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden gegen Freiburg und Luzern waren die Stuttgarter Kickers mit 14 Punkten verdienter Turniersieger.

Die Grashopperslegen ordentlich vor

Die Grashoppers hatten ordentlich vorgelegt und eigentlich ein beruhigendes Torkonto. Doch als der FC Schaffhausen in der letzten Begegnung des Tages nach wenigen Minuten mit 5:0 gegen den FC Bregenz führte, mussten die Zürcher plötzlich doch noch um Rang zwei zittern. Zwar versuchten die Schaffhausener noch einmal alles, nutzen aber ihre weiteren Chancen nicht mehr und so blieb es am Ende beim 5:0. Somit reihte sich der FC Schaffhausen nach anfänglich schwächerer Leistung doch noch hinter den Kickers aus Stuttgart und den Grashoppers Zürich auf Platz drei ein.

Auf den Folgerängen standen der SC Freiburg, der FC Luzern, der FC Bregenz und der FC Klengen. Der Gastgeber spielte nur eine Nebenrolle und sah sich nicht auf Augenhöhe mit den Gästen. Nicht einmal ein Pünktchen war den FC-Jungs gegen einen der »Großen« gegönnt.

Schwarzwälder Bote

Jugend gibt sich hochklassig
Als repräsentative Veranstaltung für hochklassigen Jugendfußball hat sich einmal mehr das vom FC Klengen ausgerichtete internationale D-Jugendturnier erwiesen. Sieben Teams aus Deutschland, der Schweiz und Österreich boten einen interessanten Pokalkampf, aus dem die Stuttgarter Kickers als Sieger hervorgingen.

Obwohl das vom FC Klengen erst vor zwei Jahren in das sportliche Veranstaltungsprogramm aufgenommene internationale D-Jugendturnier noch eine junge Geschichte vorzuweisen hat, ist sie umso erfolgreicher. Zum dritten Mal in Folge wurde hochklassiger Jugendfußball von sieben Mannschaften aus der Schweiz, Österreich und Deutschland im Klengener Höhenstadion geboten.

Wenn es nach dem Veranstaltungskalender des FC Klengen gegangen wäre, hätte die dritte Auflage dieses Turniers eigentlich erst im Juni des nächsten Jahres stattgefunden. Doch völlig unerwartet richteten die schon zwei Mal an dem Turnier teilnehmenden Stuttgarter Kickers an den FC Klengen die Anfrage, ob der Verein bereit sei, kurzfristig eine drittes Turnier auszurichten. Nicht lange zu überlegen brauchte der Cheforganisator der bisherigen Turniere, Paul-Thomas Weich, der sich umgehend mit der Vereinsführung zusammensetzte, wobei die Vorstandschaft des FC Klengen sofort grünes Licht für die Austragung des außerplanmäßigen Turniers gab. Vorfreunde herrschte beim Veranstalter auch schon deshalb, weil mit dem SC Freiburg zum ersten Mal die Jugendmannschaft eines Bundesligavereins für diese Veranstaltung gewonnen werden konnte. So war man im Vorfeld schon gespannt, wie sich die Nachwuchskicker aus dem Breisgau gegen die übrigen Teilnehmer schlagen werden.

Kurzfristig umbauen musste Paul-Thomas Weich den Spielplan, weil mit dem FC Luzern aus der Schweiz ein weiteres Team hinzukam, sodass sieben statt der geplanten sechs Mannschaften antraten. Um dennoch im Zeitplan zu bleiben, wurde die ursprünglich auf 23 Minuten angesetzte Spielzeit pro Partie auf 17 Minuten verkürzt.

Was die zahlreichen Zuschauer bei idealem Fußballwetter auf dem satten Grün von den Nachwuchskickern geboten wurde, wäre eigentlich einen Eintrittspreis wert gewesen. Doch darauf wurde von Seiten des Vereins verzichtet. Zahlreiche Sponsoren unterstützen den FC Klengen bei der Bewältigung der mit dem Jugendturnier einhergehen Unkosten.

Wer bei den Spielen genau hinschaute, für den war leicht erkennbar, dass die Jugendlichen aus den Großvereinen über eine Spielkultur verfügen, die weit über dem liegt, was der Nachwuchs anderer Clubs zu bieten im Stande ist. Die Kicker traten im übrigen nicht nur auf dem Spielfeld äußerst diszipliniert in Erscheinung, sondern auch auf den Nebenschauplätzen, was dem als Turnierleiter fungierenden FCK-Jugendleiter Paul-Thomas Weich sehr angenehm auffiel. „Unsere Jugendlichen können vom Auftreten solcher Teams nur lernen“, fasste Weich zusammen.

Turniersieger wurden die Stuttgarter Kickers. Die Plätze zwei und drei belegten die Grashoppers Zürich und der FC Schaffhausen aus der Schweiz. Nachfolgend platzierten sich der SC Freiburg, FC Luzern (Schweiz), SC Bregenz (Österreich) und der gastgebende FC Klengen.

Südkurier

Vorberichte II: Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen

WFV-Pokal
Kickers im Derby gegen Reutlingen

Man soll den zweiten Schritt ja nicht vor dem ersten machen. Dennoch: der nächste Gegner im WFV-Pokal steht mit dem SV Bonlanden schon fest – vorausgesetzt der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers schafft heute (19 Uhr) im Derby gegen den SSV Reutlingen, zu dem 2500 Zuschauer erwartet werden, den Einzug in das Viertelfinale: „Das ist unser Ziel“, betont der Trainer Dirk Schuster, „nach wie viel Minuten ist mir egal.“ Im Zweifel auch erst im Elfmeterschießen. Nachdem die Kickers in den vergangenen drei Jahren jeweils frühzeitig gegen unterklassige Gegner (Crailsheim, Kirchheim und Sonnenhof) ausgeschieden sind, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann: „Das ist eines der wichtigsten Spiele in diesem Kalenderjahr.“ Schließlich qualifiziert sich nur der WFV-Pokalsieger für den DFB-Pokal, in dem es ein Startgeld von 113 000 Euro gibt.

„Ich denke, das ist Motivation genug“, sagt Schuster, zudem habe die Elf beim 2:0 gegen den Karlsruher SC II Selbstvertrauen getankt. Im Gegensatz zum SSV Reutlingen (1:4 gegen Freiburg), bei dem in Jens Härter und Marco Tucci auch zwei ehemalige Kickers-Spieler im Team stehen. Nicht im Kickers-Kader sind Torwart Frank Becker, dessen Vertrag erwartungsgemäß aufgelöst wurde, und Franco Petruso, der mit Muskelfaserriss ausfällt. ump

Stuttgarter Zeitung

Schuster erhöht Druck auf das Team
STUTTGART (jok). Bisher forderte Dirk Schuster von seinem Team Fußball mit Herz, heute (19 Uhr/Gazi-Stadion) will er mehr. „Wir haben erstmals den Druck, ergebnisorientiert spielen zu müssen“, erklärt der Trainer der Stuttgarter Kickers vor dem Achtelfinale gegen den SSV Reutlingen, „wir wollen den WFV-Pokal holen. Also müssen wir gewinnen, egal wie.“ Das verlangt auch Jens Zimmermann, denn der WFV-Pokal-Sieger zieht in den lukrativen DFB-Pokal ein, in dem jeder Teilnehmer 100 000 Euro sicher hat. „Das ist ein großer Fleischtopf“, sagt der Geschäftsführer der Blauen, „mit dieser Einnahme wären viele Dinge leichter zu stemmen.“ Zunächst allerdings muss der SSV geschlagen werden. Die Kickers hoffen auf mindestens 2500 Zuschauer – und Schuster verspricht: „Wir werden Reutlingen unter Druck setzen.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers wollen eine Runde weiter

Stuttgart (bw) – Für Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers geht es heute (19 Uhr) im Gazi-Stadion um den Einzug ins WFV-Pokal-Viertelfinale. Achtelfinal-Gegner ist der Liga-Konkurrent SSV Reutlingen. 200 Polizisten und 90 Ordner wollen für die Sicherheit beim Derby sorgen. Die „Blauen“ haben sich mit einem 2:0-Sieg zu Hause gegen den Karlsruher SC II auf die Pokalpartie eingestimmt, während der SSV zuletzt eine 1:4-Heimklatsche gegen den SC Freiburg II kassierte. In der Tabelle trennen die Rivalen gerade mal zwei Plätze: Die Kickers sind Achter, die Reutlinger Zehnter. „Wenn wir die Leistung aus dem Spiel gegen Karlsruhe wieder abrufen und mit derselben Leidenschaft in die Partie gehen, dann bin ich optimistisch, dass wir die nächste Runde erreichen“, sagt Kickers-Trainer Dirk Schuster, der seinen Schützlingen eine klare Zielvorgabe gegeben hat: „Wir wollen den WFV-Pokal gewinnen und in den DFB-Pokal einziehen.“ Dort spielten die Stuttgarter zuletzt im Jahr 2006. Verzichten muss der Coach heute neben Dominik Salz (Zeh gebrochen) auch auf Franco Petruso. Der Mittelfeldspieler hat sich in der Partie gegen den KSC II einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen und fällt mindestens zwei Wochen aus. Unterdessen wurde der Vertrag mit Ersatztorwart Frank Becker im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. „Es hat einfach nicht gepasst“, begründet Schuster.

Eßlinger Zeitung

SSV-Präsidiumsmitglied Walter Braun redet Klartext, Trainer Roland Seitz greift durch. Nach der 1:4-Pleite am vergangenen Freitag gegen den SC Freiburg II und vor dem Verbandspokal- Achtelfinalspiel am heutigen Dienstag (19 Uhr) bei den Stuttgarter Kickers war an der Kreuzeiche Feuer unter dem Dach. In den vergangenen Tagen gabs beim Fußball-Regionalligisten nicht nur eine Aussprache. »Das Duell bei den Kickers ist für uns das Spiel des Jahres«, nimmt Braun die Elf nach einer Zusammenkunft mit dem Mannschaftsrat in die Pflicht. »Das Team war zuletzt etwas leblos«, so Braun.

Manfred Kretschmer

Trainer Seitz nahm sich seine Schützlinge gestern Abend etwa eine Stunde zur Brust. »Wir wollen unsere nach wie vor gute Ausgangsposition in der Regionalliga nicht aufs Spiel setzen«, so der 45-jährige Ex-Profi, »außerdem wollte ich das Team vor dem Pokal-Duell in Stuttgart aufwecken«. Seitz rammte zudem einen Eckpfeiler ein, indem er Sascha Boller als Kapitän absetzte. Ab heute trägt der bisherige Stellvertreter Jens Härter die Spielführer-Binde.

Die Gründe für diesen Schritt? Seitz erklärt, dass er mit Boller bereits nach dem Spiel gegen Eintracht Bamberg (1:1) ein Gespräch geführt habe, weil der Mittelfeldspieler sich gegenüber seinen Teamkollegen negativ geäußert habe. Nun legte der einst für Hoffenheim und Fürth aktive Boller nach dem Debakel gegen Freiburg noch eins drauf. »Wir haben kein Konzept in der Tasche. Wir wissen nicht, wie wir nach vorne spielen wollen. Das zentrale Mittelfeld, normalerweise das Herzstück einer Mannschaft, ist bei uns tot«, formulierte der mit drei Punktspiel-Toren zu Buche stehende Boller nach der Partie gegen die Breisgauer in den Katakomben des Kreuzeiche-Stadions.

Seitz verarbeitete diese Worte übers Wochenende und machte am Montag einen Knopf dran, indem er Boller die Binde wegnahm. »Das ist das Normalste der Welt, dass sich ein Trainer das nicht gefallen lassen kann, sonst verliert er seine Autorität«, so Seitz. Boller habe nicht nur ihn kritisiert, sondern bereits das zweite Mal seine Mannschaftskameraden. Boller selbst sagte gegenüber dem GEA: »Ich bin zum Rücktritt aufgefordert worden.«

Seine Elf werde bei den Stuttgarter Kickers »alles daran setzen«, eine Runde weiterzukommen, verspricht der Reutlinger Kommandogeber. Der Sieger von heute Abend tritt im Viertelfinale beim Oberligisten SV Bonlanden an. Seitz: »Das wäre keine leichte, aber eine machbare Aufgabe. Und ab dem Halbfinale ist alles möglich.«

Der Coach weiß allerdings auch, dass sich sein Team bei den Kickers auf einen heißen Tanz einstellen muss. Er habe den Drittliga-Absteiger im Heimspiel gegen 1860 München II (1:1) beobachtet. »Da haben mir die Stuttgarter imponiert, weil sie wahnsinnig viel Feuer entfachten und Leidenschaft zeigten.« In der Punkterunde haben die Kickers nur zwei Punkte mehr als der SSV auf dem Konto. Auffallend sind aber die lediglich sieben Gegentore. Reutlingen musste bereits 17 Mal einen Treffer einstecken .

Personell siehts beim SSV etwas besser als vor dem Freiburg-Spiel, aber längst nicht rosig aus. Andreas Rill absolvierte gestern eine Laufeinheit und dürfte heute im defensiven Mittelfeld in der Startformation stehen. Wieder einsatzfähig ist auch Angreifer Anton Makarenko, den zuletzt ein Magen-Darm-Infekt außer Gefecht setzte. Abwehrspieler Ivan Cosic hat weiterhin mit der Patellasehne Probleme und nimmt voraussichtlich als Joker auf der Bank Platz. Definitiv ausfallen werden Linksverteidiger Thomas Mayer (muskuläre Probleme), der gegen Freiburg nach 39 Minuten vom Platz musste, und der seit Wochen fehlende Alexander Schreckinger.

SSV-News.de

WfV-Pokal-Vorberichte: Kickers – SSV Reutlingen

Kickers im Derby gegen Reutlingen

Man soll den zweiten Schritt ja nicht vor dem ersten machen. Dennoch: der nächste Gegner im WFV-Pokal steht mit dem SV Bonlanden schon fest – vorausgesetzt der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers schafft heute (19 Uhr) im Derby gegen den SSV Reutlingen, zu dem 2500 Zuschauer erwartet werden, den Einzug in das Viertelfinale: „Das ist unser Ziel“, betont der Trainer Dirk Schuster, „nach wie viel Minuten ist mir egal.“ Im Zweifel auch erst im Elfmeterschießen. Nachdem die Kickers in den vergangenen drei Jahren jeweils frühzeitig gegen unterklassige Gegner (Crailsheim, Kirchheim und Sonnenhof) ausgeschieden sind, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann: „Das ist eines der wichtigsten Spiele in diesem Kalenderjahr.“ Schließlich qualifiziert sich nur der WFV-Pokalsieger für den DFB-Pokal, in dem es ein Startgeld von 113 000 Euro gibt.

„Ich denke, das ist Motivation genug“, sagt Schuster, zudem habe die Elf beim 2:0 gegen den Karlsruher SC II Selbstvertrauen getankt. Im Gegensatz zum SSV Reutlingen (1:4 gegen Freiburg), bei dem in Jens Härter und Marco Tucci auch zwei ehemalige Kickers-Spieler im Team stehen. Nicht im Kickers-Kader sind Torwart Frank Becker, dessen Vertrag erwartungsgemäß aufgelöst wurde, und Franco Petruso, der mit Muskelfaserriss ausfällt. ump

Stuttgarter Zeitung

 

Schuster erhöht Druck auf das Team
 
STUTTGART (jok). Bisher forderte Dirk Schuster von seinem Team Fußball mit Herz, heute (19 Uhr/Gazi-Stadion) will er mehr. „Wir haben erstmals den Druck, ergebnisorientiert spielen zu müssen“, erklärt der Trainer der Stuttgarter Kickers vor dem Achtelfinale gegen den SSV Reutlingen, „wir wollen den WFV-Pokal holen. Also müssen wir gewinnen, egal wie.“ Das verlangt auch Jens Zimmermann, denn der WFV-Pokal-Sieger zieht in den lukrativen DFB-Pokal ein, in dem jeder Teilnehmer 100 000 Euro sicher hat. „Das ist ein großer Fleischtopf“, sagt der Geschäftsführer der Blauen, „mit dieser Einnahme wären viele Dinge leichter zu stemmen.“ Zunächst allerdings muss der SSV geschlagen werden. Die Kickers hoffen auf mindestens 2500 Zuschauer – und Schuster verspricht: „Wir werden Reutlingen unter Druck setzen.“

Stuttgarter Nachrichten

 

Kickers wollen eine Runde weiter

Stuttgart (bw) – Für Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers geht es heute (19 Uhr) im Gazi-Stadion um den Einzug ins WFV-Pokal-Viertelfinale. Achtelfinal-Gegner ist der Liga-Konkurrent SSV Reutlingen. 200 Polizisten und 90 Ordner wollen für die Sicherheit beim Derby sorgen. Die „Blauen“ haben sich mit einem 2:0-Sieg zu Hause gegen den Karlsruher SC II auf die Pokalpartie eingestimmt, während der SSV zuletzt eine 1:4-Heimklatsche gegen den SC Freiburg II kassierte. In der Tabelle trennen die Rivalen gerade mal zwei Plätze: Die Kickers sind Achter, die Reutlinger Zehnter. „Wenn wir die Leistung aus dem Spiel gegen Karlsruhe wieder abrufen und mit derselben Leidenschaft in die Partie gehen, dann bin ich optimistisch, dass wir die nächste Runde erreichen“, sagt Kickers-Trainer Dirk Schuster, der seinen Schützlingen eine klare Zielvorgabe gegeben hat: „Wir wollen den WFV-Pokal gewinnen und in den DFB-Pokal einziehen.“ Dort spielten die Stuttgarter zuletzt im Jahr 2006. Verzichten muss der Coach heute neben Dominik Salz (Zeh gebrochen) auch auf Franco Petruso. Der Mittelfeldspieler hat sich in der Partie gegen den KSC II einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen und fällt mindestens zwei Wochen aus. Unterdessen wurde der Vertrag mit Ersatztorwart Frank Becker im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. „Es hat einfach nicht gepasst“, begründet Schuster.

Eßlinger Zeitung

 

SSV Reutlingen hofft auf das Viertelfinale

Heute um 19 Uhr steigt im Gazi-Stadion der Pokal-Hit im Achtelfinale des WFV-Pokals, wenn die Stuttgarter Kickers auf den SSV Reutlingen treffen. Beide Trainer haben den Gegner intensiv ausspioniert.

Wolfgang Gattiker

Die Lage ist klar: der Sieger des Spiels muss im Viertelfinale beim SV Bonlanden antreten. Das Spiel ist für 19. Dezember geplant, es könnte aber auch erst 2010 stattfinden. Im Viertelfinale steigt das Spiel FV Illertissen gegen Stuttgarter Kickers II. Die Kickers sind also bei Sieg der Regionalliga-Truppe mit zwei Teams im Viertelfinale vertreten.

Für SSV-Roland Seitz steht fest: „Bei Sieg treffen wir auf Bonlanden, das ist schwer, aber machbar. Da beim Spiel Ulm gegen Heidenheim auch ein Top-Klub ausscheidet und der Sieger gegen Sonnenhof spielt, hat man dann auch unterklassige Gegner und die Chancen steigen, ganz nach vorne zu kommen. So kann der Sieger von heute doch das Halbfinale erreichen. Doch wir haben das Ziel, den WFV-Pokal zu holen.“

Klar, der DFB-Pokal ist reizvoll, da kassiert man im ersten Spiel schon Mal 115 000 Euro plus die Einnahmen. In der zweiten Runde – siehe Lübeck – gibts dann eine Viertel Million Euro und wenn man die dritte Runde erreicht wie Regionalligist Eintracht Trier kann man eine gute halbe Million sich gutschreiben lassen. Für den SSV und auch für die Blauen wäre das angesichts der finanziellen Lage ein Lottohauptreffer.

Die Kickers siegten ja am Freitag bei der Generalprobe gegen den KSC II mit 2:0, der SSV kassierte eine Heimklatsche, aber Trainer Roland Seitz hofft: „Rill und Makarenko werden wohl auf jeden Fall spielen können, Oytun wird sich auch erholen, nur Schreckinger wird eben fehlen und er fehlt eben als Sechser sehr. Bei Mayer steht noch ein Fragezeichen.“ Da muss der Trainer weiterhin improvisieren und das heutige Abschlusstraining abwarten, vielleicht entscheidet sich ein Einsatz erst am Spieltag beim Aufwärmen wie gegen Freiburg, als Rill abwinkte. Der SSV kann den einstelligen Platz in der Regionalliga erreichen – das sieht auch das Umfeld, wenn die ersten Zwölf fit sind, doch es gab eine Sitzung nach dem Spiel und derzeit reagieren ja viele Fußball-Manager überzogen und verfrüht. Doch man will eben mehr Leistungsbereitschaft sehen, auch wenn Leistungsträger ausfallen. Viele Fans vermissten das Herz, die Leidenschaft, den Biss und der muss heute kommen. Man muss immer sehen: es fehlt ein Co-Trainer, ein Torwartrainer etc., deshalb kann man eben spielerisch keinen Glanz erwarten, aber Einsatz und Kampf.

Das Team muss sich heute im Derby anders präsentieren als am Freitag, das ist klar, sonst kann man die Ziele 2010/2011 nicht erreichen. Doch die Konzentration gilt dem Pokal-Spiel. Mit Marco Tucci und Jens Härter spielen heute zwei ehemalige Stuttgarter im SSV-Trikot. Auch Alex Blessin spielte schon auf der Waldau: „Das ist ein wichtiges Spiel, wir müssen Gas geben, alles abrufen, haben ja dann eine elftägige Pause bis zum Kassel-Spiel am 17. Oktober. Deshalb gilt es alles zu geben, wir versuchen, den Sieg zu erringen.“

Der SSV setzt einen Fan-Bus ein, es gibt noch am heutigen Dienstag Stehplatzkarten für 8,50 Euro, eine Stehplatzkarte für 12,50 Euro mit Roter Wurst und Freigetränk und Tribünenplätze von 22 bis 32 Euro in der Mitte. Das gute daran: der SSV kassiert ja 40 Prozent der Einnahmen. Die Reutlinger haben gegen Balingen und Rottweil jeweils mit 3:0 gewonnen, in Empfingen nach Verlängerung gabs einen 4:1-Sieg. Die Kickers siegten in Baiersbronn 11:0, in Altdorf 7:0 und in Herrenberg nur 1:0. So ist das Erreichen des Viertelfinales ein Ziel für den SSV, der im Vorjahr am Sieger Sonnenhof scheiterte, als der Abstiegskampf im Vordergrund stand – das ist jetzt nicht der Fall. Seitz wird die genaue Aufstellung erst gegen 18. 30 Uhr nach dem Aufwärmen bekannt geben können. Er hoffe auf tollen Kampf vor großer Kulisse und wird wohl mit dem 4-5-1-System spielen. Er glaubt, dass im Stadion in diesem Derby alles möglich ist. Auf jeden Fall fällt heute eine Entscheidung, notfalls in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen, doch die Reutlinger wollen das Ding nach 90 Minuten entscheiden. Sascha Boller: „Da müssen wir uns anders präsentieren und zwar alle, dann haben wir eine Chance. Auf der Waldau herrscht sicher eine gute Stimmung, da geht die Post ab.“ Das hoffen auch Seitz und die Verantwortlichen.

Reutlinger Nachrichten

 

Boller abgesetzt, Härter macht’s – Pokal-Duell bei den Kickers

SSV-Präsidiumsmitglied Walter Braun redet Klartext, Trainer Roland Seitz greift durch. Nach der 1:4-Pleite am vergangenen Freitag gegen den SC Freiburg II und vor dem Verbandspokal- Achtelfinalspiel am heutigen Dienstag (19 Uhr) bei den Stuttgarter Kickers war an der Kreuzeiche Feuer unter dem Dach. In den vergangenen Tagen gabs beim Fußball-Regionalligisten nicht nur eine Aussprache. »Das Duell bei den Kickers ist für uns das Spiel des Jahres«, nimmt Braun die Elf nach einer Zusammenkunft mit dem Mannschaftsrat in die Pflicht. »Das Team war zuletzt etwas leblos«, so Braun.

Manfred Kretschmer

Trainer Seitz nahm sich seine Schützlinge gestern Abend etwa eine Stunde zur Brust. »Wir wollen unsere nach wie vor gute Ausgangsposition in der Regionalliga nicht aufs Spiel setzen«, so der 45-jährige Ex-Profi, »außerdem wollte ich das Team vor dem Pokal-Duell in Stuttgart aufwecken«. Seitz rammte zudem einen Eckpfeiler ein, indem er Sascha Boller als Kapitän absetzte. Ab heute trägt der bisherige Stellvertreter Jens Härter die Spielführer-Binde.

Die Gründe für diesen Schritt? Seitz erklärt, dass er mit Boller bereits nach dem Spiel gegen Eintracht Bamberg (1:1) ein Gespräch geführt habe, weil der Mittelfeldspieler sich gegenüber seinen Teamkollegen negativ geäußert habe. Nun legte der einst für Hoffenheim und Fürth aktive Boller nach dem Debakel gegen Freiburg noch eins drauf. »Wir haben kein Konzept in der Tasche. Wir wissen nicht, wie wir nach vorne spielen wollen. Das zentrale Mittelfeld, normalerweise das Herzstück einer Mannschaft, ist bei uns tot«, formulierte der mit drei Punktspiel-Toren zu Buche stehende Boller nach der Partie gegen die Breisgauer in den Katakomben des Kreuzeiche-Stadions.

Seitz verarbeitete diese Worte übers Wochenende und machte am Montag einen Knopf dran, indem er Boller die Binde wegnahm. »Das ist das Normalste der Welt, dass sich ein Trainer das nicht gefallen lassen kann, sonst verliert er seine Autorität«, so Seitz. Boller habe nicht nur ihn kritisiert, sondern bereits das zweite Mal seine Mannschaftskameraden. Boller selbst sagte gegenüber dem GEA: »Ich bin zum Rücktritt aufgefordert worden.«

Seine Elf werde bei den Stuttgarter Kickers »alles daran setzen«, eine Runde weiterzukommen, verspricht der Reutlinger Kommandogeber. Der Sieger von heute Abend tritt im Viertelfinale beim Oberligisten SV Bonlanden an. Seitz: »Das wäre keine leichte, aber eine machbare Aufgabe. Und ab dem Halbfinale ist alles möglich.«

Der Coach weiß allerdings auch, dass sich sein Team bei den Kickers auf einen heißen Tanz einstellen muss. Er habe den Drittliga-Absteiger im Heimspiel gegen 1860 München II (1:1) beobachtet. »Da haben mir die Stuttgarter imponiert, weil sie wahnsinnig viel Feuer entfachten und Leidenschaft zeigten.« In der Punkterunde haben die Kickers nur zwei Punkte mehr als der SSV auf dem Konto. Auffallend sind aber die lediglich sieben Gegentore. Reutlingen musste bereits 17 Mal einen Treffer einstecken .

Personell siehts beim SSV etwas besser als vor dem Freiburg-Spiel, aber längst nicht rosig aus. Andreas Rill absolvierte gestern eine Laufeinheit und dürfte heute im defensiven Mittelfeld in der Startformation stehen. Wieder einsatzfähig ist auch Angreifer Anton Makarenko, den zuletzt ein Magen-Darm-Infekt außer Gefecht setzte. Abwehrspieler Ivan Cosic hat weiterhin mit der Patellasehne Probleme und nimmt voraussichtlich als Joker auf der Bank Platz. Definitiv ausfallen werden Linksverteidiger Thomas Mayer (muskuläre Probleme), der gegen Freiburg nach 39 Minuten vom Platz musste, und der seit Wochen fehlende Alexander Schreckinger.

Reutlinger General-Anzeiger

Presse zu VfL Kirchheim – Stuttgarter Kickers II (2:2)

Gühring klaut dem VfL zwei Punkte

Starker Kickers-Keeper will in die Regionalliga

Seit drei Spieltagen ist der VfL Kirchheim in der Fußball-Oberliga jetzt ohne Sieg: Der Vorsprung an der Tabellenspitze schmilzt und schmilzt. Diesmal spuckte Patrick Gühring dem VfL in die Suppe.

KLAUS-DIETER LEIB

Kirchheim. Waren es am siebten Spieltag noch fünf Punkte Vorsprung, ist dieser drei Spieltage später bis auf einen Zähler zusammen-geschrumpft. Hatte die Baumann-Elf in den ersten sieben Spielen nur zwei Gegentore kassiert, waren es in den letzten drei Begegnungen fünf an der Zahl: So frisch, wie die VfL-Kicker aus den Startlöchern gekommen sind, sind sie längst nicht mehr. „Wir dürfen jetzt die Köpfe aber nicht hängen lassen“, fordert Trainer Rolf Baumann. Trotz der unnötigen Punkteteilung war der Kirchheimer Coach mit dem Spiel seiner Mannschaft gegen die Stuttgarter Kickers (2:2) sogar zufrieden: „Wir haben heute Fußball gespielt, wie ich mir das vorstelle. Nur mit der Chancenauswertung kann ich nicht zufrieden sein.“

Obwohl es nach 65 Spielminuten nur 1:1 gestanden hatte, nahm Baumann seinen gefährlichsten Stürmer Antonio Tunjic (sieben Saisontore) dann aus dem Spiel. Was der 24-Jährige nicht ganz nachvollziehen konnte, denn ohne Abklatschen mit dem Trainer ging Tunjic schnurstracks in die Katakomben. Diese Aktion nahm Baumann auf der Pressekonferenz seinem Torjäger nicht übel: „Ich denke, jeder Spieler ist enttäuscht, wenn er ausgewechselt wird.“ Kurz darauf verletzte sich auch noch Maximilian Laible (Schienbeinprellung) und musste ebenfalls ausgewechselt werden. Überraschend brachte der VfL-Übungsleiter erneut keinen weiteren Stürmer. Damit musste Visar Braha ein weiteres Mal 90 Minuten auf der Auswechselbank schmoren. Doch für den VfL-Coach („Visar ist selten im Training“) ist der 22-Jährige im Moment keine Alternative.

Ein altbekannter Kirchheimer Spieler war diesmal Erfolgsgarant dafür, dass der Tabellenletzte für eine Überraschung sorgen konnte: VfL-Ex-Keeper Patrick Gühring hatte vor allem in der zweiten Halbzeit mit teilweise glänzenden Paraden großen Anteil am Punktgewinn. Was ihn besonders freute: „Wenn man als Tabellenletzter beim Spitzenreiter einen Punkt holt, ist dies eine großartige Leistung.“ Ob es für ihn eine besondere Genugtuung war, seinen alten Mannschaftskollegen ein Bein zu stellen? „Nein“, sagte er. Dass Kirchheim so erfolgreich in die neue Saison gestartet ist, wundert den Ex-VfL-Keeper nicht: „Dieser Erfolg ist auch noch ein Verdienst von Trainer Michael Rentschler, der in Kirchheim hervorragende Arbeit geleistet hat.“ Bei den Stuttgarter Kickers hat der 29-Jährige große Pläne. „Ich rechne mir Chancen aus, bald in der Regionalligaelf zu spielen. In drei bis vier Wochen könnte es so weit seit“, verkündete Gühring selbstbewusst. Seit er in der Landeshauptstadt spielt, trainiert er stets bei der ersten Mannschaft mit und ist oft Ersatztorwart bei Spielen.

Nun steht für den VfL wegen des DFB-Länderpokals ein spielfreies Wochenende an, bevor es am 17. Oktober zum ASV Durlach geht. Am kommenden Freitag bestreiten die Teckstädter ein Testspiel gegen den Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach an der Jesinger Allee.

Vorberichte Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen

Seitz-Elf im WFV-Pokalderby gefordert

Bereits am Dienstag (19 Uhr) kann die SSV-Elf Wiedergutmachung für die 1:4-Heimpleite gegen den SC Freiburg II betreiben. Bei den Stuttgarter Kickers kämpfen die Nullfünfer um den Einzug ins Viertelfinale im württembergischen Verbandspokal. Doch das Spiel gegen den Drittliga-Absteiger wird keine leichte Aufgabe für die Kreuzeiche-Kicker.

„Wir müssen uns jetzt sammeln und alle Kräfte auf das wichtige Pokalspiel bei den Stuttgarter Kickers konzentrieren“, erklärte SSV-Trainer Roland Seitz gleich nach der 1:4-Heimpleite gegen den Freiburger Bundesliganachwuchs. Und der Reutlinger Kommandogeber hat damit Recht – viel Zeit bleibt den Nullfünfern vor dem WFV-Pokalderby schließlich nicht. Schon am Dienstag müssen die Reutlinger im Gazi-Stadion an der Waldau zum Flutlichtspiel antreten. Trotz der zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle wollen die Kreuzeiche-Kicker den Stuttgartern Paroli bieten.

Pokalpaket im Angebot

Karten gibt es im Vorverkauf auf der SSV-Fußball-Geschäftsstelle. Stehplatzkarten kosten 8,50 Euro für Erwachsene (ermäßigte Karten gibt es für 7,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 bezahlen 5,50 Euro). Zudem bieten die Stuttgarter Kickers ein „Pokal-Paket“ für 12,50 Euro an. Dieses beinhaltet neben einer Stehplatzkarte auch eine Stadionwurst und ein Getränk im Gazi-Stadion auf der Waldau. Die Zuschauereinahmen werden im WFV-Pokal bekanntlich zwischen den Vereinen geteilt. Der Kreuzeiche-Klub siegte im Pokal bereits gegen die TSG Balingen (3:0), den FV 08 Rottweil (3:0) und die SG Empfingen (4:1). Die im Achtelfinale gastgebenden Stuttgarter Kickers siegten beim SV Baiersbronn (11:0), beim TSV Altdorf (7:0) und beim VfL Herrenberg (1:0).

Zuletzt gelang den Stuttgartern ein 2:0-Heimerfolg gegen den Karlsruher SC II. Die Kickers belegen in der Regionalliga-Tabelle den achten Rang, holten bereits vier Siege und ebensoviele Unentschieden. Nur zweimal gingen die Stuttgarter als Verlierer vom Platz. Im Schnitt sahen 2515 Zuschauer die Heimspiele der „Blauen“ – auf die Zuschauerzahl im WFV-Pokal kann man daher gespannt sein. Die Nullfünfer hoffen dabei natürlich auf die Unterstützung durch zahlreiche SSV-Fans, die in der Vergangenheit schon öfter für „Heimspiele“ an der Waldau gesorgt haben.

SSV-News.de

Reutlingen Freiburg 1:4 – SSV nur ein Spielball der Breisgauer. Zu viele Verletzte. Wer kann im Pokal auflaufen?
SSV Reutlingen: Gegen Kickers auf die Zähne beißen

VON FRANK PLEYER

REUTLINGEN. Nichts wars mit dem Geburtstags-Wunsch des Trainers: Am Tag nach seinem 45. Geburtstag hatte sich Roland Seitz einen Sieg gegen den noch ungeschlagenen SC Freiburg II gewünscht, seine Mannschaft wurde stattdessen zum Spielball der Breisgauer. Mit 1:4 (1:3) kassierte Fußball-Regionalligist SSV Reutlingen eine heftige Schlappe und setzte damit die Reihe der Pleiten an der Kreuzeiche fort. Bereits gegen Karlsruhe II (0:1) und Bamberg (1:1) hatten die Resultate für Frust gesorgt.

Die Gastgeber wurden von den Breisgauern in der Abwehr nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Einziger Trost: Vermutlich hätten die Reutlinger auch an einem besseren Tag keine ernsthafte Chance gegen das Klasse-Team aus Freiburg gehabt. Hinzu kam vor 1 900 Zuschauern, dass der SSV erstmals in dieser Saison durch eine lange Verletztenliste zurückgeworfen wurde. »Heute ist das eingetreten, was ich schon seit einem Vierteljahr sage: Wenn wir einige Verletzte haben, werden wir wegen der fehlenden Breite des Kaders Probleme bekommen«, stellte Seitz fest.

Ivan Cosic war gelb-gesperrt, Alexander Schreckinger und Andreas Rill fielen verletzt aus, wobei Rill nach einem Belastungstest wenige Minuten vor Spielbeginn abwinken musste. Der bereits angeschlagene Thomas Mayer musste nach 39 Minuten vom Feld genommen werden, Ümit Oytun hatte wegen eines Infekts die vergangenen Tage kaum trainiert und Anton Makarenko (Magen-Darm-Erkrankung) stand bestenfalls für einen Kurzauftritt zur Verfügung. Die Elf, die dann auflief, hatte Riesen-Probleme mit den ballsicheren und blitzartig nach vorne stoßenden Freiburgern, die immer wieder mutterseelenallein vor SSV-Schlussmann Tobias Linse auftauchten. So gerieten die Gastgeber schnell durch Tore von Daniel Caligiuri (18.) und Nicolas Höfler (28.) bei diesem Gegentor schlief die SSV-Abwehr nach einem SC-Eckball völlig früh 0:2 in Rückstand. Zwar gelang durch Marco Tuccis drittes Saisontor der Anschlusstreffer (33.), doch postwendend stellte Julien Matter nach einem SC-Konter den alten Abstand wieder her (36.). Damit war die Partie entschieden.

Das 1:4 durch Simon Brandstetter (52.) hätte noch nicht der Endstand sein müssen, doch Linse verhinderte mit einem gehaltenen Foulelfmeter von Caligiuri weiteren Flurschaden für die Nullfünfer (62.). »Für unsere dummen Fehler sind wir bestraft worden«, ärgerte sich Offensivspieler Alexander Blessin. Kapitän Sascha Boller monierte, dass man »kein Konzept« habe. »Wir wissen nicht, wie wir nach vorne spielen wollen.« Seitz gab Boller mit auf den Weg, er solle nicht Andere kritisieren. »Heute ist einfach alles negativ gelaufen.«

Nun muss der Coach für das enorm wichtige Achtelfinal-Pokalspiel am Dienstag (19 Uhr) bei den Stuttgarter Kickers erneut Alternativ-Lösungen auf mehreren Positionen austüfteln. Denn wer von den Verletzten dann einsatzfähig ist, steht in den Sternen. »Wir hoffen, dass wir Andreas Rill mit seiner Oberschenkelverhärtung bis dahin wieder hinkriegen«, sagte Mannschaftsarzt Dr. Gunnar Teucher. Bei Mayer ist es schwieriger, weil der 25-Jährige eine Zerrung hat. »Gegen die Kickers muss sich jeder noch mal auskotzen. Danach können wir uns zehn Tage erholen«, fordert Seitz totalen Einsatz. (GEA)

Reutlinger General Anzeiger

Presse zu Stuttgarter Kickers – Karlsruher SC II (2:0)

Unterschiedliche Vorzeichen

Regionalliga Die Stuttgarter Kickers gewinnen die Generalprobe für das Pokalderby, während der Gegner SSV Reutlingen mit 1:4 gegen den SC Freiburg II verliert. Von Joachim Klumpp

Zum ersten Heimspiel der Saison (gegen den SV Wehen Wiesbaden II) hatte der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers eine Umfrage unter mehr als zweihundert Fans gemacht; das Ergebnis liegt inzwischen vor. Auf die Frage „Wo sehen Sie die Kickers am Saisonende?“, antwortete die überwiegende Mehrheit, nämlich 84,2 Prozent: im Mittelfeld. Wenn darunter die Plätze sieben bis zwölf zu rechnen sind, dann liegt die Mannschaft nach dem 2:0 gegen den Karlsruher II also im Soll. So sieht es auch der Trainer Dirk Schuster: „Wir können mit dem Erreichten zufrieden sein.“

Und selbst der Trainer Frank Leicht vom Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt II zeigte sich auf der Tribüne beeindruckt, „wie gut die Kickers Fußball spielen“. Wobei der Sieg wichtig war, schließlich drohte der Drittligaabsteiger eine Etage tiefer im Niemandsland der Tabelle zu versinken. Doch die Mannschaft hat nach der Niederlage in Pfullendorf die richtige Reaktion gezeigt, und vor allem vor der Pause den – allerdings schwachen – Gegner klar beherrscht. Der Gästetrainer Markus Kauczinski gab zu: „Da hatten wir Probleme mit dem schnellen Spiel der Kickers und viele Chancen zugelassen.“

Genutzt haben die Kickers nur eine, durch Mijo Tunjic, der wieder einmal für ein Stürmertor sorgte, wenn auch unter gnädiger Mithilfe des KSC-Torwarts Dan Twardzik, der beim zweiten Treffer durch Demis Jung ebenfalls Pate stand. Dieser Jung gehört nicht nur deshalb zu den Entdeckungen der Saison, wobei sich sein Vertrag ab 25 Einsätzen verlängert. Im Gegensatz zu anderen Spielern wie Alessandro Abruscia oder Michele Rizzi, der gelb-rot-gefährdet frühzeitig vom Platz musste; für ihn kam Franco Petruso, der kurz nach der Pause mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss selbst wieder ausgewechselt wurde.

Infolge der Wechsel zeigte Moritz Steinle, der erstmals von Beginn an spielte, seine Vielseitigkeit. Er begann rechts hinten, um dann ins defensive Mittelfeld zu rücken: „Er hat gezeigt, wie wertvoll er sein kann, und das auf verschiedenen Positionen“, lobte der Trainer Schuster das sportliche Verhalten und das charakterliche hinzu: „Er hat Geduld bewiesen und auf sein Chance gewartet.“

Dass der zweite Torwart Frank Becker die auch noch bekommt, ist ausgeschlossen. Vor Saisonbeginn für den Langzeitverletzten Luis Rodrigues (Schienbeinbruch) geholt, ist er inzwischen in der Versenkung verschwunden. „Wir suchen nach einer einvernehmlichen Lösung“, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann. Auf der Bank hat inzwischen Patrick Gühring seinen Stammplatz, auch morgen (19 Uhr) im Pokalspiel gegen den SSV Reutlingen.

Dessen Generalprobe ist gründlich misslungen. Gegen den neuen Tabellenführer SC Freiburg II setzte es eine 1:4-Niederlage, womit sich die Achterbahnergebnisse des SSV fortsetzten; ein 6:1 gegen Fürth und danach 1:5 in Pfullendorf, ein 3:1 in Alzenau und jetzt 1:4. Der Trainer Roland Seitz ahnte schon: „Die ganze Woche war voller negativer Erlebnisse – mit den Verletzungen.“ Der SSV musste gleich ohne fünf Stammspieler antreten: Rill, Schreckinger, Cosic, Makarenko, dann schied auch noch Mayer verletzt aus. Da rächte sich, dass der SSV in der Breite zu schwach besetzt ist, das weiß auch der Trainer: „Ich habe ja nichts gegen die Jungs, die kämpfen, rennen und rackern, aber es reicht eben nicht, um in der Regionalliga mithalten zu können. Das ist nicht böse gemeint, sondern Realität.“ Und die ist manchmal bitter. So hielt der Schlussmann Tobias Linse noch einen Elfmeter von Daniel Caligiuri – und verhinderte damit eine höhere Niederlage.

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Stuttgarter Zeitung

Kickers: Reutlingen kann kommen
Einziges Manko beim 2:0 gegen den KSC II sind die vergebenen Torchancen – Torwart Becker geht

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Frank Leicht verließ das Gazistadion am vergangenen Freitagabend ziemlich nachdenklich. So stark hatte der Trainer von Eintracht Frankfurt II die Stuttgarter Kickers nicht erwartet. „Hut ab vor dieser Mannschaft, sie hat immer Druck gemacht und versucht, spielerisch eine Lösung zu finden“, lobte der Spion aus Hessen die Kickers nach dem 2:0 (1:0) gegen den Karlsruher SC II.

Bevor es aber am 18. Oktober bei der Eintracht um Punkte in der Fußball-Regionalliga geht, steht für die Blauen bereits morgen (19 Uhr/Gazistadion) das WFV-Pokal-Achtelfinale gegen den SSV Reutlingen auf dem Programm. Und eines steht vor dem Derby fest: Die Form der Blauen stimmt wieder. Gegenüber der schwachen Leistung beim 0:1 in Pfullendorf steigerte sich die Mannschaft in allen Belangen. Nur ein paar Minuten nach der Pause passten sich die Kickers dem schwachen Niveau des KSC II an, doch ansonsten überzeugten die enorm kampf- und laufstarken Blauen mit erfrischendem Tempo- und Kombinationsfußball. Nur ein Manko bleibt: die schwache Chancenverwertung. Allein Stürmer Mijo Tunjic, der ein gutes Spiel machte und auch das 1:0 erzielte, hätte drei weitere Treffer erzielen können. „Am Torabschluss werden wir weiter hart arbeiten, dann müssen wir in so einem Spiel auch nicht bis zur 87. Minute zittern“, sagte Kickers-Trainer Dirk Schuster, der hinterher an ein blaues Urgestein ein Sonderlob verteilte: „Moritz Steinle hat ein Riesenspiel gemacht.“ Und das auf zwei verschiedenen Positionen: Erst gab er rechts in der Viererkette wertvolle Impulse. Später, nachdem Michele Rizzi (Gelb-Rot-Gefahr) raus musste, übernahm Steinle das Kommando im zentralen Mittelfeld. Da der KSC die Kickers-Defensive nicht richtig forderte, kam von Außenverteidiger Alessandro Abruscia wertvolle Unterstützung im Spielaufbau. Das Eigengewächs hat in dieser Runde den größten Sprung nach vorne gemacht. Kein Wunder, dass Schuster sich vergangene Woche bereits mit Abruscias Berater Jürgen Schwab über eine vorzeitige Vertragsverlängerung des Talents unterhielt.

Ein anderer 19-Jähriger spielt bei den Blauen dagegen keine Rolle mehr. Der Vertrag mit Torwart Frank Becker wird wahrscheinlich noch in dieser Woche aufgelöst. Er war für den verletzten Luis Rodrigues zu Saisonbeginn von der U 19 des 1. FC Köln verpflichtet worden, kam aber zuletzt nicht einmal mehr in der Oberligamannschaft der Kickers zum Einsatz.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers siegen hochverdient

Stuttgart (bw) – Die Stuttgarter Kickers bleiben in dieser Saison zu Hause ungeschlagen. Die „Blauen“ besiegten den Karlsruher SC II am zehnten Spieltag der Fußball-Regionalliga vor 2180 Zuschauern im Gazi-Stadion hochverdient mit 2:0 (1:0) und arbeiteten sich in der Tabelle auf den achten Platz hoch. Mijo Tunjic (14. Minute) und Demis Jung (87.) sorgten mit ihren Treffern gegen die harmlosen Badener für den vierten Saisonsieg. „Die Mannschaft hat ihre Sache sehr ordentlich gemacht“, lobte Kickers-Trainer Dirk Schuster und stellte „eine deutliche Steigerung gegenüber dem Spiel in Pfullendorf“ fest. Einziges Manko war die schwache Chancenverwertung – vor allem in der temporeichen ersten Hälfte. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Morgen (19 Uhr) ist im WFV-Pokal-Achtelfinale der SSV Reutlingen auf der Waldau zu Gast.

Eßlinger Zeitung

Hochverdienter 2:0-Sieg gegen den Karlsruher SC II

Mit einem ungefährdeten 2:0-Heimerfolg endete die heutige Regionalliga-Partie der Stuttgarter Kickers gegen die 2.Mannschaft des Karlsruher SC. Vor den 2.180 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau zeigte die Mannschaft von Dirk Schuster eine überlegen geführte Partie gegen harmlose Gäste aus Baden. Mijo Tunjic traf in der 14. Minute nach einem Torwart-Fehler zum 1:0, Demis Jung entschied mit seinem Treffer zum 2:0 kurz vor Schluss die Partie (87.).