EZ: Erst KSC II, dann Reutlingen

Stuttgart (red) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers will heute (19 Uhr) im Heimspiel gegen den Karlsruher SC II zurück in die Erfolgsspur. Der Ärger nach der 0:1-Niederlage beim SC Pfullendorf ist verraucht, die Gründe sind analysiert, jetzt geht der Blick beim Tabellen-10. nach vorn. Und da stehen innerhalb von fünf Tagen zwei wichtige Spiele an. Nach dem Tabellen-16. KSC II kommt am Dienstag (19 Uhr) im WFV-Pokal-Achtelfinale der Liga-Konkurrent SSV Reutlingen ins Gazi-Stadion. „Wir wollen uns gegen Karlsruhe das nötige Selbstvertrauen für die Partie gegen Reutlingen holen“, sagt Kickers-Trainer Dirk Schuster, der selbst sechs Jahre in Karlsruhe gespielt hat. Verzichten muss der Coach auf Stürmer Dominik Salz, der sich im Training durch einen Pressschlag den großen Zeh am rechten Fuß ausgekugelt und gebrochen hat.

Eßlinger Zeitung

Vorberichte VfL Kirchheim – Stuttgarter Kickers II

Der Erwartungsdruck könnte größer nicht sein

Im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers II sind die Oberliga-Fußballer des VfL haushoher Favorit

Spitzenreiter gegen Schlusslicht: Zum ersten Mal in dieser Saison lastet auf Oberliga-Tabellenführer VfL Kirchheim die klare Favoritenbürde. Doch der morgige Gegner SV Stuttgarter Kickers II schlug sich am vergangenen Spieltag recht wacker.

REIMUND ELBE

Kirchheim. Nach sieben Siegen in Serie haben die Gipfelstürmer des VfL Kirchheim zweimal in Folge den Platz nicht mehr als Gewinner verlassen. Kein Grund zur Panik unter der Teck, jedoch vielleicht ein erster Fingerzeig, dass die Konkurrenz nicht schläft. Tabellarisch ist trotzdem noch alles im Lot, der VfL führt mit drei Punkten Vorsprung auf die Verfolger TSG 1899 Hoffenheim II und TSG Weinheim.

Morgen um 15.30 Uhr rückt mit den Stuttgarter Kickers II ein schwer gebeuteltes Team an. Nur vier Punkte aus neun Partien haben die Fußballer aus der Landeshauptstadt bisher gesammelt, auswärts gingen alle vier Partien verloren. Die Probleme sind hausgemacht. Der neue Kickers-Geschäftsführer Jens Zimmermann muss in erster Linie das Geld zusammenhalten und mahnt die Fans in diesem Zusammenhang zur Geduld. „Die Konsolidierungsphase genießt in dieser Saison oberste Priorität“, sagt Zimmermann. Die zweite Mannschaft, Tabellensiebter in der Vorsaison, leidet zwangsläufig unter den neuen Restriktionen. Da das Geld für teure Neuzugänge fehlt, wurde der Regionalliga-Kader verstärkt mit Spie­lern aus der Oberliga-Mannschaft ergänzt. Ein kaum kompensierbarer Substanzverlust für die Kickers II. Vergangenen Samstag holten die Jungs von der Waldau beim 1:1 gegen den FC Villingen immerhin den vierten Saisonzähler.

Der VfL wird derweil anfälliger in der Defensive – zumindest, wenn man den Blick auf die Zahl der Gegentore wirft. In den vergangenen zwei Spielen kassierten die Kirchheimer mehr Gegentreffer (3) als in allen sieben Partien zuvor (2). Morgen müssen die Teckstädter auf jeden Fall mit einer sich heftig wehrenden Stuttgarter Mannschaft rechnen. Bei einer Niederlage sind die Kickers fürs Erste nämlich weg vom Fenster – sie verlieren den Anschluss ans Mittelfeld.

Vergleichsweise paradiesisch ist die aktuelle VfL-Situation: 22 Punkte aus neun Partien. Trainer Rolf Baumann hat einmal mehr viele Optionen für die Mannschaftsaufstellung. Der Trend geht zu Antonio Tunjic und Maximilian Laible als Sturmduo. Ob auch der zuletzt angeschlagene Mittelfeldakteur Oliver Otto (Schulterprobleme) rechtzeitig fit wird, ist noch nicht ganz sicher. Alternativen hat Baumann jedenfalls, zudem ist er immer für eine Überraschung gut, wie er in Weinheim bewies: Kapitän Christopher Eisenhardt blieb da zunächst auf der Bank.

Morgen gibt es auch noch ein Wiedersehen der ganz besonderen Art. Bei den Kickers steht seit Saisonbeginn Patrick Gühring (28) zwischen den Pfosten. Viele Jahre war er VfL-Stammkeeper, schied vor rund neun Monaten aus dem Kader der Kirchheimer aus. Gühring war bislang bei allen Kickers-Partien im Tor, auch beim bisher einzigen Saisonsieg. Der datiert vom ersten Spieltag (2:0 gegen Durlach). Es wäre eine Oberliga-Sensation, sollten Gühring und Co. ausgerechnet bei Tabellenführer VfL der zweite „Dreier“ glücken.

VfL Kirchheim: Stowers – Eisenhardt, Er, Kauffmann, Altinsoy (Hentschel) – Hofbauer, Otto (Altinsoy), Ohran (Söylemezgiller), Polat – Tunjic, Laible.

Teckbote

StN: Selbstkritische Kickers-Spieler

Gegen KSC II soll es zurück in die Erfolgsspur gehen – Streit mit Koblenz
 
STUTTGART (jüf). Das Videostudium fiel diesmal aus. Die Spieler des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers waren bei der Aufarbeitung des 0:1 beim SC Pfullendorf gefragt. Ihre Selbstkritik deckt sich mit der Analyse von Trainer Dirk Schuster: „Die Mannschaft war nicht kompakt genug und hat sich von einem abgezockten Team den Schneid abkaufen lassen.“ Dass morgen (19 Uhr/Gazistadion) mit dem Karlsruher SC II eine junge Elf auf die Blauen trifft, ändert an der Marschroute nichts. „Wir müssen jedes Spiel wie ein Endspiel angehen“, betont Schuster, der in Karlsruhe wohnt und von 1991 bis 1997 für den KSC spielte.

Unterdessen gibt es Unstimmigkeiten mit TuS Koblenz. Im Zusammenhang mit den Transfers von David Yelldell und Mustafa Parmak zum Zweitligisten wurde den Blauen ein Testspiel mit einer Garantiesumme von 50 000 Euro zugesichert. Die Partie hätte bis zum 15. Juli stattfinden sollen, was nicht der Fall war. Kickers-Präsident Edgar Kurz hatte den im Etat veranschlagten Betrag aus der eigenen Tasche vorgestreckt. Nun liegt der Fall bei den Anwälten.

Stuttgarter Nachrichten

Dominik Salz fällt verletzt aus

Dominik Salz, Angreifer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers, hat sich am heutigen Dienstag im Training verletzt und fällt voraussichtlich in den nächsten vier Wochen aus. Der 22-Jährige hat sich den großen Zeh am rechten Fuß ausgekugelt und gebrochen. Die Stuttgarter Kickers wünschen ihrem Stürmer eine möglichst schnelle Genesung.

Offizielle Homepage

Cast: „Kickers benötigen einen Investor“

Stuttgart – Wegen der lukrativen TV-Honorare hält Cast auch die Teilnahme des Fußball-Regionalligisten am DFB-Pokal für wichtig. Hauptgrund für den Abstieg der Kickers war nach Casts Überzeugung die mangelnde Homogenität der Mannschaft. Gerade in dieser Hinsicht sieht er beim aktuellen Team der Blauen aber ausgesprochen positive Absätze.

Herr Cast, ist der 30. September ein besonderes Datum für Sie?

Nein, nach erfolgter Amtsübergabe hatte ich genügend Zeit, Abstand zu gewinnen und die Tätigkeit bei den Kickers für mich abzuschließen. Aber natürlich verfolge ich in erster Linie die sportliche Entwicklung weiter mit sehr viel Interesse.

Und?

Es sieht bislang ganz gut aus. Ich habe die Mannschaft in Freiburg und gegen Ulm gesehen, und ich muss sagen: Dirk Schuster und Alexander Malchow haben ein funktionierendes Team geformt, das geschlossen und erfrischend auftritt.

Sind Sie überrascht?

Nein, ich habe schon damit gerechnet, dass eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld möglich sein wird. Nach gut einem Viertel der Saison zeichnet sich dies auch ab.

Waren Sie an den Transferentscheidungen beteiligt?

Verträge, wie die der eigenen Nachwuchsspieler Abruscia, Jung, Tunjic, Olveira oder Türpitz haben wir noch zu meiner Zeit verlängert, auch mit Ivanusa waren wir schon sehr weit. Unter anderem bei Petruso, Köpf, Rizzi oder Gerster habe ich Empfehlungen ausgesprochen. Insgesamt macht der Kader einen harmonischen und homogenen Eindruck, der vom Teamgeist lebt.

Das war nicht immer so. War das der entscheidende Grund für den Abstieg?

Der letztjährigen Mannschaft ist es über weite Strecken nicht gelungen, ihr Leistungspotenzial abzurufen. Aus meiner Sicht hätte die sportliche Qualität zum Klassenverbleib reichen müssen, aber wir alle haben es nicht geschafft, eine homogene Truppe auf den Platz zu bekommen.

Was würden Sie im Nachhinein anders machen?

Mein Blick ist nur nach vorne gerichtet. Für die Zukunft habe ich meine Lehren aus der Zeit bei den Kickers gezogen.

Haben Sie die falschen Trainer geholt?

Die wichtigen Entscheidungen im Verein wurden immer mit dem Präsidium und Aufsichtsrat abgestimmt und gemeinsam getroffen. Unterm Strich wurden in den letzten beiden Jahren zu viele Entscheidungen gefällt, die nicht den erhofften Effekt bzw. Erfolg eingebracht haben.

Sie wurden bereits zwei Spiele vor Saisonschluss von Ihren sportlichen Aufgaben entbunden. Fühlten Sie sich als Bauernopfer?

Ich hatte die sportliche Entwicklung maßgeblich mit zu verantworten, daher war ich nur vom Zeitpunkt überrascht.

Wissen Sie noch, wie viele Trainer Sie in Degerloch erlebt haben?

(geht die Namen gedanklich durch) Es müssten acht gewesen sein.

Stimmt. Zobel war als Spieler Ihr Erster. Kraft dann der Letzte. Wurde die fehlende Kontinuität in vielen Bereichen den Kickers zum Verhängnis?

Ja. Wichtige Erfolgsfaktoren sind nun mal Kontinuität und Zusammenhalt in den Schlüsselpositionen eines Vereins, erst recht in sportlich und wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Wo stehen die Blauen in fünf Jahren?

Das vermag ich nicht zu sagen. Meiner Meinung nach benötigen die Kickers einen Investor, um nachhaltig wieder höhere Ziele anstreben zu können. Zudem sehe ich die Teilnahme am DFB-Pokal mit den deutlich erhöhten TV-Erträgen als möglichen „Rettungsanker“. Als bestes Beispiel dient im laufenden Wettbewerb der Regionalligist Eintracht Trier.

Von solchen Erträgen sind die Kickers noch weit entfernt. Sie müssen vielmehr ein Darlehen von 200.000 Euro an den DFB zurückzahlen.

Das ist natürlich eine Belastung, aber letztendlich wird der Verein deshalb nicht absteigen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Personen finden, die die Summe aufbringen werden.

In welcher Form werden Sie den Kickers verbunden bleiben?

Als Mitglied.

Beruflich sollen Sie, wie man hört, künftig beim Deutschen Fußball-Bund im Bereich Spielbetrieb mitwirken.

Ich habe mir in den letzten Jahren ein dichtes Netzwerk aufgebaut, eine Entscheidung über meine berufliche Zukunft ist aber noch nicht gefallen.

Wann wollen Sie wieder arbeiten?

So schnell wie möglich.
 

Jürgen Frey, Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Kickers II – FC 08 Villingen

FC 08 Villingen: Und wieder trifft nur Jeske

Der FC 08 Villingen spielte bei den Stuttgarter Kickers II 1:1-Unentschieden. Torschütze für die Nullachter war einmal mehr Christian Jeske, der mit seinem achten Saisontor den Ausgleich gegen das Oberliga-Schlusslicht erzielte.

Fußball-Oberliga: Stuttgarter Kickers II – FC 08 Villingen 1:1 (1:0). (daz) Eigentlich müsste FC 08 Villingens Trainer Reiner Scheu nach einem Unentschieden beim Tabellenschlusslicht der Fußball-Oberliga höchst unzufrieden sein. Schließlich zählen die Nullachter spielerisch immer noch zu den besten Mannschaften in der Liga. Doch der Fußballlehrer haderte diesmal nicht mit seiner Elf, sondern stellte die positiven Aspekte dieser Partie heraus. „Das 1:1 ist für mich ein gewonnener Punkt. Immerhin haben wir in dieser Saison zum ersten Mal einen Rückstand aufgeholt“, sagte Scheu.

Insgesamt sahen die wenigen Zuschauer in Stuttgart ein schwaches Spiel mit nur wenigen Torchancen. „Im Angriff liegt unser Problem“, hat Scheu schon vor Wochen erkannt. Ganz prekär sei die Lage, wenn der Gegner auch noch in Führung gehe und dann auf Defensive umschalte, wie das die Stuttgarter taten. „Gegen diese Spielweise finden wir einfach kein Mittel“, so Scheu. Die Ursache hierin sieht der Villinger Trainer vor allem in der Zweikampfschwäche seiner Spieler. „Wir können uns vorne bei Eins-Gegen-Eins-Situationen kaum entscheidend durchsetzen.“

Schon nach 20 Minuten mussten die Villinger bei den Kickers einem Rückstand hinterher laufen. FC 08-Mittelfeldspieler Christian Jeske foulte im eigenen Strafraum den Stuttgarter Kyei, und Schiedsrichter Neuffer zeigte auf den Elfmeterpunkt. „Diesen Strafstoß muss man nicht unbedingt pfeifen“, relativierte Jeske hinterher die folgenschwere Attacke. Unberechtigt oder nicht – Gökhan Gümüssu lief an und überwand Daniel Miletic im Tor der Nullachter.

Nachdem die Gäste aus dem Schwarzwald im ersten Durchgang einiges schuldig geblieben waren, überzeugten sie in der zweiten Halbzeit zumindest kämpferisch. Chancen blieben jedoch weiterhin Mangelware. Dass die Villinger trotz ihrer notorischen Offensivschwäche doch noch zum Ausgleich kamen, war einmal mehr Jeske zu verdanken. Nach einer feinen Flanke von Mario Ketterer hämmerte der torgefährliche Mittelfeldspieler den Ball aus 22 Meter unhaltbar für den Stuttgarter Keeper in die Maschen und erzielte Saisontor Nummer acht. „Jeske hat derzeit einen guten Lauf und eine gute Schusstechnik“, lobte Scheu den Torschützen. Auch von Tobias Bea, der nach langer Verletzung 90 Minuten durchspielte, war der FC 08-Trainer angetan. „Bea war in der Abwehr gewohnt zuverlässig und zeigte ein gutes Spiel.“

Während die Villinger Defensive mit Beas Rückkehr wieder steht, sieht es im Angriff weiterhin düster aus. German und Rudy können den schmerzlich vermissten Mario Klotz einfach nicht gleichwertig ersetzen. Doch bis der FC 08-Torjäger wieder einsatzfähig ist, dauert es noch ein Weilchen. Solange Klotz nicht fit ist, werden die Probleme im Sturm wohl bleiben. Tore: 1:0 (19.) Gümüssu, 1:1 (68.) Jeske; Schiedsrichter: Neuffer (Rutesheim); Zuschauer: 100.

FC 08 Villingen: Miletic, Bea, D’Incau, Ketterer, M’Bela (75. Jäger), Maric, Weißhaar, Nesci, German (63. Rudy), Jeske, Haibt (63. Scheu).

Südkurier

 

FC 08 Villingen: Mageres 1:1-Remis bei Kickers Stuttgart II

Villingen-Schwenningen – Oberliga: SV Stuttgarter Kickers II – FC 08 Villingen 1:1 (1:0). Im Kellerduell bei den Stuttgarter Kickers II musste der FC Villingen nach schwacher Vorstellung gestern am Ende froh sein, wenigstens einen Punkt mitgenommen zu haben.

Die Villinger starteten durchaus hoffnungsvoll, ohne allerdings in der ersten Viertelstunde einmal aufs Tor geschossen zu haben. Dagegen tauchten die mit Akteuren aus dem Regionalligakader verstärkten Kickers in der 18. Minute das erste Mal im 08-Strafraum, auf. Dabei kam Fenell gegen Christian Jeske zu Fall – und den fälligen Strafstoß verwandelte Gökhan Gümüssu zum 1:0.

Hätte nicht Villingens Torwart Daniel Miletic in der 26. Minute bei einem Gümüssu-Schuss toll reagiert, wäre vielleicht schon eine Vorentscheidung möglich gewesen. Erst kurz vor der Pause wurden die Nullachter etwas gefährlicher, und als Nesci bereits an Kickers-Keeper Patrick Gührung vorbei marschiert war, scheiterte er aus spitzem Winkel knapp.

Nach der Pause wurden die Villinger druckvoller. Als Alexander German im Strafraum umgerissen wurde, ließ Schiri Jens Neuffer aber weiterspielen. Kaum auf dem Platz, zwang Florian Rudy (64.) Gühring zu einer Glanzparade. Eine Minute später war er aber machtlos, als eine Jeske-Direktabnahme zum 1:1 im Netz einschlug. Zu mehr reichte es den Villingern aber nicht.

FC 08 Villingen: Miletic – M´Bela (ab 75. Jäger), Bea, D`Incau, Ketterer – Jeske, Weißhaar, Maric, Haibt (ab 61. Scheu) – Nesci, German (ab 61. Rudy).

Schiedsrichter: Jens Neuffer (Rutesheim).

Zuschauer: 200.

Tore: 1:0 Foulelfmeter (18.) Gümüssu, 1:1 (65.) Jeske.

Von Michael Eich

Schwarzwälder Bote

Presse zu SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers (1:0)

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Regionalliga
Nach neun Spieltagen hat sich die Spreu vom Weizengetrennt – den Kickers droht das Mittelmaß.

Von Joachim Klumpp

Edgar Kurz kennt den Weg nach Pfullendorf aus dem Effeff. Schließlich ist sein Sohn Marco dort zweieinhalb Jahre Spieler und Trainer gewesen. Am Samstagmittag nutzte der Präsident der Stuttgarter Kickers den Jahresausflug mit seiner AH-Mannschaft an den Bodensee zum Abstecher ins Geberit-Stadion. Genutzt hat die Anwesenheit nichts. Kurz sagte: „Mit Glück hätten wir 1:1 spielen, wir hätten aber auch höher verlieren können.“

Pfullendorf war – vor allem vor der Pause – auch ohne drei Stammspieler die bessere Mannschaft, und der Kickers-Kapitän Marcel Rapp musste an alter Wirkungsstätte zugeben: „Ich denke, das war unser schwächstes Spiel und zu wenig – von allem.“ Immer deutlicher wird dabei die Angriffsschwäche, egal ob die Stürmer nun Dirk Prediger, Mijo Tunjic, Dominik Salz oder Slaven Jokic heißen. Auch der Trainer Dirk Schuster weiß angesichts von neun Treffern in neun Spielen: „Unsere Grenzen in der Offensive wurden aufgezeigt.“

Und Besserung ist nicht in Sicht. Zwar gibt es auch nach Ende der Transferperiode genug arbeitslose und somit wechselberechtigte Spieler auf dem Markt (nicht nur einen Angelo Vaccaro), aber angesichts von insgesamt nur gut 550 000 Euro für den gesamten Kader kein Geld bei den Kickers: „Wir sind froh, wenn wir unseren laufenden Verpflichtungen nachkommen können“, sagt Kurz. Das ist auch der Haken bei möglichen Vertragsverlängerungen mit Spielern wie Demis Jung, Michele Rizzi oder Alessandro Abruscia: den Eigengewächsen kann frühestens für die nächste Saison mehr Gehalt geboten werden – ob das als Anreiz reicht?

Zumindest für eine Verlängerung der Amtszeit von Edgar Kurz müssen die Kickers nicht in die Tasche greifen. Der Präsident hat seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, am 24. November bei der Hauptversammlung zur Verfügung zu stehen, „wenn die Rahmenbedingungen stimmen“. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Rainer Lorz sagt: „Wir sind bereit weiterzumachen, wenn die Mannschaft stimmt.“ Nicht die auf dem Platz, wo Lorz mit einem Rang zwischen fünf und acht zufrieden wäre, sondern daneben: mit Kurz an der Spitze. Von der Spitze sind die Kickers neun Plätze weg, und Schuster weiß: „Wichtig ist jetzt, dass wir am Freitag den KSC II schlagen.“

Danach folgt dann das WFV-Pokalderby gegen den SSV Reutlingen. Der wiederum hat sich mit dem 3:1-Sieg in Alzenau aus der kleinen Krise geschossen, und liegt wieder im Soll. Vor allem dank Alban Meha, der erneut zwei Treffer erzielte, darunter einen seiner gefürchteten Freistöße. „Das 2:0 hätte uns mehr Sicherheit geben müssen“, sagte der SSV-Trainer Roland Seitz, der im Sommer zum Ziel (vielsagend) gesagt hatte: „Ein Platz zwischen eins und neun.“ Vom Aufstieg allerdings ist der SSV doch ein Stück entfernt, das sieht auch der Trainer Seitz so: „Beide Mannschaften hatten in der Defensive Probleme, das darf in der vierten Liga so nicht passieren.“

(…)

Stuttgarter Zeitung

Schuster: Kickers fehlt noch die Erfahrung

Beim 0:1 in Pfullendorf muss der Trainer das Team erst wachrütteln

STUTTGART (StN). Aus Niederlagen lernen, so lautet das Motto der Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga. Beim SC Pfullendorf gab es für die Blauen die Lektion, wie man dem Gegner den Schneid abkauft. „Pfullendorf hat ein abgezocktes Team“, sagte Kickers-Coach Dirk Schuster nach dem 0:1, „die Routiniers haben uns mit kleinen Tricks und mit Aktionen am Rande der Legalität völlig aus der Bahn geworfen.“ In der ersten Hälfte ging bei Stuttgart fast nichts, das 0:1 war geschmeichelt. In der Pause machte der Trainer „eine klare Ansprache“. Offenbar fand Schuster die richtigen Worte – plötzlich waren die Kickers präsenter und erarbeiteten sich sogar ein Übergewicht. Nur zum Ausgleich reichte es nicht. „Meine Mannschaft ist noch unerfahren, aber wir werden aus dieser Partie die richtigen Lehren ziehen“, sagte Schuster. Wer sich davon überzeugen will, kann am Freitag (19 Uhr) die Partie gegen den KSC II im Gazistadion besuchen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers unterliegen in Pfullendorf

Pfullendorf (red) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat seine zweite Saisonniederlage kassiert und ist auf den zehnten Tabellenplatz abgerutscht. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster unterlag beim SC Pfullendorf mit 0:1 (0:1). Vor 900 Zuschauern erzielte Spetim Muzliukaj in der 43. Minute per Kopf den entscheidenden Treffer für die Pfullendorfer, die damit zu Hause ungeschlagen bleiben. Die Kickers, bei denen Mijo Tunjic zum ersten Mal von Beginn an stürmen durfte, kamen nach einer schwachen ersten Hälfte erst in der Schlussphase zu klaren Torchancen. „Wir haben heute nach unserer schlechtesten ersten Hälfte in dieser Saison eine sehr ordentliche Leistung im zweiten Abschnitt gezeigt“, sagte Schuster: „Aber der Pfullendorfer Sieg ist sicher nicht unverdient.“

Eßlinger Zeitung

SCP beweist Heimstärke

(PFULLENDORF/ok) Der SC Pfullendorf pflegt weiterhin den Kontakt zur Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga: Trotz mehrerer hochkarätiger personeller Ausfälle gelang der Schneck-Elf am Samstag ein verdienter 1:0-Heimsieg über die Stuttgarter Kickers.

Auf einem Bänkchen unweit des Spielfeldrandes saß einsam Georges Ekounda. Eigentlich hatte der Kamerun-Neuzugang fest vorgehabt, am Samstag gegen die Stuttgarter Kickers sein erstes Saisontor für den SC Pfullendorf zu erzielen, doch eine schwere Verletzung der Adduktoren im Training unter der Woche zwang die Pfullendorfer Offensivhoffnung im Baden-Württemberg-Derby zum Zusehen. Schlimmer noch: „Er hat einen Adduktorenriss und wird uns acht bis zwölf Wochen fehlen. In der Vorrunde können wir deshalb kaum noch mit Georges Rückkehr rechnen“, sagte SCP-Coach Walter Schneck. „Das ist bitter“ seufzte der 24-jährige Afrikaner, „ich hatte so viel vor hier.“ Ohne die Kreativ-Abteilung Ekounda, Saccone (Aduduktoren) und Hagg (grippe) gegen die Stuttgarter Kickers, die die letzten vier Spiele in der Geberit-Arena gewonnen hatten – das konnte eigentlich gar nicht gutgehen. Ging es aber. Und dafür gab es mindestens drei gute Gründe. Erstens; Die Abwehr wurde von Kapitän Mathias Kiefer hervorragend organisiert. und hatte in Tobias Kunter (23) ihren herausragenden Akteur. Zweitens: Im Mittelfeld brillierte einmal mehr Fabio Dell’Era (21). Der Ex-Freiburger glänzte nicht nur mit technischen Kabinettstückchen, sondern fädelte immer wieder gekonnt Pfullendorfer Offensivaktionen ein oder schloss selbst ab, wie in der 14. Minute, als er aus 20 Metern nur die Latte traf. Drittens: Spetim Muzliukay brach endlich den Bann, mit dem die Pfullendorfer Stürmer in den bisherigen Spielen belegt schienen: Er erzielte das erste Tor eines nominellen SCP-Angreifers in dieser Saison (43.): Eine abgefälschte Flanke des agilen Sandrino Braun, der immer wieder energisch über rechts kam, drückte der Deutsch-Albaner per Kopf an den langen Innenpfosten, von wo aus der Ball ins Netz sprang. Nach der Pause wurden die Kickers, bei denen die Ex-Pfullendorfer Marcel Rapp (Innenverteidigung) und Fabian Gerster (Außenverteidiger) einen soliden Part spielten, ein wenig stärker. In Abschnitt zwei machten es die Gastgeber unnötig spannend, weil in der Schlussviertelstunde mehrere beste Konterchancen nicht ausgespielt wurden.

Schwäbische Zeitung

SC Pfullendorf zittert sich zum Sieg

Den Trend seiner Heimstärke bestätigte der SC Pfullendorf abermals. Mit 1:0 wurden die Stuttgarter Kickers in einem sehr spannenden Spiel bezwungen – Matchwinner Shpetim Muzliukaj sorgte für den vierten Heimsieg in Folge.

Im Vergleich zum 0:1 in Nürnberg krempelte Pfullendorfs Trainer Walter Schneck sein Team auf sechs Positionen um. Piero Saccone musste wegen Adduktorenproblemen und Patrick Hagg wegen einer Grippe passen. Am schwersten aber wiegt der Ausfall von Sturmtank Georges Ekounda, der sich einen Adduktorenriss zuzog und erst wieder mit Rückrundenstart verfügbar sein dürfte. Doch das Vertretungspersonal machte gegen die „Stukis“ seine Sache gut. Überragend: Tobias Kunter, der im Abwehrzentrum alle direkten Duelle ob am Boden oder in der Luft für sich entschied.

Zudem hatte Schneck sein Spielsystem dem der Stuttgarter Kickers mit zwei Sturmspitzen angepasst. Zurecht sah er die erste Hälfte sehr positiv: „Das war Klassefußball. Da haben wir phasenweise prima kombiniert und auch unser Tor gemacht!“ Shpetim Muzliukaj wurde zum Matchwinner, indem er eine Vorlage von Sandrino Braun, von Kickers-Abwehrmann Simon Köpf noch abgefälscht, herrlich per Kopf in den Winkel zwirbelte (43.).

Pfullendorf begann sehr kampfstark. Nachdem der großartige Fabio Dell’Era nach 17 Minuten ansatzlos einen Schuss gegen das Quergebälk setzte, sahen die 900 Besucher einen Sportclub, der sich bis zur Pause eine klare optische Überlegenheit und ein Chancenübergewicht von 5:1 verschaffte. Doch das größte Manko schien bei gefühlten 75 Prozent Ballbesitz die mangelnde Durchschlagskraft zu sein. So flog ein Freistoß Dell’Eras ans Außennetz (27.), scheiterte Muzliukaj an Kickers-Schlussmann Daniel Wagner (35.), ehe er den hochverdienten Führungstreffer erzielte.

Kickers-Coach Dirk Schuster haderte damit, dass seine grellgelb-schwarz gewandeten „Blauen“ bis dahin „partout kein Mittel gegen einen kompromisslosen Gegner“ fanden. Erst im zweiten Abschnitt waren die „Stukis“ präsenter, zeigten sich zweikampfstärker und im Angriff durch die Hereinnahme von Christian Grujicic und Slaven Jokic variabler. Und ihre Fans machten mit ihren gezündeten Rauchbomben kräftig Stunk.

Der SCP musste um seinen dünnen Vorsprung arg zittern. Er brauchte einen Mordsdusel beim Freistoß von Vincenzo Marchese, den SCP-Kapitän Matthias Kiefer gegen den eigenen Querbalken köpfte (78.). Und kurz vor Schluss reklamierten die Kickers „Handspiel“, als Markus Knackmuß einen Schuss von Alessandro Abruscia auf der Torlinie mit der Brust abwehrte. „Da hatten wir die Ordnung verloren und die Räume nicht mehr genutzt“, analysierte Schneck. Denn obgleich die Kickers ihre Deckung völlig entblößten, vermochte seine Elf aus effektiv vorgetragenen Konterschlägen kein Kapital zu schlagen. Aydemir Demir bremste ein Abseitspfiff, aber auch Muzliukaj und der eingewechselte Marco Daub wucherten mit ihren Pfunden.

Unter den 900 Besuchern war auch Kickers-Präsident Edgar Kurz, dessen Sohn Marco (Coach in Kaiserslautern) hier die ersten Trainermeriten erwarb. Er sieht in den beiden Ex-Pfullendorfern Marcel Rapp und Fabian Gerster wichtige Stützen und hatte schon befürchtet, dass seine „Stukis“ („Wir spielen immer am oberen Limit“) ihrem Stil einmal Tribut zollen müssen.

Südkurier

Enttäuschung nach der 0:1-Niederlage: Kickers scheitern am heimstarken SC Pfullendorf

Pfullendorf. Die Stuttgarter Kickers haben ihr Gastspiel am neunten Spieltag der Fußball-Regionalliga Süd beim SC Pfullendorf mit 0:1 (0:1) verloren. Spetim Muzliukaj gelang in der 43. Minute der spielentscheidende Treffer vor den 900 Zuschauern, darunter 350 Kickers-Fans, in der Pfullendorfer Geberit-Arena. Die Gästemannschaft von Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster verbuchte klare Torchancen erst in der Schlussphase des nicht hochklassigen aber auf spannendem Niveau stehenden Duells zwischen dem Tabellensiebten und dem Tabellenachten. „Insgesamt hätten wir aufgrund unserer guten zweiten Halbzeit mit etwas Wohlwollen einen Punkt verdient gehabt“, sagte Schuster, „der Pfullendorfer Sieg ist nicht unverdient.“

Ein Lattentreffer des Pfullendorfer Spielmachers Fabio Dell’Era in der 17. Spielminute war ganz offenkundig das Hallo-Wach-Erlebnis für die vor eigener Kulisse in dieser Saison noch ungeschlagenen Hausherren. Von diesem Zeitpunkt übernahm die Mannschaft von Trainer Walter Schneck das Kommando vor den 900 Zuschauern in der Geberit-Arena, zuvor agierten beide Teams auf Augenhöhe. Nach zuvor acht Partien, in welcher der Gäste-Trainer Schuster stets dieselbe Startformation ins Rennen geschickt hat, musste der Angreifer Dominik Salz am neunten Spieltag erstmals den Platz im Sturm der Blauen an seinen Stürmerkollegen Mijo Tunjic abgeben und vorerst auf der Bank Platz nehmen.

Die Pfullendorfer erarbeiteten sich nach Dell’Eras Aluminiumtreffer klare Vorteile und hatten auch bei der Anzahl der Tormöglichkeiten eindeutig die Nase vorne. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff des Nürnbergers Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin gelang den Gastgebern die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr überaschende Führung, nachdem der Kickers-Abwehrmann Simon Köpf den Ball bei seinem Abwehrversuch dem lauernden Muzliukaj unglücklich vor die Füße köpfte und Letzterer, ebenfalls per Kopf, zum 1:0-Halbzeitstand traf.

Dirk Schuster reagierte in der Pause und brachte in der 46. Minute Salz für Dirk Prediger in die Partie. Später kam in Christian Grujicic für den gelb-rot-gefährdeten Michele Rizzi und Slaven Jokic für Demis Jung noch weiteres Offensivpotenzial aufseiten der Gäste zum Einsatz. Diese Wechsel schienen zu fruchten, denn die Blauen präsentierten sich nun verbessert, gewannen fortan mehr Zweikämpfe und zeigten sich auch in ihrem Angriffsspiel gegen die heimstarken Oberschwaben variabler. Allein: ein Treffer gelang den Degerlochern nicht und ebenso wenig konnten die Pfullendorfer bei ihren gefährlichen Kontern etwaiges Kapital aus der nun entblößten Kickers-Defensive schlagen.

Hinzu kam das Pech für die in den letzten Minuten vehement anstürmenden Gäste, als dem SC-Akteur Markus Knackmuß in der 89.Spielminute nach einem Schussversuch von Alessandro Abruscia ein Handspiel auf der Torlinie unterlief. Erstliga-Referee Aytekin sah diese Szene jedoch anders und entschied lediglich auf Eckstoß, der letztlich aber nichts mehr einbrachte.

Fazit von Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster:
„Wir haben heute nach unserer schlechtesten ersten Halbzeit in dieser Saison eine sehr ordentliche Leistung im zweiten Abschnitt gezeigt. Anstatt von Beginn früh zu attackieren und Kombinationsfußball zu spielen haben wir uns von den heimstarken Pfullendorfern den Schneid abkaufen lassen und sind lange Zeit nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Nach dem Seitenwechsel hat sich meine Mannschaft ganz anders präsentiert, was das klar bessere Team und hätte sich unter dem Strich mit etwas Wohlwollen durchaus einen Punkt verdient gehabt.“

Die Spielstatistik:

SC Pfullendorf: Hermanutz – Müller, Kiefer, Falkenmayer, Braun – Konrad – Kunter, Dell’Era (90.+3 Straub), Knackmuß, – Muzliukaj (90. Narr), Demir (75. Daub). Trainer: Schneck.
Stuttgarter Kickers: Wagner – Abruscia, Köpf, Rapp, Gerster – Rizzi (65. Grujicic) – Jung (81. Jokic), Ivanusa – Marchese – Tunjic, Prediger (46. Salz). Trainer: Schuster.

Schiedsrichter:
Aytekin (Nürnberg)

Tore:
1:0 Muzliukaj (43.)

Besondere Vorkommnisse:

Gelbe Karten:
– / Rizzi, Marchese

Zuschauer:
900 Fans in der Pfullendorfer Geberit-Arena

 

Quelle: Stuttgarter Kickers