Holländer im Probetraining, Manuel Salz angeschlagen

Stuttgart (jüf) – Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen: Nach drei Niederlagen hintereinander bezieht Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers von Freitag an ein Trainingslager in Teinach. „Ich will die Jungs zusammenhaben, um viele Gespräche führen zu können“, sagt Trainer Stefan Minkwitz vor dem Heimspiel am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen den SV Sandhausen.

Unterdessen haben die Kickers noch bis zum heutigen Donnerstag einen Trainingsgast: Orlando Smeekes (27), der zuletzt beim holländischen Zweitligisten Go Ahead Eagles Deventer am Ball war. Minkwitz“ erster Eindruck von dem 27-Jährigen: „Ein pfeilschneller Mann mit starken Offensivqualitäten.“ Ob er verpflichtet wird, ist offen. Bangen müssen die Blauen noch um den Einsatz von Manuel Salz: Der Torwart leidet an einer Knöchelverletzung.

Stuttgarter Nachrichten

U23 zieht ins Achtelfinale ein – 3:2 Sieg in Empfingen

Die „kleinen Blauen“ erreichten am Mittwoch Abend die nächste Runde im wfv-Pokal. In einem echten Pokal-Fight bezwang das Team von Trainer Björn Hinck die SG Empfingen mit 3:2 (1:1) und steht damit im Achtelfinale des diesjährigen Wettbewerbes.

Die Kickers waren über neunzig Minuten die spielbestimmende Mannschaft und gingen zweimal in Führung, den Gastgebern gelang aber jedesmal der schnelle Ausgleich. Zunächst traf Antonio Tunjic in der 28. Spielminute zum 1:0 für die Kickers, nur drei Minuten später gelang Empfingen der Ausgleich. So blieb es auch bis zur Halbzeit. In der zweiten Spielhälfte das gleiche Bild. Nachdem Michele Rizzi sein Team wieder in Front brachte (69. Minute), fast postwendend wieder der Ausgleich, der in der 71. Spielminute nach einem sehenswerten Freistoß fiel.

Der Landesligist konnte damit das Spiel bis zum Schluss offen halten, am Ende holten sich aber die Kickers den verdienten Sieg. Marko Kovac nutzte in der 89. Minute die Unsicherheiten im Empfinger Strafraum aus und traf zum entscheidenen 3:2 für die Degerlocher.

„Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und zweimal eine Führung vergeben. Über das ganze Spiel gesehen, haben wir aber verdient gewonnen“; so Björn Hinck nach dem Spiel.

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Provisorische Spezialcontainer für Polizeiwache angekommen

Provisorische Polizeiwache steht
Spezialcontainer sind auf der Waldau angekommen – Abnahme durch Ämter erfolgt morgen

Vor knapp einem Monat ist die dritte Liga in die Saison gestartet, gestern sind auf der Waldau endlich die erforderlichen Container für die Polizei angekommen. Bis zum Umbau der Haupttribüne in der nächsten Saison dienen sie als provisorische Stadionwache.

Von Markus Heffner

Sportlich läuft es bei den Stuttgarter Kickers derzeit mit null Punkten und null Toren aus drei Spielen alles andere als gut, aber wenigstens ist der Drittligist von der Waldau seit gestern eine andere Sorge los. Fast einen Monat nach dem Saisonstart in der neuen dritten Liga sind nun endlich die notwendigen Container geliefert worden, die als provisorische Stadionwache dienen sollen.

Um zwölf Uhr mittags wurde der letzte von insgesamt sieben umgebauten Containern neben der Haupttribüne des Gazi-Stadions abgeladen, bis zum Wochenende müsse nun noch die nötige technische Ausstattung eingebaut werden, sagt Polizeisprecher Olef Petersen. Das Heimspiel der Kickers am Sonntag gegen den Tabellenvierzehnten SV Sandhausen kann damit wohl wie geplant um 14 Uhr im Gazi-Stadion angepfiffen werden, die endgültige Abnahme der vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorgeschriebenen Arrestzellen und Vernehmungsräume steht allerdings noch aus. Eine gemeinsame Begehung durch Vertreter der zuständigen Ämter ist laut Oliver Willikonsky für morgen geplant. „Wir gehen davon aus, dass die DFB-Auflagen damit erfüllt sind“, so der Referent der Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann.

Weil die provisorische Wache nicht fristgerecht zum Saisonbeginn geliefert worden war, musste das erste Heimspiel der VfB-Amateure von der Waldau ins Daimlerstadion verlegt werden. Die Polizei hatte den Spielbetrieb im Gazi-Stadion aus Sicherheitsgründen nicht freigegeben. Unter anderem hatte auch die Videoüberwachung die Vorgaben des DFB nicht erfüllt.

Nachdem kurzfristig nachgebessert worden war, konnten zumindest die Kickers ihr erstes Heimspiel gegen Düsseldorf im eigenen Stadion bestreiten. Allerdings musste die Polizei dafür einiges an Mehraufwand in Kauf nehmen: Unter anderem mussten einige renitente Gästefans ins Polizeipräsidium auf dem Pragsattel gefahren werden, weil die Arrestzellen in den verglasten Interimscontainern die Sicherheitsstandards nicht erfüllten.

Seit gestern scheint nun zumindest das vom DFB für diese Saison genehmigte Provisorium zu stehen. Eigentlich muss jedes Stadion in der dritten Liga eine richtige Polizeiwache haben und auch weitere Auflagen erfüllen. Um das Gazi-Stadion drittligatauglich zu machen, ist zum Ende der Spielzeit ein Umbau für 5,4 Millionen Euro geplant.

Stuttgarter Zeitung

Arrestzellen im Gazistadion
Polizei soll Provisorium bis zum Sonntag beziehen

Fans des SV Sandhausen aufgepasst: Wer sich am Sonntag beim Drittliga-Spiel gegen die Stuttgarter Kickers danebenbenimmt, kommt an Ort und Stelle hinter Gitter. Derzeit werden im Gazistadion die bisher fehlenden, von der Deutschen Fußballiga (DFL) aber geforderten Arrestcontainer aufgebaut.

VON MICHAEL DEUFEL

Einzelsitze, stärkeres Flutlicht, Videoüberwachung, Medienräume – die Anforderungen, wie sie die DFL an ein Stadion der dritten Liga bis zur Spielzeit 2009/2010 stellt, sind hoch. Zu hoch, argwöhnen manche in Degerloch immer noch. Weil etliche Vereine der Liga von problematischen Fangruppen begleitet werden, muss die Arena auf der Waldau für über Hundert Polizeibeamte vernünftige Arbeitsbedingungen bieten. Um das Gazistadion, in dem auch das zweite Team des VfB seine Heimspiele austrägt, dafür fit zu bekommen, muss die Stadt zunächst rund 300 000 Euro lockermachen.

Bis zum Dienstag wurden nun die Container für die provisorische Polizeiwache auf mehreren Lastwagen angeliefert, besser gesagt, die Bauteile dafür. Die neuen Baracken sollen das bisherige Provisorium ersetzen. Oliver Willikonsky, Referent von Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann, wunderte sich zwar darüber, „dass es sich nicht um fertige Container handelt“. Er rechnet aber fest damit, dass die Beamten am Sonntag zum Spiel der Kickers gegen Sandhausen die Räume beziehen können, inklusive brauchbarer Arrestzellen für pöbelnde und randalierende Stadionbesucher.

In die bisherigen mit scharfkantigen Gitterstäben, offenen Steckdosen und Ähnlichem versehenen Räume hätten unmöglich in der Regel alkoholisierte Rabauken eingesperrt werden können, heißt es bei der Polizei. Weshalb die Heimpremiere der Blauen vor zweieinhalb Wochen gegen Fortuna Düsseldorf beinahe nicht an angestammter Stätte stattgefunden hätte. Die Polizei wollte das Gazistadion für den Spielbetrieb sperren. „Die nötigen Sicherheitsanforderungen waren nicht erfüllt“, so Polizeisprecher Olef Petersen. Randalierer wie etwa während des Düsseldorf-Spiels ins Polizeipräsidium auf den Pragsattel zu verfrachten, erfordere zudem einen erheblichen personellen Mehraufwand. „Wir werden sehen, ob das nun nicht mehr nötig ist.“

Am Donnerstag nimmt die Polizei die Container in Augenschein, am Freitag das Baurechtsamt, sagt Manfred Haas, beim Sportamt zuständig für Stuttgarts Stadien. Rund 70 000 Euro zusätzlich wurden laut Oliver Willikonsky zunächst fürs Nachbessern nötig. Bis zur nächsten Saison soll die Haupttribüne dann eine feste Polizeiwache erhalten. „Sobald der Gemeinderat zugestimmt hat, werden wir mit dem Umbau beginnen“, so Willikonsky. Die Kosten belaufen sich auf 5,4 Millionen Euro.

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Irritationen um Prämie

Brutto ist nicht gleich netto
STUTTGART (ump). Die Spieler der Stuttgarter Kickers haben in diesen Tagen wirklich nichts zu lachen. Kein Punkt, kein Tor – und somit natürlich auch keine Prämien. Zumindest nicht nach drei Spieltagen der Saison. Wenigstens gibt es als Trostpflaster noch einen Nachschlag aus der vergangenen Runde. In der Schlussphase der Spielzeit 2007/08 hatte der Hauptsponsor Eduardo Garcia großzügig 25 000 Euro in die Mannschaftskasse ausgelobt, falls die Qualifikation zur dritten Liga erreicht wird. Gesagt, getan?

Zuletzt gab es einige Irritationen um diese Sonderprämie, denn die Mannschaft ging davon aus, dass das Geld brutto für netto ausbezahlt wird. Was aber steuerrechtlich nicht möglich sei, so Kahraman Erdin vom Hauptsponsor, der Garmo AG: „Wir wollen zahlen, aber korrekt zahlen.“ Und dafür musste der Verein eine Rechnung über die Summe plus 19 Prozent Mehrwertsteuer ausstellen, was nach einigem Hin und Her auch geschehen ist. Inzwischen ist der Gesamtbetrag von knapp 30 000 Euro noch zum abgelaufenen Geschäftjahr bei dem Fußball-Drittligisten eingegangen. Bei der Überweisung an die Spieler fällt allerdings deren persönlicher Steuersatz an, so dass unter dem Strich netto weniger bleibt, als von der Mannschaft veranschlagt worden war. Deshalb hatten die Kickers zunächst einmal vorgeschlagen, den Betrag so aufzustocken, dass unter dem Strich 25 000 Euro übrig bleiben – worauf sich der Geschäftsmann Garcia allerdings nicht einließ.

Nun muss die Mannschaft eben versuchen, in der laufenden Saison genügend Punktprämien zu sammeln. Die Kickers selbst haben in ihrem Etat Prämien für insgesamt 50 Punkte veranschlagt, die für den Klassenverbleib reichen würden. Der Manager Joachim Cast sagt: „Die erste Prämie würden wir gerne am Sonntag nach dem Spiel gegen Sandhausen auszahlen.“

Stuttgarter Zeitung

BILD macht weiter Druck auf Minkwitz

Als neuer Trainer im Gespräch

Starzmann liebt die Kickers immer noch

Von HELMUT HEIMANN

Die Stuttgarter Kickers und Peter Starzmann – geht’s bald ans Eingemachte? Der ehemalige Reutlinger Trainer ist nach dem Fehlstart der Blauen als möglicher Nachfolger von Stefan Minkwitz ins Gespräch gekommen.

Beide Seiten halten sich (noch) bedeckt.

„Nur ein Gerücht“, wiegelt Präsidiumsmitglied Dieter Wahl ab. „Aus Loyalität meinem Kollegen Minkwitz gegenüber möchte ich mich nicht dazu äußern“, sagt Starzmann.

Dabei spricht einiges für sein Kommen.

Er stammt aus der Region. Geboren wurde Starzmann 1962 in Deizisau. Derzeit wohnt er in Rübgarten bei Pliezhausen. Bis nach Degerloch sind’s knapp 25 Kilometer.

Er ist den Kickers verbunden. Starzmann: „Seit ich dort gespielt habe, liebe ich den Verein.“ Er bestritt in der Saison 1989/90 als Stürmer 25 Punktspiele (2 Tore) für die Blauen in der 2. Bundesliga, wurde Vierter.

Er kennt sich als ehemaliger Trainer des SSV Reutlingen im unterklassigen Fußball gut aus.

Einige Kickers-Spieler wie Sasa Janic und Jörn Schmiedel spielten letzte Saison bei ihm in Reutlingen.

Morgen düst Starzmann mit Familie für zwei Wochen nach Florida in den Urlaub. Nach seiner Rückkehr läuft die Schonfrist für Kickers-Coach Minkwitz ab. Wenn er sie nicht nutzt, könnte Starzmann seinen Platz einnehmen.

BILD

Kickers II treffen im wfv-Pokal auf Empfingen

In der dritten Runde des wfv-Pokal-Wettbewerbs treffen die „kleinen“ Blauen am Mittwoch auf den Landesligisten SG Empfingen. Die Begegnung gegen in Empfingen beginnt bereits um 17.30 Uhr und für beide Teams geht es um den Einzug ins Achtelfinale. Nach dem 4:1-Sieg am Wochenende gehen die Kickers mit Selbstvertrauen, aber auch mit Resepkt nach Empfingen.

Die SG Empfingen ist mit zwei Niederlagen in die neue Saison gestartet und rangiert in der aktuellen Landesligatabelle auf dem letzten Tabellenplatz Nach der 0:2 Niederlage im Auftaktmatch beim VfL Mühlheim, verloren die Empfingern auch am zweiten Spieltag zuhause geen Gärtringen mit 0:3. Für Kickers Trainer Björn Hinck aber kein Grund die Empfinger zu unterschätzen: „Im Pokal gelten andere Gesetze, das bewahrheitet sich immer wieder. Wir werden Empfingen auf keinen Fall unterschätzen, gehen aber mit viel Selbstvertrauen ins Spiel.“

Fraglich dürfte der Einsatz von Markus Kärcher sein, der sich im Spiel beim FV Offenburg am Knie verletzt hat. Mikel Boric fehlt aufgrund seiner Rot-Sperre ebenso wie Torhüter Julian Hauser, der nach seiner Fußverletzung erst im September wieder ins Mannschaftstraining einsteigt. Verletzungsbedingt auch nicht dabei sind Dennis Förster und Andre Oliveira.

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Presse zur Lage der Kickers nach dem mißlungenem Saisonstart

Kickers stecken schon im Abstiegskampf
Die Frage nach drei Niederlagen in der dritten Fußballliga lautet: Fehlt den Spielern die Einstellung, die Qualität – oder gar beides?
 
STUTTGART. Bei den Stuttgarter Kickers herrscht nach dem 0:2 am Sonntag in Unterhaching Ernüchterung. „Unser Zweikampfverhalten ist nicht so, dass wir in der dritten Liga bestehen können“, sagt der Manager Joachim Cast nach drei Niederlagen.

Von Joachim Klumpp

Dennis Rudel hat gestern ein paar Extraschichten eingelegt – und kam alleine vom Waldlauf zurück. „Ich muss mich ja fit halten“, sagte der Torwarttrainer der Stuttgarter Kickers, der sich eigentlich am ehesten auf die faule Haut legen könnte, schließlich steht er nicht in der Kritik. Sein Schützling Manuel Salz ist, trotz gewisser Bedenken vor der Saison, derzeit die einzig feste Größe bei dem Fußball-Drittligisten. Schön für ihn, aber nicht für die Mannschaft. „Wenn der Torwart immer der Beste ist, zeigt das ja nur, dass es insgesamt nicht stimmt“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast kritisch.

Nach der dritten Niederlage im dritten Spiel verfällt er zwar nicht in Panik, aber die Alarmglocken schrillen dennoch. Es sind nicht nur die Ergebnisse, die nachdenklich stimmen, sondern vor allem die Art und Weise des Zustandekommens. „Ich dachte, wir sind schon weiter“, sagte der Trainer Stefan Minkwitz nach dem ängstlichen Auftritt in Unterhaching.

Die Frage lautet deshalb: Fehlt die Qualität, die Einstellung – oder sogar beides? Der Kapitän Alexander Rosen sagt bei der Ursachenforschung: „Nach einem Rückstand brechen wir regelrecht auseinander.“ Am Sonntag also bereits nach gespielten 13 Minuten. Das klingt nicht gerade beruhigend. Genauso wenig wie seine Erkenntnis: „Wir funktionieren als Mannschaft noch nicht.“ Wobei Rosen nicht den zwischenmenschlichen Bereich meint, sondern die sportlichen Mechanismen der einzelnen Mannschaftsteile. Die Rädchen greifen noch nicht. Der Trainer Minkwitz hat wohlweislich schon zu Saisonbeginn um Geduld gebeten, angesichts von acht Neuzugängen. „Die Integration geht nicht von heute auf morgen“, sagte er.

In der Anfangsformation am Sonntag standen allerdings nur drei neue Spieler (Sasa Janic, Sascha Traut und Thorsten Reiß), so dass sich die Umstellung in Grenzen hielt. Das Manko ist nach wie vor: die etablierten Akteure hinken hinter ihrer Form her. Das weiß auch Cast: „Da sind Spieler wie Bashiru Gambo und Rosen in der Pflicht“, sagt der Manager an die Adresse der Leistungsträger gerichtet, zu denen auch noch Marcus Mann, Angelo Vaccaro oder Traut zu zählen sind.

Cast sagt zwar, „wir glauben weiter an die Qualität der Mannschaft“, gewisse Zweifel am Kader sind dennoch vorhanden – was immer auch etwas mit den finanziellen Zwängen zu tun hat. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, wie der Präsident Dirk Eichelbaum anmerkt: „Emden ist mit dem geringsten Etat der Liga Erster.“ Und der bei den Kickers ausgemusterte Bastian Bischoff zählte bei Unterhaching zur Startformation und bereitete das 2:0 vor. Noch Fragen? In puncto Einsatz macht Bischoff sowieso niemand etwas vor, und gerade in dieser Beziehung hapert es momentan bei den Kickers. Zwar hat die Mannschaft in Unterhaching fünf Gelbe Karten kassiert – in erster Linie aber wegen Meckerns, Ballwegschlagens oder ähnlicher Frustreaktionen. „Die Aggressivität und das Zweikampfverhalten sind nicht so, dass wir damit in der Liga bestehen können“, sagt Cast. Letztlich ist das eine Einstellungsfrage. „Vielleicht machen wir uns zu viele Gedanken – und verkrampfen“, sagt Rosen.

So oder so ist davon auszugehen ist, dass es am Sonntag im richtungsweisenden Heimspiel gegen den SV Sandhausen personelle Änderungen geben wird. „Ich werde mir in dieser Woche selbst verstärkt ein Bild im Training machen“, kündigt Cast an. Gestern haben schon einmal zwei Spieler der zweiten Mannschaft mitgemacht. Dass es sich dabei in Hüseyin Ali Pala und Gökhan Gümüsso um zwei Offensivkräfte handelte, ist sicher kein Zufall, denn im Angriff fehlt bis jetzt die Durchschlagskraft. Und in der Abwehr die Stabilität. Baustellen ohne Ende also für den Kickers-Trainer Stefan Minkwitz.

Der hat in einem Kraftakt die Qualifikation für die dritte Liga geschafft – und steht jetzt vor der nächsten Herausforderung seiner noch jungen Trainerlaufbahn. Der Mannschaft hat er für heute erst einmal freigegeben – „um den Kopf freizubekommen“, wie Rosen sagt. Wenn“s hilft.

Stuttgarter Zeitung

Druck auf Kickers-Trainer wächst

Mannschaft ohne Wille und Aggressivität

Stuttgart – Es ist ein Fehlstart, der großen Anlass zur Sorge gibt. Nach drei 0:2-Niederlagen funkt Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers bereits SOS. „Den Spielern muss klarwerden, dass es um die Existenz jedes Einzelnen geht – auch um meine“, sagt Trainer Stefan Minkwitz.

Oliver Stierle nutzte den freien Tag zur Stippvisite bei den alten Kameraden. Der ehemalige Kickers-Spieler, der seit Saisonbeginn für den FC Bayern München II am Ball ist, schaute sich die Partie der Blauen im Unterhachinger Sportpark interessiert an. Danach konnte er nur fassungslos den Kopf schütteln: „Da war kein Wille da, keine Aggressivität, kein Aufbäumen, keine Geschlossenheit“, stellte Stierle fest. Genau die Tugenden, die dafür sorgten, dass die Kickers auf den letzten Drücker in die dritte Liga rutschten, lässt das Team vermissen. Auch Trainer Minkwitz hat längst festgestellt: „Wir gehen in die Zweikämpfe wie Mädchen.“

Das muss sich schnell ändern – sonst werden die Kickers zur Lachnummer der Liga. Das Problem: Selbst wenn die Einstellung endlich einmal stimmen würde, ist noch lange nicht gesagt, dass die anderen Probleme damit automatisch behoben sind. Und davon gibt es viele:

Die Abwehr strahlt keine Sicherheit aus, es werden viel zu viele Chancen zugelassen. Was auch daran liegt, dass die Blauen viel zu weit weg von ihren Gegenspielern stehen. Ein vernünftiger Spielaufbau findet nicht statt. Die Führungsspieler verstecken sich. Die in der vergangenen Rückrunde hochgelobte Mittelfeldachse Bashiru Gambo/Alexander Rosen läuft ihrer Form hinterher. Der Angriff lässt bisher jegliche Durchschlagskraft vermissen.
Manche der Neuzugänge, die nicht zum Einsatz kommen, sind sauer, weil sie die Bank drücken müssen. Das wehklagende Bündnis trägt nicht zur Förderung des Teamgeists bei.

Unterm Strich drängt sich unweigerlich der Veracht auf: Der Kader ist zu schwach für die dritte Liga. Minkwitz sagt tapfer: „Ich bin von der Qualität des Kaders überzeugt.“ Er fordert keine Neuzugänge – weil er ohnehin weiß: Es ist kein Geld da. Und der Präsident? Der warnt vor vorschnellen Beurteilungen und spielt erst einmal auf Zeit: Die nächsten Gegner, der SV Sandhausen und Jahn Regensburg, seien Gegner auf Augenhöhe, sagt Dirk Eichelbaum. Von einer Blutauffrischung der Mannschaft noch vor Ende der Wechselperiode am 31. August will er (noch) nichts wissen: „Die sportliche Leitung hat den Kader zusammengestellt, alle Positionen sind doppelt besetzt. Jetzt müssen sie schauen, dass sie es hinbekommen.“

Der Druck auf Minkwitz steigt. Von einer Trainerdiskussion will Eichelbaum zwar „nicht einmal ansatzweise“ etwas wissen, dennoch kennt Minkwitz die Gesetzmäßigkeiten der Branche selbst am besten: „Es geht um die Existenz jedes Einzelnen – auch um meine.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers: Riesen-Wirbel nach Pleiten-Start
Kommt jetzt Starzmann?
Ex-Reutlinger soll neuer Trainer werden
Von HELMUT HEIMANN
Schlimmer geht’s wirklich nimmer…

Null Punkte, null Tore, letzter Platz – der schlechteste Saisonstart seit 37 Jahren. Die Stuttgarter Kickers stehen schon nach drei Spieltagen am Abgrund.

„So haben wir in der dritten Liga nichts verloren“, schimpft Manager Joachim Cast.

Der brutale Fehlstart der Blauen – da wird die Luft für Trainer Stefan Minkwitz schon gaaanz dünn…

Zwar wiegelt Präsident Dirk Eichelbaum noch ab: „Letzte Saison hatten wir Vertrauen in den Trainer. Das hat sich ausbezahlt. Deshalb hat er einen gewissen Vorschuss.“

Doch Minkwtz‘ Bonus dürfte schnell verbraucht sein, wenn gegen Sandhausen (24. 8.) und in Regensburg (30. 8.) nicht gepunktet wird.

Denn BILD erfuhr: Als Nachfolger für Minkwitz haben die Blauen offenbar Peter Starzmann (46) im Visier!

Lose Gespräche mit dem erfahrenen Fußball-Lehrer sollen die Kickers schon geführt haben.

Und: Starzmann, in der Sommerpause beim SSV Reutlingen entlassen, ist heiß auf einen neuen Job.

Galante Lösung: Minkwitz, der einen neuen Zweijahresvertrag besitzt und seit 15 Jahren mit nur einer kurzen Unterbrechung bei den Kickers tätig ist, soll als einer der Dienstältesten auf der Waldau nicht entlassen werden, sondern andere Traineraufgaben im Verein übernehmen.

BILD

Presse zu Stuttgarter Kickers II – VfR Mannheim (4:1)

Fußball: Oberligist VfR Mannheim nach 1:4 bei Stuttgarter Kickers II zurück auf dem harten Boden der Realität

Trainer Sanchez tadelt „leblosen“ Auftritt

STUTTGART. Arijan Berisha schüttelte mit dem Kopf. „Die Kickers hätten nach 20 Minuten schon 5:0 führen können. Wir sind gar nicht aus der Abwehr herausgekommen. Das ist keine Landes- oder Bezirksliga, in der wir spielen, sondern ein ganz anderes Kaliber. Hier wird jeder Fehler eiskalt bestraft“, ließ der Mannschaftskapitän des Fußball-Oberligisten VfR Mannheim nach der 1:4 (1:2)-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers II mächtig Dampf ab. Ein Rückschritt – in der Spielbewertung waren sich auch die mitgereisten VfR-Fans nach den 90 Minuten auf der Bezirkssportanlage Waldau einig. Alles, was die Rasenspieler beim 4:1 gegen Au/Iller noch richtig gemacht hatten, war diesmal wie weggeblasen. Kaum Laufbereitschaft, kein konsequentes Deckungsverhalten, viel zu wenig Ag-gressivität in den Zweikämpfen. „Die Mannschaft war total leblos“ , tadelte Trainer Rafael Sanchez. Marko Kovac (7.) und Antonio Tuljic (11.) hatten die Rasenspieler mit ihren Toren früh auf die Verliererstraße gebracht. Erst nach einem von Berisha verwandelten Foulelfmeter zum 2:1-Anschlusstreffer (31.) wurde es aus VfR-Sicht besser – bis zum Pausenpfiff bekamen die Mannheimer sogar Oberwasser. Doch das Aufbäumen blieb ein Strohfeuer. Nach dem Seitenwechsel bettelte der VfR erneut um Gegentore, die durch Pala (53.) und Tunjic (87.) auch prompt fielen. Hätten die Schwaben ihre Chancen konsequenter genutzt – die Mannheimer hätten ein Fiasko erleben können. Berisha: „Ich bleibe dabei. Wenn wir die Klasse halten, können wir hochzufrieden sein. Das klingt vielleicht hart, ist aber die Realität.“ Bei den Rasenspielern gilt es nun schleunigst, wieder den Hebel umzulegen. Dass die Mannschaft nicht nur Fußball spielen, sondern auch kämpfen kann, hat sie gegen Au/Iller bereits bewiesen. Schon am Mittwoch können die Blau-Weiß-Roten etwas für das angeknackste Selbstvertrauen tun: In der dritten Runde des BFV-Hoepfner-Cups gibt der VfR seine Visitenkarte beim TV Hardheim ab. Von Beginn an soll gegen den Odenwälder Landesligisten Neuzugang Andreas Jantz auflaufen. Bei seinem Debüt gegen die Kickers zeigte der 23-Jährige schon einige gute Ansätze. Denkbar, dass der VfR bis zum Hardheim-Spiel einen weiteren Neuzugang vermelden kann: Stacey Kodani, ein Abwehrspieler aus der zweiten dänischen Liga, steht vor der Unterschrift.

Mannheimer Morgen