StZ: Buchwald setzt auf Vernunft

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 08.12.2010
Kickers Das Präsidiumsmitgliedwünscht sich Professionalitätvon Sportkoordinator und Trainer.

Guido Buchwald gibt zu: „Der Spielausfall in Memmingen kam mir nicht ungelegen.“ Das neue Präsidiumsmitglied der Stuttgarter Kickers hat vergangenen Samstag noch mit Grippe das Bett gehütet, ein Besuch beim Regionalligagastspiel im Allgäu wäre da schwergefallen. Andererseits sind die Spielabsagen (zuvor schon die Partie gegen Pfullendorf, die nun erst 2011 ausgetragen wird) alles andere als günstig. Schließlich wollte sich der Weltmeister von 1990 in den geplanten vier Partien vor Weihnachten noch ein persönliches Bild von der Mannschaft und dem Trainer machen. Buchwald sagt dazu: „Das wäre sportlich unheimlich wichtig gewesen“ – ist jetzt aber kaum mehr möglich, da am Sonntag gegen Darmstadt 98 der nächste Ausfall droht.

Buchwald möchte solche Defizite durch Einzelgespräche wettmachen. Anfang der Woche hat er damit begonnen – und bei den beiden Reizfiguren, dem Sportkoordinator Michael Zeyer und dem Trainer Dirk Schuster, angefangen. Beide hätten eine Menge Fußballfachwissen – „und warum sollte man das bei den Kickers nicht vereinen können?“, fragt Buchwald. Vielleicht deshalb, weil sich die zwei Exspieler bisher nicht so grün waren.

In diesem Punkt setzt Buchwald auf die professionelle Einstellung der beiden Angestellten der Kickers. „Das ist die einzige Möglichkeit, dass beide beim Verein bleiben“, macht der neue starke Mann im Vorstand unmissverständlich klar. Mit anderen Worten: sollten sich die zwischenmenschlichen Probleme nicht einrenken, muss einer von beiden gehen – voraussichtlich in der Winterpause. Doch so weit ist es noch nicht. „Mein erster Eindruck von beiden war durchaus positiv“, sagt Buchwald.

Doch weitere Gespräche werden folgen, auch mit dem einen oder anderen Spieler. Schließlich will Buchwald herausfinden, warum die Mannschaft bisher so weit hinter den Erwartungen geblieben ist, sowohl vom Tabellenplatz her, aber vor allem auch im Blick auf die Punktausbeute: „Da war sicher nicht immer der Schiedsrichter schuld.“ Dass es mit der Meisterschaft nichts mehr wird, ist allen Beteiligten klar. Doch für die Runde 2011/12 zählt – nicht nur für Buchwald – nur eines: der Aufstieg. „Und dafür müssen wir im Frühjahr die Weichen stellen“, sagt Buchwald. ump

Stuttgarter Zeitung

Verletzungspech bei den Blauen hält an: Jerome Gondorf, Oliver Stierle und Philip Türpitz fallen aus

Das Lazarett des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers hat sich in dieser Woche auf einen Schlag um drei weitere Akteure erweitert. So stehen neben dem Rekonvaleszenten Dirk Prediger (Reha nach Kreuzbandriss) nun auch noch Oliver Stierle (Sehnenverletzung am linken Sprunggelenk) sowie Philip Türpitz (Muskelfaserriss im linken vorderen Oberschenkel) auf der Verletztenliste der Blauen. Noch schwerer wiegt die Blessur von Jerome Gondorf: Der 22-Jährige hat sich ebenfalls unter der Woche im Training einen Mittelfußbruch zugezogen und muss sich nun einem operativen Eingriff unterziehen. Wie lange das Kickers-Trio ausfallen wird, ist offen.

Die Stuttgarter Kickers wünschen ihren verletzten Spielern eine möglichst rasche Genesung!

Offizielle Homepage

Nach dem Ende des Spielbetriebs der SpVgg Weiden: Stuttgarter Kickers werden drei Punkte abgezogen

Nach der Insolvenz des Oberpfälzer Regionalliga-Clubs werden dessen Ergebnisse gelöscht

Nun haben die Blauen Schwarz auf Weiß und offiziell vom Deutschen Fußball-Bund die schlechte Nachricht erhalten: Nachdem die SpVgg Weiden an diesem Mittwoch aufgrund eines anstehenden Insolvenzverfahrens den Spielbetrieb in der Fußball-Regionalliga Süd eingestellt hat, werden gemäß der DFB-Spielordnung alle bisherigen Saisonspiele der Oberpfälzer aus der Wertung genommen. Der Verein aus Bayern steht somit als erster Absteiger fest. Und das hat Konsequenzen für die ganze Liga: „Alle Vorrundenspiele werden so behandelt, als ob es Weiden nie gegeben hätte“, sagt der Staffelleiter der Regionalliga Süd, Jürgen Faltenbacher. Während also einige Clubs – all jene, die in der laufenden Spielzeit gegen die Weidener verloren haben – von dieser Regelung profitieren, bekommen neben anderen Vereinen auch die Stuttgarter Kickers drei Punkte abgezogen.

Der 2:0-Sieg für die Kickers aus der Hinrunde ist damit gelöscht. Die Blauen fallen in der bereinigten Tabelle dadurch vom neunten auf den zehnten Tabellenplatz zurück. Auswirkungen hat der sofortige Rückzug der SpVgg Weiden vom Spielbetrieb auch auf den weiteren Saisonverlauf: Alle Gegner der Oberpfälzer sind von sofort an spielfrei. Für die Stuttgarter Kickers hat dies zur Folge, dass die Mannschaft von Cheftrainer Dirk Schuster im Jahr 2011 laut Spielplan deshalb erstmals am Wochenende 5./6. März mit dem Gastspiel beim 1. FC Nürnberg II wieder in den Regionalliga-Punktspielbetrieb eingreifen wird – just eine Woche davor hätte das Heimspiel gegen Weiden auf dem Programm gestanden. Ihre erste Heimpartie im neuen Jahr bestreiten die Blauen daher erst am Wochenende 11./12./13. März 2011 gegen die TSG Hoffenheim II im GAZi-Stadion auf der Waldau.

Offizielle Homepage

Eis, Schnee und Minusgrade im Allgäu: Kickers-Gastspiel in Memmingen abgesagt

Das Gastspiel des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers an diesem Samstag beim FC Memmingen fällt dem Wetter zum Opfer. Am heutigen Vormittag entschied der Süddeutsche Fußball-Verband (SFV) im Anschluss an eine Platzbesichtigung in der Memminger Arena, nach zuvor schon fünf abgesagten Begegnungen des 19. Spieltags in der Fußball-Regionalliga Süd, auch diese Partie vom Spielplan zu nehmen. Dies den großen Anstrengungen seitens der Gastgeber quasi zum Trotz: Die Allgäuer hatten am gestrigen Donnerstag mit Unterstützung durch das örtliche Sportamt ihren Rasenplatz von gut einem halben Meter Schnee befreit. Schlussendlich haben jedoch die dort herrschenden eisigen Temperaturen von bis zu minus 15 Grad einen Strich durch die Rechnung gemacht und für eine Unbespielbarkeit des Platzes gesorgt.

Nachgeholt wird die Partie in Memmingen erst im neuen Jahr 2011. Gleiches gilt im Übrigen auch für die am vergangenen Sonntag abgesagte Regionalliga-Heimpartie der Blauen gegen den SC Pfullendorf.

Offizielle Homepage

Presse zum offiziellen Start der Präsidentschaft von Rainer Lorz

„Wir suchen mit aller Macht den Erfolg“
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 01.12.2010
Interview
Der neue Kickers-Präsident Rainer Lorz setzt auf eine Aufbruchstimmung – nicht zuletzt dank Guido Buchwald.

Heute beginnt offiziell die Präsidentschaft von Rainer Lorz beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Das Amt will der 47-Jährige allerdings nur übergangsweise wahrnehmen.

Herr Lorz, Sie sind als Jurist beratend für Unternehmen tätig und ehrenamtlich Präsident der Stuttgarter Kickers. Welchen Teil der Zeitung schlagen Sie denn morgens zuerst auf: Sport oder Wirtschaft?

Traditionell den Sport, dann kommt der Wirtschaftsteil – und dann die Politik.

Ihr Vorgänger Edgar Kurz ist einst auch als Interimslösung angetreten und war dann 16 Monate dabei. Sie wollen das Amt ebenfalls nur übergangsweise begleiten – gibt es da ein Zeitfenster?

Da möchte ich mich nicht festlegen. Zunächst ging es darum, die Handlungsfähigkeit des Vereins nach den Rücktritten sicherzustellen. Jetzt steht die Schaffung der Rahmenbedingungen im Vordergrund, um langfristig Erfolg zu haben.

Auf welche Punkte kommt es Ihnen an?

Ganz klar auf drei Themenstellungen. Erstens: die Strukturen müssen verbessert werden. Zweitens die sportliche Seite: wie können wir den gesamten Bereich so aufstellen, um unser Ziel 2011/12 zu erreichen, nämlich den Aufstieg in die dritte Liga? Und drittens, ein Punkt der ganz wesentlich ist, nämlich die Finanzen.

Sie haben gesagt, nicht zuletzt dank des Investors sei der Verein so aufgestellt, dass der Etat gesichert ist. Im Umkehrschluss heißt das ja, dass sein Geld auch dafür verwendet wird, um Löcher zu stopfen, anstatt wie geplant die Mannschaft zu verstärken. Das heißt, Sie benötigen Zusatzeinnahmen. Wo sollen die herkommen?

Das Hauptaugenmerk muss auf die Sponsoringseite gelegt werden, wo wir eine gewisse Aufbruchstimmung schaffen müssen. Das Ziel ist schon, in diesem Bereich auf mindestens eine Million Euro zu kommen, auch wenn dies sicher nicht einfach sein wird.

Was stimmt Sie zuversichtlich, dass dies auch gelingt?

In Guido Buchwald haben wir eine Figur gewonnen, mit der sich viele Leute identifizieren können. Damit haben wir damit auch den Anspruch unterlegt, den Erfolg mit aller Macht zu suchen.

Sie haben ja betont, Guido Buchwald sei sportlich der starke Mann im Präsidium. Entscheidet er jetzt beim Trainer: Daumen hoch oder runter?

Ich würde das jetzt nicht an einer Person festmachen. Es geht darum, dass er von dem sportlichen Team überzeugt sein muss, mit dem wir unsere Ziele in Angriff nehmen wollen.

Sie selbst waren fünf Jahre im Aufsichtsrat. Rückblickend muss man festhalten, sportlich lief es nicht optimal und finanziell schreibt man rote Zahlen. Würden Sie aus Ihrer Sicht und der des Aufsichtsrats sagen, man hätte etwas anders machen müssen?

Was wirklich schiefgelaufen ist, war der Abstieg aus der dritten Liga. Wenn wir damals den Klassenverbleib geschafft hätten, hätte ich langfristig die Perspektive gesehen, dass man sich in der Liga etablieren und andere Ziele in Angriff nehmen kann. Das war ein entscheidender Rückschlag.

So gesehen ist auch beim Trainerwechsel damals zu Edgar Schmitt nicht alles optimal gelaufen?

Vielleicht sogar schon vorher nicht, ohne da irgendwelche Schuldzuweisungen treffen zu wollen. Ich hatte nach der Qualifikation für die dritte Liga den Eindruck, dass man in der Sommerpause zu viel hat laufen lassen, getreu dem Motto: das funktioniert schon. Dabei hätte man schon damals klare Verantwortlichkeiten gebraucht, das war ein Fehler.

Vom alten Präsidium wurde moniert, der Investor Wolfgang Dietrich habe sich zu sehr in das operative Geschäft einmischen wollen. Wie sieht Ihr Standpunkt aus?

Es ist ganz eindeutig: die gesamten Entscheidungen werden vom Präsidium getroffen. Aber wir müssen auch sehen, dass der Investor, dessen Namen ich nicht bestätigen möchte, nicht unwesentliche Mittel zur Verfügung stellt, die es den Kickers überhaupt erst ermöglicht haben, einen wettbewerbsfähigen Etat zu besitzen. Und ich wehre mich dagegen, das nachträglich – in welcher Form auch immer – in Misskredit zu bringen. Zudem waren die Bilanzzahlen eben nicht so, dass man dann sagen kann: der Verein ist über jede Kritik erhaben. Als Tabellenerster mit einer halben Million Gewinn, fragt keiner groß nach.

Apropos Nachfragen: die Hauptversammlung hätte genug Zündstoff geboten, dennoch gab es von den Mitgliedern keine Wortmeldung. Ist das nicht schon bedenklich?

Ich bin davon überzeugt, dass es keine Gleichgültigkeit ist. In jedem Fall sind wir darauf angewiesen, dass die Fans hinter dem Verein stehen.

Letzte Frage: warum weigern Sie sich hartnäckig, den Namen des Investors zu nennen?

Es war der ausdrückliche Wunsch bei Vertragsunterzeichnung, dass seine Identität vertraulich behandelt wird. Diesen Wunsch der Verschwiegenheit respektieren wir, da bitte ich um Verständnis.

Das Gespräch führte Joachim Klumpp.

Stuttgarter Zeitung

Präsident Lorz
„Buchwald ist das Gesicht der Kickers“
Von Jürgen Frey , aktualisiert am 01.12.2010 um 14:09

Stuttgart – Am Mittwoch tritt Rainer Lorz offiziell sein Amt als Präsident des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers an. An der Zielsetzung lässt er keinen Zweifel: „In der neuen Saison zählt nur der Aufstieg.“

Herr Lorz, hat Sie die Mitgliederversammlung nicht etwas nachdenklich gestimmt?

Weil so wenig diskutiert wurde?

Genau. Es gab keine Frage, keine Kritik. Sind die Kickers Ihren Mitgliedern gleichgültig geworden?

Das wäre schlimm. Es darf keine Gleichgültigkeit einziehen. Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ des Vereins. Da sollte schon offen diskutiert werden. Aber offenbar haben wir die Sachlage überzeugend dargestellt. Trotzdem müssen wir jetzt eine Aufbruchstimmung erzeugen.

Sie hatten sich aus beruflichen Gründen stets gesträubt, an vorderster Front zu stehen. Woher kommt der Sinneswandel?

Nach dem Rücktritt von Präsident Edgar Kurz ging es einfach darum, die Handlungsfähigkeit des Vereins zu wahren. Da ich beruflich voll eingespannt bin und mein Tag nach wie vor nicht mehr als 24 Stunden hat, habe ich aber klar ausgedrückt, dass ich das Amt übergangsweise ausüben werde.

Was heißt das konkret?

Ich will das zeitlich nicht begrenzen.

Ihr Vor-Vorgänger Dirk Eichelbaum sagte am Montagabend, Sie und Ihr neues Team seien die „letzte Patrone“, die die Kickers haben.

Ich bin immer zurückhaltend, von der „letzten Patrone“ zu sprechen.

Aber klar ist doch, wenn es in der kommenden Saison nicht mit dem Aufstieg klappt, dann wird es die Kickers in der jetzigen Form kaum mehr geben.

Jetzt schon die Frage zu stellen, was passiert, wenn es nicht funktioniert, bringt nichts. Unstrittig ist, dass wir so schnell wie möglich aus dieser Todesliga rausmüssen. Da dies in dieser Runde nach menschlichem Ermessen nicht mehr gelingen wird, müssen wir mit Vollgas die Weichen für die neue Saison stellen, denn da zählt tatsächlich nur der Aufstieg.

Spielt dabei Guido Buchwald die entscheidende Rolle?

Ja. Er hat die sportliche Verantwortung. Guido Buchwald ist das Gesicht der Kickers und mit seinem Sachverstand über alle Diskussionen erhaben. Ich hätte mir keinen Besseren für diese Aufgabe wünschen können.

Und was passiert, wenn er plötzlich ein Angebot als Profitrainer bekommt?

Guido Buchwald hat klar gesagt, dass er sich voll und ganz für die Kickers einbringen wird. Auch er will den Erfolg.

Wird er mit Sportkoordinator Michael Zeyer zusammenarbeiten?

Das ist eine der Entscheidungen, die er zu treffen hat. Es hat bereits konstruktive Gespräche zwischen den beiden gegeben. Nach einer Bestandsaufnahme wird man sehen, wie es weitergeht.

Im neuen Präsidium und im Aufsichtsrat ist man von Zeyers analytischen Fähigkeiten überzeugt?

Dies will ich jetzt gar nicht kommentieren. Die Entscheidung über das Team im sportlichen Bereich trifft – wie gesagt – der hier Verantwortliche, also Guido Buchwald. Es war jedenfalls nicht fair, die ganzen Diskussionen der vergangenen Wochen nur an Michael Zeyer festzumachen und ihn als denjenigen hinzustellen, der die heile Kickers-Welt durcheinandergewirbelt hat.

Aus dem Aufsichtsrat kam die Kritik auf, Geschäftsführer Jens Zimmermann habe den finanziellen Part seiner Arbeit schleifen lassen. Werden die Daumenschrauben angezogen?

Dies ist eine falsche Darstellung. Hier gibt es keine Vorwürfe seitens des Aufsichtsrats an Herr Zimmermann, dessen wesentliche Rolle bei der Weiterentwicklung der Stuttgarter Kickers ich auch auf der Mitgliederversammlung betont habe. Was die wirtschaftliche Seite betriftt, haben wir mit unserem neuen Schatzmeister Tobias Schlauch einen ausgewiesenen Fachmann für das Präsidium gewinnen können.

Und wie wollen Sie den Konflikt zwischen dem Trainer und Zimmermann auf der einen sowie Zeyer und dem Investor auf der anderen Seite lösen?

In dieser Frage will ich nicht vorgreifen. Im Endeffekt geht es doch darum, dass wir alle Kräfte bündeln, um 2011/12 den Aufstieg zu schaffen.

Und dann machen Sie als Präsident weiter, oder haben Sie schon einen Kronprinzen?

(lacht). Nein, den gibt es nicht.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers-Heimspiel gegen SC Pfullendorf witterungsbedingt abgesagt

Das Heimspiel des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers an diesem Sonntag gegen den SC Pfullendorf ist im Anschluss einer Besichtigung einer Platzkommission durch den Süddeutschen Fußballverband (SFV) am heutigen Samstagvormittag abgesagt worden. Nach dem Wintereinbruch in dieser Woche liegt auf dem tief gefrorenen Rasenspielfeld des GAZi-Stadions in Degerloch eine geschlossene und acht Zentimeter hohe Schneedecke – an Fußball ist angesichts dessen nicht zu denken.

Ein Nachholtermin der Partie des 18. Spieltags in der Fußball-Regionalliga Süd steht bislang noch nicht fest.

Offizielle Homepage

StZ: Buchwald ante portas

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 27.11.2010
Kickers Der Fußball-Regionalligist will den Weltmeister in sein Präsidium aufnehmen.

Bei den Stuttgarter Kickers wurden auf dem Vereinsgelände gestern die Parkplätze knapp. Im Clubhaus tagte über Mittag fast die komplette Führungsriege einschließlich Investor. Der machte sich angesichts der sportlich bisher enttäuschenden Saison sowie sinkender Zuschauerzahlen Gedanken um sein finanzielles Engagement und die Liquidität des Clubs, gleichzeitig ging es aber auch um Namen. Noch vor der Hauptversammlung am Montag soll der Fußball-Weltmeister Guido Buchwald als neues Präsidiumsmitglied aufgenommen werden. „Ich habe mit den Verantwortlichen gesprochen und mir das angehört. Perfekt ist aber nichts“, sagte der Exprofi gestern. Dennoch spricht momentan alles dafür, dass diese Akte noch über das Wochenende geschlossen wird.

Als ehrenamtliches Vorstandsmitglied (für das möglicherweise der Kommunalpolitiker Dieter Wahl weicht) dürfte Buchwald allerdings kein Gehalt bekommen und somit auch die klamme Vereinskasse nicht weiter belasten. Im Gegensatz zu dem Sportkoordinator Michael Zeyer, der zunächst einmal weiter im Amt bleiben würde – wobei die Abgrenzung der jeweiligen Kompetenzen noch Klärungsbedarf erfordert. Zumal im Präsidium erst vor kurzem Friedrich Kummer vom Schatzmeister in den sportlichen Bereich der ersten Mannschaft wechselte und in Tino Köstel (Amateure und Nachwuchs) ein weiterer Fußballfachmann im Gremium sitzt. Zu guter Letzt will ja auch der Trainer Dirk Schuster noch ein Wörtchen mitsprechen.

Zum Spiel gegen Pfullendorf (morgen, 14 Uhr) sagte er: „Wir haben Dienstag und Mittwoch acht Stunden auf dem Platz gestanden und im Zweikampf Akzente gesetzt.“ Zudem plant er eine spezielle Ansprache vor dem Spiel. Falls das überhaupt stattfinden kann, denn der Wintereinbruch (siehe auch „Der Platz soll geräumt werden“) lässt kaum zwei Spiele innerhalb von 24 Stunden zu. Sollte die Partie ausfallen, hätte das zumindest den Vorteil, dass die Verantwortlichen diese Zeit nutzen könnten, um die letzten Details mit Guido Buchwald zu klären. ump

Stuttgarter Zeitung

StN: Eisige Atmosphäre bei den Kickers

Stuttgarter Kickers
Von Jürgen Frey, aktualisiert am 26.11.2010 um 19:25

Stuttgart – Das Gazistadion ruht unter einer Schneedecke, sieben Zentimeter hoch liegt der gefrorene Niederschlag, die Austragung des ersten Rückrunden-Punktspiels der Stuttgarter Kickers an diesem Sonntag (14 Uhr) gegen den SC Pfullendorf ist stark gefährdet. „Wir wollen unbedingt spielen“, sagt Dirk Schuster, Trainer des Fußball-Regionalligisten, „das Team brennt auf die Wiedergutmachung der schwachen Leistung beim 0:4 gegen Wormatia Worms.“

Selbst wenn es zum erwarteten Spielausfall kommen wird, langweilig wird es den Strategen auf Degerlochs Höhen nicht. Derzeit werden die entscheidenden personellen Weichen in der Führungsetage für die Zukunft gestellt. Wie berichtet, soll dabei Guido Buchwald die Schlüsselrolle übernehmen und künftig im Präsidium für die sportlichen Belange zuständig sein. In diesem Punkt sind sich die teils heftig zerstrittenen Parteien ausnahmsweise sogar mal einig. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner.

Das Präsidium, inklusive Geschäftsführer Jens Zimmermann, würde sich gerne mit dem Weltmeister von 1990 als Neuzugang für die Führungsetage schmücken. Für den Aufsichtsrat hat die Idee ebenfalls Charme, und auch der anonyme Investor hätte nichts dagegen. Im Gegenteil: Wenn es nach Mister X gegangen wäre, hätte Buchwald schon vor einem Jahr bei den Blauen seinen Dienst begonnen. Doch die Häuptlinge des Viertligisten entschieden sich anders. Michael Zeyer bekam den Zuschlag als Sportkoordinator.

Und genau um seine Person geht es in den Grabenkämpfen zwischen dem Großteil des Präsidiums und dem Geschäftsführer auf der einen Seite sowie dem Aufsichtsrat und dem Investor auf der anderen. Es rumort schon seit Wochen, die Atmosphäre ist ähnlich eisig wie die Temperaturen im Gazistadion. Das Präsidium hat sich bereits vor zehn Tagen mehrheitlich gegen Zeyer entschieden. Das Kontrollgremium und der Investor dagegen schätzen Zeyers analytische Arbeitsweise. Sie beharren darauf, dass der Ex-Profi weitermacht und künftig den Doppelpass mit Buchwald spielt. Zumindest Zeyer könnte sich das gut vorstellen. „Buchwald wäre eine gute Lösung. Dadurch käme zusätzliche Kompetenz ins Präsidium.“

Die Fronten sind verhärtet. Von Donnerstag auf Freitag tagte der Aufsichtsrat bis tief in die Nacht. Am Freitag saß um die Mittagszeit das Präsidium zusammen. Auch danach jagte eine Gesprächsrunde die nächste. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch ohne konkretes Ergebnis. Wie es heißt, verbinden Präsident Edgar Kurz und seine treuesten Mitstreiter Dieter Wahl und Tino Köstel ihr Schicksal mit dem Abgang von Zeyer. Sollte der Sportkoordinator bleiben, scheint ein Rücktritt des Teams um Kurz nicht ausgeschlossen – womöglich sogar noch vor der Mitgliederversammlung am kommenden Montag.

Bliebe dann die knifflige Frage: Wer könnte das Amt von Kurz (Präsident seit 15. Juli 2009) übernehmen? Buchwald wohl kaum. Genauso wenig Rainer Lorz, er gilt als Idealbesetzung für das Amt des Aufsichtsratschefs. Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer hat beruflich zu viel um die Ohren. Bliebe noch Gerhard Baumeister (47). Der Banker ist zwar erst seit 18. Oktober Schatzmeister, doch er soll einen guten Draht zu Buchwald, Lorz und zum Investor haben. Doch unterm Fernsehturm ist in dieser Geschichte bei den Kickers das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Stuttgarter Nachrichten