Presse zu FC Erzgebirge Aue – Stuttgarter Kickers (0:2)

Kickers setzen ein Zeichen
Der Drittligist holt im Abstiegskampf drei wichtige Punkte – Am Mittwoch gegen Unterhaching

AUE/STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben mit dem 2:0 in Aue nicht nur den ersten Auswärtssieg der Saison gelandet, sondern sich auch im Abstiegskampf zurückgemeldet. War das die Wende? „Das weiß ich noch nicht“, sagt der Trainer Edgar Schmitt.

Von Joachim Klumpp

Die Mannschaft von Erzgebirge Aue wird im Volksmund aufgrund ihrer Vereinsfarben auch gerne „die Veilchen“ genannt. Ein solches in der Boxersprache durchaus gängiges Relikt haben sich die Stuttgarter Kickers beim Gastspiel am Samstag aber nicht geholt, im Gegenteil. Das unter dem Strich verdiente 2:0 (0:0) war nicht nur der erste Auswärtssieg in dieser Saison, sondern auch ein ganz wichtiges Lebenszeichen im Abstiegskampf.

War das jetzt also die Wende? „Das weiß ich nicht“, sagte gestern der Trainer Edgar Schmitt. Er wusste nur: „Der Sieg war auf jeden Fall kein Fehler.“ Auch wenn die Kickers weiter Letzter sind, so gab es in Aue doch einige Indizien, dass die Mannschaft eine erfolgreiche Aufholjagd starten kann.

Zum einen hat sich die personelle Lage entspannt. Als Schmitt in Degerloch anfing, hatte er oft gerade einmal elf gesunde Spieler im Training, jetzt sind es – trotz einiger Rekonvaleszenten – doppelt so viele; am Mittwoch im Nachholspiel gegen Unterhaching stoßen die zuletzt gesperrten Orlando Smeekes sowie Alexander Rosen wieder zum Kader und voraussichtlich auch in die Mannschaft, dafür fehlt Sascha Traut wegen seiner fünften Gelben Karte. „Der große Kader kann am Ende schon ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein“, sagt Schmitt.

Der Trainer hat die Vorgaben des Präsidiums – vier Punkte aus den zwei Spielen – sehr wohl zur Kenntnis genommen, fügt aber hinzu: „Ich glaube, es ist ein Ruck durch den ganzen Verein gegangen.“ Das zeigte sich am Samstag auch daran, dass fast das komplette Präsidium sowie der Aufsichtsratsvorsitzende vor Ort waren. Und nicht nur das. Die Funktionäre nahmen erstmals an der Mannschaftssitzung teil, als Zeichen des Wir-Gefühls. Zu guter Letzt folgt heute Abend das angekündigte gemeinsame Abendessen mit Spielern plus Begleitung.

Die Mannschaft hat die taktische Umstellung bravourös gemeistert. Schmitt hat auf drei Spitzen – die quirligen Traut und Landeka auf den Flügeln – umgestellt. Mit Erfolg. „Ich glaube, Aue hat nicht damit gerechnet, dass wir von Beginn an so selbstbewusst auftreten.“ Die Konsequenz: nach 18 Minuten ließ sich der Spielgestalter Curri zu einer Tätlichkeit hinreißen und flog vom Platz – was den Kickers natürlich entgegenkam.

In Aue hat sich Marco Tucci eindrucksvoll zurückgemeldet, mit seinem Treffer zum 2:0-Endstand, womit die Kickers im Angriff eine weitere Option besitzen. „Er ist ein echter Torjäger“, sagt Schmitt, nachdem der Italiener zu Beginn der Schmitt-Ära – auch aufgrund von Verletzungen – etwas in Vergessenheit geraten war. „Er müsste körperlich vielleicht noch zulegen“, sagt Schmitt, der den Spieler unbedingt halten will.

Überhaupt müssen die Kickers in dieser wichtigen Phase der Saison langsam daran denken, die Verträge für die nächste Saison unter Dach und Fach bringen, selbst zweigleisig: Plan A und B. Auch wenn das unter dem zeitlichen Druck der nun folgenden englischen Wochen vor allem für den Manager Joachim Cast Mehrarbeit bedeutet.

Zunächst geht es am Mittwoch gegen Unterhaching, da gilt es nachzulegen, auch wenn Schmitt sagt: „Ich will jetzt gar einen Druck aufbauen.“ Nach dem Eindruck von Aue scheint das auch nicht nötig, die Mannschaft scheint kapiert zu haben, um was es geht: für sie, den Trainer und den Verein. Wobei sich Edgar Schmitt schon festgelegt hat: „Ich glaube, am Ende entscheidet der Wille im Abstiegskampf.“ Und den hat die Mannschaft in Aue an den Tag gelegt.

Aue: Männel – Hochscheidt (59. Agyemang), Kos, Klingbeil, Schaffrath – Cimen (71. Baltes), Stark, Curri, Feick – Hensel, Glasner (42. Müller).

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle (59. Köpf), Traub, Mann, Gentner – Deigendesch, Ortlieb – Gambo – Traut (72. Parmak), Kacani (46. Tucci), Landeka.

Schiedsrichter: Markus Pflaum (Hallstadt). Tore: 0:1 Traut (56.), 0:2 Tucci (78.).

Rote Karte: Curri, grobes Foulspiel (18.).

Stuttgarter Zeitung

Hurra, die Kickers leben noch
Neues System, neue Leidenschaft, neuer Glücksbringer – 2:0 in Aue lässt die Blauen wieder hoffen

Aue/Stuttgart – Es war ein Lebenszeichen zum richtigen Zeitpunkt: Mit dem 2:0(0:0)-Auswärtssieg bei Erzgebirge Aue schöpft Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg.

VON JÜRGEN FREY

Rainer Kraft machte auf Uli Hoeneß. Wie der Bayern-Manager trug auch der Kickers-Co-Trainer auf der Bank im Erzgebirgsstadion erstmals einen Schal seines Vereins um den Hals. Den hatte ihm ein Fan vor dem Spiel geschenkt – als Glücksbringer. „Eigentlich darf er den jetzt nicht mehr abnehmen“, nahm Kickers-Chefcoach Edgar Schmitt seinen Assistenten in die Pflicht.

Der Beistand von Fortuna kann den Blauen in ihrer heiklen Lage nicht schaden. Und ein bisschen Dusel, oder vielleicht besser die Fügung glücklicher Umstände, half den Kickers in Aue auch, den Sieg einzufahren. Bereits in der 18. Minute hatte Aues Bester, der Albaner Skerdialid Curri, Rot gesehen. Der Spielmacher war nahe der Mittellinie mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Sascha Traut gegangen. Und nach der 1:0-Führung durch Traut (57.) verhinderte Kickers-Keeper Manuel Salz zweimal glänzend den möglichen Ausgleich. „Man kann im Laufe der Saison ja auch nicht nur Pech haben“, fand Präsident Dirk Eichelbaum das alles nur gerecht.

Damit kein falscher Eindruck aufkommt: Die Blauen haben sich ihr Glück in Aue erarbeitet. Es war der Lohn für einen Auftritt voller Leidenschaft. Im Gegensatz zu der mutlosen Vorstellung in Düsseldorf (0:2) präsentierte sich die Elf diesmal couragiert und hellwach. Die Viererkette um die starken Innenverteidiger Marcus Mann und Torsten Traub stand sicher. Vor der Abwehr räumten Benedikt Deigendesch und Markus Ortlieb kompromisslos ab. Davor stießen die Offensivkräfte Traut, Bashiru Gambo und Josip Landeka immer wieder in die Spitze und unterstützten den einzigen echten Stürmer. Wobei der eingewechselte Marco Tucci nicht nur wegen seines Tors zum 2:0 (80.) Pluspunkte gegenüber Sokol Kacani sammelte. Das neue 4-2-3-1-System funktionierte. Ein Rädchen griff ins andere. Doch in Euphorie verfiel deshalb keiner. „Das war der erste Schritt, 16 weitere müssen jetzt folgen“, sagte Manager Joachim Cast – und ergänzte: „Die Leistung von Aue muss die Messlatte für die Zukunft sein.“

Was positiv stimmt, sind die neuen personellen Alternativen im Kickers-Kader. In Aue ließ sich der erfahrene Neuzugang Traub auch in den turbulentesten Szenen nicht provozieren und sorgte für Ruhe. Mustafa Parmak war nach seiner Einwechslung in der Schlussphase an einigen guten Aktionen beteiligt und bereitete auch das 2:0 mit vor. Hinzu kommt: Schon am kommenden Mittwoch (19 Uhr/Gazistadion) gegen die SpVgg Unterhaching sind die bisher gesperrten Alexander Rosen und Orlando Smeekes wieder spielberechtigt. Stürmer Michael Schürg (zuletzt Patellasehnenprobleme) dürfte spätestens am Samstag (14 Uhr) im nächsten Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt wieder dabei sein. „Wir haben jetzt sechs Spiele innerhalb kürzester Zeit, da brauche ich einen großen Kader“, sagt Schmitt, der zumindest die Rückkehr von Kapitän Rosen ins Team ankündigte. Der große Kader erhält heute Abend schon mal eine Belohnung. Zusammen mit den Spielerfrauen nehmen die Kickers die Esseneinladung einer Brauerei in Feuerbach an. Auch Co-Trainer Kraft wird dabei sein. Den Kickers-Schal als Glücksbringer braucht er allerdings erst wieder am Mittwoch mitzubringen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers machen Boden gut
Der Fußball-Drittligist feiert beim 2:0 in Aue den dritten Saisonsieg

Stuttgart (bw) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist mit einem Erfolgserlebnis aus der vierwöchigen Zwangspause gestartet. Das Schlusslicht gewann beim FC Erzgebirge Aue mit 2:0 (0:0) und verkürzte damit den Abstand auf die Nichtabstiegszone auf sechs Punkte.

„Wir haben gewonnen, nicht mehr und nicht weniger“, hielt Trainer Edgar Schmitt nach dem ersten Auswärtssieg und dem dritten Dreier überhaupt in dieser Saison bewusst den Ball flach. „Das war wichtig, aber wir sind immer noch hinten dran und brauchen noch jede Menge Punkte, um das zu ändern“, so Schmitt. Doch zumindest haben die „Blauen“ mit diesem Sieg zum Auftakt der richtungsweisenden englischen Wochen auch etwas für ihr Selbstvertrauen getan. „Wir können jetzt mit breiter Brust weitermachen“, sagte der Trainer vor den beiden Heimspielen am Mittwoch (19 Uhr) gegen die SpVgg Unterhaching und am Samstag (14 Uhr) gegen Rot-Weiß Erfurt.Die Auer wurden von der aggressiven Spielweise der Kickers überrascht. „Wir haben mutig nach vorn gespielt und waren klar die agierende Mannschaft“, resümierte der Coach. Dieses Engagement wurde in der 56. Minute belohnt: Sascha Traut traf aus 20 Metern zum 1:0. Torhüter Manuel Salz parierte anschließend zwei Großchancen der Sachsen glänzend, bevor Marco Tucci mit seinem Treffer zum 2:0 (78.) alles klar machte.Zwar wurde der Erfolg auch durch den frühen Platzverweis gegen Aues Spielmacher Skerdilaid Curri begünstigt, der in der 18. Minute wegen groben Foulspiels an Traut die Rote Karte sah, trotzdem schöpften die Kickers wieder neue Hoffnung auf den Klassenverbleib. „Wenn wir so weiterkämpfen, bin ich guter Dinge“, sagte Schmitt. Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle (60. Köpf), Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Ortlieb – Traut (73. Parmak), Gambo, Landeka – Kacani (46. Tucci).

Eßlinger Zeitung

Dämpfer für dezimierte Auer

Erster Auswärtssieg für Kickers
Die Stuttgarter Kickers haben mit einem 2:0 bei Erzgebirge Aue ihren ersten Auswärtssieg und den dritten Saisonsieg überhaupt eingefahren. Die Sachsen wurden schon in der 18. Minute durch eine Rote Karte für Curri dezimiert worden. Sascha Traut (56.) und Marco Tucci (78.) trafen schließlich nach dem Seitenwechsel für die Gäste.

Bei Erzgebirge Aue musste Teammanager Heiko Weber gegenüber dem klaren 5:0 gegen Jena auf den dreifachen Torschützen Lukunku verzichten, für den Cimen ins Team rückte. Auf der anderen Seite stellte Trainer Edgar Schmitt seine Anfangsformation im Vergleich zum 0:2 in Düsseldorf vor vier Wochen auf vier Positionen um: Ortlieb ersetzte auf der linken Abwehrseite Härter. Landeka kam für Reiß, anstatt des gelbgesperrten Rosen lief Gambo auf und im Sturm spielte Traut für Galm.

Die erste Halbzeit plätscherte eher lustlos für sich hin. Für große Aufregung sorgte nur ein Vorfall in der 18. Minute: Nachdem Curri mit gestrecktem Bein im Mittelkreis gegen Traut vorging, zeigte Schiedsrichter Markus Pflaum nach kurzer Beratung mit seinen Assistenten die Rote Karte und musste sich daraufhin heftige Pfiffe der Auer Fans gefallen lassen. Jedoch konnten die Kickers aus ihrer Überlegenheit kein Kapital schlagen und die Sachsen waren sogar auch in Unterzahl eher noch die aktivere Elf.

Doch nach dem Seitenwechsel erhöhten die Schwaben den Druck. Nachdem zunächst Gambo nach einer Freistoßsituation nur einen Tick zu spät kam (53.), war Traut in der 57. Minute zur Stelle und schoss einen Abpraller aus 20 Metern Entfernung zur Führung für die Gäste ins Netz.

Nun war richtig Feuer in der Partie. Chancen auf beiden Seiten waren in der Folge zu verzeichnen, die Entscheidung fiel schließlich in der Schlussphase, allerdings unter leicht kuriosen Umständen: Tucci schloss in der 80. Minute einen Konter der Stuttgarter mit einem Treffer ab, der wegen Abseitsstellung erst kurzzeitig nicht gegeben wurde. Dann aber entschied sich das Schiedsrichtergespann doch um und zog sich somit erneut den Unmut der Auer Fans zu.

Die Erzgebirgler waren anschließend nicht mehr in der Lage, noch einmal dagegenzuhalten und mussten damit schon die vierte Heimniederlage hinnehmen. Für die Stuttgarter war es der erste Auswärtssieg, sie bleiben aber vor der Nachholpartie am Mittwoch in Unterhaching dennoch am Tabellenende hängen. Aue muss bereits am kommenden Dienstag in Aalen antreten.

Kicker

Kickers holen Dreier in Aue

Die Stuttgarter Kickers haben ihren ersten Auswärtssieg gefeiert und haben damit den Anschluß an die Nichtabstiegsablätze gehalten. Sascha Traut (56. ) und Marco Tucci (78. ) erzielten die Tore für die Blauen. Aue dezemierte sich schon früh durch eine Rote für Curri (20.).

Die Blauen müssen am kommenden Mittwoch gegen Unterhaching punkten, um den Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen zu verringern. Bereits am Dienstag treffen die beiden Konkurrenten Werder Bremen II und Jahn Regensburg aufeinander, Aalen trifft zeitgleich auf den heutigen Gegner der Kickers, Erzgebirge Aue.

Vorberichte FC Erzgebirge Aue – Stuttgarter Kickers

Dritte Liga: Kickers morgen in Aue

Schmitt setzt auf die Fitness
STUTTGART (ump). Die Vorlage des Kickers-Präsidiums („Wir erwarten vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen“) hat Edgar Schmitt gestern aufgenommen: „Ich nehme auch sechs.“ Der Trainer weiß, dass es im Abstiegskampf der dritten Liga kein Taktieren mehr gibt. Sein Motto: „Drauf, drauf, drauf!“ Und das schon morgen (14 Uhr) beim Auswärtsspiel in Aue. Mit welcher Startelf das sein wird, ist offen, vor allem im Angriff. Dort streiten sich Sokol Kacani, Marco Tucci und Dany Galm um die Plätze, nachdem Michael Schürg erst gestern ins Training eingestiegen ist und wohl in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammelt. Zudem ist Orlando Smeekes noch ein Spiel gesperrt, genau wie der Kapitän Alexander Rosen.

„Die Mannschaft ist körperlich fit“, betont Schmitt, „bei den letzten Laktatwerten haben sich nahezu alle Spieler um 0,2 Punkte gesteigert.“ Auch in der Breite hat sich der Kader verbessert wie das Testspiel in Hoffenheim (0:2) gezeigt hat, wo nach der Pause siebenmal gewechselt wurde „und wir trotzdem fast im gleichen Rhythmus geblieben sind“, wie der Trainer sagt. Schmitt konnte Mustafa Parmak nicht einsetzen, weil der nach wie vor Probleme mit der Patellasehne hat, in Aue aber auf der Bank sitzen soll. Wobei auch der Gegner so seine Sorgen hat: Der Zweitligaabsteiger muss ausgerechnet auf Mabula Lukunku verzichten (Bandscheibenprobleme), der mit seinem Hattrick maßgeblich am 5:0-Sieg unter der Woche gegen Carl Zeiss Jena beteiligt war.

Stuttgarter Zeitung

Kickers treten die Flucht nach vorn an
Stuttgart (jüf) – Edgar Schmitt redet nicht lange drumherum. „Für uns gibt es nur noch eines: Drauf, drauf, drauf und immer weiter.“ Was der Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers vor dem morgigen Spiel (14 Uhr) bei Erzgebirge Aue mit diesen markigen Worten sagen will: Für die Blauen gibt es in Anbetracht von neun Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz nur noch die Flucht nach vorn. Schmitt: „Körperlich ist das Team topfit, die Spritzigkeit ist da, der Wille auch.“ Fehlen werden die gesperrten Alexander Rosen und Orlando Smeekes. Möglicherweise werden sie am Sonntag (14 Uhr) im Heimspiel der Oberligaelf gegen Durlach zum Einsatz kommen. Bei Michael Schürg, der seine Achillessehnenprobleme weitgehend überwunden hat, steht schon fest, dass er 60 Minuten lang in der zweiten Mannschaft stürmen wird. Mustafa Parmak (Patellasehnenprobleme) soll in Aue als Joker auf der Bank sitzen.

Die Gastgeber können ebenfalls nicht in Bestbesetzung antreten. Stürmer Mabula Lukunku fällt wegen eines Bandscheibenvorfalls sechs Wochen aus. Schmitt interessiert das wenig: „Wir müssen nach uns schauen, und möglichst schnell zweimal hintereinander gewinnen. Dann sind wir wieder auf Schlagdistanz.“ Ganz nach dem Motto: Drauf, drauf, drauf. Und immer weiter.

Stuttgarter Nachrichten

Aue: Stürmer verletzt
Ali Lukunku als tragischer Held

Es war in den ersten 45 Minuten der Abend des Maboula Ali Lukunku. Dem 32-jährigen Kongolesen, der im September 2008 aus Belgien (RAEC Mons) nach Aue kam, gelang gegen Jena ein lupenreiner Hattrick: Nach zwei verwandelten Elfmetern setzte Lukunku per Fernschuss aus knapp 20 Metern noch einen drauf. Nun wird er den „Veilchen“ circa 6 Wochen fehlen.

Nach seinen drei Treffern im ersten Durchgang folgte der tragische Moment in Halbzweit zwei: In der 57. Minute wurde Lukunku mit heftigen Rückenschmerzen ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht. Bei der Untersuchung am heutigen Donnerstag wurde ein Bandscheibenvorfall festgestellt. Wie der Verein mitteilte, soll keine Operation nötig sein. Lukunku wird voraussichtlich sechs Wochen fehlen.

Nach seiner Auswechslung legten seine Teamkollegen noch zwei Treffer nach und besiegelten den 5:0-Kantersieg. Trotzdem warnte Aues Teammanager Heiko Weber nach dem Spiel: „Wir müssen aufpassen, dass keine Überheblichkeit einzieht.“ Trainer Rico Schmitt gab sich euphorisch: „Jetzt wollen wir diesen Sieg mit einem Dreier gegen die Stuttgarter Kickers veredeln.“

Der FC Carl Zeiss lief mit neuem Trikotsponsor auf. Weil die Deutsche Massivhaus GmbH vor der Zahlungsunfähigkeit steht, klafft ein 170000-Euro großes Loch im Etat. Eingesprungen ist mit Bernd Jurke einer der Großsponsoren des Vereins. „Es war eine Kombination aus Herz- und Bauchentscheidung“, sagt Jurke, der auch Mitglied im Aufsichtsrat ist. Schon am Freitag will er das Geld anweisen, Zahlungsziel für sein Engagement sei der 15. März. Nach kicker-Informationen stockt Jurke seinen Sponsoring-Etat in Jena um 50000 Euro auf. „Allerdings bleibe ich nur bis zum Saisonende auf der Brust“, so Jurke.

Kicker

Vorschau
Spielinfos:

Anstoß: 07.03.2009 14:00
Stadion: Erzgebirgsstadion

Schiedsrichter: Pflaum (Hallstadt)
Assistenten: Dietz (Kronach), Bartsch (Böttigheim)

Erzgebirge Aue: Teammanager Heiko Weber kann personell aus dem Vollen schöpfen. Bis auf El Berkani (Innenbandverletzung) sind alle Spieler fit.

Stuttgarter Kickers: Rosen (fünfte Gelbe), Smeekes (Rot) und Schürg (Achillessehne) fehlen. Parmak (Knie) ist fraglich, Neuzugang Köpf eventuell erstmals dabei.

Aufstellung

Erzgebirge Aue
Männel – Hochscheidt, Kos, Klingbeil, Schaffrath – Stark, Hensel, Curri, Feick – Glasner, Lukunku; Trainer: Weber

Stuttgarter Kickers
Salz – Steinle, Mann, Traub, Köpf – Reiß, Deigendesch, Gambo, Gentner – Galm, Kacani; Trainer: Schmitt

Kicker

StZ: Die Zeit des Schönredens ist vorbei

Beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers wird der Ton rauer – Mentaltrainer im Gespräch

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers stehen in der dritten Liga vor den Wochen der Wahrheit. „Wir erwarten vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum, der das aber nicht als Ultimatum an den Trainer verstanden wissen will.

Von Joachim Klumpp

Der Schnee auf Degerlochs Höhen ist komplett geschmolzen, die Sorgen bei den Stuttgarter Kickers sind dadurch aber nicht geringer geworden. Im Gegenteil: im März stehen die Wochen der Wahrheit auf dem Programm, wie es der Manager Joachim Cast formuliert hat. Was sich mit der Meinung der Vereinsgremien deckt. Am Dienstagabend jedenfalls tagten Präsidium und Aufsichtsrat – und der Ton ist dabei durchaus rauer geworden. Dafür steht vor allem Dieter Wahl. Das Präsidiumsmitglied sagte als Fazit der Sitzung: „Die Zeit des Schönredens ist vorbei.“

Nach nur 14 Punkten und dem letzten Tabellenplatz muss jedem klar geworden sein, dass sich die Kickers in akuter Abstiegsgefahr befinden. Erst recht, nachdem die erste und bisher einzig gespielte Begegnung im Jahr 2009 beim 0:2 in Düsseldorf einem Offenbarungseid gleichkam. „Das war ja ein gefühltes 0:5“, ärgert sich der Präsident Dirk Eichelbaum noch immer über die Vorstellung und Einstellung der Mannschaft „So etwas darf sich nicht mehr wiederholen“, betont der Jurist, der bereits zeitnah der Mannschaft ins Gewissen geredet hat. Doch dabei soll es nicht bleiben, weitere Maßnahmen folgen:

> Zum Spiel am Samstag bei Erzgebirge Aue werden nahezu das komplette Präsidium sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lorz anreisen, um vor dem Anpfiff vor Ort noch mal mit dem Trainer Edgar Schmitt persönlich zu sprechen.

> Vor dem Heimspiel am nächsten Mittwoch gegen Unterhaching wird es ein gemeinsames Abendessen mit Spielern plus deren Begleitung geben, um noch einmal das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern.

> Bis zum Montag will das Präsidium schließlich entscheiden, ob künftig ein Mentaltrainer mit ins Boot genommen werden soll, was in der Vergangenheit immer wieder einmal diskutiert wurde, um auch hier das Optimale aus den Spielern herauszuholen.

Das zeigt: der Ernst der Lage ist erkannt, weshalb die Verantwortlichen auch mit einer sportlichen Zielvorgabe nicht mehr hinter dem Berg halten. „Wir erwarten vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen“, sagt der Präsident, der dies allerdings nicht als Ultimatum an den Trainer verstanden wissen will. „Wenn die Punkte nicht eingespielt werden, heißt das nicht automatisch, dass der Trainer infrage gestellt wird.“ Doch Diskussionsbedarf ergibt sich dann automatisch, ob es den Beteiligten passt oder nicht.

Generell schlägt Eichelbaum vergleichsweise moderate Töne an. „Es bringt nichts, jetzt noch mehr Druck zu erzeugen, der ist schon allein durch die Ergebnisse der Konkurrenten entstanden.“ Sein Präsidiumskollege Dieter Wahl sieht das etwas anders. „Die Mannschaft muss mit dem Druck umgehen.“ Viel zu lange schon plätschert die Saison vor sich hin, ohne durchschlagenden Erfolg. Die Mannschaft war Letzter als Edgar Schmitt kam, und ist es immer noch – mit inzwischen neun Punkten Rückstand zum rettenden Ufer. Der erwartete Aufschwung unter „Euro-Eddy“ ist bisher also ausgeblieben. Was Folgen auf allen Ebenen hat.

Denn die sportliche Entwicklung ist unmittelbar mit der wirtschaftlichen verbunden. Und auch da ist die Lage „unverändert schwierig“, wie Eichelbaum zugibt, wobei die beiden Spielausfälle im Februar gegen Haching und Regensburg ihren Teil beigetragen haben. Unabhängig davon droht bis zum Saisonende ein Loch von 300 000 Euro in der Kasse. Deshalb hofft der Präsident, dass mit einer Aufholjagd auf dem Platz auch die Fans wieder vermehrt ins Gazi-Stadion strömen. „Bei weiteren Niederlagen spielen wir natürlich bald vor 1400 Zuschauern“, ist sich Eichelbaum bewusst, dass Chance und Risiko dicht beieinander liegen.

Zumal am 25. März auch noch die Freundschaftspartie gegen die VfB-Profis auf dem Programm steht, die ihren Teil zur finanziellen Genesung beitragen soll. Da erwarten die Kickers optimistisch 7000 Zuschauer. Was als Tabellenletzter allerdings ein schwieriges Unterfangen werden dürfte. Deshalb fordert Dieter Wahl: „Ab sofort gilt es zu punkten.“

Stuttgarter Zeitung

0:2 beim Testspiel gegen Hoffenheim

Fußball-Herbstmeister 1899 Hoffenheim hat ein Testspiel gegen den Drittligisten Kickers Stuttgart mit 2:0 (1:0)gewonnen. Vier Tage vor dem Bundesligaspiel gegen Werder Bremen schossen Wellington (44.) und Kai Herdling (47.) vor 900 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena die Tore für den Bundesliga-Aufsteiger. Gegen den Tabellenletzten aus Stuttgart setzte Trainer Ralf Rangnick vor allem Mittelfeldspieler aus der zweiten Reihe ein, da beim Spiel am Samstag der verletzte Sejad Salihovic sowie die gelbgesperrten Selim Teber und Luiz Gustavo sowie Tobias Weis wegen einer Roten Karte gegen Bremen fehlen.

BILD

Testspiel-Erfolg für 1899

1899 Hoffenheim gewann das Testspiel gegen Drittligist Stuttgarter Kickers mit 2:0. Vor knapp 1000 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion trafen Wellington und Hertling für die Mannschaft von Ralf Rangnick.

1899 präsentierte sich in den ersten 20 Minuten äußerst spielfreudig und erspielte sich zahlreiche Tormöglichkeiten. In der 10. Minute scheiterte Marco Terrazzino nach schönem Zuspiel von Wellington an Gästekeeper Manuel Salz. Erneut Wellington war es, der nur zwei Minuten später mit einem Kopfball am Pfosten scheiterte (12.).

Hoffenheim spielte weiterhin munter nach vorne. Eine tolle Kombination über Beck, Terrazzino und Janker hätte Wellington beinahe zum 1:0 vollendet (15.). Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte fanden die Kickers im besser in die Partie und standen im Abwehrverbund sicher. 1899 kombinierte zwar weiter, jedoch war am Strafraum der Gäste Endstation. In der 43. Minute verpassten die Kickers sogar die größte Möglichkeit zur Führung. Gambo spielte Orlando herrlich frei, doch dessen Schuss verfehlte das Tor von 1899-Keeper Ramazan Özcan am langen Pfosten. Im Gegenzug gelang Hoffenheim doch noch die Pausenführung. Ein Pass von Pascal Groß fand den Brasilianer Wellington, der mit einem Heber über den Torhüter seine Torjäger-Qualitäten unter Beweis stellte (45.).

Die zweite Hälfte begann wie die erste aufhörte. Wellington legte den Ball mustergültig auf Kai Hertling, der mit einem Volleyschuss aus 18m erfolgreich war (47.). Nach zahlreichen Wechseln auf beiden Seiten verflachte die Partie, Tormöglichkeiten gab es im zweiten Abschnitt nur noch wenige zu bestaunen. Einzig Luiz Gustavo (70.) und Boubacar Sanogo (77.) sorgten noch für Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse. Die Gäste versteckten sich in der zweiten Hälfte keineswegs und suchten ihr Heil ebenso in der Offensive. Ramazan Özcan wurde jedoch nicht mehr geprüft.

1899 Hoffenheim
Özcan – Janker (63. Prokop), Nilsson, Compper (46. Neupert), Fabricio – Marselli (46. Ibertsberger), Vorsah (45. Sanogo), Beck (46. Luiz Gustavo), Groß (46. Hertling), Terrazzino (63. Beil) – Wellington (63. Loviso).

Stuttgarter Kickers
Salz – Steinle, Härter, Traub, Ortlieb – Landika, Rosen, Kettermann, Gambo – Tucci, Orlando

Homepage TSG Hoffenheim

Kickers unterliegen im Testspiel beim Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim mit 0:2 (0:1)

Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat am heutigen Dienstagnachmittag ein Testspiel beim Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim mit 0:2 (0:1) verloren. Vor rund 1000 Zuschauern im Hoffenheimer Dietmar-Hopp-Stadion erzielten Wellington (44. Minute) und der eingewechselte Kai Herdling (47.) die Treffer für den Bundesliga-Tabellendritten. Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt war trotz der Niederlage mit dem Auftritt seiner Formation zufrieden. „Wir haben eine insgesamt sehr ordentliche Leistung gezeigt. Schade nur, dass es uns nicht gelungen ist, zumindest einen Treffer zu erzielen“, sagte Schmitt nach der Partie im Kraichgau.

Orlando Smeekes hatte für die Gäste – die an diesem Samstag nach zuletzt drei wetterbedingt ausgefallenen Partien mit dem Gastspiel beim FC Erzgebirge Aue (Erzgebirgsstadion, 14 Uhr) erstmals wieder um Drittligapunkte spielen – im Verlauf der 90 Spielminuten die beste Torchance auf dem Fuß gehabt. Sein Schuss aus halblinker Stürmerposition strich in der 40. Minute jedoch um knapp zwei Meter an dem von Ramazan Öczan gehüteten Gehäuse vorbei.

Für den Höhepunkt einer insgesamt ausgeglichenen ersten Halbzeit sorgte kurz darauf Luis Wellington des Sousa mit seinem Führungstreffer für die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick. Nach einem Angriff über die linke Angriffsseite traf er mit einem feinen Heber über den aus seinem Tor heraus geeilten Schlussmann Manuel Salz zum 1:0-Pausenstand.

Gleich die erste ernsthafte Angriffsituation der Kraichgauer führte nach dem Seitenwechsel zum zweiten Treffer: Der eben erst eingewechselte Kai Herdling schloss mit einem Schuss zum 2:0 ab. Trainer Edgar Schmitt nutzte ebenso wie sein Hoffenheimer Amtskollege Rangnick in diesem Testspiel das vereinbarte Wechselkontingent weidlich aus: Bei den Gastgebern kamen insgesamt 19 Spieler zum Einsatz, beim Stuttgarter Drittligisten sammelten 20 Akteure Spielpraxis.

TSG 1899 Hoffenheim: TSG 1899 Hoffenheim: Özcan – Janker (63. Prokop), Nilsson, Compper (46. Neupert), Fabricio – Marselli (46. Ibertsberger), Vorsah (45. Sanogo), Beck (46. Luiz Gustavo), Groß (46. Hertling), Terrazzino (63. Beil) – Wellington (63. Loviso).

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle (46. Köpf), Ortlieb (46. Mann), Traub (60. Dittrich), Härter (60. Gentner) – Rosen, Kettemann (60. Schmiedel) – Landeka (60. Reiss), Gambo (60. Kovac) – Smeekes (60. Galm), Tucci (60. Kacani). Trainer: Schmitt.

Schiedsrichter:
Blos (Esslingen)

Zuschauer:
1000 im Dietmar-Hopp-Stadion

Tore:
1:0 de Sousa (44.), 2:0 Herdling (47.)

Besonderes: –

Offizielle Homepage

STN: Streit um Logo der Blauen beigelegt

Außergerichtliche Einigung

Stuttgart (jüf) – Der Streit um die Rechte am Vereinsemblem der Stuttgarter Kickers ist endgültig vom Tisch. Der SV Stuttgarter Kickers und der HV Stuttgarter Kickers haben sich außergerichtlich auf eine gemeinsame Nutzung bis 2017 geeinigt. Die Handballer um ihren Präsidenten Jürgen Hollenbach hatten sich im September 2007 die Rechte am Logo beim Patent- und Markenamt für die nächsten zehn Jahre gesichert. Nun erklärte sich der Chef der Handballer, die in der Baden-Württemberg-Oberliga am Ball sind, einverstanden, dass der SV Kickers ebenfalls die Rechte nutzen darf. „Unser Fachanwalt hat den Vertragsentwurf geprüft, unser Vorstand hat ihn abgesegnet“, sagt Hollenbach. Auch das Präsidium des SV Kickers kann mit den Modalitäten leben – und gab grünes Licht.

Eine Kröte müssen die Fußballer allerdings schlucken: Die Handballer brauchen künftig nicht mehr die Lizenzgebühr von etwa 1500 Euro pro Jahr an den SV überweisen. Dieser Betrag war nach Ausgliederung der Handballer im Jahr 2004 für die Nutzung des Schriftzuges und des Logos Stuttgarter Kickers vereinbart worden.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu VfR Mannheim – Stuttgarter Kickers II (2:1)

Alles andere als zufrieden war dagegen der Trainer der Stuttgarter Kickers II, Björn Hinck. Dabei sah es für die Stuttgarter, bei denen in Alessandro Abruscia, Fabio Leutenecker und Patrick Auracher drei A-Jugendliche in der Startformation standen, lange Zeit beim VfR Mannheim ganz gut aus. Durch einen Treffer von Marcel Ivansua (56.) führten die Kickers in der Kurpfalz mit 1:0, ehe in den letzten zehn Minuten die Partie kippte. Nach dem Ausgleich durch Papa N“Diaga Thiam (80.) machte sich dann allerdings Verunsicherung in Reihen der Gäste breit, was die Mannheimer zum späten Siegtreffer durch Yasar Acik (90.) nutzen konnten. „Natürlich bin ich enttäuscht, da wir es nicht geschafft haben, unsere zahlreichen Chancen zu einem zweiten Tor zu nutzen. So stehen wir mit leeren Händen da und müssen aufpassen, dass wir nicht noch hinten reinrutschen“, sagte Björn Hinck.

Stuttgarter Zeitung

Fußball-Oberliga: Späte Tore bescheren dem VfR Mannheim einen wichtigen Heimsieg / Neuzugänge überzeugen

Jüllich beweist ein glückliches Händchen
Von unserem Mitarbeiter Markus Wilhelm

Mannheim. Am Samstagnachmittag um kurz nach 16.45 Uhr glich das Rhein-Neckar-Stadion einem Tollhaus. Die Spieler des VfR Mannheim tanzten, hüpften und jubelten, als hätten sie soeben nicht nur ein Punktspiel, sondern die Meisterschaft gewonnen. Ausgerechnet gegen Angstgegner Stuttgarter Kickers II holte der VfR beim 2:1 (0:0) den ersten Dreier seit mehr als fünf Monaten. Die Premiere von Gernot Jüllich auf der Trainerbank der Rasenspieler – sie geriet zu einem nervenaufreibenden Thriller mit Happy End.

„Ich bin einfach nur platt. Der Trainer hat uns sehr gut eingestellt und motiviert, am Ende sind wir dafür belohnt worden“, meinte Mannheims Torhüter Ronny Kockel, der in der 89. Minute einen „Unhaltbaren“ aus dem Winkel fischte und damit maßgeblichen Anteil am Erfolg der Kurpfälzer hatte. Dass nach dem 0:1 durch Ivanusa (56.) ausgerechnet zwei Einwechselspieler den VfR noch auf die Siegerstraße brachten, machte die Inszenierung perfekt. Zunächst war es der 19-jährige Papa N’Diaga Thiam, der die Blau-Weiß-Roten mit dem 1:1 zurück ins Spiel brachte (80.). Und in der Schlussminute hatte Waldhof-Leihgabe Yasar Acik seinen großen Auftritt. In der 63. Minute für Louis Hörger eingewechselt, riss der 21-Jährige das Offensivspiel an sich und krönte sein starkes Debüt mit dem Siegtor in letzter Minute (90.).

„Einfach sensationell, Yasars Einwechslung hat die Wende gebracht“, fand Mario Nöll, der die Partie von der Haupttribüne aus verfolgt hatte. Was den früheren Waldhof-Präsidenten dazu veranlasst hat, ein VfR-Spiel zu besuchen? „Ich bin Gernot-Jüllich-Fan, deshalb bin ich gekommen“, gab Nöll eine verblüffende Antwort. „Der Mann hat eine unglaubliche Ausstrahlung. Er wäre beim Waldhof mein Favorit als Conrad-Nachfolger gewesen.“ Torschütze Acik gab sich unterdessen bescheiden. „Nicht ich habe das Spiel gewonnen, sondern die Mannschaft.“

„In der Vorrunde hätten wir nach dem Rückstand klar verloren“, fand Kapitän Arijan Berisha. „Jetzt haben wir auch auf der Ersatzbank Qualität. Das war heute ausschlaggebend.“ Für Jüllich geriet der Gang in die Kabine derweil zu einem kleinen Triumphzug. Der Coach hatte viele Hände zu schütteln, Glückwünsche entgegenzunehmen und durfte sich über einen perfekten Einstand freuen. Sichtlich gerührt, nutzte der 55-Jährige die Pressekonferenz für eine emotionale Ansprache: „Es ist schön, wieder hier zu sein. Ein ganz tolles Gefühl. Das berührt mich persönlich sehr, weil ich immer VfR´ler gewesen bin.“ Nach 90 Minuten Dramatik hielt das VfR-Drehbuch ganz am Ende somit auch noch etwas fürs Herz parat.

Mannheimer Morgen

Presse zum Testspiel SSV Ulm – Stuttgarter Kickers (1:1)

Spatzen spielen gegen Kickers 1:1

ULM (sz) Anstatt bei Frühlingswetter vor vielleicht 2000 Zuschauern im Donaustadion gegen Großbardorf um Regionalligapunkte zu spielen, testeten die Fußballer des SSV Ulm 1846 ihre Form auf dem benachbarten Kunstrasenplatz. Gegner war der Drittligist Stuttgarter Kickers, das Spiel endete vor gut 300 Zuschauern mit 1:1.

Dabei wurden die Treffer bereits im ersten Durchgang erzielt, als die Spatzen einige Vorteile den in Gelb spielenden „Blauen“ gegenüber hatten. Dinko Radojevic brachte die Ulmer nach Vorarbeit von Benjamin Barth in Führung (34.), Bastiva Gambo glückte drei Minuten später der Ausgleich. Beide Teams hatten im zweiten Durchgang noch gute Chancen, aber insbesondere Christian Schmid vergab zwei gute Möglichkeiten, während auf der anderen Seite der für Holger Betz eingewechselte Torhüter Andreas Knoll zwei Topchancen der Kickers zunichte machte.

Letztlich ein gerechtes Ergebnis. Spatzen-Coach Markus Gisdol war mit dem Test zufrieden und froh, „dass heute nicht gegen Großbardorf gespielt wurde“. Zum einen war der Rasen im Ulmer Donaustadion noch nicht okay, zum anderen fehlten mit Rouven Wiesner, Christian Sauter und Marijo Marinovic noch wichtige Spieler. Sich erneut gut eingefügt hat sich Youngster Andreas Ludwig.

Bereits morgen um 19 Uhr soll die Partie SSV 46 gegen TSV Großbardorf nachgeholt werden.

Schwäbische Zeitung