Vorberichte Stuttgarter Kickers – Rot-Weiß Erfurt

Kickers empfangen RW Erfurt

Mann und Gambo sind im Kader
STUTTGART (ump). In der dritten Fußballliga geht es nach den vielen Spielausfällen nun Schlag auf Schlag. Das muss kein Nachteil sein, wenn man einen guten Lauf hat – wie die Stuttgarter Kickers. Die Mannschaft des Trainers Edgar Schmitt hat nach zuletzt zwei Siegen heute (14 Uhr) zu Hause gegen Rot-Weiß Erfurt die große Chance, die rote Laterne abzugeben. Doch der Trainer Edgar Schmitt warnt davor, dies als Selbstläufer zu betrachten. „Die Mannschaft kommt über Kraft und Einsatz, da wird es bei der Beanspruchung auch Rückschläge geben.“ Andererseits setzen die Kickers im Abstiegskampf auf ihren vergleichsweise großen Kader, der immer mal wieder Rotationen erlaubt. So wird Sascha Traut nach seiner Gelbsperre wohl ebenso wieder in die Mannschaft rücken wie die zuletzt nur eingewechselten Benedikt Deigendesch und Thomas Gentner; die am Mittwoch verletzt ausgeschiedenen Bashiru Gambo und Marcus Mann zählen zwar wieder zum Kader, werden aber möglicherweise zunächst einmal geschont.

Stuttgarter Zeitung

Kickers gegen Erfurt in Bestbesetzung

Stuttgart (kli) – Tabellen-Schlusslicht Stuttgarter Kickers will im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt an diesem Samstag (14 Uhr) seine Aufholjagd fortsetzen und mit dem dritten Sieg in Folge den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen weiter verkürzen. In der Partie gegen Erfurt kann der Fußball-Drittligist personell aus dem Vollen schöpfen. Die im Nachholspiel gegen Unterhaching (2:1) am Mittwoch ausgewechselten Bashiru Gambo (Muskelverletzung im Adduktorenbereich) und Marcus Mann (Gehirnerschütterung) sind wieder fit. Ob Trainer Edgar Schmitt sie erneut in der Startelf aufstellt, ist offen. „Eigentlich ist Marcus Mann gesetzt, aber es kann gut sein, dass ich ein bisschen rotiere“, sagt Schmitt. Die Alternative: Für Mann könnte Markus Ortlieb in die Abwehrkette rücken. Auf dessen Position im defensiven Mittelfeld käme dann Benedikt Deigendesch zum Einsatz. Anstelle von Spielmacher Gambo steht wohl Mustafa Parmak erstmals in der Startformation.

Stuttgarter Nachrichten

Hält die Siegesserie heute gegen Erfurt? Kickers im Dauerstress
Von KLAUS HENRICH

Die Stuttgarter Kickers und ihre Aufholjagd in der 3. Liga. Nach zwei Siegen in Folge wollen die Blauen heute gegen Erfurt (14 Uhr, Gazi-Stadion) nachlegen und möglichst die rote Laterne endlich abgeben.

Stuttgarter Kickers: Kickers im Dauerstress
Trainer Edgar Schmitt: „Unser Selbstvertrauen ist riesig, die Spieler haben wieder Freude, die Moral ist intakt.“ Aber der Coach weiß auch, dass der Dauerstress der vielen englischen Wochen (durch die wetterbedingten Absagen) eine riesige Herausforderung ist.

Sieben Spiele in 24 Tagen stehen auf dem Programm. Bereits Dienstag geht‘s in Sandhausen weiter.

Euro-Eddys Zauberformel gegen den Stress heißt Rotation.

Zum Glück haben die Blauen einen großen Kader. Schmitt: „Als ich im Oktober anfing, hatten wir gerade elf gesunde Spieler im Training, jetzt sind es 28.“ Die kann der Coach gut gebrauchen.

Auch heute wird es wieder eine neue Startformation geben. Wie es aussieht, werden Sascha Traut und Thomas Gentner ins Team rücken. Orlando Smeekes ist gesetzt. Der fliegende Holländer, der beide Vorlagen zu den Treffern gegen Haching gab, soll die Blauen zum Sieg führen.

BILD

Die Presse läutet die Aufholjagd der Kickers ein und sieht Parallelen zum Vorjahr

Folgt die nächste Aufholjagd?
Kickers: Parallelen zum Vorjahr

STUTTGART. So schnell kann es gehen: Vor fünf Tagen hatten die Kickers in der dritten Fußballliga neun Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz, jetzt sind es nur noch vier. Die Situation erinnert ein wenig an das Vorjahr.

Von Joachim Klumpp

Das höchste Lob kam aus dem Munde des gegnerischen Trainers. „Wenn man die Mannschaft von Stuttgart gesehen hat, glaubt man nicht, dass die am Tabellenende steht“, sagte Ralph Hasenhüttl von der Spvgg Unterhaching nach der 1:2-Niederlage, „sie hat ein starkes Spiel gemacht.“ Wer hätte das nach dem bescheidenden Auftritt und der 0:2-Niederlage vor fünf Wochen in Düsseldorf gedacht. Wohl kaum jemand.

Parallelen zum Vorjahr sind erkennbar, als die Kickers nach dem 0:1 gegen Bayern München II fast schon abgeschrieben waren – und anschließend von 13 Spielen nur noch zwei verloren haben. Damals ging es um die Qualifikation zur dritten Liga, jetzt geht es um den Klassenverbleib. Neun Punkte betrug der Rückstand zum rettenden 16. Platz vor fünf Tagen, nun sind es nur noch vier.

Das nennt man wohl Déjà-vu. „Das erinnert mich schon ein wenig an das letzte Jahr“, sagt der Kapitän Alexander Rosen. „Auch jetzt ist ein deutlicher Unterschied zur Vorrunde erkennbar.“ In der Tat: vor allem nach gut einer Stunde haben die Kickers am Mittwoch noch einmal zugelegt. „Da sieht man, was ein fittes Team ausmacht“, sagt der Trainer Edgar Schmitt. Die Spieler haben in den vergangenen Wochen zwar nicht selten gestöhnt, doch die Arbeit scheint sich auszuzahlen. „Durch die vielen Spielausfälle hatten wir praktisch eine zweite Vorbereitungphase“, sagt Schmitt. Inklusive des Trainingslagers am Gardasee, an dem sich die Spieler finanziell beteiligt haben. „Für diesen Aufwand sind wir jetzt endlich belohnt worden“, betont der Siegtorschütze Josip Landeka.

Nicht nur dafür. Auch die Verstärkungen zahlen sich aus. Im Vorjahr hat Alexander Rosen, aber auch Ferhat Cerci, zum Aufschwung beigetragen. Diesmal haben die Kickers sogar mehr getan, als zunächst geplant war. Fünf Neue kamen, nur einer (Angelo Vaccaro) ging. Das steigert zunächst die Quantität und damit auch den Konkurrenzkampf, dem am Mittwoch zum Beispiel der ehemalige Kapitän Jens Härter zum Opfer fiel, der nur auf der Tribüne saß. Oder der Stürmer Marco Tucci, der nicht einmal als Joker zum Zuge kam, was mit den verletzungsbedingten Auswechslungen von Bashiru Gambo und dem Innenverteidiger Marcus Mann zu tun hatte, deren Einsatz am Samstag gefährdet ist. Also wird gegen Erfurt weiter rotiert: Benedikt Deigendesch und Thomas Gentner sollen in die Startelf rücken.

Die 29 Mann im Kader steigern aber auch die Qualität. So hat Schmitts Wunschspieler Torsten Traub der Abwehr mehr Stabilität verliehen, Simon Köpf eben Härter verdrängt. Danny Galm hat sicher noch mehr Potenzial, während Mustafa Parmaks Stärken in Degerloch bekannt sind. Die zeigte er eindrucksvoll nach seiner Einwechslung: Er entwickelte Druck und Torgefahr. „Ich habe das Beste daraus gemacht“, sagt der Spieler, dem nur noch die Fitness für 90 Minuten fehlt.

Ganz im Gegensatz zu Orlando Smeekes, der förmlich aufblüht und nicht von ungefähr beide Treffer mustergültig vorbereitet hat. Der Niederländer, der in der Winterpause noch Abwanderungsgedanken hegte, entwickelt sich – nach eindringlichen Appellen des Trainers – zu einem uneigennützigen Spieler. „Der Charakter der Mannschaft stimmt einfach“, sagt der Kapitän Alexander Rosen.

„Und wir haben auch das Glück, das in der Vorrunde oft gefehlt hat“, sagt der Manager Joachim Cast. Zum Beispiel, als der Schiedsrichter einen Treffer von Anton Fink wegen vermeintlichen Handspiels nicht anerkannte. Doch wie fügte Cast hinzu: „Glück hat nur der Tüchtige.“ Und tüchtig sind die Kickers. „Wir haben in diesem Jahr nur sieben freie Tage gehabt“, sagt Schmitt. Der achte kündigt sich an. Am Sonntag, unabhängig vom Ausgang des Spiels gegen Erfurt.

Stuttgarter Zeitung

Jetzt nicht lockerlassen
Bei den Kickers deuten sich erste Parallelen zur Aufholjagd 2009 an

Stuttgart – Zwei Siege in Folge machen es möglich: Für Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist das rettende Ufer wieder in Sichtweite. Erinnerungen an die Aufholjagd in der vergangenen Saison werden wach. Kapitän Alexander Rosen gibt das Motto vor: „Jetzt bloß nicht lockerlassen.“

VON JÜRGEN FREY

Bei Niederlagen steht der Präsident schon mal alleine da. Doch nach Siegen ist es Tradition, dass nach dem Abpfiff die Präsidium- und Aufsichtsratsmitglieder von der Tribüne runter an den Spielfeldrand kommen. Nach dem 2:1 gegen Unterhaching waren es besonders viele – und Schatzmeister Friedrich Kummer konnte das Glück kaum fassen. „Zwei Siege in Folge – ich glaube es nicht“, sagte er erleichtert. Die Kickers mischen wieder mit. Statt neun Punkten Rückstand vor dem 2:0 in Aue sind es jetzt nur noch vier. Vor dem Spiel am Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen Rot-Weiß Erfurt deuten sich erste Parallelen zum Vorjahr an:

Die Fitness: Wie vor einem Jahr Stefan Minkwitz konnte auch sein Nachfolger Edgar Schmitt erst in der Winterpause die Mannschaft nach seinen Vorstellungen entscheidend prägen. Auffallend: Bei der Aufholjagd zur Drittliga-Qualifikation hatten die Kickers ihre Gegner teilweise in Grund und Boden gerannt. Und auch jetzt, in Aue und gegen Unterhaching, konnten die Blauen am Ende zulegen. Die Spieler präsentierten sich spritzig und topfit. „Vor allem die vierwöchige Pause nach dem 0:2 in Düsseldorf kam uns sehr entgegen“, sagt Rosen.

Die Psyche: Wie in der Saison 2007/08 war auch diesmal bei den Blauen schnell in den Köpfen drin, dass nichts anderes zählt als das sportliche Überleben. Die aktuellen Mitkonkurrenten wie Carl Zeiss Jena oder der VfR Aalen hatten ganz andere Ziele. Im Kampf gegen den Abstieg nun den Schalter umzulegen, dürfte für diese Teams nicht einfach werden. Hinzu kommt: Bei den Blauen wächst mit jedem Sieg das Selbstvertrauen. Und Rosen ist sich sicher: „Die Rolle des Jägers ist bisweilen einfacher und kann für uns wieder zum Vorteil werden.“

Die Atmosphäre: Auf dem Spielfeld präsentiert sich das Team als kompakte und kampfstarke Einheit. Die Spieler zeigen großen Siegeswillen. Folge: Beim leidenschaftlichen Auftritt gegen Unterhaching sprang der Funke aufs Publikum über. Rosen: „Keiner in der Mannschaft kocht sein eigenes Süppchen, der Teamgeist ist spürbar, das honorieren die Zuschauer.“

Die Alternativen: Vergangenes Jahr war Rosen im Winter dazugekommen und entwickelte sich zur Leitfigur. Jetzt bekam er mit Routinier Torsten Traub Verstärkung. Auch die anderen Neuen sorgen dafür, dass der Konkurrenzkampf das Geschäft bei den Blauen belebt. Rosen: „Wir können nun auch von der Bank Qualität nachlegen.“ Getreu dem Motto: Bloß nicht lockerlassen.

Stuttgarter Nachrichten

Am Samstag in Walldorf

Erst ein Spiel konnte die U23-Mannschaft der Stuttgarter Kickers in diesem Jahr bestreiten und nach der unglücklichen 1:2-Niederlage beim VfR Mannheim, steht am kommenden Samstag die zweite Partie des Jahres 2009 auf dem Programm. Gegner ist der FC Astoria Walldorf, Anpfiff ist um 15.00 Uhr im Astoria Stadion.

Auch die Badener mussten am letzten Wochenende pausieren, das Spiel gegen Au/Iller musste aufgrund des schlechten Wetters genauso abgesagt werden, wie das Spiel der Kickers gegen Durlach. Die Walldorfer nutzen den Ausfall, um gegen den Verbandsligisten FC 07 Heidelsheim zu testen und kamen dabei zu einem klaren 4:1-Sieg.

Zweimal im Kader der ersten Mannschaft, Luis Rodrigues

Nach den Ergebnissen der letzten beiden Spieltage ist die Abstiegszone für die „kleinen“ Blauen wieder näher gerückt. „Das kann noch ganz schön eng werden in dieser Saison“, meint Kickers-Trainer Björn Hinck. Sechs seiner Spieler trainieren momentan in der ersten Mannschaft, zuletzt auch Luis Rodrigues, der den verletzten Benjamin Huber ersetzte.

Dazu kommen die beiden A-Juniorenspieler Patrick Auracher und Fabio Leutenecker , die wieder in den Kader der U19 rückten, um das Unternehmen Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga zu unterstützen. Dort kam am vergangenen Wochenende auch Sandro Abruscia zum Einsatz. Die Kickers-U19 gewann übrigens mit 2:0 beim Nachwuchs des FC Astoria Walldorf.

Mit 22 Punkten belegen die Kickers derzeit den 12. Tabellenplatz, drei Punkte vor dem Viertletzten VfR Mannheim, der sich durch zwei Siege in Folge aus dem Tabellenkeller herausarbeitet.

Offizielle Homepage

Presse zu Stuttgarter Kickers – SpVgg Unterhaching (2:1)

Die Kickers feiern – ganz leise
Der Trainer Edgar Schmitt denkt nach dem 2:1-Sieg gegen die Spvgg Unterhaching auch an die Opfer des Amoklaufs

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben im Nachholspiel der dritten Liga gestern Abend drei weitere wichtige Punkte eingefahren. „Der größere Siegeswille war entscheidend“, sagte der Manager Joachim Cast nach dem 2:1 (1:1) gegen Unterhaching.

Von Joachim Klumpp

Wie war das noch gleich? Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – oder doch umgekehrt? Egal, die Stuttgarter Kickers können diese Redensart drehen, wie sie wollen. Am Samstag erkämpften sie sich ein 2:0 in Aue, um zwei Tage später in einer Feuerbacher Lokalbrauerei bei einem gemeinsamen Abend das Wir-Gefühl zu stärken. Gestern stand wieder die Arbeit auf dem Programm, erfolgreich – mit dem 2:1-(1:1-)Sieg gegen die Spvgg Unterhaching, womit sogar die Vorgabe des Präsidiums, vier Punkte aus zwei Spielen, übertroffen wurde.

Dabei war den Verantwortlichen zunächst einmal gar nicht nach feiern zumute, der Amoklauf von Winnenden hatte seine Spuren hinterlassen. Zum Gedenken an die Opfer wurde auf jegliche Musikeinlagen und Werbedurchsagen verzichtet, zudem noch eine Gedenkminute eingelegt. In Anbetracht der tragischen Ereignisse beließ es auch der Kickers-Trainer Edgar Schmitt bei einem kurzen Kommentar: „Wir haben Glück gehabt und sind froh über die drei Punkte.“ Zumal Marcus Mann mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste und die Gäste aus Unterhaching zunächst den besseren Start erwischten, so dass der Torhüter Manuel Salz gegen den Torjäger Anton Fink klären musste (15.).

Drei Minuten später dann fiel das Tor – auf der Gegenseite. Nach herrlicher Vorarbeit von Orlando Smeekes traf Bashiru Gambo von der Strafraumgrenze unhaltbar zum 1:0. So konnte es weitergehen. Ging es aber nicht. Denn fünf Minuten später hatte Unterhaching ausgeglichen, durch einen von Fink sicher verwandelten Elfmeter, nachdem Marcus Mann zuvor Francisco Copado am Fuß erwischt hatte; eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Und ein Ergebnis, das zur Pause auch nicht unverdient war, denn die Gäste hatten mehr vom Spiel, die Kickers setzten vor 2660 Zuschauern, darunter der Extrainer Robin Dutt, auf Konter und hatten Pech, dass Landekas Freistoß von Kampa gerade noch so über die Latte gelenkt wurde.

Nach dem Wechsel kam bei den Kickers dann Mustafa Parmak für den angeschlagenen Gambo (Adduktorenzerrung) und damit mehr Schwung nach vorne. Haching aber blieb gefährlich, vor allem durch Anton Fink. „In der Phase nach der Pause wäre ich auch mit einem Punkt zufrieden gewesen“, gab der Kickers-Manager Joachim Cast zu, „bevor wir Harakiri spielen.“ Doch von ihrem Siegeswillen ließen sich die Kickers nicht abbringen. Parmak per Freistoß, Smeekes und auch Köpf hatten das Tor auf dem Fuß. Das machte dann aber Josip Landeka, der den Ball, wiederum nach Pass von Smeekes, aus kurzer Entfernung über die Linie drückte (80.).

Hachings Trainer Ralph Hasenhüttl sagte: „Wir müssen jetzt versuchen, wieder in die Spur zu kommen.“ Die Kickers sind es schon – und haben nur noch vier Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Aber auf die Arbeit folgt diesmal dennoch kein Vergnügen. Heute sollte zwar ein Sponsorentermin auf dem Programm stehen, doch der wurde abgesagt: nicht wegen des Amoklaufs, sondern aus organisatorischen Gründen.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann (68. Deigendesch), Traub, Köpf – Rosen, Ortlieb – Galm (58. Gentner), Gambo (46. Parmak), Landeka – Smeekes.

Unterhaching: Kampa – Susak, Bucher (83. Schweinsteiger), Hain, Schulz – Oliver Fink, Tyce, Balkan (87. Villar), Zillner – Copado, Anton Fink (83. Konrad).

Tore: 1:0 Gambo (18.), 1:1 Anton Fink (23., Foulelfmeter), 2:1 Landeka (80.).

Stuttgarter Zeitung

2:1 – Die Aufholjagd der Kickers geht weiter
Gambo und Landeka treffen gegen Unterhaching

Stuttgart – Die Kickers haben im Kampf um den Klassenverbleib in der dritten Liga ein Ausrufezeichen gesetzt. Gegen den Fünften SpVgg Unterhaching gewannen die Blauen am Mittwochabend 2:1 (1:1). „Wir haben so oft Pech gehabt“, jubelte Siegtorschütze Josip Landeka, „diesmal sind wir für unseren Einsatz belohnt worden.“

VON JÜRGEN FREY

Der Amoklauf in Winnenden und Wendlingen hat auch in Degerloch Bestürzung ausgelöst. Die Kickers verzichteten vor dem Spiel auf Musik und Werbedurchsagen, die Akteure beider Teams trugen einen Trauerflor.

Wer erwartet hatte, dass die Kickers nach dem Auswärtssieg in Aue volle Pulle losstürmen, wurde enttäuscht. Das Schlusslicht hatte großen Respekt vor dem Gegner – bis zur 18. Minute. Stürmer Orlando Smeekes setzte sich gegen SpVgg-Kapitän Ralf Bucher durch, und Bashiru Gambo traf nach feiner Vorlage des Niederländers ins Eck.

Kaum hatte er sein Freudentänzchen beendet, leistete sich der Mittelfeldmann aus Ghana einen Fehlpass. Den Konter der Gäs- te stoppte Kickers-Innenverteidiger Marcus Mann im Strafraum durch ein Foul an Francisco Copado. Der Rückkehrer aus Hoffenheim war vor dem Spiel von der SpVgg zu einer Strafe von 500 Euro verdonnert worden, weil er nach dem 1:3 in Sandhausen seine Kollegen kritisiert hatte („Sie haben gespielt wie Mädchen“). Anton Fink war“s egal, er nutzte den Elfmeter zum 1:1 (21.).

Fortan war Feuer drin im Spiel. Copado, dem die Fans Theatralik unterstellten, wurde ausgepfiffen, und es gab auch andere Nicklichkeiten. Spielerisch allerdings lief hüben wie drüben wenig zusammen. Einen Freistoß von Josip Landeka faustete Unterhachings Keeper Darius Kampa aus dem Winkel (43.). Nach dem Wechsel änderte sich wenig: Die Kickers rannten und kämpften, Akzente nach vorne aber setzten sie kaum. Bester Beleg: Danny Galm drosch den Ball kläglich übers Tor (56.).

Doch die Kickers gaben nie auf, spielten voll auf Sieg – auch Ex-Coach Robin Dutt und VfB-Profi Sami Khedira waren beeindruckt. Die nach der Pause zunächst besseren Unterhachinger ließen nach, und der enorme Wille der Blauen wurde belohnt. Zunächst scheiterten Smeekes (75.) und Simon Köpf (76.) noch, doch dann setzte sich Smeekes erneut durch. Seine scharfe Hereingabe drückte Landeka über die Linie (80.). Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr, die Erleichterung war groß. Die Fans sangen „Der SVK ist wieder da“, und Manager Joachim Cast lobte: „Der größere Wille hat gesiegt. Wenn wir so auftreten, bleiben wir drin.“

Einzige Sorge: Am Samstag (14 Uhr) gegen Rot-Weiß Erfurt drohen Gambo (Adduktoren) und Mann (Gehirnerschütterung) auszufallen – beide mussten gegen Unterhaching ausgewechselt werden.

Stuttgarter Nachrichten

Da waren es nur noch vier
Kickers verkürzen Punktabstand auf Nichtabstiegsplätze – 2:1-Sieg gegen Unterhaching

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Gestern Abend schlug das Tabellenschlusslicht der dritten Fußball-Liga die fünftplatzierte SpVgg Unterhaching im heimischen Gazi-Stadion mit 2:1 (1:1). Nach dem vierten Saisonsieg sind die Kickers nur noch vier Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt.

Von Beate Wockenfuß

„Wir haben Glück gehabt und sind froh, dass wir gewonnen haben“, bilanzierte Trainer Edgar Schmitt bei der Pressekonferenz, die wegen der traurigen Ereignisse des Tages sehr kurz ausfiel. Beide Mannschaften spielten wegen des Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen mit Trauerflor. Vor der Partie gab es eine Schweigeminute, jegliches Rahmenprogramm wurde abgesagt. Schmitt nahm im Vergleich zum 2:0-Sieg in Aue vier Änderungen in der Aufstellung vor: Neben den zuletzt gesperrten Alexander Rosen und Orlando Smeekes rückten überraschend auch Simon Köpf und Danny Galm ins Team. Die Kickers kamen nach zähem Beginn in der 18. Minute mit ihrer ersten Chance zum Führungstreffer: Nach einer weiten Flanke von Josip Landeka ­lief Mittelstürmer Orlando Smeekes über das halbe Feld und passte schließlich zurück zu Bashiru Gambo, der von der Strafraumgrenze zum 1:0 vollendete.Vier Minuten später tauchte auch Unterhaching erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf, woraus prompt der Ausgleich entstand: Nach einem Zweikampf von Francisco Copado mit Marcus Mann, der später mit einer bereits früh erlittenen Gehirnerschütterung ausschied, pfiff der Schiedsrichter zum Entsetzen der Stuttgarter Elfmeter. Anton Fink verwandelte den Strafstoß zum 1:1. Danach wurde die Partie deutlich ruppiger, es gab viele Unterbrechungen. In der 42. Minute hätte Landeka die Kickers per Freistoß fast wieder in Führung gebracht, doch Darius Kampa im Hachinger Tor parierte stark. In der zweiten Hälfte feierte der euphorisch empfangene Rückkehrer Mustafa Parmak, der Gambo (Adduktorenzerrung) ersetzte, sein Heim-Debüt. Es entwickelte sich nun ein leidenschaftliches Kampfspiel. Die größte Möglichkeit der Kickers vergab zunächst Galm nach Vorarbeit von Parmak und Smeekes kläglich (56.). In der 80. Minute fiel das glückliche 2:1 aber doch noch: Nach Vorarbeit des starken Smeekes schob Landeka zum Stuttgarter Siegtreffer ein. „Wir haben phasenweise etwas Glück gehabt“, räumte Manager Joachim Cast ein. „Aber Glück hat eben nur der Tüchtige. Wir haben den größeren Siegeswillen und mehr Leidenschaft gezeigt und daher verdient gewonnen.“

Statistik
Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann (68. Deigendesch), Traub, Köpf – Ortlieb, Rosen – Galm (58. Gentner), Gambo (46. Parmak), Landeka – Smeekes.

SpVgg Unterhaching: Kampa – Susak, Bucher (84. Konrad), Hain (84. Schweinsteiger), Schulz – Tyce – Oliver Fink, Balkan (86. Villar), Zillner – Copado, Anton Fink.

Schiedsrichter: Schößling (Leipzig).

Zuschauer: 2660.

Tore: 1:0 Gambo (18.), 1:1 Anton Fink (23./Foulelfmeter), 2:1 Landeka (80.).

Gelbe Karten: Salz, Galm, Rosen, Ortlieb / Balkan, Hain, Schulz, Susak, Tyce.

Beste Spieler: Smeekes, Salz / Zillner, Anton Fink.

Eßlinger Zeitung

Dritte Niederlage für Haching in Folge
Landeka lässt die Kickers hoffen
Die Stuttgarter Kickers schöpfen nach dem zweiten Sieg in Serie neue Hoffnung im Abstiegskampf, bleiben aber mit vier Zählern Rückstand auf das rettende Ufer weiter Tabellenletzter. Unterhaching, über weite Strecken das aktivere Team, kassierte die dritte Niederlage in Folge und hat den Anschluss zu den Aufstiegsrängen endgültig verloren.

Vier Änderungen nahm Kickers-Trainer Edgar Schmitt trotz des ersten Auswärtssieges – 2:0 in Aue – vor: Köpf verteidigte für Gentner, im Mittelfeld kamen Galm und der zuletzt gesperrte Kapitän Rosen für Deigendesch und Traut (5. Gelbe Karte) zum Zug. Smeekes stürmte nach abgesessener Sperre für Kacani. Haching-Coach Ralph Hasenhüttl konnte gegenüber dem 1:3 in Sandhausen wieder auf die zuletzt gesperrten Susak und Tyce zurückgreifen. Susak begann für Oliver Fink in der Abwehrkette, der rückte ins Mittelfeld vor. Konrad musste weichen. Tyce verdrängte Copado, der anstelle von Rathgeber neben Anton Fink stürmte.

Unterhaching erwischte den besseren Start im Gazi-Stadion, Torjäger Anton Fink (16.) scheiterte aber an Kickers-Torwart Salz. Besser machte es Gambo auf der Gegenseite, der von der Strafraumlinie abzog und Kampa im Tor der SpVgg keine Chance ließ. Die Münchner Vorstädter hatten aber die passende Antwort parat. Copado wurde im Strafraum zu Fall gebracht, Anton Fink markierte vom Punkt seinen 14. Saisontreffer. In der Folge hatten die Gäste mehr Spielanteile, die größte Chance ergab sich aber den Stuttgartern: Landeka fand mit einem Freistoß in Kampa seinen Meister.

Bei den Schwaben musste Torschütze Gambo verletzt raus, Parmak kam ins Spiel. Das hatte zunächst wieder Haching unter Kontrolle, richtig zwingend agierte die Elf von Ralph Hasenhüttl aber nicht. Nach einer Stunde landete der Ball zwar im Netz der Kickers, dem vermeidlichen Tor von Anton Fink verweigerte Schiedsrichter Schößling aufgrund eines Handspiels aber die Anerkennung. Eine Viertelstunde vor dem Ende legte Stuttgart noch einmal zu und wurde belohnt. Landeka (80.) drückte einen Querpass über die Linie.

Kickers können am kommenden Samstag zu Hause gegen Erfurt nachlegen, für Unterhaching gilt es am Samtag daheim im Derby gegen Regensburg den Negativtrend zu stoppen.

Kicker

Vorberichte Stuttgarter Kickers – SpVgg Unterhaching

Kickers erwarten Unterhaching

Smeekes spielt
STUTTGART (StZ). Dass den Stuttgarter Kickers heute (19 Uhr) im Nachholspiel gegen die SpVgg Unterhaching Sascha Traut wegen der fünften Gelben Karte fehlt, ist für den Trainer Edgar Schmitt kein Beinbruch. „Angesichts der bevorstehenden englischen Wochen wird es sowieso die eine oder andere Rotation geben“, sagt der Trainer des Fußball-Drittligisten. Gerade Traut hätte wegen des Trainingsrückstandes kaum alle drei Partien in dieser Woche durchspielen können.

An seinem System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und einem offensiven (Bashiru Gambo) sowie drei Stürmern will Schmitt aber festhalten. So ist davon auszugehen, dass die zuletzt gesperrten Alexander Rosen und Orlando Smeekes wieder in die Startformation rücken. Offen ist die Position des Mittelstürmers. Es bieten sich Sokol Kacani, Marco Tucci und Danny Galm an.

Der Gegner aus Unterhaching muss seine Aufstiegsambitionen nach zuletzt zwei Niederlagen fast schon abschreiben, weshalb der Wintereinkauf Francisco Copado nach dem Spiel in Sandhausen gesagt hat: „Wir haben gespielt wie Mädchen.“ Daraufhin konterte der Kickers-Manager Joachim Cast: „Das können sie gerne noch einmal machen.“

Stuttgarter Zeitung

Der ewige Azubi mit dem Torriecher
Kickers-Stürmer Tucci: Unauffällig, aber effektiv

Stuttgart – Ohne seinen Torriecher hätten die Stuttgarter Kickers den Sprung in die dritte Liga nicht geschafft. Nun möchte Marco Tucci erneut zur Aufholjagd der Blauen beitragen – auch heute (19 Uhr) im Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching.

VON JÜRGEN FREY

In dieser Jubelpose steckte unheimlich viel Genugtuung. Marco Tucci saß mit ausgestreckten Beinen auf dem Rasen des Erzgebirgsstadions und riss die Arme weit nach oben. Er strahlte und blickte sich um nach seinen Mitspielern. Dann kamen sie aus allen Richtungen auf ihn zugestürmt, um ihm zu gratulieren. Soeben hatte er nach einem Konter das 2:0 der Blauen in Aue erzielt. Es war sein erster Saisontreffer. Und damit machte der 23-Jährige den ersten Auswärtssieg der Kickers perfekt. „Er hat bewiesen, dass er einen sehr guten Torinstinkt hat“, lobte ihn Trainer Edgar Schmitt.

Nach der Pause hatte der Kickers-Coach den quirligen Joker für Sokol Kacani gebracht. Chance bekommen – Chance genutzt. Doch deshalb steht noch lange nicht fest, dass Tucci am heutigen Mittwoch gegen Unterhaching von Beginn an zum Einsatz kommen wird. „Ich weiß es nicht, ich weiß es wirklich noch nicht“, sagte Schmitt gestern, der eine andere Personalie dagegen entschieden hat: Der ehemalige Kapitän Jens Härter wird heute nicht im Kader stehen. „Er kann sich aber wieder zurückkämpfen“, erklärte Schmitt.

Härter gehört zu ruhigen Vertretern seiner Zunft. Genauso wie Tucci. Endlich seinen ersten Einsatz von Beginn an in dieser Saison zu fordern, käme dem zurückhaltenden Halbitaliener (die Mutter ist Deutsche, der Vater kommt aus Apulien) nicht in den Sinn. Brav sagt Tucci : „Das muss der Trainer entscheiden.“

Der kennt die Qualitäten des 1,78 Meter großen Angreifers. Es gibt zwar auffälligere Stürmer. Stürmer, die im Spiel viel mehr Ballkontakte haben, die immer präsent sind. Doch Edgar Schmitt weiß auch, dass Tucci die Bälle gut halten kann, sie gut prallen lassen kann. Und er schätzt seine Effektivität vor dem Tor. Doch hundertprozentig überzeugt ist er von dem gebürtigen Sindelfinger eben nicht. Noch nicht. „Er muss robuster werden“, betont Schmitt. Und Tucci, den auch Verletzungen immer wieder zurückwarfen, merkt selbstkritisch an: „Vielleicht ist meine Spielweise zu unauffällig.“

Natürlich macht er sich Gedanken, warum er den Durchbruch bei den Kickers noch nicht geschafft hat. Trotz der sieben Tore in der vergangenen Rückrunde, mit denen er die Blauen in die dritte Liga schoss. „Als ewiger Azubi hat man es schwer“, sagt er mit leiser Stimme. Seit der B-Jugend geht der glühende Fan von Juventus Turin unterm Fernsehturm auf Torejagd. Über die zweite Mannschaft hat er sich für höhere Aufgaben empfohlen. Seine Ziele? Klar, ein Stammplatz im Drittligateam. Dazu am Saisonende der Klassenverbleib. „Und ich will in meiner Karriere so weit wie möglich nach oben kommen“, sagt er.

Für den Mann, der die stillen Töne bevorzugt, kommt das fast schon einer Kampfansage gleich. Vielleicht lässt er heute eine weitere folgen. Auf dem Platz. Wenn ihn der Trainer lässt.

Stuttgarter Nachrichten

„Wir müssen permanent Gas geben“

Die Stuttgarter Kickers wollen ihre Aufholjagd heute gegen Unterhaching fortsetzen

Stuttgart – Jetzt geht es Schlag auf Schlag für die Stuttgarter Kickers: Nur vier Tage nach dem ersten Auswärtssieg der „Blauen“ in der dritten Fußball-Liga beim FC Erzgebirge Aue (2:0) ist heute (19 Uhr) die SpVgg Unterhaching im Gazi-Stadion zu Gast. „Wir werden mit neuem Elan wieder angreifen“, kündigt Trainer Edgar Schmitt an.

Von Beate Wockenfuß

Der Sieg in Aue nach der vierwöchigen Zwangspause war ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit und soll nun der Startschuss für eine Aufholjagd sein. Weil auch die Konkurrenz mitspielte, konnte das Tabellenschlusslicht den zuletzt stetig gewachsenen Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen von neun auf sechs Punkte verkürzen. „Wir sind immer noch in einer prekären Situation. Da brauchen wir überhaupt nichts schönzureden. Wir müssen permanent Gas geben“, betont der Coach vor den richtungsweisenden Wochen. „Wir werden auch Rückschläge einstecken müssen, aber hoffentlich nicht am Mittwoch oder am Samstag“, sagt Schmitt auch mit Blick auf das Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Rot-Weiß Erfurt. Unterm Fernsehturm soll nun das „Wir-Gefühl“ gestärkt werden. „Wir sind alle Teil einer Schicksalsgemeinschaft und können es nur gemeinsam schaffen“, findet Manager Joachim Cast ähnlich eindringliche Worte wie ziemlich genau vor einem Jahr, als die Kickers im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga auf der Strecke zu bleiben schienen. Auch jetzt wird wieder eifrig am Teamgeist gearbeitet. Vor dem Spiel in Aue waren Präsidium und Aufsichtsrat in der Mannschaftsbesprechung. Am Montag gab es ein gemeinsames Essen mit den Spielern, deren Anhang, den Trainern und allen Gremiumsmitgliedern. „Wir müssen darauf achten, dass wir die Kräfte einteilen“, warnt Schmitt und kündigt für die kommenden Spiele „rein sportlich bedingte“ Personalwechsel an, um das Tempo durchzuhalten. Das zuletzt siegreiche Team muss für die heutige Partie – bei der alle Frauen übrigens freien Eintritt haben – aber ohnehin geändert werden. Torschütze Sascha Traut ist gesperrt (fünfte Gelbe Karte) und wird durch Orlando Smeekes ersetzt, der seine Rot-Sperre abgesessen hat. Von ihm verspricht sich Schmitt noch mehr Schwung für die zuletzt starke Offensive. Auch Kapitän Alexander Rosen steht nach seiner Gelb-Sperre wieder zur Verfügung. So wollen sie spielen: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Rosen – Smeekes, Gambo, Landeka – Kacani.

Esslinger Zeitung

StZ: Präsidiumsmitglied Dieter Wahl über die neue Zuversicht der Kickers

„Unser Wunsch wäre ein jährliches Derby“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Stuttgarter CDU, Dieter Wahl, ist auch Präsidiumsmitglied beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers und innerhalb des Vereins für das Marketing zuständig. In diesem Zusammenhang versucht der 60-Jährige den wirtschaftlichen Erfolg in Einklang mit dem sportlichen zu bringen, was nicht immer leicht ist. Joachim Klumpp hat sich mit Dieter Wahl über die dringlichsten Aufgaben unterhalten.

Herr Wahl, Sie haben sich in der vergangenen Woche mit der Aussage „Es ist Schluss mit dem Schönreden“ sportlich weit aus dem Fenster gelehnt. Würden Sie diese Aussage noch einmal so machen?

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es richtig war, dies kontrovers zu diskutieren. Natürlich bin ich froh, dass es mit dem 2:0-Sieg in Aue so funktioniert hat, sonst hätte ich mich wahrscheinlich warm anziehen müssen. Wobei wir das Ziel noch nicht erreicht haben, denn das sind vier Punkte aus zwei Spielen. Aber ich bin mit dem Trainer Edgar Schmitt einer Meinung: in der letzten Woche, verbunden mit dem Sieg am Samstag, ist ein Ruck durch den gesamten Verein gegangen.

Wird sich der Ruck denn auch auf die wirtschaftliche Seite des Clubs übertragen?

Wir müssen diesen Schwung nun auf die wirtschaftliche Seite übertragen. Und damit gleich am Mittwoch beginnen. Gegen Unterhaching haben wir erstmals einen sogenannten Sponsor of the Day – den Lesezirkel Springbrunnen – so dass morgen alle Frauen freien Eintritt haben. Die Aktion mit den Tagessponsoren wollen wir bei möglichst vielen Heimspielen mit weiteren Partnern fortsetzen.

Was springt da finanziell für die Stuttgarter Kickers heraus?

Das sind etwa drei Euro pro Zuschauer, bei 3000 Besuchern wären es also 9000 Euro Zusatzeinnahme pro Spiel. Deshalb hoffe ich, dass dieser Funke nun auch auf die Zuschauer überspringt.

Zum Spiel nach Aue ist der geplante Fanbus mangels Nachfrage gar nicht erst gefahren, das spricht nicht gerade für die Rückendeckung durch die Anhänger.

Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich gesagt, wir chartern den Bus auf Vereinskosten, um damit Solidarität zu bekunden.

Die Aktion Sponsor of the Day alleine reicht aber noch nicht aus, um die prognostizierten 300 000 Euro Defizit bis zum Saisonende zu decken.

Als weitere Maßnahme setzen wir natürlich auf das Benefizspiel am 25. März gegen den VfB Stuttgart, das den Auftakt zu unserem ADM-Gedenkjahr darstellt.

Und in dem Sie auf 7000 Besucher hoffen. Ist das nicht zu optimistisch geplant?

Da muss ich mich dann korrigieren. Wir sind immer von 6000 Zuschauern ausgegangen. Aber auch das ist natürlich ein ambitioniertes Ziel.

Das Spiel gegen den VfB stand ja schon lange im Raum, warum hat es erst jetzt mit der Realisierung geklappt?

Ich denke, entweder hat man zu vage darüber gesprochen oder es haben die Termine einfach nicht gepasst und, und, und. Aber als ich beim VfB-Präsidenten Erwin Staudt vergangenen Oktober angefragt habe, war der von Anfang an sehr interessiert. Ich denke, man kann mit ihm über vieles reden.

Auch über die dauerhafte Einrichtung eines solchen Derbys?

Es wäre natürlich unser Wunsch, dass jedes Jahr so ein Derby stattfindet, quasi als Saisonauftakt im Gazi-Stadion.

Wie steht es eigentlich um die Zusammenarbeit mit der Leonberger Agentur Event Marketing, um die es ruhig geworden ist?

Da hat sich auch null getan, leider, muss man sagen. Wir sind aber nach wie vor in Gesprächen und wollen da auch nicht auf Konfrontationskurs gehen. Nach dem jetzigen Stand der Dinge würde sich der Vertrag zum Saisonende zwar nicht verlängern, aber wir hoffen natürlich darauf, dass die Agentur uns noch ein oder zwei Werbepartner zuführt – wir sind dankbar für jeden. Wobei man sagen muss, dass der wirtschaftliche Erfolg ganz eng mit dem sportlichen zusammenhängt.

Würden Sie sagen, dass nach der Drittligaqualifikation die Euphorie zu groß war?

Ja, die Euphorie war zu groß. Denn mit dem Abpfiff in Elversberg hat bereits die Drittligasaison begonnen.

Hängen gewisse Defizite im Verein auch damit zusammen, dass die Kickers von der Infrastruktur her, zum Beispiel auf der Geschäftsstelle, einfach unterbesetzt sind?

Das spielt sicher eine Rolle, wenn ich nur sehe, was andere Clubs in der Liga in dieser Hinsicht für Möglichkeiten besitzen. Aber es wäre sicher falsch, wenn man jetzt sagen würde, wir bauen die Geschäftsstelle aus. Das ist nicht machbar, solange wir niemanden haben, der das mitfinanzieren würde.

Zumindest haben die Kickers den Werbeetat in dieser Saison gesteigert. Der Aufsichtsratschef Rainer Lorz hat auf der Hauptversammlung gesagt, man bräuchte in diesem Bereich normalerweise eine Verdoppelung der Einnahmen, um konkurrenzfähig zu sein. Ist das realistisch?

Nein, zumindest nicht, solange wir deutlich im Schatten eines VfB stehen. Da sind wir im Vergleich zu den Mitkonkurrenten einfach im Nachteil, weil die in ihrer Region ein Alleinstellungsmerkmal haben – und wir nicht. Dennoch sind wir auf einem guten Weg. Wir haben den Werbeetat um zehn Prozent gesteigert, und ich denke bis zum Saisonende sind wir bei 20 Prozent, aber das brauchen wir auch.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise Ihnen da einen Strich durch die Rechnung macht?

Das bereitet mir keine schlaflosen Nächte, weil wir bei unseren Sponsoren sehr breit aufgestellt sind, was uns nun zugutekommt. Die werden uns die Treue halten, wenn wir in der dritten Liga bleiben.

Und was passiert, wenn das nicht gelingt?

Daran denke ich heute nicht. Der Optimismus ist seit Samstag wieder größer geworden, auch wenn es noch ein Kampf auf Biegen und Brechen wird. Aber den werden wir gewinnen – genau wie im Vorjahr.

Stuttgarter Zeitung

Vorberichte Stuttgarter Kickers – SpVgg Unterhaching

Kickers morgen gegen Haching

Schmitt hält die Spannung hoch
STUTTGART (ump). Gestern Abend trafen sich alle Spieler der Stuttgarter Kickers plus Begleitung, die Offiziellen und Angestellten des Fußball-Drittligisten in einer Feuerbacher Lokalbrauerei zu einem gemeinsamen Abendessen. Eine Aktion, die das Wir-Gefühl stärken soll, nicht zuletzt im Hinblick auf das Nachholspiel morgen (19 Uhr, Gazi-Stadion) gegen die SpVgg Unterhaching. Denn trotz des Erfolges in Aue stecken die Kickers in der dritten Liga weiter in einer schwierigen Situation. „Wir müssen jetzt einfach die Spannung hoch halten“, sagt der Kickers-Trainer Edgar Schmitt und fügt im Hinblick auf die Vorgabe des Präsidiums – vier Punkte aus zwei Spielen – hinzu: „Wir reden nicht über Punkte, sondern nur über gute Spiele.“

Die Chance in den beiden nächsten Heimspielen gegen Unterhaching und dann am Samstag gegen Rot-Weiß Erfurt im Abstiegskampf weiter Boden gutzumachen, stehen nicht schlecht, dennoch betont Schmitt erneut: „Abgerechnet wird am Schluss.“ Also nach 38 Spieltagen, am 23. Mai gegen Paderborn. „Dabei werden wir auch Rückschläge hinnehmen müssen“, sagt Schmitt. Es muss ja nicht unbedingt morgen gegen Unterhaching sein. Zumal der Gegner zuletzt zwei Niederlagen (gegen Burghausen, in Sandhausen) hat einstecken müssen. „Das hat mich zwar etwas überrascht, hat aber nichts zu bedeuten“, sagt Edgar Schmitt.

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Coach ändert Erfolgsteam
Schmitt setzt auf frische Kräfte

Stuttgart (jüf) – Den ersten Schritt zu einer Aufholjagd haben die Stuttgarter Kickers mit dem 2:0 in Aue getan. Jetzt will der Fußball-Drittligist morgen (19 Uhr/Gazistadion, Frauen haben freien Eintritt) gegen die SpVgg Unterhaching den zweiten folgen lassen. Trainer Edgar Schmitt wird das Erfolgsteam ändern. Zum einen muss er es, da Sascha Traut nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Zum anderen will der Coach in Anbetracht der vielen englischen Wochen Spielern auch mal eine Pause gönnen. „Wir müssen die Kräfte einteilen“, sagt Schmitt. Klar sein dürfte, dass Alexander Rosen in die Mannschaft zurückkehren wird. An den zuletzt gesperrten Kapitän vergibt Schmitt beim Unternehmen Klassenverbleib eine Hauptrolle: „Alex ist unsere Führungsfigur, er verkörpert zu 100 Prozent Kickers.“ Außerdem befinde er sich in einem physischen Topzustand. Der zweite Neue im Team wird Orlando Smeekes sein. Der Holländer dürfte nach Ablauf seiner Sperre für Traut in die Anfangself kommen.

Unterdessen wollen die Blauen in dieser Woche entscheiden, ob sie künftig mit einem Mentaltrainer zusammenarbeiten werden. Manager Joachim Cast: „Wenn wir es machen, wird das ganze mittel- und langfristige angelegt sein.“

Stuttgarter Nachrichten

Reise in die Vereinsgeschichte: FC Nürnberg – Stuttgarter Kickers 1:0 (0:0)

Nach dem ersten Sieg im Jahr 2009 hier auch die nächste Reise in die Vereinsgeschichte. Wir reisen zurück in die Saison 1924/25. Die Kickers werden unter ihrem Trainer Edwin Dutton letztlich souverän Bezirksmeister Württembergisch/Baden vor dem Freiburger FC und qualifizieren sich damit für die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft. Dort treffen sie auf die Traditionsvereine VfR Mannheim, FSV Frankfurt und dem damaligen unbezwingbaren Rivalen 1. FC Nürnberg. Am 22.02.1925 müssen die Kickers zum Club nach Nürnberg reisen.

FC Nürnberg – Stuttgarter Kickers 1:0 (0:0)

Die Kickers vom dem Kampf gegen den Club in Nürnberg
Die Kickers vom dem Kampf gegen den Club in Nürnberg

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