Interesse an Daniel Reule

Kickers holen Nöttingens Charrier

STUTTGART. Rechtsverteidiger Marcel Charrier wechselt vom Fußball-Oberligisten FC Nöttingen zum Regionalligisten Stuttgarter Kickers. „Er ist ein junger hungriger Spieler, der gut in unser Konzept passt“, sagte der neue Kickers-Coach Dirk Schuster (früher Alemannia Wilferdingen) über den 20-jährigen Defensivspezialisten.

Der Stuttgarter Club zeigt auch Interesse am ehemaligen Nöttinger Torjäger Daniel Reule. „Wir haben über ihn nachgedacht“, erklärte Schuster. Allerdings werde es schwierig, den Angreifer zu verpflichten. „Er hat noch einen Vertrag bei unserem Mitkonkurrenten SSV Reutlingen. Ein Transfer dürfte schwer machbar sein“, so Schuster.

Ein weiterer Ex-Nöttinger hat unterdessen einen neuen Club gefunden. Mittelfeldspieler Michael Reith geht zum Regionalliga-Club Waldhof Mannheim. lex

Pforzheimer Zeitung

Kicken gegen Krebs / Benefizspiel gegen Arminia Bielefeld

Ein Benefizspiel zwischen Arminia Bielefeld und den Stuttgarter Kickers hat der Profikicker Sasa Janic organisiert. Das Spiel am Sonntag, 12. Juli, im Esslinger Eberhard-Bauer-Stadion beginnt um 16 Uhr. Bereits um 14 Uhr wir die Veranstaltung eröffnet, anschließend wird es von 15 Uhr an ein Bambini-Turnier geben.

Der Erlös des Spiels soll der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zugutekommen. An diesem Tag können sich darüber hinaus Menschen zwischen 18 und 55 Jahren als Spender registrieren lassen. Die Typisierung ist an diesem Tag umsonst und erfolgt entweder durch eine Speichelprobe mit einem Wattestäbchen oder durch eine Blutprobe. Damit kann man als Spender in die DKMS aufgenommen werden und mit der Spende einem Leukämiekranken das Leben retten.

Wie der Veranstalter und die Esslinger Fußballvereine der IG Fußball weiter mitteilen, will der Hauptorganisator Sasa Janic mit diesem Spiel seine Karriere als Profifußballer beenden. uls

Stuttgarter Zeitung

Positive Presse zum gestrigen Trainingsstart

Schusters Vorbild sind Rehhagels Europameister

Trainingsstart bei den Stuttgarter Kickers: Der neue Coach setzt mit einem willensstarken Team auf den Überraschungseffekt

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Moritz Steinle ging mit breiter Brust voran. Das Urgestein, seit der F-Jugend bei den Stuttgarter Kickers am Ball, betrat beim Trainingsauftakt als Erster das Spielfeld. Kurz danach kam der neue Trainer: Dirk Schuster winkte freundlich den rund 40 Kiebitzen zu, dann rief er ihnen lächelnd zu: „Hoffen wir auf eine gute Saison.“

Die ist bisher allerdings nicht abzusehen. 15 Mann waren beim Start gestern im ADM-Sportpark dabei. Sicher hinzu kommt Marcel Charrier (FC Nöttingen), der noch zwei Tage Sonderurlaub hat. Und der Trainer hat in seinen Planungen auch Bashiru Gambo auf seiner Rechnung. Am Freitag kehrt er aus Ghana zurück. Doch sein Anwalt Michael Hofstetter hat wiederholt erklärt, dass der Mittelfeldspieler die Blauen verlassen wird – trotz bestehenden Vertrags. Diese Personalie ist nicht das einzige Fragezeichen im Hinblick auf die neue Saison in der Fußball-Regionalliga (Beginn: 7./8./9. August). Doch Schuster behält zumindest nach außen die Ruhe: „Wir werden eine hungrige Truppe haben, die Vollgas gibt und sich zerreißen wird.“ Als Vorbild nennt er Griechenland, den Überraschungs-Europameister von 2004. „Auch in dieser Mannschaft hat jeder das gespielt, was er konnte.“ Was Schuster allerdings im Gegensatz zur Truppe von Otto Rehhagel fehlt, sind erfahrene Führungsspieler. Bis auf die Defensivstrategen Steinle und Marcel Rapp herrscht diesbezüglich Fehlanzeige. Dass sich die Konturen einer Stammelf deshalb noch nicht abzeichnen, macht dem Coach keine Sorgen: „Wir haben unheimlich viele Spieler, die flexibel einsetzbar sind. Alles Weitere wird sich in der Vorbereitung zeigen.“ Außerdem wird es bei den vier externen Neuzugängen nicht bleiben. Der Kader soll am Ende 18 bis 20 Mann umfassen.

Es gibt noch viel Arbeit – auch hinter den Kulissen. Gestern Abend tagten Präsidium und Aufsichtsrat getrennt voneinander (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet). Die Anzeichen verdichten sich immer mehr, dass der amtsmüde Präsident Dirk Eichelbaum das Kontrollgremium bereits gebeten hat, zu handeln und nach einem Nachfolger zu fahnden. Der neue Geschäftsführer Jens Zimmermann hält sich aus diesen heiklen Themen verständlicherweise raus. Er geht den Neuanfang positiv an. „Dass so viele Zuschauer da waren, zeigt doch, dass die Kickers zumindest eine kleine Bedeutung haben.“ In den nächsten Monaten geht es darum, nicht auch die noch zu verspielen.

Stuttgarter Nachrichten

Die Kickers haben noch Kredit

Trainingsauftakt Der künftige Fußball-Regionalligist startet mitvorläufig nur 15 Spielern in die Saison. Von Joachim Klumpp

Kredit haben die Kickers nicht viel eingebüßt, zumindest nicht bei ihren Fans – wenn man den Trainingsauftakt als Maßstab nimmt. Denn bei diesem tummelten sich gestern (auch noch im strömenden Regen) gut 40 Kiebitze im ADM-Sportpark und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr eine Klasse höher. Für den neuen Geschäftsführer Jens Zimmermann ist dies ein gutes Zeichen: „Wenn ich sehe, dass beim Bundesligaaufsteiger Freiburg nur rund hundert Besucher waren, dann zeigt das doch etwas die Bedeutung, die die Kickers immer noch haben.“

Die Fans hatten somit auch ein klares Übergewicht gegenüber den Spielern, deren Kader sich recht überschaubar gestaltete. 15 Mann versammelten sich zum Auftakt unter dem Cheftrainer Dirk Schuster und den Assistenten Alexander Malchow und Dennis Rudel (Torhüter), darunter die externen Neuzugänge Wagner (Aalen), Grujicic (Unterhaching) und Jokic (KSC II). Natürlich sollen bis zum Saisonauftakt noch einige dazukommen. „Wir planen schon mit 18 bis 20 Mann“, sagt der neue Cheftrainer, der aber zugibt, „dass der Etat ziemlich eingeschränkt ist“. Soll heißen: allzu große Namen darf man nicht mehr erwarten, auch wenn Zimmermann sagt: „Die Preise regulieren sich, je näher der Saisonbeginn rückt.“

Zunächst einmal fahren die Kickers in ein Kurztrainingslager (6. bis 9. Juli) auf den Schliffkopf. „Wir haben extra eine Woche früher angefangen, damit bei der neu zusammengestellten Mannschaft das Spielverständnis wächst“, sagt Schuster, der in den nächsten Tagen noch den einen oder anderen Gast im Probetraining erwartet.

Morgen soll auch der Neuzugang Marcel Charrier (Nöttingen) mit an Bord sein – und Bashiru Gambo aus dem Urlaub zurückkommen, der jedoch gerne wechseln würde. Doch Schuster sagt: „Er hat einen Vertrag – und bleibt.“ Mal abwarten, schließlich braucht der Verein noch Geld für die nächste Saison. Denn mit Kredit bei den Banken tun sich die Kickers derzeit schwerer als bei den Fans.

Stuttgarter Zeitung

Alles neu in Degerloch
Die Stuttgarter Kickers starten nach ihrem radikalen Umbruch in die Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison

Stuttgart – Ein Dutzend neue Spieler, ein neuer Trainer und ein neuer Geschäftsführer: Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers ist gestern nach seinem personellen Umbruch in die Saison-Vorbereitung gestartet. Trotz Dauerregens bei 12 Grad wollten sich rund 40 Fans den Trainingsauftakt im ADM-Sportpark nicht entgehen lassen.

Von Beate Wockenfuß

„Hoffen wir auf eine gute Saison“, sagte Coach Dirk Schuster mit einem zuversichtlichen Lächeln, als er hinter seinem Team auf den Rasen marschierte. Als Erster war Kickers-Urgestein Moritz Steinle entschlossenen Schrittes aus der Kabine gekommen und wurde auf dem Weg durch die Fans ebenso wie Innenverteidiger Marcel Rapp freudig per Handschlag begrüßt. Die beiden Spieler sind die einzigen, die von der Mannschaft übrig geblieben sind, die im Mai aus der dritten Liga abgeschlagen abgestiegen war. Der Dritte im Bunde der alten Garde ist Bashiru Gambo, der allerdings erst am Freitag aus seinem Heimaturlaub in Ghana zurückkehrt und am Samstag zur Mannschaft stoßen soll. „Ich plane mit ihm. Er hat einen Vertrag“, entgegnet Schuster dem Gerücht über den Weggang des Mittelfeldspielers. Schließlich soll das erfahrene Trio Rapp/Steinle/Gambo die jungen Teamkollegen durch die Saison führen, die am zweiten August-Wochenende beginnt. Bei den 13 anderen Männern in den blauen Trainingsklamotten waren kaum bekannte Gesichter dabei. Marcel Ivanusa, Franco Petruso, Mijo Tunjic und Dirk Prediger kamen in der abgelaufenen Spielzeit hin und wieder zum Einsatz. Michele Rizzi, Demis Jung, Andre Olveira, Luis Rodriguez, Alessandro Abruscia und Gökhan Gümüssu wurden aus dem Oberliga-Team befördert. In Slaven Jokic (Karlsruher SC II), Christian Grujicic (SpVgg Unterhaching II), Daniel Wagner (VfR Aalen II) und Marcel Charrier (FC Nöttingen), der erst ab Freitag mittrainieren wird, stehen vier externe Zugänge im überschaubaren Kader, der sich auf 18 bis 20 Mann vergrößern soll. „Angesichts der finanziellen Situation ist es der beste Weg, auf den eigenen Nachwuchs und junge Spieler aus der Region zu setzen. Sie haben die Chance, von unten heraus etwas zu bewegen“, sagt Schuster, der bei der 90-minütigen Einheit „viel Feuer“ ausgemacht hat. In den nächsten Wochen steht zum Zusammenwachsen noch ein Trainingslager im Hotel Schliffkopf an sowie eine Reihe von Testspielen – unter anderem am 12. Juli (16 Uhr) in Esslingen gegen den SSV Reutlingen und am 21. Juli (18 Uhr) gegen den FC Bayern München.Das angestrebte Gerüst mit fünf erfahrenen Spielern hatte sich schnell zerschlagen. Am meisten schmerzt Schuster der Weggang von Marcus Mann. Der Innenverteidiger, dem eine Führungsrolle zugedacht war, wechselte zum West-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken. Auch Alexander Rosen steht nicht mehr zur Verfügung. Der Ex-Kapitän hat ein Vertragsangebot der Kickers enttäuscht abgelehnt. Die Liste der Abgänge komplettieren Manuel Salz (SC Freiburg), Jens Härter (SSV Reutlingen), Ralf Kettemann (VfR Aalen), Josip Landeka (SV Wehen Wiesbaden), Thorsten Reiß (SV Elversberg), Torsten Traub, Benedikt Deigendesch, Mustafa Parmak, Sa­scha Traut, Marco Tucci und Orlando Smeekes (Ziele unbekannt).Zaungast beim Trainingsauftakt war auch der neue Geschäftsführer Jens Zimmermann. „Dass so viele Zuschauer da sind, spricht für die Beliebtheit der Kickers“, freute sich der 36-Jährige, der am 1. Juli offiziell die Nachfolge von Joachim Cast antritt. Der Noch-Manager wird sich mit dem Verein wohl auf einen Auflösungsvertrag einigen. „Ich will, was mir zusteht. Nicht mehr und nicht weniger“, erklärte Cast.

Eßlinger Zeitung

StN: Kickers-Präsident Eichelbaum amtsmüde

„Ich würde mich personellen Veränderungen an der Spitze nicht verwehren“, sagt der 44-Jährige

STUTTGART. Heute um 15 Uhr (ADM-Sportpark) ist beim künftigen Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers Trainingsauftakt. Am Abend stellen sich dann Cheftrainer Dirk Schuster und Geschäftsführer Jens Zimmermann dem Aufsichtsrat der Blauen vor. Doch wenn nicht alles täuscht, wird es bei der Sitzung neben der knappen Kasse hauptsächlich um den umstrittenen Präsidenten gehen: Dirk Eichelbaum – seit dem 6. März 2007 Kickers-Chef – ist amtsmüde. Und er sagt gegenüber unserer Zeitung ganz offen: „Ich würde mich personellen Veränderungen an der Spitze nicht verwehren.“ Schon seit geraumer Zeit deutete Eichelbaum immer wieder an: Wenn jemand Geeigneteres das Amt übernehmen wolle, würde er sich nicht dagegen wehren.

Spätestens seit dem sang- und klanglosen Abstieg aus der dritten Liga pfeifen dem 44-Jährigen die Kugeln der Kritiker um die Ohren. Das geht nicht spurlos an ihm vorüber. Es ist anzunehmen, dass das Kontrollgremium über die Rücktrittsgedanken des Rechtsanwalts nicht erst seit gestern Bescheid weiß und bereits nach Alternativen Ausschau hält. Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lorz, der sich gestern noch auf einer Dienstreise im Ausland befand, hielt sich bedeckt: „Bei der Sitzung wollen wir Dirk Schuster und Jens Zimmermann kennenlernen. Das Thema Präsident steht nicht auf der Tagesordnung.“ Auch sein Stellvertreter Christian Dinkelacker wollte sich zu der brisanten Personalie nicht äußern: „Ich habe Anfang Mai zum letzten Mal mit dem Präsidenten gesprochen, stehe aber in engem Kontakt zu meinen Aufsichtsratskollegen“, sagte er ausweichend – und fügte hinzu: „Die neue Struktur mit Jens Zimmermann als Geschäftsführer finde ich sehr gut.“ Einen eigenen Rücktritt schloss Dinkelacker aus: „Das ist kein Thema. Ich bin bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung gewählt.“ Die soll im kommenden November über die Bühne gehen, könnte aber auch vorgezogen werden.

Bleibt die Frage, wer den amtsmüden Eichelbaum ablösen könnte? Fest steht: Die Bewerber werden nicht Schlange stehen. Doch ein Name fällt auf Degerlochs Höhen immer wieder: Jürgen Hollenbach. Die Bereitschaft des 42-jährigen Unternehmers, das Amt zu übernehmen, wurde offenbar bereits abgeklopft. Der Präsident der Handballer des HV Stuttgarter Kickers räumt ein: „Man macht sich zum Wohle des Vereins ernsthafte Gedanken.“

Stuttgarter Nachrichten

Dirk Eichelbaum denkt an Rücktritt

Kickers-Chef amtsmüde

Stuttgart – Am heutigen Dienstag um 15 Uhr (ADM-Sportpark) ist beim künftigen Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers Trainingsauftakt. Am Abend stellen sich Trainer Dirk Schuster und Geschäftsführer Jens Zimmermann dem Aufsichtsrat vor. Doch es wird bei der Sitzung auch um den umstrittenen Präsidenten gehen: Dirk Eichelbaum ist amtsmüde. „Ich würde mich personellen Veränderungen an der Spitze nicht verwehren“, sagte der 44-Jährige. Es ist anzunehmen, dass das Kontrollgremium über die Rücktrittsgedanken Bescheid weiß und bereits nach Alternativen Ausschau hält.Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lorz hielt sich gestern bedeckt: „Das Thema Präsident steht nicht auf der Tagesordnung.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers: Schuster setzt auf Gambo

STUTTGART (dip). Am Dienstag versammelt Dirk Schuster seine Mannen zum ersten Training der Stuttgarter Kickers. Oder besser gesagt: Er schart die Jungs um sich, die schon da sind. „Wir werden sicher nicht nur mit acht Mann dastehen“, sagt der neue Trainer des künftigen Regionalligisten, der aber auch zugibt, dass die Personalplanungen bis zum Trainingsstart „noch nicht abgeschlossen sein werden“. Vorwiegend werden aber wohl Spieler aus den eigenen Reihen das Team der neuen Runde bilden, „zwei, drei Positionen“, sagt Schuster, werden eventuell noch mit Neuzugängen besetzt.

Fehlen wird am Dienstag auch Bashiru Gambo. Der Ghanaer, dem Wechselabsichten nachgesagt wurden, befindet sich noch bis 26. Juni im Heimaturlaub. Dass er danach den Trainingsbetrieb bei den Kickers aufnimmt, steht für Schuster außer Frage: „Er besitzt einen Vertrag und wird ein Eckpfeiler unseres künftigen Teams sein.“

Stuttgarter Nachrichten

STZ: Jens Zimmermann: „Die Außendarstellung muss professioneller werden“

Der neue Geschäftsführer des Regionalligisten Stuttgarter Kickers, Jens Zimmermann, spricht über die Chancen und Risiken seiner künftigen Aufgabe

Auf dem Transfermarkt ist der künftige Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers bisher eher zurückhaltend gewesen. Dafür ist die Position des Geschäftsführers neu besetzt worden – mit einem alten Bekannten: Jens Zimmermann. Der 36-Jährige arbeitete bereits von 1997 bis 2002 in verschiedenen Funktionen im Verein. „Ich sehe mich auch als Integrationsfigur“, sagt er im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Zimmermann, der Kickers-Präsident Eichelbaum sagt zu Ihrer Verpflichtung, Sie helfen in allen Bereichen, und ein Fan hat im Internet geschrieben: „Das wird wohl die hochkarätigste Verpflichtung.“ Sind solche Vorschusslorbeeren nicht Belastung?

Eher Motivation. Ich freue mich auf die Aufgabe, auch wenn ich weiß, auf was ich mich einlasse. Ich bin ja auch kein Alleinunterhalter, sondern es gibt schon ein sehr gutes Team auf der Geschäftsstelle. Ich habe zudem ein sehr großes und positives Feedback bekommen – zum Beispiel vom Exspieler und Trainer Wolfgang Wolf oder auch von Sponsorenseite. Ich gehe die Aufgabe jedenfalls sehr optimistisch an.

Sie haben gesagt: „Ich weiß, auf was ich mich einlasse.“ Was wird denn der Hauptschwerpunkt sein?

Der liegt im administrativen Bereich, sprich, alles, was auf der Geschäftsstelle anfällt. Mit Ausnahme beispielsweise von Spielerverpflichtungen, auch wenn ich da mit Rat und Tat zur Seite stehen kann, weil ich bei meinen letzten Tätigkeiten, wie Uhlsport, auch viel im sportlichen Bereich gemacht habe. Aber es gibt genügend andere Dinge. Die Kickers sind jetzt am Nullpunkt angekommen, da gilt es, jeden Stein umzudrehen, auf dem das Fundament für die Zukunft gebaut werden soll.

Sie haben Uhlsport angesprochen. Dort hatten Sie mit Spitzenspielern wie Pavel Nedved im Fußball und Pascal Hens im Handball zu tun. Das wird bei den Kickers anders. Ist das nicht ein Rückschritt?

Nein, ich sehe die Kickers alles andere als einen Rückschritt. Das ist eine große berufliche Herausforderung, zudem sollte sich jeder ab und zu auch erinnern, welche Wurzeln er hat. Es ist eine große Chance, bei der man etwas bewegen kann. Zumal ich gespürt habe, dass ich ein wenig diesen Stallgeruch eines Vereins und von frischem Gras brauche. Da hat schon etwas gefehlt, wenn man schätzungsweise 120 Handballspiele im Jahr sieht. Nicht zuletzt will ich den Kickers etwas zurückgeben, die mich damals im Schwarzwald „entdeckt“ haben.

Ist es denn auch eine Überlegung, Ihre Verbindungen aus dem Handball und Fußball ein Stück weit für die Stuttgarter Kickers zu nutzen?

Es ist in der Tat so, dass ich mir in den letzten Jahren ein großes Netzwerk aufbauen konnte, beispielsweise mit Kontakten in die Bundesliga, was natürlich von Vorteil ist, wenn man Rat oder Hilfe benötigt. Oft braucht man aber gar nicht so weit zu schauen. Wichtig ist für meine Tätigkeit ein offenes Ohr für den Fan. Jeder, der mithelfen will, ist in unserer Situation herzlich willkommen. Und da brauchen wir nicht nur Unternehmer, sondern auch Handwerker, die mal die Kabine streichen.

Ihr Vorgänger Joachim Cast ist offiziell noch gar nicht verabschiedet. Ist denn diesbezüglich eine Amtsübergabe geplant?

Davon gehe ich aus, weil ich Joachim Cast schon lange kenne und sehr schätze. Ich bin überzeugt, dass er da sehr kooperativ ist.

Casts Aufgaben gingen bis ins Marketing, zählt dieser Bereich auch zu Ihrem Tätigkeitsfeld?

Sicher, wobei man da etwas unterscheiden muss zwischen Marketing und Sponsoring. Das Letztere liegt in Händen von Martin Kurzka. Was das Thema Marketing angeht: nichts anderes habe ich die letzten Jahre in verschiedenen Bereichen federführend gemacht. Die Ausrichtung, wie sich die Kickers in der Öffentlichkeit positionieren, ist dabei eine wichtige Aufgabe. Wir brauchen uns nicht mit anderen vergleichen, sondern wir sind eine eigene Marke. Mit einer eigenen Tradition, hinter der wir uns – selbst in der Regionalliga – nicht verstecken müssen. Und was mir besonders am Herzen liegt, ist, das Pflänzchen Kickers-Familie wieder zum Wachsen zu bringen.

Mit Verlaub, aber gerade in dieser Hinsicht hat sich der Verein zuletzt häufig selbst das Leben schwergemacht. Mit internen Querelen. Hat Sie das nicht abgeschreckt?

Das hat mich zwar nicht abgeschreckt, war aber schon ein Punkt, über den ich mit den Präsidiumsmitgliedern gesprochen habe. Und wir sind uns einig, dass wir diese Situation schnell ändern und in der Außendarstellung einfach professioneller werden müssen.

Die Kickers haben auch eine Handballabteilung, die sich zuletzt mit dem Hauptverein nicht immer grün war. Könnte da ein Fachmann wie Jens Zimmermann vielleicht wieder Berührungspunkte setzen?

Zunächst einmal gibt es zahlreiche andere Aufgaben, die bewältigt werden müssen. Nichtsdestotrotz sehe ich mich schon ein Stück weit als Integrationsfigur und habe zu Handballchef Jürgen Hollenbach stets ein sehr freundschaftliches Verhältnis gepflegt. Die Handballer sind eine liebenswerte Tochter des Vereins, die ruhiger geworden ist. Und sie treten, wie auch die Hockeyspieler, unter dem Kickers-K auf, von daher darf man das nicht auseinanderdividieren.

Der HV Kickers will 2013 in der zweiten Liga sein. Haben die da gegenüber den Fußballern die Nase vorne?

Es gab bereits so viele Ziele bei den Kickers, die alle ins Leere gelaufen sind. Zu meiner Zeit gab es die Vision 2000, da haben die Fans 2010 drübergehängt. Das ist nächstes Jahr – und ich glaube nicht, dass deren Vision die Regionalliga war.

Stuttgarter Zeitung

Zur Person
1993 bis heute:Pressesprecher der Nordischen Behinderten-Nationalmannschaft

1997 bis 2002:bei den Stuttgarter Kickers als Leiter der Jugend-Organisation, Leiter Team sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

2002 bis 2008:Leiter Abteilung Sponsoring bei der Firma Uhlsport, unter anderem für die Handball-Marke Kempa.

2008 bis heute:Geschäftsführer bei einer Sport-Management-Agentur mit Schwerpunkt Handball.
Seit 1998:Moderator bei verschiedensten Sport- und Galaveranstaltungen.

Stuttgarter Zeitung