Presse zu Karlsruher SC II – Stuttgarter Kickers (0:1)

Türpitz belohnt sich und die Mannschaft
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 25.10.2010
Regionalliga Die Kickers wollen den Aufwärtstrend fortsetzen, die SG Sonnenhof will den Abwärtstrend stoppen. Von Joachim Klumpp

Das Konzept des Kickers-Trainers Dirk Schuster ist am Samstag voll aufgegangen. Und das nicht nur auf dem Platz. Um 8.09 Uhr fuhr er mit dem Zug von seinem Wohnort Karlsruhe nach Stuttgart, um mit der Mannschaft zusammen in das Wildparkstadion beim Karlsruher SC II zu fahren, durch den 1:0-Sieg drei Punkte mitzunehmen – und dann guten Gewissens zu Hause zu bleiben. Schuster: „Diesmal hat alles gepasst.“

Auch auf dem Rasen vor den nur 388 Zuschauern, wo der Fußball-Regionalligist aus Stuttgart die tonangebende Mannschaft gegen einen biederen KSC war. Schon vor der Pause, als die Spieler sich die nötige Sicherheit und neues Selbstvertrauen holten. „Wir hatten gefühlt 70 Prozent Ballbesitz“, sagt Schuster, „lediglich der Zug zum Tor hat gefehlt.“

Dass dann – wie schon am vergangenen Dienstag in Darmstadt – Philip Türpitz der einzige Torschütze war, ist kein Zufall. Der 19-Jährige bewege sich gut „und ist sehr lernwillig“, sagt Schuster. Hinzu kommt ein Schuss Unbekümmertheit, der ihn für den Gegner schwer ausrechenbar macht.

Profitiert hat Türpitz zudem von der Flanke Ali Palas in dessen bester Szene. „Das war hervorragend gemacht“, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann. „Die Mannschaft hat sich belohnt.“ Und nach zuvor sieben Spielen mit nur einem Sieg hat sie eine aufkeimende Trainerdiskussion im Keim erstickt. Auch wenn der Präsident Edgar Kurz betont: „Die hat es bei uns nie gegeben.“ Dennoch kann Schuster jetzt bis auf weiteres in Ruhe arbeiten. Zumindest von morgen an wieder, denn nach der englischen Woche hat die Mannschaft zwei Tage freibekommen.

Einer hätte die Pause gar nicht nötig: Daniel Reule entwickelt sich zum Pechvogel. In Karlsruhe hätte der Stürmer eingewechselt werden sollen, als das Tor fiel – und der Trainer sich anders entschied. Am grundsätzlichen Konzept aber will Schuster festhalten. „Wir wollen den Aufwärtstrend der letzten Spiele fortsetzen, und dazu zähle ich die erste Hälfte gegen Kassel und die zweite gegen Darmstadt“, sagt er.

Von einem Aufwärtstrend kann beim Ligarivalen SG Sonnenhof Großaspach keine Rede sein. Im Gegenteil. Das 0:5 bei Eintracht Frankfurt II war die dritte Niederlage nacheinander und das dritte Spiel ohne erzielten Treffer. „Das war ein Totalausfall“, ärgerte sich der Trainer Alexander Zorniger. „Bis auf Dennis Grab hatten wir kein positives Zweikampfverhalten. So kann man kein Spiel gewinnen.“ Das sollte die SG aber, zumal die Mannschaft auch im WFV-Pokal bereits die Segel streichen musste.

Stuttgarter Kickers Wagner – Auracher, Köpf, Rapp, Gerster – Rizzi (82. Fennell), Marchese, Abruscia, Gondorf (89. Ivanusa) – Pala, Türpitz (87. Yilmaz).

Stuttgarter Zeitung

Spielberichte Karlsruher SC II – Stuttgarter Kickers (0:1)

Bei Porcello-Comback: KSC II unterliegt Stuttgarter Kickers

Karlsruhe (ps/cre) – Die Rückkehr von Massimilian Porcello auf den Fußballplatz war nicht von Erfolg gekrönt. Mit der zweiten Mannschaft des Karlsruher SC unterlag der Deutsch-Italiener den Stuttgarter Kickers mit 0:1 (0:0).

Bei seinem ersten Spiel seit Februar 2009 hatte Porcello nach 26 Minuten sogar eine Torchance. Sein Freistoß konnte Kickers-Keeper Daniel Wagner jedoch noch zur Ecke ablenken. Nachdem Wagner auch gegen Ole Schröder (41.) und Tobias Keusch (45.) parierte, ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel hatte Sebastian Rutz noch eine Gelegenheit für die Gastgeber, den Treffer markierten aber die Kickers. Nach einer Flanke köpfte Philip Türpitz das Leder ein. Der KSC II drückte zwar noch einmal auf den Ausgleich, ein Tor wollte am Samstagnachmittag aber nicht mehr gelingen.

Das Comeback von Porcello dauerte unterdess genau 45 Minuten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde er wegen eines Schlags auf die Hüfte von Patrick Dulleck ersetzt.

KA-News.de

Türpitz beschert Kickers dritten Auswärtssieg – Stuttgarter Kickers gewinnen mit 1:0 beim Karlsruher SC II

Der Fußball-Regionalligist SV Stuttgarter Kickers hat am Samstagnachmittag seinen dritten Auswärtssieg der laufenden Saison landen können. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster gewann vor 388 Fans im Karlsruher Wildparkstadion beim Karlsruher SC II mit 0:1 (0:0). Dabei zeigte sich die Kickers-Elf kaltschnäuzig und verwandelte eine der wenigen Torchancen im Spiel zum verdienten Auswärtserfolg. Nach einer tollen Flanke von Ali Pala auf der rechten Außenbahn köpfte der 19-jährige Kickers-Youngster Philip Türpitz mit seinem vierten Saisontor den Treffer des Tages.

Michele Rizzi rückte nach seiner abgesessenen Sperre aufgrund der 5. Gelben Karte wieder in die Anfangsformation, für ihn musste Marcel Ivanusa auf der Ersatzbank Platz nehmen. Ansonsten bot Kickers-Trainer Dirk Schuster dieselbe Startelf wie beim Nachholspiel am vergangenen Dienstag beim SV Darmstadt 98 auf.
Die Kickers-Mannschaft spielte im ersten Spielabschnitt gegen eine sehr defensive und passive Karlsruher Mannschaft zwar feldüberlegen, schafften in ihrer Überlegenheit aber nicht ein einziges Mal, gefährlich vor das Tor des KSC II zu kommen. Meist spielte sich die Partie im Mittelfeld ab, beide Abwehrreihen ließen nichts zu. So war der Freistoß des von der 1.Mannschaft in die U23 des KSC gerückten Massimilian Porcello am Strafraumeck, den Daniel Wagner gekonnt über die Latte lenken konnte, die einzig nennenswerte Chance in der ersten Halbzeit (27.). „Bei uns hat der Zug nach vorne gefehlt, wir wollten es zu umständlich machen“, bilanzierte der Kickers-Trainer Dirk Schuster die ersten 45 Spielminuten, „wir haben das Spiel zwar souverän kontrolliert, hatten aber kaum Torchancen.“

Im zweiten Spielabschnitt kam der KSC II besser und aggressiver ins Spiel und konnte die Partie offener gestalten. Doch die erste Kickers-Chance im Spiel führte auch gleich zum Erfolg: Ali Pala wurde in der 62. Spielminute am rechten Flügel gut von Jerome Gondorf in Szene gesetzt. Mit einer mustergültigen Flanke vor das Tor bediente er seinen Sturmpartner Philip Türpitz, der mit seinem Kopfball aus sieben Metern ins lange Eck die 0:1-Führung erzielte.
Nach dem Führungstreffer setzten die Blauen ihren Gegner weiterhin mit frühem Pressing unter Druck. Schon die beiden Kickers-Stürmer Pala und Türpitz störten früh den Aufbau der jungen Karlsruher Mannschaft, so dass es auch in der Folgezeit selten gefährliche Situationen vor dem Tor des kaum geprüften Kickers-Schlussmann Daniel Wagner zu überstehen gab. „Wir haben nach dem Torerfolg offensiv und aggressiv verteidigt“, freute sich der Kickers-Coach Dirk Schuster, „mein Team hat den KSC früh attackiert und keinen Spielaufbau zugelassen.“

So brachte am Ende die Mannschaft um Kapitän Marcel Rapp den Vorsprung erfolgreich über die Zeit und feierte den verdienten fünften Saisonerfolg.
„Ich bin sehr glücklich, dass sich meine Mannschaft endlich mal für den enormen Aufwand mit drei Punkten belohnt hat“, freute sich Dirk Schuster, „über die 90 Minuten war es verdient, dass wir heute die drei Punkte mitnehmen, auch wenn der KSC uns alles abverlangt hat.“

Spielstatistik:

Karlsruher SC II: 1 Twardzik – 2 Schiek, 4 Keusch, 5 Heinrich, 3 Walsh – 6 Schröder, 8 Porcello (46. 14 Dulleck) – 7 Cambeis, 10 Kern (62. 15 Hasel), 11 Rutz (74. 12 Albrecht) – 9 Zoller – Trainer: Markus Kauczinski
Ersatz: 22 Kornetzky (ETW), 13 Bieber, 16 Mosch, 17 Stadler

SV Stuttgarter Kickers: 1 Wagner – 3 Auracher, 4 Köpf, 15 Rapp (C), 17 Gerster – 8 Rizzi (82. 26 Fennell), 10 Marchese, 19 Abruscia, 22 Gondorf (89. 7 Ivanusa – 20 Pala, 27 Türpitz (87. 37 Yilmaz) – Trainer: Dirk Schuster
Ersatz: 21 Güvenc (ETW); 9 Reule, 24 Savranlioglu, 36 Leutenecker

Tore: 0:1 Türpitz (62.)

Schiedsrichter: Thomas Färber (Augsburg)

Gelbe Karten: Kern – Köpf, Rizzi, Gondorf

Besonderes: –

Zuschauer: 388 im Karlsruher Wildparkstadion

Offizielle Homepage

Vorberichte Karlsruher SC II – Stuttgarter Kickers

Stuttgarter Kickers
Reule muss sich gedulden
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 22.10.2010

„Wir wollen endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis“, sagt Dirk Schuster, der Trainer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Wobei zumindest ein Teil davon mit dem 1:1 im Nachholspiel beim SV Darmstadt gelungen sei. „Wir müssen an die zweite Hälfte anknüpfen“, sagt Schuster vor der Partie morgen (14 Uhr im Wildparkstadion) beim Karlsruher SC II, was für ihn quasi ein Heimspiel ist. Nicht nur, weil er einige Jahre in Karlsruhe gespielt hat, sondern auch immer noch in der Nähe wohnt.

Doch das wird während der 90 Minuten keine Rolle spielen, selbst wenn beim KSC II der Profi Massimilian Porcello Spielpraxis bekommen könnte. Bei den Kickers stehen Enzo Marchese und Marcel Rapp seit Dienstag wieder zur Verfügung, jetzt kommt der zuletzt gesperrte Michele Rizzi dazu, während der Stürmer Daniel Reule zurzeit nicht erste Wahl ist. „Gerade als Marcel Brandstetter verletzt wurde, war er krank“, sagt Schuster, der aber betont: „Wir werden ihn dieser Saison noch brauchen.“ Vielleicht ja schon morgen. ump

Stuttgarter Zeitung

Kickers hoffen auf ein Erfolgserlebnis

Stuttgart (red) – Nach dem 1:1 im Nachholspiel beim SV Darmstadt 98 treten die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers heute (14 Uhr) beim Karlsruher SC II an. Obwohl die Badener vier Ränge vor dem Zwölften Kickers stehen, hofft Trainer Dirk Schuster auf ein Erfolgserlebnis. Beide Teams sind zurzeit nicht gerade erfolgsverwöhnt. Während die „Blauen“ vier Mal nicht gewonnen haben, haben die Karlsruher die vergangenen beiden Spiele verloren. „Mit dem zwölften Tabellenplatz können wir nicht zufrieden sein, und wir sind es auch nicht“, sagt Schuster. Die Stuttgarter haben nach wie vor einige Personalprobleme, Mittelfeldspieler Michele Rizzi ist jedoch nach abgesessener Gelb-Sperre wieder einsatzbereit.

Eßlinger Zeitung

Vorberichte SV Darmstadt 98 – Stuttgarter Kickers

Kurze Erholungszeit, lange Verletztenliste
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 19.10.2010

Viel Zeit, die Wunden nach der Niederlage gegen den Spitzenreiter Hessen Kassel zu heilen, haben die Stuttgarter Kickers nicht. Bereits heute (19.30 Uhr) steht das Nachholspiel der Fußball-Regionalliga bei Darmstadt 98 an. „Das hat den Vorteil, dass wir den spielerischen Aufwärtstrend mitnehmen wollen“, sagt der Trainer Dirk Schuster, der aber zugibt: „Die Zeit zur Regeneration ist sehr kurz.“ Wobei er sich dagegen verwehrt, die Mannschaft habe ein Kraftproblem. „Was uns fehlt, ist noch die Balance, im Spiel neben dem aggressiven Pressing auch mal ruhige Ballstafetten einzustreuen“, sagt Schuster.

Zudem wird die Liste der Ausfälle eher länger als kürzer. Neben den verletzten Dirk Prediger, Oliver Stierle und Marcel Brandstetter stehen noch Fragezeichen hinter den Einsätzen des erkrankten Marcel Rapp und auch des zuletzt gesperrten Enzo Marchese, der sich beim Einsatz in der Oberligaelf eine Leistenverletzung zugezogen hat. Zudem fehlt Michele Rizzi wegen einer Gelbsperre. „Aber auch wenn alle Mann an Bord wären, wäre Darmstadt eine schwierige Aufgabe“, sagt Schuster. ump

Stuttgarter Zeitung

Darmstadt, zweiter Versuch

Stuttgart (red) – Am 4. Spieltag wurde die Partie der Fußball-Regionalliga zwischen dem SV Darmstadt 98 und den Stuttgarter Kickers abgesagt, heute (19.30 Uhr) soll sie am Darmstädter Böllenfalltor nachgeholt werden. Den „Blauen“ kommt der Auftritt gerade recht, denn so können sie nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge Wiedergutmachung leisten. Mit einem Sieg könnten sie am Konkurrenten vorbei vom 13. bis auf den 8. Platz klettern. Der Einsatz einiger angeschlagener Akteure ist fraglich, auf Michele Rizzi (5. Gelbe Karte) muss Trainer Dirk Schuster sicher verzichten.

Eßlinger Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – Hessen Kassel (2:4)

Die Saison ist gelaufen – nach elf Spielen
Regionalliga Für die Kickers brechen schwere Zeiten an.Von Joachim Klumpp

Goldener Oktober? Von wegen, und das in jeder Beziehung. Über Nacht war es ungemütlich geworden, nass und kalt, so dass lediglich 2150 Zuschauer den Weg zum Spiel der Stuttgarter Kickers gegen den Spitzenreiter Hessen Kassel ins Gazi-Stadion fanden – und auch noch eine 2:4-Niederlage erlebten. Während die Gäste danach auf den ICE zum Bahnhof eilten, ist für die Kickers der Zug in Richtung Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga abgefahren. Und das nach elf Spielen, einem Drittel der Saison. „So haben wir uns das nicht vorgestellt“, sagt der Präsident Edgar Kurz. „Dabei stimmt bei uns eigentlich alles, bis auf den sportlichen Erfolg.“

Das Ziel hieß Platz eins bis sechs, doch selbst von Letzterem sind die Kickers als Tabellen-13. weit entfernt. Obwohl der Etat vor dieser Saison deutlich aufgestockt worden ist, auf gut zwei Millionen Euro. Nachdem die Kickers vor einem Jahr einen Punkt mehr hatten, stellt sich die Frage: Wie ist das Geld investiert worden? Offenbar nicht optimal. Die Neuzugänge jedenfalls haben die Erwartungen bisher kaum erfüllt: egal ob Ali Pala oder der spät eingewechselte Daniel Reule, Oliver Stierle oder Marcel Brandstetter, die verletzt fehlten, genau wie der kurzfristig erkrankte Marcel Rapp und der gesperrte Enzo Marchese.

So stand eine extrem junge Mannschaft auf dem Platz, in der Marcel Ivanusa mit 25 schon der älteste Spieler war. Der Gästecoach Mirko Dickhaut zeigte sich angetan: „Ich denke, die Kickers sind auf dem richtigen Weg.“ Mittelfristig vielleicht, doch so viel Zeit haben sie nicht. Denn eines ist klar: spätestens in der nächsten Saison muss der Aufstieg klappen, „sonst haben wir ein ernsthaftes Problem“ (Kurz).

Ein Problem finanzieller Natur. Denn bei dem als Anschubfinanzierung eingesetzten Kapital von rund einer Million Euro handelt es sich um ein Geschäft, bei dem der Investor Rendite sehen will, die es nur in der dritten Liga gibt. Vorerst droht schon in der laufenden Runde ein Loch, zumindest bei den Zuschauern. Hätte Kassel nicht rund 300 Fans mitgebracht, wäre die Besucherzahl am Samstag unter die 2000er-Marke gerutscht, bei der der Verein gerade noch so plus/minus null über die Runden kommt. Künftig droht also die Gefahr, bei jedem Spiel draufzulegen.

„Wir arbeiten unter professionellen Bedingungen, da können wir mit der Situation nicht zufrieden sein“, sagt der Sportkoordinator Michael Zeyer. Die Ergebnisse bestätigen den Exprofi, und man kann davon ausgehen, dass der sich in künftige Personalentscheidungen mehr einbringen wird als noch vor dieser Saison, als er diesbezüglich mit dem Trainer nicht immer auf einer Wellenlänge lag.

Bleibt die Frage, wie die Kickers mit der Situation – zum Aufstieg zu wenig, zum Abstieg zu viel – in der restlichen Saison umgehen. „Wir müssen uns zunächst einmal rehabilitieren“, fordert der Präsident Edgar Kurz, der am Wochenende schon wieder ein 111-Jahr-Jubiläum hatte (diesmal in seiner Firma), „und dann über den Tellerrand hinausschauen.“ Soll heißen: in der Winterpause muss entschieden werden, ob nochmals für die Rückrunde investiert wird oder erst im Hinblick auf die neue Saison. So oder so dürfte ein gewisses Umdenken stattfinden, wie das Beispiel Hessen Kassel zeigt, das auch dank Erfahrung im Kader an der Spitze steht, während die Kickers bisher bevorzugt Talenten oder Eigengewächsen den Vorzug gaben.

Da ist auch der Trainer Dirk Schuster gefordert, dessen Stellung längst nicht mehr so unangreifbar ist wie noch zu Saisonbeginn. Deshalb sollte kurzfristig etwas passieren. „Von der Leistung her habe ich einen Aufwärtstrend gesehen“, sagte er am Samstag, nachdem aus den vergangenen sieben Spielen nur ein Sieg heraussprang.

Auffallend war zuletzt, dass die Mannschaft körperlich einbricht oder zumindest ihre Kräfte falsch einteilt: Nach starkem Beginn baut sie häufig ab (wie beim 2:2 nach einer 2:0-Führung gegen Ulm). Und jetzt wartet wieder eine englische Woche mit dem Nachholspiel morgen in Darmstadt. „Die Aufgabe wird nicht einfacher“, ahnt Schuster. Zumal Michele Rizzi nach seiner fünften Gelben Karte fehlt.

Kickers Wagner – Auracher, Köpf, Fennell, Gerster (81. Reule) – Rizzi (66. Steinle) – Abruscia, Gondorf, Ivanusa (77. Savranlioglu) – Türpitz, Pala. Tore 1:0 Abruscia (3.), 1:1 Ochs (11.), 1:2 Mayer (13.), 2:2 Ivanusa (35.), 2:3 Damm (72.), 2:4 Koitka (90+1).

Stuttgarter Zeitung

Kickers unterliegen dem Spitzenreiter

Stuttgart (red) – Die Feierlichkeiten zum 111. Geburtstag sind vergessen: Durch die zweite Niederlage in Folge ist Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers auf Platz 13 abgerutscht – und damit endgültig im (unteren) Mittelmaß. Die ersatzgeschwächte Mannschaft unterlag vor 2150 Zuschauern Tabellenführer Hessen Kassel mit 2:4 (2:2). Trainer Dirk Schuster zog ein nüchternes Fazit: „In unserer aktuellen Situation haben wir uns sehr anständig verkauft. Mehr aber leider nicht, denn die Mannschaft mit der größeren Erfahrung hat sich durchgesetzt“.

Dabei hatte es für die Stuttgarter ausgezeichnet angefangen. Bereits in der 3. Minute schloss Sandro Abruscia nach sehenswerter Vorarbeit von Philip Türpitz zum 1:0 ab. Rene Ochs und Andreas Mayer mit einem Freistoß drehten den Spieß jedoch schnell um (11./13.). Da Marcel Ivanusa aber noch vor der Pause nach einem Torwartfehler ausglich, blieben die „Blauen“ im Spiel (35.).

Nach dem Wechsel trafen aber nur noch die Hessen: Tobias Damm (73.) und Kai Koitka (90.+2) sorgten für den letztlich verdienten Sieg des Spitzenreiters.

Eßlinger Zeitung

Stuttgarter Kickers: Keine Wende
Schuster beklagt individuelle Fehler

Die Kickers haben dieWende ver­passt: Nach dem 2:4 im „Schlüssel­spiel“ (Präsident Edgar Kurz) gegen Kassel und nur einem Sieg in den letzten sieben Partien droht eine Saison im Mittelmaß – und damit noch größere finanzielle Probleme. Das Ziel Platz eins bis sechs geben sie aber nicht auf. „Abgerechnet wird am Schluss“, sagte Geschäfts­führer Jens Zimmermann.

Zunächst war Stuttgart dem indi­viduell besser besetzten Tabellen­führer ebenbürtig, nach der Pause aber zu undynamisch. „Wir haben es nicht mehr geschafft, offensiv zu verteidigen und die Bälle aggres­siv zu erobern“, sagte Trainer Dirk Schuster. Weil Kapitän Marcel Rapp (Grippe) und drei weitere Stamm­kräfte ausfielen, bot er eine extrem junge Elf auf – und ärgerte sich über individuelle Fehler: „Wir haben drei Gegentore selbst gemacht. Wir bescheißen uns immer wieder selbst.“ Doch auch den Kickers-Treffern gingen Patzer voraus.

KSV-Trainer Mirko Dickhaut war froh, dass seine Elf nach guten Tests gegen Hannover (1:2) und Bielefeld (2:2) nicht überheblich auftrat. „Ich kann mich auf mein Team verlas­sen“, lobte er. Kassel profitierte vom Druck auf die Kickers. „Wir wollten zu sehr den Sieg“, fand Verteidiger Simon Köpf.

Matthias Jung

Kicker

Vorberichte Stuttgarter Kickers – Hessen Kassel

Schuster setzt auf die Fans
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 16.10.2010

Der Gegner als Zugpferd? Heute (14 Uhr) gastiert der Spitzenreiter Hessen Kassel im Gazi-Stadion bei den Stuttgarter Kickers – da braucht es keine besonderen Aktionen rund ums Spiel. „Der Tabellenführer kommt, das muss genügen“, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann vor der für seinen Club richtungweisenden Partie in der Fußball-Regionalliga: „Ich sehe die große Chancen für einen Befreiungsschlag.“ Nach sechs Spielen mit nur einem Sieg kämpfen die Kickers gegen das Schattendasein in der sowieso schon unattraktiven Liga. „Für uns ist das Spiel eine Herausforderung“, sagt der Trainer Dirk Schuster, „wir wollen beweisen, dass wir zu mehr in der Lage sind als zuletzt gezeigt.“

In der Favoritenrolle sieht er sein Team nicht, zumal in Enzo Marchese, Marcel Brandstetter und wohl auch Oliver Stierle drei Stammspieler fehlen. Am System wird das nichts ändern: „Jéräme Gondorf hat die besten Chancen, als Spielmacher aufzulaufen“, sagt Schuster, der zudem wie gewohnt auf zwei Stürmer setzen wird: Ali Pala hat beim WFV-Länderpokal einen guten Eindruck hinterlassen, ebenso wie Philip Türpitz. Daniel Reule ist wieder fit und Mahir Savranlioglu wird ebenfalls als Angreifer geführt. „Ein Sieg wäre sicher für alle förderlich“, weiß Schuster, „und wir arbeiten mit aller Macht darauf hin.“ Das soll sich von der ersten Minute an zeigen. „Wir wollen die Zuschauer mitnehmen.“ Und die Punkte am besten auch. ump

Stuttgarter Zeitung

Kickers contra Kassel: Tradition verpflichtet
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 15.10.2010
Regionalliga Stuttgart empfängt den Spitzenreiter, der ein Vorbild sein könnte. Von Joachim Klumpp

Wenn morgen (14 Uhr) Hessen Kassel im Gazi-Stadion aufläuft, dann geht es für die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga fast schon um alles oder nichts – zumindest was den Aufstieg in dieser Saison angeht. Denn bei einer Niederlage und dann 14 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter wäre der Zug in Richtung Meisterschaft abgefahren. Ansonsten liegen die beiden Traditionsvereine indes nicht so weit auseinander. Die Parallelen und Unterschiede:

Ausgangslage
Hessen Kassel und die Stuttgarter Kickers gehören beide zu den sogenannten Traditionsmannschaften in der Regionalliga. Wobei der aktuelle Kassler Verein erst seit dem 3. Februar 1998 existiert, nachdem der Vorgängerclub Insolvenz anmelden musste. Die Folge war ein Neuanfang in der achten Liga unter dem seitherigen Vorstandsvorsitzenden Jens Rose („ein anderer wollte es nicht machen“), der am Ende der Saison möglichst mit dem Aufstieg gekrönt werden soll. Die Kickers konnten eine Insolvenz in den vergangenen Jahren mit vereinten Kräften stets vermeiden, wandeln finanziell aber nach wie vor auf einem schmalen Grat. „Als Zehnter hat man bald keine Zuschauer mehr“, sagt der Präsident Edgar Kurz.

Vergangenheit
Während die Stuttgarter Kickers die Qualifikation zu der neu geschaffenen dritten Liga 2008 auf den letzten Drücker schafften, mussten die Hessen damals den bitteren Gang in die vierte Liga antreten. Mit einem klaren Dreijahresplan: erst etablieren, dann vorne mitspielen – jetzt der Aufstieg. Dieser Ablauf deckt sich mit den (zeitversetzten) Zielen der Stuttgarter Kickers, die bekanntlich nach einem Jahr aus der dritten Liga abgestiegen sind und danach ebenfalls ein Konzept über drei Jahre ausgegeben haben.

Konzept
In der Regionalliga hat Kassel beim Neuaufbau vornehmlich auf junge und talentierte Spieler gesetzt, die hauptsächlich über fußballerische Qualitäten verfügen sollten, ganz ähnlich wie die Kickers unter dem Trainer Dirk Schuster. Nach der relativ enttäuschenden Vorsaison allerdings ist ein Kurswechsel in Kassel erfolgt, verbunden mit der Erkenntnis, dass man mit einem Schönheitspreis in dieser Klasse nicht aufsteigt. „Wir wollten Spieler, die Gras fressen“, drückt es der Vorsitzende Rose drastisch aus. Zum Beispiel Andreas Mayer (zuletzt SSV Ulm), der zudem die nötige Erfahrung besitzt. Genau wie der Ex-Gladbacher Enrico Gaede oder Tobias Damm, der mit dem langjährigen Torjäger Thorsten Bauer ein gefährliches Angriffsduo bildet. „Von der Papierform her sind wir deutlich unterlegen“, sagt Schuster. Wobei es auch bei den Kickers durchaus Diskussionen gibt, ob der eingeschlagene personelle Weg zum Erfolg führt, nicht nur weil der Sportkoordinator Michael Zeyer zum Teil konträre Vorstellungen hat.

Infrastruktur
Beide Vereine sind von den Rahmenbedingungen gut aufgestellt, wobei Kassel beim nächsten Heimspiel gegen Nürnberg II endlich das komplett sanierte Auestadion einweihen wird. Mit einer Kapazität für dann 18 800 Zuschauer (davon rund die Hälfte Sitzplätze), „ist es absolut zweitligareif“, wie Rose betont. Selbst die Laufbahn, die wegen der Fördermittel des 22-Millionen-Projektes unabdingbar war, tut der guten Stimmung keinen Abbruch, wie zuletzt 9500 Zuschauer gegen Darmstadt unterstrichen. „Das war Drittligaatmosphäre“, schwärmt der Gästecoach Kosta Runjaic. So weit sind die Kickers zwar nicht, aber auch das Gazi-Stadion kann sich eine Klasse höher durchaus sehen lassen. Welche Bedeutung beide Vereine für die Regionalliga haben, unterstreicht die Zuschauertabelle: da führt Kassel vor den Kickers – allerdings mit genauso deutlichem Abstand wie in der sportlichen Tabelle (5417 zu 2653 Besucher).

Finanzen
Ausgeglichen gestaltet sich das Budget der beiden Vereine – mit jeweils um die zwei Millionen Euro (für den Gesamtverein). Das ist überschaubar, wobei Rose sagt: „Die Frage ist doch immer: Wie viel muss man ausgeben, damit der Erfolg planbar ist?“ Zumindest bei den Fahrtkosten spart der Verein, der erst am Spieltag – mit dem Zug – anreisen will.

Aktuell
Hessen Kassel hat das spielfreie Wochenende mit zwei Freundschaftsspielen – gegen Hannover 96 (1:2) und Arminia Bielefeld (2:2) – durchaus erfolgreich überbrückt, während die Kickers das Testspiel beim Drittligisten VfB II mit 1:3 verloren. Dennoch sagt der Trainer Schuster: „Das war besser als jedes Training.“ Definitiv fehlen werden der gesperrte Enzo Marchese sowie Marcel Brandstetter (Muskelfaserriss). Oliver Stierle ist zwar wieder ins Training eingestiegen, dürfte aber zumindest nicht von Beginn an zum Einsatz kommen. Dagegen kann Kassel weitgehend aus dem Vollen schöpfen kann. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Verteidiger Benjamin Weigelt (Bauchmuskelzerrung).

Zukunft
Kassel will aufsteigen, muss aber nach eigenen Angaben nicht, weil keine langfristigen Verbindlichkeiten bestehen. Die Kickers müssen (dieses Jahr) nicht hoch, würden aber nur allzu gerne. Erst zuletzt hat der Präsident Edgar Kurz betont: „Diese Todesliga ist auf Dauer mit den Ansprüchen des Vereins nicht finanzierbar.“ Im Hinblick auf das Schlüsselspiel fügte er hinzu: „Ein Sieg gegen Kassel wäre ein wichtiges Signal.“ Vor allem für das Umfeld: Fans, Sponsoren – und Kritiker.

Stuttgarter Zeitung

Schuster fordert Leidenschaft

Stuttgart (red) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers empfängt heute (14 Uhr) den Tabellenführer Hessen Kassel. Bereits elf Punkte trennen die beiden Mannschaften voneinander. Um den Abstand zu verringern, fordert Kickers-Trainer Dirk Schuster einen von Beginn an selbstbewussten Auftritt, Power und Leidenschaft: „Wir wollen den Gegner unter Druck setzen. Dann haben wir eine reelle Siegchance.“

Vor dem Comeback steht Oliver Stierle nach überstandenem Muskelfaserriss. Für Spielmacher Enzo Marchese (fünfte Gelbe Karte) wird wohl Jerome Gondorf in die Zentrale rücken. Außerdem fehlen Angreifer Marcel Brandstetter (Muskelfaserriss) und der Langzeitverletzte Dirk Prediger (Kreuzbandriss).

Eßlinger Zeitung

Damm will Spitze sein

Kassel. Wer an den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel dieser Tage denkt, der blickt auf den 24. Oktober: Spiel gegen den 1. FC Nürnberg II, viele Zuschauer, Einweihung der Haupttribüne. Und das ist die Gefahr für diesen Samstag.

Bislang schon fünf Tore für den KSV erzielt: Auf Tobias Damm (weißes Hemd) hoffen die Löwen-Fans auch am Samstag in Suttgart. Das Foto entstand im Spiel gegen Weiden. Foto:? Fischer

Denn da hat die Mannschaft von Trainer Mirko Dickhaut auch noch ein nicht ganz so unwichtiges Spiel zu absolvieren. Bei den Stuttgarter Kickers gilt es, den Vorsprung an der Tabellenspitze zu verteidigen. Anpfiff im Gazi-Stadion in Stuttgart-Degerloch ist um 14 Uhr.

Dickhaut hat sich zuletzt nur mit dieser Partie beschäftigt. Beleg dafür ist, dass er mit dem Team die neuen Umkleidekabinen im Auestadion erst nächste Woche besichtigen will. Volle Konzentration auf Stuttgart. Bis dahin will er auch die guten Testspielergebnisse gegen den Bundesligisten Hannover (1:2) und den Zweitligisten Bielefeld (2:2) aus den Köpfen der Spieler bekommen: „Wenn wir jetzt glauben, dass wir Stuttgart locker besiegen, bekommen wir einen auf die Mütze.“

Dickhaut glaubt aber, seine Schützlinge seien so stabil, dass sie „immer Antrieb haben“. Eine zusätzliche Motivation könnte sein – jetzt dreht sich der Spieß um: Bei einem Sieg kommen wohl noch mehr Besucher zur Einweihung der Haupttribüne am 24. Oktober. Das sieht auch Tobias Damm so: „Wenn wir einen Dreier aus Stuttgart mitbringen, ist die Hütte gegen Nürnberg voll.“

Damm kommt vor der Partie beim Tabellenzehnten eine besondere Rolle zu: Er weiß, dass er spielen wird, aber er weiß noch nicht genau, auf welcher Position er eingesetzt wird. Bei den angesprochenen Testbegegnungen fungierte er auf der rechten Seite als offensiver Mittelfeldspieler und wusste zu überzeugen.

„Bin so torgefährlicher“
Der bald 27-Jährige selbst sieht sich aber weiterhin eher als Spitze. „Als Stürmer in der Mitte fühle ich mich wohler. Da bin ich auch torgefährlicher.“ Da passt es, dass die Tendenz von Trainer Dickhaut vor dem Spiel gegen Stuttgart zu einem System mit zwei Angreifern geht: Thorsten Bauer und Tobias Damm. Ganz abgeschlossen hat er seine Überlegungen aber noch nicht. Gut möglich, dass er während des Spiels auch noch einmal umstellt. Er hat jetzt die Gewissheit, dass auch die Alternative zum bisher in der Saison praktizierten System funktioniert.

Mehr Alternativen hat er auch wieder in personeller Hinsicht. Dickhaut kann wahrscheinlich auf den zuletzt verletzten Benjamin Weigelt zurückgreifen, dessen Heilung unter der Woche gute Fortschritte gemacht hat. Ob der Außenverteidiger die Fahrt am Samstag in die Hauptstadt Baden-Württembergs mitmachen wird, entscheidet sich heute. Bleibt ein kleines Problem: Der KSV Hessen reist mit dem Zug an. Endstation: der Stuttgarter Hauptbahnhof. Da weiß derzeit niemand so recht, was einen erwartet. „Wir hoffen, dass da alles glatt läuft“, sagt Mirko Dickhaut.

Von Florian Hagemann

HNA.de

StZ: Die Revanche bleibt aus

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 11.10.2010
Kickers Die Legenden-Elf unterliegt Viktoria Berlin 3:5, die aktuelle Mannschaft bangt um Marcel Brandstetter. Von Joachim Klumpp

Die Stuttgarter Kickers haben gerufen – und (fast) alle sind gekommen. Ob Kazimir Kmiecik aus Polen oder Dimitrios Moutas aus Griechenland, um nur die beiden Spieler mit der weitesten Anreise zu nennen, die für das 111-Jahr-Jubiläum des Traditionsclubs gewählt worden waren. Die Mannschaft spielte gegen den Verbandsligisten Viktoria Berlin – den Verein, gegen es im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1908 ein 0:3 gegeben hatte. Und auch die Revanche am Samstag misslang. Die Legenden-Elf unterlag 3:5, wobei der Exmanager Dieter Dollmann einen Elfmeter vergab.

„Eine gelungene Veranstaltung“, sagte Präsident Edgar Kurz, „wenn es sportlich nur auch so bei uns laufen würde.“ Die erste Mannschaft hatte am Wochenende spielfrei – fast zumindest. Denn am Freitag unterlag sie in einem Testspiel dem VfB Stuttgart II mit 1:3. „Das war besser als jedes Training“, sagte der Coach Dirk Schuster, zumal das auch nicht immer reibungslos verläuft. Tags zuvor hatte sich der Stürmer Marcel Brandstetter verletzt. Die Diagnose Muskelfaserriss dürfte einen Einsatz im Heimspiel am Samstag nahezu unmöglich machen – ausgerechnet gegen den Regionalliga-Spitzenreiter Hessen Kassel.

Stuttgarter Zeitung

StZ: „Die Regionalliga ist tödlich“ Nachgefragt

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 08.10.2010
Die Jahrhundertelf der Stuttgarter Kickers mit Guido Buchwald trifft morgen (15.30 Uhr) auf Viktoria Berlin.

Herr Buchwald, waren Sie denn überrascht, bei der Wahl des Jubiläumsteams der Stuttgarter Kickers die meisten Stimmen bekommen zu haben – noch vor einem Spieler wie Jürgen Klinsmann?

Zunächst hatte ich gar nicht unbedingt damit gerechnet, überhaupt in die Jahrhundertelf gewählt zu werden. Dass ich dann sogar der Stimmenkönig geworden bin, freut mich natürlich.

Mit welcher Erwartung gehen Sie denn in das Spiel gegen Viktoria Berlin, den Finalgegner um die Deutsche Meisterschaft 1908?

Zunächst einmal damit, dass das ein tolles Ereignis ist, wo man alte Bekannte trifft und wo die Tradition der Kickers auflebt. Denn der Verein hat in Stuttgart immer noch einen Stellenwert, auch wenn er sportlich bis in die vierte Liga abgerutscht ist.

Und selbst da verkörpert die Mannschaft momentan nur Mittelmaß. Woran liegt das Ihrer Ansicht nach, nachdem der Club vorne mitspielen wollte?

Ich habe in der Vorbereitung einige Spiele gesehen, auch das Derby gegen den VfB, und war danach überzeugt, dass die Mannschaft intakt ist. Warum sie jetzt einen Durchhänger hat, ist für mich schwer nachvollziehbar. Ich kenne die Regionalliga und war sicher, dass die Kickers vorne mitspielen werden.

Wenn Sie die Regionalliga kennen: Ist ein Traditionsverein wie die Kickers da auf Dauer denn überlebensfähig?

Von der Konstellation, wie die Liga jetzt gehandhabt wird – ein Beispiel sind die sinkenden Fernsehgelder -, ist das unheimlich schwer. Man muss da also schnell wieder raus. Sonst wird man auch für Sponsoren und das Umfeld uninteressant. Oder aber der DFB ringt sich doch noch durch, etwas zu ändern. Bei nur einem Aufsteiger droht rasch Langeweile – und das ist tödlich.

Sie haben einst bei den Kickers gespielt und sind immer wieder im Gespräch, eine Funktion zu übernehmen. Ist das denkbar?

Also momentan kann ich mir das nicht vorstellen. Seit Herr Kurz das Amt des Präsidenten übernommen hat, ist der Verein gut aufgestellt und hat sich in der Außenwirkung positiv entwickelt. Aber ich versuche schon, immer wieder unterstützend zu wirken. Schließlich hängt mein Herz nach wie vor noch an den Kickers.

Die Fragen stellte Joachim Klumpp.

Stuttgarter Zeitung