Punktgewinn bei FSV Frankfurt

Beim Aufstiegskandidaten FSV Frankfurt holten die Stuttgarter Kickers heute ein 0:0 Unentschieden und bleiben in der Tabelle auf Platz 13. Der Rückstand zum ominösen zehnten Tabellenplatz bleibt zumindest bis morgen (Reutlingen kann noch gegen den Tabellenführer punkten) bei einem Punkt.

Bereits am Freitag treffen unsere Blauen auf den Aufstiegskandidaten SpVgg Unterhaching. Ob mit oder ohne Parmak – drei Punkte sind Pflicht.

Die Kickers spielten mit:
Yelldell; Rapp, Stierle, Mann, Deigendesch; Rosen, Gambo (69. Akcay), Cerci, Petruso; Tucci (78. Kacani), Vaccaro (89. Prediger)

Erbarmen, die Hessen kommen

Der FSV Frankfurt macht in der Fußball-Regionalliga Furore – und will sich in der Stadt als zweite Kraft neben der Eintracht etablieren.

Die Stuttgarter Kickers spielen morgen (14 Uhr) in der Regionalliga beim FSV Frankfurt, dem Überraschungsteam der Saison. Der Aufsteiger steht vor dem Durchmarsch in die zweite Liga, und der Manager Bernd Reisig sagt: „Wir sind auf alles vorbereitet.“

Von Joachim Klumpp

Als der FSV Frankfurt neulich an der Kreuzeiche in Reutlingen spielte, kam es Mitte der zweiten Hälfte zu einem interessanten Spielerwechsel. Matthias Hagner ging, Lawrence Aidoo kam, Exbundesligaprofi (Frankfurt, VfB) für Exbundesligaprofi (Gladbach, Nürnberg) – was durchaus etwas über die Qualität des Kaders aussagt. Und was sagt die Konkurrenz zum Überraschungszweiten? „Frankfurt war für mich von Anfang an ein Geheimtipp“, meint Pfullendorfs ehemaliger Trainer Michael Feichtenbeiner. Und für den VfB-Kollegen Rainer Adrion steht fest: „Der FSV hat die stärkste Mannschaft der Liga – sie ist besetzt wie ein Zweitligist.“

Zu viel des Lobes? Zumindest ruft es den heftigen Widerspruch der Hessen hervor. „Wir haben keinen Zweitligakader“, sagt der junge Trainer Tomas Oral (35). „Und wir konnten keinesfalls mit finanziellen Angeboten locken, sondern nur mit der Chance für die Spieler, sich bei uns zu präsentieren.“ Das reichte immerhin, um Exprofis wie Husterer, Kreuz oder zuletzt Sobotzik zu verpflichten.

Dass es manchmal auch glückliche Umstände gibt, zeigt das Beispiel David Ulm, der in der Winterpause beim Ligarivalen SF Siegen ausgemustert wurde. Plötzlich stand er mit Trainingstasche am Bornheimer Hang und fragte, ob er vorspielen dürfe. Oral war er früher schon mal in einem Freundschaftsspiel aufgefallen – inzwischen sticht der Franzose auch den Gegnern ins Auge. Am Dienstag im Spitzenspiel bei der Spvgg Unterhaching erzielte er ein Tor beim 4:1-Sieg, der die Tür zur zweiten Liga weiter aufstieß.

„Wenn man so weit ist, will man es natürlich auch schaffen“, sagt der Manager Bernd Reisig, fügt aber hinzu: „Es gibt keinen Druck. Unser primäres Ziel war die Qualifikation für die dritte Liga.“ Doch selbst nach der sah es zunächst lange nicht aus. Zur Erinnerung: nach zehn Spielen stand der Club auf Platz 13 – und der Trainer in der Kritik. Oral gibt heute zu: „Natürlich hätten die Verantwortlichen mich damals entlassen können, aber ich glaube, das wäre die falsche Entscheidung gewesen.“

Das kann man – ohne Überheblichkeit – so sagen. Denn in der Rückrunde hat der FSV nur ein Spiel verloren, „Wir mussten insgesamt 18 neue Spieler einbauen, das braucht eben seine Zeit“, sagt Reisig, der den Etat für die Mannschaft mit offiziell 1,9 Millionen Euro beziffert. Wobei der Traditionsclub auf potente Partner bauen kann. Als Schachzug erwies sich die Liaison mit dem koreanischen Autokonzern Hyundai, der sonst nur bei EM und WM als Sponsor in Erscheinung tritt. Reisig erinnert sich: „Der wollte eigentlich lediglich als kleinerer Werbepartner einsteigen, war dann aber von unserem Konzept so überzeugt, dass er Hauptsponsor wurde.“ Was dem Verein eine halbe Million Euro pro Saison bringen soll. Dass der FSV inzwischen neben der Eintracht auch gesellschaftlich anerkannt ist, zeigte sich beim Neujahrsempfang, zu dem 500 Gäste geladen waren – darunter der DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Daneben gilt in der Finanzmetropole die Volksbank als Förderer des Vereins, die bezeichnenderweise als Namensgeber für das Stadion am Bornheimer Hang fungiert. Zum Gastspiel der Kickers morgen ist die Kapazität auf 4700 Plätze beschränkt, bis zum kompletten Umbau im März nächsten Jahres steigt sie dann auf 11 000. Was für die zweite Liga zwar nicht ganz reichen würde, aber auch da wird sich eine Lösung finden.

Unabhängig davon, wie die sportliche Entwicklung ausgeht, hat ein Akteur des FSV den Aufstieg sicher – und zwar in die Bundesliga. Der bisherige Teammanager und ehemalige Torhüter Thomas Ernst wird in der nächsten Saison Vorstandsmitglied beim VfL Bochum. „Es fällt mir schwer wegzugehen, weil beim FSV etwas Großes am Entstehen ist“, sagt Ernst, gibt aber zu: „Manager bei einem Bundesligisten zu sein, war mein Ziel.“

Und das Ziel des FSV? „Wir haben jetzt schon so viel erreicht, alles andere ist Zugabe“, sagt Manager Reisig und fügt noch an: „Wir sind auf alles vorbereitet.“

Auch auf die Stuttgarter Kickers natürlich, die morgen als Außenseiter antreten. „Aber in dieser Rolle haben wir uns zuletzt ja leichter getan“, sagt deren Trainer Stefan Minkwitz, der trotz seiner 270 Pflichtspiele als Profi nur ein Problem hat: „Ich habe keine Ahnung, wo das Stadion liegt.“ Sicherheitshalber reist er mit der Mannschaft ja schon heute in Frankfurt an.

Quelle: StZ

Minkwitz packt Team bei der Ehre

Kickers-Trainer sieht von Konsequenzen ab – und gibt Spielern zweite ChanceStuttgart – Mitte März, nach der desolaten Leistung gegen den FC Bayern II, hatte Stefan Minkwitz Bashiru Gambo für zwei Spiele suspendiert. Von ähnlichen Maßnahmen sieht der Trainer des Regionalligisten Stuttgarter Kickers diesmal ab. Vielmehr packte der 39-Jährige seine Spieler nach dem 1:2 gegen 1860 München II bei ihrer Ehre.VON JÜRGEN FREY

Der Tag nach der vollkommen unnötigen Niederlage gegen die Löwen begann mit Gesprächen. Bevor um 10 Uhr die komplette Mannschaft zum Rapport antreten musste, baten Minkwitz und sein Assistent Alexander Malchow die Spieler Oliver Stierle, Angelo Vaccaro und Bashiru Gambo einzeln zu sich ins Büro. Ursachenforschung war angesagt. Wobei Stierle und Vaccaro vom angefressenen Trainerduo klar und deutlich gesagt bekamen, dass sie im Endspurt dringend eine Schippe draufzulegen haben. Genauso wie der zu wechselhafte Ferhat Cerci. Der sensible Gambo dagegen blieb von Kritik weitgehend verschont. Mit seiner Leistung zeigte sich Minkwitz zufrieden.

Mit einer Nacht Abstand kam der Coach ohnehin zu der Erkenntnis, jetzt nicht gnadenlos die Peitsche auszupacken. „Ich habe die Spieler vielmehr aufgebaut und bei ihrer Ehre gepackt“, verriet der Coach. „So schlecht wie gegen 1860 II können einige Spieler nicht zweimal spielen.“ Eine Erklärung für den schweren Rückschlag vier Spieltage vor Saisonende hatte er schnell gefunden. „Das Fatale war, dass sich die Spieler vom 5:1 gegen den VfR Aalen vor zehn Tagen blenden ließen“, ist sich Minkwitz sicher – und ergänzt: „Wenn in dieser entscheidenden Phase ein paar Prozent an Leidenschaft fehlen, dann ist das tödlich.“

Schon am kommenden Samstag (14 Uhr) im Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt sollen die nötige Aggressivität, Laufbereitschaft und Disziplin ins Spiel der Blauen zurückkehren. Der Bedeutung der Aufgabe angemessen, haben die Kickers entschieden, bereits am Freitagnachmittag nach dem Abschlusstraining Richtung Bornheimer Hang zu reisen. Wie schon gegen 1860 sicher mit dabei sein werden Franco Petruso und Dirk Prediger aus der Oberligamannschaft. Gut möglich, dass Petruso von Beginn an auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kommen wird. Bereits klar: Marcus Mann wird nach Ablauf seiner Gelb-Rot-Sperre wieder für Marco Wildersinn in die Innenverteidigung rücken. Ansonsten dürfte Minkwitz dem Rest des Teams eine zweite Chance geben. Für einige könnte es die letzte sein. Denn die Kickers stehen im Kampf um die Qualifikation zur dritten Liga mit dem Rücken zur Wand. Das weiß auch Präsident Dirk Eichelbaum: „Das wird eine echte Zitternummer, es geht bis zur letzten Patrone.“ Auf die Mitkonkurrenten zu schauen, hat er aufgegeben. „Wir brauchen jetzt drei Siege aus vier Spielen.“ Dem ist wenig hinzuzufügen.

Quelle: StN

Vorberichte zum Endspiel, III: SSV 05 Reutlingen – Stuttgarter Kickers

Krauss fehlt dem SSV Reutlingen im Derby gegen die Kickers morgen (siehe auch oben) ebenso wie der Verteidiger Kirsch. Doch auch der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz hat einige Sorgen. Recep Yildiz zog sich im Training einen Bänderriss zu, und Oliver Stierle fehlt wegen der fünften Gelben Karte, für ihn wird Steinle in die Abwehr rücken.

Stuttgarter Zeitung

„Die Derbys müssen bleiben“

Nachgefragt bei Peter Starzmann

Im Kreuzeichestadion kommt es morgen (14 Uhr) in der Fußball-Regionalligapartie zwischen dem SSV Reutlingen und den Stuttgarter Kickers zu einem vorentscheidendes Spiel im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga. „Was gibt es Schöneres als ein Derby mit Endspielcharakter“, sagt der SSV-Trainer Peter Starzmann im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Starzmann, wer wird denn eher den Sprung in die dritte Liga schaffen: Reutlingen oder die Kickers?

Ich glaube beide. Die Vereine haben ja einen ähnlichen Werdegang, wenn man nur an die finanziellen Voraussetzungen denkt, und ein sehr gutes Verhältnis untereinander – auch wenn wir am Samstag einmal Konkurrenten sind. Ich denke, die Kickers fahren sicher lieber nach Reutlingen als nach Elversberg oder Emden – und uns geht es umgekehrt genauso. Die Derbys müssen bleiben, das ist meine feste Überzeugung.

Die Formkurve verläuft aber entgegengesetzt. Während Ihre Mannschaft von den vergangenen sechs Spielen nur eines gewonnen hat, haben die Kickers seit sieben Partien nicht mehr verloren.

Die Kickers haben eine Serie wie wir (neun Spiele ohne Niederlage, d. Red.), nur mit einer zeitlichen Verzögerung von drei bis vier Wochen, und das gegen fast dieselben Gegner. So gesehen interessiert mich die Diskussion um irgendeinen Trend nicht so sehr, sondern die Art und Weise unseres Auftretens. In Unterhaching hatten wir sieben zu drei Chancen, aber eben keine genutzt. In der Regionalliga kann diese Saison manchmal eine einzige gute Aktion ein Spiel entscheiden.

Dabei spielen auch die Torhüter eine wichtige Rolle. Während beim SSV der junge Kevin Kraus spielen muss, steht bei den Kickers in David Yelldell der vielleicht beste Schlussmann der Liga zwischen den Pfosten. Ein Nachteil?

David Yelldell ist der beste Torwart der Liga, die Erfolgsserie haben die Kickers letztlich ihm – und Mustafa Parmak – zu verdanken. Und ich weiß, was Yelldell kann, schließlich wollte ich ihn schon zum VfB Stuttgart holen, als er noch in Backnang gespielt hat. Bei uns ist jetzt eben die Situation eingetreten, die ich immer befürchtet habe, nachdem wir in der Winterpause Sven Hoffmeister nach Sandhausen abgeben mussten. Ich habe meine Meinung dazu mehrfach kundgetan, auch im Präsidium. Auf der anderen Seite ist es manchmal besser, einen jungen Spieler ins kalte Wasser zu werfen.

Und wer ist nun der Ersatz für den Ersatz Kevin Kraus?

Wir haben im Training etliche Feldspieler auf der Position getestet, eine andere Alternative haben wir nicht.

Was spricht aus Ihrer Sicht dennoch dafür, dass der SSV als Sieger den Platz verlässt?

Zunächst einmal haben wir ein Heimspiel mit einer tollen Atmosphäre, vor hoffentlich mehr als 7000 Zuschauern. Danach haben wir doch immer gelechzt: ein Derby mit Endspielcharakter – was gibt es Schöneres.

Und was passiert mit Peter Starzmann, wenn der SSV die dritte Liga verpasst?

Dazu möchte ich keinen großen Kommentar abgeben. Zunächst einmal habe ich meinen Vertrag unabhängig von der Ligenzugehörigkeit verlängert. Und irgendwie geht es immer weiter – auch wenn es in der dritten Liga natürlich schöner wäre.

Stuttgarter Zeitung

Spannung steigt: Im Derby steckt viel Brisanz

Kickers vor Schlüsselspiel im Kampf um dritte Liga – Wiedersehen mit ehemaligen Blauen

Stuttgart – Es ist ein Derby. Es geht gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga. Und hinzu kommen einige pikante Personalien. Im Fußball-Regionalliga-Duell SSV Reutlingen gegen Stuttgarter Kickers am morgigen Samstag (14 Uhr/Stadion an der Kreuzeiche) steckt viel Brisanz.

VON JÜRGEN FREY

Hans Kullen: Der Mann aus Hülben hat bei den Kickers seine Spuren hinterlassen. Von 2003 bis März 2007 war er Präsident der Blauen. Dann wechselte der 65-Jährige die Fronten und kehrte nach Reutlingen zurück: Seit Oktober vergangenen Jahres mischt er im SSV-Präsidium mit – als Verantwortlicher für den sportlichen Bereich. „Ich freue mich riesig auf das Spiel. Die Konstellation ist wahnsinnig spannend“, sagt Kullen vor dem Derby, zu dem er 6000 Zuschauer erwartet. Wie er den Kickers-Präsidiumsmitgliedern begegnen werde? „Höflich und sportlich“, betont Kullen. Zuletzt kommunizierten die beiden Parteien allerdings nur noch über ihre Anwälte. Am 25. Juni trifft man sich in Stuttgart vor Gericht. Wegen Kullens Klage auf Rückzahlung seines Darlehens (inklusive Zinsen 507 000 Euro) wurde ein sogenannter Gütetermin vereinbart.

Joachim Cast: Für den aktuellen Kickers-Manager ist das Derby praktisch ein Heimspiel. Er wohnt unter der Achalm im sechs Kilometer von Reutlingen entfernten Eningen. Zudem trug der 40-Jährige zwischen 1995 und 2001 den Dress des SSV. Unter anderem spielte er mit dem heutigen Reutlinger Geschäftsführer Klaus Weiss zusammen. Auch privat fand Cast in dieser Zeit sein Glück: Er lernte dort seine Frau Heike kennen. Der ehemalige Innenverteidiger sieht viele Parallelen zwischen den beiden Vereinen: „Die Strukturen, die finanziellen Möglichkeiten bewegen sich auf ähnlichem Niveau.“ Hauptunterschied sei die größere bundesweite Tradition der Blauen. Was das Stadion betrifft, hat Reutlingen Vorteile. „Die Haupttribüne ist bundesligatauglich“, weiß Cast.

Alexander Malchow: Der heutige Co-Trainer der Blauen war von 2000 an zwei Jahre für den SSV am Ball. Der 38-Jährige absolvierte 62 Spiele und erzielte elf Tore.

Bashiru Gambo: Der Chef im Kickers-Mittelfeld spielte in der Saison 2002/03 in der zweiten Liga für Reutlingen. Seit dieser Zeit verbindet den Mann aus Ghana ein besonders inniges Verhältnis zu Kullen, den er sogar „Papa“ nennt. Negative Auswirkungen auf seine Leistung erwartet bei den Kickers deshalb keiner. Cast weist auf das Derby in der vergangenen Saison hin: „Da hat Gambo bei unserem 1:0-Sieg in Reutlingen ein überragendes Spiel gemacht.“

Peter Starzmann: Der Reutlinger Trainer stürmte in der Zweitligasaison 1989/90 für die Kickers, traf in 25 Spielen zweimal. Zwei Geschichten sind dem 45-Jährigen besonders in Erinnerung: „Nach einem knallharten Probetraining beim damaligen Trainer Manfred Krafft benötigte ich ein Sauerstoffzelt.“ Und dann war da noch die Reise zu einem Intertotocup-Spiel nach Polen: „Der damalige Manager Dieter Dollmann durfte auf dem Flug kurz den Steuerknüppel übernehmen, wir sackten mit einer Privatmaschine erst mal einen Kilometer ab.“ Zu Schaden gekommen ist niemand.

Bastian Bischoff: Der SSV-Stürmer jagte von 2005 bis 2007 bei den Kickers dem Ball nach. Seine Bilanz: 22 Spiele, ein Tor. Beim SSV hat der 23-Jährige bisher in 24 Partien zwei Tore erzielt.

Sasa Janic: Die Kickers-Vergangenheit des Reutlinger Offensivverteidiger ist schon länger her. Vor der Saison 1995/96 kam der 32-Jährige aus Ludwigsburg zu den Blauen.

Stuttgarter Nachrichten

Minkwitz erwartet „heißen Tanz“

Stuttgart (bw) – Mit breiter Brust reist der seit sieben Spielen ungeschlagene Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers zum Derby morgen (14 Uhr) beim SSV Reutlingen. (…)

Einen „heißen Tanz“ erwartet Stuttgarts Trainer Stefan Minkwitz in Reutlingen. „Der SSV steht genauso wie wir mit dem Rücken zur Wand“, sagt er mit Blick auf den Kampf um einen Startplatz in der dritten Liga. Nur zwei Punkte trennen die Kontrahenten sechs Spieltage vor Schluss voneinander – doch die Kickers stehen als Neunter über, die Reutlinger als Zwölfter unter dem Strich. Beide gehen nicht in Bestbesetzung ins Duell. Bei den „Blauen“ fehlt Oliver Stierle (Gelbsperre). Für ihn rückt Moritz Steinle in die Abwehrkette. Der SSV ersetzt Torhüter Markus Krauss (Rotsperre) mit dem 18-jährigen A-Jugend-Spieler Kevin Kraus. Zudem ist Verteidiger Patrick Kirsch gelbgesperrt. Gute Nachrichten gibt es dafür von Jens Härter. Der Kickers-Kapitän, der wegen einer Knieverletzung zuletzt im September spielte, steht in Reutlingen aller Voraussicht nach wieder im Kader.

So wollen sie spielen: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Steinle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Tucci, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Fußball-Regionalliga – Der Manager der Stuttgarter Kickers lobt das Trainerduo Minkwitz/Malchow

Cast nimmt DFB in die Pflicht    

VON MANFRED KRETSCHMER

REUTLINGEN/STUTTGART. »Falls wir uns nicht für die neue dritte Liga qualifizieren, kann ich meine Schlüssel abgeben.« Wenn Joachim Cast heute mit seiner mittlerweile legendären Aussage vom vergangenen Jahr konfrontiert wird, lächelt er. Und fügt ergänzend hinzu: »Ich habe damit gemeint, dass es den Verein Stuttgarter Kickers in der jetzigen Struktur dann nicht mehr geben wird.« In der künftig viertklassigen Regionalliga würde es bei den »Blauen« aus Kostengründen keinen professionellen Fußball-Betrieb mehr geben. »Wir müssten dann auf Halbprofitum oder Feierabendkicker umstellen«, so Kickers-Manager Cast.
Auf dem Weg in die dritte Liga haben die Stuttgarter zuletzt eine imposante Serie hingelegt – in den zurückliegenden sieben Partien wurden 17 Punkte geholt. Die nächste richtungsweisende Partie steigt am morgigen Samstag (14 Uhr) im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion beim ebenfalls um ein Drittliga-Ticket kämpfenden SSV. »In diesen direkten Duellen stehen die Heim-Teams einen Tick mehr unter Druck«, meint Cast, der mit »6 000 bis 7 000 Zuschauern« rechnet.

Joachim Cast in Reutlingen – für den 40-Jährigen ist das nach wie vor ein besonderes Spiel. Der einstige Abwehrrecke stand von 1995 bis 2001 beim SSV unter Vertrag, streifte sich einige Jahre die Kapitänsbinde über, absolvierte 148 Regionalliga- und 20 Zweitligaspiele, ehe er zu den Kickers wechselte.

Am Ende seiner Laufbahn bei den »Blauen« bot ihm der damalige Kickers-Präsident und jetzige Sportliche Leiter des SSV Reutlingen, Hans Kullen, eine Tätigkeit in der Geschäftsstelle an. »Am 30. Juni 2004 lief mein Vertrag als Spieler aus, ab 1. Juli war ich Manager«, erinnert sich Cast. Diese Aufgabe sei verbunden mit Höhen und Tiefen, »das macht aber den Fußball so spannend«. Dass er mittlerweile in der Szene einen sehr guten Ruf besitzt, beweist die Berufung in den Regionalliga-Spielausschuss.

Dieser Ausschuss tagt heute. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Die Höhe der Fernsehgelder für die bevorstehende Spielzeit. »625 000 Euro sind eindeutig zu wenig«, so Cast, da die Drittligisten in puncto Infrastruktur und personelle Ausstattung auf einem Niveau mit den Zweitliga-Klubs liegen würden. Zum Vergleich: Die Zweitligisten erhalten im Schnitt 4,9 Millionen Euro pro Saison.

»Ruhe ist bei den Stuttgarter Kickers ein Fremdwort«

Cast nimmt die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in die Pflicht: »Die dritte Liga ist die höchste Spielklasse des DFB, sie soll ein Premiumprodukt werden. Deshalb hat der Verband eine Verpflichtung seinen Vereinen gegenüber und muss sie entsprechend unterstützen.«

Der in Eningen wohnende Funktionär lobt das neue Trainergespann Stefan Minkwitz und »Co« Alexander Malchow (ein Ex-Reutlinger), für dessen Verpflichtung sich Cast nach der Trennung von Peter Zeidler stark gemacht hatte. »Beide haben eine gute Ansprache ans Team. Im Moment greift bei uns ein Rädchen ins andere.« Nachdem Minkwitz Anfang November als Chef auf die Kommandobrücke stieg und in den ersten Begegnungen keine Erfolge verzeichnete, rumorte es schon wieder im Umfeld des Ex-Erstligisten. »Das ist normal bei uns. Ruhe ist bei den Kickers ein Fremdwort«, plaudert Cast aus dem Nähkästchen. Bleibt abzuwarten, wie die Stimmung im Lager der »Blauen« nach der morgigen Partie in Reutlingen ist. (GEA)

Reutlinger General Anzeiger 

Kickers an Matthias Morys interessiert?

Laut Stuttgarter Nachrichten haben die Stuttgarter Kickers ihre Fühler nach Matthias Morys vom VfB Stuttgart II ausgestreckt. Dem 21jährige 1,85m-Mann fehle laut Trainer Rainer Adrion die professionalle Einstellung. Neben den Blauen seien auch noch der SC Freiburg und der SSV Reutlingen an ihm dran. Morys erzielte in 57 Regionalligaspielen sieben Tore für die Roten.

Kickers-Spieler prüfen „Goalias“

Zu einem aufschlussreichen Test mit einem automatisierten Torwart weilten die Kickers-Spieler Jens Härter und Marco Tucci im Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik an der Universität Stuttgart. „Goalias“ heißt der Torhüter, der Schüsse aus einer Entfernung von elf Metern abwehren kann. Die Augen von „Goalias“ bilden mehrere Kameras, sein Gehirn ist ein kleiner Computer und seine Beine sind auf einer Schiene befestigt. Die Kickers-Spieler schossen nun auf das Tor und „Goalias“ versuchte die Bälle abzuwehren.

Die Reaktion von Stürmer Marco Tucci: “Es ist unwahrscheinlich, wie schnell der Goalias reagiert.“ Die Meinung von Kapitän Jens Härter: “Wir haben den Torhüter mit Schüssen voller Effet allerdings auch überlistet.“ Daraufhin wurde der „Goalias“ von den Studenten nochmals nachjustiert.
Offiziell wird die Figur bei der Messe „IdeenPark“ vom 17. bis 25. Mai auf dem Gelände der Neuen Messe Stuttgart vorgestellt.

Offizielle Homepage

Vorberichte zum „Endspiel“: SSV 05 Reutlingen – Stuttgarter Kickers

SSV Reutlingen – Starzmann setzt gegen die Kickers auf die Fans. Widerspruch gegen Krauss-Urteil eingelegt

»Müssen alle eng zusammen rücken«    

VON MANFRED KRETSCHMER

REUTLINGEN. Für beide Mannschaften geht es um eminent wichtige Punkte im Kampf um den Einzug in die neue dritte Liga, darüber hinaus ist es ein prickelndes Derby – wenn sich am Samstag (14 Uhr, Kreuzeiche-Stadion) in der Fußball-Regionalliga der SSV Reutlingen (12. Platz/35 Punkte) und die Stuttgarter Kickers (9. Platz/37) gegenüberstehen, ist Hochspannung angesagt. Der GEA konfrontierte Reutlingens Trainer Peter Starzmann mit einigen Stichworten.
Zuschauer: »Ich bin mir sicher, dass unsere Zuschauer wie eine Bank hinter uns stehen«, so der SSV-Kommandogeber. »Es ist wichtig, dass die Fans das Stadion in ein Tollhaus verwandeln. Ich finde, die Mannschaft hat sich die Unterstützung der Anhänger verdient.«

Torhüter: Reutlingens Keeper Markus Krauss erhielt am vergangenen Samstag bei der 0:2-Niederlage in Unterhaching wegen Handspiels außerhalb des Strafraums die rote Karte und wurde mit einer Sperre von zwei Partien belegt. Der SSV hat Widerspruch gegen dieses Urteil eingelegt. Falls es bei diesem Strafmaß bleibt, muss der A-Junioren-Keeper Kevin Kraus am Samstag gegen die Kickers und am nächsten Dienstag in Elversberg zwischen die Pfosten. »Wir alle sind natürlich nicht glücklich über die aktuelle Situation. Jedoch muss jedem klar gewesen sein, dass so etwas passieren kann. Umso wichtiger ist es jetzt, sehr eng zusammen zu rücken und keine Schuldzuweisungen zu machen«, formuliert der 45-jährige Fußball-Lehrer.

Tabellensituation: »Es ist eine ganz einfache Rechnung: Mit einem Sieg über die Stuttgarter Kickers sind wir in der Tabelle vor ihnen und wieder über dem Strich, sprich: auf einem Qualifikationsplatz für die dritte Liga.« Die Ergebnisse vom vergangenen Wochenende, als fast alle SSV-Konkurrenten punkteten, werfen Starzmann nicht aus der Bahn: »Wir haben es selbst in der Hand. Die anderen Mannschaften interessieren mich nicht.«

Gegner: Vor wenigen Wochen lagen die »Blauen« am Boden, der zehnte Platz war in weiter Ferne. In den zurückliegenden sieben Spielen allerdings heimsten die Schützlinge von Trainer Stefan Minkwitz 17 Punkte ein. »Die Kickers kommen mit breiter Brust nach Reutlingen«, weiß Starzmann. Die jüngsten Ergebnisse und die Leistungen würden zeigen, »was der Kopf und Erfolgserlebnisse im Fußball ausmachen«. (GEA)

Reutlinger General Anzeiger

Vorberichte zum „Endspiel“: SSV 05 Reutlingen – Stuttgarter Kickers

Derby unter gleichen Vorzeichen
Die Fußballclubs Stuttgarter Kickers und Reutlingen brauchen Punkte und Geld für die dritte Liga

STUTTGART. Am Samstag steht das wichtige Spiel zwischen dem SSV Reutlingen und den Stuttgarter Kickers an. Für beide Mannschaften geht es um die Qualifikation für die dritte Liga. „Auf solche Spiele haben wir uns doch gefreut“, sagt der Kickers-Manager Cast.

Von Joachim Klumpp

Joachim Cast ist Manager der Stuttgarter Kickers, doch er hat auch schon beim SSV Reutlingen gespielt – insofern kennt er die beiden Clubs aus dem Effeff. Vor dem Derby am Samstag will er aber kein unnötiges Öl ins Feuer gießen: „Das Verhältnis der beiden Vereine ist grundsätzlich sehr gut.“ Das zeigt sich schon daran, dass die jeweilige Heimmanschaft dem Gast automatisch ein höheres Kontingent als die vorgeschriebenen 20 Vip-Karten zukommen lässt.

Aber selbst ohne dieses Entgegenkommen wird in Reutlingen ein Rekordbesuch für diese Saison erwartet: Der liegt bei 4100 gegen den VfR Aalen, der zuletzt auch bei den Kickers für eine Bestmarke gesorgt hat. Trotzdem sagt Cast: „Die Heimmannschaft steht immer etwas mehr unter Druck.“ Zumal der SSV Reutlingen neben den Spielen gegen Frankfurt und in Unterhaching zuletzt noch den Stammtorwart Markus Krauss wegen Rot für zwei Partien verloren hat. „Das trifft uns mehr als die Niederlage“, sagt der Trainer Peter Starzmann, der nun auf den 18-jährigen Kevin Kraus aus der A-Jugend baut. Beim Ersatztorwart hofft der SSV noch auf die Zusage eines zuletzt inaktiven Exprofis, wobei in letzter Zeit etliche ausländische Kandidaten im Probetraining waren.

„Wir brauchen noch drei Siege – egal gegen wen“, sagt Starzmann im Hinblick auf die Qualifikation für die dritte Liga. Wobei der SSV nur mit 2,3 Millionen Euro kalkuliert und damit unter dem schon bescheiden angesetzten Kickers-Etat (drei Millionen) liegt. „Der DFB hat sich sehr fair verhalten, wir müssen eben ein bisschen nachbessern“, sagt SSV-Geschäftsführer Klaus Weiss, der mit dem Kollegen Cast befreundet ist.

Von Freundschaft kann im Fall Hans Kullen nicht unbedingt die Rede sein. Doch trotz aller Dissonanzen zeigt sich auch der ehemalige Kickers-Präsident und das jetzige SSV-Präsidiumsmitglied moderat: „Ich gönne den Erfolg der Mannschaft und vor allem dem Trainer Stefan Minkwitz, den ich schon als Nachfolger für Robin Dutt vorgeschlagen habe.“ Was Kullens Klage auf Rückzahlung seines Darlehens angeht, gibt es inzwischen zumindest einen sogenannten Gütetermin vor Gericht: am 25. Juni in Stuttgart.

Stuttgarter Zeitung

SSV Reutlingen – Torhüter Kevin Kraus wird am Samstag gegen die Stuttgarter Kickers ins kalte Wasser geworfen. »Es wird schon klappen. Wir haben eine gute Abwehr« 
 
Ein Kleiner will ein Großer werden 
 
VON MANFRED KRETSCHMER 
 
REUTLINGEN. Sein persönliches Ziel hat er längst abgesteckt: »Ich möchte einmal in der Bundesliga spielen«, sagt Kevin Kraus. Am Samstag spielt er auch. Für den SSV Reutlingen. In der Fußball-Regionalliga. Im Derby gegen die Stuttgarter Kickers. »Das wird schon klappen, wir haben ja eine gute Abwehr«, sieht der 18-jährige Torhüter diesem großen Auftritt im Kreuzeiche-Stadion im Moment noch gelassen entgegen. 
 
Markus Krauss (zwei Spiele Sperre) raus, Kevin Kraus rein. So geschehen am Samstag im Unterhachinger Sportpark. Dort wurde der 20 Jahre alte Krauss in der 60. Minute mit der roten Karte bedacht – und der zwei Jahre jüngere Kraus durfte ran. »Beim Einlaufen war ich schon etwas zittrig«, beschreibt der Balinger seinen Seelenzustand. »Ich hatte aber nicht lange Zeit zum Überlegen und nahm mir einfach vor, es wie in der A-Jugend zu machen.« Bei den Oberliga-A-Junioren des SSV ist der Industriekaufmann-Azubi die unumstrittene Nummer eins, der große Rückhalt. Kraus ist zwar nur 1,81 Meter groß, verfügt aber über eine enorme Sprungkraft.

»Kevin spielt sehr gut mit, hat ein Auge für die Spieleröffnung und ein gutes Stellungsspiel«, beschreibt Vater Harald Kraus (früher Keeper in Ludwigsburg und Balingen) die Stärken seines Sohnes. In der Winterpause – nach dem Abgang von Sven Hoffmeister zum SV Sandhausen – avancierte Kraus zur Nummer zwei in der Reutlinger Regionalliga-Mannschaft.

Beim SSV steht Kraus, der vor einem Jahr ein Angebot von Hoffenheim vorliegen hatte, unter den Fittichen des Jugend-Torwarttrainers Holger Klages. Montags und freitags nimmt der frühere Verbandsliga-Keeper die A- und B-Junioren-Torsteher ran. In dieser Woche bekommt Klages Gesellschaft – von Cheftrainer Peter Starzmann (»Kevin hat ein gesundes Selbstbewusstsein«) und dessen »Co« Otmar Rösch.

Am Mannschaftstraining der »Ersten« kann Kevin Kraus fast nie teilnehmen. Berufsbedingt. In dieser Woche ist er wenigstens zwei Mal dabei: am Feiertag (1. Mai) und am Brückentag (2. Mai). Am Samstag schließlich nimmt er gegen die Stuttgarter Kickers in einem für den SSV eminent wichtigen Spiel im Kampf um ein Drittliga-Ticket den Platz zwischen den Pfosten ein. Dann will der Kleine unter Beweis stellen, dass er ein Großer werden kann. (GEA)

Reutlinger Generalanzeiger