Presse zu Stuttgarter Kickers – VfR Aalen (5:1)

Die wundersame Wandlung der Kickers

5:1 gegen den VfR Aalen – die dritte Liga rückt näher

STUTTGART. Am Samstag hat für die Kickers alles gepasst: das Wetter, die Stimmung, das Ergebnis. „Es war ein perfekter Tag“, sagte der Manager Joachim Cast nach dem auch in dieser Höhe verdienten 5:1-Sieg gegen Aalen.

Von Joachim Klumpp

David Yelldell hat nicht viel zu halten gehabt. Dafür gab es nach dem letzten Treffer kein Halten mehr. Der Kickers-Schlussmann, der genau wie Mustafa Parmak von dem Koblenzer Trainer Uwe Rapolder beobachtet wurde, rannte übers halbe Feld, um Marcus Mann zu seinem ersten Saisontor zu gratulieren. Und zum 5:1-Endstand in einer Partie, die als eine der besten Regionalligaauftritte der Kickers in Erinnerung bleiben wird.

Wer hätte das vor sechs Wochen gedacht? Nach dem 0:1 gegen Bayern München herrschte Tristesse pur – und jetzt eitel Sonnenschein, nicht nur wegen des Frühlingswetters. Es ist eine wundersame Wandlung der Kickers – auch wenn der Trainer Stefan Minkwitz von einem Wunder nichts wissen will: „Die Mannschaft hat einfach an sich geglaubt. Und die Spieler rufen jetzt endlich ihr Leistungsvermögen ab.“ Wie Bashiru Gambo, der unermüdliche Arbeiter im defensiven Mittelfeld neben dem Neuzugang Alex Rosen, oder Ferhat Cerci, der andere Wintertransfer, der nicht nur wegen des Führungstreffers sein bisher bestes Spiel ablieferte.

Womit gleichzeitig die Mär von den Fehleinkäufen widerlegt wäre. Natürlich erwiesen sich vermeintliche Leistungsträger wie Ortlieb und Beigang als Flop, doch am Samstag standen gleich fünf Neuzugänge auf dem Platz, in Deigendesch, Mann und Rapp allein drei in der Abwehr. Und der junge Marco Tucci, in der Winterpause bei der Suche nach einem Angreifer quasi schon abgeschrieben, ist ja alles andere als ein alter Hase, auch wenn er bei seinen zuletzt vier Toren in drei Spielen so auftrat. Von einem Stürmerproblem spricht bei den Blauen niemand mehr.

Zumindest in diesem Punkt muss man den Verantwortlichen das Kompliment machen, dass sie sich trotz des Drucks von außen (und vielleicht auch aufgrund fehlender Mittel) nicht auf Alibiaktionen eingelassen haben. Das Gleiche gilt für den Trainer Minkwitz, der für viele als Billiglösung galt. Eine Genugtuung verspürt er dennoch nicht. „Vielleicht wenn wir nach dem 34. Spieltag immer noch über den Strich stehen“, sagt der Coach, der dann allerdings ein Problem bekommen könnte. Denn in der dritten Liga ist die Fußballlehrerlizenz vorgeschrieben. Und selbst wenn im ersten Jahr eine Ausnahmeregelung möglich wäre, müsste die Ausbildung schnellstens nachgeholt werden. „Daran denke ich, wenn“s so weit ist“, sagt Minkwitz, der seinen Job als Sprungbrett sieht. Dass die Kickers seinen Vertrag im Falle der Qualifikation zur dritten Liga verlängern, gilt als sicher, der Präsident Dirk Eichelbaum sagt dazu: „Überraschungen wird es nicht geben.“

Stefan Minkwitz hat seinen Anteil am Aufschwung, zumal auch im taktischen und personellen Bereichen seine Handschrift (und die des Assistenten Alexander Malchow) zunehmend sichtbar wird. „Er spricht die Sprache der Fußballer, weil er vor kurzem selbst noch gespielt hat“, sagt der Stürmer Angelo Vaccaro. Minkwitz“ Vorgänger Peter Zeidler hatte eher den Ruf eines Pädagogen – was nicht heißen muss, dass man unter ihm nicht auch die Qualifikation hätte schaffen können. „Auf jeden Fall sieht man, dass sich Geduld auszahlt“, sagt der Manager Joachim Cast, nachdem sich die Mannschaft inzwischen als echtes Team präsentiert.

„Wir waren in keiner Weise ebenbürtig“, musste Edgar Schmitt zugeben, seines Zeichens immerhin Coach des bisherigen Zweiten VfR Aalen: „Wir müssen jetzt schnell wieder in die Spur kommen.“ Das sind die Kickers bereits, und der Trainer will dafür sorgen, dass seine Jungs auch nach sieben Spielen ohne Niederlage nicht abheben. „Da kommt das nächste Derby in Reutlingen gerade recht, da muss ich wieder niemanden motivieren“, so Minkwitz, auch wenn Stierle wegen der fünften Gelben Karte fehlen wird.

Das Ziel dritte Liga ist greifbar nahe, und der Präsident betont: „Wir werden gut aufgestellt hineingehen.“ Was indirekt heißt, dass dies zuletzt nicht der Fall war. Es deuten sich also personelle Änderungen an. Vor allem das für das Marketing zuständige Präsidiumsmitglied Hans-Jürgen Wetzel denkt an Rücktritt. Aber auch Walter Kelsch gilt als Wackelkandidat, nachdem der Exprofi seine Aufgabe im sportlichen Bereich offenbar nicht mehr ehrenamtlich ausführen will. Wie meinte Cast zum Umfeld so treffend? „Ich habe zuletzt mal gesagt, wir sind Klein-Schalke“, erklärt der Manager, der ansonsten zugeben musste: „Das war ein perfekter Tag.“

Auch wenn die Zuschauerzahl von 4240 etwas hinter den Erwartungen blieb. „Wir wollten eine Fünf vorne“, gab Eichelbaum zu, „dafür gab es eben fünf Tore.“ Was in diesem Fall zweifellos wichtiger war.

Kickers: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo (65. Akcay), Cerci (84. Steinle) – Tucci (75. Kacani), Vaccaro.

Schiedsrichter: Steuer (Menden).

Tore: 1:0 Cerci (9.), 2:0 Tucci (10.), 3:0 Tucci (21.), 3:1 Alder (26., Foulelfmeter), 4:1 Vaccaro (45.), 5:1 Mann (82.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Jetzt nicht lockerlassen!
Nach glanzvollem 5:1 gegen Aalen bremst Trainer Minkwitz Euphorie – Parmak nach Koblenz?
 
Stuttgart – Es war einer dieser Tage, an denen alles klappt: Die Stuttgarter Kickers fegten den VfR Aalen mit 5:1 vom Platz. Und hinterher tat Stefan Minkwitz das einzig Richtige: Er bremste die Euphorie: „Wir haben noch gar nichts erreicht“, sagte der Trainer.

VON JÜRGEN FREY

Die Gastronomie rund ums Gazistadion meldete erhöhte Umsätze. Bei Kultwirt Paule ließen die Fans noch lange nach dem Spiel ihre Blauen hochleben. Immer wieder fiel dabei ein Wort: Reutlingen. Alle wollen sie am Samstag beim brisanten Derby dabei sein. Jetzt bloß nicht lockerlassen, heißt das Motto. Und die Spieler versprachen hoch und heilig, nachzulegen: „Wir haben so verdammt hart gearbeitet, um endlich über den Strich zu kommen“, sagte etwa Angelo Vaccaro, „wir werden uns nun garantiert nicht zurücklehnen.“ Der Realitätssinn, das zurückgekehrte Selbstvertrauen, der Glaube an die eigene Stärke sind Gründe für die Erfolgsserie der seit sieben Spielen ungeschlagenen Kickers. Es gibt noch weitere:

Die Umstellungen: Marcus Mann rückte aus dem Mittelfeld nach hinten und verleiht der Innenverteidigung Stabilität. Seine Ballsicherheit tut dem Spielaufbau genauso gut wie die Dynamik von Benedikt Deigendesch rechts in der Viererkette. Das Prädikat besonders wertvoll verdient das Duo im zentralen Mittelfeld: Bashiru Gambo und Alexander Rosen machen mit Aggressivität und Laufarbeit die Räume eng, bringen Ruhe und Struktur ins Spiel.

Die Torgefahr: Neuerdings sind die Blauen schwer ausrechenbar. Bestes Beispiel: Marco Tucci. Er nutzte seine Chance mit vier Toren in drei Spielen eindrucksvoll.

Der Trainer: Minkwitz hat nach der Winterpause seinen Weg gefunden. Mit der Suspendierung von Gambo für zwei Spiele im März hat er das richtige Zeichen gesetzt. Der 39-Jährige taugt zwar nicht zum Chefrhetoriker, doch er ist authentisch, ehrlich und findet den Zugang zur Mannschaft. Mehr als nur eine Nebenrolle kommt dabei Alexander Malchow zu. Mit dem Co-Trainer ergänzt sich Minkwitz optimal. Das Duo konzentriert sich – anders als früher Robin Dutt – komplett aufs Sportliche. Gibt es Turbulenzen im Umfeld, hält Manager Joachim Cast („für mich sind wir so etwas wie Klein-Schalke“) den beiden den Rücken frei.

Das trifft auch auf die Verhandlungen mit den Spielern zu. Sicher: Sascha Benda wird die Blauen laut seinem Berater definitiv verlassen. Ebenfalls klar: David Yelldell und Mustafa Parmak werden nicht zu halten sein. Beide sollen sich mit TuS Koblenz im Fall des Zweitligaverbleibs einig sein. TuS-Trainer Uwe Rapolder schaute gegen Aalen zu. „Wir sind mit diesen sehr interessanten Spielern im Gespräch“, sagte er – und lächelte. Wie so viele an diesem Fußballfeiertag unterm Fernsehturm.

Stuttgarter Nachrichten

VfR Aalen am Tiefpunkt
Schmitt-Team macht „Urlaub“ im Aufstiegsrennen

Vor der Partie hatte sich Helmut Dietterle noch froh gelaunt mit Kickers-Präsidiumsmitglied Walter Kelsch, seinem ehemaligen Profikollegen beim VfB, unterhalten. Gut eine Stunde nach dem 1:5 im Regionalliga-Derby bei den Blauen stand der Manager des VfR Aalen mit versteinerter Miene am Mannschaftsbus und konnte die desolate Vorstellung seiner Elf immer noch nicht fassen: „Mit so einer Leistung haben wir oben rein gar nichts verloren“, brummte er. „Die Kickers waren uns in allen Belangen überlegen.“ Der VfR ist am Tiefpunkt angekommen. „Kollektives Versagen“, nannte es Trainer Edgar Schmitt – und ahnte: „Wir waren heute im Urlaub.“

Und das zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt – auf der Zielgeraden des Zweitliga-Aufstiegsrennens. Flattern die Nerven? „Klar, der Druck ist groß, aber damit muss man umgehen können“, sagt Dietterle. Genauso wie mit dem Ausfall des schmerzlich vermissten Innenverteidigers Michael Stickel (gesperrt). Das einzig Positive kam von den anderen Plätzen: Die Konkurrenten FSV Frankfurt und SV Sandhausen hatten auch verloren. „Zum Glück können wir schon am kommenden Donnerstag gegen Elversberg wieder ran“, betonte Mittelfeldspieler Andreas „Bobo“ Mayer, an dem in der Winterpause auch die Kickers dran waren. „Hinterher ist man immer schlauer“, sagte der 27-Jährige zu diesem Thema – und fügte schnell hinzu: „Ich fühle mich auch in Aalen wohl.“ Am Samstag nahm ihm das keiner ab.Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

VfR kommt bei den Kickers unter die Räder
Welch ein Debakel für den VfR Aalen! Der Aufstiegsaspirant hat sich am 28 Spieltag der Regionalliga im Derby bei den Stuttgarter Kickers deutlich mit 1:5 (1:4) geschlagen geben müssen. Aalen kassierte damit zu Beginn der entscheidenden Saisonphase die höchste Niederlage der laufenden Spielzeit.

AALEN Kein Blatt vor den Mund nahm nach der Partie Aalens Torhüter Tobias Linse: „Wir haben heute durch die Bank versagt. Ich habe keine Erklärung dafür“, schüttelte der 28-Jährige den Kopf. Und auch Trainer Edgar Schmitt suchte nicht nach Ausreden: „Das war eine grottenschlechte Leistung. Auch in der Höhe geht der Sieg der Kickers in Ordnung.“

Glück im Unglück für den VfR: Auch Aufstiegskonkurrent FSV Frankfurt verlor 1:2 gegen 1860 München II. Aalen bleibt mit 48 Punkten, punktgleich mit den Hessen, auf einem Aufstiegsplatz. Allerdings drängelt nun von hinten Unterhaching, das nach dem 2:0 gegen Reutlingen mit 45 Punkten Rang fünf belegt. Für Schmitt war das Ergebnis der Frankfurter nur ein schwacher Trost: „Wir hätten uns mit einem Erfolg über die Kickers etwas absetzen können. Das haben wir leider verpasst.“

Selbst Buchwald staunt

Von Beginn an gaben die Stuttgarter vor 4240 Zuschauern, darunter Weltmeister Guido Buchwald (Ex-Kickers-Spieler, zuletzt Trainer bei Alemannia Aachen und am Vortag noch in Aalen bei einem Benefizspiel am Ball), im Gazi-Stadion Vollgas. Die Aalener dagegen verschliefen die Anfangsphase komplett. So war die Partie nach zehn Minuten praktisch entschieden. Nach dem 1:0 durch Ferhat Cerci (9.) eroberten die Kickers direkt nach dem Wiederanstoß den Ball und ehe die verdutzten Aalener begriffen, was geschah, zappelte das Leder nach einem Schuss von Marco Tucci erneut im Netz (10.).

Alder erzielt den Anschluss

Wer wenigstens nach dem kapitalen Fehlstart ein Aufbäumen der Gäste erwartete, wurde enttäuscht. Die Kickers blieben am Drücker und nach einem Freistoß von Parmak traf erneut Tucci zum 3:0 (21.). Zwar kamen die Aalener durch einen verwandelten Foulelfmeter von Christian Alder noch einmal heran, doch Vaccaro stellte den alten Abstand kurz vor der Halbzeit mit einem sehenswerten Treffer wieder her. Den Schlusspunkt setzte nach einer recht ereignislosen zweiten Hälfte Marcus Mann mit dem 5:1.

Bitter für den VfR: Zum ersten Mal überhaupt erzielte die Minkwitz-Elf in dieser Saison mehr als drei Tore. Die Kickers sind ihrem Ziel – Qualifikation für die Dritte Liga – einen Schritt näher gekommen. „Hut ab vor meiner Mannschaft. Das war eine überzeugende Leistung“, meinte Trainer Minkwitz.

Für den VfR gilt es jetzt, vor dem Heimspiel am Maifeiertag (14 Uhr) gegen Elversberg das Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. „Wir haben die Niederlage analysiert. Das war die schlechteste Leistung, seit ich in Aalen bin. Gute Mannschaften zeichnet aus, dass sie nach Niederlagen wieder zurückkommen. Ich bin sicher, dass uns das gelingt“, bilanzierte Schmitt.

Schwäbische Zeitung

Überm Strich
Die Stuttgarter Kickers fertigen den VfR Aalen mit 5:1 ab und klettern auf die Qualifikationsränge
 
Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben die Abstiegsplätze in der Fußball-Regionalliga verlassen. Mit einem fulminanten 5:1 (4:1)-Sieg gegen den Aufstiegsanwärter VfR Aalen schossen sich die „Blauen“ auf den neunten Tabellenplatz. Damit stehen sie erstmals nach einem halben Jahr wieder auf den Qualifikationsrängen für die dritte Liga.
 
Von Beate Wockenfuß

Wie im falschen Film kamen sich die Augenzeugen im Gazi-Stadion vor. Bereits nach 21 Minuten führten die Kickers mit 3:0 – eine ungewohnte Situation, die umso mehr für Staunen sorgte, da die favorisierten Gäste mit großen Ambitionen auf die zweite Liga angereist waren. Ungewohnt ist auch das Gefühl, wieder zu den ersten Zehn zu gehören. Aus dem Rückstand zu dieser entscheidenden Grenzmarke, der seit fast genau sechs Monaten wie ein Damoklesschwert über der Waldau schwebte, wurde ein knapper Vorsprung. „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir wieder über den Strich kommen“, betonte Mustafa Parmak, der per Freistoß die Vorlage für drei der fünf Tore gab. Der Mittelfeldspieler, der am Samstag zum 100. Mal das Kickers-Trikot trug, strotzt wie seine Teamkollegen vor Selbstvertrauen. Kein Wunder, denn die „Blauen“ können inzwischen eine Erfolgsserie von 17 Punkten in sieben Spielen vorweisen. „Wir sind eine ganz andere Mannschaft als in der Vorrunde“, sagte Innenverteidiger Marcus Mann, der im Sommer zu den Kickers kam und genau wie Winter-Neuzugang Ferhat Cerci gegen Aalen sein erstes Tor für die Stuttgarter erzielte. Auch Angreifer Angelo Vaccaro durfte einmal jubeln. Für die beiden weiteren Treffer sorgte Marco Tucci. Der Stürmer brillierte zuletzt zwei Mal als Joker, durfte dieses Mal von Anfang an ran – und dankte auf seine Weise. Den Aufschwung der „Blauen“ nach der schlechten Hinrunde erklärte er so: „Wir haben gemerkt, um was es geht: unsere Arbeitsplätze.“Diesem Selbsterhaltungstrieb war der VfR vor einer Saisonrekordkulisse von 4240 Zuschauern hoffnungslos ausgeliefert. Der große Favorit blieb blass, brachte es per Foulelfmeter durch Christian Alder lediglich zum 1:3-Anschlusstreffer. „Wir waren im Urlaub, sonstwo“, schimpfte VfR-Coach Edgar Schmitt und sprach erbost von dem „schlechtesten Spiel unter meiner Leitung“. Bei seinem Gegenüber Stefan Minkwitz war die Stimmung zwar bedeutend besser, doch der Kickers-Trainer hielt den Ball flach. „Wir haben unser Ziel noch lange nicht erreicht. Es fehlen noch einige Punkte“, betonte er mit Blick auf die ausstehenden sechs Saisonspiele.

Statistik
Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo (66. Akcay), Cerci (84. Steinle) – Tucci (75. Kacani), Vaccaro.

VfR Aalen: Linse – Fall (55. Donato), Welm, Alder, Traub – Hofmann – Haller (46. Okic), Holzer, Mayer – Steegmann (46. Maric), Sailer.

Schiedsrichter: Steuer (Menden).

Zuschauer: 4240.

Tore: 1:0 Cerci (9.), 2:0 Tucci (10.), 3:0 Tucci (21.), 3:1 Alder (26. / Foulelfmeter), 4:1 Vaccaro (45.), 5:1 Mann (82.).

Gelbe Karten: Rosen, Mann, Stierle, Vaccaro / Welm, Haller, Traub, Sailer.

Beste Spieler: Gambo, Cerci, Parmak / Hofmann.
 
Eßlinger Zeitung

Kickers nach 5:1 auf Kurs

Die Stuttgarter Kickers fertigten heute den VfR Aalen in einem spektakulären Spiel mit 5:1 ab. In der ersten Hälfte erzielten die Blauen früh durch Cerci das 1:0. Nur sechszehn Sekunden nach dem Anstoß staubte Tucci nach einem Schuß von Vaccaro ab. Nach 21. Minuten durfte erneut Tucci zum 3:0 jubeln. Aalen konnte zwar per Foulelfmeter zum 1:3 verkürzen, doch noch vor dem Halbzeitpfiff konnte Vaccaro wieder den alten Abstand herstellen. In der zweiten Hälfte ließen die Blauen Aalen kommen, die Abwehr der Kickers kam aber nicht wirklich in Gefahr. Nach einem sehenswerten Schuß von Kacani an die Latte konnte Marcus Mann seinen ersten Saisontreffer erzielen. 5:1! Die Kickers stehen nach diesem Spiel erstmals wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Doch trotz der Galavorstellung gilt das gleiche wie nach dem Zittersieg gegen Oggersheim: Drei Punkte sind drei Punkte. Nicht mehr und nicht weniger. Die Blauen müssen in Reutlingen nachlegen. Das heutige Spiel sollte Selbstvertrauen geben.

Vorberichte II: Stuttgarter Kickers – VfR Aalen

Vaccaro hofft

STUTTGART (ump). „Meine Mannschaft ist heiß“, sagt der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz vor dem Derby heute (14 Uhr) gegen den VfR Aalen – nicht nur in Anbetracht des sonnigen Wetters. Das wiederum soll zu einem Saisonrekordbesuch von 5000 Zuschauern führen. Der angeschlagene Angelo Vaccaro hat gestern mittrainiert, so dass die Chancen auf einen Einsatz gestiegen sind.

Gestern bekamen die Vereine zudem Post vom Deutschen Fußball-Bund wegen der Lizenz für die nächste Saison. Nachdem zuletzt etliche Sponsoren ihre Verträge gekündigt hatten, müssen die Kickers nun bis zum 5. Juni den Nachweis für die veranschlagten Werbeeinnahmen (gut eine Million Euro) erbringen. Dies könnte zum Beispiel durch Bürgschaften, ein erhöhtes Fernsehgeld oder auch mögliche Transfereinnahmen erfolgen. „Der Bescheid liegt im Rahmen unserer Erwartungen. Wir haben zwar noch viel Arbeit vor uns, sind aber zuversichtlich, dass wir die Zulassung durch den DFB erhalten werden“, erklärte der Präsident Dirk Eichelbaum.
Quelle: StZ

Aufatmen bei Kickers: Vaccaro rechtzeitig fit

Stuttgart (jüf) – Die Entwarnung kam nach dem Abschlusstraining: Angelo Vaccaro hat seine Probleme am Schienbeinköpfchen überstanden und kann für die Stuttgarter Kickers an diesem Samstag (14 Uhr/Gazistadion) im Regionalliga-Derby gegen den VfR Aalen stürmen. Neben dem Torjäger (sieben Saisontreffer) wird Marco Tucci von Beginn an zum Einsatz kommen. „Er hat es sich verdient“, sagt Trainer Stefan Minkwitz. Die Blauen haben alle Mann an Bord. Aalen muss auf Innenverteidiger Michael Stickel (gesperrt) verzichten. „Das ist kein Vorteil für uns. Er hat zuletzt sehr gut gespielt“, sagt Aalens Manager Helmut Dietterle, der mit 1000 VfR-Fans in Degerloch rechnet.

Unterdessen haben die Kickers am Freitag eine erste Entscheidung vom DFB über die Zulassung zur neuen dritten Liga erhalten. Die Erteilung der Lizenz wurde an die Bedingung geknüpft, bis zum 5. Juni den Nachweis der geplanten Werbeeinnahmen zu erbringen. „Dieser Bescheid liegt im Rahmen unserer Erwartungen“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum, „wir haben in den kommenden sechs Wochen zwar noch viel Arbeit vor uns, sind aber zuversichtlich, dass wir, wie in der Vergangenheit auch, die Zulassung durch den DFB erhalten werden.“
Quelle: StN

Stadt macht die Kickers heiß

Stadion wird renoviert

Von KLAUS HENRICH und NORBERT KRUMM

Die Stuttgarter Kickers und ihre grandiose Aufholjagd zur Qualifikation zur neuen 3. Liga. Vorm heutigen Regionalliga-Derby gegen den Tabellenzweiten VfR Aalen (14 Uhr, Gazi-Stadion auf der Waldau) trennt die Blauen nur noch ein Punkt vom begehrten 10. Platz.

Die erste Steilvorlage kommt von Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann. Die Stadt wird das Gazistadion für die 3. Liga liften (für ca. 500000 Euro gibt’s u.a. auch Schalensitze). Jetzt muss Coach Stefan Minkwitz nur die Bombenserie (14 Punkte aus 6 Spielen) halten.

Doch auch die Elf von Edgar Schmitt – ohne Michael Stickel (Rotsperre) – steht unter Erfolgsdruck. Nur mit Sieg darf Aalen weiter vom Aufstieg in die 2. Liga träumen. Schmitts Rezept: „Aus einer starken Defensive schnell nach vorne umschalten.“

Dagegen setzt Minkwitz ganz aufs grenzenlose Selbstvertrauen seiner Jungs: „Wir haben immer an unsere Chance für die 3. Liga geglaubt, das zahlt sich jetzt aus.“ Auch wenn Topscorer Angelo Vaccaro (Knieverletzung, 7 Tore) ausfällt. Dafür werden Marco Tucci (2 Tore) und Sokol Kacani (6) stürmen

BILD

Zulassung zur 3. Liga mit Bedingung

Die Stuttgarter Kickers haben heute die erste Entscheidung der DFB-Zentralverwaltung über die Zulassung zur neuen 3. Liga in der Saison 2008/2009 erhalten. Die Zulassung wurde an die Bedingung geknüpft, bis zum 5. Juni den Nachweis der geplanten Werbeeinnahmen zu erbringen.
“Dieser Bescheid liegt im Rahmen unserer Erwartungen. Wir haben in den kommenden sechs Wochen zwar noch viel Arbeit vor uns, sind aber zuversichtlich, dass wir wie in den vergangenen Jahren auch die Zulassung durch den Deutschen Fußball Bund erhalten werden“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum in einer ersten Stellungnahme.

Offizielle Homepage

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – VfR Aalen

Kickers morgen gegen Aalen

Fragezeichen hinter Vaccaro
STUTTGART (ump). Die Vorzeichen aus Sicht des Kickers-Trainers könnten nicht besser sein. „Wir haben durch unsere kleine Erfolgsserie Selbstvertrauen bekommen, der Tabellenzweite kommt, die ARD ebenfalls, es wird eine gute Kulisse geben – da wissen die Spieler, was die Stunde geschlagen hat“, sagt Stefan Minkwitz vor dem zu einer Art Topspiel avancierten Regionalligaderby morgen (14 Uhr) gegen den VfR Aalen. Nach zuletzt sechs Spielen ohne Niederlage stört allenfalls noch die Knieverletzung des Torjägers Angelo Vaccaro die gute Laune in Degerloch. „Es wird sich erst nach dem Abschlusstraining entscheiden, ob er fit ist“, sagt Minkwitz, der unabhängig davon überlegt, ob er den zuletzt mit zwei Toren erfolgreichen Marco Tucci von Beginn an bringen soll oder wieder nur als Joker. Einen Tag hat der Coach noch Zeit.

Bereits heute wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Regionalligisten mitteilen, ob und unter welchen Auflagen sie die Lizenz für die nächste Saison bekommen. Der Kickers-Manager Joachim Cast sagt: „Man hat uns schon angedeutet, dass wir bis zum 5. Juni nachbessern müssen. Es wird in erster Linie wohl um einen Nachweis für die Werbeeinnahmen gehen.“ Da trifft es sich gut, dass der DFB derzeit mit dem Fernsehsender Premiere um eine Ausweitung der Übertragungsrechte für den DFB-Pokal verhandelt. „Das soll auch den Dritt- und Viertligisten zugutekommen“, sagt Cast als Mitglied des Regionalliga-Ausschusses. „Ziel ist, dass wir insgesamt eine Million Euro pro Club aus den TV-Einnahmen erzielen.“ Zunächst waren für jeden Drittligisten 625 000 Euro geplant.

Stuttgarter Zeitung

Die Blauen erwarten Rekordbesuch
Stuttgart (jüf) – Die Bestmarke in dieser Regionalligasaison im Gazistadion liegt bei 3710 Zuschauern. So viele Besucher kamen zum ersten Heimspiel der Kickers gegen Jahn Regensburg. Am morgigen Samstag (14 Uhr) gegen den VfR Aalen dürfte der bisherige Saisonrekord gebrochen werden: Die Blauen erwarten 5000 Besucher. Die Einnahmen werden dringend benötigt, zumal der aktuelle Schnitt (2950) hinter dem kalkulierten Wert (3500) liegt. Wovon sich der Club nichts kaufen kann: In den Auswärtsspielen lockten die Kickers (3117) neben dem FC Bayern II (3233) die meisten Fans an.

Zehn Prozent des Gesamtetats machen bei den Blauen die Zuschauereinnahmen aus. Der größte Teil der Einnahmen resultiert aus den Fernsehgeldern. 625 000 Euro pro Club sind bisher für die künftige dritte Liga vorgesehen. Kickers-Manager Joachim Cast sieht durch den geplanten neuen Fernsehvertrag gute Chancen, dass sich die TV-Gelder für jeden Drittligisten auf eine Million Euro erhöhen: „Das ist unser Ziel“, sagt er in seiner Funktion als Vertreter der Regionalligaclubs im DFB-Spielausschuss.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers mit Respekt gegen Aalen

Stuttgart (bw) – Mit einer gehörigen Portion Respekt geht Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers in das Derby morgen (14 Uhr) gegen den Aufstiegskandidaten VfR Aalen. (…)

Die einen kämpfen um den Aufstieg in die zweite Liga, die anderen hoffen auf den Sprung in die dritte – sowohl für die Aalener als auch für die Kickers steht im Saison-Endspurt noch einiges auf dem Spiel. Daher wird es morgen im Gazi-Stadion zwischen dem Tabellenzweiten und dem Zwölften heftig zur Sache gehen. Mindestens 4500 Zuschauer werden zum Derby erwartet. Schließlich haben die Kickers einen Lauf, in sechs Spielen 14 Punkte gesammelt und damit im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga kräftig Boden gut gemacht. „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir die Wende schaffen“, betont Trainer Stefan Minkwitz. Dennoch stapeln die Gastgeber vor der Partie gegen Aalen tief. „Wir sind nicht in der Favoritenrolle“, sagt Minkwitz, sieht aber darin auch einen Vorteil: „Das ist psychologisch gesehen etwas einfacher.“ Respekt haben die „Blauen“ in erster Linie vor dem gefährlichen Angriff: Der VfR ist mit 55 Treffern einsame Spitze in der Liga. Minkwitz muss auf Angelo Vaccaro verzichten. Der Stürmer konnte wegen Schmerzen im rechten Knie unter der Woche nicht trainieren. Für ihn wird wohl Marco Tucci zum Einsatz kommen.

So wollen sie spielen: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Tucci.

Eßlinger Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 26.04.2008 14:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Steuer (Menden)
Assistenten: Jeromin (Bochum), Schulte (Herdecke)

Stuttgarter Kickers: Trainer Minkwitz will der Elf von Burghausen (2:1) vertrauen. Vaccaro (Knie) ist aber fraglich, für ihn oder auch Kacani könnte Tucci kommen.

VfR Aalen: Welm wird Stickel (zwei Spiele Sperre) vertreten, der rechte Außenverteidiger Fall kehrt nach abgelaufener Gelbsperre wieder zurück. Ansonsten sind alle fit.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Vaccaro; Trainer: Minkwitz

VfR Aalen
Linse – A. Fall, Welm, Alder, Traub – Haller, Hofmann, C. Holzer, A. Mayer – M. Steegmann, Sailer; Trainer: Schmitt 

Kicker

Kickers-Phoenix steigt aus der Asche

So erbittert wie der nächste Gegner des VfR Aalen, kämpft in der Regionalliga keiner um die Existenz. Für die Stuttgarter Kickers geht’s um alles: Nach schwacher Hinrunde haben sie sich auf Rang zwölf geschoben. Der Aufstieg in Liga drei muss her, sonst rückt der Weg des Traditionsklubs in die Bedeutungslosigkeit gefährlich nahe.

AALEN (sz) Es ist ein bitterer Kampf, den die Kickers führen: In den 90er Jahren mit guten Platzierungen in der Zweiten Bundesliga und sogar zweimaliger Teilnahme an der Bundesliga waren die Kickers zweite Kraft hinter dem VfB Stuttgart. Doch seit dem Abstieg in die Regionalliga vor sieben Jahren rücken immer mehr Finanzprobleme und interne Querelen in den Vordergrund.

Sportlich läuft es wieder

Und gerade jetzt, wo der Verein mit dem Rücken zur Wand steht, läuft es sportlich wieder so gut wie lange nicht: Seit zehn Spielen sind die Kickers ungeschlagen, in der Tabelle des Jahres 2008 befinden sie sich punktgleich mit dem VfR Aalen auf Position fünf. Ein Aufstieg wie Phoenix aus der Asche. „Die positive Grundstimmung im sportlichen Bereich überwiegt momentan alles andere“, sagt Kickers-Manager Joachim Cast.

Unterstützt wird die Mannschaft am Samstag sicher dadurch, dass sich die Kickers theoretisch mit einem Sieg bis auf Rang acht vorschieben könnten, sollten die Tabellennachbarn schwächeln. Genau davor warnt auch der Sportliche LeiterHelmut Dietterle: „Die Zahlen sprechen für sich und überraschen mich auch nicht. Wenn man derart mit dem Rücken zur Wand steht, entsteht so ein starkes Wir-Gefühl, dass alles möglich ist.“ Dem muss Cast auch zustimmen: „Jeder Spieler muss alles dem spielerischen Erfolg unterordnen. Dadurch ist die Mannschaft zu einem verschworenen Haufen geworden, der sich nicht mehr durch ein Gegentor aus dem Konzept bringen lässt.“

Fans stehen hinter dem Klub

Eine wichtige Rolle spielt laut Dietterle das Publikum, das „gerade wieder das Kickers-Gefühl entdeckt hat und die Mannschaft lautstark unterstützt“. Die Mannschaft sei kämpferisch und läuferisch äußerst stark. Besonders wichtig sei es Bashiru Gambo und Oliver Stierle im Mittelfeld nicht ins Spiel kommen zu lassen. Dann kann der Phoenix aus der Asche mit einem Sieg auch zunächst wieder auf den Boden zurückgeholt werden. Anschließend können die Stuttgarter ja wieder gewinnen, denn viertklassige Kickers, so Dietterle, „das mag man sich gar nicht vorstellen“.

Schwäbische Zeitung

Die Kickers im Knast: Begegnung und Beklemmung

Fast wäre das Spiel der Stuttgarter Kickers in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim buchstäblich ins Wasser gefallen, aber dann konnte es auf einem 50 x 30 Meter großen Platz doch noch stattfinden. Wohl war der Platz leicht abschüssig und mit einigen Wasserlachen durchsetzt, aber als Bewegungs- und Trainingseinheit bildete die Begegnung vor allem für die Junioren-Auswahl der JVA eine willkommene Abwechslung.
 
Das Ergebnis von 5:5 und einem Torwarttausch von Manuel Salz war dabei sekundär, im Vordergrund stand vielmehr die Freude am Fußballspiel und an der Bewegung. Bis auf Vaccaro und Parmak waren sämtliche Kickersspieler mitge-kommen, obwohl auf beiden Seiten jeweils nur sechs Feldspiel plus Torwart zum Einsatz kamen. Manche Rutschpartie entwickelte sich vor allem auf Seiten der Juniorenauswahl, als die Kickers schnell den Ball von Mann zu Mann laufen ließen.
Nach dem Spiel selbst folgte eine Diskussionsrunde mit den insgesamt 24 anwesenden Häftlingen, bei denen sich die Jugendlichen über den Profialltag der Kickers erkundigten und die Spieler ihrerseits etwas über den Tagesablauf in einem Gefängnis wissen wollten. So erfuhren die Spieler beispielsweise, dass die Jugendlichen am Tag 23 Stunden in der Zelle einsitzen und nur eine Stunde im Hof verbringen können. Die Häftlinge wollten dann wissen, wer der Starspieler bei den Kickers sei. Cheftrainer Stefan Minkwitz entgegnete darauf: “Bei uns ist die Mannschaft der Star.“
  
Im Anschluss an die Diskussionsrunde verteilten die Spieler die heiß begehrten Trikots, Autogramme und Poster und da kamen sich die jugendlichen Häftlinge wie an Weihnachten vor. Eine interne Führung in der durch die Terroristenprozesse bekannt gewordenen Justizvollzugsanstalt schloß sich an und die Kickers-Delegation erlebte aus allernächster Nähe den tristen Alltag der Inhaftierten. Im siebten Stock wurde auch der Trakt begutachtet, in dem einst Ulrike Meinhof und Andreas Baader einsaßen. Bei einem Blick in eine Viermann-Zelle entdeckten dann die Kickersspieler wieder einige Kontrahenten auf dem Fußballplatz.
„Das war schon ein beklemmendes Gefühl“, meinte beispielsweise Kickers-Kapitän Oliver Stierle. Und Marco Tucci ergänzte:“ Da sieht man erst, wie gut es uns geht.“ Das Fazit von Manager Joachim Cast: “Es war für uns alle interessant einmal die Schattenseiten des Lebens kennenzulernen und mit jenen Menschen zu kommunizieren, die am Rand der Gesellschaft stehen. Unser Besuch dürfte für die Häftlinge ein willkommener Kontrast in ihrem nüchternen Alltag gewesen sein.“
 
Bilder auf der Offiziellen Homepage

StZ: Kickers suchen Yelldell-Nachfolger

Salz soll Nummer eins werden
STUTTGART (ump). Eines lässt sich jetzt schon absehen: am Samstag zum Regionalligaheimspiel gegen den VfR Aalen wird die Saisonbestmarke der Stuttgarter Kickers im Gazi-Stadion fallen. Die steht bei 3710 Zuschauern aus dem ersten Heimspiel gegen Regensburg. Eine besondere Fanaktion wird es allerdings nicht mehr geben, nachdem die angedachte Autogrammstunde mit dem Süßener Boxweltmeister Firat Arslan aus terminlichen Gründen nicht klappt. Und der Manager Joachim Cast fügt hinzu: „Spezielle Freikartenaktionen genehmigt der DFB in der Regel nur zwei Mal im Jahr.“ Die haben die Kickers bereits in der Hinrunde gegen Elversberg und Ingolstadt ausgeschöpft. Gerade in der Schlussphase der Saison soll so eine Wettbewerbsverzerrung vermieden werden; außerdem partizipiert der Verband mit fünf Prozent an den Spieleinnahmen.

In Sachen Personalien arbeitet Jens Härter weiter an seinem Comeback: „Er hat nochmal einen Kniespezialisten konsultiert, der ihm zunächst von einer Operation abgeraten hat“, sagt Cast. Der Manager hat nach den Wechselabsichten des Stammtorhüters David Yelldell inzwischen erste Gespräche mit dem bisherigen Ersatzmann Manuel Salz geführt. Tenor Cast: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass er das Zeug zur Nummer eins hat.“

Stuttgarter Zeitung

StZ: Nachgefragt: Kick im Knast

Eine Reise ins Ungewisse
Die Stuttgarter Kickers spielen heute in der Justizvollzugsanstalt Stammheim, wo der Fußball-Regionalligist gegen eine Juniorenauswahl der Häftlinge antritt. Fabian Heckenberger hat mit dem Kickers-Trainer Stefan Minkwitz gesprochen.

Herr Minkwitz, ihre Mannschaft hatte am vergangenen Sonntag trainingsfrei. War das nicht leichtsinnig vor dem Spiel heute in Stammheim?

Ja, Sie haben Recht, das war nicht so clever. Da haben wir wertvolle Trainingszeit verschenkt. Zumal die gegnerischen Spieler ja sehr viel Zeit zum Trainieren haben.

Haben Sie den heutigen Gegner beobachten lassen?

Wir wollten. Und wir haben im Vorfeld alles versucht, aber da war nichts zu machen, zu viele Mauern. Wir haben auch keinen Häftling in unserer Mannschaft, der die Platzverhältnisse in Stammheim kennt. Insofern treten wir eine Reise ins Ungewisse an.

Wie stellen Sie Ihre Mannschaft darauf ein?

Die Taktik lautet folgendermaßen: Wir werden tief stehen, uns in unserer Hälfte einigeln, den Gegner kommen lassen und dann vielleicht einen Konter fahren. Bei drei Spielen innerhalb von acht Tagen muss man seine Kräfte schonen.

Nun mal im Ernst: Wie kam die Partie denn zustande?

Die Vollzugsanstalt Stammheim hat vor einiger Zeit bei uns angefragt, ob so etwas denn möglich wäre, und wir haben gesagt: in Ordnung, das machen wir. Wir werden auch mit der gesamten Mannschaft hinfahren und vor der Partie wie immer eine Teambesprechung abhalten. Es wird vielleicht nicht jeder Spieler zum Einsatz kommen, aber wir sehen das schon als sinnvolles Trainingsspiel.

Das vielleicht auch einen gewissen Motivationseffekt hat?

Ich glaube nicht. Es wird sicher interessant für meine Spieler, mal ein Gefängnis von innen zu sehen. Mehr aber auch nicht.

Und wenn einer der Häftling-Junioren heute die gestandene Kickers-Abwehr schwindelig spielt?

Dann kann er sich gerne bei mir melden – wenn er wieder auf freiem Fuß ist.

Stuttgarter Zeitung