Abwehr überzeugt in Thannhausen – 3:0 Sieg für die Blauen

Mit einer kompakten Abwehrleistung überzeugten die Stuttgarter Kickers bei ihrem 3:0 (1:0)-Erfolg beim bayerischen Oberligisten FC Thannhausen. In diesem Testspiel zeigten die Blauen im spielerischen wie taktischen Bereich weitere Fortschritte und erzielten ihre Tore durch Ferhat Cerci (15.), Mustafa Parmak (50.) und Angelo Vaccaro (65,) nach zumeist sehenswerten Kombinationen.

Gut integriert zeigten sich auch die beiden Neuzugänge Ferhart Cerci und Alexander Rosen. Nicht dabei war infolge einer Grippe Bashiru Gambo. „Schritt für Schritt findet die Mannschaft zusammen und muß auf diesem Weg weiterarbeiten“,meinte Manager Joachim Cast.
Für die Kickers spielten: Yelldell (60.Salz) – Benda, Wildersinn, Rapp (46. Mann), Stierle (60. Geniysürek) – Yildiz, Rosen, Cerci (46. Deigendesch), Parmak – Tucci (46. Kacani), Vaccaro – Trainer: Minkwitz

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U19 mit erstem Saisonsieg!

Die U19 hat sich mit dem ersten Saisonsieg in der A-Junioren-Bundesliga zurück gemeldet. Gegen den Tabellenfünften 1. FC Kaiserslautern gewannen die Blauen heute mit 2:1. Die Gäste aus der Pfalz gingen hierbei nach zwölf Minuten in Führung, kurz danach konnte Gökhan Gümüssü ausgleichen. Ein Eignetor von Olbrich brachte die Kickers in der 24. Spielminute auf die Siegerstraße.

Damit sehen die Kickers im Kampf gegen den Abstieg nun wieder Land. Der Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt nun vier Punkte. Nächstes Wochenende erwarten die Blauen den Nachwuchs der TSG Hoffenheim, der momentan den Siebten Tabellenplatz belegt.
Die Kickers spielten mit:
Rodriguez; Abruscia, Thies, Gümüssü (76.Zivaljevic), Reichard; Auracher, Gürol (90. Fennell), Boric (88. Pala), Caliskan, Kühnert; Celiktas (65. Hirning)

StN: Eichelbaum sieht kein Sturm-Problem

Wirbel um Garcia-Interview

Stuttgart – Die Fans der Stuttgarter Kickers verstehen die Welt nicht mehr: Wie Eduardo Garcia im Interview mit unserer Zeitung erklärte, haben die Verantwortlichen der Blauen beim Hauptsponsor nicht einmal den Versuch unternommen, nach einer Geldspritze für einen Stürmer zu fragen.

VON JÜRGEN FREY

Im Kickers-Forum fliegen der Chefetage die Kugeln um die Ohren. Ein „Armutszeugnis“ sei die Personalpolitik. Von „vereinsschädigendem Handeln“ ist die Rede. Präsident Dirk Eichelbaum verteidigt den Kurs: „Wir sind übereinstimmend der Meinung, dass der Sturm nicht unser Problem ist, sondern das Herausspielen der Torchancen.“ Eine äußerst kühne Aussage bei gerade mal 15 erzielten Treffern in 19 Regionalligaspielen. Eichelbaum weiter: „Für die Spieler, die für uns in Betracht kamen, haben wir sehr attraktive Pakete geschnürt.“ Letztendlich haben sich Wunschspieler wie Andreas Mayer (zum VfR Aalen), Martin Willmann (zur SV Elversberg) oder Marcel Ziemer (blieb beim 1. FC Kaiserslautern) aber gegen die Kickers-Angebote entschieden. Mit einer denkbaren Zugabe von Garcia hätte es möglicherweise anders ausgesehen. Der Häuptling der Blauen rückt dennoch keinen Millimeter von seiner Linie ab: „Wenn wir einen Spieler geholt hätten, der dreimal so viel verdient wie ein Angelo Vaccaro, hätte das unser Gehaltsgefüge gesprengt. Das wäre kontraproduktiv gewesen.“ Die Fans dürfte diese Theorie nur wenig besänftigen.

Stuttgarter Nachrichten

StN: Geld für Stürmer? „Mich hat keiner gefragt“

Kickers-Hauptsponsor richtet klare Worte ans Team und appelliert an den Zusammenhalt im Verein

Stuttgart – Eduardo Garcia hat dem Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers schon aus einigen finanziellen Engpässen geholfen. Vor den wichtigsten Wochen der Vereinsgeschichte appelliert der Hauptsponsor an den Zusammenhalt im Verein: ¸¸Der Qualifikation für die dritte Liga muss alles untergeordnet werden.“
Herr Garcia, welche Ihrer Sportsponsoring-Aktivitäten macht Ihnen derzeit am meisten Spaß?
Ganz klar die Zusammenarbeit mit dem Boxer Firat Arslan. Er ist ein toller Typ, ein Vorbild für die Jugend. Er steht für Integration, Fleiß, Ehrgeiz – und vor allem für sportlichen Erfolg.
Im Gegensatz zu den Kickers. Wissen Sie, wann es den letzten Regionalliga-Heimsieg gab?
Daran kann ich mich nicht erinnern.
Es war am 26. Mai 2007 gegen Hoffenheim.
Das ist sehr enttäuschend.
Zumal das Gazistadion auch den Namen Ihres Premiumproduktes trägt.
Wenn es nach wirtschaftlichen oder marketingpolitischen Gesichtspunkten ginge, dürfte ich die Kickers nicht unterstützen. Der nationale und internationale Werbewert lässt sich mit dem Einzelsponsoring eines Christoph Daum zum Beispiel nicht vergleichen. Aber die Blauen sind für mich eher ein Hobby – und als Degerlocher eben eine echte Herzensangelegenheit.
Die Ihnen zuletzt kaum Spaß bereitet haben dürfte.
Das stimmt. Ich bin sehr unzufrieden über die sportliche Entwicklung. Vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft zu Hause aufgetreten ist, war äußerst frustrierend. Nicht nur für mich, sondern für die ganze Region. Aber ich werde den Glauben an die Kickers nicht verlieren.
Woran liegt die Talfahrt Ihrer Meinung nach?
Dazu möchte ich mich nicht äußern. Die sportliche Analyse ist Sache des Vereins. Die Kickers-Verantwortlichen müssen ja auch nicht unsere Joghurts verkaufen.
Trotzdem haben Sie vor kurzem im Jugendhaus ein paar klare Worte an die Mannschaft gerichtet.
Richtig. Es war ein flammender Appell, dem einen und einzigen gemeinsamen Ziel alles unterzuordnen. Das gilt für alle. Für den Busfahrer genauso wie für den Kartenabreißer bis hin zu den Sponsoren. Ich habe den Spielern klargemacht: Völlig egal, ob man sich mag oder nicht, wir ziehen jetzt gemeinsam in den Krieg und wollen gemeinsam lebend zurückkommen.
So martialisch kennen wir Sie gar nicht.
Daran sehen Sie, wie ernst sich die Lage darstellt und wie wichtig es ist, das für die Existenz des Vereins so eminent wichtige Ziel zu erreichen: die Qualifikation für die dritte Liga.
Deshalb hätte der Mannschaft ein etablierter Stürmer gutgetan. Waren Sie nicht bereit, dafür Geld lockerzumachen?
Ehrlich gesagt, es hat mich niemand gefragt. Aber letztendlich haben Präsidium und Aufsichtsrat der Kickers entschieden, mit diesem Trainerteam und mit dieser Mannschaft ins Rennen zu gehen. Das sind alles erwachsene Leute, und deren Entscheidung akzeptiere ich.
Genauso wie die Personalie Jürgen Sundermann?
Wenn es der Sache dient.
Sie selbst hatten ursprünglich viel höhere Ziele mit den Kickers.
Absolut. Mein Anspruch war immer zumindest die zweite Liga. Dann hätten wir ganz andere Möglichkeiten – auch was zum Beispiel Kooperationen mit großen deutschen und türkischen Clubs angeht.
Derzeit droht eher der Absturz in die vierte Liga. Wie würde es danach mit dem Kickers weitergehen?
Das weiß ich nicht.
Könnte der Verein noch mit Ihrer Unterstützung rechnen?
An eine Nichtqualifikation für die dritte Liga möchte ich am liebsten gar nicht denken. Wenn es so weit käme, müsste man sicher über Strukturänderungen und einen Neuaufbau nachdenken. Auch ich müsste mein Engagement überdenken. Aber so weit wird es nicht kommen. Wir schaffen die Qualifikation.
Warum?
Weil die Mannschaft das nötige Potenzial hat, der Erfolg im ersten Spiel gegen den SC Pfullendorf (Anm. d. Red.: am 1. März) eine Initialzündung auslösen wird, alle zusammenrücken und ich es gewohnt bin, mich mit Siegern zu umgeben.
Herr Garcia, Sie unterstützen seit sechs Jahren die Stuttgarter Kickers!
Deshalb wird es höchste Zeit, dass die Blauen in die Erfolgsspur kommen.
Fragen von Jürgen Frey
Heute mit
Eduardo Garcia

Stuttgarter Nachrichten 

Zur Person 

Der gebürtige Stuttgarter, Sohn einer deutschen Mutter und eines spanischen Vaters, ist mit seinem Unternehmen Garmo AG Marktführer in Europa für hochwertige Milch- und Molkereiprodukte. Seit sechs Jahren fungiert der 57-Jährige als Hauptsponsor des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Der Schriftzug seiner Premiummarke Gazi ziert die Trikots aller Kickers-Mannschaften. Insgesamt beläuft sich die Unterstützung Garcias pro Saison auf 400 000 Euro. Im Juli 2004 erwarb Garcia für eine Million Euro die Namensrechte am Waldaustadion – seitdem heißt die Arena Gazistadion. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Die Million fließt zur Hälfte in fünf Jahresraten direkt an die Blauen zurück. Die restlichen 500 000 Euro werden zur Tilgung der Kickers-Schulden bei der Stadt Stuttgart verwendet. Neben den Kickers unterstützt die Garmo AG auch seit über 13 Jahren den Fußballtrainer Christoph Daum sowie mehrere Boxer, darunter den Weltmeister aus Süßen, Firat Arslan. jüf

Stuttgarter Nachrichten

Zukunftsfrage Stadion – Fortsetzung

Grüne suchen Stadionsponsor
Die Ratsfraktion der Grünen untermauert ihren Vorschlag, das alte Stadion Festwiese zur Arena für Leichtathletik und Drittligafußball umzubauen, mit einem Antrag. Darin fordert sie die Verwaltung auf, den Aufwand für die Modernisierung des betagten kleinen Stadions an der Gaisburger Brücke zu prüfen und mit dem einer Sanierung des Gazi-Stadions auf der Waldau zu vergleichen.

Zur Erinnerung: der Gemeinderat hat in den Etatberatungen Planungsmittel für einen auf neun Millionen Euro geschätzten Umbau der Heimstätte der Stuttgarter Kickers genehmigt. An eine Modernisierung muss gedacht werden, weil von der kommenden Saison an eine dritte Fußball-Profiliga eingeführt wird und die Spielstätten der in dieser Liga spielenden Vereine deutlich mehr Sitzplätze haben müssen. Derzeit spricht aber wenig dafür, dass die Kickers die Qualifikation für die dritte Liga schaffen.

Grünenchef Werner Wölfle weist die Stadt darauf hin, dass das Namensrecht verkauft und damit der Umbau teilweise finanziert werden könnte. Die Stadt soll den Gemeinderat darüber informieren.jon

Stuttgarter Zeitung

VfB will 27 Millionen Euro ins Stadion investieren
Gemeinderat entscheidet nach Ostern – Geländekauf durch Daimler ermöglicht Neuordnung im Neckarpark

Nach einem Jahr zäher Verhandlungen mit der Stadtverwaltung und der Suche nach Sponsoren ist der VfB Stuttgart seinem Ziel, das Daimlerstadion in eine reine Fußballarena umzubauen, deutlich näher gekommen. Ein Sponsorenpool ist offenbar bereit, den Verein mit 27 Millionen Euro zu unterstützen.

VON KONSTANTIN SCHWARZ

OB Wolfgang Schuster und Finanzbürgermeister Michael Föll (beide CDU) wollen dem Gemeinderat nach Ostern ein Papier präsentieren, das die Neuordnung mehrerer Sportstätten im Neckarpark beschreibt.

Auslöser ist der Kauf eines bisherigen Sportgeländes unmittelbar beim Mercedes-Museum durch die Daimler AG. Deren Vorstand wird in den nächsten Wochen über den Erwerb von 54 000 Quadratmetern entlang der Mercedesstraße entscheiden. Hierhin sollen das bisher in Fellbach beheimatete Classic-Center und eine im Untertürkheimer Werk angesiedelte Werkstatt wechseln.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat seine grundsätzliche Bereitschaft zum Kauf erklärt. Die genaue Nutzung ist in der Feinabstimmung. Die Nähe zum Besuchermagneten Mercedes-Museum wird von den Autobauern als Chance und Risiko zugleich erkannt. Das Risiko liegt darin, dass der erst vor einer Woche mit einem Designpreis bedachte Museumsbau und die hochwertig gestaltete Niederlassung durch Fabrikhallen-Architektur in Mitleidenschaft gezogen werden soll. Die gestalterische Herausforderung könnte in einen Architektenwettbewerb münden.

Der Geländeverkauf, der der Stadt mindestens 15 Millionen Euro bescheren soll, hat nichts mit dem vom VfB geforderten Stadionumbau zu tun. Dennoch will die Verwaltung beide Sachverhalte verbinden.

Mit den Daimler-Millionen sollen mehrere Baustellen angegangen werden: So ist die Sanierung des Stadions Festwiese für die Leichtathletik, aber auch, statt des Waldau-Stadions der Kickers, für Amateurfußball vorgesehen. Für die von Daimler verdrängten VfL und Rot-Weiß-Stuttgart soll eine neue Infrastruktur geschaffen werden. Außerdem fände unter einer steiler aufragenden Untertürkheimer Stadionkurve eine Sporthalle mit 2000 Zuschauerplätzen Raum. Sie würde für zwölf Millionen Euro die sanierungsbedürftige Molly-Schauffele-Halle ersetzen. Deren Erneuerung wird mit 4,5 Millionen Euro veranschlagt.

Daimler sei für das Gesamtkonzept entscheidend, sagen die Fraktionschefs Reinhold Uhl (CDU), Manfred Kanzleiter (SPD) und Werner Wölfle (Grüne). Genauso entscheidend sei, dass der VfB sich erheblich am Umbau beteilige. Dazu ist der Verein inzwischen im Umfang von 27 Millionen Euro bereit. Bei den Geldgebern handle es sich um „mehrere Sponsoren“, deren Einsatz nicht mit hohen Zinsen vergolten werden müsse, heißt es im VfB-Clubzentrum.

Ursprünglich wollten Verwaltung und Fraktionen das Stadion an den VfB verkaufen. Dem Verein aber fehlen die Mittel. Aus früheren Bauabschnitten muss er der Stadt noch 27 Millionen Euro zurückzahlen. Die Raten dafür sollen weiterlaufen. Die Stadt würde das Stadion in eine Objektgesellschaft einbringen, die Sponsoren sich als stille Gesellschafter beteiligen. Die Gesellschaft würde den 50 bis 65 Millionen Euro teuren Umbau abwickeln, der VfB bliebe Mieter. „Wir erwarten vom VfB einen Betrag von 25 bis 30 Millionen Euro“, sagt Reinhold Uhl, dann sei das städtische Risiko „vertretbar“. Wölfle und Kanzleiter äußern sich ähnlich. Klar sei, dass VfB-Präsident Erwin Staudt eine „zweistellige Summe auf den Tisch legen muss“, fordert Wölfle.

Stuttgarter Nachrichten

StN: Kickers zurück aus Tirol

Schneekönig Deigendesch 

Stuttgart (jüf) – Es wurde an der Ausdauer gearbeitet und der Zusammenhalt gestärkt. Die Stuttgarter Kickers zogen am gestrigen Mittwoch ein positives Fazit ihres Winter-Kurztrainingslagers in Tirol. Besonders wichtig: Keiner hat sich beim Stürmen der Gipfel verletzt. Eine Skitrekkingtour und einen Biathlon-Staffel-Wettbewerb im Ridnauntal überstanden die Spieler des Fußball-Regionalligisten unbeschadet. Als Könner im Schnee entpuppte sich dabei Mittelfeldspieler Benedikt Deigendesch. Den gebürtigen Allgäuer krönte Trainer Stefan Minkwitz zum Schneekönig.

Bis zum Punktspielstart am 1. März (14 Uhr) gegen den SC Pfullendorf feilen die Blauen nun in Degerloch an Technik und Taktik. Die nächste Gelegenheit zum Testen bietet sich am kommenden Samstag (14 Uhr): Dann spielen die Blauen beim Bayernligisten TSG Thannhausen.

Stuttgarter Nachrichten

Vor dem Anpfiff: ein Millionenspiel im Neckarpark

Stadt, Daimler und VfB Stuttgart sind die Partner bei der Umstrukturierung des Sportgebiets – Auswirkungen auf Gazi-Stadion

In Stuttgart will man für viele Millionen Euro die Stadien um- und Sporthallen neu bauen. Davon sollen die Fußballer, die Leichtathleten und Volleyballer, Spitzen- und Breitensportler profitieren. Doch vieles hängt davon ab, ob Daimler am Wasen investiert.

Von Jörg Nauke

Die Stadt hat im Neckarpark Großes vor, das wird heute im Sportausschuss wieder deutlich. Ob und wann sie investiert, hängt allerdings von der Daimler AG ab. Das Unternehmen denkt über die Erweiterung des Museums nach. Das Classic Center könnte von Fellbach nach Bad Cannstatt verlegt werden und Oldtimerfans anlocken. Dieser Umzug stünde im Zusammenhang mit der Neuordnung des Werks Untertürkheim. Das wichtige Archiv wurde bereits in ein Gebäude verlegt, das in der Nachbarschaft des Museums steht; auch der Pkw-Instandsetzungsbereich soll ausgelagert werden. Das Projekt ist im Hause aber noch nicht ausdiskutiert, die Stadt wartet noch auf die schon für Ende des vergangenen Jahres avisierte Entscheidung.

Oldtimerzentrum statt Sportgelände

Die 5,7 Hektar an der Mercedesstraße, auf die Daimler ein Auge geworfen hat, sind bereits belegt. Im Falle eines Neubaus würden drei städtische Fußballplätze wegfallen, zudem das Vereinsgelände des 800 Mitglieder starken VfL Stuttgart mit neuem Kunstrasenplatz, Kleinspielfeld und Clubhaus, sowie ein Hartplatz des Sportclubs Stuttgart (SSC). Während die Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) für ihre drei Rasenspielfelder irgendwo in Stuttgart Ersatz schaffen will, muss der VfL umgesiedelt werden. Finanziell wäre das eigentlich kein Problem, denn aus dem Grundstücksgeschäft mit dem Autobauer sollen immerhin 15 Millionen Euro in die Stadtkasse fließen. Damit hätte die Stadt genügend Spielraum, um die Neuordnung voranzutreiben.

VfL und Rot-Weiß gehen zusammen

Es gibt auch schon ein Alternativgelände für den VfL Stuttgart. Etwa sieben Millionen Euro würden der Umzug und die Neuansiedlung beim finanziell angeschlagenen ESV Rot-Weiß Stuttgart, jenseits des Daimlerstadions, kosten. An eine Fusion ist erst einmal nicht gedacht, aber kooperieren müssen die beiden Clubs, fordert die Sportverwaltung. Die Stadt würde kräftig in Neubauten investieren: Eine Tennis- und eine Gymnastikhalle, auch ein Clubhaus müssten her. Der bestehende Rasenplatz würde gedreht, so entstünde Platz für zwei – und es wäre immer noch Freiraum, falls je an einen größeren Neubau der Schauffelehalle (Olympiastützpunkt) gedacht würde.

Optionen für das Stadion Festwiese

Für das marode Stadion Festwiese an der Gaisburger Brücke gibt es mehrere Optionen. Ob und wie viel Geld investiert wird, hängt ebenfalls davon ab, ob das Daimler-Zentrum kommt – und ob der Gemeinderat einem Umbau des Daimlerstadions in eine Fußballarena zustimmt. In diesem Fall würde dort die Laufbahn verschwinden. Die Stadt müsste dann an anderer Stelle für die Leichtathletik ein Zeichen setzen – und wenn es nur in Form einer Sportstätte mit mehreren Tausend Zuschauerplätzen für kleinere Meisterschaften wäre.

Die Sanierung der „Festwiese“ hängt auch von der Daimler-Entscheidung ab, schließlich würde der Umbau der maroden Trainingsstätte mit drei Millionen Euro aus dem Verkaufserlös finanziert. Die modernisierte „Festwiese“ schon vor Augen, hat der Grünen-Chef Werner Wölfle die Stadt aufgefordert, zu prüfen, ob man in diesem Stadion auch Fußballspielen könnte. Da die Amateure des VfB Stuttgart im nächsten Jahr in der neuen dritten Fußball-Bundesliga spielen werden und der Verband dafür moderne Kleinstadien als Spielstätten vorschreibt, ist ein Verbleib im benachbarten Schlienzstadion ausgeschlossen. Eisenmann hat zugesagt, dies zu prüfen. Sie findet die Lösung „interessant“.

Was passiert mit dem Kickers-Stadion?

Würde sie realisiert, hätte das Auswirkungen auf die Situation in Degerloch. Derzeit gilt noch, dass alle Stuttgarter Teams, die sich für die dritte Liga qualifizieren, auf der Waldau spielen sollen, und zwar in der Heimstätte der Kickers, dem Gazi-Stadion, das für diesen Zweck für rund sechs Millionen Euro von der Stadt modernisiert würde. Bisher sind 170 000 Euro Planungsmittel genehmigt worden. Dieser Plan hat aber eine Schwachstelle.

Man wird bei der Stadt nicht müde zu betonen, dass Stadion und Verein traditionelle Einrichtungen seien und sich daraus fast eine moralische Verpflichtung zur finanziellen Unterstützung ergebe – allerdings stehen die Kickers nur auf dem 16. Tabellenplatz, fünf Punkte von dem zehnten Platz entfernt, der zur Qualifikation für die dritte Liga berechtigen würde. Die VfB-Reserve ist dagegen Tabellenzweiter und so gut wie durch. Schaffen die „Blauen“ den Sprung in dieser Saison nicht, bräuchten sie nie mehr ein großes Stadion, sagen Fußballfachleute. Die Stadt würde im Fall des Reinfalls sicher auf einen Ausbau verzichten, denn auch für den zweiten Hauptnutzer, das Footballteam der Scorpions, reicht der heutige Ausbauzustand. Am 31. Mai wird man schlauer sein, dann endet die Saison der Regionalliga Süd.

Der Traum vom Fußballstadion

Wenn es allein nach dem VfB-Präsidenten Erwin Staudt ginge, wäre das Daimlerstadion längst für rund 60 Millionen Euro in eine reine Fußballarena umgebaut. Den Segen der Rathausspitze hat er, im Gemeinderat muss er dagegen noch Überzeugungsarbeit leisten. Ende März, so wird spekuliert, könnte das Thema entscheidungsreif sein. Ein Verkauf des Stadions ist vom Tisch, nachdem klar wurde, dass die EU keine Geldgeschenke der öffentlichen Hand gutheißen würde. Betrieben und vermarktet würde die Arena dann vom VfB, der der Objektgesellschaft, einer städtischen Tochter, die Miete überweisen würde. Unterm Strich sorge der VfB dafür, dass die Stadt „das Millionengrab“ Stadion loshabe, sagt Staudt. CDU-Chef Uhl hat aber ausgerechnet, dass die Kommune 2007 mit der Schüssel 1,8 Millionen Euro verdient habe. Es gibt also Klärungsbedarf.

Das Stadion und die Sporthallen

Zur Vermarktung des neuen Stadions gehört die Vermietung von Flächen in den neuen Kurven. Der VfB schlägt vor, in das Hintertorgebäude auf der Untertürkheimer Seite eine Sporthalle zu integrieren. Damit ließen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, hieß es. Der Olympiastützpunkt fordert schon lange einen Neubau der Molly-Schauffele-Halle, in der Kaderleichtathleten trainieren, und die Stadt sucht einen Standort für eine Sporthalle mit bis zu 2000 Zuschauerplätzen; darin sollen aufstrebende Stuttgarter Teams spielen, für die die Porsche-Arena zu groß ist. Derzeit denkt man vor allem an die aufstiegsverdächtigen Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Stuttgart.

Das Problem: die Bedürfnisse beider Nutzer sind nicht unter ein Hallendach zu bringen. Das hat man nach Gesprächen mit den Beteiligten schon eingesehen. Käme das Fußballstadion, wäre eine reine Ballsporthalle in der Tribüne wohl die erste Option. Für den Olympiastützpunkt, dessen neuer Leiter Silvio Kroll heute im Sportausschuss (Rathaus, Beginn 15.30 Uhr) dieses Problem thematisieren will, würde das bedeuten, dass er in seiner alten Halle bleiben müsste und nicht mit einer zeitnahen Modernisierung rechnen dürfte. Aber er hätte dort wenigstens weiter das alleinige Hausrecht.

Stuttgarter Zeitung

U17 gewinnt mit 4:1 gegen den SC Freiburg

Die U17 konnte ihr erstes Heimspiel der Rückrunde auf dem Kunstrasenplatz Waldau überraschend deutlich mit 4:1 (2:0) gewinnen. Die Torschützen waren 2 x Ersin Cirasun, Brian Hofmann und Simon Frank.

Nachdem der Rasenplatz auf der Waldau nicht bespielbar war, mussten die U17-Junioren auf den neuen Kunstrasenplatz ausweichen.
Gegen die spielstarken Freiburger nicht unbedingt ein Vorteil, doch die Jungs von Trainer Christian Isert beeindruckten am Samstag mit unbändigem Siegeswillen und einer sehr energischen Spielweise. Auf dem kleinen Kunstrasenplatz sicher keine spielerische Glanzleistung – aber immer wieder konnte man auch schöne Kombinationen zeigen und den Gästen mit schnellen Kontern den Wind aus den Segeln nehmen.
Es gab einige Umstellungen in der Mannschaft. So konnte Stürmer Kimon Koutsiofytis nach einer Verletzung wieder eingreifen und auch Spielführer Wlasios Kotaidis nahm am Spiel teil.
Es ging gut los bei den Kickers: bereits nach drei Minuten konnte sich Kimon Koutsiofytis gekonnt durchsetzen, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Wenig später dann tatsächlich der Führungstreffer für die Blauen! Ersin Cirasun konnte einen schönen Angriff über die linke Seite abstauben, zuvor hatten Simon Frank und Kimon Koutsiofytis die Vorarbeit geleistet. Wenig später hatte Ahmet Gökdemir nach einem Eckball die nächste Chance, sein Kopfball ging aber knapp über das Tor.
Dann waren die Freiburger am Drücker, doch Torspieler Denis Grgic zeigte sein Können. Die Freiburger dominierten das Mittelfeld, doch die Kickers-Spieler störten den Spielaufbau meist früh und liessen fast keine Gelegenheiten zu. In der 33. Minute ging eine Flanke knapp am Tor vorbei.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Huber dann noch das 2:0! Kurios in der Entstehung! Nach einem Pass aus dem Zentrum kamen zwei Kickers-Spieler über die rechte Seite an den Ball – der Schiedsrichterassistent entschied auf Abseits, doch der Schiedsrichter liess das Spiel weiterlaufen – und Ersin Cirasun erzielte sein zweites Tor an diesem Tag. Nach einer kurzen Unterredung zeigte der Schiedsrichter auf den Mittelkreis!
Zur Halbzeit wechselte Trainer Christian Isert zum ersten Mal aus – Brian Hofmann ersetzte den gelbverwarnten Ahmet Gökdemir.
Die Freiburger versuchten nun immer wieder zum Anschlusstreffer zu kommen, doch die Flanken im Strafraum waren zumeist eine sichere Beute des bärenstarken Innenverteidigers Eric Weber, der mit seiner Kopfballstärke eine unglaubliche Sicherheit ausstrahlte. Einmal hatte man dennoch Glück, als Torspieler Grgic einen Freistoss unterschätzte und der Ball nur knapp am Pfosten vorbei ins Aus ging.
In der 71. Minute dann das nächste Highlight aus Kickers Sicht. Wieder war es ein gekonnter Spielzug, diesmal über die rechte Seite. Brian Hofmann leitete den Angriff selber ein und nach einem Doppelpass mit dem ebenfalls eingewechselten David Russom vollstreckte er selber mit einem strammen Schuss an den Innenpfosten. Die Vorentscheidung war gelungen!
Wenig später dann aber doch der Anschlusstreffer für die Breisgauer. Den ersten Kopfball nach einer Flanke von der linken Abwehrseite konnte Denis Grgic noch parieren, danach war er aber machtlos.
Doch die Kickers konnte an diesem Tag nichts beeindrucken, wenige Minuten später gelang Simon Frank mit seinem Linksschuss noch ein Kunststück – fast von der Grundlinie spielte er den Ball an den Innenpfosten und vom Torspieler ging der Ball über die Linie. Dies war auch der Schlusspunkt unter einer denkwürdigen Partie! Nach dem schwachen Auftritt bei der Frankfurter Eintracht hatten die Verantwortlichen eine Reaktion gefordert – und die Jungs haben dem Druck stand gehalten und eine beeindruckende Leistung gezeigt!

Trainer Christian Isert war nach dem Spiel wohl zufrieden: „Das Team hat eine große Leistung gezeigt! Diese Einstellung erwarte ich auch in den nächsten Wochen von jedem Einzelnen.“

Für die Kickers spielten:
Grgic, Bondel, Schaal, Weber, Straub, Müller, Kotaidis (64. Yazici), Gökdemir (40. Hofmann), Frank, Cirasun (67. Russom), Koutsiofytis (57. Novak).

Trainer: Isert / Busch

Kickers Juniorenteam