StZ: Rainer Kraft, der neue Assistenztrainer der Stuttgarter Kickers, ist mehr als nur Handlanger

Nicht nur ein Hütchenaufsteller

STUTTGART. Rainer Kraft bestreitet heute seine Heimpremiere als Co-Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers. Ausgerechnet im Derby gegen die zweite Mannschaft des VfB, bei dem er einst vier Jahre lang tätig war.

Von Joachim Klumpp

Der Name ist so etwas wie Programm. „Meine ganze Kraft gilt jetzt den Kickers.“ Das sagt Rainer Kraft, der neue Co-Trainer. Heute Abend feiert er seine Heimpremiere, ausgerechnet gegen den VfB. Denn der Lokalrivale spielt in seiner Vita durchaus eine Rolle, auch wenn das nicht alle Kickers-Fans gern hören mögen. Auf dem Wasen fungierte er als Physiotherapeut; Trainer kamen und gingen – Kraft blieb, vier Jahre lang bis 2001.

„Eine interessante Erfahrung“, sagt der 46-Jährige, der auch Sportlehrer ist. In der Zusammenarbeit mit Joachim Löw, Winfried Schäfer, Wolfgang Rolff, dem heutigen Trainerkontrahenten Rainer Adrion, Ralf Rangnick und Felix Magath bekommt man was mit. Zum Beispiel wie Rangnick die international schon etablierte Viererkette einführte. Und wie der Routiniers wie Thomas Berthold und Frank Verlaat an die (lange) Leine nahm, damit sie die neue taktische Abwehrvariante verinnerlichten. „In Deutschland war das fast revolutionär“, sagt Kraft.

Ein Revolution will er in Degerloch zwar nicht gleich anzetteln, aber auf Dauer gibt es schon noch Potenzial für Verbesserungen, zum Beispiel in der Talentsichtung, was auch in sein Aufgabengebiet fällt. „Ich würde lieber Geld in eine Spielerdatei investieren als in einen weiteren Spieler“, sagt Kraft – perspektivisch gesehen. Zunächst einmal gilt es, die Mannschaft auf Vordermann zu bringen. Was nicht heißen soll, dass der vorige Chefcoach Stefan Minkwitz schlechte Arbeit geleistet habe, „das ist vielleicht manchmal etwas falsch rübergekommen“. Aber die Philosophie von Edgar Schmitt – offensiv und attraktiv – erfordert eben eine andere Grundlagenausdauer. An der wird gearbeitet, auch mit Rainer Kraft: „Der heutige Fußball basiert auf einer exzellenten Physis.“

Auf dem Platz fühlt sich der ausgebildete Fußballlehrer nicht in der Rolle des Handlangers, der nur Hütchen aufstellt oder Leibchen verteilt. „Edgar Schmitt bezieht einen voll mit ein, das macht die Arbeit erst reizvoll.“ Wobei das letzte Wort stets der Chef hat, „und seine Entscheidung trage ich mit“.

So war es schon beim VfR Aalen, wo die beiden erstmals zusammenkamen. Nach einem kurzen Schnupperkurs stellten sie fest: die Chemie stimmt. Und nachdem bei den Kickers die angedachte interne Lösung mit dem Oberligatrainer Björn Hinck nicht zustande gekommen war, griff Schmitt auf seinen bewährten Partner zurück. „Er weiß, wie ich arbeite und denke“, sagt Schmitt. Im Klartext lautet die Philosophie: lieber zwei Siege und zwei Niederlagen, als vier Unentschieden. „Da habe ich mehr Punkte, die Spieler mehr Prämien und der Verein zufriedenere Zuschauer“, nennt Kraft die Vorteile.

Die Kickers sind für ihn ein ideales Terrain, zumal er hier wohnt und aus Stuttgart stammt; zu Zeiten eines Torhüters Rolf Gerstenlauer in den 1970er Jahren war er gerne als Zuschauer in Degerloch. Später arbeitete Kraft, der schon eine eigene Praxis als Physiotherapeut besaß, beim Karlsruher SC unter Edmund Becker. An Erfahrung mangelt es also nicht, auch wenn er als Fußballer nicht über die Verbandsliga (TSV Reichenbach/Baden) hinauskam. Das lag auch daran, dass er erst in der A-Jugend in einer Mannschaft spielte, das aber nicht schlecht.

Diese Laufbahn erinnert ein wenig an den früheren Kickers-Coach Robin Dutt, der ja auch als Co-Trainer anfing – heute ist er Chefcoach beim Zweitligisten SC Freiburg. „Mein Ziel war es immer, im Fußball mein Geld zu verdienen“, sagt Kraft. Auch wenn bei den Kickers keiner reich wird. Doch er weiß: „Wenn wir Erfolg haben, ist das auch eine Reputation für uns Trainer.“ Und vielleicht ein Sprungbrett für höhere Aufgaben. Natürlich wäre er gerne Chef, aber nicht auf Teufel kommt raus. Kraft drückt es so aus: „Lieber in der ersten oder zweiten Liga zweiter Mann als in der Oberliga erster.“

Als Rainer Kraft und Stefan Minkwitz sich im Mai beim Bezirkspokalfinale trafen, da versprach der damalige Aalener Co-Trainer dem damaligen Kickers-Chefcoach: „Wir schlagen euren Konkurrenten Siegen.“ Gesagt, getan – das half den Kickers bei der Drittliga-Qualifikation. Ein gutes Omen? Denn jetzt sagt Kraft: „Das Ziel ist, so schnell wie möglich über den Strich zu kommen und am Ende den Ligaverbleib zu schaffen – aber das packen wir“, betont der Co-Trainer. Wenn“s sein muss mit einem Kraft-Akt.

Stuttgarter Zeitung

Interviews zum Derby am morgigen Freitag

„Das Fernsehen hinkt hinterher“
DAS DOPPELINTERVIEW

Morgen Abend (19 Uhr) kommt es zu einer Premiere: dem ersten Derby der neuen dritten Liga zwischen den Kickers und dem VfB Stuttgart II. Die Ausgangslage ist klar: die Blauen brauchen als Tabellenletzter dringend einen Sieg, doch kampflos will der VfB die Punkte nicht abgeben. Joachim Klumpp hat mit den beiden Trainern gesprochen.

Welche Erinnerung haben Sie denn an das letzte Aufeinandertreffen?

Schmitt (Kickers): Sehr gute, auch wenn ich damals noch beim VfR Aalen war. Es war ein sehr spannendes Spiel zweier starker Mannschaften, mit einem glücklichen 3:2 für uns.

Adrion (VfB): Sehr intensive. Es war ein sehr gutes Spiel von uns mit dem entscheidenden Elfmeter kurz vor Schluss, der über das Wohl und Wehe der Kickers entschied. Nachdem Träsch nicht verwandelt hat, sind die Kickers ja drin geblieben – so dass es auch in diesen Jahr wieder zum Derby kommt.

Welche Bedeutung hat so ein „kleines“ Derby überhaupt?

Schmitt (Kickers): Ich bin da ja noch nicht so involviert. Letztlich ist es für mich egal, ob wir gegen Braunschweig oder den VfB Stuttgart gewinnen – Hauptsache drei Punkte. Aber bei der Mannschaft spüre ich schon eine gewisse Anspannung, und für die Fans ist es natürlich immer interessant.

Adrion (VfB): Aus meiner Sicht ist das immer noch sehr reizvoll, denn es hat eine andere Aufmerksamkeit als unsere „normalen“ Spiele. Alleine vom Zuschauerzuspruch und der Rivalität unter den Fans ist das schon etwas Besonderes.

Wie schätzen Sie die aktuelle sportliche Situation ein?

Schmitt (Kickers): Der VfB hat eine sehr gute Mannschaft, das sieht man schon am Punktestand. Und auch die 20 geschossenen Tore kommen nicht von ungefähr. Die Mannschaft spielt für mich mit den attraktivsten Fußball der Liga. Dennoch müssen wir versuchen, in der Tabelle Anschluss zu halten.

Adrion (VfB): Das ist besonders brisant. Einmal durch die Tabellensituation der Kickers, aber auch durch den Trainerwechsel, von dem sich die Verantwortlichen einen Leistungsschub erhoffen. Der ist in München ja schon eingetreten, auch wenn es nach dem 3:0 nur zum Unentschieden gereicht hat. Aber das war ein Ausrufezeichen: Wir sind noch da!

Worum beneiden Sie Ihren Kollegen?

Schmitt (Kickers): Vielleicht um sein unheimliches Reservoir an gut ausgebildeten Spielern, die Rainer Adrion hat und noch formen kann. Da sieht man seine Handschrift – und die kommt meiner Vorstellung von Fußball sehr nahe.

Adrion (VfB): Das sind zwei verschiedene Aufgabenstellungen. Bei einem Club mit Aufstiegsrecht, wie den Kickers, herrscht immer ein gewisser Erfolgsdruck, bei einem Ausbildungsverein wie uns immer eine hohe Fluktuation.

Wäre das Spiel nicht auch mal eine gute Gelegenheit für eine Liveübertragung im dritten Programm gewesen?

Schmitt (Kickers): Ganz sicher. Das wäre eine gute Chance gewesen, den Fußball und die dritte Liga den Zuschauern näherzubringen. Außerdem hätten die Vereine und deren Sponsoren auch mal eine Plattform gehabt, um sich zu präsentieren. Aber irgendwie hinkt der SWR da hinterher; der MDR zum Beispiel macht das sensationell gut.

Adrion (VfB): Natürlich hätte man daraus auch mal eine Sondersendung machen können. Aber die Intendanten oder Verantwortlichen beim SWR setzen offensichtlich andere Schwerpunkte, warum auch immer. Wenn man das mit der Konkurrenz des MDR, des WDR oder des Bayerischen Rundfunks vergleicht, sind wir hier völlig hinterher, aber das war leider schon immer so.

Wagen Sie einen Tipp?

Schmitt (Kickers): Wir gewinnen knapp – mit einem Tor.

Adrion (VfB): Wir gewinnen knapp – mit einem Tor.

Stuttgarter Zeitung

Kapitäne zum Drittliga-Derby

„Das wird ein heißes Spiel“

Stuttgart – Sie sind Kapitän ihres Teams. Ihr Wort hat Gewicht – auf und außerhalb des Fußballplatzes. Vor dem Drittligastadtderby am Freitag (19 Uhr/Gazistadion) zwischen den Blauen und den Roten sind sich Alexander Rosen (29/Stuttgarter Kickers) und Marijan Kovacevic (35/VfB II) einig: „Das wird ein heißes Spiel.“

Herr Kovacevic, zeigt der VfB II am Freitag wieder sein Herz für die Kickers?

Kovacevic: Wie kommen Sie darauf?

Hätte Ihr Teamkollege Christian Träsch am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison in der 85. Minute im Derby den Elfmeter zum 2:1 verwandelt, wären die Kickers abgestiegen.

Kovacevic: Den Elfer hat der Torwart klasse gehalten. Die Kickers brauchen keine Geschenke vom VfB. Sie sind eine starke und erfahrene Mannschaft…

… die nach neun Spieltagen mit gerade mal drei Punkten sieglos am Tabellenende steht.

Kovacevic: Nach neun Spieltagen ist noch keine Mannschaft abgestiegen. Selbst wenn wir gewinnen sollten, ist das noch lange nicht der Todesstoß für die Blauen. Ich habe die Mannschaft zwei-, dreimal gesehen: Die Truppe ist qualitativ zu gut, um abzusteigen.

Rosen: Danke für die Blumen, aber wir müssen jetzt schon mal dringend beginnen, einen Dreier zu landen. Wie auch immer der zustande kommen mag – wichtig ist, dass die Leute eine leidenschaftliche und aufofperungsvoll kämpfende Kickers–Mannschaft zu sehen bekommen.

Was bedeutet für Sie persönlich so ein Stadtderby?

Rosen: Das Fieber, das vor diesem brisanten Spiel grassiert, steckt einen regelrecht an. Man spürt die Rivalität und merkt, wie wichtig es für unser Umfeld ist, gegen die Roten zu gewinnen.

Kovacevic: Es wird sicher ein heißes Spiel. Aber für mich ist es eine Partie wie jede andere. Vielleicht mal davon abgesehen, dass ich gegen die Kickers auf einen entfernten Verwandten aus meiner Heimat Kroatien treffe – Josip Landeka.

Sie beide sind viel herumgekommen in der Fußballwelt. Stört Sie das Image des Wandervogels?

Kovacevic: Ich war in Griechenland, Portugal, Österreich – und hatte dort unglaubliches Pech. Allein zwei Clubs gingen pleite. Auch wenn es sich seltsam anhört: Ich hasse das Nomadenleben. Deshalb steht für mich definitiv fest: Ich werde für keinen anderen Club als den VfB Stuttgart mehr spielen.

Rosen: Man muss immer die Hintergründe für die jeweiligen Wechsel sehen. Ich hatte zum Beispiel einen Vierjahresvertrag bei Eintracht Frankfurt und in meinem ersten Jahr fünf verschiedene Trainer, jeder mit anderen Vorstellungen. Und da hat man sich zweimal entschieden, dass es das Beste sei, mich auszuleihen. Zu meinem jetzigen Verein habe ich eine besondere Bindung entwickelt und deshalb ganz bewusst für drei Jahre bei den Kickers unterschrieben.

Kickers-Trainer Edgar Schmitt hat den Fitnesszustand des Teams kritisiert. Hat sein Vorgänger Stefan Minkwitz in der Saisonvorbereitung geschludert?

Rosen: Ich möchte nach vorne schauen und mich nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen. Das nimmt mir zu viel Energie. Fest steht für mich nur: Wenn man fünfmal hintereinander in den letzten fünf Minuten Punkte herschenkt, hat das definitiv nichts mehr mit Pech zu tun.

Kovacevic: Ich kann das nicht beurteilen, aber nach Misserfolgen sucht man immer nach Gründen, die sehr vielschichtig sein können.

Ihr Team hat sich ohne einen externen Neuzugang bisher prima geschlagen – sind Sie überrascht darüber?

Kovacevic: Auch wenn wir jetzt in jedem Spiel auf eine hoch motivierte Profitruppe treffen – warum sollten wir Talente von außen holen, wenn die besten ohnehin bei uns spielen. Nein, ich wusste, dass unser Trainer Rainer Adrion ein feines Näschen für die Zusammenstellung unserer Mannschaft hat.

In der Sie der absolute Führungsspieler sind – und nach Ablauf Ihres Vertrags am Saisonende als Teammanager im Gespräch sind.

Kovacevic: Ich unterstütze die Ideen von Rainer Adrion, gebe den jungen Spielern wertvolle Tipps und gehe in jedem Training als Vorbild voran. Mein Wort hat schon Gewicht, und die Jungs hören auf mich. Wie es nach der Runde weitergeht, muss man sehen.

Rosen: Meine Kapitänsrolle ist mit der von Marijan nicht vergleichbar. Ich kann mit 29 Jahren nicht die Vaterfigur in unserem Kader sein. Aber auch ich spreche viel mit den jungen Spielern. Und als es sehr schlecht lief und sich enorm viel Kritik auf meine Person fokussierte, habe ich das ertragen.

Wie lautet Ihr Tipp fürs Derby?

Rosen: Ich tippe, dass die Kickers am Freitagabend gegen 20.45 Uhr dank eines Heimsiegs auch endlich von den Punkten her in der dritten Liga angekommen sind.

Kovacevic: Ich tippe grundsätzlich nicht, aber klar ist: Wir haben zuletzt gegen Paderborn verloren, und zwei Niederlagen hintereinander sollte es nicht geben.

Und wenn es kurz vor Schluss wieder einen Elfmeter für den VfB gibt…

Kovacevic: … werde ich ihn nicht schießen und Christian Träsch, glaube ich, auch nicht.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Kickers starten in die heiße Phase vor dem Lokalderby im GAZI-Stadion

Vormittags Mannschaftstraining, nachmittags Fitness und verschiedene Kraftübungen – so gestaltete der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers am heutigen Dienstag den Einstieg in die heiße Phase vor dem Drittliga-Lokalderby an diesem Freitag, 17. Oktober 2008. Denn: der Countdown läuft. Bis zum Anpfiff des mit Spannung erwarteten Duells zwischen den Blauen aus Degerloch und den Roten des VfB Stuttgart II (GAZI-Stadion, 19 Uhr) vergehen schließlich nur noch drei Tage. Beim vormittäglichen Ball-Training musste der Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt am Dienstag auf die derzeit verletzten Jörn Schmiedel, Ralf Kettemann, Sasa Janic und Gino Russo noch verzichten – bei der Fitness-Einheit am Nachmittag im Feuerbacher Gesundheits- und Fitnesszentrum rehamed waren dann aber alle Spieler seines Kaders mit von der Partie.

Für Edgar Schmitt und Rainer Kraft, das neue Trainerduo bei den Stuttgarter Kickers, folgt am morgigen Mittwoch die offizielle Präsentation bei den Sponsoren des Degerlocher Fußball-Drittligisten. Beim Kickers-Sport-Talk in den Räumlichkeiten des Kickers-Partners Auto Palazzo GmbH stellt sich das neue Trainerduo mit einem Interview vor. Als weitere Gesprächspartner werden auch drei Akteure aus dem aktuellen Drittligakader der Blauen mit von der Partie sein: Orlando Smeekes, Josip Landeka und Sascha Traut.

Eine automobile Neuverpflichtung kann außerdem vom Kickers-Angreifer Sokol Kacani vermeldet werden: Der 24 Jahre alte Stürmer hat sich am Wochenanfang im Stuttgarter Autohaus Palazzo mit einem nagelneuen Fiat Grande Punto verstärkt.

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StZ: Nachgefragt bei Eduardo Garcia

„Beide Clubs sparen Geld“

Am Freitag steigt in der dritten Fußballliga das Derby Kickers gegen VfB Stuttgart II. Der Hauptsponsor der Kickers, Eduardo Garcia, ist seit diesem Jahr auch beim VfB finanziell engagiert. „Aber mein Herz schlägt für die Blauen“, sagt der Unternehmer im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Garcia, Sie sind seit dieser Saison nicht nur Hauptsponsor bei den Kickers, sondern vermarkten auch die gesamten Banden bei den VfB-Heimspielen. Für wen drücken Sie denn nun die Daumen?

Selbstverständlich meinen Blauen! Dafür schlägt mein Herz.

Was war denn der Grund, dass Sie sich zusätzlich noch beim VfB engagiert haben?

Das Sponsoringpaket bei den VfB-Amateuren ist in Verbindung mit der besseren Vermarktung des Gazi-Stadions auf nationaler Ebene zu sehen, speziell im Fernsehen. Des Weiteren habe ich sehr gute persönliche und geschäftliche Kontakte zum VfB. Nicht zuletzt ist ein Grund in der Vereinfachung des wöchentlichen Bandenwechsels zu sehen. Mit unserem Engagement ersparen wir beiden Clubs viel Geld für das ständige Auf- und Abhängen der Werbebanden.

Nachdem Ihre Vertragsverlängerung bis 2010 und der Trainerwechsel bei den Kickers fast zeitgleich waren, entstand der Eindruck, das eine hinge mit dem anderen zusammen. War dem so?

Überhaupt nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich sitze nicht in den Gremien des Clubs, habe dort also keine Position und somit auch keinen Einfluss. Die Trainerfrage ist die alleinige Entscheidung der Vereinsgremien. Vielmehr wollte ich mit der frühzeitigen Vertragsverlängerung meine Treue zu den Kickers auch in schwierigen Zeiten unterstreichen und anderen Sponsoren des Vereins ein Signal geben.

Die Werbeagentur der Kickers hatte öffentlich geäußert, sie habe bereits einen anderen Hauptsponsor an der Angel, was das Verhältnis Verein und Sponsor etwas eingetrübt hat. Wünschten Sie sich manchmal nicht eine etwas bessere Kommunikation?

Diese Agentur hat eigenmächtig und zu voreilig Dinge an die Medien gegeben, die ich nicht gutheißen kann. Außerdem beeinträchtigen ,irgendwelche Aussagen irgendwelcher Agenturen“ nicht mein Verhältnis zum Verein und den Gremien. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Präsidiumsmitglied Herrn Dieter Wahl ist das Thema vom Tisch.

Sie sind ein erfolgreicher Geschäftsmann, der erst am Wochenende beim Bundespräsidenten eingeladen war und dort einen Vortrag gehalten hat. Drohen angesichts der Finanzkrise einem Verein wie den Kickers, der sowieso nicht auf Rosen gebettet ist, künftig bei den Zuschauer- oder Werbeeinnahmen noch größere Einbußen.

Ich glaube nicht, dass die Kickers von der Finanzkrise betroffen sein werden. Ehrlicher Fußball wird auch in Zukunft seine Sponsoren finden und Besucher in die Stadien locken. Tradition ist frei von Krisen.

Stuttgarter Zeitung

Die restlichen Vorrundenspiele der 3.Liga sind terminiert

Der DFB hat soeben die restlichen Spiele der 3. Liga bis zur Winterpause bekannt gegeben. Die Kickers-Heimspiele finden überwiegend Samstags statt, ausgenommen gegen Union Berlin in der englischen Woche Ende Oktober (Dienstag, 28.10.08) und gegen Werder Bremen II einen Tag nach dem Nikolaustag (Sonntag, 07.12.08).

Die Spiele in der Übersicht:

Kickers Offenbach – Stuttgarter Kickers, 25.10.2008, 14:00 Uhr
Stuttgarter Kickers – 1. FC Union Berlin, 28.10.2008, 19:00 Uhr
Wuppertaler SV – Stuttgarter Kickers, 31.10.2008, 19:00 Uhr
Stuttgarter Kickers – Dynamo Dresden, 08.11.2008, 14:00 Uhr
Eintracht Braunschweig – Stuttgarter Kickers, 15.11.2008, 14:00 Uhr
Stuttgarter Kickers – FC Carl-Zeiss Jena, 22.11.2008, 14:00 Uhr
VfR Aalen – Stuttgarter Kickers, 29.11.2008, 14:00 Uhr
Stuttgarter Kickers – Werder Bremen II, 07.12.2008, 14:00 Uhr
SC Paderborn – Stuttgarter Kickers, 13.12.2008, 14:00 Uhr
Stuttgarter Kickers – Wacker Burghausen, 20.12.2008, 14:00 Uhr

Presse zum internen Trainingsspiel

Zweite Kickers-Mannschaft siegt

Das Ergebnis ist nur zweitrangig

STUTTGART (ump). Der neue Kickers-Trainer Edgar Schmitt wartet immer noch auf den ersten Sieg unter seiner Regie – dabei war am Samstag gegen das eigene Oberligateam eigentlich alles für ein Erfolgserlebnis angerichtet. Doch daraus wurde nichts. „Wir haben verloren“, sagte Schmitt – und meinte damit in diesem Fall die erste Mannschaft. „Doch das ist nicht weiter tragisch“, so kommentierte Schmitt das 0:2 vor den rund 100 Zuschauern im ADM-Sportpark (Tore: Tunjic und Ivanusa), „das Ergebnis war in diesem Fall sekundär.“ Zumal die zweite Mannschaft, die Schmitt bei dieser Gelegenheit auch mal intensiver kennenlernen wollte, einen guten Eindruck hinterlassen hat: „Wir bei den Kickers müssen ja die eigenen Ressourcen fördern, da wir uns keine teuren Spieler leisten können und auch nicht wollen.“

Wichtiger war dagegen, dass inzwischen immerhin wieder 17 bis 18 Spieler im Training zur Verfügung stehen, nachdem es zeitweise nur elf, zwölf Mann waren; wichtig war auch, dass die Mannschaft bei der Erhöhung der Trainingsintensität voll mitzieht, nachdem der Laktattest bei den meisten Spielern die von Schmitt erwarteten Defizite aufwies. In sechs bis acht Wochen werden die Werte nochmals kontrolliert, bis dahin sollen die Spieler dann auch in der Lage sein, 90 Minuten das geforderte Tempo gehen zu können. Nach den harten neun Trainingseinheiten der vergangenen Woche hatte die Mannschaft gestern und heute erst einmal frei. „Die Mannschaft ist schon recht müde, aber von Dienstag an bereiten wir uns konzentriert auf die nächste Aufgabe gegen den VfB Stuttgart II vor.“

Dann soll der Knoten platzen, und das wäre wichtiger als ein Sieg in dem internen Trainingsspielchen ohne Schiedsrichter.

Stuttgarter Zeitung

Kickers II gewinnen internes Testspiel

2:0 gegen müdes Drittligateam

Stuttgart (jüf) – Die wichtigste Erkenntnis? „Wir haben sehr gute Spieler in der zweiten Mannschaft“, sagte Edgar Schmitt nach dem 0:2 (0:2) am Samstag im internen Trainingsspiel gegen die eigene Oberligamannschaft. Der Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers nahm die Niederlage durch die Tore von Antonio Tunjic und Marcel Ivanusa gelassen hin: „Mein Team war nach einer anstrengenden Trainingswoche sehr, sehr müde. Die Konzentration im Torabschluss fehlte, aber das Ergebnis war ohnehin sekundär“, sagte Schmitt. Nach den freien Tagen am Sonntag und Montag beginnt am morgigen Dienstag mit zwei Trainingseinheiten die Vorbereitung auf das Derby am kommenden Freitag (19 Uhr/Gazistadion) gegen den VfB II. „Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im spielerischen Bereich“, erklärte Schmitt. Weiter ausfallen werden die verletzten Sasa Janic, Ralf Kettemann, Jörn Schmiedel und Gino Russo.

Stuttgarter Nachrichten

Internes Testspiel gewinnt die U23

Mit einem überraschenden 2:0-„Auswärts“-Sieg für das U23-Team der Stuttgarter Kickers endete am Samstag vor gut 100 Zuschauern ein internes Trainingsspiel zwischen den beiden Kickers-Mannschaften im ADM-Sportpark. Antonio Tunjic und Marcel Ivanusa glänzten als Torschützen – die beiden Akteure aus dem Oberligakader von Trainer Björn Hinck trafen schon im ersten Spielabschnitt. Demgegenüber vergaben die Spieler aus der Mannschaft von Cheftrainer Edgar Schmitt im Rahmen der 90 Minuten mitunter auch allerbeste Tormöglichkeiten. Abgesehen von den verletzten oder angeschlagenen Kräfte hatten die Trainer Schmitt und Hinck alle ihre einsatzfähigen Kräfte eingesetzt.

Das Drittliga-Team der Kickers hatte am Samstag in seinen blauen Heimtrikots gespielt, während das Oberligateam des Degerlocher Traditionsvereins in seinen blau-gelben Auswärtsfarben auflief. „Es war für alle Beteiligten am Ende einer harten und intensiven Trainingswoche ein sehr guter Belastungstest“, zog Schmitt ein positives Fazit dieses Trainingsspiels. Letzeres war zustande gekommen, weil von der Bundesliga bis hinab zur Oberliga alle Mannschaften an diesem Wochenende pausieren. Der Grund: die WM-Qualifikation sowie der Amateur-Länderpokal in Duisburg.

Die nächsten Punktspiele der beiden Kickers-Mannschaften:
Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II am Freitag, 17. Oktober (GAZI-Stadion, 19 Uhr).
FC 08 Villingen – Stuttgarter Kickers II am Samstag, 18. Oktober (Stadion Im Friedengrund, 15.30 Uhr).

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StN: Trainer Schmitt zu den Ursachen der späten Gegentore: „Elf ist für meine Spielweise nicht fit“

Kickers fehlt das Stehvermögen

Stuttgart – Es gibt Spiele, da bringt eine Nacht Abstand neue Erkenntnisse. Bei Edgar Schmitt, dem Trainer der Stuttgarter Kickers, war das nach dem 3:3 beim FC Bayern München II nicht so. Er erneuerte seine Kritik am konditionellen Zustand seines Teams: „Wir brechen permanent ein. Die Elf ist für meine Spielweise nicht fit genug.“

VON JÜRGEN FREY

Für Alexander Rosen war der Sonntagnachmittag in München ganz besonders unangenehm. Nach der Drittligapartie im Stadion an der Grünwalder Straße stellte sich heraus, dass dem Kickers-Kapitän bei einem Ellbogencheck das Trommelfell gerissen war. Rosen hat nun Probleme, optimal zu hören, sein Sinn für die Realität hat darunter nicht gelitten. „Wir bauen gegen Ende regelmäßig ab, werden verhaltener und ängstlicher – das sieht jeder. Mit Pech hat das wirklich nichts zu tun.“ Mit Zufall auch nicht, was ein Blick auf die vergangenen fünf Spiele bestätigt:

In München lagen die Kickers schnell mit 3:0 vorne, bis zur 81. Minute hielten sie ein 3:1. Die späten Gegentore in der 82. und 90. Minute sorgten dafür, dass der erste Saisonsieg weiter auf sich warten lässt.

Bei Schmitts Premiere gegen Emden kassierten die Blauen den Ausgleich zum 1:1-Endstand neun Minuten vor Schluss.

In der letzten Partie unter der Regie von Stefan Minkwitz besiegelte ein Treffer in der 90. Minute das 2:3 bei Rot-Weiß Erfurt.

Gegen Aue fiel das Tor für die Sachsen zum 1:2-Endstand in der 88. Minute.

In Regensburg machte ein Gegentreffer in der 86. Minute den Kickers-Traum von drei Punkten zunichte – die Partie endete 1:1.

Unterm Strich gingen durch das fehlende Stehvermögen in der Schlussphase acht Punkte flöten. „Das ist nun mal Fakt und hat mit Nachtreten gegen meinen Vorgänger nichts zu tun“, wehrt sich Schmitt gegen Vorwürfe, Stefan Minkwitz die Schuld für die Misere in die Schuhe schieben zu wollen. Auch Manager Joachim Cast weist Versäumnisse in der Saisonvorbereitung ins Reich der Fabel: „Es wurde genauso trainiert wie vergangenen Winter, als die Grundlagen für die Aufholjagd gelegt wurden.“

Woran liegt es dann, dass den Blauen gegen Ende regelmäßig die Luft ausgeht, die Konzentration und damit die Ordnung abhandenkommt? Die angeschlagene Psyche eines erfolglosen Teams spielt eine gewichtige Rolle. Und in beiden Begegnungen unter Schmitt auch die neue, laufintensivere Spielweise. Unter Minkwitz stand das Team oft sehr tief, ließ den Gegner kommen. Bei Schmitt gibt es kein Abwarten. Er fordert ein aggressives Spiel gegen den Ball. Er treibt sein Team permanent an, mutig und schnell nach vorne zu agieren. „Es ist eine andere Form der Belastung“, bestätigt Kapitän Rosen, „wir haben im Spiel viel mehr Läufe mit hoher Intensität im Maximalbereich.“ Daran muss sich die Mannschaft erst noch gewöhnen. Genauso an die Trainingshärte und -umfänge. „Einige meiner Spieler kennen das nicht“, sagt Schmitt, „die Neuzugänge Landeka oder Schürg hatten in ihren Oberligamannschaften nur vier oder fünf Einheiten pro Woche.“

Wie auch immer: Für den heutigen Dienstag setzte der Trainer einen Laktattest an. Am Mittwoch liegen die Werte der einzelnen Spieler vor. Dann weiß Schmitt, in welchen Bereichen er konkret ansetzen muss. Ein bisschen Zeit bleibt ihm. Das nächste Spiel geht erst am 17. Oktober (19 Uhr) gegen den VfB Stuttgart II über die Bühne.

Stuttgarter Nachrichten