Kickers: Rechtsstreit mit Kelsch?

Keine Einigung über Darlehen
STUTTGART (ump). Das alte Jahr geht zu Ende, ohne dass der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers sämtliche Altlasten abarbeiten konnte. Am härtesten trifft den Verein, dass das ehemalige Präsidiumsmitglied Walter Kelsch sein Darlehen in Höhe von 50 000 Euro zum 31. Januar gekündigt hat. Der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum hält dagegen: „Die Frage ist, ob das überhaupt zulässig ist. Wir haben da eine andere Auffassung als er.“ Möglicherweise droht in dieser Frage also ein Rechtsstreit, auch wenn die Kickers den nach Möglichkeit vermeiden wollen.

Ebenfalls ungeklärt ist die Frage nach dem Nutzungsrecht für das Vereinslogo, das in den Händen der Handballer (HV) liegt. Nachdem auf der Hauptversammlung Ende November noch eine rasche Lösung in Aussicht gestellt worden ist, hört sich das jetzt anders an. Der HV-Präsident Jürgen Hollenbach sieht sich nicht unter Zugzwang, während Eichelbaum dem Kollegen vorwirft: „Die Verhandlungen verlaufen unseriös. Es gab eine klare Absprache, von der Herr Hollenbach jetzt nichts mehr wissen möchte.“

Gespräche laufen derzeit auch noch mit dem ehemaligen Co-Trainer Alexander Malchow, der ebenso wie der beurlaubte Chefcoach Stefan Minkwitz einen Vertrag bis zum Saisonende besitzt. „Hier stehen wir aber kurz vor einer Einigung“, sagt Eichelbaum. Denkbar wäre, dass der Kontrakt aufgelöst wird, nachdem man sich bisher nicht auf ein Aufgabengebiet für Malchow einigen konnte.

Zu möglichen Neuzugängen sagt Eichelbaum: „Ich gehe davon aus, dass es noch ein, zwei Verstärkungen gibt.“ Und zwar unabhängig davon, ob Spieler abgegeben werden. Wobei das den Handlungsspielraum erhöhen würde. Zwar beginnt das Training bereits am 9. Januar, die Wechselperiode aber läuft bis zum Ende des Monats – und in der Vergangenheit hat es sich ausbezahlt, in Transferangelegenheiten die Ruhe zu bewahren.

Stuttgarter Zeitung

StZ: Neue Zäune um das Gazi-Stadion

Das Gazi-Stadion auf der Waldau muss sicherer werden. Das fordert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Konsequenz aus den Vorkommnissen im November beim Heimspiel des Drittligisten Stuttgarter Kickers gegen Dynamo Dresden. Mehr als ein Dutzend der 2500 Gästefans waren damals in Degerloch auf den Fangzaun hinter dem Tor gestiegen und hätten die Konstruktion durch Rütteln beinahe zum Einsturz gebracht. Damit wäre ein Spielabbruch unvermeidlich gewesen. Einen weiteren Grund für die Forderung nach höherer Sicherheit lieferten die Anhänger der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart: Sie hatten beim Derby Plastikbecher über den sechs Meter hohen Zaun geworfen. Beide Klubs mussten deshalb Strafe zahlen.

Oliver Willikonsky, der persönliche Referent von Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann, sagte, die Stadt müsse jetzt rund 50 000 Euro aufwenden, um die Auflagen des DFB rasch zu erfüllen. So werde der Zaun vor dem Gästeblock D erneuert, um zu verhindern, dass Gegenstände aufs Spielfeld geworfen werden können. Dabei war dieser Zaun erst 2006 aufgestellt worden, nachdem beim Pokalspiel gegen Hertha BSC der Linienrichter von einem Bierbecher getroffen worden war, den ein VfB-Fan geworfen hatte.

Dann wird auch noch der Fangzaun hinter dem Tor (Gästeblock F) erneuert. Er wird so engmaschig sein, dass ihn die Fans nicht mehr besteigen können. Am oberen Ende ist der Zaun mit Stacheldraht versehen. Außerdem erhält er eine solides Fundament, um ein Aufschaukeln zu verhindern. Verstärkt wird auch der Zaun, der das Grundstück zum Guts-Muths-Weg hin absichert. jon

Stuttgarter Zeitung

StZ: Edgar Schmitts Zwischenbilanz

„Manchmal geht es eben nicht besser“

Seit 100 Tagen ist Edgar Schmitt als Trainer bei den Stuttgarter Kickers im Amt. Zeit für ein erstes Fazit, das eher durchwachsen ausfällt. „Mittelfristig braucht der Verein ein Konzept mit der Fragestellung: Wofür stehen wir?“ sagt der 45-Jährige im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Schmitt, wie fällt Ihre sportliche Bilanz aus, nachdem Sie bis zur Winterpause eigentlich 17, 18 Punkte auf dem Konto haben wollten – und nur 14 haben?

Natürlich hätten wir gerne drei, vier Punkte mehr, aber damit müssen wir jetzt leben. Wir haben in den 13 Spielen unter meiner Regie im Schnitt genau einen Punkt geholt, diese Quote müssen wir auf 1,33 steigern. Wir brauchen noch 24 Punkte, dann haben wir 38 – und das reicht zum Klassenverbleib.

Nach dem eher enttäuschenden 0:0 gegen Burghausen entstand der Eindruck, Sie seien zufrieden, nachdem Sie sagten: „Wir werden immer besser.“

Das habe ich auf unsere Grundordnung im Spiel bezogen, nicht darauf, dass es ein gutes Spiel war. Intern sprechen wir die Defizite schon deutlich an, da können Sie sicher sein.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Umfeld und dem Verein gemacht in der Zeit, seit Sie hier sind?

Die Stuttgarter Kickers sind ein gut geführter Verein mit einer großen Tradition, in dem mehr steckt. Mehr jedenfalls, als es der momentane Tabellenplatz ausdrückt – und zwar sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Aber beide Komponenten müssen zusammenwachsen und dann auch sukzessive gesteigert werden. Doch dafür braucht man Geduld und auch etwas Glück.

Und das reicht, um auf Dauer in der dritten Liga zu überleben?

Der Verein braucht auf Dauer auch ein Konzept: Wofür stehen wir? Die Verantwortlichen haben ja eine KG gegründet. Wenn man aus der Gewinne schöpfen will, muss man die jungen Spieler fördern und sie auch mit längerfristigen Verträge ausstatten, sonst rechnet sich das langfristig nicht.

Genügt denn der aktuelle Kader, um den Klassenverbleib zu schaffen?

Die Mannschaft ist absolut willig, und es gibt auch keine Intriganten. Aber manchmal geht es eben nicht besser. Man darf nicht vergessen, dass viele Spieler wie Schürg, Landeka oder Kettemann aus der Oberliga kommen. Da liegen Welten dazwischen, wenn sie plötzlich über 90 Minuten konstruktiv spielen sollen. Deshalb braucht eine junge Mannschaft Führungsspieler, an denen sie sich aufrichten kann. Die fehlen zum Teil, wenn man bedenkt, dass wir in der Innenverteidigung mit zwei gelernten Sechsern spielen.

Sie meinen Marcus Mann und Markus Ortlieb, die aber durchaus erfahren sind.

Aber im modernen Fußball geht die Tendenz mehr und mehr zu Spezialisten auf den einzelnen Positionen. Die Zahl der Allrounder wird immer kleiner.

Bei den Kickers hat man aber gerade deshalb auf vielseitig verwendbare Spieler geachtet, weil die finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind.

Das ist aber ein Fehler. Wenn meine Ressourcen begrenzt sind, muss ich vier, fünf absolute Leistungsträger suchen und mir darum eine junge, hungrige Mannschaft mit eigenen Spielern aufbauen. Sonst wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, und irgendwann wird man nach unten durchgereicht.

Die Kickers stehen nicht nur in der sportlichen Tabelle ganz unten, sondern auch was die Zahl der Platzverweise und Verwarnungen angeht. Ist das nicht besorgniserregend?

Ich denke, es liegt in der Natur der Sache, dass Mannschaften, die unten stehen, auch bei der Anzahl der Sperren vorne liegen. Dann muss man noch unterscheiden, ob sich ein Marcus Mann bei seiner Roten Karte in Braunschweig in den Dienst der Mannschaft gestellt hat oder ob sie aus Frust heraus passiert ist, wie zuletzt bei Orlando Smeekes. Aber deswegen werde ich keine zusätzlichen Maßnahmen ergreifen. Der Spieler ist ja genug gestraft, er verliert seinen Platz in der Mannschaft und damit auch Prämien.

Wird es in der Winterpause noch Verstärkungen geben?

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir einen Abwehrchef brauchen, das habe ich auch so gefordert. Letztlich muss der Verein aber entscheiden, was er will.

Über Weihnachten waren Sie ein paar Tage bei den Eltern ihrer Lebensgefährtin. Hatten nicht nur die Spieler, sondern auch Sie die Pause nötig?

Auf jeden Fall, die Pause tut allen gut. Die hundert Tage bei den Kickers waren schon Stress pur. Besonders schmerzlich sind das Unentschieden in Wuppertal und die Niederlage in Aalen. Danach habe ich zwei Tage gedacht, wir schaffen es nicht mehr. Aber dann haben wir uns aufgerafft, und es ist mit dem Sieg gegen Bremen weitergegangen. Die Zeit des Hurra-Fußballs ist vorbei, wir bekommen jetzt weniger Gegentore, und ich sage immer: abgerechnet wird am 38. Spieltag. Wenn wir es dann geschafft haben, können wir alle laut Hurra schreien.

Stuttgarter Zeitung

StN: Kickers: Welm in der Warteschleife

Stuttgart (jüf) – Edgar Schmitt, der Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers, hatte über Weihnachten Zeit, sich Gedanken zu machen. Seine Haltung, was mögliche Neuzugänge betrifft, hat sich dabei nicht geändert. Priorität genießt ein Spezialist für die Innenverteidigung. Seinem Ex-Spieler Mischa Welm, der den VfR Aalen verlassen wird, traut er die Rolle als Abwehrchef zu: „Welm bringt enorme körperliche Präsenz mit.“ In den nächsten Tagen geht es darum, zu klären, ob Verstärkungen zu realisieren sind. „Wir machen kein Harakiri, aber ich will nicht ausschließen, dass wir ein oder zwei Spieler holen“, sagt Präsident Dirk Eichelbaum.

Vieles hängt davon ab, ob Angelo Vaccaro die Blauen verlassen wird. Sollte es dazu kommen, könnte auch Marijo Maric (32), den Schmitt ebenfalls aus gemeinsamen Aalener Zeiten kennt, ein Thema werden. Wobei Eichelbaum einschränkt: „Eigentlich ist es die Philosophie unseres Trainers, mit jungen Perspektivspielern zu arbeiten.“ Zu dieser Kategorie gehört auch Mustafa Parmak nicht mehr. Dennoch kursiert der Name des Ex-Kickers-Spielers immer wieder in Degerloch. Grund: Der Mittelfeldspieler steht bei Zweitligist TuS Koblenz vor der Vertragsauflösung. „Ich habe ihn seit acht Wochen nicht gesehen, er verhält sich unprofessionell“, sagt TuS-Trainer Uwe Rapolder.

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Schönreden hilft nicht weiter

Zum Jahresabschluss der Kickers

Von Joachim Klumpp

Den Jahresausklang und das anschließende Weihnachtsessen hätten sich die Stuttgarter Kickers sicher anders gewünscht als mit einem 0:0 gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf, durch das die rote Laterne in der Winterpause bei den Blauen bleibt. Oder etwa nicht? Wenn man den Trainer Edgar Schmitt nach dem Spiel so reden hörte („es ist nichts passiert“), hätte man den Eindruck gewinnen können, die Mannschaft stünde irgendwo im gesicherten Mittelfeld. Die Aussage „Wir spielen immer besser“ – auch wenn sie nicht explizit auf die Partie gegen Burghausen gemünzt gewesen sein mag – musste den Beteiligten wie Hohn in den Ohren klingen. Nun braucht man in diesen besinnlichen Tagen nicht gleich die Rute auspacken, aber ein paar mahnende Worte könnten sicher nicht schaden.

Natürlich ist bei vier (im schlechtesten Fall auch sechs) Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz noch nichts verloren, und der Hinweis auf eine ähnliche, wenn auch nicht ganz vergleichbare Situation im vergangenen Jahr mag durchaus als Motivationshilfe gedacht sein, aber nach Leistungen wie gegen Burghausen mutieren sie schnell zu Durchhalteparolen. Auch der ständige Ruf nach Verstärkungen ist nicht immer nachvollziehbar. Wenn man sieht, dass am Samstag Spieler wie Gambo, Vaccaro, aber auch Landeka und Tucci, der in der vergangenen Rückrunde mit seinen Toren maßgeblichen Anteil an der Drittligaqualifikation hatte, auf der Bank saßen, kann man nicht permanent von fehlender Qualität sprechen.

Lieber sollte man intern Klartext reden. Der Trainer Edgar Schmitt versuchte nach dem Spiel einen Anfang zu machen: „Ich bin überzeugt, dass wir drei Mannschaften hinter uns lassen.“ Allein mit Optimismus wird das jedoch nicht gelingen.

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – Wacker Burghausen

Als Schlusslicht in die Winterpause

Die Kickers-Leistung gegen Burghausen ist nicht dazu angetan, in Optimismus zu verfallen – Kompromiss beim Gazi-Stadion in Sicht

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben sich mit einem 0:0 gegen Wacker Burghausen in die Winterpause der dritten Liga verabschiedet. „Wenn man das Spiel als Maßstab nimmt, wird es sehr schwer mit dem Klassenverbleib“, sagte der Manager Joachim Cast.

Von Joachim Klumpp

Ein Fan brachte die Stimmung bei den Kickers nach dem letzten Auftritt 2008 auf den Punkt: „Da hätten sie lieber den Schnee liegen lassen – und das Spiel wäre ausgefallen“, sagte der Tribünengast nach dem 0:0 im „Festspiel“ (so das Programmheft) gegen Burghausen, einem ernüchternden Jahresabschluss, letzter Tabellenplatz inklusive. Und das obwohl die Mannschaft das ersehnte Ziel, einmal ohne Gegentor zu bleiben, erreichte. Der Kapitän Alexander Rosen sagte deshalb: „Das war heute ein positiver Aspekt.“

Aber so ziemlich der einzige, wenngleich es durchaus ermunternd stimmt, dass die Mannschaft im Defensivverhalten eine gewisse Ordnung erreicht hat. Die Frage ist, wie sehr darf das auf Kosten der Offensive gehen. Gegen die ebenfalls abstiegsbedrohten und keineswegs überragend auftrumpfenden Burghausener jedenfalls setzten die Kickers auf zwei kompakte Viererketten und zwei schnelle Stürmer, was auswärts ein probates Mittel sein kann. Am Samstag allerdings rückte die Mannschaft viel zu wenig nach, so dass im Mittelfeld ein großes Loch klaffte. Ob das die richtige Taktik in einem Sechspunktespiel ist? „Dazu will ich mich nach dem letzten Spiel des Jahres nicht äußern“, sagte Rosen, doch sein Gesichtsausdruck verriet zumindest, dass er Zweifel hegt.

Offensichtlich ist: die Mannschaft hat die Brücke zwischen defensiver Stabilität und offensiver Qualität noch nicht gefunden. Das wird sie aber müssen, um im Abstiegskampf eine reelle Chance zu besitzen. Denn im Vergleich zum Vorjahr, als die Qualifikation zur dritten Liga auf den letzten Drücker geschafft wurde, ist das Leistungsniveau insgesamt besser geworden. Dessen ist sich auch der Manager Joachim Cast bewusst: „Wenn man das Spiel gegen Burghausen als Maßstab nimmt, wird es schwer.“ Mit dem Klassenverbleib. „Im letzten Jahr haben wir fünf Teams hinter uns lassen müssen, diesmal nur drei“, so macht Cast Mut. Ob der aktuelle Kader dafür ausreicht? Der Abwehrchef Marcus Mann sagt: „Davon bin ich überzeugt.“ Der Trainer dagegen hätte gerne Verstärkung (am liebsten in Abwehr und Angriff), aber auch er gibt zu: „Das ist kein Wunschkonzert, und Geld haben wir keines.“

Zumal der Verein, der in den letzten beiden Heimspielen jeweils weniger als 3000 Zuschauer begrüßen konnte, auf die Saison gerechnet mit einer Unterdeckung im Etat von etwa 300 000 Euro kalkuliert. Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lorz sagt aber: „Vor einem Jahr standen wir finanziell schlechter da.“ Als Konsequenz wurde die Betreibergesellschaft mit einer Einlage von 300 000 Euro ins Leben gerufen. Die aktuelle „Believe in Blue“-Aktion“ brachte immerhin gut 31 000 Euro in die Kasse. Ob sich kurzfristig Sponsoren finden, bleibt abzuwarten, ebenso ob Spieler während der Transferperiode den Club verlassen. Als Wackelkandidat gilt nach wie vor Angelo Vaccaro, der nach seinem Kurzeinsatz gegen Burghausen betonte: „Ich gehe davon aus, dass ich auch in der Rückrunde bei den Kickers bleibe. Und dann werde ich auch alles geben.“ Das könnte möglicherweise schon zum Auftakt in Düsseldorf der Fall sein; dort sind jedenfalls Orlando Smeekes (Rote Karte) und Bashiru Gambo (fünfte Gelbe Karte) gesperrt.

Zumindest in Sachen Gazi-Stadion gibt es eine erste Entwarnung. Nach Gesprächen der Stadt mit dem Deutschen Fußball-Bund soll dieser Bereitschaft signalisiert haben, für ein weiteres Jahr eine Ausnahmeregelung der zu geringen Sitzplatzkapazität zu akzeptieren. Vielleicht ist das ja Ansporn genug, dass die Kickers sportlich ihren Teil für ein weiteres Jahr in der dritten Liga beitragen.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Ortlieb, Härter – Traut, Deigendesch (78. Landeker), Rosen, Gentner (72. Gambo) – Schürg (78. Vaccaro), Smeekes.

Wacker Burghausen: Riemann – Lastovka, Kresin, Buchner, Böcher – Schmidt – Solga (87. Oslislo), Mitterhuber (88. Fries) – Schultz – Cappek, Calamita.

Stuttgarter Zeitung

Kickers in Not: Keine Chance ohne Neue

Die Blauen brauchen Qualitätszuwachs – Angelo Vaccaro bei Union Berlin im Gespräch

Stuttgart – Das magere 0:0 des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers gegen Wacker Burghausen legte es unbarmherzig an den Tag: Ohne Neuzugänge wird der Klassenverbleib kaum zu schaffen sein.

VON JÜRGEN FREY

Joachim Cast stand nach dem Schlusspfiff am Rand des matschigen Spielfelds und starrte gedankenverloren ins Leere. Dann versuchte sich der Kickers-Manager zu sammeln und fand doch noch einen positiven Aspekt an diesem äußerst tristen Nachmittag: „Wir haben erstmals in dieser Saison zu null gespielt“, sagte er. Ein schwacher Trost. Denn alles andere macht wenig Hoffnung, dass es am Saisonende wieder zu einem blauen Wunder kommen wird. Ebenmäßig, eher einfallslos, weit gehend ohne Spielsteuerung und Mut zum Risiko kämpfte das Ensemble von Trainer Edgar Schmitt vor sich hin. Zu allem Überfluss brannten bei Orlando Smeekes auch noch die Sicherungen durch. Vor lauter Frust schrie er „fuck it“ – was der Schiedsrichter auf sich bezog und ihn vom Platz stellte. Dem Stürmer drohen mindestens zwei Spiele Sperre.

Das alles lässt die Not immer größer werden. Auch in der Führungsetage ist die Erkenntnis gereift, dass es ohne Qualitätszuwachs im Kader am Ende nicht reichen dürfte. Am deutlichsten drückte sich Aufsichtsratschef Rainer Lorz aus: „Wir müssen etwas tun, und, wenn es sein muss, auch ins Risiko gehen.“ Nicht nur er weiß genau: Ein Abstieg wäre das Ende des Profifußballs bei den Kickers. Lorz: „Aus dieser Liga kommst du normal nicht mehr hoch.“

Es muss sich also etwas tun in der Winterpause, möglichst noch vor dem Trainingsauftakt am 9. Januar. Trotz aller finanzieller Engpässe sagt Präsident Dirk Eichelbaum frei nach Monaco-Franze: „A bisserl was geht immer.“ Doch damit dürfte es nicht getan sein. Um wirklich sinnvolle Verstärkungen an Land ziehen zu können, müssten die Blauen den ein oder anderen Spieler von der Gehaltsliste bekommen. Heißester Kandidat ist Angelo Vaccaro. Ein Abgang des unzufriedenen Stürmers, einem der Topverdiener im Kader, würde einige Mittel freisetzen. Bleibt die Frage, ob der 27-Jährige bei einem neuen Verein unterkommt. Zuletzt war er bei Union Berlin im Gespräch.

Andere aus dem Team werden sich noch schwerer tun als der Kickers-Toptorschütze (fünf Saisontreffer), einen neuen Arbeitgeber zu finden. Bei Reservisten wie Sokol Kacani, Jörn Schmiedel, Franco Petruso und Ralf Kettemann haben die Blauen schon mal vorgefühlt, ob sie sich einen Tapetenwechsel vorstellen könnten. Doch die Interessenten werden nicht Schlange stehen.

Das weiß auch der Trainer, der mit fast schon bewundernswerter Hartnäckigkeit immer wieder betont: „Wir werden es schaffen.“ Dass er sich für das Erreichen des Ziels einen Stabilisator für die Abwehr wünscht, ist ein offenes Geheimnis. Innenverteidiger Mischa Welm (VfR Aalen) steht ganz oben auf der Wunschliste. Auch andere, bei Schmitts Ex-Club aussortierte Spieler sind ein Thema: Thorsten Traub, Michael Stahl und Ex-VfB-Jugendspieler Patrick Leschinski.

Eines steht jedenfalls fest: Allzu ruhig dürften die Tage zwischen den Jahren für die Verantwortlichen der Kickers nicht werden.

Stuttgarter Nachrichten

„Diese Mannschaft ist zu schwach für die dritte Liga“

14 Punkte aus 20 Spielen – die Stuttgarter Kickers überwintern in der dritten Liga auf dem letzten Tabellenplatz. Ist die Mannschaft noch zu retten?

Horst Schnäbele, 50,

Ludwigsburg

„Das Team ist ja eigentlich nicht schlecht. Aber ohne ein, zwei gestandene Zweitligaspieler als Verstärkung wird es sehr schwer werden. Einer wie Mustafa Parmak fehlt uns. Genauso ein Oliver Stierle. Gerade auf dessen Position in der Abwehr brauchen wir einen neuen Spieler. Zudem haben wir keinen eiskalten Stürmer.“

Monika Mannschreck,

47, Stgt.-Rohracker

„Die Kickers können auch ohne Verstärkungen die Klasse halten, wenn es dem Trainer gelingt, die Mannschaft mehr mitzureißen. Es fehlt einfach der zündende Funke. Die Mannschaft wird zwar von Spiel zu Spiel besser, aber die Chancenverwertung sowie die Ausdauer der Spieler müssen sich noch deutlich verbessern.“

Reinhard Berli, 61,

Stuttgart-Münster

„Bei all den Rufen nach Verstärkungen muss man sich mal eines fragen: Macht es überhaupt einen Sinn, teure Spieler zu holen, die dann wie so mancher gegen Burghausen kaum Engagement zeigen? Dann steigen wir lieber ab und bauen ein neues Team mit jungen Spielern auf. Diese Mannschaft ist zu schwach für die dritte Liga.“

Francesco Mandracchia, 45, Nürtingen

„Mit einem neuen Abwehrspieler dürfte es zum Nichtabstieg reichen. Vorne sind wir eigentlich gut aufgestellt – sofern Angelo Vaccaro zu seiner alten Form zurückfindet. Ich glaube, dass die Spieler zurzeit wegen der Gesamtsituation im Verein so angespannt sind, dass sie ihre Klasse nicht abrufen können.“

Oliver Losansky, 29,

Waiblingen

„Eigentlich brauchen wir in allen Mannschaftsteilen Verstärkungen, aber vorne klemmt es am meisten. Uns fehlen vor allem ein Knipser und ein kreativer Spieler im Mittelfeld. Seit Moritz Steinle wieder spielt, stehen wir zumindest in der Defensive besser. Ich bin seit 22 Jahren Kickers-Fan – die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Timo Hellinger, 31, Mannheim

„Nach diesem Spiel gegen Burghausen finde ich leider nichts Positives – aber irgendwie werden wir es schon schaffen. Im Ernst: Wir brauchen dringend einen neuen Spieler, der mal ein bisschen mehr Ruhe in den Spielaufbau bringt.“

Umfrage: Stefan Klinger

Fotos: Baumann

Stuttgarter Nachrichten

Kapitän Rosen stellt die Qualitätsfrage

Die Stuttgarter Kickers gehen nach dem 0:0 gegen Wacker Burghausen als Schlusslicht in die Winterpause

Stuttgart – „Zum Glück ist die Winterpause kürzer als in den vergangenen Jahren“, sagte Manager Joachim Cast vom Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers. Denn mindestens bis zum 6. Februar stehen die „Blauen“ in der Tabelle ganz unten. Das trostlose 0:0 gegen Wacker Burghausen ließ jedoch nicht erkennen, wie das Team den Klassenverbleib schaffen soll.

Von Sigor Paesler

„Wir spielen immer besser.“ – „Es ist unheimlich schwer, gegen uns ein Tor zu erzielen.“ – „Wir haben das schnellste Sturmduo der Liga.“ – „Wir schaffen das.“ Während einem die Aussagen von Trainer Edgar Schmitt etwas das Pfeifen im Walde vorkamen, hatte Cast alle Mühe, die Dinge realistischer einzuordnen. „Das war wohl etwas zu optimistisch“, ruderte der Manager für den Coach zurück: „Wenn man das heutige Spiel als Maßstab nimmt, wird es sehr, sehr schwer.“ Umgekehrt sieht es bei der Sache mit der Defensive aus: Die Kickers haben mit 42 die meisten Gegentreffer der Liga kassiert und mit Abstand das schlechteste Torverhältnis (- 18). Gegen Burghausen aber ließ die Abwehr mit Ausnahme eines Pfostenkopfballs nichts zu (29.) – erstmals in dieser Saison stand hinten die Null. „Wenn man lange genug etwas Positives sucht, findet man es auch“, meinte Cast fast schon sarkastisch, „die eine Null jedenfalls ist in Ordnung.“ Der einzigen Chance der harmlosen Burghausener hatten die Kickers drei entgegenzusetzen: Michael Schürg schoss nach sehenswertem Pass seines Sturmkollegen Orlando Smeekes ebenso knapp neben das Tor (24.) wie Thomas Gentner (41.), einen Freistoß von Marcus Mann wehrte Wacker-Keeper Manuel Riemann nur mit Mühe ab (65.). Ansonsten gab es in der langweiligen und auch wegen des tiefen Bodens technisch schwachen Begegnung nur noch einen Aufreger: Smeekes sagte in der 82. Minute einen englischen Ausdruck in Richtung Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg). Der war so unflätig, dass der Referee sofort Rot zeigte.Schmitt versuchte, den Optimismus zu wahren, doch bei den Spielern machte sich Ratlosigkeit breit. Kapitän Alexander Rosen stellte dabei offen die Stärke des Kaders in Frage. „Offensichtlich haben wir nicht die Qualität und Ruhe vor dem Tor“, meinte er und fügte zur Bestätigung nochmal an: „Es ist auch eine Qualitätsfrage.“ Verteidiger Mann, grinste nur auf die Frage, ob in der Winterpause Verstärkungen nötig seien: „Dazu will ich nichts sagen.“ Nach einer kurzen Denkpause tat er es doch: „Wenn wir in einen Lauf reinkommen, reicht der Kader. Aber damit sollten wir langsam mal anfangen.“ Trainer Schmitt nutzte derweil die Vorweihnachtszeit für einen Appell: „Wir müssen sehen, dass Geld reinkommt, dann können wir uns verstärken. Aber es ist nichts da. Vielleicht könnten die Sponsoren was drauflegen.“ So oder so will er beim Trainingsauftakt am 9. Januar und dann im ersten Spiel nach der Pause am 6. Februar bei Fortuna Düsseldorf „richtig angreifen. Ich bin guter Dinge“.

statistik

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Ortlieb, Härter – Traut, Deigendesch (78. Landeker), Rosen, Gentner (72. Gambo) – Schürg (78. Vaccaro), Smeekes.

Wacker Burghausen: Riemann – Lastovka, Kresin, Buchner, Böcher – Schmidt – Solga (87. Oslislo), Mitterhuber (88. Fries) – Schultz – Cappek, Calamita.

Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg).

Zuschauer: 2820.

Gelbe Karten: Härter, Gambo / Schmidt.

Rote Karten: Smeekes (82./Schiedsrichterbeleidigung) / -.

Beste Spieler: Deigendesch, Mann / Schmidt, Kresin.

Eßlinger Zeitung

Burghausen setzt Serie fort

Mit einem torlosen Remis bei den Stuttgarter Kickers haben sich die Fußballer des SV Wacker Burghausen gestern in die Winterpause verabschiedet. Am ersten Spieltag der Rückrunde in der 3.Liga boten beide Teams auf schwer bespielbarem Boden Fußball-Magerkost. Das Remis hilft aber den Salzachstädtern mehr als den Gastgebern, die mit 14 Punkten weiter die Rote Laterne mit sich herumschleppen.

Die Burghauser hingegen sind nun schon seit sechs Spielen ungeschlagen und überwintern in der Tabelle auf Platz 15.«Die Platzverhältnisse waren natürlich nicht optimal. Aber die Jungs haben sich ordentlich verkauft. Vor allem die Defensiv-Leistung war wirklich sehr solide», erklärte Wacker-Trainer Günter Güttler, der wieder auf den zuletzt rot gesperrten Sven Kresin zurückgreifen konnte. Für den 32-Jährigen, der in der Saison 2002/2003 selbst die Fußballstiefel für die Kickers schnürte, musste Julian Matiasovits auf die Ersatzbank. Im Angriff schenkte Güttler erneut dem 18-jährigen Christian Cappek das Vetrauen. Er bildete mit Marco Calamita das Sturmduo.

Von den beiden Angreifern gab es aber in den ersten Minuten der Partie nur wenig zu sehen. Das Geschehen spielte sich vor allem im Mittelfeld ab. Auf dem tiefen Geläuf taten sich beide Mannschaften sichtlich schwer, operierten häufig mit langen Bällen aus der eigenen Hälfte heraus, gute Kombinationen und herausgespielte Torchancen blieben Mangelware.

Erst nach einer guten Viertelstunde bekamen die etwa 2820 Fans im Gazi-Stadion etwas zu sehen: Cappek setzte Levente Schultz in Szene, doch der Mittelfeld-Akteur schoss den Ball aus fünf Metern am Tor vorbei. Die Schwaben boten in der Offensive herzlich wenig und hatten in der Defensive Glück, als Cappek nach einer Ecke von Ronald Schmidt in der 32. Minute per Kopfball nur den Pfosten traf. Die einzig nennenswerte Stuttgarter Chance in einer insgesamt schwachen ersten Halbzeit gab es in der 38. Minute: Thomas Gentner tankte sich bis zur Auslinie durch, legte den Ball dann quer für Michael Schürg, doch Chris Böcher konnte gerade noch klären.

Auf der Gegenseite schickte Schultz Calamita steil, aber Kickers-Keeper Manuel Salz hatte den Braten gerochen und war aus dem Tor geeilt. Die Höhepunkte der zweiten Halbzeit sind schnell erzählt. Auf Wacker-Seite verpassten Kresin und Cappek den Ball jeweils nach einer Schultz-Ecke nur knapp, gegenüber parierte Keeper Manuel Riemann einen Freistoß vom Marcus Mann glänzend (63.).

15 Minuten vor Schluss ging Kickers-Coach Edgar Schmitt volles Risiko und brachte mit Angelo Vaccaro und Josip Landeka zwei zusätzliche Offensiv-Kräfte (75.). Viel am Stuttgarter Spiel änderte die Umstellung allerdings nicht, denn nur sieben Minuten später legte sich Orlando Smeekes mit Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) an, zog den Kürzeren und musste mit der Roten Karte vorzeitig zum Duschen. Die Burghauser konnten aus der zehnminütigen Überzahl aber kein Kapital schlagen.

Nach dem miserablen Start in die Saison kann man in Burghausen nun doch auf besinnliche Weihnachten hoffen. Denn die Mannschaft hat sich in den vergangenen Wochen merklich stabilisiert, das Abwehrproblem in den Griff bekommen. sam

Oberbayerisches Volksblatt

Wackers Weihnachtswünsche

Trainer Güttler möchte einen Stürmer, Ersatzkapitän Schmidt ins gesicherte Mittelfeld

Von Steffi Brenninger.
Es war wahrlich kein Fußballfest. Dennoch hatten die Drittliga-Fußballer des SV Wacker im Gazi-Stadion auf der Waldau nach dem ersten Rückrundenspiel mehr Grund zur Freude. Denn die Burghauser machten mit dem 0:0 bei Schlusslicht Stuttgarter Kickers die 20 Punkte voll – eine Marke, die Cheftrainer Günter Güttler unbedingt noch vor der Winterpause erreichen wollte.

Kresin: Mit Konkurrenz »auf Augenhöhe«
Vor Wochen hatte es danach ganz und gar nicht ausgesehen. Denn im Herbst diesen Jahres konnte seine Mannschaft acht Spiele in Folge keinen einzigen Dreier mehr einfahren. »Eine katastrophale Serie«, erinnert sich Güttler mit Grausen. Doch die Mannschaft ist in dieser Phase »noch enger zusammengerückt« – und überraschte plötzlich mit Siegen gegen die Spitzenteams Kickers Emden (3:1) und SC Paderborn (2:0). »Keiner konnte damit rechnen, dass wir da die Punkte holen«, so Güttler.
Vor allem Wackers Abwehr ist stabiler geworden. »Das war wichtig nach den vielen hohen Niederlagen«, sagt Ronald Schmidt, der als Staubsauger vor der Abwehr maßgeblichen Anteil daran hat. Zwei dieser Klatschen bekam auch Sven Kresin noch hautnah mit (1:4 gegen RW Erfurt und 0:4 gegen Erzgebirge Aue). Danach ging’s aufwärts und der erfahrene Innenverteidiger trug zur neuen Defensivstärke bei. Kresin, nach abgesessener Rot-Sperre wieder für Julian Matiasovits in die Mannschaft gerückt, blickt auch deshalb zuversichtlich aufs neue Jahr: Man befinde sich mit der Konkurrenz »auf Augenhöhe«.
Doch nun haben er und seine Kollegen erst einmal bis 7. Januar Pause. »Jetzt sammeln wir uns«, sagt Kresin, der vergangene Woche einen Vertrag bis 2010 unterschrieben hat. Und dann? »Geht’s gestärkt in die Frühjahrsrunde. « Schließlich »haben wir die letzten Wochen gezeigt, was in uns steckt«. Vom Potenzial der Mannschaft zeigt sich auch Manager Peter Assion überzeugt – er blockt deshalb die Rufe nach Verstärkungen in der Winterpause rigoros ab: »Man sollte nicht immer nach neuen Spielern schreien, sondern auch mal denen vertrauen, die die letzten Wochen sehr gute Leistungen gebracht haben. « Zudem wird sich auch Wackers Lazarett bis zum Wiederbeginn lichten: »Dann haben wir auch wieder Variationsmöglichkeiten«, so der Sportdirektor, dem die Hände angesichts knapper Kassen aber wohl ohnehin gebunden sind.
Auf die Rückkehrer setzt auch Güttler große Hoffnung. Dennoch hat der Trainer einen Wunsch: »Wenn ich mir von Wacker-Seite was unter den Weihnachtsbaum legen dürfte, würde ich gerne einen Stürmer holen. « Schließlich, so der Coach, fehle nach vorn die Durchschlagskraft.

Erste Saisonhälfte: Wechselbad der Gefühle
Auch bei den Kickers war Wacker, so Schmidt, in der Offensive »zu wenig zwingend«. Aber der Ersatzkapitän ist optimistisch: »Wenn wir so weiterarbeiten, dann geht’s ins gesicherte Mittelfeld. « Aber eben auch nur dann. Wackers erste Halbserie in der neuen 3. Liga gleicht jedenfalls einem Wechselbad der Gefühle. Mit fünf Siegen, fünf Unentschieden und neun Niederlagen überwintert Burghausen auf Platz 15. Am Ende, so Güttler, »sind wir eigentlich recht glücklich«. Und Kresin ergänzt: »Wir haben auch noch ein Spiel weniger. « Und zwar die Partie beim VfB Stuttgart II, die am 1. Februar nachgeholt wird. Aus den jetzigen 20 Punkten könnten dann noch 23 werden. Es wäre ein nachträglicher Weihnachtswunsch der Wackerianer, der in Erfüllung gehen könnte.

Passauer Neue Presse

STIMMEN ZUM SPIEL

Günter Güttler (Wacker-Trainer): Für beide Mannschaften war es nicht einfach, auf diesen schwierigen Platzverhältnissen Fußball zu spielen. Wir haben das Spiel bestimmt, haben es aber versäumt, den finalen Pass zu spielen.
Edgar Schmitt (Kickers-Trainer): Es war so angedacht, dass Burghausen das Spiel macht und wir gefährlich kontern. Uns hat aber der finale Pass gefehlt und am Ende hat die Kraft nachgelassen.
Peter Assion (Wacker-Manager): Schade, wir hatten die Möglichkeit, hier drei Punkte mitzunehmen. Wir haben 80 Minuten lang das Spiel bestimmt. Mit der Runde sind wir sicherlich nicht zufrieden. Wir wissen, dass wir mit dieser Mannschaft um einen Mittelfeldplatz mitspielen können.
Ronald Schmidt (Wacker-Kapitän): Wir haben die Partie kontrolliert, nach vorne war es aber zu wenig. Der letzte Pass hat gefehlt. Wir müssen schauen, dass wir in der Vorbereitung wieder im Spiel nach vorne zulegen.
Marco Calamita (Wacker): Wir haben unsere Serie gehalten. Jetzt bin ich erst einmal froh, dass wir ein bisschen Pause haben und dann werden wir gestärkt in die Rückrunde gehen.
Sven Kresin (Wacker): Es wäre mehr drin gewesen als ein Punkt. Aber wir haben nicht verloren und die Kickers hinter uns gelassen.
Marcus Mann (Kickers): Wenn man zwei Chancen hat, muss man gegen so eine Mannschaft auch mal eine nutzen.
Alexander Rosen (Kickers-Kapitän): Wir haben nicht die Qualität und die Ruhe vor dem Tor. Aber wir haben hinten nichts zugelassen und zum ersten Mal zu Null gespielt, das ist ein Fortschritt. – sb

Passauer Neue Presse

LICHT UND SCHATTEN

Mehr Licht als Schatten
 Manuel Riemann: Kaum geprüft, war beim Alleingang von Schürg (24.) und beim Freistoß von Mann (65.) auf dem Posten.
 Sven Kresin: Strahlte viel Ruhe aus und präsentierte sich sehr zweikampfstark.
 Ronald Schmidt: Unermüdlicher Staubsauger vor der Abwehr, kämpfte um jeden Ball und versuchte, das Spiel nach vorne immer wieder anzukurbeln.

Teils Licht, teils Schatten
 Josef Lastovka: Er grätschte gegen Gentner (38.) im Fünfmeterraum ins Leere – zum Glück für Wacker ohne Folgen; ansonsten machte er seine Seite meist dicht.
 Christoph Buchner: Anfangs hatte er einige Probleme mit Schürg, steigerte sich dann aber von Minute zu Minute.
 Chris Böcher: Stark im Eins-gegen-Eins, erstickte mehrmals gefährliche Kickers-Aktionen im Keim; nach vorne bemüht, seine Flanken waren aber zu ungenau.
 David Solga (bis 83.): War in der ersten Viertelstunde immer anspielbar, dann war lange nichts mehr von ihm zu sehen; in der zweiten Halbzeit mit einigen guten Offensivaktionen.
 Sebastian Mitterhuber (bis 88.): Erst in der zweiten Halbzeit kam der Youngster besser ins Spiel, hatte eine gute Möglichkeit (54.).
 Christian Cappek: Er hatte die beste Wacker-Chance: Sein Kopfball ging an den Pfosten (29.).

Mehr Schatten als Licht
 Levente Schultz: Der Spielmacher war diesmal in vielen Situationen ohne Fortune, seine Distanzschüsse (18. und 78.) gingen weit am Tor vorbei.
 Marco Calamita: Er rackerte wieder unermüdlich, doch er fand keinen Weg durch das Kickers-Bollwerk. Null Chancen sind für einen Top-Stürmer wie ihn zu wenig.

Ohne Bewertung:
 Martin Oslislo (83. für Solga)
 Uli Fries (88. für Mitterhuber)

Passauer Neue Presse

Presse zu Bahlinger SC – Stuttgarter Kickers II (1:1)

Fußball-Oberliga: Nachholspiele

Tunic geht
STUTTGART (ump). In der Fußball-Oberliga haben am Wochenende noch drei Nachholspiele auf dem Programm gestanden – in einem davon erreichten die Stuttgarter Kickers II beim Tabellenfünften Bahlinger SC ein respktables 1:1. Das ist umso höher einzustufen, weil zwei Spieler (Steinle und Gentner) zur ersten Mannschaft abgestellt wurden und Eugen Schneider wegen seines Kreuzbandrisses für den Rest der Saison ausfällt. „Am Ende war das Ergebnis sicher etwas glücklich“, sagte der Abteilungsleiter Martin Kurzka, nachdem der Torhüter Rodrigues seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand bewahrt hatte, ehe vier Minuten vor Schluss Ivanusa noch zum Ausgleich traf.

Aufgelöst worden ist inzwischen der Vertrag mit Antonio Tunic, der zu seinem Heimatverein und Ligakonkurrenten VfL Kirchheim zurückkehren wird. Nachdem dessen angesetzte Nachholpartie gegen Durlach erneut den Witterungsverhältnissen zum Opfer fiel, muss die Mannschaft im Kampf um den Klassenverbleib nun bereits zwei Spiele im neuen Jahr nachholen. Hinzu kommt noch die Achtelfinalpartie im WFV-Pokal bei den Kickers II, die auf den 1. April terminiert ist.

Stuttgarter Zeitung