Presse zum ADM-Gedenkspiel Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart

„Wir sind nur der kleine Bruder“

Vor dem Derby zwischen den Kickers und dem VfB ist von Rivalität nichts mehr zu spüren

STUTTGART. Um 18.30 Uhr wird heute im Gazi-Stadion das 163. Stuttgarter Stadtderby Kickers gegen VfB angepfiffen. Die Einnahmen der Partie kommen den Kickers zugute, die an den vor fünf Jahren verstorbenen Ehrenpräsidenten Axel Dünnwald-Metzler erinnern.

Von Heiko Hinrichsen

Sein Leben waren die Stuttgarter Kickers, für die er selbst von 1958 an als Verteidiger in der Oberliga Süd, der damals höchsten Klasse, spielte. Am 9. Dezember dieses Jahres wäre Axel Dünnwald-Metzler, Brillenfabrikant, Ehrenpräsident und Mäzen der Kickers, 70 Jahre alt geworden. Am 6. April jährt sich sein Todestag zum fünften Mal, ADM starb bereits mit 64 Jahren an Lungenkrebs.

Heute werden sich der amtierende Präsident Dirk Eichelbaum, die Kickers-Gemeinde sowie geladene Gäste, darunter der ehemalige Landesvater Lothar Späth und sein Nachnachfolger Günther Oettinger, an „den großen Mann des Stuttgarter Sports“ (VfB-Präsident Erwin Staudt) erinnern, in dessen Ära die Kickers zweimal (1988 und 1991) den Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga schafften sowie 1987 das Pokalfinale gegen den Hamburger SV in Berlin (1:3) erreichten.

Um 16.30 Uhr wird heute im ADM-Sportpark, der längst den Namen des ehemaligen Präsidenten trägt, ein Gedenkstein enthüllt sowie ihm zu Ehren eine Eiche gepflanzt. Da es um die Kickers finanziell nicht mehr so gut bestellt ist wie zu Bundesligazeiten, dient das leidenschaftliche Hobby Dünnwald-Metzlers, der Fußball, heute einem besonderen Zweck: Um 18.30 Uhr wird im Gazi-Stadion das 163. Stadtderby zwischen dem VfB und den Kickers angepfiffen. Der Reinerlös des Freundschaftsspiels kommt dem Tabellenletzten der dritten Liga zugute.

„Wir werden sportlich alles aufbieten, was wir zur Verfügung haben, um beste Qualität abzuliefern“, sagt der VfB-Cotrainer Rainer Widmayer, der aufgrund der Abstellung der Nationalspieler derzeit aber nur zehn Feldspieler und zwei Torhüter aus dem Profikader zur Verfügung hat. Artig fügt Widmayer hinzu: „Es ist für uns eine Ehre, bei diesem Spiel mit dabei zu sein.“

Lange hat es gedauert, ehe der VfB mal wieder zum Derby auf Degerlochs Höhen über den Neckar reist. Beim letzten Duell gewann der Bundesligist im April 2003 mit 3:2. Gerne würden die Kickers alljährlich in der Sommerpause gegen den Verein für Bewegungsspiele aus Bad Cannstatt antreten. Doch das geht aus Sicht des VfB nicht. „Wir müssen bei unseren Planungen leider viele Faktoren wie die Trainingslager berücksichtigen. Der Terminkalender ist dicht gedrängt. Aber jetzt hat es durch die Länderspielpause ja geklappt“, sagt der Präsident Erwin Staudt.

Der Kickers-Trainer Edgar Schmitt freut sich auf die Partie gegen den Tabellensechsten der Fußball-Bundesliga, zu der der Verein mit 6000 Zuschauern rechnet. „Wir sind nur der kleine Bruder des VfB, wenn überhaupt“, sagt Schmitt, der heute ein friedliches Spiel auf der Waldau erwartet. „Um Rivalitäten zu entwickeln, muss man sich auf Augenhöhe begegnen“, sagt Schmitt, „das ist derzeit nicht gegeben. Der VfB besitzt sportlich einen internationalen Anspruch – und wir spielen in der dritten Liga. Deshalb freue ich mich ganz einfach auf ein unterhaltsames Spiel mit gutem Fußball für die Fans.“

Stuttgarter Zeitung

„Das Derby ist immer reizvoll“

Kickers empfangen die VfB-Profis

Blaublut gegen Vollblut – so lautet das Motto des 163. Stuttgarter Fußball-Stadtderbys morgen um 18.30 Uhr im Gazi-Stadion. Zuletzt trafen die Kickers und der VfB im April 2003 in einem Freundschaftsspiel aufeinander – damals siegten die Roten mit 3:2. „Die Kickers sind ein Stück Stuttgarter Stadtgeschichte. Es wäre jammerschade, wenn sie in die Regionalliga absteigen müssten“, sagt der VfB-Präsident Erwin Staudt im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Staudt, das Freundschaftsspiel morgen gegen die Kickers ist dem ehemaligen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler gewidmet, dessen Todestag sich am 6. April zum fünften Mal jährt.

Ich kann mich noch gut erinnern: die Beerdigung von ADM war leider eine meiner ersten Amtshandlungen als Präsident des VfB. Er war einer der ganz großen Männer des Stuttgarter Sports – und wurde aus der Blüte seines Lebens gerissen.

Als die Kickers nun wegen eines Benefizspiels auf Sie zukamen, haben Sie da spontan zugesagt, oder gab es Bedenken wegen einer Überlastung Ihrer Spieler?

Natürlich waren wir gerne bereit, zu diesem Spiel anzutreten. Durch die anstehenden Länderspiele und die damit verbundene Bundesligapause war ein entsprechendes Zeitfenster vorhanden, so dass wir das Stadtderby in unsere Planungen integrieren konnten.

Angeblich hatte die Polizei die größten Vorbehalte wegen des Spiels, aus Sicherheitsgründen. Ist es nicht bedenklich, wenn inzwischen nicht einmal mehr solche Freundschaftsspiele reibungslos über die Bühne gebracht werden können?

Leider gibt es immer einige Unverbesserliche, die den Fußball als Plattform für Auseinandersetzungen nutzen. Diesen Chaoten dürfen wir uns aber unter keinen Umständen beugen. Die überwältigende Mehrheit der Fans ist friedfertig und kommt Woche für Woche ohne böse Absichten in die Stadien.

Die Kickers würden es gerne sehen, wenn ein solches Lokalderby eine regelmäßige Einrichtung – zum Beispiel vor Saisonbeginn – würde. Ist das realistisch?

Ein Stadtderby ist ohne Zweifel immer eine reizvolle Veranstaltung. Und ich hoffe, dass wir dieses Spiel auch in der nächsten Saison in der dritten Liga sehen werden. Eine regelmäßige Austragung gegen unsere erste Mannschaft ist aber nicht ohne weiteres möglich, weil unser Terminkalender auch während der Sommervorbereitung sehr dicht gedrängt ist und wir mit unserer Lizenzspielermannschaft in dieser Zeit zwischen den obligatorischen Trainingslageraufenthalten zahlreiche Termine wahrnehmen müssen.

Im Moment treffen die beiden Clubs normalerweise im Duell mit zweiter und erster Mannschaft aufeinander. Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass es mal wieder in der Bundesliga zu einem Vergleich kommt?

Die Stadtderbys zwischen dem VfB und den Kickers in der Bundesliga sind für alle Beteiligten unvergessliche Ereignisse und sind weit über die Stadtgrenzen hinaus ein Gesprächsthema. Natürlich würden wir uns freuen, wenn die Kickers wieder in der Bundesliga vertreten wären. Wir drücken zunächst die Daumen, dass in der laufenden Saison der angestrebte Klassenerhalt gelingt und die Kickers mittelfristig wieder höhere Ziele anstreben können.

Auch wenn Sie weiter weg vom Geschehen sind: Was ist aus Ihrer Sicht der Grund dafür, dass die Kickers in der dritten Liga am Tabellenende dümpeln?

Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen. Fakt ist, dass die Stuttgarter Kickers ein Stück Stuttgarter Fußballgeschichte sind und es jammerschade wäre, wenn der Verein in die Regionalliga absteigen müsste.

Der Amoklauf von Winnenden hat die Menschen in ganz Deutschland geschockt. Denken Sie auch darüber nach, in dieser traurigen Angelegenheit ein Wohltätigkeitsspiel mit dem VfB zu veranstalten?

Die schrecklichen Ereignisse von Winnenden und Wendlingen haben uns alle tief bewegt. Selbstverständlich wird der VfB Stuttgart seiner sozialen Verantwortung für die Menschen in unserer Region auch in dieser schwierigen Situation gerecht. Details können wir aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekanntgeben.

Stuttgarter Nachrichten

AUFTAKT ZUM ADM-GEDENKJAHR Klare Sache für den VfB: 5:3 im 163. Stadt-Derby
Von HELMUT HEIMANN

Stadt-Derby der Stuttgarter Kickers gegen den VfB Stuttgart. Vor 3160 Zuschauern im Gazi-Stadion gewannen die Roten im 163. Spiel 5:3 (1:2) gegen die Blauen.

Den Anstoß zum Auftakt des Gedenkjahres zum 5. Todestag des langjährigen Kickers-Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler (1979–2003) machte Ministerpräsident Günther Oettinger (kam zehn Minuten zu spät).

Die Führung für die Hausherren durch Marco Tucci (9.), der auch das zweite Tor erzielte (38.). Für den VfB verwandelte Cacau (16.).

Dann drehten die Roten auf (ohne Nationalspieler, dafür wieder mit Martin Lanig und Yildiray Bastürk nach Verletzungspausen). Jan Simak (54./67.), Julian Schieber (68.) sowie Sven Schipplock (90.) trafen, Mijo Tunjic nochmal für die Blauen (87.).

VfB-Coach Markus Babbel: „Das war sehr unterhaltsam für die Zuschauer.“ Kickers-Trainer Edgar Schmitt grinste: „Der VfB hat uns mitspielen lassen…“

Vorm Spiel wurde im ADM-Sportpark ein Gedenkstein enthüllt. Dann pflanzten die Präsidenten Erwin Staudt und Dirk Eichelbaum symbolisch eine Eiche.

BILD

Kickers unterliegen trotz guter Leistung dem Bundesligisten VfB mit 3:5 (2:1)

in memoriam ADM: Acht Tore im 163. Stuttgarter Fußballderby
„in memoriam ADM“ – unter diesem Motto gedachten die Stuttgarter Kickers am Mittwoch ihrem Ehrenpräsidenten Axel-Dünnwald-Metzler, dessen Todestag sich am 6. April zum fünften Mal jährt. Im Anschluss an die Feierlichkeiten, bei denen zahlreiche Vertreter aus Politik, Sport und Wirtschaft zugegen war, wurde am Abend im GAZi-Stadion das 163. Stuttgarter Fußball-Stadtderby zwischen den Kickers und dem VfB ausgetragen. Im sportlich-reizvollen Vergleich zwischen Drittligist und Erstligist unterlagen die Gastgeber trotz guter Leistung und zweimaliger Führung im ersten Abschnitt vor 3160 Zuschauern mit 3:5 (2:1).

Beim Duell Blau gegen Rot in Gedenken an ADM musste der VfB-Teamchef Markus Babbel auf insgesamt elf Nationalspieler, die momentan bei ihren Auswahlteams weilen, sowie zwei verletzte Akteure verzichten. Auf der Gegenseite fehlte Ralf Kettemann (Mittelfußbruch) verletzt. Außerdem verordnete der Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt seinen Stammkräften Bashiru Gambo, Orlando Smeekes, Mustafa Parmak, Marcus Mann, Torsten Traub und Alexander Rosen angesichts der zahlreichen englischen Wochen eine schöpferische Pause – bereits an diesem Sonntag (14 Uhr) geht es für die Blauen im Drittliga-Heimspiel gegen den FC Bayern München II an gleicher Stätte um wichtige Punkte. Dort wird das am Mittwoch pausierende Kickers-Sextett fraglos wieder dringend gebraucht.

Insgesamt 3160 Zuschauern, darunter auch Ursi Dünnwald-Metzler, wurde bei widrigen äußeren Bedingungen mit wechselweisen Schneefällen und Regengüssen auf dem Rasen des GAZi-Stadions dennoch eine recht flotte Partie geboten. Nachdem der Stuttgart-Möhringer Fallschirmweltmeister Klaus Renz das Spielgerät punktgenau aus der Luft gebracht hatte, führte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther H. Oettinger mit dem von ADP Deutschland gesponserten Spielball symbolisch den Anstoß der Partie aus.

Ein großes Programm abseits des sportlichen Wettstreits sorgte schon vor dem Anpfiff vom Stuttgarter Erstliga-Schiedsrichter Markus Schmidt und ebenso in der Halbzeitpause für viel Stimmung. Verantwortlich dafür zeichneten der lokale Radiosender „Die Neue 107,7“ sowie die Kickers-Partner Bauhaus und Auto Palazzo mit zahlreichen Aktionen im GAZi-Stadion. Für die musikalische Untermalung sorgten außerdem zwei Kapellen: zunächst spielte der Musikverein Gechingen auf, im Anschluss daran folgte die hoffnungsvolle Heavy-Metal-Formation „kissin dynamite“.

Doch, wie gesagt, aus rein sportlicher Sicht gesehen boten auch die beiden Mannschaften den 3160 Fans auf den Rängen des GAZi-Stadions unterhaltsame 90 Spielminuten. Nach neun Zeigerumdrehungen überlistete die Mannschaft von Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt die Abseitsfalle des VfB – Marco Tucci steuerte in der Folge alleine auf den Gäste-Keeper Alexander Stolz zu und erzielte mit einem Flachschuss ins linke Eck das 1:0. In der 17. Minute hieß es dann 1:1, nachdem Gäste-Angreifer Cacau im Anschluss an einen Eckstoß von Elson zum Ausgleich traf. Die Kickers erzielten sieben Minuten vor dem Halbzeitpfiff nach toller Vorarbeit von Michael Schürg die neuerliche Führung zum 2:1-Halbzeitstand – als Torschütze glänzte abermals Marco Tucci.

Nach der Pause war für die Blauen Josip Landeka mit einem 25-Meter-Freistoß nahe am dritten Treffer der Gastgeber dran. Stattdessen fiel das nächste Tor auf der anderen Seite. Einen Gegenstoß schloss Jan Simak mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 2:2 (55.) ab. Zwölf Minuten später war es erneut der Tscheche, der die erste Führung des Bundesligisten an diesem Abend markierte. Sein Mannschaftskollege Julian Schieber legte nur kurze Zeit später das vierte VfB-Tor mit einem Schuss aus halblinker Position ins rechte Eck zum 2:4 nach.

Kurz vor dem Ende blieb es dem eingewechselten U-23-Oberliga-Akteur Mijo Tunjic vorbehalten, mit seinem Treffer zum 3:4 die Sache noch einmal spannend zu gestalten. Mit der letzten Aktion des unterhaltsamen 163. Stuttgarter Lokalduells stellte Sven Schipplock mit seinem Tor schließlich den 3:5-Endstand her.

„Der VfB hat uns mitspielen lassen“, sagte Kickers-Trainer Edgar Schmitt über das „schöne und super faire Spiel“. Auch VfB-Teamchef Markus Babbel war zufrieden: „Es war ein unterhaltsames Spiel, die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen.“

Stuttgarter Kickers: Salz (46. Huber) – Köpf (60. Steinle), Mann (46. Gentner), Dittrich, Härter – Reiß (60. Traut), Deigendesch (60. Ortlieb), Tucci (75. Tunjic), Landeka (60. Petruso) – Galm, Schürg (60. Kacani). Trainer: Schmitt.

VfB Stuttgart: Stolz – Träsch (63. Ismaili), Mandjeck, Delpierre (63. R. Schuster), Enderle (46. Feisthammel) – Hilbert (46. Bastürk), Elson, Lanig, Simak – Schieber, Cacau (63. Schipplock). Trainer: Babbel.

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Tore: 1:0 Tucci (9.), 1:1 Cacau (16.), 2:1 Tucci (38.), 2:2 Simak (55.), 2:3 Simak (67.), 2 :4 Schieber (69.), 3 :4 Tunjic (86.), 3:5 Schipplock (90.)

Zuschauer: 3160 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

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Presse zu Kickers Emden – Stuttgarter Kickers (0:1)

Erst die Partie, dann die Party

Die Mannschaft der Stuttgarter Kickers feiert den Auswärtssieg in Emden auf einem Fanfest

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben nach der Niederlage unter der Woche die entsprechende Reaktion gezeigt und beim Tabellenvierten Emden mit 1:0 gesiegt. „Wir haben taktisch sehr gut gespielt und verdient gewonnen“, sagte der Trainer Edgar Schmitt.

Von Joachim Klumpp

So etwas nennt man wohl Timing, also das richtige Zeitgefühl – und das auf der ganzen Linie. Zunächst bewies der Kickers-Trainer Edgar Schmitt am Samstag ein glückliches Händchen, als er Michael Schürg erstmals in diesem Jahr einwechselte und dem fünf Minuten später prompt das Siegtor zum 1:0 in Emden gelang, nach mustergültigem Pass von Moritz Steinle übrigens. Und dann machte die Mannschaft auf dem Heimweg einen Stopp bei der Fanparty in Oldenburg, die schon lange organisiert war. „Ich war eine Stunde dort und habe dann die Mannschaft feiern lassen“, sagte Schmitt. Und auch der Präsident Dirk Eichelbaum zog sich frühzeitig zurück – mit der erfreulichen Erkenntnis: „Wenn wir die Vorgaben des Trainers weiter so umsetzen, steigen wird nicht ab.“

Die Vorgaben des Trainers sahen nach der enttäuschenden Niederlage unter der Woche in Sandhausen einige Änderungen vor. „Wir haben reagieren müssen“, sagt Schmitt. Mit gleich drei defensiven Mittelfeldspielern (Rosen, Ortlieb und Deigendesch) vor der Viererkette, Ralf Kettemann auf der Spielmacherposition sowie Bashiru Gambo als hängender zweiter Spitze neben Orlando Smeekes. „Ich habe lange überlegt, ob damit nicht das Tempo nach vorne fehlt“, sagte Schmitt, der während des Spiels dann aber die Ruhe selbst war. „Ich bin 90 Minuten auf meinem Stuhl sitzen geblieben.“ Das will was heißen bei dem temperamentvollen Schmitt, der sonst schon mal auf die Tribüne verbannt worden ist. Doch selbst Emdens Trainer Emmerling musste zugeben: „Stuttgart hat nicht unverdient gewonnen.“

Und die Mannschaft hat es sich verdient, in dieser Formation nochmals zusammenspielen, so dass für das nächste Spiel keine Änderungen geplant sind. Selbst der Torschütze Schürg muss sich erst einmal in die Reihe der 27 gesunden Spieler anstellen, wenn auch nicht ganz hinten. Trotz des Siegtreffers hielt sich Schmitt mit Lobeshymnen für den Stürmer zurück. Schließlich hatte der Trainer den Eindruck, dass der in der Winterpause etwas geschlampt hat. Defizite in der Vorbereitung sowie Verletzungen waren die Folge. „Er hatte ja sechs Wochen Urlaub, da kann er sich jetzt ruhig mal wieder etwas reinhängen“, sagte Schmitt und macht damit deutlich, dass der Ex-Ulmer noch Luft nach oben hat. „Er kann ein richtig guter Fußballer werden, wenn er körperlich weiter hart an sich arbeitet.“

Das hat die Mannschaft getan, und vielleicht zahlt es sich in den verbleibenden zwölf Spielen für den Tabellenletzten aus, auch wenn die Spieler immer noch nicht ganz so weit sind, „wie ich sie gerne hätte“, so Schmitt. In dieser Hinsicht zählt er sich zur alten Trainerschule: Typ Magath, Gerland. Und ausgerechnet mit dem Letztgenannten gibt es am nächsten Sonntag ein Wiedersehen, im Spiel gegen Bayern München II.

Doch zuvor steht noch das Benefizspiel gegen den VfB Stuttgart am Mittwoch (18.30 Uhr) im Gazi-Stadion auf dem Programm. Eine willkommene Abwechslung gewissermaßen, erst recht mit dem Erfolg von Emden im Rücken. Der Präsident Eichelbaum sagt zu der Werbung in eigener Sache: „Unser Wunsch war ja, dass wir gewinnen und der VfB gegen Hertha.“ Der hat sich erfüllt, da lässt es sich auch verschmerzen, dass die Hoffnung des Trainers platzte, der gestern die Partie von Wuppertal beobachtete und auf einen Sieg der Braunschweiger Gäste gesetzt hatte. Doch wie sagte Eichelbaum selbstbewusst: „Wir schauen nicht mehr auf die Konkurrenz. Wir müssen drei Mannschaften hinter uns lassen, egal wen.“

Emden: Masuch – Sievers (83. Nägelein), Rauw, Spahic, El-Hammouchi – Nehrbauer (83. Cannata), Zedi – Pfingsten, Mayer (65. Ramaj) – Neitzel, Aidoo.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Traub, Mann, Gentner – Rosen, Ortlieb, Deigendesch – Kettemann (83. Landeka) – Gambo (90. Galm), Smeekes (75. Schürg).

Schiedsrichter: Florian Steuer (Menden).

Tor: 0:1 Schürg (80.).

Stuttgarter Zeitung

Ein Tor macht noch keinen Knipser

Nach 1:0 in Emden fehlen Kickers noch vier Punkte ans rettende Ufer – Schmitt lobt und tadelt Schürg

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers bleiben im Kampf um den Klassenverbleib in der Dritten Fußball-Liga dran: Bei den aufstiegswilligen Kickers aus Emden siegten die Blauen mit 1:0 (0:0) und haben noch vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

VON JÜRGEN KEMMNER

Die Kickers-Profis leisteten in Emden Überstunden. Die etwa 80 mitgereisten Fans aus Stuttgart forderten die siegreichen Kämpfer noch eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff im Embdena-Stadion, und schließlich tauchten die Spieler noch einmal vor dem Fanblock auf. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Kickers-Trainer Edgar Schmitt analysierte dagegen ganz sachlich: „Wir haben taktisch sehr gut gespielt und verdient gewonnen.“

Zwei Ursachen brachten den zweiten Auswärtssieg der Saison: ein konzentriertes Defensivverhalten und die Präsenz eines Knipsers. Schmitt hatte seine Kickers in einem 4-3-1-2-System aufs Feld geschickt – vor der Viererkette bildete eine Dreierkette mit Alexander Rosen, Markus Ortlieb, Benedikt Deigendesch einen Riegel. Die Kickers aus Stuttgart ließen gegen die – zugegebenermaßen nicht besonders einfallsreichen – Emdener nur zwei Chancen zu, die nicht gerade als Hochkaräter durchgehen. Im Lauf der vergangenen Woche hatte sich diese Formation gebildet. „Es hat sich mehr und mehr gezeigt, dass wir so defensiv am besten stehen“, sagt Schmitt, der auch betonte, dass sich das Abwehrverhalten deutlich verbessert hat. 2009 gab es im Schnitt ein Gegentor pro Spiel, in der Vorrunde waren es 2,2. Und da war noch Joker Michael Schürg. Erst in der 75. Minute eingewechselt, folgte in der 80. das goldene Tor in bester Torjägermanier – der 24-Jährige nahm einen weiten Ball vorbildlich an, lief ein paar Schritte und vollendete eiskalt an Emdens Keeper Daniel Masuch vorbei. „Ein sensationelles Tor, er ist da schon ein Luchs“, lobte Schmitt den letztjährigen Oberliga-Torschützenkönig. Doch Schürg nun zum verzweifelt gesuchten Knipser der Blauen zu befördern, das wäre dann doch verfrüht. In den vergangenen sechs Wochen fiel der gebürtige Stuttgarter wegen Achillessehnenproblemen aus, er muss sich zunächst wieder auf den körperlichen Fitnessstand seiner Kollegen bringen. Außerdem erwartet Schmitt eine noch bessere Berufsauffassung. „Er ist ein Toptalent, aber er muss noch härter an sich arbeiten“, sagt der 45-Jährige, „sonst vergeudet er seine Fähigkeiten. Ich erwarte mehr von ihm, als er bisher gezeigt hat.“ Schon am Mittwoch kann Schürg nachlegen – um 18.30 Uhr beginnt das Freundschaftsspiel gegen die Profis des VfB Stuttgart im Gazistadion.

Karten für 8 oder 20 Euro bei Easy Ticket unter Telefon 07 11 / 2 55 55 55, Kassenöffnung am Mittwoch ist um 17 Uhr.

Stuttgarter Nachrichten

Aufholjagd fortgesetzt
Die Stuttgarter Kickers feiern bei Kickers Emden einen 1:0-Auswärtssieg

Emden (bw) – Die emotionale Achterbahnfahrt der Stuttgarter Kickers geht weiter. Dem Zwischenhoch mit zwei Siegen und dem Zwischentief mit zwei Niederlagen folgte jetzt ein 1:0 (0:0)-Erfolg bei Kickers Emden, durch den sich das Drittliga-Schlusslicht der Nichtabstiegszone wieder ein Stück näherte.

Zwar bleiben die „Blauen“ weiter am Tabellenende, da aber zumindest ein Teil der Konkurrenz Federn ließ, schmolz der Abstand auf den rettenden 17. Platz auf vier Punkte. „Ich bin froh, dass wir die Partie gewonnen haben. Wir geben uns nicht auf und werden weiter Gas geben“, kündigte Kickers-Trainer Edgar Schmitt für die verbleibenden zwölf Spiele eine Fortsetzung der Aufholjagd an. Der nächste Schritt soll nun am Sonntag (14 Uhr) zu Hause gegen den FC Bayern München II gemacht werden.In der Partie beim aufstiegsambitionierten Tabellenvierten Emden bewies der Coach mit der Einwechslung von Michael Schürg ein goldenes Händchen. Der Stürmer war sechs Wochen lang verletzt (Entzündung der Achillessehne). Fünf Minuten nachdem er für den glücklosen Orlando Smeekes ins Spiel gekommen war, sorgte Schürg für den Treffer des Tages (80.) und damit gleichzeitig für den fünften Saisonsieg der „Blauen“.Nach der herben 0:2-Pleite beim SV Sandhausen hatte Schmitt sein Team nicht nur auf mehreren Positionen verändert, sondern auch das System umgestellt. Statt wie bislang mit einer Doppelsechs und einem Stürmer agierte der Trainer diesmal mit einer zentralen Offensivkraft (Ralf Kettemann) hinter zwei Spitzen (Bashiru Gambo und Orlando Smeekes). Die Gäste waren das aktivere Team und standen zudem in der Abwehr sicher. Echte Chancen waren aber auf beiden Seiten Mangelware – bis Schürg kam und nach einem steilen Pass von Moritz Steinle den Ball mit einem satten Schuss aus 13 Metern im Tor versenkte. Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Ortlieb – Rosen, Kettemann (83. Landeka), Deigendesch – Gambo (90. Galm), Smeekes (75. Schürg).

Eßlinger Zeitung

Emden ganz schwach – Kickers wieder im Rennen
Schlusslicht meldet sich zurück

Das Duell hätte nicht unterschiedlicher sein können. Aufstiegskampf gegen Abstiegskampf. Doch der Außenseiter aus Stuttgart setzte sich nach guter kämpferischer Leistung gegen enttäuschende Emder verdient durch. Schürg erzielte in der Schlussphase den Treffer des Tages.

Emdens Trainer Stefan Emmerling musste nach dem 0:2 in Paderborn auf den verletzten Moosmayer verzichten. Er ersetzte ihn durch Mayer. Anders auf Seiten der Kickers. Coach Edgar Schmitt nahm nach dem 0:2 in Sandhausen gleich drei Veränderungen vor. Köpf und Landeka mussten auf der Bank Platz nehmen. Traut fehlte aufgrund einer Gelb-Roten-Karte. Gentner, Rosen und Kettemann spielten von Anfang an.

Emden fand den besseren Einstieg in die Partie, konnten die Ostfriesen sich doch vergangene Woche, ohne ein Nachholspiel bestreiten zu müssen, ausruhen. Folglich wollten die Hausherren von Beginn weg die Stuttgarter in die Defensive drängen. Mit mäßigem Erfolg. Die Elf von Edgar Schmitt wehrte sich und so entwickelte sich eine Begegnung, die durch viel Mittelfeldgeplänkel geprägt war.

Die Stuttgarter Kickers wagten sich mit zunehmender Spieldauer immer weiter aus der eigenen Spielfeldhälfte und kamen selbst auch zu Torchancen. Besonders nach Freistößen von Kettemann oder nach Flanken von Steinle wurde es gefährlich, jedoch konnte die Emder Defensive mit viel Mühe immer wieder klären. Von den Gastgebern hingegen war nicht mehr viel zu sehen. Lediglich Neitzel hatte nach schönem Zuspiel die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an Schlussmann Salz (31.).

Die Emder kamen mit viel Schwung aus den Katakomben und hatten gleich die erste Torgelegenheit, welche Nehrbauer nach schöner Kombination vergab (47.). Doch die Bemühungen entpuppten sich als laues Lüftchen, denn die Stuttgarter Kickers befreiten sich schnell aus der Belagerung. Und die Schwaben hatten die Führung auf dem Fuß, jedoch vergab Kettemann völlig frei im Strafraum knapp (50.). Auch in der Folge blieben die Gäste das engagiertere Team auf dem Platz, jedoch fehlte meistens die letzte Konsequenz im Torabschluss.

Erst in der letzten Viertelstunde zeigten die Hausherren ansatzweise, warum sie um den Aufstieg spielen. Doch erneut fehlte die Durchschlagskraft. Und das nutzten die Gäste. Nach einem steilen Pass steuerte der eingewechselte Schürg auf Masuch zu und vollendete souverän zum Siegtreffer (81.). In den letzten Minuten hätte die Niederlage für Emden noch höher ausfallen können, jedoch vergab Stuttgart gute Chancen.

Emden muss am kommenden Samstag zum Verfolgerduell nach Düsseldorf reisen. Die Stuttgarter Kickers treffen am kommenden Sonntag zuhause auf den FC Bayern II.

Kicker

Vier Kickers-Tore, drei Elfmeter und zwei Platzverweise – U23 gewinnt 4:2

Die U23 der Kickers gewann am Sonntag Nachmittag mit 4:2 (2:2) gegen den SC Bahlingen und verbuchte damit den zweiten Sieg in Folge. Mit 28 Zählern haben die „Blauen“ damit den Anschluss an das Mittelfeld wieder hergestellt.

Wie schon vor einer Woche beim Sieg in Walldorf erzielten die „kleinen“ Blauen wieder vier Tore und kommen nun auf insgesamt 42 Saisontreffer – nur Sonnenhof und Hoffenheim trafen bisher öfter.

Die ersten zehn Minuten des Spiels gehörten aber den Südbadenern, die die Kickers gleich mächtig unter Druck setzen konnte. Und nach vier Minuten gelang dem SC Bahlingen auch der Führungstreffer durch Torben Stuckart. Die Stuttgarter Kickers aber davon unbeeindruckt und schon in der 14. Minute traf Sokol Kacani durch einen Foulelfmeter zum Ausgleich. Er selbst war vorher im Strafraum gefoult worden und verwandelte den anschließenden Strafstoss sicher zum 1:1.

Zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff war es wieder Kacani, der die Degerlocher in Führung brachte. Mit einem trockenen Schuss aus 10 Metern ließ er Bahlingens Torhüter Mario Neumann keine Chance. Kurz vor dem Pausenpiff dann wieder die Gäste, die durch Johannes Fiand zum 2:2-Halbzeitstand traf.

Die Kickers in der zweiten Spielhälfte nur durch Fouls im Strafraum zu stoppen. Zunächst in der 71. Spielminute, als Kacani im Strafraum umgerissen wurde und in der 85. Minute als Marcel Ivanusa gefoult wurde. Beide Elfer verwandelte Marcel Ivanusa sicher und erzielte somit Saisontor Nummer zehn und elf.

Hektik in den letzten Minuten des Spiels als Bahlingens Fabrice Behringer wegen Meckerns mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde (85. Minute) und kurz danach auch Bernhard Wiesler die gelb-rote Karte wegen wiederholtem Foulspiel sah (90.).

„Wir haben uns durch das schnelle Führungstor der Bahlinger nicht beirren lassen“, kommentierte Kickers-Trainer Björn Hinck die Begegnung und fügte hinzu: „In den entscheidenden Phasen des Spiels waren wir die cleverere Mannschaft.“

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BSV Kickers Emden – Stuttgarter Kickers 0:1 (0:0)

Die Stuttgarter Kickers gewinnen das Duell gegen den Namensvetter aus Emden mit 1:0. Mann des Tages war Michael Schürg, der drei Minuten nach seiner Einwechslung das Tor des Tages erzielte. Am Ende war es ein verdienter Sieg der Blauen, die die aktivere Mannschaft im Emdener Embdena-Stadion waren. Die Mannschaft von Edgar Schmitt zeigte vor den 2.430 Zuschauern die erhoffte Reaktion auf die schwache Partie im Nachholspiel beim SV Sandhausen.

Zum Spiel:

Herrliches Fussballwetter erwartete die Stuttgarter Kickers am Samstag Nachmittag bei Auswärtsspiel im Emden. Kickers-Trainer Edgar Schmitt mit einigen Veränderungen im Vergleich zum Sandhausen Spiel: In der Viererkette rückte Thomas Gentner wieder für Simon Köpf in die Anfangself. Dazu ein neu formiertes Mittelfeld mit Markus Ortlieb im defensiven Bereich, Ralf Kettemann offensiv und über die Außenseiten Alexander Rosen und Benedikt Deigendesch. Bashiru Gambo bildete mit Orlando das Sturmduo.

Der SVK mit viel Engagement in der Anfangsphase, aber ohne nennenswerte Torchancen, so wie auch die Gastgeber aus der Seehafenstadt. Besonders nach Freistößen von Ralf Kettemann oder nach Flanken von Moritz Steinle wurde es gefährlich, jedoch konnte die Emder Defensive mit viel Mühe immer wieder klären. Nach 32 Minuten die bis dato beste Torchance des Spiels, als Enrico Neitzel aus spitzem Winkel an Kickers-Schlussmann Manuel Salz scheitert. Es sollte die einzige richtig torgefährliche Szene für den Aufstiegsanwärter in der ersten Halbzeit bleiben.

Direkt nach dem Anpfiff zur zweiten Spielhälfte dann die bis dahin größte Einschussmöglichkeit für die Degerlocher. Orlando Smeekes legt den Ball im Strafraum auf Ralf Kettemann ab, aber dessen Schlenzer geht knapp vorbei (50.). Auch in der Folge blieb der SVK das engagiertere Team auf dem Platz, jedoch fehlte meistens die letzte Konsequenz im Torabschluss. Nach 75. Spielminute wechselte Kickers-Trainer Edgar Schmitt den glücklosen Orlando aus. Für ihn kam Michael Schürg ins Team, und der schlug ein: nach nur drei Minuten auf dem Feld erzielte der 24jährige mit einem trockenen Schuss aus 13 Meter die Fürhrung für die Degerlocher (81.). Danach gleich noch eine Chance für den Kickers-Stürmer, aber Emdens Torhüter Mausch klärt (86.).
Am Ende bringen die Stuttgarter Kickers die Führung sicher über die Zeit und gewinnen mit 1:0.

Edgar Schmitt: „Ich bin froh, dass wir die Partie gewonnen haben. Wir haben taktisch sehr gut gespielt und das Spiel verdient gewonnen.“

Die Spielstatistik:

Kickers Emden: Masuch – Rauw, Spahic, El Hammouchi – Nehrbauer (83. Sievers), R. Zedi – Pfingsten – Reddig, A. Mayer (65. Ramaj) – Neitzel, Aidoo – Trainer: Emmerling
Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Rosen, Ortlieb, Deigendesch, Kettemann (84. Landeka) – Gambo (90. Galm), Orlando (76. Schürg) – Trainer: Schmitt

Torfolge:
0:1 Schürg (79.)

Schiedsrichter:
Steuer (Menden)

Verwarnungen:
gelbe Karten: Gentner (37.)

Zuschauer:
2.430 Fans im Embdena-Stadion

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Vorberichte II Kickers Emden – Stuttgarter Kickers

Kickers in Emden ohne Parmak
STUTTGART (ump). Die erste Wut nach der Niederlage in Sandhausen ist bei dem Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers gestern verraucht gewesen. Die Mannschaft hat 80 Minuten auf dem Trainingsplatz gestanden, das mentale Einschwören auf die Partie morgen (14 Uhr) bei Kickers Emden erfolgt noch. „Wir haben auf der Fahrt genug Zeit“, sagt der Trainer Edgar Schmitt, der seine Brandrede vom Dienstag damit begründet, „dass wir inzwischen höhere Ansprüche an die Mannschaft stellen“. Denen wurde sie beim 0:2 nicht gerecht, so dass auch der Manager Joachim Cast nochmals betont: „Das muss ein einmaliger Ausrutscher bleiben.“

Neben dem gesperrten Sascha Traut („Er darf in der zweiten Mannschaft spielen“, so Cast) bleibt auch Mustafa Parmak wegen seines Bänderanrisses zu Hause. Bashiru Gambo, der gestern im Training umgeknickt war, ist ebenso dabei wie der Kapitän Alexander Rosen. „Ansonsten muss ich mir über die Aufstellung noch Gedanken machen“, sagt Schmitt. Die Mannschaft wird nach der Partie in Emden an einer Kickers-Fanparty in Osnabrück teilnehmen. „Für die Stimmung dort wäre es natürlich nicht schlecht, wenn wir in Emden etwas mitnehmen würden“, sagt Cast.

Stuttgarter Zeitung

Parmak fällt aus, Gambo-Einsatz offen

Kickers mit Personalsorgen

Stuttgart (kli) – Schrecksekunde für die Stuttgarter Kickers: Bashiru Gambo ist am Donnerstag im Training umgeknickt und hat sich eine Bänderverletzung am Knöchel zugezogen. Ob der Spielmacher in der Partie bei Kickers Emden (Samstag, 14 Uhr) spielen kann, entscheidet sich erst kurzfristig. Definitiv nicht zum Einsatz kommen Mustafa Parmak und Sascha Traut (gesperrt). „Mustafa trotz seiner Bänderverletzung aufzustellen bringt nichts. Er hat es in Sandhausen zwar versucht, sich spritzen zu lassen und zu spielen – aber er soll lieber mal eine Woche Pause machen“, sagt Kickers-Trainer Edgar Schmitt. Statt Parmak und Traut stehen diesmal Michael Schürg und Jens Härter im Kader.

Stuttgarter Nachrichten

„Wir greifen noch mal richtig an“

Die Stuttgarter Kickers reisen geläutert zu Kickers Emden

Stuttgart – Bei Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist die Wut nach der 0:2-Pleite am Dienstag beim SV Sandhausen verraucht und wieder dem (Zweck- ) Optimismus gewichen. „Wir greifen noch mal richtig an – da bin ich mir ganz sicher“, sagt Edgar Schmitt, Trainer des Tabellenschlusslichts, vor der Partie morgen (14 Uhr) bei Kickers Emden.

Von Beate Wockenfuß

So deutliche Worte wie in Sandhausen gab es von Schmitt und Manager Joachim Cast noch nie zu hören. Hatte sich das Duo bisher stets schützend vor die Spieler gestellt und immer wieder deren Willen und kämpferischen Einsatz hervorgehoben, griffen sie die Mannschaft nach der jüngsten Niederlage ungewohnt scharf an. Von „kollektivem Versagen“ (Cast) und „katastrophaler Leistung“ (Schmitt) war die Rede. Jetzt haben sich die Gemüter wieder etwas beruhigt. „Es wollten ja alle, aber es ging nicht“, meint der Coach und fügt zur Verteidigung seiner Schützlinge an: „Vier Spiele hintereinander sind eben auch eine enorme psychische und physische Belastung, die viele so noch nie erlebt haben.“ Und das hatte Folgen. „Manche dachten, es geht auch mit bisschen weniger. Deshalb war meine Wut so groß“, erklärt Schmitt und betont: „Wir stellen mittlerweile höhere Ansprüche.“Auch Cast packt die Profis noch mal bei der Ehre. „In unserer Situation dürfen wir uns solche Auftritte einfach nicht erlauben“, sagt der Manager. Fünf Punkte sind es bis zum rettenden Ufer. 13 Spiele stehen noch aus. „Das muss ein einmaliger Ausrutscher bleiben, sonst werden wir Probleme kriegen, den Rückstand aufzuholen“, betont Cast und sagt dann den in solchen Situationen wohl am häufigsten gebrauchten Satz: „Die Mannschaft ist gefordert, die richtige Reaktion zu zeigen.“Die Spieler hatten sich noch am Dienstag zusammengesetzt und die Pleite ausgewertet. Heute haben Mannschaft und Trainer 680 lange Kilometer Zeit, die Marschroute auf engstem Raum gemeinsam zu diskutieren. Um 6 Uhr startet der Bus nach Emden. „Da sind wir ganz ganz lange allein und können Revue passieren lassen, was gewesen ist und was sein soll“, kündigt Schmitt vielsagend an. Nicht mit auf die Reise in den Norden gehen Mustafa Parmak (Bänderanriss) und Sascha Traut (Gelb-Rot-Sperre). Dagegen kehren Jens Härter und Michael Schürg in den Kader zurück. So wollen sie spielen: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Rosen – Galm, Gambo, Landeka – Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Vorberichte Kickers Emden – Stuttgarter Kickers

Die Kickers unter Druck: letzte Ausfahrt Emden?

Der Präsident Dirk Eichelbaum fordert vor dem nächsten Spiel: „Wir müssen Punkte holen, wenn keiner damit rechnet“

STUTTGART. Bereits morgen früh um sechs Uhr reist der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers zum Spiel nach Emden. Dort erwartet der Präsident Dirk Eichelbaum eine Reaktion von der Mannschaft. Die hatte nach dem 0:2 in Sandhausen aber erst einmal frei.

Von Joachim Klumpp

Eigentlich ist gestern Morgen für zehn Uhr ein Training angesetzt gewesen – doch dann: Tote Hose in Degerloch. Edgar Schmitt hat es sich anders überlegt. Und der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum sagt: „Ich weiß, dass unser Trainer die Spieler am liebsten noch in der Nacht zum Straftraining verdonnert hätte, aber man muss das Pensum jetzt aufgrund der englischen Wochen eben auch dosieren.“ Wenn“s hilft. Doch nach der unter dem Strich peinlichen 0:2-Niederlage in Sandhausen hätte es genügend Gesprächsbedarf gegeben – auch ohne harte Arbeit. Wie sagte Schmitt: „Leider war keine Kamera im Stadion, sonst hätten sich die Spieler das gleich zweimal anschauen können.“ Diese Ansammlung von Fehlern.

Ohne den Torhüter Manuel Salz wären die Kickers mit einer richtigen Klatsche nach Hause gefahren. Die Mängelliste ist so lang gewesen, dass der Tüv für die dritte Liga unter diesen Umständen zum Saisonende am 23. Mai nicht verlängert werden könnte: Die Abwehr ungewohnt unsicher, das Mittelfeld nicht kompakt genug und der Angriff eine verkappte Ein-Mann-Schau des eifrigen Orlando Smeekes – und das alles gegen eine Mannschaft wie Sandhausen, für die es in der Liga im Prinzip um nichts mehr geht.

Im Gegensatz zu den Kickers. „So kann es nicht weitergehen“, weiß auch der Präsident, der am Samstag eine Reaktion von der Mannschaft beim Namensvetter Kickers Emden erwartet. Emden als letzte Chance? „Es kommt immer auf die Art und Weise der Niederlage an“, sagt Eichelbaum zu möglichen Szenarien. Und ein frustrierter Manager Joachim Cast fügt hinzu: „Wenn das Spiel am Dienstag unsere wahre Leistungsstärke wäre, könnten wir dichtmachen.“

Die Frage ist nun, was ist das wahre Gesicht der Kickers? Die Siege in Aue (allerdings 70 Minuten in Überzahl) oder gegen Unterhaching – oder der durchwachsene Auftritt gegen Erfurt oder gar die Niederlage in Sandhausen? Eichelbaum sagt: „Wir müssen jetzt auch mal Punkte holen, wenn keiner damit rechnet.“ Emden, der Tabellenvierte, wäre dazu prädestiniert, zumal in Ostfriesland erschwerte Bedingungen herrschen. Was vor allem die Platzverhältnisse angeht. „Das weiß jeder, der schon einmal dort war oder die Bilder im Fernsehen gesehen hat“, sagt Cast. Auf dem weichen Untergrund sind besonders Kampf und Einsatz gefordert – Tugenden, die die Kickers in Sandhausen vermissen ließen.

Man kann deshalb davon ausgehen, dass die Mannschaft wieder ein anderes Gesicht bekommt, nachdem am Dienstag der Kapitän Alexander Rosen mehr als eine Stunde lang nur auf der Bank gesessen hat. Der 21-jährige Neuzugang Simon Köpf dagegen durfte, oder musste, durchspielen, obwohl er gegen Roberto Pinto überfordert war. „Das haben wir auch gesehen, aber wir wollten auf Offensive setzen, deshalb haben wir ihn nicht ausgewechselt“, sagt Schmitt zu der Maßnahme und fügt hinzu. „Er war nicht gut, aber damit in guter Gesellschaft.“ Oder wie es Cast ausdrückt: „Die Mannschaft hat kollektiv versagt.“ Wobei sich Sascha Traut besonders negativ hervortat, nicht nur wegen einer Gelb-Roten Karte. Cast: „Die passte ins Bild.“

Abgesehen von personellen Umstellungen könnte Edgar Schmitt am Samstag aber auch über eine taktische Änderung nachdenken und wieder (wie vor der Winterpause) mit zwei Stürmern auflaufen, da der schnelle Orlando Smeekes als einzige Spitze letztlich verschenkt ist. „Aber wir dürfen jetzt auch nicht in Aktionismus verfallen“, sagt der Trainer, der zuletzt immer betont hatte: „Wir schaffen den Klassenverbleib. Wir können jeden Gegner schlagen.“ Den Beweis ist die Mannschaft in Sandhausen schuldig geblieben – und zwar auf der ganzen Linie.

Stuttgarter Zeitung

Ultimativer Weckruf für Kickers-Spieler

Trainer Schmitt und Manager Cast gehen Team bewusst hart an – Duell in Emden als Frage der Ehre

Stuttgart – Eine Brandrede als Wachmacher: Edgar Schmitt, der Trainer der Stuttgarter Kickers, faltete seine Mannschaft nach dem 0:2 beim SV Sandhausen zusammen wie noch nie. Und das ganz bewusst: Er erwartet am kommenden Samstag (14 Uhr) bei Kickers Emden eine Trotzreaktion.

VON JÜRGEN FREY

Mustafa Parmak hat in seiner Zeit bei TuS Koblenz viel erlebt. Vor allem auch in Uwe Rapolder einen Trainer, der für seine emotionalen Ausbrüche berüchtigt ist. Doch Parmaks aktueller Coach bei den Blauen übertraf in Sandhausen alles: In der Halbzeit und nach der Partie mutierte Edgar Schmitt zum HB-Männchen. Er flippte völlig aus. „In der Kabine haben die Wände gewackelt“, bestätigt Mittelfeldspieler Parmak – und fügt selbstkritisch hinzu: „Völlig zurecht.“ Viel zu wenig hielt das Drittliga-Schlusslicht am Hardtwald dagegen. Einer für alle, alle für einen, dieses Motto galt für die Blauen an diesem Abend nicht. Die Mannschaft versagte im Kollektiv.

Wie so etwas in der prekären Lage, in der die Kickers stecken, zu erklären ist? „Vielleicht haben manche nach drei guten Spielen gedacht, es geht von alleine so weiter“, vermutet Manager Joachim Cast. Deshalb ließ auch er Dampf ab wie nie. Selbst mit einem Tag Abstand schäumte der 41-Jährige noch vor Wut: „Wir haben uns präsentiert wie ein Absteiger. So etwas darf nie wieder vorkommen.“ Und mit Blick auf das Spiel bei den kampfstarken Ostfriesen in Emden stellte er klar: „Wenn wir uns dort nicht wehren, werden wir gnadenlos untergehen.“

Der Hintergrund der Botschaft ist klar: Mit ihrer scharfen öffentlichen Kritik wollten die Kickers-Strategen die Spieler an der Ehre packen, die letzten Reserven aus der Mannschaft herauskitzeln. Wer nun aber glaubt, Schmitt hätte dem Team gestern ein Straftraining aufgebrummt, täuscht sich allerdings. Der 45-Jährige griff ganz tief in die psychologische Trickkiste und setzte die ursprünglich für Mittwoch angesetzte Übungseinheit ab. „Ich wollte die Spieler einfach nicht mehr sehen“, begründete Schmitt die ungewöhnliche Maßnahme. Von Joachim Cast bekam er Unterstützung: „Es schadet nicht, wenn jeder Einzelne mal in sich geht.“

Die Spieler haben sich noch in Sandhausen in der Kabine zusammengesetzt und die Lage analysiert. Ohne Trainer. Gestern kam etwa die Hälfte der Mannschaft freiwillig in den ADM-Sportpark und absolvierte ein Regenerationsprogramm. Heute (10 Uhr) folgt das nächste Training, und morgen um 6 Uhr startet der Mannschaftsbus Richtung Emden. Ob der ultimative Weckruf tatsächlich beim Team angekommen ist, wird sich am Samstag auf dem Platz zeigen. Cast: „Ich bin ganz sicher, dass wir eine Reaktion der Mannschaft sehen werden.“ Wenn nicht, müssen sich die Blauen langsam, aber sicher mit dem Abstieg abfinden.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu SV Sandhausen – Stuttgarter Kickers (2:0)

Kickers-Trainer Schmitt tobt
Der Fußball-Drittligist präsentiert sich bei der 0:2-Niederlage in Sandhausen wie ein Absteiger

SANDHAUSEN. Die Stuttgarter Kickers haben das Nachholspiel in der dritten Liga beim SV Sandhausen 0:2 (0:1) verloren. „Das war überhaupt nichts“, ärgerte sich der Trainer Edgar Schmitt.

Von Joachim Klumpp

So wie gestern Abend hat man den Kickers-Trainer Edgar Schmitt in Stuttgart noch nicht erlebt. Er war auf hundertachtzig. „Das war ein Katastrophenspiel“, sagte er nach der 0:2-Niederlage, „vorne nichts, hinten nichts – überhaupt nichts.“ Ein Rückfall in schon überwunden geglaubte Zeiten. „Unverständlich“, meinte auch der Präsident Dirk Eichelbaum. Dabei waren die Kickers eigentlich gut vorbereitet gewesen auf das Gastspiel in Nordbaden. Vor exakt zwei Wochen ist die Mannschaft schon einmal in Sandhausen gewesen – als Zaungast der Partie gegen Werder Bremen II. Der Anschauungsunterricht war letztendlich umsonst. „Vielleicht haben einige nach zwei Siegen gedacht, das geht von alleine“, sagte der Manager Joachim Cast nach dem mutlosen Auftritt der Mannschaft.

Zwar begannen die Kickers vor den 1720 Zuschauern im Hardtwaldstadion gut, vor allem dank Orlando Smeekes, doch nach einer Viertelstunde war die Herrlichkeit bereits vorbei. Sandhausen wurde von Minute zu Minute stärker, vor allem dank Roberto Pinto, der über die rechte Seite fast an allen gefährlichen Angriffen der Gastgeber beteiligt war und in der 26. Minute Pech hatte, als er mit einem gefühlvollen Heber nur die Latte traf. Der junge Gegenspieler Simon Köpf jedenfalls war völlig überfordert, nachdem er für Gentner in die Startformation gerückt war – als einer von drei neuen Spielern. War die Hereinnahme von Bashiru Gambo für den mit einem Bänderanriss gehandicapten Mustafa Parmak erwartet worden, kam die Nichtberücksichtigung des Kapitäns Alexander Rosen doch mehr als überraschend. „Er darf heute mal pausieren“, sagte der Manager Joachim Cast nur, zumindest bis zur 66. Minute. Was allerdings nicht nur mit der Dauerbelastung der englischen Wochen zu tun haben dürfte, sondern auch mit den zuletzt gezeigten Leistungen, die eine solche Maßnahme durchaus rechtfertigten.

Doch gestern lief auch ohne Rosen nichts zusammen, im Mittelfeld klafften große Löcher. Noch vor der Pause wurde die Überlegenheit Sandhausens belohnt. Nachdem Alf Mintzel im Strafraum nach einem Zweikampf mit Benedikt Deigendesch zu Fall kam, gab es Elfmeter. Und den verwandelte – genau, Pinto – sicher und auch verdient zur 1:0-Pausenführung. Edgar Schmitt reagierte und setzte nun auf Offensive. In der Pause kamen Parmak (für Landeka) und Tucci als zweite Spitze (für Deigendesch). Und der hatte prompt die Chance zum Ausgleich, doch seinen Kopfball lenkte Torwart Gurski zur Ecke (51). Und auch der Seitfallzieher von Smeekes wäre ein Tor wert gewesen.

Ein Strohfeuer, mehr nicht. Zumal nach einer Stunde der nächste Schreck folgte, als der bereits verwarnte Sascha Traut nach Foul an Mintzel erneut Gelb sah – und zum Duschen gehen konnte. „Das war die Krönung seiner Leistung“, ärgerte sich Cast später, und Schmitt sagte: „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir mit sechs oder sieben Toren nach Hause geschickt worden wären.“ Am Ende blieb es beim 2:0 für Sandhausen, das der eingewechselte Müller aus 18 Metern erzielte (79.).

„Vierte Liga, Stuttgart ist dabei“, skandierten Sandhausens Fans. So weit ist es zwar noch nicht, aber viel fehlt nicht mehr, wenn man die Leistung von gestern als Maßstab nimmt. „Wir haben gespielt wie ein Tabellenletzter“, gab der Manager Cast zu. Was tun? Ein Mentaltrainer wird jedenfalls auf die Schnelle nicht kommen. „Aus diesem Schlamassel muss sich die Mannschaft selbst rausziehen“, sagt Cast. Am Freitag geht es nach Emden. Um sechs Uhr morgens. Nicht zur Strafe, zur Übung. Vor Ort soll schließlich noch für das Spiel am Samstag trainiert werden. Die Mannschaft hat es nötig.

Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Kirsch – Kolb – Pinto (75. Müller), Leandro, Mintzel (82. Eberlein) – Haas (46. Boskovic), Öztürk.

Stuttgart: Salz – Steinle, Traub, Mann, Köpf – Deigendesch (46. Tucci), Ortlieb – Traut, Gambo (66. Rosen), Landeka (46. Parmak) – Smeekes.

Schiedsrichter: Thomas Gorniak (Bremen).

Tore: 1:0 Pinto (40., Foulelfmeter), 2:0 Müller (79.).

Gelb-Rote Karte: Traut (61.).

Stuttgarter Zeitung

0:2 – Kickers-Coach Schmitt schlägt Alarm
Nach schwacher Vorstellung in Sandhausen wird die Lage im Kampf gegen den Abstieg immer prekärer

Sandhausen – Erneuter Rückschlag für die Stuttgarter Kickers: Der Fußball-Drittligist hat das Nachholspiel beim SV Sandhausen mit 0:2 (0:1) verloren und leichtfertig eine weitere Möglichkeit zur Aufholjagd vergeben.

VON THERESA DÖFT

Wenige Minuten nach dem Abpfiff platzte Edgar Schmitt der Kragen. Als der Kickers-Trainer auf der Pressekonferenz um seinen Kommentar zum Spiel gebeten wurde, sprach er Tacheles. „Das war heute ein katastrophales Spiel von uns. Das war offensiv nichts – und defensiv nichts“, schimpfte Schmitt, „wenn Sandhausen die Chancen besser genutzt hätte, wäre das Spiel 0:7 ausgegangen.“ Lediglich einen Kickers-Spieler nahm der Coach bei seinem verbalen Rundumschlag von seiner Kritik aus: Torhüter Manuel Salz, der eine gute Leistung zeigte.

Dass Schmitt mit seiner Elf derart hart ins Gericht ging und Manager Joachim Cast dem Team sogar „kollektives Versagen“ vorwarf, zeigt: Beim Schlusslicht auf der Waldau brennt der Baum. Der Auftritt in Sandhausen dürfte Konsequenzen haben.

Die Mannschaft spielte am Hardtwald über weite Strecken schwach und unterlag verdient – völlig chancenlos waren die Kickers aber nicht. In der ersten Hälfte wäre Sandhausen neben dem von Roberto Pinto verwandelten Foulelfmeter (40.) – zuvor hatte Benedikt Deigendesch Alf Mintzel gefoult – zwar durch einen Heber von Pinto (28.), der an der Latte abprallte, beinahe ein zweites Tor gelungen. Gerade aber zu Beginn der zweiten Hälfte spielten die Blauen ordentlich und erarbeiteten sich gute Chancen. Zwischen der 51. und 53. Minute scheiterte aber Orlando Smeekes gleich zweimal, und auch Marco Tucci machte es in aussichtsreicher Position nicht besser.

Die offensivere Ausrichtung von Edgar Schmitt, der in der Pause für den defensiven Mittelfeldspieler Deigendesch in Tucci einen zweiten Stürmer brachte, schien sich auszuzahlen. Neben den drei Großchancen kamen die Kickers zu weiteren guten Möglichkeiten. Auf der anderen Seite hatten sie dagegen Glück, dass Schiedsrichter Thomas Gorniak Danko Boskovics Kopfballtor (59.) wegen eines Fouls des Sandhauseners nicht gab. In der 61. Minute machten sich die Kickers das Leben noch schwerer: Sascha Traut, der zuvor wegen Meckerns Gelb gesehen hatte, musste nach einem Foul mit Gelb-Rot vom Platz. „Der Platzverweis war typisch für seine Leistung“, kritisierte Schmitt. Die Badener nutzten die Überzahl bestens aus und erspielten sich einige gute Chancen – sorgten aber erst in der 79. Minute durch den Treffer von Nicolai Müller, der den Ball aus 20 Metern unhaltbar ins Tor hämmerte, für die Entscheidung. Einziger Vorteil für die Kickers: Bereits am Samstag in Emden können sie sich rehabilitieren.

Stuttgarter Nachrichten

„Kollektives Versagen“
Die Stuttgarter Kickers verlieren die Nachholpartie beim SV Sandhausen mit 0:2

Sandhausen (bw) – Die Stuttgarter Kickers mussten im Abstiegskampf den nächsten herben Rückschlag einstecken. Der Fußball-Drittligist kassierte gestern Abend in der Nachholpartie beim SV Sandhausen eine 0:2 (0:1)-Niederlage und droht den Anschluss zu verpassen.

Der Abstand des Tabellenschlusslichts zu den Nichtabstiegsplätzen ist zwar konstant bei fünf Punkten geblieben, doch in Werder Bremen II punktete gestern ein direkter Konkurrent. Die Hanseaten feierten überraschend einen 1:0-Auswärtssieg beim FC Erzgebirge Aue. Heute haben zudem noch Jahn Regensburg und der VfR Aalen die Chance, sich etwas abzusetzen.Während Kickers-Manager Joachim Cast nach der zweiten Niederlage innerhalb von vier Tagen enttäuscht von einem „kollektiven Versagen“ der Mannschaft sprach, ließ auch Trainer Edgar Schmitt seinem Frust freien Lauf. „Wir haben hinten und vorne eine katastrophale Leistung gezeigt“, schimpfte der Coach, nahm allerdings Torhüter Manuel Salz als einzigen Kickers-Akteur aus dieser Kritik heraus. Hätte der 23-Jährige nicht mehrfach mit Glanzparaden Großchancen der Gastgeber pariert, wäre die Niederlage der Kickers noch weitaus höher ausgefallen. „Wir hätten hier mit 0:7 verlieren können“, haderte Schmitt mit seinem Team. Der Trainer der „Blauen“ hatte in der Startformation gegenüber der 1:2-Heimniederlage gegen Rot-Weiß Erfurt drei Änderungen vorgenommen. Neben dem angeschlagenen Mustafa Parmak (Bänderdehnung), für den Bashiru Gambo im offensiven Mittelfeld spielte, blieben auch Kapitän Alexander Rosen und Außenverteidiger Thomas Gentner erst einmal auf der Bank. Sie wurden durch Markus Ortlieb und Simon Köpf ersetzt.Die Kickers hatten zunächst mehr vom Spiel, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Nach 15 Minuten übernahmen die Gastgeber die Regie und erspielten sich einige gute Chancen, die Salz zunichte machte. Nach einem Foul von Benedikt Deigendesch an Alf Mintzel erzielte Roberto Pinto (40.) per Strafstoß die Führung für die Gastgeber. In der zweiten Hälfte drängten die Kickers auf den Ausgleich. Für Deigendesch war in Marco Tucci ein zweiter Stürmer ins Spiel gekommen. Parmak wurde für Josip Landeka eingewechselt. Das Powerplay der „Blauen“ blieb aber unbelohnt und wurde später durch die Gelb-Rote Karte für Sascha Traut (61.) erschwert. Mit Kapitän Rosen kämpften die „Blauen“ leidenschaftlich weiter, doch die größeren Chancen hatte weiter Sandhausen. Während Salz noch mehrmals retten konnte, war er bei einem Schuss von Nicolai Müller schließlich machtlos. Der SV-Stürmer sorgte fünf Minuten nach seiner Einwechslung für den 2:0-Endstand (80.). Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Köpf – Deigendesch (46. Tucci), Ortlieb – Traut, Gambo (67. Rosen), Landeka (46. Parmak) – Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Ampelkarte für Traut
Der SVS rückt vor

Der SV Sandhausen hat gegen das Schlusslicht Stuttgarter Kickers einen 2:0-Pflichtsieg eingefahren und konnte mit dem dritten Sieg in den letzten vier Partien seine Position im Mittelfeld stabilisieren. Das Schmitt-Team verlor nicht nur die Partie, sondern auch noch Traut mit der Gelb-Roten Karte.

Gegenüber dem 1:1 gegen Burghausen nahm Sandhausens Trainer Gerd Dais nur eine Umstellung vor. In der Abwehr ersetzte Beisel Eberlein. Bei den Stuttgarter Kickers gab es im Vergleich zum 0:2 in Paderborn drei Änderungen in der Startelf: Gambo, Köpf und Ortlieb spielten für Gentner, Rosen und Parmak.

Die Kickers hatten im Hartwaldstadion zunächst mehr vom Spiel, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Mit zunehmender Spieldauer übernahm aber der SVS das Kommando. Und die Sandhauser konnten sich auch Chancen erspielen. Doch zunächst scheiterte Haas an Kickers-Keeper Salz (17.), Pinto lupfte den Ball an das Aluminium (28.).

In der 40. Minute war es dann aber soweit. Nach einem Stoß von Deigendesch gegen Mintzel gab es Elfmeter für Sandhausen. Pinto trat an, der Portugiese verwandelte sicher.

In der zweiten Halbzeit versuchten die Kickers, der Partie noch eine Wende zu geben. Sandhausen stand in der Defensive aber sicher und ließ nur wenig zu. Nach einer Stunde schwächten sich die Stuttgarter selbst, Traut musste mit der Ampelkarte den Platz verlassen.

Trotz Unterzahl konnten sich die Stuttgarter in der Folgezeit ein optisches Übergewicht erspielen. Dies ging allerdings auf Kosten der Stabilität in der Defensive. Und der eingewechselte Nicolai Müller nutzte eine der Lücken zum entscheidenden 2:0 in der 79. Minute aus.

Der SV Sandhausen gastiert am kommenden Samstag in Regensburg, die Stuttgarter Kickers treten ebenfalls am Samstag in Emden an.

Kicker

Kickers treffen das Tor nicht und unterliegen in Sandhausen mit 0:2

Rückschlag im Abstiegskampf. Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat sein Nachholspiel am Dienstagabend beim SV Sandhausen mit 0:2 verloren. Für den Tabellenachten erzielten Roberto Pinto (40., Foulelfmeter) und der eingewechselte Nicolai Müller (80.) die Tore zum insgesamt verdienten Sieg. Bei den Blauen, die von der 61. Minute an nach Gelb-Rot für Sascha Traut in Unterzahl agieren mussten, war die Chancenverwertung erneut ein Manko. Trotz einiger guter Gelegenheiten für die Gäste durch Marco Tucci, Orlando Smeekes und des eminent fleißigen Orlando Smeekes blieb am Ende die Null stehen.

Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt hatte in Sandhausen seine Startformation gegenüber dem Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt auf drei Positionen verändert. Marcus Ortlieb, Bashiru Gambo und Simon Köpf ersetzten Alexander Rosen, Mustafa Parmak und Thomas Gentner, die zunächst Platz auf der Bank nahmen. Die Gäste starteten druckvoll in das Gastspiel bei den Kurpfälzern und übernahmen nach einem Warnschuss von Sascha Traut zunächst die Regie.

Dieses Bild änderte sich nach einer Viertelstunde Spielzeit. Der SV Sandhausen kam nun über die Außenpositionen besser ins Spiel und erarbeiteten sich in der Folge einige Tormöglichkeiten. Die beste hatte Roberto Pinto für die Hausherren: Sein als Lupfer gedachter Schuss klatschte an die Querlatte des Stuttgarter Gehäuses, anschließend bereinigte der abermals sehr gut aufgelegte Kickers-Rückhalt Manuel Salz die Situation.

In der 40. Minute ging der Tabellenachte dennoch in Führung. Der Schiedsrichter Thomas Gorniak wertete einen Zweikampf im Sandhausener Strafraum zwischen Benedikt Deigendesch und dem Sandhausener Alf Mintzel als Foulspiel und entschied auf Strafstoß. Pinto verwandelte sicher zur 1:0-Pausenführung, sein neunter Saisontreffer.

Auch den zweiten Spielabschnitt begannen die Kickers mit dem druckvolleren Spiel. Der für Deigendesch eingewechselte Marco Tucci hatte gleich nach wenigen Minuten eine gute Möglichkeit – seinen Kopfball lenkte der Sandhausener Schlussmann Michael Gurski zur Ecke. Ein Seitfallzieher von Orlando Smeekes strich kurz darauf nur wenige Zentimeter am Ziel vorbei. Glück hatten die Gäste allerdings, als der Schiedsrichter wenig später einen Kopfballtreffer des eingewechselten Danko Boskovic nicht anerkannte – warum, blieb unklar.

Von der 61. Minute an agierten die Kickers in personeller Unterzahl: Der bereits verwarnte Sascha Traut sah nach einem Foulspiel Gelb-Rot. Dennoch wurde die Partie nun immer munterer, Edgar Schmitt wechselte seinen Kapitän Alexander Rosen für Gambo ein (67.). Dicke Chancen für die Blauen gab es danach fast im Minutentakt. Zunächst parierte der Keeper Gurski einen Distanzschuss von Simon Köpf mit einem tollen Reflex, anschließend verfehlte Tucci das Tor nur knapp.

Dennoch fiel der nächste Treffer wieder auf der Gegenseite. Der kurz zuvor für Pinto eingewechselte Nicolai Müller traf in der 80. Minute aus gut 20 Meter Tordistanz ins lange Eck – Salz blieb ohne Chance. Es war die Entscheidung vor 1720 Zuschauern im Sandhausener Hardtwaldstadion.

SV Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Kirsch – Kolb – Pinto (76. Müller), Grech, Mintzel (82. Eberlein) – Öztürk, Haas (46. Boskovic). Trainer: Dais.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Traub, Mann, Köpf – Deigendesch (46. Tucci), Ortlieb – Traut, Landeka (46. Parmak) – Gambo (67. Rosen) – Smeekes. Trainer: Schmitt.

Tore:
1:0 Pinto (40., Foulelfmeter), 2:0 Müller (80.)

Schiedsrichter: Gorniak (Bremen)

Zuschauer: 1720 Fans im Hardtwaldstadion

Gelbe Karten: — / Köpf

Besonderes: Gelb-Rot für Traut (61., Kickers)

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