StN: Was passiert bei Abstieg? Planspiele der Kickers mit Björn Hinck

Stuttgart – Fürs Aufgeben ist es zwar noch zu früh. Doch nach dem 0:1 gegen Offenbach müsste schon ein kleines Wunder passieren, damit die Stuttgarter Kickers auch in der neuen Saison in der dritten Liga spielen. Die Planungen für die Regionalliga laufen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Kommt es zum Trainerwechsel?

Keiner sagt es offiziell: Doch klar ist, dass bei einem Abstieg kein Weg an einem neuen Trainer vorbeiführt. Ob es sogar schneller zur Trennung von Edgar Schmitt kommt, ist nicht auszuschließen. Nicht allein aus finanziellen Gründen käme wohl nur Oberligatrainer Björn Hinck als Nachfolger in Frage.

Wäre Björn Hinck bereit?

Ja. Sowohl sofort als auch für die neue Saison könnte der 32-Jährige einsteigen. Für den Cheftrainerjob würde sich der Sachgebietsleiter beim Landratsamt Böblingen beurlauben lassen. Was viel über seine Chancen aussagt: Sein vor kurzem verlängerter Vertrag bei den Kickers bis 2010 enthält einen Passus für die Regionalliga.

Ist die Insolvenz ein Thema?

Laut Präsident Dirk Eichelbaum und Aufsichtsratschef Rainer Lorz definitiv nicht. Von den rund 600.000 Euro Altlasten (Steuerrückstände bei Stadt und Finanzamt sowie die beiden Darlehen von Hans Kullen und Ursi Dünnwald-Metzler) wären die Kickers in diesem Fall zwar befreit, und starten müssten sie in der Oberliga. Doch Eichelbaum betont: „DFB und DFL schließen die Insolvenz als Sanierungsinstrument faktisch aus.“ Präsidiumskollege Dieter Wahl ergänzt: „Mein Engagement ist daran geknüpft, dass wir nicht in Insolvenz gehen.“

Was passiert mit dem Unterbau?

Auch bei einem Abstieg der ersten Mannschaft in die Regionalliga will der Verein die Oberligaelf und ein A-Juniorenteam (möglichst in der Bundesliga) halten.

Würde der Präsident bleiben?

Wohl ja, zumindest bis zu den Neuwahlen im November 2009. Den Platz für einen Neuanfang freizumachen, schließt Eichelbaum zwar nicht komplett aus, doch er sagt auch: „Es ist nicht meine Sache, mich aus der Verantwortung zu stehlen. Ich möchte keinen Scherbenhaufen hinterlassen.“

Wie könnte das Team aussehen?

Als einziger Spieler hat Bashiru Gambo auch für die Regionalliga einen gültigen Vertrag. Dem Verein schwebt vor, dass er gemeinam mit Torsten Traub, Marcus Mann, Michael Schürg und Marco Tucci das Gerüst bildet. Hinzu sollen die besten Spieler der zweiten Mannschaft und Neuzugänge aus der Region kommen.

Alle Fragen zur Lage bei den Kickers lesen Sie am 9. April in der Print-Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – Offenbacher Kickers (0:1)

Erneuter Rückschlag für die Kickers

Durch ein Tor des Ex-Stuttgarters Mirnes Mesic verliert das Schmitt-Team gegen Offenbach 0:1

STUTTGART (ump). Das Spiel der Stuttgarter Kickers in der dritten Fußballliga gegen Offenbach begann gestern mit einem traurigen Anlass, der Gedenkminute für Fritz Seeger. Der langjährige Ehrenratsvorsitzende und große Kickers-Fan ist am 1. April nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren verstorben. Auch das Ergebnis konnte die Laune der 4030 Zuschauer gestern nicht verbessern: Die Kickers verloren gegen den Namensvetter aus Offenbach – ausgerechnet durch einen Treffer des Ex-Stuttgarters Mirnes Mesic (85.).

„Wir wollen die Sache positiv angehen“, hatte der Kickers-Trainer Edgar Schmitt noch vor dem Spiel gesagt. Positiv und offensiv. Die Mannschaft begann zunächst tatsächlich wesentlich engagierter, versuchte den Gegner aus Offenbach mit Pressing unter Druck zu setzen und hatte nach einer Viertelstunde nach Vorarbeit von Orlando Smeekes durch Josip Landeka die beste Chance, doch er drosch den Ball über die Latte. Damit war die erste Sturm- und Drangphase der Kickers vorbei, die Gäste kamen besser ins Spiel und wurden besonders durch Distanzschüsse von Sebastian Becker gefährlich.

Die Kickers kamen jedoch mit neuem Schwung aus der Kabine und durch einen gefühlvollen Heber zur nächsten Chance, doch der Offenbacher Schlussmann Wulnikowski reagierte glänzend (53.). Auch die Gäste hatten ihre Chancen, so bei Fröhlichs Konterchance (55.), als er den Ball knapp neben den Pfosten setzte. Das Spiel war ausgeglichen, doch dann machte Mesic das Tor für Offenbach. Den Jubel an alter Wirkungsstätte verkniff er sich. Bitter für Stuttgart, das vor der Saison noch an einer Rückkehr von Mesic interessiert war. Und auch die Ergebnisse der Konkurrenten, die gestern allesamt punkteten, konnten die Stimmung bei den Kickers nicht mehr aufhellen.

Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Parmak, Rosen, Gambo, Landeka – Schürg, Smeekes.

Offenbach: Wulnikowski – Alexander Huber, Goldschmitt, Heitmeier, Schutzbach – Haas, Christian Pospischil – Zinnow, Becker, Morys – Mesic.

Schiedsrichter: Achmüller (Freyung).

Tor: 0:1 Mesic (85.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers kaum noch zu retten

Mesic trifft: Nach 0:1 gegen Offenbach enteilt die Konkurrenz den Blauen

Stuttgart – Für Joachim Cast war das Spiel gegen die Offenbacher Kickers eine „Frage der Ehre“. Fehlende Leidenschaft musste der Manager der Stuttgarter Kickers gestern Abend keinem Spieler vorwerfen, dennoch gab es ein 0:1 (0:0) – der Abstand des Drittliga-Letzten zu den Nichtabstiegsplätzen beträgt nun sechs Punkte.

VON JÜRGEN FREY

Paul Dittmer wollte nichts unversucht lassen. Also reiste der Großbäcker und Kickers-Edelfan aus Rotenburg an der Wüm- me an, um jedem Spieler einen Brief auf seinen Platz in der Kabine zu legen. Inhalt: „Meine blauen Götter – ihr schafft das!“

An der Verunsicherung des Teams änderte diese besondere Art der Motivation nichts, spielerisch ging wenig zusammen. Doch wenigstens kämpferisch waren die Blauen im Vergleich zum 0:3 gegen den VfB II nicht wiederzuerkennen. Die Kickers gaben alles – und trotzdem reichte es wieder nicht. „Wir haben einen enorm hohen Aufwand betrieben“, meinte Verteidiger Marcus Mann total enttäuscht, „da muss man halt auch mal einen Punkt mitnehmen.“

Mirnes Mesic hatte etwas dagegen. Der Ex-Kickers-Stürmer machte den Offenbacher Siegtreffer (85.), der nicht unerwartet kam. Denn nach einer guten Stunde war den Gastgebern die Luft ausgegangen. Vor allem der kämpferisch überragende Bashiru Gambo und Mustafa Parmak, der die wenigen spielerischen Höhepunkte setzte, hatten nicht genügend Körner. Christian Fröhlich (65.) und Suat Türker (76.) vergaben zunächst noch, dann sorgte Mesic für Frust bei den Blauen. „Ich bin sehr, sehr traurig“, meinte Trainer Edgar Schmitt, „wir haben so gut gespielt und trotzdem nichts geholt.“

In der Tat waren auch die Kickers aus Stuttgart zu Chancen gekommen. Zunächst zielte Josip Landeka unbedrängt übers Tor (15.), dann scheiterten Torsten Traub (54.) sowie Landeka und Parmak mit zwei Freistößen (56./58.). „Kampfgeist und Laufarbeit stimmten“, erklärte Kapitän Alexander Rosen, „der Einsatz war groß.“ Aber das allein wird nicht reichen im Kampf gegen den Abstieg – das weiß auch Rosen. Der Mittelfeldspieler hofft deshalb, dass am Ostersonntag (14 Uhr) bei Tabellenführer 1. FC Union Berlin eine ähnliche Überraschung gelingt wie beim 1:0-Sieg in Emden: „Dort hatte uns auch niemand auf der Rechnung . . .“

Das hörte sich schon fast ein bisschen nach Verzweiflung an, und auch die Verantwortlichen hatten nicht mehr zu bieten als Durchhalteparolen. „Abgerechnet wird am 38. Spieltag“, erklärte Schmitt. Und Cast meinte: „Es sind noch neun Spiele, da müssen wir alles in die Waagschale werfen.“

Da konnte mit Blick auf Hans-Jürgen Boysen fast schon ein wenig Neid aufkommen. Der Offenbacher Coach („Eine Unverschämtheit, was wir gezeigt haben“) schimpfte auf sein Team, durfte aber gestern Abend zufrieden auf die Tabelle schauen: Rang drei ist wieder in Reichweite.

Stuttgarter Nachrichten

Mesic stürzt Kickers tiefer in den Keller

Der Stuttgarter Drittligist verliert gegen Offenbach mit 0:1 – Abstand zum rettenden Ufer wächst auf sechs Punkte an

Stuttgart – Für den Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers wird die Lage im Kampf gegen den Abstieg immer prekärer. Das Schlusslicht unterlag den Kickers aus Offenbacher mit 0:1 (0:0) – der Klassenverbleib wird immer unwahrscheinlicher. Den Siegtreffer für Offenbach erzielte der ehemalige Stuttgarter Mirnes Mesic sechs Minuten vor Schluss.

Von Beate Wockenfuß

Ausgerechnet Mesic: Der Offenbacher hatte schon in der Vorrunde beim 4:0-Sieg der Hessen einen Treffer selbst erzielt und drei Tore vorbereitet. Und gestern war der ehemalige „Blaue“ erneut der Spielverderber.Nach dem Schlusspfiff lagen die Stuttgarter Spieler völlig frustriert auf dem Rasen. Die Art und Weise der Niederlage war schon bitter genug. Obendrein vergrößerte sich der Abstand zum rettenden Ufer auf sechs Punkte, weil die Konkurrenz Boden gutmachte. „Wir sind sehr traurig. Wir haben gut gespielt und die zwei, drei Chancen, die wir hatten, nicht verwertet“, meinte Trainer Edgar Schmitt. „Der Druck wird größer, die Spiele werden weinger, aber es geht weiter.“Auch Joachim Cast gibt den Kampf gegen den Abstieg noch nicht verloren. „Wir müssen weiter an uns glauben, auch wenn es nach einer unglücklichen Niederlage schwer fällt“, sagte der Manager. Selbst Offenbachs Trainer Hans-Jürgen Boysen räumte ein: „Die bessere Manschaft hat verloren.“ Die Stuttgarter Kickers traten im Duell mit ihren Namensvettern aus Offenbach die Flucht nach vorne an. Im Gegensatz zur 0:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart II war die Formation wesentlich offensiver ausgerichtet. Der zuletzt wegen Verletzung fehlende Mustafa Parmak stand zum ersten Mal seit seiner Rückkehr nach Degerloch mit Bashiru Gambo zusammen in der Startelf und entwickelte viel Druck auf der rechten Seite. Die Stuttgarter hielten dagegen und zeigten, dass sie nicht gewillt waren, klein beizugeben.Die erste nennenswerte Chance hatte allerdings Offenbach. Der Flachschuss von Steffen Haas ging nur knapp am Tor vorbei (11.). Kurz darauf bot sich Josip Landeka auf der anderen Seite eine Chance, doch der Stuttgarter schoss drüber. Offenbachs Sebastian Becker prüfte noch zwei Mal Torwart Manuel Salz, doch der ließ sich davon nicht beeindrucken und hielt sicher. Die Gastgeber starteten mit mehr Elan in die zweite Hälfte und hatten durch Torsten Traub (53.) und Landeka (55.) zwei Chancen, die aber Offenbachs Torwart Robert Wulnikokwski zunichte machte. Der Schwung der Stuttgarter ließ nach einer Stunde nach. Dann versetzte Mesic den „Blauen“ doch noch den entscheidenden Tiefschlag. Sechs Minuten vor dem Abpfiff nutzte er Abstimmungsprobleme in der Stuttgarter Abwehr zum Offenbacher Siegtreffer.
Statistik

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle (29. Ortlieb), Mann, Traub, Gentner – Parmak, Rosen, Gambo, Landeka (60. Traut) – Schürg (69. Galm), Smee-kes.

Kickers Offenbach: Wulnikowski – Huber, Hysky, Heitmeier, Schutzbach – Haas, Pospischil (56. Türker) – Zinnow, Becker (51. Fröhlich), Morys (70. Chaftar) – Mesic.

Schiedsrichter: Achmüller (Freyung).

Zuschauer: 4030.

Tor: 0:1 Mesic (84.).

Gelbe Karten: Rosen, Parmak / Haas.

Beste Spiele: Salz, Parmak / Haas, Heitmeier.

Eßlinger Zeitung

Schwaben verlieren den Anschluss
Mesic trifft spät für die Gäste

Eine bittere Niederlage mussten die Stuttgarter Kickers gegen die Kickers Offenbach hinnehmen. Lange hielt der Tabellenletzte mit, erst in der Schlussphase entschieden die Gäste die Partie für sich. Während die Schwaben den Anschluss verlieren, nimmt Offenbach drei wichtige Punkte mit ins Aufstiegsrennen.

Bei den Stuttgarter Kickers nahm Trainer Edgar Schmitt nach der 0:3-Derbypleite beim VfB Stuttgart II zwei Veränderungen vor: Parmak und Landeka ersetzten Ortlieb und Deigendesch.

Offenbachs Coach Hans-Jürgen Boysen veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum torlosen Remis gegen Paderborn ebenfalls auf zwei Positionen: Damm und Hysky machten Platz für Huber und Goldschmitt.

Im Gazi-Stadion auf der Waldau entwickelte sich vor 4030 Zuschauern zunächst eine muntere Partie. Die ganz klaren Torchancen blieben aber hüben wie drüben aus. Die beste Einschusschance hatte Landeka für die Schwaben. Nach eienr Ecke hatte sich Orlando den Ball erkämpft und für seinen Mitspieler aufgelegt, der dann allerdings weit drüber schoss.

Dann musste Schmitt bereits früh tauschen und brachte für den verletzten Steinle Ortlieb in die Partie (31.). Das Spiel blieb hart umkämpft, ohne dass sich ein Team entscheidend durchsetzen konnte. Zinnow gab kurz vor der Pause noch einen Schuss für den OFC ab, ehe ein heftiger Regenschauer über Stuttgart niederging. Die letzte Möglichkeit hatte dann Morys, aber Keeper Salz war zur Stelle.

Nach dem Wechsel ging auf beiden Seiten wenig zusammen. So versuchte es Morys mit einem Schuss aus spitzem Winkel, der allerdings am langen Pfosten vorbeistrich. Bei den Schwaben versuchte sich Gambo erfolglos aus der Distanz. Die klaren Möglichkeiten fehlten aber.

In der Schlussphase drehten die Gäste nochmal auf. Zunächst konnte Keeper Salz gegen Zinnow noch klären. in der 84. Minute musste er sich dann Mesic geschlagen geben, der den 1:0-Endstand erzielte.

Für die Stuttgarter Kickers wird es im Abstiegkampf jetzt nicht einfacher, denn am nächsten Sonntag geht es in Berlin gegen den Ligaprimus Union. Offenbach hat Fortuna Düsseldorf zu Gast und spielt damit gegen einen direkten Aufstiegskonkurrenten.

Kicker

Vorberichte Stuttgarter Kickers – Offenbacher Kickers

Kickers heute gegen Offenbach

Bashiru Gambo ist gesetzt
STUTTGART (ump). Was der Nato-Gipfel mit der dritten Liga im Fußball zu tun hat? Zumindest so viel, dass einige Partien im süddeutschen Raum am vergangenen Wochenende wegen des verstärkten Polizeeinsatzes verschoben wurden, darunter auch das Heimspiel der Stuttgarter Kickers gegen den Namensvetter aus Offenbach (heute, 19 Uhr, Gazi-Stadion). Die zeitliche Verzögerung kam den Kickers aber gar nicht so ungelegen, wenn man berücksichtigt, dass dadurch zwei ihrer Patienten nun wieder zur Verfügung stehen: Bashiru Gambo hat sich von seiner Magen-Darm-Grippe erholt und absolvierte gestern Vormittag freiwillig sogar ein Einzeltraining, so dass der Trainer Edgar Schmitt sich bereits festgelegt hat: „Er spielt.“

Dagegen dürfte der nur durch Spritzen einsatzfähige Mustafa Parmak zunächst als Joker auf der Bank sitzen. „Wir werden jetzt nicht alles infrage stellen“, sagt der Trainer, dennoch wird die Ausrichtung insgesamt wesentlich offensiver ausfallen als zuletzt bei der 0:3-Niederlage gegen den VfB II, als die Kickers mit drei defensiven Mittelfeldspielern agiert hatten. Josip Landeka und Sascha Traut sollen die Außenbahnen besetzen, Orlando Smeekes und Michael Schürg den Sturm bilden, Alexander Rosen bliebe dann als Abräumer im Mittelfeld. „Wir werden die Sache positiv angehen“, betont Schmitt.

Verwirrung hat im Vorfeld vor allem eine Aussage des Präsidenten Dirk Eichelbaum gestiftet, der sinngemäß erklärt hatte, dass die beiden kommenden Spiele (darunter am nächsten Sonntag beim Spitzenreiter Union Berlin) noch nicht so wichtig seien. „In den Schlüsselspielen nach Ostern gilt es. Da haben wir fast nur Gegner aus der zweiten Tabellenhälfte“, so Eichelbaum. Was den Trainer Schmitt gestern veranlasste, schnell mal richtigzustellen, das habe der Vereinschef so natürlich nicht gemeint. Und überhaupt: „Jedes Spiel ist wichtig, jeder Punkt zählt.“

Auch heute gegen Offenbach, dessen Trainer Hans-Jürgen Boysen selbst schon kurzzeitig bei den Kickers trainiert und den Gegner zuletzt mehrfach beobachtet hat: „Wir sind klarer Favorit, und ich erwarte einen Dreier“, betont Boysen, der noch um den Einsatz von Suat Türker (Knieverletzung) bangt. Dafür ist der ehemalige Kickers-Spieler Mirnes Mesic seit zwei Wochen wieder fit, und Boysen sagt: „Ich bin mir sicher, dass er in seiner alten Heimat noch ein paar Prozentpunkte drauflegen kann.“ Schließlich hat Mesic beim 4:0-Sieg seiner Mannschaft in der Vorrunde nicht nur einen Treffer erzielt, sondern auch eines seiner besten Saisonspiele hingelegt.

Im Hinblick auf die Begegnung mit Offenbach hat das Stuttgarter Präsidiumsmitglied Dieter Wahl mit einer Bäckereikette eine Wette laufen, nach der im Falle einer Niederlage drei Kickers-Spieler morgens um sechs Uhr zum Brezelbacken antanzen müssen. Ganz nebenbei müsste der Club aus Degerloch dann möglicherweise auch insgesamt kleinere Brötchen backen.

Stuttgarter Zeitung

Mit Gambo gegen Offenbach
Stuttgart (bw) – Vor dem Heimspiel heute (19 Uhr) gegen Kickers Offenbach ist die Ausgangssituation der Stuttgarter Kickers unverändert. Die „Blauen“ stehen am Tabellen-ende der dritten Fußball-Liga und haben immer noch vier Punkte Abstand auf den rettenden 17. Platz. Insgesamt zehn Spiele bleiben der Mannschaft von Trainer Edgar Schmitt noch, die Abstiegsgefahr zu bannen. Die herbe 0:3-Pleite gegen den VfB Stuttgart II war allerdings ein heftiger Schlag ins Kontor. „Aber in dem Spiel war nicht alles schlecht. Auf dem wenigen Guten müssen wir nun aufbauen und den Rest ins Positive drehen“, sagt Schmitt, der die schwache Leistung mit seinen Schützlingen analysiert hat. Zudem haben sich die Spieler bei einem Mannschaftsabend intensiv auf den Endspurt eingeschworen. Nur Bashiru Gambo fehlte bei dem gemeinsamen Essen. Der Mittelfeldspieler, der gegen den VfB II frühzeitig ausgewechselt wurde, hatte sich danach drei Tage krank gemeldet. Gestern kam es vor dem Training zu einer Aussprache mit Schmitt. Mit dem Ergebnis, dass Gambo heute in der Startformation stehen wird. Mustafa Parmak kehrt nach seiner Verletzungspause in den Kader zurück.

Nach der Partie gegen den Tabellensechsten Offenbach reisen die „Blauen“ am Sonntag zu Ligaprimus Union Berlin. Danach stehen sieben Partien gegen unmittelbare Konkurrenten an. „Für uns sind alle Spiele gleich wichtig“, betont Manager Joachim Cast, dass sich die Kickers durchaus auch Punkte gegen die Favoriten erhoffen. Was möglich ist, hat der 1:0-Sieg gegen Kickers Emden gezeigt.

So wollen sie spielen: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Ortlieb, Rosen – Gambo – Schürg, Smeekes.

Eßlinger Zeitung

OFC in der Pflicht
In Stuttgart zählt nur ein Sieg

OFC-Stürmer Mirnes Mesic ist gegen seinen Ex-Club besonders motiviert.Keine Verschnaufpause für Kickers Offenbach: Bereits am Dienstag ist der OFC in der 3. Fußball-Liga bei den Stuttgarter Kickers zu Gast – und muss unbedingt gewinnen.

Nach dem zuletzt lockeren Einzug ins Viertelfinale des Hessenpokals geht es für die Offenbacher wieder um wichtige Punkte im Aufstiegskampf. Bei acht Zählern Rückstand auf den dritten Platz, der zur Teilnahme an der Relegation mit dem Drittletzten der 2. Liga berechtigt, zählt für die Hessen nur ein Sieg. „Wir sind klarer Favorit. Ich erwarte einen Dreier“, fordert OFC-Trainer Hans-Jürgen Boysen.

Zugleich wollen sich die Hessen für den schwachen Auftritt bei der letzten Auswärtschlappe gegen die Reserve von Werder Bremen (1:3) rehabilitieren. Für Boysen steht fest: „Wir können uns in Stuttgart eigentlich nur selbst ein Bein stellen.“

Mesic trifft auf Ex-Club
Die Aussichten auf ein Erfolgserlebnis sind gar nicht schlecht: Die Stuttgarter stellen die schlechteste Heimmannschaft der Liga und haben bisher erst drei Spiele am Degerloch für sich entscheiden können. Zuletzt bezog das Team von Trainer Edgar Schmitt im Stadtderby gegen den VfB Stuttgart II eine 0:3-Klatsche. Nicht zuletzt wegen des Vier-Punkte-Rückstandes zum rettenden Ufer steht das Schlusslicht enorm unter Druck.

Besonders motiviert sein dürfte beim Sechsten aus Offenbach Mirnes Mesic. Der Angreifer ging von 2003 bis 2007 für die Schwaben auf Torejagd und traf in insgesamt 118 Regionalliga-Partien 44 Mal. Bereits im Hinspiel war Mesic der gefeierte Akteur, als er mit einem Tor und drei Vorlagen großen Anteil am 4:0-Schützenfest über seinen Ex-Club hatte. Boysen: „Ich bin mir sicher, dass er in seiner alten Heimat noch ein paar Prozentpunkte drauflegen wird.“

Einsatz von Türker fraglich
Ob Mesic-Sturmpartner Suat Türker von Beginn an auflaufen kann, ist indes fraglich. Der 33-Jährige laboriert an einer Stauchung im Knie. „Suat hat bisher noch nicht trainiert. Ich hoffe natürlich, dass er dabei sein wird“, erklärt Boysen. Darüber hinaus bangt der OFC-Coach noch um Ugur Albayrak (Prellung). Wieder fit sind dagegen Alexander Huber und Mounir Chaftar.

HR Online

Kickers-Original Fritz Seeger gestorben

Bis 2001 Ehrenratsvorsitzender der Blauen

Stuttgart – Er war ein echtes Original. Und seine Liebe zu den Stuttgarter Kickers war über Degerloch hinaus bekannt. Bereits am 1. April ist der ehemalige Ehrenratsvorsitzende Fritz Seeger nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben.

VON JÜRGEN FREY

In den vergangenen Monaten machten vor allem seine Beine nicht mehr mit. Zu den Heimspielen des stark abstiegsbedrohten Fußball-Drittligisten auf die Waldau kam Fritz Seeger schon länger nicht mehr. Die Reizpunkte, die er dort setzte, bleiben unvergessen. Wenn er sich von seinem Platz in der ersten Reihe der Haupttribüne erhob, zwei, drei Schritte nach vorne ging und sich über das Geländer beugte, wurde es ernst. Oftmals weckte er mit seinem „Auf die Blauen“ die Spieler aus ihrer Lethargie.

Zur aktuellen Vereinsführung hatte der gebürtige Stuttgarter, der bis Dezember 2001 Ehrenratsvorsitzender war, keinen besonderen Draht mehr. Die 65-jährige Mitgliedschaft des am 1. Januar 1943 beigetretenen blauen Urgesteins war den Kickers-Verantwortlichen keine Würdigung wert. Dabei war Fritz Seeger in der Vergangenheit hoch geschätzt. Vor allem wenn es finanziell klemmte, half der ehemalige Metzgermeister großzügig aus. „Wir sind Fritz Seeger für seine Verdienste um die Stuttgarter Kickers sehr dankbar. Er war Zeit seines Lebens stolz darauf, ein durchaus streitbarer Geist gewesen zu sein. Fritz Seeger hat aber nie seinen persönlichen Einsatz gescheut, sondern die Kickers immer unterstützt“, sagte Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum.

Beim heutigen Heimspiel gegen Offenbach wird die Mannschaft mit Trauerflor auflaufen, außerdem wird mit einer Schweigeminute des Verstorbenen gedacht.

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgarter Kickers trauern um Fritz Seeger

Die Stuttgarter Kickers trauern um Fritz Seeger, der, wie erst am heutigen Montagabend bekannt worden ist, am Mittwoch, 1. April 2009, im Alter von 78 Jahren nach längerer und schwerer Krankheit verstorben ist. Seeger, von Beruf Metzgermeister, war im Jahr 2008 von den Kickers für seine 65-jährige Mitgliedschaft im Degerlocher Traditionsverein ausgezeichnet worden. „Wir sind Fritz Seeger für seine Verdienste um die Stuttgarter Kickers sehr dankbar. Er war Zeit seines Lebens stolz darauf, ein durchaus streitbarer Geist gewesen zu sein. Fritz Seeger hat aber nie seinen persönlichen Einsatz gescheut, sondern die Kickers in allen Belangen immer unterstützt“, sagt Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum über den langjährigen Ehrenrats-Vorsitzenden der Blauen. Beim Drittliga-Heimspiel an diesem Dienstag im GAZi-Stadion gegen Kickers Offenbach wird die Mannschaft der Stuttgarter Kickers mit Trauerflor auflaufen, außerdem wird mit einer Schweigeminute des Verstorbenen gedacht.

Die Stuttgarter Kickers werden Fritz Seeger immer in ehrendem Andenken behalten, das Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Offizielle Homepage

StN: Kickers-Manager Cast: „Es wird eine Frage der Ehre“

Stuttgart – Die Spieler des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers haben viel gutzumachen. Und Manager Joachim Cast ist sich vor dem Heimspiel am 7. April (19 Uhr) gegen Kickers Offenbach im Interview sicher: „Die Spieler werden mit neuer Leidenschaft zur Sache gehen.“

Herr Cast, die Kickers stehen vor einem richtungsweisenden Spiel.
Ja, wieder einmal steht sehr viel auf dem Spiel. Nach dem Frusterlebnis gegen den VfB II wäre ein Erfolgserlebnis vor allem für die Psyche enorm wichtig.

Sind Sie von einem Sieg überzeugt?
Ja, und zwar deshalb, weil ich fest mit einer Trotzreaktion und Wiedergutmachung der Mannschaft rechne. Das Spiel wird auch eine Frage der Ehre. Es wird ein ganz anderer Geist in der Mannschaft herrschen. Die Spieler werden mit neuer Leidenschaft zur Sache gehen.

Warum war das im Derby nicht der Fall?
Die Elf hat dem Druck in diesem Spiel nicht standgehalten. Sie war wie gelähmt.

Im Etat droht bis zum Saisonende ein Loch von über 300000 Euro – das macht die Lage auch nicht einfacher.
Solche Probleme sind uns nicht unbekannt. Es wird nicht leicht, sie zu lösen, aber wir werden es auch diesmal schaffen.

Würden die Kickers bei einem Abstieg in der Regionalliga antreten?
Stand heute, ja.

Mit Ihnen als Manager?
Es kommt auf die Rahmenbedingungen an. Meine grundsätzliche Bereitschaft ist da.

Ihr Tipp für das Spiel gegen Offenbach?
Wir gewinnen, weil die Truppe schon öfter bewiesen hat, dass sie Rückschläge wegstecken kann.

Das komplette Interview lesen Sie in der Print-Ausgabe der Stuttgart am 7. April 2009.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

StN: Kickers setzen auf Parmak

Test vor Spiel gegen Offenbach

Stuttgart (jüf) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat die erschütternde Leistung beim 0:3 gegen den VfB II aufgearbeitet und hofft morgen (19 Uhr/Gazistadion) gegen Kickers Offenbach auf eine Reaktion der Elf. Hält der angeschlagene Mustafa Parmak den Belastungstests im Training heute (14.30 Uhr) und morgen (11 Uhr) vor dem Spiel stand, wird er zum Einsatz kommen. „Wir brauchen Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten“, sagt Manager Joachim Cast. Dazu gehört auch Bashiru Gambo. Doch nach seiner Auswechslung im Derby meldete er sich krank. Dem Team wünschte er viel Spaß beim Mannschaftsessen vergangenen Freitag und viel Glück am Dienstag. Cast geht allerdings davon aus, dass Gambo heute wieder am Training teilnimmt: „Dann dürfte er gegen Offenbach zumindest auch im Kader sein.“ Und könnte das Glück der Kickers in diesem „Endspiel“ selbst mit erzwingen – wenn ihn der Trainer lässt.

Stuttgarter Nachrichten

Bild: Morgen Sieg – sonst müssen die sie Brezeln backen

Stuttgarter Kickers
Von HELMUT HEIMANN

Wenn die Stuttgarter Kickers morgen (19 Uhr, Gazi-Stadion) gegen die Offenbacher Kickers nicht gewinnen, sieht‘s in der Tabelle zappenduster aus. Weil der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz dann eventuell noch größer werden könnte.

Eine Niederlage würden einige Spieler noch mehr als sonst zu spüren bekommen.

Denn: Präsidiumsmitglied Dieter Wahl hat mit Sponsor Max Siegfried Lang gewettet, dass das Drittliga-Schlusslicht gewinnt. Falls Wahl die Wette verliert, müssen drei Kickers-Profis morgens um 6 Uhr zum Brezel-Backen in die Bäckerei Lang kommen und die Ware danach eine Stunde lang in Stuttgart verkaufen.

Noch steht nicht fest, welche Spieler es treffen würde.

Vielleicht ist ja auch Bashiru Gambo dabei. Der Offensivmann hat seine Magen-Darm-Grippe auskuriert und soll heute wieder das Training aufnehmen.

Übrigens: Bei jedem Einkauf über 5 Euro in den Filialen der Bäckerei Lang gibt‘s bis morgen zusätzlich eine Eintrittskarte für das Schicksalsspiel.

BILD