Die Pause kommt Schmitt gelegen

STUTTGART (StZ). Nachdem bei den Stuttgarter Kickers am Dienstag der angekündigte Laktattest auf dem Programm gestanden hat (dessen Ergebnisse bis gestern noch nicht vorlagen), arbeitet der neue Trainer weiter daran, die Mannschaft auf seine offensivere Spielweise einzustellen. Gestern standen zwei Einheiten auf dem Trainingsplan. Am Samstag (10 Uhr) wird im ADM-Sportpark das interne Trainingsspiel gegen die zweite Mannschaft ausgetragen, zu dem auch der eine oder andere A-Jugendliche hinzugezogen werden soll. „So kann ich mir in Ruhe einen Gesamtüberblick über die Spieler machen“, sagt Edgar Schmitt, dem die Länderspielpause nicht ungelegen kommt.

Nach Auswertung der Laktatwerte sollen vor allem die Spieler mit Defiziten mit individuellen Trainingsplänen an das Niveau der anderen Spieler herangeführt werden. „Es ist ja nicht so, dass da durchweg Defizite bestehen, das ist vielleicht etwas falsch rübergekommen“, sagt der Co-Trainer Rainer Kraft: „Die Bandbreite innerhalb der Mannschaft ist da relativ groß.“ Zumal in Russo, Tucci, Schmiedel, Janic und Kettemann weitere fünf Spieler verletzt ausfallen.

Quelle: Stuttgarter Zeitung

Pragmatiker mit großen Emotionen

Stuttgart – Seit knapp drei Wochen ist Edgar Schmitt nun Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers. Bei der Analyse seiner Arbeitsweise fällt auf: Er setzt auf die Eigenverantwortung seiner Spieler, auf härteres und intensiveres Traning sowie auf ständige Kommunikation.

Spielvorbereitung

Schmitts Vor-Vorgänger bei den Blauen, Robin Dutt, stellte mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation die Spieler der gegnerischen Elf und deren Grundordnung detailiert dar. Die Mannschaftssitzungen des neuen Trainer sind eher kurz, Schmitt ist kein Freund langer Ansprachen. Er bereitet sich zwar ebenfalls akribisch vor, verzichtet aber auf solche visullen Darstellungen. „Ich bin Pragmatiker und will es einfach haben“, sagt der 45-Jährige. Die jeweiligen Gegner beobachtet entweder er selbst oder sein Assistent Rainer Kraft. Die Spiele im Osten werden von Schmitts Freund, dem Sportwissenschaftler Thomas Kupper, analysiert.

Training

Die Schlagzahl wurde deutlich erhöht: Unter Schmitt wird härter, intensiver und mehr trainiert. In dieser Woche kommt die Mannschaft in fünf Tagen auf zehn Einheiten. Fast ständig geübt wird das Kurzpassspiel, der schnelle Zug zum Tor und das Spiel eins-gegen-eins. Zahlreiche Trainingsspiele fördern die fußballspezifische Ausdauer. Der Ex-Profi sucht auch während des Trainings fast permanent die Kommunikation mit den Spielern, unterbricht, gibt Hilfestellungen, kritisiert oder lobt. Das Aufwärmen, die Laufeinheiten im Wald und das Krafttraining leitet Co-Trainer Kraft.

Führungsstil

Schmitt sucht die Nähe zur Mannschaft. Er ist Teil des Teams, pflegt einen lockeren, aber bestimmenden Umgang mit den Spielern. Er selbst bezeichnet seinen Führungsstil als „kooperativ und integrativ“. Schmitts Motto: „Nur wenn die Spieler gewisse Freiheiten haben und sich entfalten können, haben sie auch die Chance, kreativ zu sein.“ Bei seiner vorherigen Stationm, beim Ligakonkurrenten VfR Aalen, machte man ihm das am Ende seiner Dienstzeit zum Vorwurf: Er habe sich zu sehr von den Spielern vereinnahmen lassen, hieß es. Schmitt dementiert: „Um mich ausnutzen zu lassen, bin ich viel zu wach.“

Motivation

Schmitt ist sehr emotional, er treibt seine Spieler im Training und im Spiel immer wieder an, redet sie stark, versucht ihnen Selbstvertrauen einzuimpfen. „Die Spieler brauchen gewisse Impulse, um ständig wach zu sein“, behauptet er. Auf spektakuläre Motivationshilfen verzichtet Schmitt: Er zündet keine Kanonenschläge und bringt auch keinen Adler in die Kabine mit. „Ich bleibe authentisch, solche Spielchen würde mir keiner abnehmen.“

Spielphilosophie

Der ehemalige Stürmer setzt auf schnelles Spiel nach vorne. Was er von seinen Spielern sehen will, ist hohe Laufbereitschaft, Einsatzwille und Risikofreude – ohne dass die Ordnung in der Defensive verloren geht. Er fordert ständig Aktionen, und weist darauf hin, dass Fehler erlaubt sind. Dass das alles ziemlich kraftraubend ist, räumt er ein: „Um meine Spielweise umzusetzen, ist eine enorme Fitness notwendig.“ Um den körperlichen Zustand der Spieler zu überprüfen, ordnete er einen Laktattest an. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Schmitt betont jedoch, dass es nicht nur um Ausdauer geht. Spieler wie Leichtgewicht Joseph Landeka hätten genügend Kondition, aber zu wenig Kraft.

Taktik

Schmitt schwört auf ein 4-4-2-System mit vorgezogenen Außenverteidigern und einer Raute im Mittelfeld.

Engagment

Schmitt hat schnell erkannt: Eigentlich gäbe es bei den Blauen mehr für ihn zu tun, als nur Trainer zu sein. Doch aufgrund der prekären sportlichen Lage konzentriert sich Schmitt derzeit voll und ganz auf den sportlichen Bereich. Sollten die Kickers aus dem Gröbsten rauskommen, kann er sich durchaus vorstellen, an einem Jugendkonzept mitzuwirken. „Wir müssen Wege suchen, um Spieler selbst auszubilden. Das geht auch mit relativ geringen Mitteln. Vielleicht kann mein Name etwas bewirken.“

Jürgen Frey, Stuttgarter Nachrichten

StN: Trainer Schmitt zu den Ursachen der späten Gegentore: „Elf ist für meine Spielweise nicht fit“

Kickers fehlt das Stehvermögen

Stuttgart – Es gibt Spiele, da bringt eine Nacht Abstand neue Erkenntnisse. Bei Edgar Schmitt, dem Trainer der Stuttgarter Kickers, war das nach dem 3:3 beim FC Bayern München II nicht so. Er erneuerte seine Kritik am konditionellen Zustand seines Teams: „Wir brechen permanent ein. Die Elf ist für meine Spielweise nicht fit genug.“

VON JÜRGEN FREY

Für Alexander Rosen war der Sonntagnachmittag in München ganz besonders unangenehm. Nach der Drittligapartie im Stadion an der Grünwalder Straße stellte sich heraus, dass dem Kickers-Kapitän bei einem Ellbogencheck das Trommelfell gerissen war. Rosen hat nun Probleme, optimal zu hören, sein Sinn für die Realität hat darunter nicht gelitten. „Wir bauen gegen Ende regelmäßig ab, werden verhaltener und ängstlicher – das sieht jeder. Mit Pech hat das wirklich nichts zu tun.“ Mit Zufall auch nicht, was ein Blick auf die vergangenen fünf Spiele bestätigt:

In München lagen die Kickers schnell mit 3:0 vorne, bis zur 81. Minute hielten sie ein 3:1. Die späten Gegentore in der 82. und 90. Minute sorgten dafür, dass der erste Saisonsieg weiter auf sich warten lässt.

Bei Schmitts Premiere gegen Emden kassierten die Blauen den Ausgleich zum 1:1-Endstand neun Minuten vor Schluss.

In der letzten Partie unter der Regie von Stefan Minkwitz besiegelte ein Treffer in der 90. Minute das 2:3 bei Rot-Weiß Erfurt.

Gegen Aue fiel das Tor für die Sachsen zum 1:2-Endstand in der 88. Minute.

In Regensburg machte ein Gegentreffer in der 86. Minute den Kickers-Traum von drei Punkten zunichte – die Partie endete 1:1.

Unterm Strich gingen durch das fehlende Stehvermögen in der Schlussphase acht Punkte flöten. „Das ist nun mal Fakt und hat mit Nachtreten gegen meinen Vorgänger nichts zu tun“, wehrt sich Schmitt gegen Vorwürfe, Stefan Minkwitz die Schuld für die Misere in die Schuhe schieben zu wollen. Auch Manager Joachim Cast weist Versäumnisse in der Saisonvorbereitung ins Reich der Fabel: „Es wurde genauso trainiert wie vergangenen Winter, als die Grundlagen für die Aufholjagd gelegt wurden.“

Woran liegt es dann, dass den Blauen gegen Ende regelmäßig die Luft ausgeht, die Konzentration und damit die Ordnung abhandenkommt? Die angeschlagene Psyche eines erfolglosen Teams spielt eine gewichtige Rolle. Und in beiden Begegnungen unter Schmitt auch die neue, laufintensivere Spielweise. Unter Minkwitz stand das Team oft sehr tief, ließ den Gegner kommen. Bei Schmitt gibt es kein Abwarten. Er fordert ein aggressives Spiel gegen den Ball. Er treibt sein Team permanent an, mutig und schnell nach vorne zu agieren. „Es ist eine andere Form der Belastung“, bestätigt Kapitän Rosen, „wir haben im Spiel viel mehr Läufe mit hoher Intensität im Maximalbereich.“ Daran muss sich die Mannschaft erst noch gewöhnen. Genauso an die Trainingshärte und -umfänge. „Einige meiner Spieler kennen das nicht“, sagt Schmitt, „die Neuzugänge Landeka oder Schürg hatten in ihren Oberligamannschaften nur vier oder fünf Einheiten pro Woche.“

Wie auch immer: Für den heutigen Dienstag setzte der Trainer einen Laktattest an. Am Mittwoch liegen die Werte der einzelnen Spieler vor. Dann weiß Schmitt, in welchen Bereichen er konkret ansetzen muss. Ein bisschen Zeit bleibt ihm. Das nächste Spiel geht erst am 17. Oktober (19 Uhr) gegen den VfB Stuttgart II über die Bühne.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu möglichen konditionellen Problemen

Zweifel an der Kondition
Wie fit sind die Kickers?

Stuttgart – Nach zwei Spielen steht für den Kickers-Trainer Edgar Schmitt fest: „Wir haben konditionelle Probleme über 90 Minuten.“ Als Vorwurf an seinen Vorgänger Stefan Minkwitz will er das nicht verstanden wissen: „Ich maße mir nicht an, jemanden zu kritisieren.

Von Joachim Klumpp

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Deshalb hat der Kickers-Trainer Edgar Schmitt für Dienstag einen Laktattest angesetzt, außer der Reihe gewissermaßen. Im Grunde haben ihm die bisherigen Trainingseinheiten schon gezeigt, welcher Spieler wo Defizite hat. „Aber ich will es nochmals bestätigt wissen“, sagt Schmitt. Schwarz auf weiß also.

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Wichtige Punkte verloren

Dass die Mannschaft Probleme mit der Kondition – und damit auch Konzentration – hat, lassen die Ergebnisse der vergangenen Wochen vermuten. In fünf Punktspielen haben die Kickers in den letzten zehn Minuten jeweils wichtige Punkte aus der Hand gegeben – unter dem Strich sind das acht Zähler.

Es kann sich jeder selbst ausrechnen, wo der Verein mit acht Punkten mehr in der Drittligatabelle stehen würden. Im gesicherten Mittelfeld. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, da macht sich Schmitt nichts vor. „Unser Ziel kann nur lauten: drei Mannschaften hinter uns zu lassen. Alles andere wäre Illusion“, betont der Exprofi, der keinen Vorwurf an die Adresse des Vorgängers Stefan Minkwitz richtet: „Das maße ich mir nicht an und wäre auch nicht korrekt.“

Minkwitz selbst bekommt die Entwicklung (auch im Urlaub) mit: „Wenn beim Laktattest etwas Negatives herauskommt, nehme ich das auf meine Kappe“, sagt der Excoach, „aber prinzipiell sehe ich das mehr als psychisches Problem – und da war sicher das Gegentor kurz vor der Pause entscheidend.“

Schmitt erwartet hohe Laufbereitschaft

Zudem darf man bei dieser Diskussion nicht vergessen, dass Minkwitz nach dem schlechten Saisonstart in dem Dilemma steckte, zwischen der Ausdauerarbeit und spielerischen Weiterentwicklung der Mannschaft abzuwägen – und sich, nachvollziehbar, zwischendurch für mehr Arbeit mit dem Ball entschied. Dass da möglicherweise andere Dinge (wie ein weiterer Laktattest) auf der Strecke geblieben sind, wurde in Kauf genommen. „Aber wenn man bei Bayern II 3:0 führt, zeigt das, dass die Mannschaft Potenzial hat“, betont Minkwitz.

Jedenfalls blickt Schmitt nicht zurück, sondern nach vorne: „Wir müssen jetzt so trainieren, dass die Mannschaft meine Philosophie umsetzen kann.“ Die beruht auf hoher Laufbereitschaft. 70 Minuten lang habe das auch in München geklappt, ehe der Einbruch kam und sich die Überlegenheit der Bayern nach der Pause in Toren niederschlug. Wobei Schmitt zu bedenken gibt, dass die zweiten Mannschaften des VfB Stuttgart oder Bayern Münchens von Grund auf seit Jahren eine ganz andere – sprich bessere Ausbildung – genießen. „Bei uns kommen ja viele Spieler von unterklassigen Vereinen, die müssen erst einmal an das Niveau herangeführt werden.“

Trainer legt sich auf keinen Zeitraum fest

So etwas geht nicht von heute auf morgen. Dazu braucht es Geduld, die im Profifußball aber selten vorhanden ist. Auf einen Zeitrahmen will sich Schmitt deshalb nicht festlegen: „Wir müssen versuchen, bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich zu holen.“ Und zwar möglichst auch einmal drei auf einen Schlag. Auch der Manager Joachim Cast weiß: „Es ist noch zu früh, um uns in die Winterpause retten zu wollen.“

Korrekturen an der Ausdauer können durchaus im Laufe der Runde erfolgen, allerdings wohl kaum bis in zehn Tagen gegen den Lokalrivalen VfB Stuttgart II, den Schmitt zuletzt selbst beobachtet hat: „Ich bin ja ein bisschen Fan der Nachwuchsabteilung des VfB.“ Wobei diese Sympathien im Derby einmal ruhen müssen.

Stuttgarter Zeitung

Trainer Schmitt unzufrieden

Kickers fehlt das Stehvermögen

Stuttgart – Es gibt Spiele, da bringt eine Nacht Abstand neue Erkenntnisse. Bei Edgar Schmitt, dem Trainer der Stuttgarter Kickers, war das nach dem 3:3 beim FC Bayern München II nicht so. Er erneuerte seine Kritik am konditionellen Zustand seines Teams: „Wir brechen permanent ein. Die Elf ist für meine Spielart nicht fit genug.“

Für Alexander Rosen war der Sonntagnachmittag in München ganz besonders unangenehm. Nach der Drittligapartie im Stadion an der Grünwalder Straße stellte sich heraus, dass dem Kickers-Kapitän bei einem Ellbogencheck das Trommelfell gerissen war. Rosen hat nun Probleme, optimal zu hören, sein Sinn für die Realität hat darunter nicht gelitten. „Wir bauen gegen Ende regelmäßig ab, werden verhaltener und ängstlicher – das sieht jeder. Mit Pech hat das wirklich nichts zu tun.“ Mit Zufall auch nicht, was ein Blick auf die vergangenen fünf Spiele bestätigt:

In München lagen die Kickers schnell mit 3:0 vorne, bis zur 81. Minute hielten sie ein 3:1. Die späten Gegentore in der 82. und 90. Minute sorgten dafür, dass der erste Saisonsieg weiter auf sich warten lässt.

Bei Schmitts Premiere gegen Emden kassierten die Blauen den Ausgleich zum 1:1-Endstand neun Minuten vor Schluss.

In der letzten Partie unter der Regie von Stefan Minkwitz besiegelte ein Tor in der 90. Minute das 2:3 bei Rot-Weiß Erfurt.

Gegen Aue fiel das Tor für die Sachsen zum 1:2-Endstand in der 88. Minute.

In Regensburg machte ein Gegentor in der 86. Minute den Kickers-Traum von drei Punkten zunichte – die Partie endete 1:1.

Unterm Strich gingen durch das fehlende Stehvermögen in der Schlussphase acht Punkte flöten. „Das ist nun mal Fakt und hat mit Nachtreten gegen meinen Vorgänger nichts zu tun“, wehrt sich Schmitt gegen Vorwürfe, Stefan Minkwitz die Schuld für die Misere in die Schuhe schieben zu wollen. Auch Manager Joachim Cast weist Versäumnisse in der Saisonvorbereitung ins Reich der Fabel: „Es wurde genauso trainiert wie vergangenen Winter, als die Grundlagen für die Aufholjagd gelegt wurden.“

Woran liegt es dann, dass den Blauen gegen Ende regelmäßig die Luft ausgeht, die Konzentration und damit die Ordnung abhandenkommt? Die angeschlagene Psyche eines erfolglosen Teams spielt eine gewichtige Rolle. In beiden Begegnungen unter Schmitt auch die neue, laufintensivere Spielweise. Unter Minkwitz stand das Team oft sehr tief, ließ den Gegner kommen. Bei Schmitt gibt es kein Abwarten. Er fordert ein aggressives Spiel gegen den Ball. Er treibt sein Team permanent an, mutig und schnell nach vorne zu agieren. „Es ist eine andere Form der Belastung“, bestätigt Kapitän Rosen, „wir haben im Spiel viel mehr Läufe mit hoher Intensität im Maximalbereich.“ Daran muss sich die Mannschaft erst noch gewöhnen. Genauso an die Trainingshärte -und umfänge. „Einige meiner Spieler kennen das nicht“, sagt Schmitt, „die Neuzugänge Landeka oder Schürg hatten in ihren Oberligamannschaften nur vier oder fünf Einheiten pro Woche.“

Wie auch immer: Für den heutigen Dienstag setzte der Trainer einen Laktattest an. Am Mittwoch liegen die Werte der einzelnen Spieler vor. Dann weiß Schmitt, in welchen Bereichen er konkret ansetzen muss. Ein bisschen Zeit bleibt ihm. Das nächste Spiel geht erst am 17. Oktober (19 Uhr) gegen den VfB Stuttgart II über die Bühne.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Kicker: Kickers verpassen unglücklich einen „Dreier“

Yilmaz und Kroos retten Bayern II

Nach einem Blitzstart der Kickers schien die Begegnung im Stadion an der Grünwalder Straße bereits früh zu Gunsten der Gäste entschieden, doch Bayern II drückte in der zweiten Hälfte noch einmal mächtig und kam in der Schlussphase noch zu zwei Treffern. Damit sicherte sich die Gerland-Elf einen Heimpunkt, die Kickers verpassten nur haarscharf den ersehnten ersten Saisonsieg.

Bayern München II begann nach der 1:2-Pleite in Paderborn auf zwei Positionen neu aufgestellt. Trainer Hermann Gerland baute auf Heinze und Bundesliga-Profi Kroos anstelle von Stier und Stierle. Die Stuttgarter Kickers begannen nach dem 1:1 gegen Emden mit einer Änderung. Härter ersetzte den gelbgesperrten Mann in der Innenverteidigung.

Gegen den Tabellenletzten, der nach der Verpflichtung von Trainer Edgar Schmitt nun auch in Rainer Kraft erstmals den neuen Co-Trainer vorstellte, erlebte Bayern II in den ersten 20 Spielminuten ein Debakel. Schürg, nach einem Zuspiel von Landeka (12.), Rechtsverteidiger Deigendesch auf Vorlage von Schürg (19.) und schließlich Vaccaro mit seinem ersten Saisontreffer schossen eine komfortable Führung für das Team aus Degerloch heraus.

Die Hausherren verstärkten trotz des herben Dämpfers zu Beginn ihre Offensivbemühungen, wurden bis zur Pause immer gefährlicher. Kurz vor dem Seitenwechsel schaffte dann Yilmaz mit Saisontor Nummer drei per Kopf das erste Erfolgserlebnis für die Münchner (45.).

Die nach der Pause den Vorwärtsgang weiter eingeschaltet ließen. Stürmer Nagorny ersetzte Abwehrmann Saba (65.), die Marschrichtung war nun klar. Stuttgart vergab einige wenige Kontermöglichkeiten, die Bayern warfen nun alles nach vorne und kamen durch Kroos in der Schlussphase noch zum Anschlusstreffer (81.). In der Schlussminute mussten die Kickers dann tatsächlich noch eine bittere Pille schlucken: Yilmaz war wieder zur Stelle, belohnte Bayerns Ansturm und sicherte der Heimelf zumindest einen Zähler. Stuttgart bleibt Tabellenletzter, verpasste hier nur sehr unglücklich den ersten Saisonsieg.

Nach der Länderspielpause geht es für Bayern II am Samstag mit einem Gastspiel in Düsseldorf weiter. Die Kickers sind bereits einen Tag zuvor gegen Stuttgart II im Schwaben-Derby in Degerloch gefordert.

Kicker

Presse zum neuen Cotrainer Rainer Kraft

Fußball: Kickers holen Rainer Kraft

Im Doppelpack
STUTTGART (hec). Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat einen neuen Co-Trainer gefunden. Rainer Kraft wird künftig dem Chefcoach Edgar Schmitt zur Seite stehen. Der 46-Jährige unterschrieb gestern einen Vertrag bis Juni 2009. „Wir haben schon in Aalen zusammengearbeitet. Ich schätze ihn sehr als Mensch und als Fußballfachmann“, sagt Schmitt. Beim VfR Aalen war Kraft zusammen mit Schmitt Ende August wegen des schlechten Saisonstarts entlassen worden – nun ist das Duo wieder vereint und soll die Stuttgarter Kickers aus der Krise führen. Am Sonntag tritt der Tabellenletzte bei den Amateuren von Bayern München an.

Damit hat sich bei den Kickers endgültig eine interne Lösung zur Besetzung des Postens zerschlagen. Der frühere Co-Trainer Alexander Malchow bleibt vorerst beurlaubt. Von den Gerüchten, der Verein wolle ihn als Scout einsetzen, habe er noch nichts gehört, sagte Malchow: „Mit mir hat noch niemand gesprochen. Bis das nicht passiert ist, kann ich auch nichts zu meiner Zukunft sagen.“

Stuttgarter Zeitung

Kraft: „Kickers sind eine Topadresse“
Stuttgarter neuer Co-Trainer

Stuttgart (jüf) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat seit Mittwoch einen neuen Co-Trainer: Rainer Kraft unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende. Der 46-Jährige ist in Stuttgart geboren, aufgewachsen und lebt seit 2004 wieder in der Landeshauptstadt. „Als Stuttgarter in Stuttgart zu arbeiten ist doppelt schön. Für mich sind die Kickers eine Topadresse“, sagt Kraft. Am 27. August war er zusammen mit Cheftrainer Edgar Schmitt beim VfR Aalen beurlaubt worden, jetzt ist das Duo wieder vereint. Kraft: „Wir haben die gleiche Philosophie und verstehen uns blind.“

Kraft spielte früher in der Verbandsliga Nordbaden beim TSV Reichenbach zusammen mit Edmund Becker. Der jetzige Trainer des Karlsruher SC war es auch, der Kraft 1996/97 als Physiotherapeuten und Rehatrainer zum KSC II holte. Nach einer Saison wechselte er bis 2001 in gleicher Funktion zum VfB Stuttgart. Als Cheftrainer war Kraft für den Kreisligisten FC Unterheimbach tätig. 2005 ging er zum VfR Aalen. Dort hatte er bis zum Ende der vergangenen Saison neben seiner Co-Trainer-Aufgabe auch die Verbandsligaelf trainiert. 2007 hat Kraft die DFB-Fußball-Lehrer-Lizenz erworben. Wie sich die Blauen so einen Mann leisten können? „Ich bin ordentlich auf den Verein zugegangen“, sagt Kraft. Schließlich sind die Blauen für ihn eine Topadresse.

Stuttgarter Nachrichten

StN: Kickers: Kraft vor Einstieg als Co-Trainer

Stuttgart (jüf) – Die interne Lösung hat sich zerschlagen, nun wird wohl Rainer Kraft neuer Co-Trainer beim Drittligisten Stuttgarter Kickers. Der Fußball-Lehrer, der in Stuttgart wohnt, ist bereits am heutigen Mittwoch erstmals beim Training dabei. „Noch ist nichts unterschrieben“, sagt Kraft, „aber wir haben sehr gute Gespräche geführt.“ Coach Edgar Schmitt kennt den 46-Jährigen gut: Die beiden arbeiteten beim VfR Aalen zusammen. Den beurlaubten bisherigen Co-Trainer Alexander Malchow würden die Kickers gerne im Scoutingbereich einsetzen. Derweil trainierte Schmitt am gestrigen Vormittag nur mit zwölf Feldspielern. Auch der für die erste Mannschaft reaktivierte Markus Ortlieb (Wadenprobleme) fehlte. Bis zur Partie am Sonntag (14 Uhr) beim FC Bayern II dürfte er jedoch fit sein – im Gegensatz zu Sasa Janic, Jörn Schmiedel (beide Schambeinentzündung), Orlando Smeekes (Muskelfaserriss) und Ralf Kettemann (Knöchelprobleme).

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Das lange Warten auf die zweite Chance

Markus Ortlieb zählt wieder zum Drittligakader der Kickers

STUTTGART (StZ). Fast ein Jahr lang ist Markus Ortlieb beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers in der Versenkung verschwunden gewesen. Seit Sonntag gehört der 27-Jährige wieder offiziell zur ersten Mannschaft.

Der neue Kickers-Trainer Edgar Schmitt hat vor seinem ersten Spiel gegen Emden zugegeben: „Mit den Namen der Spieler habe ich manchmal noch etwas Probleme.“ Dabei hat es ihm die Mannschaft relativ einfach gemacht, beim Abschlusstraining waren nur rund ein Dutzend Feldspieler dabei. Alle anderen fielen aus: verletzt oder krank. Nicht zuletzt weil das Schlusslicht der dritten Liga am Samstag schon mit seinem letzten Aufgebot antreten musste, wurde jetzt Markus Ortlieb von der zweiten Mannschaft zurückbeordert. Nach fast genau einem Jahr in der Versenkung. Verbannt und verkannt? Der Exprofi Schmitt denkt da ganz pragmatisch und sagt: „Wir haben nicht so viele Spieler, dass wir uns erlauben können, auf jemanden freiwillig zu verzichten. Und was in der Vergangenheit war, interessiert mich nicht.“

Was war in der Vergangenheit? So genau weiß das niemand. Ortlieb hat weder jemanden öffentlich beleidigt noch silberne Löffel geklaut. Fakt ist lediglich, dass der 27-Jährige noch in der Ära des Schmitt-Vorvorgängers Peter Zeidler nach zehn Spielen aus sportlich-taktischen Gründen ausgemustert worden war – und zusammen mit Sascha Benda, Sven Sökler und Nico Beigang in der zweiten Mannschaft antreten musste. Benda und Beigang wurden später noch unter dem Chefcoach Stefan Minkwitz begnadigt und haben in der Zwischenzeit – genau wie Sökler – den Verein verlassen; womit Ortlieb gewissermaßen der letzte Mohikaner ist. Sämtliche Kontakte zu anderen Vereinen zerschlugen sich, auch ein Probetraining bei seinem Exclub Wuppertaler SV brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Erschwerend hinzu kamen diverse Verletzungen, zuletzt am Schienund Wadenbein. „Jetzt bin ich fast schmerzfrei“, sagt Ortlieb, der zwischendurch immer mal wieder ein paar Trainingseinheiten im Profikader absolvierte und dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft.

Der eher introvertierte Spieler weiß, dass das so etwas wie seine letzte Chance ist: „Die will ich wahrnehmen.“ Das dürfte auch der Präsident Dirk Eichelbaum gerne hören, der sich indirekt immer für eine Rückkehr des Gehaltsempfängers in die erste Mannschaft aussprach, zumal Ortlieb – für Kickers-Verhältnisse – eher zu den Besserverdienern zählt: „Normalerweise sollte man eine Kuh, die auf der eigenen Wiese das Gras frisst, auch melken“, sagt Eichelbaum blumig. Welcher Ertrag dabei herauskommt, bleibt abzuwarten. Denn zumindest sportlich hatte Ortlieb in seinen zehn Einsätzen in der Regionalliga die in ihn gesetzten (hohen) Erwartungen als Nachfolger von Manuel Hartmann nicht erfüllen können. Sein Vorteil: er ist vielseitig verwendbar, und kann nicht nur im defensiven Mittelfeld, sondern auch in der Innenverteidigung sowie rechts in der Viererkette agieren. Positionen, auf denen es aktuell durchaus Handlungsbedarf gibt.

Vielleicht sogar schon am Sonntag bei der zweiten Mannschaft von Bayern München. Wer weiß. Wenn das der Fall wäre, dann käme das Comeback fast genau ein Jahr nach Ortliebs letztem Punktspiel in der ersten Mannschaft: das war am 6. Oktober – in Aalen, wo der Trainer damals noch Edgar Schmitt hieß. Ob der sich daran erinnert?

Stuttgarter Zeitung