Die Siegesserie geht weiter – 2:1-Erfolg beim SC Pfullendorf

Auch ohne die verletzten Bashiru Gambo und Christian Okpala bleiben die Kickers auf der Erfolgsspur in der Regionalliga Süd. Mit 1:2 (0:0) Toren gewannen die Blauen am Abend die Regionalligapartie beim SC Pfullendorf.
Vor 1590 Zuschauern in der ALNO-Arena vergaben die Kickers bereits in der ersten Halbzeit ein paar dicke Chancen, Sascha Benda verschoss gar einen Foulelfmeter (33.). So gingen die Gastgeber durch Ivica Lucic (66.) zunächst in Führung, doch Mirnes Mesic wusste mit seinem Kopfballtreffer nur zwei Minuten später die passende Antwort (68.). Den Siegtreffer erzielte Recep Yildiz in der 79. Minute mit einem Spannschuss aus zehn Metern.

Zur Aufstellung:
Das Pokalspiel gegen den Hamburger SV hat leider seine Spuren hinterlassen: Die beiden Top-Torjäger der Kickers Bashiru Gambo (Leiste) und Christian Okpala (Knie) konnte heute in der ALNO-Arena nicht auflaufen. Dafür stand Laszlo Kanyuk trotz seiner Verletzung am Ohr erstmals in der Anfangsformation.
Ansonsten spielte aber die Stammmannschaft der letzten Partien: Im Tor David Yelldell, die Abwehrkette mit Sascha Benda, Recep Yildiz, Jens Härter und Moritz Steinle, vor der Abwehr Manuel Hartmann, im offensiven Mittelfeld Sven Sökler, Mustafa Akcay und Laszlo Kanyuk, im Sturm Bastian Bischoff neben Mirnes Mesic.

Zum Spielverlauf:

Die erste Aktion hatten die Kickers bereits in der ersten Spielminute: Nach Zuspiel von Mirnes Mesic köpfte Mustafa Akcay aber knapp übers Tor. Auf der Gegenseite prüfte Ivica Lucic Kickers-Keeper David Yelldell aus kurzer Distanz, der aber zur Ecke abwehren konnte. Danach passierte zunächst nicht mehr viel vor den Toren, viele Zweikämpfe im Mittelfeld bestimmten das Spielgeschehen.
In der 20. Minute dann aber ein gelungener Angriff der Gastgeber über deren linke Seite: Eric Agyemang flankte in den Rücken der Kickers-Abwehr, wo Leandro den Ball per Brust auf Ivica Lucic ablegt, doch dessen Schuss verfehlte das Tor von Dadid Yelldell um ein paar Meter.
Kickers-Stürmer Bastian Bischoff hatte danach zwei dicke Chancen, die Degerlocher in Führung zu bringen: Zunächst wehrte Pfullendorfs Keeper Ralf Hermanutz sein Flachschuss aus 12 Metern mit dem Fuß ab (25.), anschließend trat der Kickers-Stürmer wohl etwas überrascht über den Ball, als der Pass von Moritz Steinle zu ihm durchkam (30.). Wieder nur drei Minuten später stand Bastian Bischoff wieder im Mittelpunkt. Nach einem Foul kam er im gegnerischen Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Christian Dingert auf Foulelfmeter. Doch Sascha Benda versagten lieder die Nerven, sein Schuss ging am linken Pfosten vorbei (33.). Aber die Kickers blieben am Drücker: Den Freistoß von Sascha Benda fischte Keeper Ralf Hermanutz aus dem Winkel (38.). Nach drei Ecken in Folge köpfte schließlich Mirnes Mesic Richtung Gästetor, Leandro klärte noch auf der Linie (40.).
So wurden die Seiten mit einem torlosen Unentschieden gewechselt.

Auch im zweiten Spielabschnitt hatten die Kickers die ersten Möglichkeiten, aber Bastian Bischoff (50.) und Sascha Benda (58.) fanden in Pfullendorfs Keeper Ralf Hermanutz ihren Meister, der beide Chancen klasse vereitelte.
Nach eine Stunde wird das Spiel aber zusehends besser und ausgeglichener, denn beide Mannschaften spielen auf Sieg. Und tatsächlich sollte das erste Tor endlich fallen, doch leider auf der falschen Seite: nach einer abgefälschten Flanke stand Pfullendorfs Ivica Lucic goldrichtig und schob zur 1:0 Führung ein (66.). Doch das Gegentor versetzte die Blauen in keinen Schock, im Gegenteil, denn sie wußten die passende Antwort. Nach einen Flanke von Mustafa Akcay köpfte Mirnes Mesic gegen die Laufrichtung des Torwarts ins rechte Eck zum 1:1-Ausgleich ein (68.). Aber damit nicht genug, denn wie schon gegen den HSV war Recep Yildiz zur Stelle: nach Vorarbeit von Mirnes Mesic traf er mit seinem Vollspannschuss flach aus zehn Metern zum 1:2 für die Kickers (79.). Kurz vor Abpfiff hatten die Gastgeber durch Eric Agyemang noch die Chance auf den Ausgleich, doch David Yelldell stand auf dem Posten und hielt die drei Punkte für die Blauen fest (89.).

Stimmen zum Spiel:

Robin Dutt: „Ich glaube das 1:0 für Pfullendorf hat uns erst so richtig aufgeweckt, aber dann sind wir zu einem vielleicht glücklichen aber um so wichtigeren Sieg gekommen. Ohne Gambo und Okpala drei Punkte zu holen, das zeigt die Moral meiner Mannschaft.“

Michael Feichtenbeiner: „Insgesamt waren die Kickers sicherlich die reifere Mannschaft. Der frühe Ausgleich zum 1:1 war für uns der Knackpunkt im Spiel. Wir hätten die Führung länger verwalten müssen, dann hätten die Kickers vielleicht gewackelt. Aber am Ende erzielten sie das 2:1 im Stil einer Spitzenmannschaft.“

Joachim Cast: „Es war von unserer Mannschaft eine klasse Leistung, im physischen und psychischen Bereich. Nach der Pokaleuphorie gegen den HSV sich nochmals so auf die Partie in Pfullendorf zu konzentrieren, das zeigt den besonderen Wert dieser Mannschaft.“

Die Spielstatistik:

Pfullendorf: Hermanutz – Deufel, Kiefer, Kolvidsson, Konrad, Zimmermann, Busch, Grech, Hagg (69. Heidinger) – Agyemang, Lucic – Trainer: Feichtenbeiner
Kickers: David Yelldell – Sascha Benda, Recep Yildiz, Jens Härter, Moritz Steinle (61. Oliver Stierle) – Manuel Hartmann, Sven Sökler, Mustafa Akcay, Laszlo Kanyuk (58. Mustafa Parmak) – Mirnes Mesic, Bastian Bischoff (69. Marco Tucci) – Trainer: Robin Dutt

Schiedsrichter:
Christian Dingert (Thallichtenberg)
Verwarnungen:
Gelb: Kolvidsson, Leandro, Lucic – Akcay, Mesic, Stierle

Torfolge:
1:0 Ivica Lucic (66.)
1:1 Mirnes Mesic (68.)
1:2 Recep Yildiz (79.)

Zuschauer:
1590 Fans sind in der ALNO-Arena.

Quelle: Offizielle Homepage

Torwart.de: Interview mit David Yelldell

„Wir wünschen uns ein Erstligaverein“ von Tobias Schlitzke

David Yeldell hier im Hintergrund

Die erste Pokalrunde bot einige Überraschungen. Nicht nur Bremen, Cottbus und die Münchner Löwen flogen raus, auch den Hamburger SV erwischte es gegen einen vermeintlichen „Underdog“.  torwart.de hat sich mit dem Keeper der Kickers, David Yeldell, unterhalten, der einen großen Anteil an der Sensation hatte.

torwart.de: 4-3 habt ihr gegen den Hamburger HSV gewonnen. War der Sieg eine große Überraschung für euch?

David Yeldell: Natürlich ist es immer eine Sensation, wenn ein Drittligist einen Bundesligist aus dem Pokal wirft, doch wir haben durchaus damit gerechnet, dass der HSV uns eventuell unterschätzen könnte, da er am Mittwoch ein Champions-League-Spiel gegen Arsenal London hat.

torwart.de: Wie bewertest du den Spielverlauf?

Yeldell: Zur Halbzeit lagen wir noch zurück, danach sind wir aber besser ins Spiel gekommen. Insgesamt waren wir die bessere Mannschaft und der Sieg war verdient. 

torwart.de: Gibt es einen Wunschgegner?

Yeldell: Für uns und unsere Fans wäre es schön, wenn wir wieder gegen einen Bundesligisten spielen könnten, damit unser Stadion wieder ausverkauft wäre und auch finanziell dem Verein geholfen wäre.

torwart.de: Wie schätzt du die Keeper vom HSV ein?

Yeldell: Beim zweiten Tor sah er sicherlich nicht ganz glücklich aus, doch insgesamt sieht man, dass vor allem im Kraftbereich die Erstligakeeper einem doch noch ein wenig überlegen sind.

torwart.de: Was würdest du vom VfB Stuttgart als möglichen Gegner halten?

Yeldell: Für mich ist es nur wichtig gegen einen Erstligisten zu spielen. Alles andere wäre ein Zubrot.

torwart.de: Wie sehr ist euer Trainer Robin Dutt am momentanen Erfolg beteiligt?

Yeldell: Unser Trainer hat langfristig mit uns gearbeitet. So kam der Erfolg – zumindest für uns – nicht überraschend.Er redet viel mit uns und arbeitet viel im taktischen Bereich, was uns sehr viel geholfen hat.

torwart.de: Wie lauten die weiteren Ziele?

Yeldell:  Nun gilt es die Euphorie in den Ligabetrieb zu übernehmen und weiterhin konstant zu spielen.

torwart.de: David, wir wünschen dir eine erfolgreiche Saison!

Torwart.de via barneygumble im Kickers-Forum

Vorberichte: SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers *Update*

Kickers ohne Gambo und Okpala
Das Torjägerduo fällt heute aus
 
STUTTGART (ump). Als Trainer einer Überraschungsmannschaft im Pokal ist man ganz schön gefragt. Davon können Michael Feichtenbeiner (SC Pfullendorf) und Robin Dutt (Stuttgarter Kickers) vor dem Aufeinandertreffen ein Lied singen. Feichtenbeiners Handy-Akku jedenfalls ist in diesen Tagen rasch leer, so viele Anrufe muss er entgegennehmen. Ob der Akku seiner Mannschaft heute (19 Uhr) wieder aufgeladen ist? „Der Sieg im Pokal hat uns sicher Selbstvertrauen gegeben, dennoch schätze ich die Kickers stärker ein als die Mannschaft von Bielefeld am Sonntag.“ Wirklich?

Feichtenbeiner wusste wohl noch nichts von den Verletzungssorgen seines Kollegen Robin Dutt, der auf Bashiru Gambo (Leistenprobleme) und wohl auch Christian Okpala (Knieprobleme) verzichten muss, die bis gestern nicht mittrainieren konnten. Die beiden sind die erfolgreichsten Torjäger des Teams, mit je fünf Treffern. „Die Ausfälle würden uns schon hart treffen“, sagt Robin Dutt, der dafür wohl Oliver Stierle, Timo Schlabach oder Bastian Bischoff in die Startformation berufen wird. Ein Fragezeichen steht auch noch hinter Laszlo Kanyuk, der gegen den Hamburger SV sein Debüt feierte und nach einem Schlag aufs Ohr zuletzt über Gleichgewichtsprobleme klagte. Wie sagte Dutt schon nach dem Sieg gegen Hamburg: „Hoffentlich wurde der Sieg nicht zu teuer erkauft.“

Er hat auf jeden Fall seine Wirkung in den Medien hinterlassen. Am Sonntag (SWR) und Montag (DSF) war der Trainer in den Fernsehstudios, am nächsten Samstag werden der Präsident und der Manager ins „Aktuelle Sportstudio“ des ZDF zur Auslosung der zweiten Pokalrunde eingeladen, und zuvor berichtet die ARD vom Punktspiel der Kickers gegen den 1. FC Saarbrücken in der „Sportschau“ – eine Premiere für die Blauen. Selbst vom baden-württembergischen Duell heute in Pfullendorf sind kurze Ausschnitte im dritten Programm (21.45 Uhr) geplant.

Stuttgarter Zeitung

Kickers ohne Gambo in Pfullendorf
 
Stuttgart (jüf) – Die Stuttgarter Kickers müssen im Regionalligaspiel am heutigen Mittwoch (19 Uhr) beim SC Pfullendorf auf Bashiru Gambo (Adduktorenreizung) verzichten. Für ihn dürfte Timo Schlabach am Ball sein. Den lange verletzten Oliver Stierle kostete das DFB-Pokal-Spiel gegen den Hamburger SV viel Kraft. Ein äußerst großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Christian Okpala. Der Torjäger konnte auch am Dienstag wegen einer Prellung am Schienbeinkopf nicht trainieren. Gute Chancen, ihn zu vertreten, hat Bastian Bischoff. Wieder im Kader steht Mustafa Parmak, der am Sonntag in der Oberligaelf 90 Minuten durchspielte.

Robin Dutt hat seiner Mannschaft die Bedeutung der Partie im Linzgau deutlich gemacht. „Der Pokal-Erfolg ist Schnee von gestern“, sagt der Kickers-Trainer, „eine Spitzenmannschaft geht auch nach einem solchen Höhepunkt sehr konzentriert ins Spiel.“ Große Bedenken, dass seine Spieler den Gegner zu leicht nehmen werden, hat Dutt keine: „Der Erfolgshunger der Mannschaft ist unersättlich.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers mit Personalsorgen

Stuttgart (cu) – Die Rückkehr in den Regionalliga-Alltag haben sich die Stuttgarter Kickers sicher anders vorgestellt. Für das Spiel heute (19 Uhr) beim SC Pfullendorf fällt Bashiru Gambo aus, auch Christian Okpala und Laszlo Kanyuk werden wohl nicht auflaufen. Alle drei haben Blessuren aus dem DFB-Pokalkampf gegen den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV (4:3).Trainer Robin Dutt ist also gezwungen, seine Erfolgsformation zu ändern. Gambo hat Adduktorenprobleme, Okpala eine Prellung am Knie und Kanyuk Gleichgewichtsstörungen nach einem Schlag auf das Ohr. Da auch Oliver Stierle nach einer Verletzungspause körperlich noch nicht ganz auf der Höhe ist, will der Coach seine Anfangself noch für sich behalten. Dass die Tabellenführung zurückerobert werden soll, versteht sich allerdings von alleine. „Pfullendorf hat nach dem Pokalsieg gegen Bielefeld aber ebenfalls ein hohes Selbstbewusstsein und ist nach vorne stark“, sagt Dutt.
 
Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Söckler, Hartmann, Akcay, Parmak – Mesic, Schlabach.

Eßlinger Zeitung

Arminia muss raus aus den Köpfen

PFULLENDORF – Nur drei Tage nach dem sensationellen Pokalsieg des SC Pfullendorf gegen Arminia Bielefeld steht heute in der Alno-Arena schon wieder ein Spiel der Kategorie „erste Sahne“ auf dem Programm: Mit den Stuttgarter Kickers kommt die derzeit stärkste Mannschaft der Regionalliga in den Linzgau.

Von unserem Redakteur Oliver Kothmann

So undankbar der Trainer-Job in schweren Zeiten ist, so sehr macht die Arbeit manchmal halt auch Spaß: Gestern Vormittag zum Beispiel war für Michael Feichtenbeiner so ein Moment. Da schob er zu Hause in Stuttgart die Videokassette vom 2:1-DFB-Cup-Knüller gegen Bielefeld in den Schlitz, legte die Füße hoch und analysierte genüsslich die 90 Pokalminuten, in denen er und seine Mannschaft eines der schönsten Kapitel der Vereinsgeschichte geschrieben hatten. Auch bei der neuerlichen Betrachtung kam Feichtenbeiner wieder zum selben Schluss wie am Sonntag: „Doch, das Spiel gefällt mir nach wie vor. Wir haben eine sehr gute Leistung abgeliefert. Fast alles , was wir uns vorgenommen hatten, ist aufgegangen.“ Da drängt sich natürlich die Frage auf: „Wenn schon nicht immer, warum zumindest nicht öfter so, Herr Feichtenbeiner? Der Coach: „Weil die Ausgangsposition leider nicht immer so ist wie vor so einem DFB-Pokalspiel gegen einen Bundesligisten. Fußball findet auch im Kopf statt. Auch Bielefeld wird sich am Samstag gegen Bayern München sicherlich ganz anders präsentieren, als gegen uns.“

Trainer sieht Potenzial

PFULLENDORF – Nur drei Tage nach dem sensationellen Pokalsieg des SC Pfullendorf gegen Arminia Bielefeld steht heute in der Alno-Arena schon wieder ein Spiel der Kategorie „erste Sahne“ auf dem Programm: Mit den Stuttgarter Kickers kommt die derzeit stärkste Mannschaft der Regionalliga in den Linzgau.

Von unserem Redakteur Oliver Kothmann

So undankbar der Trainer-Job in schweren Zeiten ist, so sehr macht die Arbeit manchmal halt auch Spaß: Gestern Vormittag zum Beispiel war für Michael Feichtenbeiner so ein Moment. Da schob er zu Hause in Stuttgart die Videokassette vom 2:1-DFB-Cup-Knüller gegen Bielefeld in den Schlitz, legte die Füße hoch und analysierte genüsslich die 90 Pokalminuten, in denen er und seine Mannschaft eines der schönsten Kapitel der Vereinsgeschichte geschrieben hatten. Auch bei der neuerlichen Betrachtung kam Feichtenbeiner wieder zum selben Schluss wie am Sonntag: „Doch, das Spiel gefällt mir nach wie vor. Wir haben eine sehr gute Leistung abgeliefert. Fast alles , was wir uns vorgenommen hatten, ist aufgegangen.“ Da drängt sich natürlich die Frage auf: „Wenn schon nicht immer, warum zumindest nicht öfter so, Herr Feichtenbeiner? Der Coach: „Weil die Ausgangsposition leider nicht immer so ist wie vor so einem DFB-Pokalspiel gegen einen Bundesligisten. Fußball findet auch im Kopf statt. Auch Bielefeld wird sich am Samstag gegen Bayern München sicherlich ganz anders präsentieren, als gegen uns.“

Trainer sieht Potenzial

Um mental häufiger in der Lage zu sein, die maximale Leistungsfähigkeit abzurufen, bedürfe es, so Feichtenbeiner, „eines Lernprozesses. Daran zu arbeiten, sich mental hin zu einer Spitzenmannschaft zu entwickeln, ist meine Aufgabe, aber auch die Aufgabe jedes einzelnen Spielers.“ Moment mal? Spitzenmannschaft? Feichtenbeiner: „Warum nicht? Ich sehe schon noch Potenzial in der Mannschaft. Die Stuttgarter Kickers und Robin Dutt haben es doch vorgemacht. Auch er hat einige Spieler aus der Oberliga-Elf hochgezogen. Jetzt sind sie ein Spitzenteam in der Regionalliga. Die Kickers sind uns da zwei Schritte voraus.“ Natürlich müsse man sich dazu, so Feichtenbeiner weiter, „auch punktuell noch sinnvoll verstärken.“ Sein Team stecke nach Jahren des Abstiegskampfes „in einer Schublade. Doch wenn man den Kader mal durchgeht, sieht man, dass die Mannschaft mehrheitlich über große Regionalliga-Erfahrung verfügt. Mit taktischer Disziplin, viel Engagement und der ein oder anderen Verstärkung ist da auch mal mehr drin.“

„Topleistung abrufen!“

Feichtenbeiners Credo für das heutige Spiel lautet nun aber erstmal: „Den Kopf frei kriegen. Das Spiel wird eine enorme Herausforderung. Beide Teams, wir gegen Bielefeld, die Kickers mit ihrem Pokalsieg gegen den HSV, hatten ein Riesen-Erfolgserlebnis. Das zählt jetzt aber nicht mehr. Wir müssen auch heute wieder in der Lage sein, eine Topleistung abzurufen.“

Sechsmal in Serie ungeschlagen, 17 Tore in sechs Spielen, jetzt der Sieg über den Hamburger SV – die „Stukis“ sind derzeit wahrlich fantastisch drauf: Feichtenbeiner ist das nur recht: „Da werde ich bei der Besprechung nicht gegen Windmühlen kämpfen, sondern nur einmal mit der Tabelle winken müssen.“ Stuttgart sei Favorit, „aber wir werden versuchen, unsere Chance zu nutzen“, so der SCP- Coach. Die taktische Grundausrichtung werde der des Bielefeld-Spiels ähneln: „Defensiv kompakt stehen, dem Gegner wenig Kontermöglichkeiten bieten und trotzdem aggressiv nach vorne spielen.“

Zwei Spieler sind beim SC Pfullendorf angeschlagen: Marcel Rapp, der gegen Arminia passen musste (Zerrung) und Helgi Kolvidsson (Rippenprellung). Falls einer der beiden ausfällt, wird er von Mathias Kiefer vertreten. Feichtenbeiner: „Er hat das schon gegen Bielefeld ganz hervorragend gemacht.“

Auf Seiten der Kickers fehlt Spielmacher Gambo verletzt.

Schwäbische Zeitung

Fußball-Regionalliga:
Das Treffen der Pokalhelden
Heute abend treffen die Pokalhelden in der Regionalliga Süd aufeinander. So spielt der 1. FC Saarbrücken, der Mainz aus dem Rennen warf, gegen Werder-Bezwinger Pirmasens und in Pfullendorf, wo die Bielefelder Arminien Federn ließen, treten die Stuttgarter Kickers an, die mit dem Sieg über den HSV wohl das spektakulärste Pokal-Match boten.
Bild: Fischer Nach dem Pokaltriumph gegen Bielefeld (links Rüdiger Kauf) ist für Eric Agyemang (rechts) und seine Pfullendorfer Kollegen wieder Regionalliga-Alltag angesagt: Heute Abend um 19 Uhr sind die Stuttgarter Kickers zu Gast in der Alno-Arena. Fußball-Regionalliga: SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers (Mittwoch, 19 Uhr, Alno-Arena). – Im Moment scheint ein Highlight beim SCP das nächste zu jagen. Zunächst der Auswärtssieg beim Regionalliga-Spiel in Pirmasens, dann der etwas glanzlosen Pflichtsieg im südbadischen Pokal, dem dafür ein umso spektakuläreres DFB-Pokal-Match folgte. Nun kommt in der Regionalliga der HSV-Bezwinger, die Stuttgarter Kickers, der nicht nur im DFB-Pokal, sondern bisher auch in der Regionalliga die Akzente setzte. Und dann am Samstag, nach dem Auswärtsspiel in Wehen, darf in Pfullendorf bei der Auslosung zur 2. DFB-Pokalrunde auf einen attraktiven Gegner gehofft werden (live im Aktuellen Sportstudio/ZDF).

Doch der Blick von SCP-Trainer Michael Feichtenbeiner geht zunächst nach seinem sechsten Pokal-Erfolg über einen Bundesligisten als Trainer zur nächsten Regionalliga-Aufgabe, die es ebenfalls in sich hat: „Da müssen wir noch einen auflegen, denn ich erwarte, dass die Kickers hier stärker auftreten als das Bielefeld am Sonntag getan hat.“ Vor allem die gegen den Bundesligisten sicher stehende SCP-Abwehr wird aufs Neue stark geprüft werden. „17 Tore in sechs Spielen – da wissen wir schon, was an Offensivqualitäten auf uns zukommt“, ahnt Feichtenbeiner mit Blick auf den gut bestückte Kickers-Angriff. Allerdings stehen hinter den beiden Top-Torjägern Gambo und Okpala verletzungsbedingt Fragezeichen. Weitere Gefahr droht bei Standards: Die von Benda, der zuletzt in der ARD-Sportschau ob seiner Qualitäten als Regionalliga-Beckham vorgestellt wurde, getretenen Freistöße gewinnen durch eine Reihe kopfballstarker Spieler an Gefahr. Fünf Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage und lediglich wegen der Spielverlegung auf Grund des DFB-Pokals von der Tabellenführung verdrängt – pikanterweise vom Lokalrivalen VfB II -, keine Frage, die Kickers sind nach dem Fehlstart anderer Titelanwärter in der Regionalliga das Team der Stunde. Das Sahnehäubchen war natürlich der DFB-Pokalsieg am Samstag über den HSV, den die Kickers in der Verlängerung niederringen konnten.

Trainer Robin Dutt, der zwar einen kleinen, aber feinen und vor der Runde ganz gezielt verstärkten Kader betreut, scheint im Moment alles richtig zum machen, wird in den Medien als Mann der Stunde gehandelt. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten. So hatte zuletzt Hannover 96 ein Auge auf den erfolgreichen und innovativen Kickers-Trainer als Nachfolger von Peter Neururer geworfen, doch lehnte Dutt ab, denn er setzt weiter auf das Projekt Kickers.

„Die sind in dieser Saison ungeschlagen“, so Feichtebeiner, der in der Hoffnung auf ein weiteres starkes Spiel schnell ergänzt: „Noch ungeschlagen.“ Personell ist noch offen, ob Kiefer weiter den angeschlagenen Rapp in der Abwehr ersetzen muss. Auch hinter Helgi Kolvidsson, der gegen Bielefeld einen Ellbogen-Check auf die Brust bekam, steht noch ein Fragezeichen, aber ansonsten kann Feichtenbeiner auf seine Pokalhelden zurückgreifen.

„Wir wollen zeigen, dass Bielefeld keine Eintagesfliege war. Ich freue mich auf dieses Spiel“, hofft Feichtenbeiner, dass nach der intensiven Werbung, den die beiden Rivalen am Wochenende für den Regionalliga-Fußball machten, das Publikum zahlreich in die ALNO-Arena strömen wird, ein weiteres Fußballfest gefeiert werden darf. (jr)

Südkurier

Vorberichte: SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers in der Statistik

Nach dem Highlight im DFB-Pokal geht es heute Abend wieder in den Alltag der Regionalliga Süd, zum ebenfalls im DFB-Pokal erfolgreichen SC Pfullendorf.

Zuletzt waren unsere Blauen sehr erfolgreich bei den Linzgäuern. Gab es in den ersten zwei Spielen jeweils zwei bittere und knappe Niederlagen, so konnten die Kickers in den letzten zwei Spielen jeweils überzeugend und klar gewinnen. Gerne erinnern wir uns an den quasi einzigen Höhepunkt von Ex-Stürmer Mohammed Abou Shoura, der beim 4:1 Erfolg drei Tore beisteuerte.

Inwieweit beide Mannschaften die kraftraubenden Spiele im Pokal verdaut und insbesondere die Blauen die Ausfälle (Gambo und evtl. Okpala) kompensieren können, bleibt abzuwarten. Die Blauen sind Favorit, sind sie doch bisher ungeschlagen und Pfullendorf noch dazu zu Hause nach drei Spielen noch ohne Sieg. Ob die Blauen auch nach dem Spiel beste Auswärtssmannschaft bleiben?

Mehr dazu im Kickersarchiv.

StN: Dutts Sprung ins Rampenlicht

Trainer der Stuttgarter Kickers fällt durch flotte Sprüche auf – Gast im DSF
 
Stuttgart – Bis vor kurzem war Robin Dutt bundesweit nur Fußball-Experten ein Begriff. Das hat sich seit seinem Flirt mit dem Bundesligisten Hannover 96 und dem Pokalsieg gegen den Hamburger SV geändert.

VON JÜRGEN FREY

Am gestrigen Montag setzte sich Kickers-Trainer Robin Dutt zusammen mit Pressesprecher Guido Dobbratz ins Auto. Die Reise ging nach München. Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) hatte den 41-Jährigen in die Sendung „Bundesliga aktuell“ eingeladen. Den Sprung ins Rampenlicht – Dutt sieht ihn rundum positiv: „Es ist doch schön, wenn man den Verein auf diese Weise repräsentieren kann.“ Schon einen Tag zuvor war der Erfolgscoach zu Gast in „Sport im Dritten“. Es war seine Premiere in einem Fernsehstudio. Und um flotte Sprüche war er nicht verlegen. Ein paar Kostproben:

Können Sie sich vorstellen, in Stuttgart einen Bundesligisten zu trainieren?

„Klar, wenn wir zweimal aufsteigen, sind wir in der Bundesliga.“

Welchen Gegner wünschen Sie sich für die zweite DFB-Pokal-Runde?

„Einen wirtschaftlich attraktiven und sportlich machbaren Gegner – Bayern München zum Beispiel.“

Wie wär“s mit dem VfB Stuttgart?

„Ich will dem VfB nicht zumuten, schon in der zweiten Runde rauszufliegen.“

Seine Kritiker fühlen sich durch die verbale Offensive bestätigt: Sie unterstellen dem Leonberger eine gewisse Überheblichkeit. „Wenn man mich nicht kennt, wirkt das vielleicht arrogant“, sagt Dutt, „aber ich bin, wie ich bin, da gehören Humor und Ironie dazu.“ Das nötige Selbstvertrauen holte er sich schon vor seiner Zeit als Fußballtrainer. Dutt war im Außendienst tätig und verkaufte Büroeinrichtungen. „Das hat mich geprägt“, sagt er. Die Rückkehr in diesen Job ist kein Thema mehr. Sein Ziel ist die Bundesliga. Dutt: „Wenn die Kickers Geduld haben, gerne mit den Blauen.“

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte: SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers

Pokalschreck Pfullendorf
 
Der Trainer im Gespräch
 
Morgen kommt es in der Fußball-Regionalliga zum Aufeinandertreffen zweier Überraschungssieger im Pokal. Der SC Pfullendorf hat gegen Bielefeld gewonnen, die Stuttgarter Kickers haben Hamburg rausgeworfen. „Jetzt wollen wir die erste Mannschaft sein, die die Kickers schlägt“, sagt Pfullendorfs Trainer Michael Feichtenbeiner (46) im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Feichtenbeiner, morgen kommt der Tabellenführer Stuttgarter Kickers, der im Pokal den Hamburger SV ausgeschaltet hat. War das Motivation für Ihre Mannschaft, gegen Bielefeld am Sonntag beim 2:1 auch für eine Überraschung zu sorgen?

So kann man es ausdrücken. Ich habe gesagt, mein Kollege Robin Dutt kann nicht alleine in die zweite Runde – wir müssen nachziehen.

Für Pfullendorf war es ein historischer Erfolg – für Sie fast schon Gewohnheit, nachdem Sie ausgerechnet mit den Kickers 2000 bis ins Halbfinale gekommen waren.

Es stimmt, das nimmt langsam beängstigende Formen an, aber letztlich kann man nicht genug davon kriegen, zumal man stolz ist, wenn der Präsident hier vom größten Tag der Vereinsgeschichte spricht.

Hat das Auswirkungen auf den Kader?

Nein. Es war klar, dass bei unserem kleinen Etat von rund einer Million Euro die Einnahmen aus dem Pokal dankend verplant waren. Bei den Verantwortlichen herrscht trotzdem eine gewisse Erleichterung. Denn durch das Geld der nächsten Runde lässt sich die Saison leichter in den gewohnt geordneten Bahnen beenden.

Wer der beiden Schrecken im Pokal ist denn nun im direkten Aufeinandertreffen der Favorit?

Der, der im Moment allen anderen in der Tabelle enteilt ist und bisher auch den besten Eindruck in der Liga hinterlassen hat. Gleichwohl wollen wir die erste Mannschaft sein, die die Kickers in dieser Saison schlägt.

Bisher lautete die Vorgabe in Pfullendorf immer Klassenverbleib. In zwei Jahren soll die eingleisige dritte Liga kommen. Ist das ein Ziel oder eine Nummer zu groß?

Aus meiner Sicht ist das ganz sicher ein Ziel, weil es eine Herausforderung wäre. Denn ein Aufstieg in Liga zwei ist unrealistisch. Aber ich weiß auch, dass es im Verein Leute gibt, die fragen: wie wollen wir das stemmen?

Letzte Frage: warum arbeiten Sie eigentlich nicht mehr als Trainer in Malaysia?

Ganz einfach: der Manager dort hat mich abgesägt, obwohl wir mit MPPJ Selangor ungeschlagen Tabellenführer waren – nur weil er einen befreundeten Brasilianer reindrücken wollte. Aber der ist inzwischen auch wieder weg, nachdem er zehnmal hintereinander verloren hat. Das war sehr bitter, weil Malaysia ein absoluter Höhepunkt war. Ich würde jederzeit wieder dorthin gehen.

Stuttgarter Zeitung

„Kickers stärker als Bielefeld“
 
SCP-Trainer Feichtenbeiner
 
Stuttgart – Der SC Pfullendorf hat im DFB-Pokal Arminia Bielefeld geschlagen. Am Mittwoch (19 Uhr) trifft das Team von Trainer Michael Feichtenbeiner in der Fußball-Regionalliga auf die Stuttgarter Kickers.

Herr Feichtenbeiner, besser kann man die Werbetrommel nicht rühren.

Die brandaktuellen Pokalhelden treffen aufeinander. Das macht richtig Appetit.

Auch die Ligakollegen FK Pirmasens und 1. FC Saarbrücken warfen Erstligisten aus dem Cup-Wettbewerb. Woran liegt es?

Es gibt fast keinen physischen Unterschied mehr. Auch wir arbeiten unter Profibedingungen. Für uns ist so eine Partie das Spiel des Jahres. Und der Name Pfullendorf ist prädestiniert für die Außenseiterrolle.

Sie haben es auch schon mit einem Club wie den Kickers bis ins Halbfinale geschafft.

Die Siege in der Saison 1999/2000 gegen Dortmund, Bielefeld und Freiburg – das waren herrliche Momente.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung bei Ihrem Ex-Club?

Es werden die Früchte für gute Aufbauarbeit geerntet. Die Blauen sind die beste Elf der Liga – sie schaffen den Aufstieg.

Wie geht“s am Mittwoch aus?

Ohne schmeicheln zu wollen: In ihrer aktuellen Form sind die Kickers stärker als Bielefeld. Aber wir wollen gewinnen.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

„Das wird bestimmt spannend!“

Wegen der Pokalbegegnungen am vergangenen Wochenende ist die Regionalliga-Partie zwischen dem SC Pfullendorf und den Stuttgarter Kickers auf Mittwoch (19 Uhr) verschoben worden. Beide Kontrahenten traten im DFB-Pokal an und beide konnten jeweils sensationell Clubs aus der ersten Bundesliga ausschalten. Für die Kickers läuft es auch in der Liga unheimlich gut, wenngleich sie durch die Pokalpause die Tabellenführung an den Lokalrivalen VfB Stuttgart II verloren. SZ-Mitarbeiter Dirk Meier sprach mit Kickers-Coach Robin Dutt (41), der in der Schwabenmetropole seit dem 27. Oktober 2003 im Amt ist.

SZ: Herr Dutt, nach dem guten Start in die Regionalligasaison und dem sensationellen 4:3-Sieg gegen den Champions-League-Teilnehmer Hamburger SV im Pokal kann Ihre Laune wohl kaum besser sein, oder?

Robin Dutt: Ja, das stimmt. Wir sind in der Liga nach sechs Spielen immer noch ungeschlagen. Trotzdem konnten wir uns noch kein Polster verschaffen, obwohl wir fünf Mal gewonnen haben und ein Mal unentschieden spielten. Dass der VfB II nun an uns vorbei gezogen und Tabellenführer ist, tut uns jedoch nicht weh. Aber Reutlingen und Kassel sind nah bei uns und auch Hoffenheim kommt langsam ins Rollen. Wir müssen aufpassen und konsequent gut weiter arbeiten.

SZ: Wie haben Sie ganz persönlich den Pokalsieg gegen den Hamburger SV erlebt ?

Wegen der Pokalbegegnungen am vergangenen Wochenende ist die Regionalliga-Partie zwischen dem SC Pfullendorf und den Stuttgarter Kickers auf Mittwoch (19 Uhr) verschoben worden. Beide Kontrahenten traten im DFB-Pokal an und beide konnten jeweils sensationell Clubs aus der ersten Bundesliga ausschalten. Für die Kickers läuft es auch in der Liga unheimlich gut, wenngleich sie durch die Pokalpause die Tabellenführung an den Lokalrivalen VfB Stuttgart II verloren. SZ-Mitarbeiter Dirk Meier sprach mit Kickers-Coach Robin Dutt (41), der in der Schwabenmetropole seit dem 27. Oktober 2003 im Amt ist.

SZ: Herr Dutt, nach dem guten Start in die Regionalligasaison und dem sensationellen 4:3-Sieg gegen den Champions-League-Teilnehmer Hamburger SV im Pokal kann Ihre Laune wohl kaum besser sein, oder?

Robin Dutt: Ja, das stimmt. Wir sind in der Liga nach sechs Spielen immer noch ungeschlagen. Trotzdem konnten wir uns noch kein Polster verschaffen, obwohl wir fünf Mal gewonnen haben und ein Mal unentschieden spielten. Dass der VfB II nun an uns vorbei gezogen und Tabellenführer ist, tut uns jedoch nicht weh. Aber Reutlingen und Kassel sind nah bei uns und auch Hoffenheim kommt langsam ins Rollen. Wir müssen aufpassen und konsequent gut weiter arbeiten.

SZ: Wie haben Sie ganz persönlich den Pokalsieg gegen den Hamburger SV erlebt ?

Dutt: Der HSV hatte Höhen und Tiefen in seinem Spiel. Zum Glück für uns haben die Tiefen überwogen. Ja, das war schon toll. Auch für unser Publikum. Nach langer Zeit war unser Stadion mit 10 450 Zuschauern mal wieder ausverkauft. Auch in der Liga ist unser Schnitt im Moment doppelt so hoch wie kalkuliert. Das ist erfreulich.

SZ: Wie wirkt sich denn dieser Erfolg im Degerloch aus?

Dutt: Die Euphorie ist riesengroß. Die Fans kommen, wollen uns sehen, und auch in den Medien sind wir mehr und mehr Thema. Am Sonntag war ich zu einem TV-Interview beim SWR-eingeladen und auch beim DSF. Die Stuttgarter Kickers werden auf einmal auch überregional wahrgenommen. Wir sind auf einem guten Weg, müssen diese Leistung nun aber auch weiter konservieren.

SZ: Hannover 96 ist auch auf Sie aufmerksam geworden und wollte Sie als Cheftrainer. Warum haben Sie abgesagt?

Dutt: Ich hatte ein Angebot aus Hannover. Ich bin dann zwei Tage vor unserem Pokalspiel dorthin geflogen und habe mit dem 96-Boss Martin Kind gesprochen. Ich habe ihm erklärt, dass ich das Projekt Stuttgarter Kickers weiterführen möchte. Mein Ziel ist immer noch der Aufstieg in die zweite Bundesliga. Mein Vertrag in Stuttgart läuft zwar am Saisonende aus. Aber wenn wir aufsteigen, dann werde ich hier bestimmt weitermachen. Davon gehe ich derzeit jedenfalls aus.

SZ: Die Regionalliga Süd wird gemeinhin für schwächer gehalten als die Regionalliga Nord. Sehen Sie das auch so?

Dutt: Nein, überhaupt nicht. Mit dem FC Augsburg hat die Regionalliga Süd letzte Saison das beste Team überhaupt gestellt. Allerdings mit dem FC Eschborn auch das schlechteste. Im Schnitt ist die Süd-Liga genauso stark wie der Norden. Hinzu kommt eines: Am Wochenende haben vier Süd-Regionalligisten vier Bundesligisten aus dem Pokal geworfen. Pfullendorf gegen Bielefeld, Pirmasens gegen Bremen, Saarbrücken gegen Mainz und wir gegen den HSV. Das spricht doch für den Süden und zeigt die Stärke unserer Spielklasse deutlich auf.

SZ: Der nächste Gegner ist am Mittwoch der SC Pfullendorf. Ist Ihr Kader dann wieder komplett?

Dutt: Nein. Gegen den HSV haben sich unsere Stürmer Bashiru Gambo und Christian Okpala verletzt. Das tut uns natürlich sehr weh. Bei Okpala besteht eine kleine Hoffnung, dass er spielen kann. Gambo fällt aber aus.

SZ: Sie sind zwar Trainer in Stuttgart, kennen aber wohl den SCP am besten von allen Klubs dieser Liga. Kann man das so sagen?

Dutt: Ich muss natürlich alle Mannschaften der Regionalliga Süd kennen. Aber wenn man das Umfeld von Pfullendorf mit einbezieht, dann würde Pfullendorf bei mir in dieser von Ihnen angesprochenen Rangfolge wohl ganz oben stehen. Die Mannschaft ist sehr gut, die Vereinsführung arbeitet gut und vor allem solide. Da gibt es keine Skandale und auch zu SCP-Trainer Michael Feichtenbeiner habe ich einen freundschaftlichen Kontakt. Daher freue ich mich sehr auf dieses Spiel. Außerdem hat diese Partie Derbycharakter und durch unsere beiden Pokalsiege dürfte die Stimmung super sein. Das wird bestimmt spannend.

Schwäbische Zeitung

Bilder vom Spiel Stuttgarter Kickers – Hamburger SV (4:3) *Update*

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