Vorberichte: SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers

12. September 2006 in Kickers I, News

Pokalschreck Pfullendorf
 
Der Trainer im Gespräch
 
Morgen kommt es in der Fußball-Regionalliga zum Aufeinandertreffen zweier Überraschungssieger im Pokal. Der SC Pfullendorf hat gegen Bielefeld gewonnen, die Stuttgarter Kickers haben Hamburg rausgeworfen. „Jetzt wollen wir die erste Mannschaft sein, die die Kickers schlägt“, sagt Pfullendorfs Trainer Michael Feichtenbeiner (46) im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Feichtenbeiner, morgen kommt der Tabellenführer Stuttgarter Kickers, der im Pokal den Hamburger SV ausgeschaltet hat. War das Motivation für Ihre Mannschaft, gegen Bielefeld am Sonntag beim 2:1 auch für eine Überraschung zu sorgen?

So kann man es ausdrücken. Ich habe gesagt, mein Kollege Robin Dutt kann nicht alleine in die zweite Runde – wir müssen nachziehen.

Für Pfullendorf war es ein historischer Erfolg – für Sie fast schon Gewohnheit, nachdem Sie ausgerechnet mit den Kickers 2000 bis ins Halbfinale gekommen waren.

Es stimmt, das nimmt langsam beängstigende Formen an, aber letztlich kann man nicht genug davon kriegen, zumal man stolz ist, wenn der Präsident hier vom größten Tag der Vereinsgeschichte spricht.

Hat das Auswirkungen auf den Kader?

Nein. Es war klar, dass bei unserem kleinen Etat von rund einer Million Euro die Einnahmen aus dem Pokal dankend verplant waren. Bei den Verantwortlichen herrscht trotzdem eine gewisse Erleichterung. Denn durch das Geld der nächsten Runde lässt sich die Saison leichter in den gewohnt geordneten Bahnen beenden.

Wer der beiden Schrecken im Pokal ist denn nun im direkten Aufeinandertreffen der Favorit?

Der, der im Moment allen anderen in der Tabelle enteilt ist und bisher auch den besten Eindruck in der Liga hinterlassen hat. Gleichwohl wollen wir die erste Mannschaft sein, die die Kickers in dieser Saison schlägt.

Bisher lautete die Vorgabe in Pfullendorf immer Klassenverbleib. In zwei Jahren soll die eingleisige dritte Liga kommen. Ist das ein Ziel oder eine Nummer zu groß?

Aus meiner Sicht ist das ganz sicher ein Ziel, weil es eine Herausforderung wäre. Denn ein Aufstieg in Liga zwei ist unrealistisch. Aber ich weiß auch, dass es im Verein Leute gibt, die fragen: wie wollen wir das stemmen?

Letzte Frage: warum arbeiten Sie eigentlich nicht mehr als Trainer in Malaysia?

Ganz einfach: der Manager dort hat mich abgesägt, obwohl wir mit MPPJ Selangor ungeschlagen Tabellenführer waren – nur weil er einen befreundeten Brasilianer reindrücken wollte. Aber der ist inzwischen auch wieder weg, nachdem er zehnmal hintereinander verloren hat. Das war sehr bitter, weil Malaysia ein absoluter Höhepunkt war. Ich würde jederzeit wieder dorthin gehen.

Stuttgarter Zeitung

„Kickers stärker als Bielefeld“
 
SCP-Trainer Feichtenbeiner
 
Stuttgart – Der SC Pfullendorf hat im DFB-Pokal Arminia Bielefeld geschlagen. Am Mittwoch (19 Uhr) trifft das Team von Trainer Michael Feichtenbeiner in der Fußball-Regionalliga auf die Stuttgarter Kickers.

Herr Feichtenbeiner, besser kann man die Werbetrommel nicht rühren.

Die brandaktuellen Pokalhelden treffen aufeinander. Das macht richtig Appetit.

Auch die Ligakollegen FK Pirmasens und 1. FC Saarbrücken warfen Erstligisten aus dem Cup-Wettbewerb. Woran liegt es?

Es gibt fast keinen physischen Unterschied mehr. Auch wir arbeiten unter Profibedingungen. Für uns ist so eine Partie das Spiel des Jahres. Und der Name Pfullendorf ist prädestiniert für die Außenseiterrolle.

Sie haben es auch schon mit einem Club wie den Kickers bis ins Halbfinale geschafft.

Die Siege in der Saison 1999/2000 gegen Dortmund, Bielefeld und Freiburg – das waren herrliche Momente.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung bei Ihrem Ex-Club?

Es werden die Früchte für gute Aufbauarbeit geerntet. Die Blauen sind die beste Elf der Liga – sie schaffen den Aufstieg.

Wie geht“s am Mittwoch aus?

Ohne schmeicheln zu wollen: In ihrer aktuellen Form sind die Kickers stärker als Bielefeld. Aber wir wollen gewinnen.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

„Das wird bestimmt spannend!“

Wegen der Pokalbegegnungen am vergangenen Wochenende ist die Regionalliga-Partie zwischen dem SC Pfullendorf und den Stuttgarter Kickers auf Mittwoch (19 Uhr) verschoben worden. Beide Kontrahenten traten im DFB-Pokal an und beide konnten jeweils sensationell Clubs aus der ersten Bundesliga ausschalten. Für die Kickers läuft es auch in der Liga unheimlich gut, wenngleich sie durch die Pokalpause die Tabellenführung an den Lokalrivalen VfB Stuttgart II verloren. SZ-Mitarbeiter Dirk Meier sprach mit Kickers-Coach Robin Dutt (41), der in der Schwabenmetropole seit dem 27. Oktober 2003 im Amt ist.

SZ: Herr Dutt, nach dem guten Start in die Regionalligasaison und dem sensationellen 4:3-Sieg gegen den Champions-League-Teilnehmer Hamburger SV im Pokal kann Ihre Laune wohl kaum besser sein, oder?

Robin Dutt: Ja, das stimmt. Wir sind in der Liga nach sechs Spielen immer noch ungeschlagen. Trotzdem konnten wir uns noch kein Polster verschaffen, obwohl wir fünf Mal gewonnen haben und ein Mal unentschieden spielten. Dass der VfB II nun an uns vorbei gezogen und Tabellenführer ist, tut uns jedoch nicht weh. Aber Reutlingen und Kassel sind nah bei uns und auch Hoffenheim kommt langsam ins Rollen. Wir müssen aufpassen und konsequent gut weiter arbeiten.

SZ: Wie haben Sie ganz persönlich den Pokalsieg gegen den Hamburger SV erlebt ?

Wegen der Pokalbegegnungen am vergangenen Wochenende ist die Regionalliga-Partie zwischen dem SC Pfullendorf und den Stuttgarter Kickers auf Mittwoch (19 Uhr) verschoben worden. Beide Kontrahenten traten im DFB-Pokal an und beide konnten jeweils sensationell Clubs aus der ersten Bundesliga ausschalten. Für die Kickers läuft es auch in der Liga unheimlich gut, wenngleich sie durch die Pokalpause die Tabellenführung an den Lokalrivalen VfB Stuttgart II verloren. SZ-Mitarbeiter Dirk Meier sprach mit Kickers-Coach Robin Dutt (41), der in der Schwabenmetropole seit dem 27. Oktober 2003 im Amt ist.

SZ: Herr Dutt, nach dem guten Start in die Regionalligasaison und dem sensationellen 4:3-Sieg gegen den Champions-League-Teilnehmer Hamburger SV im Pokal kann Ihre Laune wohl kaum besser sein, oder?

Robin Dutt: Ja, das stimmt. Wir sind in der Liga nach sechs Spielen immer noch ungeschlagen. Trotzdem konnten wir uns noch kein Polster verschaffen, obwohl wir fünf Mal gewonnen haben und ein Mal unentschieden spielten. Dass der VfB II nun an uns vorbei gezogen und Tabellenführer ist, tut uns jedoch nicht weh. Aber Reutlingen und Kassel sind nah bei uns und auch Hoffenheim kommt langsam ins Rollen. Wir müssen aufpassen und konsequent gut weiter arbeiten.

SZ: Wie haben Sie ganz persönlich den Pokalsieg gegen den Hamburger SV erlebt ?

Dutt: Der HSV hatte Höhen und Tiefen in seinem Spiel. Zum Glück für uns haben die Tiefen überwogen. Ja, das war schon toll. Auch für unser Publikum. Nach langer Zeit war unser Stadion mit 10 450 Zuschauern mal wieder ausverkauft. Auch in der Liga ist unser Schnitt im Moment doppelt so hoch wie kalkuliert. Das ist erfreulich.

SZ: Wie wirkt sich denn dieser Erfolg im Degerloch aus?

Dutt: Die Euphorie ist riesengroß. Die Fans kommen, wollen uns sehen, und auch in den Medien sind wir mehr und mehr Thema. Am Sonntag war ich zu einem TV-Interview beim SWR-eingeladen und auch beim DSF. Die Stuttgarter Kickers werden auf einmal auch überregional wahrgenommen. Wir sind auf einem guten Weg, müssen diese Leistung nun aber auch weiter konservieren.

SZ: Hannover 96 ist auch auf Sie aufmerksam geworden und wollte Sie als Cheftrainer. Warum haben Sie abgesagt?

Dutt: Ich hatte ein Angebot aus Hannover. Ich bin dann zwei Tage vor unserem Pokalspiel dorthin geflogen und habe mit dem 96-Boss Martin Kind gesprochen. Ich habe ihm erklärt, dass ich das Projekt Stuttgarter Kickers weiterführen möchte. Mein Ziel ist immer noch der Aufstieg in die zweite Bundesliga. Mein Vertrag in Stuttgart läuft zwar am Saisonende aus. Aber wenn wir aufsteigen, dann werde ich hier bestimmt weitermachen. Davon gehe ich derzeit jedenfalls aus.

SZ: Die Regionalliga Süd wird gemeinhin für schwächer gehalten als die Regionalliga Nord. Sehen Sie das auch so?

Dutt: Nein, überhaupt nicht. Mit dem FC Augsburg hat die Regionalliga Süd letzte Saison das beste Team überhaupt gestellt. Allerdings mit dem FC Eschborn auch das schlechteste. Im Schnitt ist die Süd-Liga genauso stark wie der Norden. Hinzu kommt eines: Am Wochenende haben vier Süd-Regionalligisten vier Bundesligisten aus dem Pokal geworfen. Pfullendorf gegen Bielefeld, Pirmasens gegen Bremen, Saarbrücken gegen Mainz und wir gegen den HSV. Das spricht doch für den Süden und zeigt die Stärke unserer Spielklasse deutlich auf.

SZ: Der nächste Gegner ist am Mittwoch der SC Pfullendorf. Ist Ihr Kader dann wieder komplett?

Dutt: Nein. Gegen den HSV haben sich unsere Stürmer Bashiru Gambo und Christian Okpala verletzt. Das tut uns natürlich sehr weh. Bei Okpala besteht eine kleine Hoffnung, dass er spielen kann. Gambo fällt aber aus.

SZ: Sie sind zwar Trainer in Stuttgart, kennen aber wohl den SCP am besten von allen Klubs dieser Liga. Kann man das so sagen?

Dutt: Ich muss natürlich alle Mannschaften der Regionalliga Süd kennen. Aber wenn man das Umfeld von Pfullendorf mit einbezieht, dann würde Pfullendorf bei mir in dieser von Ihnen angesprochenen Rangfolge wohl ganz oben stehen. Die Mannschaft ist sehr gut, die Vereinsführung arbeitet gut und vor allem solide. Da gibt es keine Skandale und auch zu SCP-Trainer Michael Feichtenbeiner habe ich einen freundschaftlichen Kontakt. Daher freue ich mich sehr auf dieses Spiel. Außerdem hat diese Partie Derbycharakter und durch unsere beiden Pokalsiege dürfte die Stimmung super sein. Das wird bestimmt spannend.

Schwäbische Zeitung

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