Kickers II heute im WFV-Pokal

Nur Außenseiter
STUTTGART (StZ). Nachdem sich die Fußball-Drittligamannschaft der Stuttgarter Kickers schon früh aus dem WFV-Pokal verabschiedet hat, ruhen die Hoffnungen plötzlich auf der zweiten Mannschaft. Die trifft heute (18 Uhr) im Viertelfinale auf den Regionalligazweiten 1. FC Heidenheim. „Wir sind krasser Außenseiter“, sagt der Kickers-Trainer Björn Hinck, obwohl sein Team in der Oberliga zuletzt beim Spitzenreiter SG Sonnenhof gewonnen hat, der im Pokal gestern dafür mit 2:1 nach Verlängerung den Regionalligisten Reutlingen ausschaltete, der nicht nur deshalb finanziell vor schweren Zeiten steht.

Von der Aufstellung her dürfte es keine großen Änderungen bei den Kickers geben. Die Drittliga-erprobten Thorsten Reiß, Sokol Kacani und Josip Landeka werden wie zuletzt mitwirken, dagegen ist ein Einsatz von Mustafa Parmak und Michael Schürg unwahrscheinlich. Hinck: „Sie waren nur im Abschlusstraining. Es kann aber sein, dass einer auf der Bank sitzt.“

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Carl Zeiss Jena – Stuttgarter Kickers (0:0)

0:0 – Kickers treten auf der Stelle
Stuttgart bleibt nach dem Unentschieden in Jena Letzter – Werbeagentur kündigt Zusammenarbeit

JENA/STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben im Abstiegskampf der dritten Fußballliga nichts gutgemacht. „Der Punkt hilft beiden Mannschaften nicht wirklich weiter“, sagte der Trainer Rainer Kraft nach dem 0:0 in Jena.

Von Matthias Koch und Joachim Klumpp

Das Ende war recht unrühmlich. Als der Schiedsrichter die wahrlich nicht hochklassige Partie zwischen Carl Zeiss Jena und den Stuttgarter Kickers abgepfiffen hatte, musste Carsten Nulle beim Abgang in die Kabine von seinen Mitspielern zurückgehalten werden, um nicht völlig die Beherrschung zu verlieren. War es der Frust des Jenaer Torhüters über nur einen Punkt beim 0:0 gegen den Tabellenletzten aus Stuttgart? Bei dem wiederum jubelten nach dem Schlusspfiff die Spieler Manuel Salz und Marcus Mann, obwohl der eine Punkt den Kickers im Abstiegskampf auch nicht so recht weiterhilft.

Der Trainer Rainer Kraft nahm gegenüber dem Sieg gegen Braunschweig zwei Umstellungen vor, die sich bereits angedeutet hatten. Im Angriff spielte der am Samstag starke Orlando Smeekes für Tunjic, in der Viererkette bekam Moritz Steinle den Vorzug gegenüber Benedikt Deigendesch, „weil er in der Offensive stärker ist“, wie Kraft betonte. Sein Ziel war ja klar: „Wir wollen hier gewinnen.“ Dementsprechend engagiert gingen die Gäste zu Werke, zumindest in der Anfangsphase. Nach einem Eckball von Danny Galm hatte der aufgerückte Verteidiger Torsten Traut (12.) die Chance, doch sein Volleyschuss wurde abgeblockt.

Das war es dann aber auch schon mit der Strum-und-Drang-Phase der Kickers, Jena kam jetzt etwas besser ins Spiel und hatte auch einige Möglichkeiten. Sebastian Hähnge (24.), mit neun Treffern bisher der beste Schütze, und André Schembri (36.) scheiterten aber jeweils am glänzenden Kickers-Schlussmann Manuel Salz. Unmittelbar vor der Pause dann noch eine unschöne Szene, als Moriz Steinle hart gegen Sträßer einstieg – und Gelb bekam, auch wenn die Zuschauer Rot forderten.

Nach der Pause wollten beide Mannschaften dann ihre Zurückhaltung ablegen und gingen engagierter zur Sache. Kraft setzte auf Offensive und brachte Tucci, der eine gute Möglichkeit überhastet verstolperte, sowie acht Minuten vor Schluss noch Tunjic. Kurz zuvor hatte Jena die bis dahin größte Chance, doch Schembris Schlenzer ging an die Latte (83.). Glück für die Kickers. „Der letzte, entscheidende Pass hat bei uns gefehlt“, sagte Rainer Kraft. „Der Punkt hilft beiden Mannschaften nicht wirklich weiter“, fügte der Kickers-Trainer hinzu, während sein Kollege Fascher meinte: „Was der Punkt wert ist, wird man am Ende sehen.“

Bereits am Montagabend hatte es ein erstes Treffen zwischen Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum und dem Hauptsponsor Eduardo Garcia über ein weiteres Engagement in der Regionalliga gegeben. Dieser wollte allerdings keine Details zu dem Gespräch unter vier Augen nennen. Dafür bestätigte Hajo Auch von der gleichnamigen Werbeagentur, dass er die Zusammenarbeit mir den Kickers aufgekündigt habe. „Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Markenführung“, wie der Firmenchef betonte – nicht wegen des drohenden Abstiegs in die vierte Liga.

Carl Zeiss Jena: Nulle – Riemer, Robert Müller, Tim Petersen, Ralf Schmidt – Kikuchi – Ziegner, Sträßer (76. Fuchs) – Hähnge – Schembri, Mayombo.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Graub, Härter – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa (69. Gentner) – Smeekes (84. Tunjic), Galm (61. Tucci).

Schiedsrichter: Metzen (Mechernich).

Zuschauer: 6548.

Gelbe Karten: Sträßer, Wuttke / Mann, Steinle, Traut.

Stuttgarter Zeitung

Kickers unzufrieden über 0:0 in Jena
Trainer Kraft: „Ergebnis hilft keinem wirklich weiter“

Von Maik Vogel

JENA. „Das ist ein Endspiel. Endspiele sind dafür da, dass man sie gewinnt“, sagte Jenas Torsten Ziegner noch kurz vor der Nullnummer am Dienstagabend gegen seinen Ex-Club. Ziegner hatte damit den Mund etwas zu voll genommen. Denn der Gastgeber verkrampfte zu Beginn gegen eine kampfstarke Truppe aus Degerloch. Die 6548 Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld von Jena, auch „Das Paradies“ genannt, sahen in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel ohne Höhepunkte. Für FFC-Coach Marc Fascher war das eindeutig zu wenig. Er marschierte wütend in die Kabine.

Sein Kollege Rainer Kraft machte dagegen einen zufriedenen Eindruck. 0:0 zur Pause – das machte Hoffnung. Wahrscheinlich dachte er sich: Vielleicht kann meine Mannschaft doch noch einen Konter zum Sieg setzen. Doch nach dem Seitenwechsel brauchte der Kickers-Trainer starke Nerven. Seine Mannschaft musste einige brenzlige Situationen überstehen. Die Chancen von Jena im Stenogramm:

67. Kickers-Torwart Manuel Salz pariert einen Schuss von Sebastian Hähnge aus 16 Metern.

74. André Schembri köpft an die Latte.

77. Hähnge zielt aus neun Metern drüber.

84. Schembri trifft wieder die Latte.

Aber am Ende stand die Null. Hinten und vorne. Und genau das machte die Sache für beide Trainer etwas unbefriedigend. Denn beide hatten auf einen Sieg gesetzt, um im Kampf gegen den Abstieg Boden gutzumachen. So resümierte Kickers-Coach Kraft unzufrieden: „Dieses Ergebnis hilft keinem wirklich weiter. Meine Mannschaft hat zwar gut gekämpft, aber der letzte Pass in die Spitze hat gefehlt.“

Jenas Coach Fascher nickte zustimmend und meinte: „Am letzten Spieltag werden wir wissen, wem dieser Punkt geholfen hat: uns oder den Kickers.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers holen Punkt
Die Stuttgarter ringen Jena im Kellerduell ein 0:0 ab

Jena (bw) – Die Stuttgarter Kickers haben sich nach zwei Siegen in Folge gestern Abend beim FC Carl Zeiss Jena zumindest einen Punkt erkämpft – der im Abstiegskampf aber nicht wirklich weiterhilft. Das vorgezogene Kellerduell der dritten Fußball-Liga endete 0:0.

Damit haben es die Kickers verpasst, einen weiteren Schritt in Richtung Klassenverbleib zu machen. Zwar hat das Schlusslicht den Rückstand auf das rettende Ufer drei Spieltage vor Saisonende auf vier Punkte verkürzt. Jedoch hat die Konkurrenz am Wochenende die Möglichkeit sich abzusetzen. „Ich kann noch nicht richtig einschätzen, ob ich mich eher freuen oder enttäuscht sein soll“, sagte Kickers-Manager Joachim Cast direkt nach der Partie und hielt sich daher mit Prognosen zurück: „Was der Punkt wert ist, werden wir erst am Ende der Saison sehen.“ Und so bleiben die „Blauen“ bei ihrer Devise, die sie unter Trainer Rainer Kraft für die Endspiele ausgegeben haben: Ruhe bewahren, von Spiel zu Spiel konzentrieren und am Ende sehen, was herauskommt. Die Kellerkinder lieferten sich vor 6548 Zuschauern einen leidenschaftlichen Kampf. Die Gastgeber hatten die besseren Tormöglichkeiten, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. „Es war ein Nervenduell. Unsere Mannschaft hat sich gegen den drohenden Abstieg gestemmt, aber leider hat der letzte Pass dieses Mal gefehlt“, so Cast.Zumindest eines ist nach dem Punktgewinn sicher: Rechnerisch ist immer noch alles drin. „Wir haben uns die Chance am Leben erhalten“, sagte Cast. Weiter geht es für die „Blauen“ am Dienstag (19 Uhr) zu Hause gegen den VfR Aalen, den nächsten direkten Konkurrenten. Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Härter – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa (69. Gentner) – Galm (61. Tucci), Smeekes (84. Tunjic).

Eßlinger Zeitung

Schembri trifft die Latte

Kickers verpassen den Sprung
Im wegen des U17-Europameisterschaftsspiels zwischen Deutschland und England vorgezogenen Kellerduell verpassten es sowohl Jena als auch die Stuttgarter Kickers, einen Sprung in Richtung Klassenerhalt zu machen. Während sich Carl Zeiss zumindest bis zum Wochenende vor Burghausen schieben konnte und den Abstand zu den Abstiegsrängen auf immerhin zwei Punkte vergrößerte, verharren die Kickers mit vier Punkten Abstand zum rettenden Ufer weiter am Tabellenende.

Jenas Trainer Marc Fascher wechselte nach der 0:2-Niederlage beim SC Paderborn dreimal. Petersen kam für Wuttke zurück in die Abwehr, Schembri und Mayombo begannen anstelle von Amirante (10. Gelbe Karte) und Holzner.

Auf Seiten der Stuttgarter Kickers nahm Coach Rainer Kraft im Vergleich zum 3:1 gegen Braunschweig zwei Änderungen vor. Steinle und Smeekes verdrängten Deigendesch und Tunjic auf die Bank.

Das Kellerduell zwischen Jena und dem wieder Hoffnung schöpfenden Schlusslicht aus Stuttgart versprach, kein fußballerischer Leckerbissen zu werden – und die Begegnung hielt Wort. Die Thüringer begannen nervös und lieferten sich mit den Kickers zunächst ein ausgeglichenes Duell, das sich vorwiegend zwischen den Strafräumen abspielte. Für ansatzweise Torgefahr sorgten lediglich Traut, der nach einer Galm-Ecke aus dem Hintergrund abzog, mit seinem Schuss jedoch in der vielbeinigen Abwehr hängen blieb (12.), und Hähnge. Von Mayombo bedient, zielte der Ex-Rostocker aus spitzem Winkel aber deutlich zu hoch.

In der Folge kam Carl Zeiss langsam besser ins Spiel, vermochte es dennoch nicht, das Gehäuse von Stuttgarts Keeper Salz ernsthaft zu gefährden. Der Schlussmann des Tabellenletzten zeigte sich gegen Mayombo (19.) und bei Hähnges Kopfball (25.) aufmerksam, Mayombos Lupfer verfehlte das Tor (24.).

Erst gegen Ende des ersten Abschnitts nahmen die Angriffe der Fascher-Elf genauere Konturen an. Während von Stuttgart offensiv kaum noch etwas zu sehen war, läutete Schembri mit einem trockenen Schuss von der Strafraumkante einseitige Schlussminuten ein (37.). Jena drängte die Mannen aus Degerloch in den eigenen Strafraum, agierte aber letztlich nicht präzise genug, um mit einer Führung in die Pause zu gehen.

Stuttgart kam deutlich agiler aus der Kabine und trat nun selbst immer wieder offensiv in Erscheinung. Besonders Traut agierte auffällig, weder sein Schuss aus vollem Lauf (48.), noch seine Freistoßhereingaben bereiteten Carl Zeiss-Torhüter Nulle aber ernsthafte Probleme. Jena verlegte sich aufs Kontern, spielte seinerseits die schnellen Gegenangriffe jedoch nicht konsequent zu Ende. Wirklich brenzlig wurde es für die Kickers lediglich nach einem Hähnge-Schuss, den Salz gerade so über den Querbalken lenken konnte (67.).

Das Match wurde zunehmend härter und hektischer, verdiente sich die Bezeichnung „Abstiegskampf pur“. Hähnge hätte die Thüringer ein zweites Mal auf die Siegerstraße bringen können, doch aus der Drehung drosch der Angreifer das Leder haarscharf über den Kasten.

Jena stand in der Schlussphase kurz vor der Entscheidung, doch alleine vor Salz brachte auch Schembri den Ball nicht im Tor unter, als er per Schlenzer nur die Latte traf (84.). Letztlich blieb es beim torlosen Remis, das – wenn überhaupt – nur Carl Zeiss weiterhilft, weil mit den Kickers wenigstens ein Konkurrent auf Distanz gehalten werden konnte.

Jena tritt am Mittwoch in einer Woche bei Fortuna Düsseldorf an, die Kickers empfangen einen Tag früher den VfR Aalen.

Kicker

Kickers in Jena 0:0

In einem puren Abstiegskampf blieb das vorgezogende Spiel vom 35. Spieltag bei Carl Zeiss Jena torlos.

Damit bleiben die Kickers mit 32 Punkten Tabellenletzter mit nunmehr vier Punkten Rückstand auf den rettenden Tabellenplatz. Die Kickers treffen noch auf den VfR Aalen, Werder Bremen II und SC Paderborn und müssen aus diesen Spielen minimal sieben Punkte holen um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.

Vorberichte Carl Zeiss Jena – Stuttgarter Kickers

Kickers heute bei Carl-Zeiss Jena

„Wir können Vollgas geben“
STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers treten bereits heute (18.30 Uhr) zu der vorgezogenen Partie bei Carl-Zeiss Jena an, dem nächsten Abstiegsendspiel der dritten Liga. „Das ist weder ein Vor- noch ein Nachteil“, sagt der Trainer Rainer Kraft zu der Terminverlegung, die wegen der U-17-EM in Thüringen zustande kam. Als Vorteil könnte sich dagegen erweisen, dass die Kickers keinerlei Druck mehr haben. „Der Druck liegt bei Jena“, sagt Kraft und fügt hinzu: „Wir können Vollgas geben und wollen gewinnen.“

Ob Orlando Smeekes dazu von Anfang an beitragen wird oder von der Bank kommt, ist noch offen. Ebenso wäre denkbar, dass rechts in der Viererkette Moritz Steinle den Vorzug vor Benedikt Deigendesch erhält. Obwohl die Mannschaft am Mittwoch und Donnerstag trainingsfrei hat, ist nicht daran gedacht, einen der Spieler morgen bei der zweiten Mannschaft im WFV-Pokal-Viertelfinale gegen Heidenheim einzusetzen.

Abseits des Platzes haben die Kickers gestern Abend erste Gespräche mit dem Hauptsponsor über ein mögliches Engagement in der vierten Liga geführt. „Man kann aber nicht von einem Ergebnis ausgehen“, sagte der Präsident Dirk Eichelbaum vorab.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Scharinger Trainer-Kandidat

Die Blauen wollen heute in Jena ihre Serie fortsezten – Ulm an Tucci dran

STUTTGART (jüf). Zwei Siege in Serie hat Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers zuletzt eingefahren, mit dem dritten heute (18.30 Uhr) bei Carl Zeiss Jena wären die Blauen im Kampf um den Ligaverbleib wieder bei der Musik. Trainer Rainer Kraft bleibt dennoch bei seiner Linie: „Für uns hat sich die Lage nicht groß verändert, wir können weiter befreit aufspielen.“ Klar ist, dass mit jedem Sieg seine Chancen steigen, auch in der neuen Saison Chefcoach zu bleiben.

Unabhängig davon sondiert die Chefetage Alternativen. Dazu gehört Ex-Kickers-Spieler Rainer Scharinger, mit dem ein erstes Gespräch stattfand. Der 42-Jährige hört am Saisonende bei 1899 Hoffenheim II auf und war gegen Braunschweig im Stadion. Präsident Dirk Eichelbaum sagte nur so viel: „Es ist sein legitimes Interesse zuzuschauen. Wir konzentrieren uns voll auf die laufende Saison.“ Das tut auch Stürmer Marco Tucci – was nichts daran ändert, dass Regionalligist SSV Ulm 1846 starkes Interesse am Stürmer zeigt.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers wollen Kampf annehmen

Stuttgart (bw) – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Nur drei Tage nach dem 3:1-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig, durch den sich das Schlusslicht weiter im Rennen um den Klassenverbleib gehalten hat, geht es heute (18.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim FC Carl Zeiss Jena weiter. Die Partie vom 35. Spieltag musste vorgezogen werden, weil im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld am Wochenende ein Vorrundenspiel der U-17-Europameisterschaft ausgetragen wird. Torhüter Manuel Salz, der gegen Braunschweig mit seinem gehaltenen Elfmeter die Wende einleitete, kommt die Spielverlegung gerade recht. „Dann sind unsere positiven Erinnerungen noch im Kopf. So kann es weitergehen“, sagt der 23-Jährige mit einem gelösten Lächeln.

Allerdings ist der Tabellen-16. Jena ein anderes Kaliber als die Eintracht, die im gesicherten Mittelfeld stand und im Gazi-Stadion daher nichts zu verlieren hatte. „Ich erwarte einen Kampf bis aufs Messer. Den müssen wir annehmen, dagegenhalten und dann schauen, was rauskommt“, sagt Kickers-Trainer Rainer Kraft, der die Partie gegen Braunschweig mit der Mannschaft detailliert ausgewertet hat und keineswegs zufrieden war. „Wir haben den Spielern gesagt, dass es keine Glanzleistung war. Mit der Einstellung, die das Team bis zu dem gehaltenen Elfmeter gezeigt hat, können wir in Jena nichts holen“, erklärt der Coach. Gestern machte sich die Mannschaft auf den Weg nach Thüringen und wird heute wohl in derselben Besetzung wie am Samstag antreten. Möglicherweise könnte jedoch Orlando Smeekes in die Startformation zurückkehren.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Härter – Traut, Rosen, Gambo, Ivanusa – Galm, Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Erstes von vier Endspielen

35. Spieltag

Für Fußball-Drittligist Carl Zeiss Jena beginnt am Dienstag (18:30 Uhr) die entscheidende Phase im Kampf um den Klassenerhalt. Im Kellerduell empfangen die Thüringer Schlusslicht Stuttgarter Kickers.

Niels Hansen (l., Jena) und Michael Schürg; Rechte: Matthias Koch
Im Hinspiel setzte sich Jena 3:0 durch – ein Sieg wäre für Jena auch am Dienstag immens wichtig (Archivbild).
„Endspiele zum Gewinnen da“

„Für uns gibt es jetzt nur noch Endspiele“, weiß Carl-Zeiss-Kapitän Nulle. Routinier Ziegner kündigt an: „Das ist ein Endspiel. Endspiele sind dafür da, dass man sie gewinnt.“ Jena muss dringend punkten, die Thüringer liegen nach der Pleite von Paderborn nur noch einen Zähler vor der Abstiegszone. Der Jenaer Coach Fascher kann aber fast aus dem Vollen schöpfen. Fehlen wird vermutlich nur der gesperrte Angreifer Amirante, mit dem angeschlagenen Mittelfeldspieler Schröter plant der Trainer jedoch.
Stuttgart zuletzt doppelt siegreich

Gegner Stuttgarter Kickers kommt mit Rückenwind nach Jena. Das Schlusslicht hat zuletzt zwei Siege in Serie geholt und schöpft mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Fascher: „Restprogramm könnte einfacher sein“

Obwohl das Spiel an einem Dienstag stattfindet, hoffen die Jenaer auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen. Bis Montagnachmittag waren bereits mehr als 3.200 Karten verkauft. Fascher hofft auf zahlreiche Fans und einen Sieg gegen Stuttgart. Dieser ist vor allem mit Blick auf die nächsten Gegner wichtig, denn Düsseldorf und Unterhaching kämpfen noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Unser Restprogramm könnte wahrlich einfacher sein“, so Fascher.

MDR

Stuttgarter Kickers trauern um Norbert Stapel

Die Stuttgarter Kickers trauern um ihr Ehrenmitglied Norbert Stapel, der am vergangenen Samstag, 2. Mai 2009, nur vier Tage nach seinem 76. Geburtstag auf tragische Weise verstorben ist. Beim sogenannten Klub der Samstagskicker (KdSK) erlitt Stapel während eines Trainingsspiels im ADM-Sportpark einen tödlichen Herzinfarkt. Alle sofortigen Wiederbelebungsversuche auf dem Sportplatz durch seine langjährigen Fußball-Kameraden und später durch den Rettungsdienst blieben jedoch erfolglos.

Norbert Stapel, der Frau und drei Kinder hinterlässt, war seit mehr als 63 Jahren Vereinsmitglied bei den Stuttgarter Kickers. In seiner aktiven Sportlerzeit hatte der Uhrmachermeister aus Degerloch für die Kickers-Handballer gespielt.

„Wir sind sehr betroffen über den Tod unseres Ehrenmitglieds“, sagt Dirk Eichelbaum, der Präsident der Stuttgarter Kickers. „Wir werden Norbert Stapel immer in ehrendem Andenken behalten, unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.“

Eine Trauerfeier für den Verstorbenen findet an diesem Donnerstag, 7. Mai, um 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof Degerloch statt.

Offizielle Homepage

Presse zu SG Sonnenhof Großaspach – Stuttgarter Kickers (1:2)

Der Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach ging dagegen nach zehn Spielen ohne Niederlage wieder einmal als Verlierer vom Platz. Die mit den Drittligaspielern Thorsten Reiß, Josip Landeka und Sokol Kacani angetretenen Stuttgarter Kickers II gewannen im Fautenhau nach Toren von Gökhan Gümüssu (21.) und Kacani (76.) verdient 2:1 (1:1); Abedin Krasniqi hatte Großaspach zunächst in Führung gebracht. „Die Kickers waren aggressiver als wir“, sagte der SG-Sportkoordinator Joannis Koukoutrigas. Großaspach fiebert nun dem Viertelfinale im WFV-Pokal gegen Reutlingen entgegen, die Kickers II der Partie gegen den 1. FC Heidenheim. Und alle träumen vom Cupgewinn und dem damit verbundenen Einzug in den DFB-Pokal mit einer Erstrundeneinnahme von 110 000 Euro.

Stuttgarter Zeitung

SG kassiert ihre erste Heimniederlage

Im Angriff ohne Ideen, im Mittelfeld und in der Abwehr mit vielen Fehlern – so präsentierte sich Fußball-Oberligist SG Sonnenhof Großaspach. Die Folge: Der Tabellenführer musste beim 1:2 gegen die Stuttgarter Kickers II seine erste Heimniederlage der Saison hinnehmen.

Von Heiko Schmidt

Zwölf Siege und zwei Unentschieden – die SG Sonnenhof Großaspach war bislang eine Heimmacht. Gegen den Tabellenachten Stuttgarter Kickers II riss diese positive Serie. Das Fazit von SG-Trainer Thomas Letsch: „Es hat uns erwischt, weil der Gegner besser war.“ Über die kompletten 90 Minuten betrachtet hatte der 40-Jährige damit völlig recht.

Denn Großaspach überzeugte lediglich in der Anfangsviertelstunde. Der Gastgeber spielte feldüberlegen. Und folgerichtig fiel nach 13 Minuten der Führungstreffer. Abedin Krasniqi umspielte Kickers-Keeper Luis-Miguel Rodrigues und schob aus spitzem Winkel flach ins lange Eck zu seinem 21. Saisontor ein. Danach übernahm Stuttgart die Initiative. Sokol Kacani scheiterte freistehend an SG-Schlussmann Milan Jurkovic. Sieben Minuten später wurden die Bemühungen der Gäste belohnt. Gökhan Gümüssu schoss aus acht Metern aufs Tor und die versuchte Kopfballabwehr von SG-Verteidiger Manuel Wengert landete in den Maschen – 1:1. Danach standen die Torhüter im Mittelpunkt. Zunächst parierte Jurkovic den Schuss von Alessandro Abruscia (19.). Auf der Gegenseite ließ sich Rodrigues von Dennis Grab (40.) und Nicolo Mazzola (41.) nicht überwinden.

Der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte wieder den Großaspachern. Patrick Marschlich traf aber mit einem 25-Meter-Freistoß nur den Pfosten. Die Stuttgarter gaben anschließend den Ton an. Michele Rizzi (62.) und Kacani (65.) vergaben. In der 76. Minute machte es Kacani besser. Er staubte nach einem 20-Meter-Aufsetzer von Franco Petruso, den Jurkovic abprallen ließ, zum 2:1 ab. In der Schlussphase bemühten sich die Großaspacher. Sie spielten allerdings im Angriff ohne Ideen, leisteten sich im Mittelfeld und im Angriff zu viele Fehler. „Wir haben hinten heraus den Kopf verloren“, gestand Letsch ein. Sein Team berannte in den letzten Minuten des Spiels ohne Plan das Tor der Gäste. Konstruktives sprang dabei nicht heraus. So gab es am Ende die erste Heimniederlage der Saison. Zudem riss die Serie von zehn ungeschlagenen Begegnungen hintereinander. „Wir sind nicht mehr so frisch und aggressiv“, sah der SG-Trainer einen Grund dafür. Er gab sich aber auch gleich kämpferisch: „Wir müssen mit der Niederlage richtig umgehen. Denn wir sind in der Tabelle weiter vorne und haben es selbst in der Hand.“

SG Sonnenhof Großaspach: Jurkovic – Wengert (82. Zivaljevic), Grab Aupperle, Cimander (46. Franz) – Mazzola, Marschlich, Adamos (61. Schmiedel), Rehm – Sene, Krasniqi. – Stuttgarter Kickers II: Rodrigues – Reiß, Kärcher, Dittrich, Müller (15. Abruscia) – Petruso, Jung, Rizzi, Landeka – Kacani (86. Fennell), Gümüssu (77. Boric). – Tore: 1:0 (13.) Krasniqi, 1:1 (21.) Gümüssu, 1:2 (76.) Kacani. – Schiedsrichter: Traeder (Diesburg). – Zuschauer: 320.

Backnanger Kreiszeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – Eintracht Braunschweig (3:1)

Ein Sieg der Moral

Beim 3:1 gegen Braunschweig zeigen die Stuttgarter Kickers Geschlossenheit

STUTTGART. Die Handschrift des neuen Kickers-Trainers Rainer Kraft ist beim 3:1-Sieg in der dritten Liga gegen Braunschweig sichtbar geworden. Dennoch sagte er: „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, die Leistung muss besser werden.“ Schon morgen in Jena?

Von Joachim Klumpp

Alle auf einen. Nach dem Schlusspfiff stürmte die komplette Mannschaft zu Manuel Salz. Denn die Kickers-Spieler wussten genau, wem sie den 3:1-Sieg gegen Eintracht Braunschweig letztendlich zu verdanken hatten: ihrem Torhüter, dessen gehaltener Strafstoß in der 65. Minute die Wende einleitete. „Wenn der reingeht, weiß ich nicht, ob wir noch mal ins Spiel zurückkommen“, gab der Stuttgarter Trainer Rainer Kraft zu. Salz, der bereits seinen vierten Strafstoß in dieser Saison parierte, wollte sich zu seiner Zukunft nicht äußern. „Ich werde alles für den Klassenverbleib geben, danach sieht man weiter.“

Als gelungener Schachzug erwies sich zudem die Einwechslung von Orlando Smeekes, der mit einem Traumpass das 2:1 durch Danny Galm vorbereitete. Vier Minuten drehten ein Spiel, das Braunschweig nicht verlieren muss, vielleicht sogar nicht verlieren darf. Doch in diesen 240 Sekunden zeigte sich vielleicht am deutlichsten, was unter dem neuen Trainer Rainer Kraft – in Zusammenarbeit mit seinem Assistenten Alexander Malchow – anders geworden ist. Es gibt eine klare Linie, Vorgaben, an die sich die Spieler halten. Kraft: „Man sieht ja, dass die Mannschaft Fußball spielt, und zwar miteinander.“

Was im Umkehrschluss heißen soll, dass zuvor einige nur für sich oder die Galerie gespielt haben, in den Augen der Trainer wohl die degradierten Parmak, Schürg und Landeka – die, zumindest am Samstag, nicht vermisst wurden. „Die Mannschaft ist näher zusammengerückt“, lautete das Urteil des Managers Joachim Cast. Das zeigte sich auch vor dem Anpfiff, wo wie schon in Dresden ein Kreis gebildet wurde. Alle zusammen: von der Nummer eins bis zum Betreuer. „Wenn da 25 Mann stehen, die wirklich wollen, dann spürt das der Gegner schon.“

Auch wenn sich Braunschweig davon zunächst nicht beirren ließ und durch Onuegbus Kopfball in Führung ging. Ein scharfer Freistoß von Traut auf Traub führte zu dem Ausgleich, am Ende setzte Bashiru Gambos Elfmetertreffer nach Foul an Tucci den Schlusspunkt vor 3110 Zuschauern. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden – die Leistung muss aber noch besser werden“, sagte Kraft, dem die Defizite im taktischen Bereich nicht verborgen blieben. Es war kein perfektes Spiel, aber ein effizientes. Und der Kapitän Alexander Rosen sagte: „Der Trainer gibt uns Selbstvertrauen. Aber wir tun gut daran, jetzt nicht mit dem Rechnen anzufangen.“

Ein bisschen Mathematik ließ sich der Manager Joachim Cast dann doch noch entlocken: „Unsere Chancen auf den Klassenverbleib sind um ein paar Prozent gestiegen.“ Um wie viel, wollte er nicht verraten. „Wir denken nur von Spiel zu Spiel.“ Schon morgen geht“s nach Jena, dem nächsten Abstiegsendspiel. Dort will dann auch der Präsident Dirk Eichelbaum wieder 90 Minuten vor Ort sein, nachdem er am Samstag in der Halbzeit kurz nach Hause fuhr. Weil er dabei einen Unfall baute, verpasste er die zweite Hälfte und die Siegtreffer. „Die Reparatur wird ein paar Tage in Anspruch nehmen“, sagt er. Immerhin macht ja zurzeit die Reparatur der Mannschaft Fortschritte.

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Härter – Traut (86. Steinle), Rosen, Gambo, Ivanusa – Tunjic (63. Smeekes), Galm (88. Tucci).

Braunschweig: Fejzic – Brinkmann, Schanda, Dogan, Boland – Rodrigues, Lenze (83. Banser), Kruppke, Pfitzner (71. Morabit) – Schied (63. Danneberg), Onuegbu.

Schiedsrichter: Hammer (Ranis).

Tore: 0:1 Onuegbu (15.), 1:1 Traub (35.), 2:1 Galm (69.), 3:1 Gambo (90./Elfmeter).

Besonderes Vorkommnis: Salz hält Foulelfmeter von Dogan (65.).

Rote Karte: Fejzic (90./Notbremse).

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Salz hält die Hoffnung am Leben
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Die minimale Chance auf den Klassenverbleib besteht weiter

Die Stuttgarter Kickers haben den Kampf um den Klassenverbleib in der dritten Fußball-Liga noch nicht aufgegeben: Am Samstag schlugen die Blauen Eintracht Braunschweig mit 3:1 – vor allem dank Torhüter Manuel Salz.

Von Jürgen Kemmner

STUTTGART. Mathematiker muss man bei den Kickers nicht sein, um zu wissen, was die Tabelle verrät. Vier Spieltage vor Saisonschluss fehlen fünf Punkte ans rettende Ufer – Trainer Rainer Kraft formulierte es in seiner trockenen Art, Dinge zu beschreiben, so: „Es gibt nichts zu rechnen – wir müssen alle Spiele gewinnen, um drinzubleiben. Punkt.“ Damit ist das Wesentliche über Sorgen und Hoffnungen bei den Kickers aus Stuttgart erschöpfend gesagt.

Holen wir aber etwas weiter aus. Gegen Braunschweig haben die Blauen da weitergemacht, wo sie in Dresden aufgehört hatten. Zweiter Sieg in Folge, es gelingt dem Coach offenbar, die Blockaden in den Köpfen zu lösen – hin und wieder wagte außer Bashiru Gambo einer eine Aktion mit Ball, es wurde kombiniert, nicht mehr jede Kugel hoch weggedroschen. Aber es kehrte kurz nach der Pause wieder die lähmende Angst vorm Verlieren zurück. Die Kickers ließen sich immer weiter zurückdrängen, Marcus Mann foulte Dennis Kruppke im Strafraum – und wenn Manuel Salz den Strafstoß von Deniz Dogan nicht pariert hätte, wäre den Kickers-Fans wohl kaum ein Happy End vergönnt gewesen. „Ich glaube nicht“, bekannte Kraft, „dass wir nach einem 1:2 noch einmal zurückgekommen wären.“

So war es wieder einmal Salz, der den Blauen einen Sieg ermöglichte – am Samstag parierte der 23-Jährige den vierten Elfmeter in dieser Saison. „Es zahlt sich aus, dass ich Statistiken führe“, sagte der Keeper, „Dogan hat seine beiden Elfer in diese Ecke geschossen, deshalb bin ich dahin gegangen.“ Auch in der ersten Hälfte hatte Salz stark reagiert, als kurz nach dem 0:1 der Braunschweiger Marcel Schied alleine aufs Kickers-Tor zulief – das schnelle 0:2 wäre vielleicht auch schon das Ende aller blauen Träume gewesen. Doch Salz war auf dem Posten. Die wiederholten Glanztaten des jungen Mannes haben sich längst herumgesprochen, Zweitligist SC Freiburg hat schon vorgefühlt. Sein Abschied nach Saisonende ist auch im Fall des Klassenverbleibs kaum zu verhindern. „Zu meiner Zukunft sage ich nichts – ich konzentriere mich ganz auf die Kickers“, sagte Salz.

Nach dem Erfolg hielten die Granden auf der Waldau den Ball betont flach – markige Sprüche wie „jetzt packen wir“s“ waren tabu. „Wir wollen alle Kräfte in der scheinbar ausweglosen Situation mobilisieren“, sagte Manager Joachim Cast. Auf diese Linie schwört auch Kraft seine Mannschaft ein – alle rücken noch enger zusammen. Offenkundig wird diese neue Philosophie auch für die Zuschauer, wenn sich die Blauen – inklusive aller Ersatzspieler und des Trainerstabs – vor dem Anpfiff auf dem Platz zum Kreis formieren und sich einschwören. Die Blauen haben es noch selbst in der Hand, drei der vier Gegner sind direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. Vier Siege, die Kickers kämen auf 43 Punkte – das würde wahrscheinlich zum Nichtabstieg reichen. Ein bisschen rechnen, Entschuldigung, Herr Kraft, muss erlaubt sein.

Stuttgarter Nachrichten

Wie ausgewechselt

Die Stuttgarter Kickers bleiben nach dem 3:1 gegen Eintracht Braunschweig weiter im Rennen um den Klassenverbleib

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist zu neuem Leben erwacht. Das 3:1 (1:1) gegen Eintracht Braunschweig war der zweite Sieg in Folge – und der Beweis dafür, dass der Trainerwechsel zu spät erfolgte. Noch fünf Punkte trennen die Kickers vom rettenden Ufer. Vier Spiele stehen für die Aufholjagd aus. Die Hoffnung bleibt.

Von Beate Wockenfuß

Die Freude über den siebten Saisonsieg der „Blauen“ war gedämpft. Schließlich verstärkte der neuerliche Triumph im Schlussspurt unter Trainer Rainer Kraft die Gewissheit, was alles möglich gewesen wäre, wenn, ja wenn. . . Kraft und Co-Trainer Alexander Malchow haben es geschafft, der unter Edgar Schmitt zunehmend demoralisierten Mannschaft den Glauben an sich selbst zurückzugeben. Die Blockade scheint gelöst. Wie schon in Dresden ist es den Kickers auch gegen Braunschweig gelungen, einen Rückstand aufzuholen und das Spiel noch zu drehen. „Wir haben jetzt zwei Wochen gezielt trainiert. Die Trainer geben uns Selbstvertrauen, sie feuern uns an und motivieren uns“, erklärt Kapitän Alexander Rosen die mentale Wandlung. Und auch Torwart Manuel Salz hat ein stärkeres Teamgefühl ausgemacht: „Wir sind näher zusammengerückt, helfen uns gegenseitig, wenn mal jemand einen Fehler macht.“ So geschehen in der 65. Minute, als Innenverteidiger Marcus Mann beim Stand von 1:1 einen Strafstoß verursachte. Salz parierte zum vierten Mal in dieser Saison – und leitete die Wende ein. Vier Minuten später erzielte Danny Galm nach einem Traumpass von Orlando Smeekes das 2:1, Bashiru Gambo sorgte per Foulelfmeter für den 3:1-Endstand (90.+2). In der ersten Hälfte hatte Torsten Traub (35.) den Führungstreffer von Kingsley Onuegbu (15.) egalisiert. „Der Mut kommt langsam wieder zurück“, konstatiert Kraft, ist sich aber zugleich bewusst: „Die Leistung muss besser werden.“ Das sagt der Coach mit der gleichen Ruhe, die ihn auch an der Seitenlinie auszeichnet. Dieses Auftreten gibt der Mannschaft Sicherheit. „Wir haben einen ganz klaren Plan, an den sich jeder hält. Und von diesem Plan werden wir nicht abweichen, egal was passiert“, erklärt Kraft. Doch nicht nur die klare Linie ist der Unterschied zu Schmitt. Statt Woche für Woche mit den ewig gleichen Parolen um sich zu werfen, über fehlende Ordnung auf dem Platz und mangelnde Professionalität neben dem Platz zu lamentieren, handelt das neue Trainergespann. Mit Erfolg. „Wir blicken jetzt nur nach vorn“, sagt Kapitän Rosen. Nach vorn heißt erst einmal bis zum nächsten Spiel. Das steht bereits morgen (18.30 Uhr) beim FC Carl Zeiss Jena an. „Wir tun gut daran, den Fehler der vergangenen Saison und der vorigen Spiele nicht wieder zu begehen. Denn wenn wir jetzt immer wieder anfangen zu rechnen, gehen von der Konzentration einige Prozentpunkte verloren. Das darf nicht passieren“, warnt der Mittelfeldspieler. Und Kraft betont: „Es gibt schon lange nichts mehr zu rechnen. Wir müssen gewinnen. Punkt.“

statistik

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Traub, Härter – Traut (86. Steinle), Rosen, Gambo, Ivanusa – Tunjic (63. Smeekes), Galm (88. Tucci).

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Brinkmann, Schanda, Dogan, Boland – Rodrigues, Lenze (83. Banser), Kruppke, Pfitzner (71. Morabit) – Schied (63. Danneberg), Onuegbu.

Schiedsrichter: Hammer (Ranis).

Zuschauer: 3110.

Tore: 0:1 Onuegbu (15.), 1:1 Traub (35.), 2:1 Galm (69.), 3:1 Gambo (90.+2/Foulelfmeter).

Besonderes Vorkommnis: Salz hält Foulelfmeter von Dogan (65.).

Gelbe Karten: Galm / Kruppke.

Rote Karte: – / Fejzic (90./Notbremse).

Beste Spieler: Salz, Traub / Schanda, Onuegbu.

Eßlinger Zeitung

Stuttgarter Kickers geben Rote Laterne ab
Gambo setzt den Schlusspunkt

Die Stuttgarter Kickers klettern nach der siegreichen Partie gegen Eintracht Braunschweig zumindest vorübergehend vom letzten Tabellenplatz auf Platz 19. Braunschweig hatte bei dem zwischenzeitlichen Stand von 1:1 noch durch einen Strafstoß die Gelegenheit das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen, doch Kickers-Keeper Salz glänzte durch eine Parade.

Kickers-Coach Rainer Kraft nahm nach dem 2:1-Auswärtserfolg bei Dynamo Dresden zwei Änderungen seiner Startaufstellung vor: Gentner und Smeekes pausierten für Härter und Tunjic.

Auf der Gegenseite änderte Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht seine Startaufstellung im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen den SC Paderborn nur auf einer Position: Onuegbu durfte für Banser ran.

Die Anfangsphase der Partie gehörte zwar den Kickers, doch die Führung erzielten die Braunschweiger mit ihrer ersten Möglichkeit des Spiels: Nach einer Hereingabe von Rodrigues stand Onuegbu goldrichtig und köpfte zum 1:0 ein (15.). Doch die Stuttgarter ließen sich durch diesen Gegentreffer nicht aus der Ruhe bringen und drängten auf den Ausgleich. Eine knappe Viertelstunde später war es dann auch soweit: Nach einem tollen Freistoß von Traut musste Traub nur noch einschieben und erzielte das 1:1 noch vor der Pause (36.).

Braunschweig kam motivierter aus der Kabine und erspielte sich gute Möglichkeiten, bis es in der 65. Spielminute zu einem Aufreger kam: Mann foulte Kruppke innerhalb des Strafraums, weshalb Referee René Hammer nicht lange zögerte und auf Elfmeter entschied. Dogan trat an – und Salz parierte! Fast im Gegenzug kam die demotivierende Antwort der Kickers: Der kurz zuvor eingewechselte Smeekes legte den Ball auf Galm vor und dieser traf zum 2:1 (69.). Eintracht-Keeper Fejzic sah in der 90. Spielminute nach einer Notbremse noch die Rote Karte (90.) und zwang Boland somit bei einem anschließenden Strafstoß im Tor zu stehen. Gambo trat an den Elfmeterpunkt und traf – im Gegensatz zu Dogan – zum 3:1-Endstand (90.+3).

Die Stuttgarter Kickers sind am Dienstag zu Gast in Jena und Braunschweig empfängt am Sonntag die Fortuna aus Düsseldorf.

Kicker

Die Einstellung stimmt erst in der Nachspielzeit

Eintracht verliert, hat aber weiter acht Punkte Vorsprung auf ersten Abstiegsplatz
Von Marc Rotermund

STUTTGART. Erst als der Tabellenletzte sie sogar demütigen wollte, legten Eintrachts Spieler das Zweikampfverhalten an den Tag, das zum Bestehen des Abstiegskampfes erforderlich ist.

Die Nachspielzeit läuft, Orlando Smeekes streichelt sekundenlang den Ball aufreizend lässig, bis es Dennis Kruppke zu bunt wird. Braunschweigs Regisseur läuft den Stürmer der Stuttgarter Kickers über den Haufen und gibt ihm noch einige passende Worte mit auf den Weg.

Eine Einstellung wie diese über 90 Minuten – und Eintracht hätte am Samstag das Spiel der dritten Fußball-Liga beim Schlusslicht nie und nimmer mit 1:3 (1:1) verloren. Der wiedererstarkte Kingsley Onuegbu hatte die Braunschweiger in der 15. Minute in Führung gebracht. In der Folgezeit aber trafen Torsten Traub (35.), Danny Galm (69.) und Bashiru Gambo (90.+2) für die kampfstärkeren Kickers.

Das einzig Positive: Aalen unterlag gestern bei Werder Bremen II mit 1:3. Eintrachts Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt vier Spieltage vor Schluss deshalb weiter acht Punkte und das weit bessere Torverhältnis.

Das wusste Torsten Lieberknecht noch nicht, als er mit seiner Mannschaft hart ins Gericht ging. „Die Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben, denn wir haben nie die richtige Einstellung zum Spiel gefunden“, kritisierte Eintrachts Trainer und betonte: „Ich hatte eine andere Einstellung erwartet.“

Spielerisch war Eintracht mindestens eine Klasse stärker als die Kickers. Und auch das Chancenplus lag eindeutig auf Seiten der Braunschweiger. Sie agierten aber erneut nicht zielstrebig und zupackend genug. „Wir haben es wieder einmal nicht geschafft, unsere Vorteile zu nutzen“, klagte der sportliche Leiter Marc Arnold. Nicht nur er fühlte sich erinnert an die Auswärtsspiele in Jena und Wuppertal, die Eintracht trotz spielerischer Überlegenheit ebenfalls verloren hatte.

Zu allem Überfluss verschoss der sonst so sichere Deniz Dogan in Stuttgart in der 65. Minute nach einem Foul an Dennis Kruppke einen Strafstoß. Damit nicht genug: In der Nachspielzeit sah Schlussmann Jasmin Fejzic nach einer Notbremse die rote Karte. Weil das Auswechselkontigent erschöpft war, musste Linksverteidiger Mirko Boland für gut eine Minute ins Tor – in einer Partie, die Eintracht nie und nimmer hätte verlieren dürfen.

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Drei Punkte beim Tabellenführer

Trotz eines 0:1-Rückstandes gewannen die „kleinen“ Blauen das Auswärtsspiel bei der SG Sonnenhof Grossaspach mit 2:1. Für den Tabellenführer, der die Liga noch immer klar anführt, nicht nur die erste Niederlage des Jahres 2009, sondern auch die erste Heimpleite der ganzen Saison.

Die Degerlocher verbesserten ihr Punktekonnto auf 43 Zähler und klättern in der aktuellen Tabelle auf Rang 8.

Abedin Krasniqi brachte die Gastgeber in die 13. Spielminute in Front, die Kickes aber keineswegs geschockt. Schon in der 21. Minute gelang Gökhan Gümüssu der Ausgleich zum 1:1, das zugleich auch den Halbzeitstand bedeutete.

Nach dem Seitenwechsel die Grossaspacher zunächst mit mehr Druck und mit einem Pfostenschuss durch Marschlich. Die Kickers-Abwehr stand aber sicher und liess kein weiteres Gegentor mehr zu. Sokol Kacani sorgte dann eine Viertelstunde vor Schluss mit seinem sechsten Saisontreffer für die Entscheidung. Einen Abpraller von Sonnenhofs Keeper Jurkovic versenkte der Kickers-Stürmer im Tor und sicherte damit den Sieg für sein Team.

„Wir haben die beiden kritischen Phasen für uns gut überstanden, unsere Torchancen gut genutzt und deshalb am Ende verdient gewonnen“, fasste Trainer Björn Hinck das Spiel zusammen.

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