Zeitung zu Paul Kühnle, der heute 123 Jahre alt geworden wäre

„Der zäheste Verteidiger, den ich kenne“
Gmünder Sportler von einst: Paul Kühnle, einer der ersten Fußballer im Nationaltrikot Deutschlands
Heute vor 123 Jahren, am 10. April 1885, hat Paul Kühnle in Stuttgart das Licht der Welt erblickt. Er avancierte zu einem der besten Fußballer Deutschlands.

Klaus Westermayer
Die deutsche Nationalmannschaft vor dem Länderspiel 1910 in Basel, das sie gegen die Schweiz mit 3:2 gewann. Paul Kühnle (zweiter Spieler von rechts) gab damals sein Debüt im Nationaltrikot.
 
Paul Kühnle im Trikot der Stuttgarter Kickers. (Foto: dpa)Am 5. April 1908 bestritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr erstes offizielles Länderspiel, verlor in Basel 3:5 gegen die Schweiz. In den 100 Jahren danach kamen in weiteren 799 Begegnungen vier Spieler zum Einsatz, die zwar nicht aus der hiesigen Region stammten, aber aus sportlichen oder beruflichen Gründen hierzulande ihren Wohnsitz aufschlugen. Anton Kugler, siebenfacher Nationalspieler des 1. FC Nürnberg zwischen 1923 und 1927, der in der Silcherstraße wohnte und dessen Sohn Horst seit vielen Jahren in Unterkochen lebt, führte 1947 als Trainer den 1. FC Normannia in die Landesliga, die damals nach der Oberliga Süd zweithöchste Spielklasse. Ihm folgte als Spielertrainer 1948 Albert Sing (Stuttgarter Kickers), der zwischen 1940 und 1942 neun Länderspiele absolvierte und am 7.April in der Nähe von Lugano im Tessin seinen 91. Geburtstag gefeiert hat. Und in Essingen lebte Lothar Richter vom Chemnitzer BC, der 1941 gegen Finnland zum Einsatz gekommen war. Als der Sachse 1912 geboren wurde, da hatte Paul Kühnle von den Suttgarter Kickers bereits zwei Länderspiele hinter sich. Der spätere Regierungs-Vermessungsrat fand zu Beginn des 2. Weltkriegs in Schwäbisch Gmünd eine neue berufliche Herausforderung, war Leiter des Staatlichen Vermessungsamts und lebte hier bis zu seinem Tod im Alter von 85 Jahren am 28. Dezember 1970. Paul Kühnle ist unsere sportliche Rückblende gewidmet.
Heute vor 123 Jahren, am 10. April 1885, hatte Paul Kühnle in Stuttgart das Licht der Welt erblickt. 1901, zwei Jahre nach Gründung der Stuttgarter Kickers, hatte er sich mit 16 Jahren dem Traditionsverein angeschlossen, war schon 1902 Ersatz der ersten Mannschaft und wurde als rechter Verteidiger 1906 Stammspieler, als sich die Degerlocher anschickten, in die Phalanx der besten deutschen Vereine vorzustoßen. So gelang ein 2:1-Sieg über den deutschen Meister VfB Leipzig.
Er stand seinen Mann in der Abwehr, als die Kickers 1908 das deutsche Endspiel gegen Viktoria 89 Berlin erreichten, nachdem sie Titelverteidiger Freiburger FC (5:2) und den Duisburger SV (5:1) bezwungen hatten. Im Finale dominierten die Schwaben über weite Strecken, brachten jedoch den Ball auch aus bester Position nicht im Tor des Gegners unter, der schließlich mit 3:0 gewann.
Zwei Jahre später sollte Kühnle dann den ersten von zwei weiteren Höhepunkten in seiner Laufbahn erleben. Am 3. April in Basel gab er sein Debüt in der Nationalmannschaft, die sich gegen die Eidgenossen mit 3:2 durchsetzte. Und auch im Jahr darauf, beim 6:2-Sieg der deutschen Elf über die Schweiz in Stuttgart, war der Stuttgarter Verteidiger wieder dabei. „In der Abwehr glänzten Kühnle und der Karlsruher Hollstein“, hieß es danach in der Presse. In einem Gespräch, das der Verfasser 1962 für die GMÜNDER TAGESPOST führte, erzählte Kühnle, dass es damals keine Vorbereitungslehrgänge vor Länderspielen gab, dass sich die Spieler oft erst am Tag der Partie kennenlernten. Und so war es nach Paul Kühnles Meinung auch kein Wunder, dass die Spieler ihre technischen Fertigkeiten erst dann verbessern konnten, als das regelmäßige Training eingeführt wurde. „Das Direktspiel ist heute ausgeprägter, Schnelligkeit und Athletik haben sich enorm gesteigert, die Platzverhältnisse tragen auch dazu bei, dass das Fußballspiel viel ansehlicher ist als zu Beginn des Jahrhunderts,“ bekannte der Ruheständler vor gut 45 Jahren in der GT.
Kühnle gehörte aber schon zu den besten Fußballern seiner Zeit, in der der Karlsruher Gottfried Fuchs einen heute noch gültigen „Rekord“ aufstellte: Bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm schoss er beim 16:0-Sieg über Russland – auch der höchste deutsche Erfolg überhaupt – zehn Tore.. In „Deutschlands Beste“, die 1930 erschien, schrieb der Autor: „Kühnle war der zäheste Typ. den ich als Verteidiger kenne. Schläge aus der Drehung waren seine Spezialität; er flog dabei herum wie eine Feder, ohne den Boden mit den Füßen zu berühren. Sein Schlag war flach, was ihm bei den Kickers zugute kam.“
Von 1910 bis 1912 stand Kühnle dreimal in der süddeutschen Auswahl, die den Kronprinzenpokal gewann, wurde mit den Kickers 1913 zum zweiten Mal nach 1908 Südmeister und ließ dann noch vor Beginn des ersten Weltkriegs die Karriere ausklingen. Welche Wertschätzung er aber auch später noch bei den „Blauen“ genoss, zeigt die Verleihung des Wanderpreises für seine sportliche Leistung und seine menschliche Haltung, der ihm 1928 zuerkannt wurde.
1939 wurde der Bezirksgeometer ans Staatliche Vermessungsamt an der Kreuzung Goethestraße/Olgastraße (später in Rektor-Klaus-Straße umbenannt) in Gmünd berufen, dessen Leitung er bei Kriegsende bis Anfang der Fünfzigerjahre übernahm. Er wohnte im Eckhaus Schillerstraße/Rektor-Klaus-Straße, sein Sohn Oskar war als Zahnarzt tätig. Der heute 83-jährige Karl Koch, ein gebürtiger Bartholomäer, der seine Ausbildung zum Vermessungstechniker unter Paul Kühnle absolvierte und seit 1947 in Lorch beheimatet ist, erinnert sich noch gut an seinen „Lehrmeister“: „Er war ein Vorgesetzter, der bemüht war, seinen Lehrlingen etwas beizubringen. Er war pingelig darauf bedacht, dass alles genauestes erledigt wurde. “
Dass sein Chef einige Jahrzehnte zuvor ein bekannter Fußballer war, das blieb Karl Koch nicht verborgen. „Paul Kühnle kam oft auf seine Fußballerzeit zu sprechen. Als wir einmal in Wißgoldingen bei einem Bauern das Land zu vermessen hatten und vor dem Haus zwei Buben mit einem runden Etwas spielten, da schnappte sich Paul Kühnle den Ball und kickte mit, obwohl er damals schon um die 60 Jahre alt war. Die Jungen wussten nicht, dass sie einen ehemaligen Nationalspieler vor sich hatten und machten Witze über den alten Herrn, was den jedoch in keiner Weise störte.“ Das Selbstbewusstsein, das Paul Kühnle zu seiner aktiven Zeit ausgezeichnet hatte, half ihm auch lange danach über eine solche Situation hinweg.

Gmünder Tagespost

Vorberichte 1. FC Heidenheim – Stuttgarter Kickers II

„Kleine Blaue“ als Aufbaugegner?
FCH erwartet am Samstag die „U 23“ der Stuttgarter Kickers im Albstadion

Kein Sieg und nur drei Punkte aus den letzten vier Spielen – bei den Fußballern des 1. FC Heidenheim macht sich zwar noch keine Krisenstimmung breit, aber Trainer Frank Schmidt macht doch unmissverständlich deutlich: „Alles andere als ein Sieg gegen die Kickers wäre eine Enttäuschung.“

Verletzungen hin, mangelhafte Chancenverwertung her – Tatsache ist, dass die Heidenheimer Oberligafußballer seit dem 15. März kein Spiel mehr gewonnen haben. Höchste Zeit also für ein Erfolgserlebnis, und da kommt am Samstag die abstiegsgefährdete „U 23“ der Stuttgarter Kickers als „Aufbaugegner“ gerade recht.

Die „kleinen Blauen“ spielen bislang eine enttäuschende Saison, haben erst fünf von 25 Spielen gewonnen – bei 18 Niederlagen – und haben gerade mal einen Punkt Vorsprung vor den Abstiegsplätzen. Zuletzt setzte es eine 1:2-Heimniederlage im Kellerderby gegen Nachbar Schwieberdingen.

Zwar stehen die Kickers nicht unter dem Druck, sich für die neue vierte Liga qualifizieren zu müssen – dort wird wahrscheinlich die eigene „Erste“ landen, aber ein Abstieg aus der Oberliga wäre schon eine herbe Enttäuschung und deshalb ist die Mannschaft von Trainer Björn Hinck auf jeden Punkt angewiesen.

Auch in Heidenheim wird sie sich nicht kampflos geschlagen geben und hat die jüngste FCH-Serie sicher mit Interesse verfolgt. Die macht auch den Kickers, die auswärts immerhin besser abgeschnitten haben als zu Hause, Hoffnung.

Nichtsdestotrotz zählt für die Heidenheimer nur ein Sieg, und das macht auch Trainer Frank Schmidt deutlich: „Bevor wir an die richtungsweisenden Spitzenspiele gegen Hoffenheim, Waldhof, Villingen und Crailsheim denken, müssen wir erst einmal unsere Pflichtaufgaben gegen die Kickers und in Bahlingen erledigen.“

Schmidt, der mit der spielerischen Leistung seiner Truppe auch zuletzt durchaus zufrieden war („Vor allem defensiv stehen wir sehr gut“), bemängelt in erster Linie die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor: „Wenn wir das abstellen können, dann werden wir auch wieder unsere Spiele gewinnen.“

Personell sind die Alternativen beim FCH momentan durchaus dünn gesät. Im Mittelfeld muss die Arbeit, die Ünal Demirkiran bis zu seinem Kreuzbandriss fast perfekt erledigte, auf mehrere Schultern verteilt, in der Abwehr, wo mit Cassio da Silva und Michael Urban gleich zwei Innenverteidiger ausfallen, weiter experimentiert werden. Hoffnungsschimmer: Der Brasilianer da Silva hat schon wieder mit dem Lauftraining begonnen und wird in dieser Saison auf alle Fälle noch eingreifen.

Dass es im Kampf um die Regionalliga-Qualifikation wohl bis zum letzten Spieltag eng bleibt, ist keine Überraschung, und Ausrutscher gegen vermeintlich „kleine“ Gegner können besonders negativ zu Buch schlagen. Deshalb ist die Mannschaft gerade am Samstag gefordert.

Der SC Freiburg II, der die Regionalliga-Qualifikation als einziger Verein schon so gut wie in der Tasche hat, steht zu Hause gegen Kirchheim vor einem weiteren Sieg, ebenso der SSV Ulm beim Schlusslicht Linx. Eine deutlich schwierigere Aufgabe erwartet den SV Waldhof beim heimstarken SGV Freiberg.

Mit Crailsheim und Villingen sind zwei Aufstiegsaspiranten unter sich und vor allem die Crailsheimer brauchen unbedingt einen Sieg, wenn sie im Rennen bleiben wollen. Der FC Walldorf will gegen Normannia Gmünd den Heimvorteil besser nutzen als das dem FCH gelungen ist, Hoffenheims „Zweite“ muss sich in Großaspach vorsehen.

Klaus Dieter Haas

Pressehaus Heidenheim

Kickers vor personellen Turbulenzen

Scharfe Kritik an Marketing-Chef Hans-Jürgen Wetzel – Aufsichtsrat fordert schnelle Lösungen

Stuttgart – Beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers rumort es hinter den Kulissen. Der Großteil des Aufsichtsrats der Blauen kritisiert scharf die Arbeit des Präsidiums. Besonders unter Beschuss: der fürs Marketing zuständige Hans-Jürgen Wetzel.

VON JÜRGEN FREY

UND GUNTER BARNER

Die Blauen kämpfen ums Überleben – sportlich wie finanziell. Wie jetzt bekannt wurde, fehlen bis Ende Juni noch 100 000 Euro in der Kasse. Präsident Dirk Eichelbaum spielt die Liquiditätslücke herunter: „Das sind normale Probleme, die wir abarbeiten.“

Andere sehen die Lage weit dramatischer. Der Aufsichtsrat macht seit Wochen massiv Druck, um den Geldfluss sicherzustellen, fordert Lösungsansätze statt fantasieloses Wehklagen und schreckt auch vor Rücktrittsforderungen nicht zurück. „Es steht Spitze auf Knopf, wir müssen schnell sämtliche Ressourcen bündeln, um über die Runden zu kommen. Alle stehen auf dem Prüfstand“, heißt es in einem Alarmruf aus Reihen des Kontrollgremiums.

Nach Informationen unserer Zeitung soll in den nächsten Tagen ein Bittgang bei Hauptsponsor Eduardo Garcia im Kalender der Kickers-Häuptlinge stehen.

Der eine oder andere bringt bereits ungeniert den Namen von CDU-Stadtrat Dieter Wahl ins Spiel, dessen Netzwerk und Ideen die Blauen vermissen. Der Vizefraktionschef im Gemeinderat hatte nach dem nicht ganz freiwilligen Rücktritt des früheren Präsidenten Hans Kullen sein Amt als Präsidiumsmitglied für Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit niedergelegt. Angeblich soll ihn nun sein Nachfolger Hans-Jürgen Wetzel höchstpersönlich um die Rückkehr gebeten haben.

Die Chancen dafür stehen allerdings eher schlecht: Erstens steht Wahl ganz oben auf der Liste möglicher Nachfolgekandidaten für den zurückgetretenen CDU-Fraktionschef Reinhold Uhl, zudem ist es ein offenes Geheimnis, dass der Kommunalpolitiker aus Degerloch mit der zurzeit amtierenden Führungsriege auf der Waldau wenig anzufangen weiß. Einzige Ausnahme: Schatzmeister Friedrich Kummer. Außerdem wurde der Christdemokrat während der vergangenen Mitgliederversammlung als Präsidiumsmitglied nicht entlastet, was ihn bis heute mächtig wurmt. Ohne Entlastung im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung würde Wahl wohl keinen Finger mehr für die Blauen rühren.

Doch auch so könnte es in der Führungsmannschaft der Blauen schon bald Änderungen geben. Hans-Jürgen Wetzel soll bereits seinen sofortigen Rücktritt angeboten haben für den Fall, dass die Stuttgarter Kickers anderweitig passenden Ersatz finden. Auch der für den sportlichen Bereich zuständige Walter Kelsch klebe nicht an seinem Stuhl, verlautet aus Kickers-Kreisen. Das frühere Vorstandsmitglied Edgar Kurz könnte die Lücke im Vorstand schließen. Doch auch er zeigt unter den derzeitigen Bedingungen wenig Interesse. „Für meinen Geschmack haben sich ein paar Leute zu große Schuhe angezogen. Mich persönlich hat auch noch keiner angesprochen.“

Auch Hans-Jürgen Wetzel hielt sich gegenüber unserer Zeitung bedeckt: „Ich möchte mich im Moment nicht äußern.“ Zur Kritik an seiner Person und an seinem Mitarbeiter Martin Kurzka entgegnete er: „Jeder, der das Geschäft kennt, weiß, dass es schwierig ist, in unserer Situation etwas zu bewegen. Ständig heißt es: Kommt wieder, wenn ihr den Sprung in die dritte Liga geschafft habt.“

Davon allerdings sind die Stuttgarter Kickers in der derzeitigen Verfassung in vielerlei Hinsicht ein großes Stück entfernt. Ein Beispiel unter vielen: Zu Beginn des Jahres feierte das blaue Urgestein Fritz Seeger seine 65-jährige Mitgliedschaft. Den Kickers war es keinerlei Würdigung wert. Dabei war Seeger in der Vergangenheit hoch geschätzt – meistens dann, wenn es finanziell mal wieder klemmte.

Stuttgarter Nachrichten

In Sachen Keller, Kickers

Manche Menschen sagen mir nach, ich ginge zum Lachen in den Keller. Na und? Was soll an meiner Weigerung verwerflich sein, bei Tageslicht zu lachen? Zurzeit wird so viel gelacht, dass es nicht mehr auszuhalten ist.

Die Leuten sitzen in Vorstellungen aller Art und warten erregt wie Max Mosley, bis es endlich was zu lachen gibt. Wenn es mal nichts zu lachen gibt, sind sie beleidigt und lachen trotzdem, damit keiner sieht, dass sie beleidigt sind. Die Lachkrankheit, eine Folge der Comedy-Epidemie, ist so schlimm, dass sich kein Veranstalter mehr traut, seinem Publikum etwas zu bieten, über das es nicht lachen kann. Schwachmatenspaß ist Pflicht.

Das Publikum kommt mit einer krankhaften Lacherwartung und konzentriert sich während der Vorstellung so sehr aufs Lachen, dass ein Teil des Publikums auch lacht, wenn es nichts zu lachen gibt. Das Publikum lacht, weil es Angst hat, einen Lacher zu verpassen. Lachen ist ein Zeitgeistwahn. Mehr verbreitet als Demenz. Es gibt die neue Lachzwangsneurose.

Einst hat ein Radfahrer seinem Kollegen Jan Ullrich auf der Piste geraten: „Quäl dich, du Sau.“ Heute sagt mein Nebensitzer im Theater: „Lach doch, du Sau.“ Lachen ist die übelste Runterziehdroge, schlimmer als warmes Malzbier.

Obwohl heute sowieso schon bei jeder unpassenden Gelegenheit gelacht wird, gibt es immer noch den Lachnationalfeiertag. Das ist der 1. April, die humorloseste Veranstaltung seit Menschengedenken. Für den 1. April brüten die Lachzwangsneurotiker einen Aprilscherz aus, und dann lachen sie, hahaha. Sie lachen zwar auch am 29., am 30. und am 31. März, hahaha, aber am 1. April lachen sie noch dämlicher. Am 1. April 2008 stand auf einer aushäusig gesteuerten Internetseite meiner Zeitung, der VfB werde seinen Stürmer Radu an die zwei Klassen tiefer spielenden Stuttgarter Kickers ausleihen, um die Kickers vor dem Untergang zu retten. Damit eines klar ist: Die Kickers sind zurzeit im Keller. Aber nicht zum Lachen. Der Verfasser des Aprilscherzes ging zum Lachen leider nicht in den Keller. Sonst hätte ich ihn erwischt.

Es ist Zeit für einen Feldzug gegen das Lachen. Man lacht nicht über die Stuttgarter Kickers, solange ich mit der Linie 7 zum Gazistadion auf die Waldau fahre. Das ist nicht lustig. Ich lache nicht, ihr gottverdammten Lachzwangsneurotiker, wenn sich eure Oma den Oberschenkelhals bricht. Ich lache nicht, wenn meine Stadtbahn den nächstbesten VfB-Dackel überfährt. Und ich lache nicht, wenn euch Gott der Gerechte eines Tages den roten Hahn aufs Mercedes-Benz-Dach setzt. Untersteht euch also zu lachen, wenn die Kickers in Schwierigkeiten sind.

Sollte jemand dennoch Probleme haben, seine Lachplatte abzustellen, rate ich ihm, schleunigst einen guten Arzt aufzusuchen: „Als zwanghaftes Lachen oder als Lachkrampf“, heißt es in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia, „kann das Lachen im Zusammenhang mit psychischen Störungen oder nervösen Erkrankungen stehen.“ Besonders trifft dies auf Lachzwangsneurotiker zu, die über die Stuttgarter Kickers lachen.

Sollte mir ein Lachzwangsneurotiker nach seiner nicht zu erwartenden Genesung beim Lachen über das Thema Radu/ Kickers im Keller begegnen, werde ich mit alttestamentarischer Würde reagieren: Ich kette ihn an die nackte Wand, hole einen Eimer Mörtel und greife mir einen Sack adäquater Hohlblocksteine: Radu mal, werde ich sagen, was ich gleich mit dir machen werde, hahaha. Ich sehe schon, wir Kreisligakomiker verstehen uns.

Joe Bauer liest heute (21 Uhr) im Club Erdgeschoss, Theodor-Heuss-Straße 4. Gäste: Eric Gauthier, Michael Gaedt, Dacia.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu SV Sandhausen – Stuttgarter Kickers (2:2)

Kickers: was ist der Punkt wert?
Nach dem 2:2 in Sandhausen bleibt die sportliche und finanzielle Situation weiter unklar

SANDHAUSEN. Die Stuttgarter Kickers haben beim SV Sandhausen ein Remis geholt. „Vor dem Spiel wäre ich damit zufrieden gewesen, aber jetzt sind es zwei verlorene Punkte“, sagte Trainer Minkwitz, nachdem seine Elf ein 2:0 aus der Hand gegeben hatte.

Von Joachim Klumpp

Die Führungsriege der Stuttgarter Kickers kam geschlossen zu spät auf ihre Plätze im Hardtwaldstadion. Und das nicht etwa weil die Autobahn überlastet war, sondern der Terminkalender der Herren um den Präsidenten Dirk Eichelbaum. Schließlich begann der Samstag früh um neun Uhr mit einer Sitzung, über deren Ausgang genauso gerätselt werden darf wie über den Wert des 2:2 (2:0) beim SV Sandhausen. Der Manager Joachim Cast sagte: „Unsere Lage ist unverändert.“

Gut oder schlecht? Das ist Ansichtssache, wie mit dem halbvollen Glas. So sah es auch der Trainer Stefan Minkwitz: „Vor dem Spiel wäre ich mit dem Ergebnis zufrieden gewesen, jetzt sind es zwei verlorene Punkte.“ Schließlich hat seine Mannschaft eine komfortable 2:0-Führung aus der Hand gegeben, und das, obwohl Torwart Yelldell noch vor der Pause seine Formstärke mit einem parierten Strafstoß unterstrich und Cerci nach der Pause bei einem Lattentreffer das 3:0 auf dem Fuß hatte. Die Entscheidung also.

Doch so kam der sehr verunsicherte Aufsteiger Sandhausen selbst zu zwei Treffern und durch Mintzel fast noch zum Siegtor. Das wäre des Schlechten dann aber doch zu viel gewesen. Schließlich lieferten die Kickers nicht nur nach Einschätzung des Managers 60 Minuten lang „vielleicht das beste Saisonspiel“ ab. Über Kampf zum Spiel lautet Minkwitz“ Motto, und das fand durchaus Anklang bei den mitgereisten Fans. Die Balleroberungen im Mittelfeld von Rosen oder Gambo verpufften nicht wirkungslos, sondern setzten sich in ansehnlichen Kombinationen fort, gekrönt natürlich von den schön herausgespielten Treffern durch Vaccaro und den erneut glänzend aufgelegten Parmak.

Von der in der Winterpause so oft bemängelten Abschlussschwäche jedenfalls ist 2008 nicht mehr viel zu spüren – im Umkehrschluss allerdings wirkt die Abwehr keinesfalls sattelfest. Minkwitz: „Da darf man nicht vergessen, dass wir verletzungsbedingt immer wieder Umstellungen vornehmen mussten.“ In Sandhausen fehlten Steinle und auch die Alternative Stierle, der Kapitan Jens Härter sowieso, woran sich wohl nichts mehr ändern wird. Der Zaungast unter den 1380 Zuschauern sagte: „Ich habe es lang genug probiert, jetzt werden wir so schnell wie möglich einen Eingriff in die Wege leiten.“

Im übertragenen Sinne scheint der auch bei den Stuttgarter Kickers nötig zu sein, wo nach wie vor die wirtschaftliche Seite Anlass zur Sorge bietet, auch wenn der Präsident dies herunterspielt und zum morgendlichen Treffen sagte: „Wir haben versucht, Alltagsprobleme zu lösen.“ Das sind bei den Kickers in aller Regel klamme Kassen. Auf die Frage, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann, sagte Eichelbaum aber: „Ja.“

Wenn wohl auch nur mit Bauchschmerzen. Denn nach StZ-Informationen gab es zumindest bereits gewisse Liquiditätsprobleme. Und das, obwohl in der Winterpause finanziell nachgebessert worden ist. Deshalb soll es vom Aufsichtsrat klare Hausaufgaben für die nächsten zwei Wochen geben. Offen ist zudem, wie der DFB auf die Klageerhebung des Expräsidenten Kullen reagiert. Da in diesem schwebenden Verfahren finanzielle Forderungen an die Kickers drohen, könnte der Verband Sicherheiten fordern.

So kämpfen die Kickers nach wie vor an allen Fronten. Sportlich hätte Sandhausen schon ein Meilenstein werden können. „Nach dem gehaltenen Elfmeter habe ich gedacht, das Spiel sei gelaufen“, sagte Eichelbaum später, „so kann man sich täuschen.“ Hoffentlich nur in diesem Punkt.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Wildersinn, Mann, Rapp – Parmak, Rosen, Gambo (72. Yildiz), Cerci (67. Benda) – Kacani, Vaccaro (82. Tucci).

Tore: 0:1 Vaccaro (8.), 0:2 Parmak (17.), 1:2 Akwuegbu (62.), 2:2 Waldecker (75.).

Besonderes Vorkommnis: Yelldell hält Foulelfmeter von Mintzel (33.).

Stuttgarter Zeitung

Starke Leistung, schwache Ausbeute
Stuttgarter Kickers erreichen in Sandhausen nur ein 2:2 – Finanzielle Lage bleibt unklar
 
Sandhausen – Die Stuttgarter Kickers treten auf der Stelle: Im Auswärtsspiel beim SV Sandhausen kam der Fußball-Regionalligist trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 hinaus.

VON STEFAN KLINGER

Die Spieler der Stuttgarter Kickers sind ratlos. Auch einige Minuten nach dem Abpfiff stehen sie noch auf dem Rasen im Hardtwaldstadion und schauen sich fassungslos an. Was sie nicht wissen, aber befürchten: Der Rückstand auf Platz zehn ist wieder größer. Fünf Punkte sind es nun. Durch den Druck der Tabellensituation kommt das Remis einer Niederlage gleich – erst recht, wenn das Ergebnis so zustande kommt.

Bis zur 60. Minute dominierten die Kickers das Spiel, kompensierten selbst die Ausfälle von Moritz Steinle (Fieber) und Oliver Stierle (Wadenprobleme). Nach 17 Minuten führten sie durch Sokol Kacani und Mustafa Parmak 2:0. Zudem parierte David Yelldell einen Foulelfmeter von Alf Mintzel. So rückt Platz zehn immer näher. Chapeau. „Die ersten 60 Minuten waren mit das Beste, was wir in dieser Saison gezeigt haben“, freute sich Manager Joachim Cast.

Es lief aber nicht alles nach Plan. „Wir haben es versäumt, das 3:0 nachzulegen, weil wir unsere Konterchancen schlampig vergeben haben“, kritisierte Trainer Stefan Minkwitz. Das Spiel kippte. Sandhausen kam noch zum Ausgleich. Gegentore, nach denen man sich um die Stuttgarter sorgen sollte. So viel Mut die ersten 60 Minuten auf ein erfolgreiches Ende der Aufholjagd machten, so besorgniserregend stimmt der Rest.

Da präsentierten sich die Kickers wie vor wenigen Wochen: ohne Selbstvertrauen. Das Team ist noch nicht derart gefestigt, um Rückschläge wegzustecken. Zudem beweist die Partie erneut: Es fehlen Alternativen im Sturm. Das Spiel in Sandhausen hat die Aufholjagd gebremst. Ob es den jüngsten Aufwärtstrend des Teams stoppt, zeigt sich am Freitag im Heimspiel gegen Oggersheim.

So unklar wie die sportliche Situation bleibt die finanzielle. Einerseits gibt es nach der Präsidiums- und Aufsichtsratssitzung von Samstag positive Signale. Nach einer Bestandsaufnahme der finanziellen Lage zeichnet sich ab, dass die Blauen auch dann keine Insolvenz anmelden müssen, falls ihnen der Sprung in die dritte Liga nicht gelingt. Andererseits müssen weiterhin die aktuellen Liquiditätsprobleme im oberen fünfstelligen Bereich behoben werden, da erst im Mai etwa die nächste Fernsehgeldrate überwiesen wird.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers verspielen 2:0-Führung

Durch das 2:2 beim SV Sandhausen vergrößert sich der Abstand zu Platz zehn
 
Sandhausen (red) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers musste sich beim SV Sandhausen nach einer 2:0-Führung zur Pause mit einem 2:2 begnügen und hat damit im Kampf um die dritte Liga wieder etwas an Boden verloren.
 
Der Abstand zu den Qualifikationsrängen ist auf fünf Punkte gewachsen, doch davon lässt sich Stefan Minkwitz nicht entmutigen. „Wichtig ist, wo wir nach dem 34. Spieltag stehen“, betonte der Kickers-Trainer, räumte aber ein, nach der Partie einen ziemlich dicken Hals gehabt zu haben. „Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen, aber nun sind es zwei verschenkte Punkte“, trauerte er der Führung nach, fand aber auch etwas Positives: „Wir haben gesehen, dass wir bei einer Spitzenmannschaft auswärts mithalten können.“Bis zur 60. Minute hatten die Stuttgarter die Partie dominiert, waren durch Angelo Vaccaro (8.) früh in Führung gegangen. Mustafa Parmak erhöhte wenig später auf 2:0 (17.). Danach hatten die Kickers, die ohne die angeschlagenen Oliver Stierle und Moritz Steinle angetreten waren, durch Alexander Rosen (25.) und Ferhat Cerci (30.) noch zwei gute Chancen. Torhüter David Yelldell verhinderte mit einem parierten Elfmeter (33.) von Alf Mintzel zunächst den Anschlusstreffer. Die größte Möglichkeit, auf 3:0 erhöhen, vergab Cerci, dessen Heber nach einem Pass von Bashiru Gambo an die Latte prallte (60.). „Hätte er getroffen, wäre die Sache gegessen gewesen“, ärgerte sich Minkwitz. Stattdessen kamen die Sandhausener zum Zuge. Ausgerechnet der bei den Kickers einst aussortierte Emmanuel Akwuegbu sorgte für das 1:2 (61.). Der eingewechselte Benjamin Waldecker erzielte den Ausgleich (73.). „Beide Treffer wurden durch dumme individuelle Fehler ermöglicht“, kritisierte Minkwitz, dessen Team noch Glück hatte, als Mintzel (81.) die 3:2-Führung vergab. Unterm Strich sei es daher ein gerechtes Unentschieden gewesen, resümierte der Coach. Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Wildersinn, Mann, Rapp – Parmak, Gambo (68. Yildiz), Rosen, Cerci (64. Benda) – Vaccaro (83. Tucci), Kacani.
 
Eßlinger Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers II – TSV Schwieberdingen (1:2)

Verloren haben auch die Stuttgarter Kickers gestern gegen den TSV Schwieberdingen – mit 1:2. Die Tore für die Gäste erzielten Markus Schneider (66.) und Dima Schurichin (84.). Für die Kickers traf Sven Sökler zum 1:2 (89./Handelfmeter). „Wir wollten den Sieg mehr“, sagte der TSV-Trainer Coveli.

Stuttgarter Zeitung

Einen Dämpfer im Kampf gegen den Abstieg erhielten die Stuttgarter Kickers II mit dem 1:2 gegen den TSV Schwieberdingen. „Das war ein schwarzer Tag für uns“, sagte Kickers-Coach Björn Hinck, „wir haben verdient verloren, die laufstarken Schwieberdinger hatten den klar stärkeren Willen.“

Stuttgarter Nachrichten

Schwieberdingen klettert nach 2:1-Sieg auf Platz 14
Stuttgart – Der Aufwärtstrend beim Fußball-Oberligisten TSV Schwieberdingen hält an. Bei den Stuttgarter Kickers II kam der Aufsteiger gestern zu einem verdienten 2:1 (0:0)-Erfolg.

Mit diesem zweiten Dreier in Folge kletterten die Schwieberdinger auf den 14. Platz. „Heute ist meine Mannschaft für ihren Aufwand belohnt worden“, freute sich TSV-Trainer Gianni Coveli. Getrübt wurde der Sieg durch die Verletzung von Dima Schurichin, der sich bei seinem Treffer die Schulter auskugelte.
Der Coach schickte die gleiche Startformation wie beim Erfolg gegen Kirchheim auf den Rasen. Der TSV kam gut in die Partie und hatte durch Cristovao Trombin und Björn Rothkopf auch die ersten beiden Chancen des Spiels.
Viel Glück hatten die Schwieberdinger, als die Kickers das erste Mal gefährlich vor dem Tor von Andreas Kummer auftauchten. Nach einer Flanke von Ali Parhizi traf Srdan Stevanovic freistehend den Torpfosten. Das Spiel verflachte nun immer mehr. Einzig Markus Schneider traf kurz vor dem Wechsel mit einem Kopfball noch das Außennetz.
Im zweiten Durchgang erhöhte Coveli das Risiko und zwang so die Kickers zu mehr Fehler. Der Aufsteiger war nun tonangebend und erspielte sich einige gute Chancen. Die beste vergab Schurichin, als er freistehend nach einem Querpass von Rothkopf am Tor vorbeizielte.
Mitte der zweiten Hälfte dann der längst überfällige Führungstreffer der Schwieberdinger, als Rothkopf mit einem langen Ball Schneider bediente und dieser mit einem Heber über Kickers-Torwart Manuel Salz traf. Dann bewahrte Kummer bei zwei dicken Möglichkeiten durch Stevanovic und Franco Petruso den TSV vor dem Ausgleich. Mit einem schönen Konterangriff gelang Schurichin auf Zuspiel von Björn Beck das erlösende 2:0.
Kurz vor dem Ende gelang dem Gastgeber noch der Ehrentreffer, als Trombin der Ball unglücklich im Strafraum an die Hand sprang und Sven Sökler den fälligen Handelfmeter sicher verwandelte.
SV Stuttgarter Kickers II: Salz – Leist, Ortlieb, Ivanusa, Baradel – Sökler, Rizzi, Kovac (70. Tunjic), Parhizi (55. Petruso) – Stevanovic, Bajrami (79. Schneider).
TSV Schwieberdingen: Kummer – Marusic, Dense, Trombin, Beck – Schurichin, Morina, Büttner, Rothkopf (75. Yali), Deiß (75. Kutnjak) – Schneider (79. Filipovic).
Tore: 0:1 Schneider (65.), 0:2 Schurichin (82.), 1:2 Sökler (89./Handelfmeter).
Schiedsrichter: Leonhardt (Altlußheim). – Zuschauer: 120. – Gelb-Rote Karte: Baradel (77.).

Ludwigsburger Kreiszeitung

Kickers II unterliegen erneut

Das Oberligateam der Kickers unterlag heute gegen den direkten Konkurrenten TSV Schwieberdingen zuhause mit 1:2. Lediglich Sven Sökler konnte kurz vor Schluß per Handelfmeter treffen. Mike Baradel erhielt zudem die Gelb-Rote Karte.

Damit haben die Kickers ihren Vorsprung weiter reduziert und haben nur noch einen Punkt Vorsprung vor einem Abstiegsplatz. Am kommenden Samstag geht es zum Topteam des 1. FC Heidenheim.
Die Kickers spielten mit:
Salz; Baradel, Leist, Ivanusa, Bajrami (78. Schneider), Sökler, Kovac (69. Tucci), Rizzi, Ortlieb, Parhizi (55. Petruso), Stevanovic

Spielberichte SV Sandhausen – Stuttgarter Kickers (2:2)

SV Sandhausen – Kickers 2:2 (0:2)

Die Kickers spielten am Nachmittag vor 1380 Zuschauern 2:2-Unentschieden beim Aufsteiger SV Sandhausen. Leider schaffte es die Mannschaft von Trainer Stefan Minkwitz nach der 2:0-Führung zur Halbzeit nicht, alle drei Punkte nach Degerloch zu entführen. Dennoch blieben die Blauen auch im vierten Spiel hintereinander ungeschlagen, verschenkten aber einen möglichen Sieg.

Die Aufstellung:

Kickers-Trainer Stefan Minkwitz musste vor der Begegnung zwei wichtige Umstellungen vornehmen, da Kapitän Oliver Stierle nach einem Abschlusstest am Vormittag über Schmerzen in der Wade klagte und Moritz Steinle sich wegen einer fiebrigen Erkältung krank gemeldet hatte. So beorderte er Marcel Rapp auf den linken Außenverteidigerposten und schenkte Ferhat Cerci im linken, offensiven Mittelfeld das Vertrauen. Marco Wildersinn und Marcus Mann bildeten also die Innenverteidigung und Benedikt Deigendesch blieb auf dem rechten Außenverteidigerposten. Mitwirken konnte glücklicherweise Mustafa Parmak, den fast die ganze Woche eine Reizung im Knie behindert hatte. Bashiru Gambo und Alexander Rosen spielten wieder im zentralen Mittelfeld, Sokol Kacani und Angelo Vaccaro im Sturm.

Der Spielverlauf:

Von Anfang an attackierten die Blauen im Hardtwaldstadion entschlossen nach vorne und Rosen sowie Parmak trieben das Spiel an. Rosen leitete dann in der siebten Minute auch einen gelungenen Spielzug ein und der Ball kam über die Stationen Parmak und Vaccaro vor die Füsse von Kacani, der mit seinem sechsten Saisontreffer die 1:0-Führung erzielte. Yelldell wehrte dann einen Flachschuss von Pinto ab (10.) und auch bei einem Kopfball von Göttlicher nach einem Eckball von Mintzel war der Kickers-Schlussmann auf der Hut(14.). Auf der anderen Seite vertändelte beim SV Sandhausen Kolb den Ball und Parmak spritzte entschlossen dazwischen. Mit einem gekonnten Dribbling überwand er die unsichere Abwehr des Gastgebers und erhöhte mit einem gezielten Schuss ins lange Eck zur 2:0-Führung (17.). Spielerisch und technisch waren nun die Blauen klar überlegen und ein Schuss von Rosen nach Vorarbeit von Vaccaro ging nur knapp am Tor vorbei (25.). Etwas zu hoch zielte dann Cerci nach einem Eckball von Parmak (30.). Als die Kickers auf den dritten Treffer drängten, gab es in einer unübersichtlichen Situation und nach einem angeblichen Foul von Rapp an Pinto Elfmeter für den SV Sandhausen. David Yelsdell ahnte die richtige Ecke und parierte den Schuss von Mintzel (33.). Auch bei einem Fernschuss von Grgic zeigte der Kickers-Torhüter seine ganze Klasse (40.)

Nach Seitenwechsel wurde der SV Sandhausen leicht offensiver, aber die Kickers hatten das Geschehen weiter unter Kontrolle. Nach einem langen Musterpass des eifrigen Bashiru Gambo kam der Ball in der 58. Minute in den Lauf von Ferhat Cerci, doch dessen gefühlvoller Heber prallte von der Querlatte zurück ins Feld (60.)
Fast im Gegenzug fiel dann leider der 1:2-Anschlusstreffer für Sandhausen: Grgic flankte auf den langen Posten auf Waldecker, der mit seinem Kopfball Akwuegbu bediente. Der ehemalige Kickers-Spieler stand völlig frei und musste nur noch einschieben (62.).
Als danach Trainer Minkwitz Benda für Cerci einwechselte und auch noch der leicht angeschlagene Gambo durch Yildiz ersetzt wurde, verloren die Blauen mehr und mehr die Ordnung. Und weil zudem die Konter vor allem über Vaccaro nicht erfolgreich abgeschlossen wurden, schaffte Sandhausen den 2:2-Ausgleich. Benda unterschätzte eine Flank von Grgic und der kampfstarke Waldecker überwand mit einem Schuss ins lange Eck Torhüter Yelldell (75.).
Am Ende mussten dann die Blauen noch froh sein, dass Mintzel eine große Möglichkeit nicht zum Siegestreffer für die Nordbadener verwertete, als er den Ball volley und mit vollem Risiko traf. Das hätte allerdings auch nicht dem Spielverlauf entsprochen (81.)

Die Trainerstimmen:

Stefan Minkwitz: “Vor dem Spiel wäre ich vielleicht mit einem Punkt zufrieden gewesen, aber nun muss ich sagen, dass wir einen Sieg verschenkt haben. Wir haben es einfach versäumt, nach dem 2:0 mit einem weiteren Tor nachzulegen. Da wurden einige Konter einfach nicht entschlossen genug zu Ende gespielt. Andererseits hat mein Trainerkollege aus Sandhausen einfach ein feines Händchen bei seinen Einwechslungen gehabt, das mir diesmal fehlte. Ich hatte mir durch meine Wechsel mehr Impulse erhofft, aber die blieben leider aus.“
Gerd Dais: “Wir wollten eigentlich den ersten Heimsieg in diesem Jahr feiern, mussten aber mit dem Unentschieden zufrieden sein. Glücklicherweise haben wir die Nackenschläge in der Anfangsphase weggesteckt und haben vor allem in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel gefunden. Natürlich muss ich besonders Waldecker nach seiner Einwechslung ein Kompliment machen, denn er bereitete mit seiner Entschlossenheit nicht nur den Anschlusstreffer vor sondern traf dann noch selbst. Die Kickers aber verfügten lange über eine enorm kompakte Einheit.“

Aus Sandhausen berichtete Guido Dobbratz.

Die Spielstatistik:
SV Sandhausen: Petkovic – Göttlicher, Beisel, Fickert (46. T. Bauer) – Pinto (56. Waldecker), Kolb (72. Schmid), Mendez, Altin, Mintzel – Grgic, Akwuegbu – Trainer: Dais
Kickers: David Yelldell – Benedikt Deigendesch, Marcus Mann, Marco Wildersinn – Marcel Rapp – Alexander Rosen, Bashiru Gambo (72. Recep Yildiz), Mustafa Parmak, Ferhat Cerci (67. Sascha Benda) – Sokol Kacani, Angelo Vaccaro (82. Marco Tucci) – Trainer: Stefan Minkwitz

Zuschauer:
1.380 Fans im Hardtwaldstadion

Torfolge:
0:1 Sokol Kacani (8.)
0:2 Mustafa Parmak (17.)
1:2 Akwuegbu (62.)
2:2 Waldecker (75.)

Schiedsrichter:
Wolfgang Stark (Ergolding)

Verwarnungen:
Gelbe Karten: Beisel, Mendez, Grgic – Mann

Besondere Vorkommnisse:
Mintzel scheitert mit Foulelfmeter an Yelldell (33.)

Offizielle Homepage

SVS erkämpft sich 2:2 gegen die Stuttgarter Kickers

Am heutigen Nachmittag erkämpfte sich unser Team einen Punkt gegen die Stuttgarter Kickers vor 1380 Zuschauern.

Der SVS wurde wieder kalt erwischt. Nach 8.Minuten gingen die Kickers nach einer Vorlage von Parmakn auf Vaccaro mit 0:1in Führung. Die erste Chance für den SVS hatte Roberto Pinto mit seinem Schuss nach einer Ecke, der knapp am Tor vorbei ging.(14.).Nur eine Minute später war es Mario Göttlicher, der einen Eckball übers Tor köpfte. In der 17.Minute dann der nächste Schlag für unseren SVS. 0:2 hieß es nach einem Fehler von Boris Kolb, den Parmak eiskalt ausnutzte und Marjan Petkovic keine Chance ließ. Der SVS kämpfte jedoch weiter, lieferte bis dahin auch eine ordentliche Partie ab. Emmanuel Akwuegbu kam nach einem Eckball von Alf Mintzel zur Kopfballchance, jedoch stand der Kickers Keeper Yelldell richtig. Nur eine Minute später hatten die Kickers eine Schusschance durch Rosen aus 20m, die jedoch vergeben wurde. Die letzte Chance vor der Pause hatte der SVS- eine Riesenchance. Roberto Pinto wurde im 16m Raum gelegt und Schiedsrichter Stark entschied auf Foulelfmeter. Alf Mintzel nahm sich den Ball, nachdem er letzte Woche in Unterhaching sicher verwandeln konnte. Jedoch konnte Yelldell den Strafstoß halten.

Nach der Pause war der SVS bemüht auf das Tor der Kickers zu spielen. Die erste Chance hatte Velimir Grgic mit einem Freistoß aus 20m, der übers Tor ging. In der 60.Minute dann die Chance zur Entscheidung für die Kickers. Cerci tauchte alleine vor Marjan Petkovic auf, überlupfte den SVS Keeper, der Ball flog jedoch an die Latte. Eine Minute später kam die Hoffnung an den Hardtwald zurück. Velimir Grgic flankte auf den eingewechselten Benny Waldecker, diese köpfte quer auf Emmanuel Akwuegbu, der zum Anschlusstreffer ins Tor einschob. In der 73.Minute dann der Ausgleich. Ein langer Ball von Alberto Mendez fand Benny Waldecker, der sich gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und eiskalt ins Tor einschoss zum 2:2. Nur zwei Minuten später dann die Großchance zur Führung gegen immer harmloser werdende Kickers. Eine Flanke von Emmanuel Akwuegbu fand den freistehenden Alf Mintzel, der den Ball mit vollem Risiko am Tor vorbei feuerte. In der 79.Minute die letzte Chance des Spiels durch einen Schuss vom guten Benny Waldecker aus 18m, der übers Tor ging.

Ein 2:2, das für den SVS absolut verdient war. Gegenüber der letzten Spiele zeigte die Mannschaft eine Leistungssteigerung und verdiente sich so den Punkt heute. Nächste Woche geht es bereits am Freitag weiter, um 19 Uhr beim SV Elversberg.

Spielstatistik:

SVS: Petkovic- Altin, Beisel, Göttlicher, Fickert (46. Bauer)– Kolb (69. Schmid) – Pinto (56. Waldecker), Mendez, Mintzel – Grgic, Akwuegbu

Stuttg. Kickers: Yelldell- Deigendesch, Wildersinn, Mann, Rapp -Rosen – Parmak, Gambo (69. Yildiz), Cerci (64. Benda) – Vaccaro (82. Tucci), Kacani

Schiedsrichter: Stark

Zuschauer: 1380

Tore:
0:1 Vaccaro (8.)
0:2 Parmak (17.)
1:2 Akwuegbu (61.)
2:2 Waldecker (73.)

gelbe Karten: Beisel, Mendez, Grgic – Mann

SV Sandhausen

Insgesamt 22 Bilder vom Spiel auf der Homepage des SV Sandhausen

Mustafa Parmak, Stefan Minkiwtz und weitere Stimmen im Radiointerview von IRSport.