Kickers unterliegen im Kellerduell gegen Erzgebirge Aue mit 1:2

Orlandos Traumtor ist zu wenig
Degerloch. Die Stuttgarter Kickers warten in der Dritten Fußball-Bundesliga auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Saisonsieg. Am Samstag unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Stefan Minkwitz vor 3280 Zuschauern im GAZI-Stadion im Kellerduell dem FC Erzgebirge Aue mit 1:2 (1:1) und bleibt damit weiter Tabellenletzter. Den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer für die Blauen erzielte in der 27. Spielminute der bei seinem Debüt im Kickers-Trikot stark aufspielende Neuzugang Orlando mit einem Kracher von der Strafraumgrenze aus – unterm Strich war der Treffer des 26-Jährigen aus der Kategorie „Tor des Monats“ jedoch zu wenig.

Mit einer Gedenkminute hatte das richtungweisende Duell zwischen dem Tabellenletzten und dem Vorletzten der dritten Liga begonnen, das aufgrund des dichten Nebels auf der Waldau unter Flutlicht ausgetragen wurde. Die Blauen gedachten der am 31. August im Alter von 91 Jahren verstorbenen Kickers-Legende Albert Sing, als äußeres Zeichen lief die Heimelf dazu mit einem Trauerflor auf.
Fünf Minuten waren in der Partie absolviert, als sich die Mienen bei den Kickers und ihrem Anhang aus sportlicher Sicht das erste Mal an diesem Tag verdüsterten. Gleich die erste Tormöglichkeit hatten die Gäste aus dem Erzgebirge zum Führungstreffer genutzt. Nach einem weiten Schlag von Arne Feick, der unbedrängt den Ball von der linken Seite vors Kickers-Gehäuse flankte, parierte der Schlussmann Manuel Salz mit einem guten Reflex den Kopfball von Marc Hensel – gegen den Nachschuss des Gäste-Angreifers aus kurzer Distanz war der Kickers-Keeper allerdings machtlos: das 0:1.
Ehe sich die Blauen von diesem Gegentreffer erholten, verging viel Zeit. In der 25. Minute deutete der niederländische Kickers-Neuzugang Orlando erstmals seine Torgefährlichkeit an. Sein Schuss aus spitzem Winkel, gleichzeitig die erste Torchance überhaupt für die Minkwitz-Elf, ging allerdings knapp am Tor des FC Erzgebirge vorbei. Zwei Minuten danach, im Anschluss an einen Eckball von Ralf Kettemann, lag die Kugel dann aber doch im Gästetor. Erneut war es Orlando, die neue Nummer neun im Trikot der Degerlocher gewesen, der aus 16 Metern beherzt und mit mächtig viel Schmackes mit seinem starken rechten Fuß abgezogen hatte. Von der Lattenunterkante zischte die Kugel unerreichbar für den Gäste-Torwart Stephan Flauder zum 1:1 ins Netz. Dieser Treffer schien die Akteure des Tabellenletzten zu motivieren. Bis zur Halbzeitpause waren die Blauen klar am Drücker; allein, ein weiterer Treffer wollte den Hausherren trotz dieser optischen Überlegenheit nicht gelingen.
Direkt nach dem Seitenwechsel wechselte der Trainer Minkwitz zunächst Sasa Janic für Sascha Traut ein, später kamen auch noch Marco Tucci (für Michael Schürg) sowie in Gökhan Gümüssü ein Kickers-Drittliga-Debütant aus dem U-23-Team (für den angeschlagenen Bashiru Gambo) in die Partie. Der Elan, den die Kickers-Elf in der Endphase des ersten Abschnitts zur Freude ihrer Anhänger gezeigt hatte, war allerdings verpufft. Vieles spielte sich über weite Strecken der zweiten Halbzeit zwischen den beiden Strafräumen ab. Alleine der wuselige Orlando mit seinen stets gefährlichen Vorstößen wusste zu überzeugen. Für echte Torgefahr konnte aber der viermalige Nationalspieler der Niederländischen Antillen nicht sorgen, gleiches galt demgegenüber auch für die Mannschaft des Zweitliga-Absteigers aus Aue. Genau gesagt: bis zur 88. Minute. Als bis zu diesem Zeitpunkt schon vieles auf eine eigentlich gerechte Punkteteilung in diesem Kellerduell hingedeutete hatte, schlug der kurz zuvor eingewechselte Kenny Schmidt mit einem Jokertor zu. Eine weite Flanke von rechts bugsierte Schmidt mit einer Kopfball-Bogenlampe aus 15 Metern zum 1:2 ins Kickers-Tor – und sicherte damit quasi aus dem Nichts seiner bislang ebenfalls noch sieglosen Mannschaft den ersten Saisonerfolg.

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Landeka – Rosen, Gambo –(79. Gümüssü) –Traut (46. Janic), Kettemann, Orlando – Schürg (72. Tucci). Trainer: Minkwitz.
FC Erzgebirge Aue: Flauder – Klingbeil, Thomas Paulus, Kos, Fabian Müller – Curri (64. El Berkani), Cimen, Steve Müller, Feick – Hensel, Lukunku (83. Kenny Schmidt). Teammanager: Weber.

Schiedsrichter: Achmüller (Freyung).
Tore: 0:1 Hensel (5.), 1:1 Orlando (27.), 1:2 Kenny Schmidt (88.)
Gelbe Karte: Mann / Steve Müller
Besonderes: –
Zuschauer: 3280 im GAZI-Stadion auf der Waldau

Vorberichte Stuttgarter Kickers – FC Erzgebirge Aue

Smeekes hat die Spielberechtigung
STUTTGART (ump). Spielt, er, spielt er nicht? Die Frage nach dem Debüt von Orlando Smeekes hat die Fans der Stuttgarter Kickers vor dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (heute, 14 Uhr) am meisten beschäftigt. Gestern nun konnte der Drittligist grünes Licht geben, was die Spielberechtigung für den Neuzugang aus den Niederlanden angeht. Dass er zu seinem Einsatz kommen wird, ist ebenfalls sicher, fragt sich noch, ob von Beginn an oder erst im Laufe der Partie als Joker. Da wollte sich der Trainer Stefan Minkwitz gestern nicht festlegen. „Ich bin aber sicher, dass er mit seinen Aktionen die Zuschauer mitreißen kann“, sagt Minkwitz, der an dem zuletzt praktizierten System mit nur einer echten Spitze festhalten will. Wobei Michael Schürg im Sturm leicht die Nase vor den Konkurrenten Kacani und Tucci hat. Während der zuletzt verletzte Sasa Janic im Kader stehen wird, dürfte Minkwitz auf Jens Härter (Maske nach Nasenbeinbruch) und Jörn Schmiedel (Muskelprobleme) verzichten. „Es geht um die drei Punkte“, so Minkwitz, „zumal Aue genauso mit dem Rücken zur Wand steht wie wir.“

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Smeekes darf gegen Aue ran

Spielberechtigung für Stürmer

Stuttgart (jük) – Die gute Nachricht vom Verband traf bei den Stuttgarter Kickers am Freitagnachmittag gegen 15.30 Uhr per Fax ein: Neuzugang Orlando Smeekes darf an diesem Samstag (14 Uhr) im Gazistadion im Fußball-Drittliga-Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue auflaufen. Der 26-jährige Niederländer wird das Trikot mit der Nummer 9 tragen. „Orlando ist pfeilschnell und torgefährlich“, freute sich Stefan Minkwitz, „damit haben wir eine weitere Speerspitze, um gegen Aue zu treffen.“ Der Trainer gibt sich jedoch keinen Illusionen hin, dass die Abstimmung zwischen Smeekes und dem Rest der Blauen optimal sein wird – unterm Strich zählt ohnehin nur das Ergebnis. Und das sollte beim Kellerduell – Schlusslicht Stuttgart trifft auf den Vorletzten – zugunsten der Kickers ausfallen. Andernfalls wird“s finster unterm Fernsehturm.

Stuttgarter Nachrichten

100 „Regen-Tickets“ für das Heimspiel gegen Aue!

Die Stuttgarter Kickers lassen ihre Fans „nicht im Regen stehen!“ Für das Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue gibt es zum ersten Mal „Regen-Tickets“ und zwar zum Sonderpreis von EUR 4,00 pro Stehplatzkarte.

Die „Regen-Tickets“ sind nur in der Zeit von 12.30 Uhr bis 13.00 Uhr an der Kasse 11, direkt am GAZi Stadion auf der Waldau, erhältlich – selbstverständlich nur bei Regen.

Passend dazu sind auch die neuen Kickers-Regenschirme eingetroffen, ab sofort im Kicker-Fanshop unter www.stuttgarter-kickers.de und beim Aue-Spiel im Stadion-Fanhsop.

Offizielle Homepage

Spielberechtigung für Orlando Smeekes eingetroffen

Neuzugang Orlando Smeekes kann morgen gegen den FC Erzgebirge Aue auflaufen. Am heutigen Mittag traf die Spielberechtigung für den Stürmer auf der Kickers-Geschäftsstelle ein. Der 26jährige feiert damit seine Premiere im Kickers-Trikot mit der Rückennummer 9 vor heimischen Publikum im GAZi-Stadion auf der Waldau.
Anstoß gegen den FC Erzgebirge Aue ist um 14 Uhr, Stadionöffnung um 12.45 Uhr.

Offizielle Homepage

Vorberichte Stuttgarter Kickers – FC Erzgebirge Aue

Smeekes, der Odonkor von Degerloch
Ein Holländer bei den Blauen

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers empfangen morgen (14 Uhr) zum wichtigen Kellerduell der dritten Liga Erzgebirge Aue. Spielt der Neuzugang Orlando Smeekes? „Wir sind zuversichtlich, dass die Spielgenehmigung rechtzeitig vorliegt“, sagt der Manager Cast.

Von Joachim Klumpp

Der erste Eindruck kann manchmal täuschen. Wenn Orlando Smeekes in der Clubgaststätte sitzt, könnte er glatt als Double für David Odonkor durchgehen. Doch der Neuzugang der Stuttgarter Kickers sieht nicht nur optisch dem Nationalspieler ähnlich, der Niederländer soll auch ähnliche Qualitäten aufweisen. „Er ist schnell und trickreich“, sagt der Trainer Stefan Minkwitz, der den Spieler über eine DVD angeboten bekam und ihn daraufhin ins Probetraining bat. Test bestanden, hieß es nach zwei Tagen. Dennoch zog der 26-Jährige zunächst weiter, zu Brighton and Hove Albion, dritte Liga England. „Die hätten ihn genommen“, sagt sein Berater Chris Adedeji. Doch Smeekes wollte unbedingt nach Deutschland, genauer nach Degerloch. „Geld ist nicht alles“, sagt der Manager. Und der Spieler erklärt: „Die Leute hier sind freundlicher, dieser Eindruck ist wichtig, wenn man zu einem anderen Club geht.“

Ein Kompliment an die Schwaben also, die gemeinhin als zurückhaltend gelten. Das trifft auch auf Smeekes zu, ein netter Junge ohne Starallüren. Zuletzt spielte er im Mai für die Go Ahead Eagles in Deventer, in der zweiten Liga, danach stieß er zur Nationalmannschaft der niederländischen Antillen (von dort stammt sein Vater) und absolvierte noch Länderspiele gegen Haiti und Nicaragua in der WM-Qualifikation, mit zwei Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage. „Wir sind zwar ausgeschieden, aber das war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung“, sagt der Spieler, der im Sommer auch Angebote aus der holländischen Eredivisie hatte: von De Graafschap und Sparta Rotterdam. „Doch ich wollte unbedingt mal was Neues kennenlernen – und mit 26 ist der richtige Zeitpunkt gekommen“, sagt Smeekes, dessen Berater zunächst in der Bundesliga angeklopft hatte. Ohne Erfolg: „Denen war das Risiko zu groß, deshalb haben wir es dann ein, zwei Klassen tiefer versucht.“

Nach und nach hat man sich bei den finanziellen Vorstellungen angenähert, so dass der Manager Joachim Cast betont: „Er passt jedenfalls in unser Gehaltsgefüge.“ Und sportlich? Smeekes gilt als Flügelflitzer, der sich im traditionellen 4-4-3 der Holländer links und rechts wohlfühlt, was auch zum derzeit favorisierten 4-2-3-1-System der Kickers passen würde. In 28 Spielen hat er in der vergangenen Saison acht Tore erzielt und 17 vorbereitet. „Er ist kein Knipser“, sagt Cast, „aber er kann auch als Mittelstürmer spielen. Doch die Vergangenheit zählt jetzt sowieso nicht mehr.“ Sondern die Zukunft – und die heißt zunächst einmal Abstiegskampf. Ob er keine Angst hat, beim Tabellenletzten in ein Loch zu fallen? „Nein“, sagt Smeekes, „die Mannschaft hat ja nicht 0:5 oder 0:6 verloren, ich denke der Abstand zum Rest der Liga ist nicht so groß.“ Er gibt aber zu: „Von der Liga weiß ich nichts.“

Das soll sich ändern. Möglichst schon morgen (14 Uhr, Gazi-Stadion) gegen Erzgebirge Aue. Die Spielgenehmigung liegt zwar noch nicht vor, „aber ich bin optimistisch, dass es noch rechtzeitig klappt“, sagt Cast. Ob der Neuzugang dann von Beginn an aufläuft oder eingewechselt wird, „entscheidet der Trainer“ (Smeekes). Der hat sich noch nicht ganz festgelegt, sagt nur: „Man darf nach drei, vier Trainingseinheiten mit der Mannschaft nicht gleich Wunderdinge von ihm erwarten, aber er ist auf jeden Fall eine Verstärkung für uns – und zwar kurzfristig.“

Eine Wohnung im Stadtteil Schönberg hat er schon, und nach Hause ist es keine Weltreise. In Amsterdam brauche er nur fünf Minuten mit der Bahn zum Flughafen Schiphol, erzählt Smeekes, der den Kontakt zu den Eltern aber abgebrochen hat. Dafür steht er in ständigem (SMS-)Kontakt mit der Freundin Hinda Ferjani. „Ein hübsches Mädchen“, schwärmt der Manager. Sie ist momentan an einer Theaterschule. „Sie will Schauspielerin werden“, sagt Smeekes stolz. „Ich hoffe, dass sie am Samstag kommt.“ Da darf man gespannt sein, wer mehr Aufmerksamkeit erregt: der Spieler oder seine Freundin.

Stuttgarter Zeitung
Drei Punkte – sonst nichts
Die Kickers empfangen morgen Aue zum Kellerduell

Stuttgart (bw) – Not gegen Elend: Im Gazi-Stadion steigt morgen (14 Uhr) das Kellerduell der dritten Liga. Schlusslicht Stuttgarter Kickers tritt gegen den Vorletzten FC Erzgebirge Aue an. Beide Teams stecken mit gerade mal einem Punkt auf dem Konto tief in der Krise und haben dasselbe Ziel: einen Sieg. „Es zählen nur noch drei Punkte, mehr gibt es nicht zu sagen.“ – Kickers-Coach Stefan Minkwitz fasst sich dieser Tage betont kurz. Die endlosen Diskussionen über seine Zukunft auf der Trainerbank haben Spuren hinterlassen. Ein paar mehr Worte hat der 40-Jährige allerdings für Neuzugang Orlando Smeekes übrig. „Er wird dazu beitragen, dass wir aus der Misere rauskommen“, sagt der Coach über seinen Wunschspieler, will ihn aber nicht als „Heilsbringer“ verstanden wissen: „Wir können von ihm im ersten Spiel keine Wunderdinge erwarten.“ Ob der schussgewaltige Offensiv-Allrounder morgen von Anfang an spielt oder als „Geheimwaffe“ eingewechselt wird, ließ Minkwitz offen. Zumal den Kickers gestern noch nicht einmal die Spielgenehmigung für den Niederländer vorlag. Der 26-Jährige brennt jedenfalls schon auf seinen ersten Einsatz im Kickers-Trikot – gemäß seiner Devise: „Nach vorne und schnell.“ Indes hat sich das Lazarett bei den „Blauen“ gelichtet. Bis auf die angeschlagenen Jens Härter und Jörn Schmiedel sowie den Rot-gesperrten Angelo Vaccaro stehen alle Spieler wieder zur Verfügung.

So wollen sie spielen: Salz – Reiß, Mann, Rapp, Landeka – Rosen, Gambo – Smeekes, Kettemann, Traut – Schürg.

Eßlinger Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 13.09.2008 14:00
Stadion: Gazi-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter:

Stuttgarter Kickers: Vaccaro ist rotgesperrt. Härter (Nasenbeinbruch) und Janic (Metallplatte aus dem Kiefer entfernt) sowie Schmiedel (Muskelprobleme) fallen aus.

Erzgebirge Aue: Flauder könnte für den erkrankten Männel im Tor stehen. Curri ist wieder fit, wäre eine Alternative fürs zentrale Mittelfeld. Lukunku steht vor dem Debüt.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Salz – Reiß, Mann, Rapp, Landeka – Rosen, Gambo – Traut, Kettemann, Smeekes – Schürg; Trainer: Minkwitz

Erzgebirge Aue
Flauder – Klingbeil, Kos, T. Paulus, Fa. Müller – Cimen, Hochscheidt – Hensel, El Berkani, Feick – Lukunku; Trainer: Weber

Kicker

Audioservice zum Spiel:
Veilchen-Präsident Uwe Leonhardt: „Wir müssen uns von Spiel zu Spiel wieder nach oben arbeiten“
Trainer Rico Schmitt: „Das Signal und Ziel ist klar“

Auf der Homepage des FC Erzgebirge Aue.

St. Kickers: Stürmer Smeekes soll helfen

Rosen: „Kritik ist berechtigt“

Dass es für die Kickers eine schwierige Saison wird, hatte Kapitän Alexander Rosen schon vor dem Auftakt betont. „Aber dass wir so schwer in die Gänge kommen, damit hätte ich nicht gerechnet“, erklärt der 29-Jährige, der erst im Januar zu den Schwaben kam und sich rasant zum Führungsspieler entwickelt hatte. Nach fünf Spieltagen steht das Team nun immer noch auf dem letzten Tabellenplatz.

„Bis auf unseren Torwart Manuel Salz konnte niemand sein Potenzial abrufen“, erklärt Rosen – und nimmt sich dabei selbst nicht aus. Denn auch er selbst blieb bisher weit von seiner Form entfernt. „Ich habe mir einfach zu viele Gedanken darüber gemacht, was man tun kann, als mich auf meine Leistung zu fokussieren“, analysiert der Mittelfeldspieler. Zwar will er sich als Kapitän nicht automatisch zum Sündenbock machen lassen, „aber die Kritik, dass ich nicht gespielt habe, was ich kann, ist berechtigt“.

Zumindest hat der frühere Bundesliga-Kicker zuletzt gegen Regensburg den Torbann gebrochen und mit seinem ersten Treffer für die Stuttgarter überhaupt für den ersten Punkt gesorgt. „Das Tor hat mich zusätzlich motiviert. Ich bin auf dem Weg zurück“, strahlt er vor dem Kellerduell gegen Aue wieder Zuversicht aus. Helfen soll dabei Stürmer Orlando Smeekes (26, zuletzt vertragslos), der Holländer unterschrieb gerade einen Kontrakt bis 2009.

Beate Wockenfuss

Kicker

StN-Leserbriefe zur aktuellen Situation

Aufwachen, Kickers!
Zur Situation beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers:

Es bricht mir fast das Herz, wenn ich verfolgen muss, wie es mit den Blauen stetig abwärts geht. Nach dem Rauswurf des notorischen Querulanten Hans Kullen wurde leider nichts zur Verbesserung der Vereinssituation getan. Die Außenwirkung der Kickers ist katastrophal. Das Präsidium ist nun gefordert, seinen, wenn auch geringen, Fußballsachverstand einzusetzen. Es sollte die Chance ergreifen, einen klaren Schnitt zu machen und die sportliche Leitung auszutauschen. Zuallererst den nur durch Wehklagen auf sich aufmerksam machenden Manager Joachim Cast. Er trägt die Hauptschuld, dass die Spieler stets Ausreden haben und es nicht vorwärtsgeht. Die Kickers sind zwar in einer Profiliga, werden jedoch von Amateuren geführt – aufwachen!

Bernd Klingler, Stuttgart (per E-Mail)

Nachbarschaftshilfe vom VfB
Zum gleichen Thema:

Leider stehen die Kickers finanziell und sportlich kurz vor dem Aus. Gegenseitige Schuldzuweisungen würden die Lage nur verschlechtern. Es heißt jetzt für alle zusammenzustehen – unter dem Motto: Rettet die Kickers vor dem Untergang. Die Bevölkerung und Unternehmer sollten prüfen, wie viel sie den Kickers spenden können, um ihnen aus der Notlage herauszuhelfen. Einer der Hauptgründe für die Kickers-Nöte ist der Sponsoren- und Zuschauersog zum VfB, deshalb sollte gerade dieser Verein in der jetzigen Notlage Nachbarschaftshilfe leisten. So könnte doch der VfB in der Winterpause ein Benfizspiel zugunsten der Kickers austragen. Weiter sollte geprüft werden, ob nicht einige gute Spieler kostenlos an die Blauen ausgeliehen werden sollten, anstatt auf der Ersatzbank zu versauern. Was aber jetzt sofort notwendig ist, ist die Hilfe des zwölften Mannes, der Zuschauer. Ein volles Stadion und lautstarkes Anfeuern durch die Zuschauer würde die Leistung und Moral der Spieler beflügeln – vor allem am Samstag gegen Aue. Die Kickers müssen als Traditionsverein der Stadt Stuttgart erhalten bleiben, und dazu sollten alle mithelfen!

Oswald Reichert, Ammerbuch-Pfäffingen

Cast hat unfähige Spieler geholt
Ebenfalls zum Thema Kickers:

Wenn ein ein ehemaliger Spieler wie Demir Hotic sich anbietet,Türen zu öffnen, warum lässt man ihn dies nicht tun? Hat Marketingleiter Martin Kurzka Angst um seinen Job? Darin sehe ich das totale Desinteresse der Führung der Kickers. Was macht eigentlich Manager Joachim Cast den ganzen Tag? Er hat unfähige Spieler verpflichtet. Wieso müssen dies Spieler sein, die aus Reutlingen kommen, hat hier Ex-Präsident Hans Kullen durch seine Verbindungen mit Cast die Hände im Spiel? Die Kickers sollten sich von ihrem Manager trennen, dann ist auch Geld für Neuverpflichtungen da.

Heinz Heim, Stuttgart (per E-Mail)

StN: Smeekes brennt auf sein Debüt

Spielgenehmigung für Kickers-Neuzugang fehlt noch – Trainingsgast Kocholl

Stuttgart – Bei den ersten beiden Trainingseinheiten nach seiner Verpflichtung konnte Orlando Smeekes auf Anhieb überzeugen. Jetzt fiebert der Neuzugang des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers seinem Punktspieldebüt entgegen.

VON JÜRGEN FREY

Im Training war der 26-Jährige bereits obenauf. Beim Aufwärmspielchen ohne Ball am gestrigen Mittwochvormittag nahm Mitspieler Marcus Mann den neuen Mann Huckepack. Beim anschließenden Torschusstraining zeigte Smeekes einige Kostproben seiner enormen Schusskraft. „Er zieht knallhart ab, ist pfeilschnell und torgefährlich“, lobt Trainer Stefan Minkwitz. Doch der Coach weiß natürlich: Training und Spiel sind immer noch zwei Paar Stiefel. Deshalb warnt er davor, sofort Wunderdinge zu erwarten: „Ich will Orlando jetzt nicht gleich als den großen Heilsbringer verkaufen.“

Ob der Nationalspieler der niederländischen Antillen (vier Einsätze) gegen Erzgebirge Aue am Samstag (14 Uhr/Gazistadion) spielen kann, ist noch offen. Das Erteilen der Spielgenehmigung wird ein Wettlauf mit der Zeit. Smeekes hofft, dass es klappt: „Ich bin super aufgenommen worden und brenne darauf zu spielen.“ Ob das von Beginn an sein würde, ließ Minkwitz offen: „Wie gut er konditionell in Schuss ist, wird sich im Laufe der Woche zeigen.“

Noch ein neues Gesicht tummelte sich gestern im ADM-Sportpark. Der frühere VfB-Spieler Steffen Kocholl (25/zuletzt SSV Reutlingen, davor Preußen Münster) hält sich derzeit bei den Blauen fit. Ob der Linksverteidiger, der auch im Mittelfeld spielen kann, verpflichtet wird? „Derzeit denken wir darüber nicht nach“, sagte Minkwitz. Derzeit denkt er vor allem an eines: die Spielgenehmigung für Orlando Smeekes.

Stuttgarter Nachrichten