Robin Dutt: Trennung zum Saisonende

Nach dem heutigen Vormittagstraining hat Trainer Robin Dutt dem Verein mitgeteilt, dass er den Verein zum Ende der Saison Richtung 2.Bundesliga verlassen wird. Obwohl die Stuttgarter Kickers selbst an einer Weiterverpflichtung ihres Trainers stark interessiert waren, wünschen sie nun Robin Dutt für seine weitere Laufbahn alles Gute.
Präsident und Aufsichtsrat sind überzeugt, dass Robin Dutt bis zum Ende der Saison alles geben wird, um den Verein in der Regionalliga optimal zu platzieren. Der Verein dankt gleichzeitig dem Trainer, dass er in den letzten Jahren eine kontinuierliche Aufbauarbeit geleistet und den Namen der Stuttgarter Kickers auch bundesweit gut repräsentiert hat.
Die Stuttgarter Kickers selbst waren auf diese Situation vorbereitet und werden nun den Trainermarkt genau sondieren. Entsprechende Gespräche werden in den nächsten Tagen und Wochen geführt, um hinsichtlich der weiteren, sportlichen Kontinuität eine optimale Lösung zu finden. 

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Presse zu Stuttgarter Kickers II – Sonnenhof Großaspach (0:1)

Goldenes Tor fällt schon nach fünf Minuten
Mit einem überraschenden 1:0-Sieg bei den Stuttgarter Kickers II vergrößerte Fußball-Oberligist SG Großaspach sein Polster auf die Abstiegszone. Im Duell mit den kleinen Blauen sorgte Zlatko Blaskic frühzeitig für die Entscheidung. Vier Zähler trennen den Sonnenhof jetzt vom 1. FC Pforzheim, der als 16. derzeit in den sauren Apfel beißen müsste.

VON STEFFEN GRÜN

Zwei Szenen hatten Symbolcharakter. Nummer eins spielte sich in der 22. Minute ab. SG-Abwehrspieler Arthur Beck hatte den Ball vertändelt, weshalb Dominique Rodrigues alleine auf Torwart Tobias Röschl zumarschieren konnte. Im letzten Moment kam Dennis Grab angeflogen und grätschte dem verdutzten Gegenspieler den Ball vom Schlappen. Wie der Innenverteidiger in dieser Situation verhielten sich in fast allen Momenten auch seine Mitspieler. Sie halfen sich gegenseitig, gingen verbissen in die Zweikämpfe. Was passierte, falls die Aspacher mal nicht aufgepasst hatten, verdeutlichte die zweite Szene. In der Nachspielzeit hatte die SG einen Mann komplett aus den Augen verloren. Mustafa Akcay, der im Strafraum völlig unbedrängt schießen durfte. Er visierte das Leder an, um es einen Sekundenbruchteil später nicht richtig zu treffen. Der Ball ging weit vorbei.

Es war der Moment, in dem den Gästen der verdiente Sieg noch aus den Händen hätte gleiten können. In die Erfolgsspur abgebogen war Aspach schon nach fünf Minuten. Nach einem Freistoßpfiff, über den sich Kickers-Coach Björn Hinck nach dem Abpfiff mächtig aufregte, legte sich Blaskic den Ball zurecht. Er tat aus 18 Metern das, was als seine Stärke gilt: Er zirkelte das Leder über die Mauer in den linken Winkel. Keeper Manuel Salz sah zu, wie sich die Kugel den Weg bahnte

Backnanger Kreiszeitung

Presse zu SV Darmstadt 98 – Stuttgarter Kickers 1:3 (0:0)

Die richtige Antwort
 
Nach den Turbulenzen in der Führungsetage kehren die Kickers in die Erfolgsspur zurück
 
DARMSTADT. Das neue Präsidium der Stuttgarter Kickers hat Glück gebracht. Das wiederum hat die Mannschaft beim 3:1-Sieg in Darmstadt gebraucht.

Von Joachim Klumpp

Als die Stimmung auf der Bank der Stuttgarter Kickers vier Minuten vor Schluss der Partie in Darmstadt zu ausgelassen wurde, weil die Ersatzspieler sich ein paar Späßchen erlaubten, wiesen Manager Cast und Trainer Dutt sie umgehend zurecht. Dabei hatte die Mannschaft allen Grund, fröhlich zu sein. Schließlich hatte sie einen 0:1-Rückstand innerhalb von nur zehn Minuten in einen etwas glücklichen 3:1-Sieg verwandelt.

„Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben“, sagte der Manager Joachim Cast – und sprach die Turbulenzen der vergangenen Woche an, auch wenn er hinzufügte: „Solche Dinge berühren die Spieler gar nicht so.“ Gemeint war der Führungswechsel im Präsidium, das am Samstag in der Besetzung Eichelbaum, Kelsch und Kummer komplett vor Ort gewesen ist. Die Fahrt wurde von den drei Funktionären im Übrigen dazu genutzt, vor Anpfiff in einer zweistündigen Klausur die drängendsten Fragen, zum Beispiel nach einem Marketingmann, zu diskutieren.

Gelohnt hat sich der Ausflug allemal. Der neue Präsident Dirk Eichelbaum sagte: „Der Sieg war ganz wichtig, um überhaupt keine Diskussionen über eine mögliche Verunsicherung der Mannschaft aufkommen zu lassen.“ Wobei die in weiten Phasen vor allem in der Abwehr eklatante Schwächen verriet. Dutt gab zu: „Wir hatten Glück, mit einem 0:0 in die Pause zu gehen.“ Und einem vorzüglichen Torwart David Yelldell dazu.

Dass die Elf dann nochmals ins Spiel zurückfand, war auf zwei Dinge zurückzuführen: die Einstellung – und die Aufstellung. Letztendlich hat alles gestimmt. Marco Tucci kam, sah und traf: „Ich fackle eben nicht lange“, sagte der 21-Jährige, der in seinem vierten (Kurz-)Einsatz in dieser Regionalligasaison bereits zum zweiten Mal seinen Torriecher demonstrierte. Der hat dem Sturmpartner Bastian Bischoff bisher gefehlt, doch beim Führungstreffer bewies er Übersicht, als er sah, dass Darmstadts Torwart ausgerutscht war. Der 22-Jährige sagte: „Natürlich verstehe ich mich mit Marco Tucci gut, wir kennen uns schließlich aus der Oberliga. Aber das nächste Mal treffen die anderen.“

Angelo Vaccaro etwa, der ausgewechselt wurde – oder Sean Dundee, der nicht mal eingewechselt wurde? Zunächst aus taktischen Gründen, weil Dutt gegen die etwas hüftsteife Innenverteidigung der Hessen einen laufstarken Spieler wie Bischoff vorzog; und nach dem Rückstand einen beweglichen wie Tucci. Das Schöne daran – Dundee nimmt seine Rolle klaglos hin: „Ich habe kein Problem damit, der Trainer hat mir das bereits am Donnerstag erklärt“, so der gebürtige Südafrikaner. Und der Trainer sagte: „Sean ist für diese Mannschaft Gold wert.“ Als Motivator, als Vorbild. „Ohne ihn würden die anderen nicht diese Leistung abrufen, weil sie gewissermaßen einen Stammplatz geschenkt bekämen.“ Davon kann jetzt nicht mehr die Rede sein, schließlich lauert in Sokol Kacani (23) noch ein dritter Oberligastürmer auf seine Chance. Manager Cast: „Wir haben ja immer gesagt, dass das Spieler sind, die sich jetzt bewähren können.“

Das tat auch ein alter Bekannter: Mustafa Parmak: „Ich war schockiert, als ich vor dem Spiel die Aufstellung gelesen habe.“ Sechs Wochen war er verletzt, hatte erst seit Mittwoch mit der Mannschaft trainiert und sollte dann spielen, so lange die Kraft reicht: erst zentral, später rechts, am Ende die kompletten 90 Minuten, in denen er ein Tor vorbereitete, das letzte selbst markierte und zudem mit einem Freistoß noch die Latte traf.

„Die Mannschaft ist jetzt dafür belohnt worden, wie sie die letzten acht Wochen geackert hat“, sagte Dutt. Dass nebenbei Hoffenheim beim KSC verlor, interessierte ihn zumindest offiziell nicht. „Wenn man gewinnt, schaut man nicht auf die Tabelle.“ Höchstens in den Fernseher. Vor der Heimfahrt war der Busfahrer extra angewiesen worden, Hessen 3 zu empfangen, um dort die Aufzeichnung vom Spiel zu verfolgen. So einen Sieg kann man nicht oft genug sehen.

Kickers: Yelldell – Sökler, Yildiz, Härter, Stierle – Benda (46. Steinle), Hartmann, Parmak, Weller (80. Kanitz) – Vaccaro (69. Tucci), Bischoff.

Tore: 1:0 Leitl (49.), 1:1 Tucci (75.), 1:2 Bischoff (79.), 1:3 Parmak (85.).

Stuttgarter Zeitung

Junge Kickers-Elf mit längerem Atem
 
Dundee 90 Minuten Ersatz
 
Stuttgart – Einträchtig saßen sie nebeneinander. Dirk Eichelbaum, der neue Chef der Stuttgarter Kickers, sowie seine Präsidiumskollegen Walter Kelsch und Friedrich Kummer durchlebten auf der Tribüne des Böllenfalltors ein Wechselbad der Gefühle: „Die ersten 55 Minuten waren ganz furchtbar anzuschauen, dann wachte die Mannschaft auf und hat großen Sport gezeigt“, sagte Eichelbaum nach dem 3:1(0:0)-Sieg der Blauen beim SV Darmstadt 98.

VON JÜRGEN FREY

Es war ein Erfolg der Jugend über ein Team, in dem sechs Feldspieler über 30 Jahre alt waren. „In der Schlussviertelstunde konnten die Darmstadter unsere konditionsstarken Jungs nicht mehr halten“, stellte Eichelbaum erfreut fest. Das drückte sich in Toren aus: Joker Marco Tucci (21 Jahre) gelang der Ausgleich, Bastian Bischoff (22) traf zum 2:1, für die Entscheidung sorgte Mustafa Parmak (24). Am Ende hatte Trainer Robin Dutt alles richtig gemacht. Vor allem bei der Aufstellung. Die auffälligste Änderung: Erstmals drückte Sean Dundee nur die Bank. Als Fehleinkauf sieht Dutt den 34-Jährigen allerdings nicht: „Wenn er körperlich besser drauf ist, wird seine Zeit kommen“, glaubt Dutt. Außerdem bringe Dundee andere Qualitäten ein: „Er ist wie ein zusätzlicher Co-Trainer. Er spricht mit den Jungen und stachelt durch seine Präsenz den Konkurrenzkampf an.“ Der Trainer zieht einen Vergleich mit der ebenfalls umstrittenen Verpflichtung von Carsten Lakies im Februar 2004. Der Stürmer hatte in neun Spielen keinen einzigen Treffer für die Blauen erzielt. „Doch ohne seine Anwesenheit hätte Suad Rahmanovic damals nie eine solch hervorragende Rückrunde gespielt“, versichert Dutt. Was natürlich nicht vergessen werden darf: Dundee ist ein ziemlich teurer Motivationsgeber. „Ich muss jetzt ein Durchatmen verhindern“, sagte Dutt nach dem Sieg in Darmstadt. Dundee darf sich nicht angesprochen fühlen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers feiern Auswärtssieg  

Darmstadt (bw) – Anscheinend unbeeindruckt von den Turbulenzen an der Vereinsspitze haben die Fußballer von Regionalligist Stuttgarter Kickers ihren ersten Sieg in diesem Jahr gefeiert. Beim SV Darmstadt 98 gewann die Mannschaft von Trainer Robin Dutt mit 3:1 (0:0) – und verkürzte durch die Niederlage der TSG Hoffenheim den Abstand zu den Aufstiegsplätzen auf sechs Punkte. „Natürlich bin ich froh über den Sieg, aber das ist kein Grund, jetzt durchzuatmen“, meint Dutt und blickt bereits auf das Heimspiel am Samstag gegen Pfullendorf: „Nun gilt es, diese Leistung zu Hause zu bestätigen.“ Erst mit einem starken Endspurt schafften es die Kickers, bei den abstiegsgefährdeten Hessen drei Punkte zu entführen. Dutt hatte das Team auf einigen Positionen umgestellt. Auf der rechten Abwehrseite spielte Sven Sökler für Moritz Steinle, für den kranken Bashiru Gambo lief Mustafa Parmak hinter den Spitzen auf. Im Sturm kam Bastian Bischoff für Sean Dundee zum Einsatz. In der ersten Hälfte hatten die Gäste nach einer guten Anfangsphase schnell den Faden verloren. Nach einer Viertelstunde nahmen die Gastgeber das Heft in die Hand und gingen durch Stefan Leitl in der 50. Minute verdient in Führung. Doch dann legten die Stuttgarter einen Gang zu und schafften es, binnen zehn Minuten das Spiel zu drehen. Zunächst verwertete der erst wenige Minuten zuvor eingewechselte Marco Tucci aus kurzer Distanz einen Querpass zum Ausgleich (75.). Bischoff erhöhte aus 20 Metern auf 2:1 (79.) und Parmak setzte mit dem Treffer zum 3:1 (85.) den Schlusspunkt.

Yelldell – Sökler, Yildiz, Härter, Stierle – Hartmann – Benda (46. Steinle), Parmak, Weller (81. Kanitz) – Vaccaro (69. Tucci), Bischoff.

Eßlinger Zeitung

Tuccis 1:1 stellt alles auf den Kopf
Es war ein seltsames Spiel. Mit einem – selbst für den Sieger – unfassbaren Ende. Darmstadt, beseelt durch die Rückkehr von Leitl und Mendez, dominierte die erste Hälfte.

Doch genau die beiden vergaben auch beste Chancen. Als Leitl nach Pass von Mendez dann doch die Führung erzielte, schien der Weg frei. Erst danach begannen sich die Kickers zu wehren. Tuccis 1:1 nach einem Stellungsfehler auf der rechten Darmstädter Abwehrseite fiel dennoch unvermittelt. Danach brach der SV 98 völlig zusammen.

Uli Mosberger

Kicker

Niederlage gegen Großaspach

Die Oberliga-Mannschaft der Kickers unterlag heute gegen Sonnenhof Großaspach mit 0:1. Vor 100 Zuschauern erzielte Zlatko Blaskic bereits nach fünf Minuten den Siegtreffer für die abstiegsbedrohte Team von Ex-Kickersspieler Alexander Malchow.

In der Tabelle stehen die Blauen weiter auf dem achten Tabellenplatz und haben mit 30 Punkten elf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Die Kickers spielten mit:
Salz; Accardi, Baradel, Lukic, Kovac; Kärcher (82. Ivanusa), Akcay, Simsek, Rodrigues (79. Fleuchaus); Tucci, Kacani

U17 startet mit Sieg

VfL Kirchheim – SV Stuttgarter Kickers 0:3 (0:0)

Tore:
0:1 Simon Brandstetter (Schuss ins lange Eck nach Pass Luigi Lanzano) 50.
0:2 Daniel Kaiser (Traumtor! Schuss in den Winkel, Pass Ali Pala) 66.
0:3 Alen Lehecka (Kontertor, Vorarbeit von Simon Brandstetter und Luigi Lanzano) 72.

Aufstellung:
Eiberle, Hertel (60. Abruscia), Ujupaj, Sifayin, Leutenecker, Kühnert, Auracher (60. Simic), Pala, Kaiser (70. Lehecka), Lanzano, Celiktas (49. Brandstetter).
Trainer: Christian Isert / Uli Busch

Bericht:
Im ersten Punktspielauftritt im Jahr 2007 konnte die U17 gleich wieder überzeugen und das schwere Auswärtsspiel in Kirchheim/Teck mit 3:0 gewinnen. Gegen kämpferische starke Gastgeber konnte man das Spiel im 2. Durchgang mit drei schönen Toren entscheiden.

Zu Beginn des Spieles versuchten die Gastgeber den Tabellenführer aus Degerloch früh zu stören und die Angriffe schnell zu unterbinden. Anfangs gelang dies auch gut, ohne, dass sich die Kirchheimer Chancen erspielen konnten. Nach 15 Minuten bekam der Nachwuchs der Blauen das Spiel besser in den Griff und konnte sich auch Torchancen herausspielen. Doch im Abschluss fehlte noch die letzte Konzentration. Luigi Lanzano verzog alleine vor dem Torwart, wenig später rutsche Philip Kühnert knapp an einer Kaiser-Flanke vorbei. Dann rechneten alle mit einem Elfmeterpfiff – doch der blieb aus! Der Torwart der Gastgeber faustete – ohne den Ball zu treffen – dem Kickers-Spieler Lanzano ins Gesicht! Ohne Folgen!
Wenig später pfiff der unsichere (allerdings ohne eine Mannschaft zu benachteiligen) Schiedsrichter zur Halbzeit.

Nach dem Wechsel merkte man den Kickers-Spielern dann an, dass sie nun alle drei Punkte mitnehmen wollten. Und in der 50. Minute war es dann soweit: der eingewechselte Simon Brandstetter tauchte nach einem Pass von Luigi Lanzano alleine vor dem Torwart auf und vollstreckte eiskalt!
Angriff um Angriff rollte nun auf das Kirchheimer Tor – leider öfter durch einen Abseitspfiff unterbrochen. Einen Konter krönte dann Daniel Kaiser mit einem Traumtor in den Winkel zum 2:0 – Ali Pala hatte ihn schön auf der linken Seite in Szene gesetzt. Das Spiel war entschieden und nun wurde die Defensive der Kickers leichtsinnig. Einen schönen Freistoss konnte Torwart Dennis Eiberle aber aus den Winkel fischen.
Wenig später dann ein sehr schön gespielter Konter über die rechte Seite – über Simon Brandstetter und den sehr agilen Luigi Lanzano kam der Ball zu Alen Lehecka und dieser schloss zum 3:0 ab.
Aufregung kurz vor Spielende: nach einem Stellungsfehler kam ein Kirchheimer Spieler zu Fall und es gab einen Foulelfmeter. Mit einer starken Parade konnte Dennis Eiberle seinen Kasten aber sauber halten.

Ein starker Auftritt des Tabellenführers – Woche für Woche gilt es nun, den Vorsprung zu halten und die Siegesserie fortzuführen.

Die Kickers sind damit weiterhin Tabellenführer (siehe Fußball.de)

Kickers-Juniorenteam

SV Darmstadt 98 – Kickers 1:3 (0:0)

Es sah heute lange so aus, als ob die Hessen die drei Punkte am Böllenfalltor behalten könnten. Doch die Kickers gaben nach dem Rückstand durch Darmstadts Leitl (50.) nie auf und kämpften sich zurück ins Spiel. Mit einem Doppelschlag in der letzten Viertelstunde durch Marco Tucci (75.) und Bastian Bischoff (78.) drehten die Blauen schließlich die Partie. Mustafa Parmak setzte mit einem tollen Solo zum 3:1 den Schlußpunkt (85.).

Zur Aufstellung:

Kickers-Trainer Robin Dutt stellte sein Team heute auf einigen Positionen um: Auf der rechten Abwehrseite spielte Sven Sökler für Moritz Steinle, für den kranken Bashiru Gambo lief Mustafa Parmak hinter den Spitzen auf. Vorne im Sturm stand heute Bastian Bischoff für Sean Dundee in der Anfangself.
Die Kickers-Aufstellung im Überblick: David Yelldell im Tor, die Abwehrreihe mit Sven Sökler, Recep Yildiz, Jens Härter und Oliver Stierle. Im Mittelfeld zentral Manuel Hartmann, auf dem linken Flügel Thomas Weller, rechts Sascha Benda und zentral offensiv Mustafa Parmak, im Sturm Angelo Vaccaro und Bastian Bischoff.

Zum Spielverlauf:
Die Kickers begannen die Partie sehr druckvoll und störten die Darmstädter durch ihr Pressing sehr früh, doch bis auf ein paar Distanzschüsse wurden keine nenneswerten Chancen herausgespielt. Nach der temporeichen Anfangsphase übernahm aber der SVD mehr und mehr das Kommando und hatte auch etwas mehr Spielanteile. Die Kickers bleiben durch ihr schnelles Umschalten aber immer wieder gefährlich. Die größe Chance in der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber, als Leitl alleine vor David Yelldell auftauchte, doch an seinem Heber war der Kickers-Torwart mit den Fingerspitzen noch dran (45.). Mit dem Pausenpfiff schoss Beigang den bereits am Boden liegenden Kickers-Keeper David Yelldell an, anstatt das Tor zu erzielen. So wurden die Seiten ohne Torerfolg gewechselt.

Die zweite Hälfte begann denkbar schlecht die Blauen: Ein langer Ball von Mendez in den Strafraum, wo Leitl das Leder aus spitzem Winkel direkt abnahm und Kickers-Keeper David Yelldell keine Chance ließ. Das 1:0 für die Lilien in der 51. Minute. Der Gegentreffer weckte das Team von Trainer Robin Dutt aber auf: Die Blauen machten nun wieder mehr Druck und es entwickelte sich ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Mit der Einwechslung von Marco Tucci bewies Robin Dutt einen guten Riecher: Nur 6 Minuten war der Kickers-Stürmer auf dem Platz, als er goldrichtig stand und aus kurzer Distanz einen Querpass zum 1:1 Ausgleich verwertete (75.). Die Kickers legten nach: Nach einem Fehler in der Darmstädter Abwehr nutzt Bastian Bischoff die Gunst der Stunde und traf mit deinem Schuss aus 20 Metern. Fünf Minuten vor Spielende entschied Mustafa Parmak die Partie mit seinem Treffer zum 3:1: Er schloss sein tolles Solo, als er zwei Gegenspieler stehen ließ, mit einem trockenen Schuss ab (85.).

Die Spielstatistik

SV Darmstadt 98: Bastian Becker – Christian Remmers (78. Adrian Mahr), Achim Pfuderer (80. Manuel Do Vale), Echendu Adiele, Richard Hasa – Zivojin Juskic, Marcus Mann, Stefan Leitl, Alberto Mendez, Sebastiao De Veiga – Nico Beigang – Trainer: Gerhard Kleppinger
Kickers: David Yelldell – Sven Sökler, Recep Yildiz, Jens Härter, Oliver Stierle – Manuel Hartmann, Sascha Benda (46. Moritz Steinle), Thomas Weller (80. Nico Kanitz), Mustafa Parmak – Angelo Vaccaro (69. Marco Tucci), Bastian Bischoff – Trainer: Robin Dutt

Zuschauer:
3100 Fans im Stadion Böllenfalltor

Torfolge:
1:0 Stefan Leitl (50.)
1:1 Marco Tucci (75.)
1:2 Bastian Bischoff (78.)
1:3 Mustafa Parmak (85.)

Schiedsrichter:
Roland Greth
Verwarnungen:
gelbe Karten: Beigang, Do Vale – Weller, Bischoff

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Vorberichte: Sonnenhof Großaspach – Stuttgarter Kickers II

Für etwas Zählbares ist eine Steigerung nötig
 
Im Prinzip ist es egal, wie der Sieg gegen das Schlusslicht aus Bonlanden zustande kam. Für Fußball-Oberligist Großaspach zählte nach dem 0:4 in Villingen nur, nicht noch tiefer in den Sumpf gezogen zu werden. Um am Sonntag um 15 Uhr beim Tabellensiebten Stuttgarter Kickers II etwas Zählbares erobern zu können, ist jedoch zweifelsohne eine Steigerung notwendig.

VON STEFFEN GRÜN

Nach dem Debakel in Villingen im ersten Spiel nach der Winterpause hatte es im Lager des Oberligisten aus dem Fautenhau mächtig rumort. Mit Andreas Ferber, Maurizio Gaudino, Erwin Weitbrecht und Josef Kiefer wurde ein neues Quartett installiert, das im sportlichen Bereich die Weichen für die Zukunft stellen soll. Mit Heiko Weber trat derweil der bisherige Sportkoordinator zurück. Die Vorgänge hätten die Konzentration auf die Partie gegen Bonlanden erschwert, bemängelte Alexander Malchow (wir berichteten). Nach dem 3:1 hielt der Trainer zufrieden fest: „Die Mannschaft hat diesem Druck standgehalten.“

Ihm sind die Mängel dennoch nicht entgangen. Sein Hauptkritikpunkt: Nachdem das Defensivverhalten in der ersten Halbzeit gut gewesen sei, habe sich das Team nach dem Seitenwechsel zu weit fallen lassen. „So macht man jeden Gegner stark“, ärgert sich Malchow. Konsequenz: Aspach kassierte das 1:2. Erst nach dem Anschlusstreffer fing sich die SG wieder und schaukelte den wichtigen Sieg letztendlich nach Hause. Das entscheidende Tor fiel aber erst in der 90. Minute. Vorausgegangen war eine Zitterpartie, die sich die Hausherren selbst zuzuschreiben hatten. Der Ex-Profi auf der Trainerbank erinnert sich mit Grausen an die Konterchancen, die sein Team vorher versiebt hatte.

Es ist gut gegangen. Durch den Sieg kletterte die SG auf Platz 14, der mit großer Wahrscheinlichkeit zum Verbleib in der Oberliga ausreichen würde. Ausruhen ist aber keinesfalls angesagt. Bestenfalls legt Aspach schon am Sonntag nach, wenn die Partie bei der Regionalligareserve der Kickers ansteht. Übrigens nicht auf der Bezirkssportanlage in Degerloch, sondern auf der Festwiese in Bad Cannstatt (dem DaimlerStadion gegenüber): Die übliche Heimstätte der kleinen Blauen wird saniert. Der Ort des Geschehens ist für die Taktik, die SG-Coach Malchow ausgeben will, egal. Er plant, den Spielraum der Gastgeber einzuengen. „Wir wollen denen nicht die Räume für Konter geben“, kündigt der 37-Jährige an. Zumal mit Sokol Kacani (10 Saisontore), Marco Tucci (8) und Bastian Bischoff (3) brandgefährliche Stürmer zum KickersKader zählen. Vorsichtig zu sein, heißt jedoch nicht, dass sich die Gäste destruktiv verhalten möchten. „Nach den Ballgewinnen wollen wir schon agieren“, präzisiert Malchow seine Vorstellungen.

Was die erste Elf angeht, denkt der Sonnenhof-Trainer nur über wenige Wechsel nach. „Es gibt keinen großen Anlass für Veränderungen“, sagt der Ex-Profi, der für den Club aus Degerloch viele Zweit- und Drittligaspiele bestritten hat. Lediglich in der Innenverteidigung zeichnet sich etwas ab: „Benjamin Weller ist eine echte Alternative“, verrät Malchow. Der junge Kicker, der wegen eines Wadenbeinbruchs die erste Saisonhälfte komplett verpasste, könnte Benny Dihl an der Seite von Dennis Grab ablösen. Im Mittelfeld hält der SG-Trainer an der Doppel-Sechs fest, zu der auf jeden Fall erneut Fabian Aupperle zählt. Im Angriff bleiben Nicola Spina und Srdan Stevanovic erste Wahl. Ohnehin gibt es nicht viele Möglichkeiten, das Team umzustellen. Mit Cesar MBoma (Innenbandanriss im Knie/vier bis sechs Wochen) und Muhammet Desteki (Bänderriss im Sprunggelenknoch etwa zwei Wochen) fallen beispielsweise zwei Zugänge aus. Tobias Fichter hat sich erneut einen Nasenbeinbruch zugezogen und wird mit einer Spezialmaske auf der Ersatzbank sitzen. Er steht aber parat, wie Malchow betont: „Er ist ein harter Hund.“ Für Giuseppe Greco sind 90 Minuten noch nicht drin. Mohamed Abou Shoura ist vorerst weiterhin kein Thema.

Backnanger Kreiszeitung

SZ/BZ: Degerlochs Höhen und Tiefen

Fußball: Der ehemalige Geschäftsführer der Stuttgarter Kickers, Kahraman Erdin aus Dagersheim, zum Rücktritt von Hans Kullen

Von unserem Redakteur Steffen Müller

Auf der einen Seite des Neckars herrscht fußballerisch eitel Sonnenschein, während es auf Degerlochs Höhen hinter den Kulissen wieder einmal ordentlich kracht. Nach dem nicht ganz freiwilligen Abschied von Kickers-Präsident Hans Kullen, tritt jetzt Dirk Eichelbaum dessen Nachfolge an. 
  
Der Dagersheimer Kahraman Erdin war zwei Jahre Geschäftsführer der Stuttgarter Kickers, ehe er bei Gazi, dem Hauptsponsor der Blauen, die Leitung des Bereichs PR und Sportmarketing übernahm.

Ob nach Kullens Abschied bei den Kickers jetzt alles besser wird, will Erdin erst einmal abwarten. Hans Kullen wurde vom Aufsichtsrat das Misstrauen ausgesprochen. Am Dienstag trat der Präsident zurück (die SZ/BZ berichtete im überregionalen Sportteil): „Es wird alles davon abhängen ob das neue Präsidium und der neue Aufsichtsrat erfolgversprechende Konzepte in der Schublade haben“, sagt Erdin. Dem geschassten Kullen wurde von Aufsichtratschef Mauch vorgeworfen, eben diese Konzepte nicht zu haben. Allerdings dürften auch zahlreiche Kommunikationsprobleme zwischen dem streitbaren Kullen und den Mitgliedern des Aufsichtsrats zum Fall des Präsidenten geführt haben.

„Von Personen unabhängig“

Auch das Verhältnis von Gazi-Chef Dr. Eduardo Garcia und seinem Sportmarketing-Chef Erdin zu Kullen war nicht das beste. Einen Zusammenhang zwischen den Meinungsverschiedenheiten zwischen Hans Kullen und Eduardo Garcia mit dem Rücktritt des Präsidenten sieht Erdin indes nicht: „Unser Engagement bei den Kickers ist von Personen unabhängig. Es geht um den Verein und nicht um persönliche Eitelkeiten.“

Dennoch wird darüber spekuliert, dass der Hauptsponsor sein Engagement bei den Kickers nach dem Abschied von Kullen erhöhen könnte: „Das ist momentan kein Thema. Bis zum 31. März werden wir prüfen, ob wir unser Engagement bei den Kickers auch in Zukunft fortsetzen. In diesem Zusammenhang werden wir natürlich auch die Planungen im Verein betrachten. Es sieht derzeit nicht danach aus, dass wir einen Rückzug in Erwägung ziehen“, sagt Erdin, „auf der anderen Seite stehen größere finanzielle Zuwendungen momentan aber auch nicht auf der Tagesordnung.“

Ein Rückzug von Gazi würde die Kickers in eine tiefe finanzielle Krise stürzen: „Wir haben natürlich eine gewisse Verantwortung für die Kickers und werden sie auch nicht hops gehen lassen. Dr. Garcia ist ein echter Degerlocher und eng mit diesem Verein verwurzelt. Ihm liegen die Kickers am Herzen. Mir geht es da genauso. Obwohl mir das Aus als Geschäftsführer damals weh tat, stehe ich auch in meiner jetzigen Funktion voll hinter den Blauen.“

Erdin wurde vor drei Jahren nicht zuletzt wegen Problemen mit Kullen entlassen: „Das Thema ist für mich schon lange abgehakt. Ich habe weder etwas für noch gegen Hans Kullen“, sagt der Dagersheimer, der als Fußballer unter anderem für Tennis Borussia Berlin, den VfB Stuttgart, den VfB Oldenburg und den FC Marbach aktiv war.

Ruhe im Umfeld ist wichtig

Bereits in der sechsten Saison unterstützt die Stuttgarter Firma Garmo mit ihrer Marke Gazi die Kickers. Allein durch den Kauf der Namensrechte am Waldau-Stadion fließen jährlich 100 000 Euro an den Verein: „Das Stadion gehört ja der Stadt, aber wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Kickers das Geld bekommen“, sagt Erdin. „Darüber hinaus sind wir als Hauptsponsor bei den Kickers aktiv, unterstützen sowohl die erste Mannschaft sowie auch und vor allem die Nachwuchsarbeit des Vereins. Wir engagieren uns weit über die vertraglich festgeschriebenen Sponsorengelder hinaus.“

Für die Zukunft wünscht sich Erdin vor allem eins: „Bei den Kickers muss im Umfeld endlich Ruhe einkehren. Dieser Traditionsverein muss mit sportlichen Erfolgen auf sich aufmerksam machen. Da wäre auch uns als Sponsor daran gelegen. So ein Engagement lohnt sich nämlich langfristig nur auf nationaler Ebene“, sagt Erdin, der aber betont: „Die Kickers sind für uns viel mehr als ein Verein, bei dem wir als Sponsor agieren. Wenn wir beispielsweise den FC St. Pauli oder Fortuna Düsseldorf unterstützen würden, hätte das für uns möglicherweise kurzfristig einen größeren Marketing-Effekt. Mit diesen Vereinen haben wir aber nichts zu tun. Gazi ist eine Stuttgarter Firma und die Kickers sind der Verein, der uns am Herzen liegt. Deshalb setzen wir auch auf die Blauen.“

Am liebsten wäre Erdin ein baldiger Aufstieg der Kickers in die zweite Liga: „Die zweite Bundesliga wäre optimal. Dieses Jahr dachten wir, es könnte klappen – gerade nach dem guten Start. Jetzt gehen aber so starke Spieler wie Okpala, Mesic und vielleicht auch Trainer Robin Dutt. Die Aufstiegsplätze sind so gut wie unerreichbar. Die Kickers brauchen jetzt endlich mehr Konstanz um kommende Saison das Minimalziel zu erreichen: Die Qualifikation für die neue dritte Profiliga.“

Auf den neuen Kickerspräsidenten Dirk Eichelbaum kommt also viel Arbeit zu. Mehr Rückendeckung als sein Vorgänger dürfte der gebürtige Calwer, der früher für die Sportfreunde Gechingen gegen den Ball trat, zumindest haben. 

Sindelfinger Zeitung