Vorberichte SV Darmstadt 98 – Stuttgarter Kickers

Fußball-Regionalliga, 23. Spieltag
Personalsorgen bei den Kickers

[…]

Auf eine ähnliche Moral baut auch Robin Dutt, der morgen (14.30 Uhr) mit den Stuttgarter Kickers in Darmstadt antritt. „Unsere Aufstiegschancen sind nur noch theoretisch“, sagt der Trainer: „Aber wir wollen beweisen, dass wir nach oben gehören.“ In Darmstadt muss der Trainer auf Bashiru Gambo (Grippe) und Laszlo Kanyuk (Knieprobleme) verzichten. Auch Mustafa Parmak und Mustafa Akcay sind noch nicht fit. „Es wird schwer, die Ausfälle zu kompensieren“, sagt Dutt, der bis Ende März erklären will, ob er die Kickers verlässt. Mit dem neuen Präsidenten Dirk Eichelbaum hat sich der Trainer schon ausgetauscht: „Durch den Führungswechsel hat sich für mich nichts geändert“, sagt Dutt.

[…]

Stuttgarter Zeitung

Spielinfos:

Anstoß: 10.03.2007 14:30
Stadion: Stadion am Böllenfalltor

Schiedsrichter:

SV Darmstadt 98: Kapitän Leitl kehrt nach Gelb-Rot zurück, dafür ist jetzt Endres gesperrt. So ist erneut Co-Trainer Hasa (37) als Allrounder die erste Alternative.

Stuttgarter Kickers: Für Gambo (Grippe) könnte Kanyuk kommen. Parmak (Achillessehne) fehlt weiter, auch für Akcay (Muskelfaserriss) reicht es noch nicht.

Aufstellung

SV Darmstadt 98
S. Schmitt – Remmers, Pfuderer, Mavraj, Hasa – Hanke, Juskic – Leitl, Mendez, Sebastiao – Beigang; Trainer: Kleppinger

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Stierle – M. Hartmann – Benda, Gambo, Weller – Vaccaro, Dundee; Trainer: Dutt

Kicker

Im dritten Versuch der erste Sieg?

Der Druck auf den SV Darmstadt 98 wächst. Nach dem verkorksten Start in die zweite Saisonhälfte der Fußball-Regionalliga Süd mit nur einem Punkt aus zwei Spielen müssen die Darmstädter endlich in die Gänge kommen – sonst wird es nichts mit dem Klassenerhalt. Leicht wird es am Samstag allerdings nicht: Mit den Stuttgarter Kickers kommt eine der Spitzenmannschaften der Dritten Liga ans Böllenfalltor (14.30 Uhr).

Die Schwaben, die zu Saisonbeginn die Tabelle anführten, sind mittlerweile auf Platz vier zurückgefallen. Der angestrebte Aufstieg ist abgehakt, der Verein in eine Krise gestürzt. Am Dienstag trat Präsident Hans Kullen zurück, der bisherige Schatzmeister Dirk Eichelbaum trat die Nachfolge an. Schwer einzuschätzen, ob das an der Stuttgarter Mannschaft spurlos vorbei gegangen ist.

An das Hinspiel haben die Darmstädter schlechte Erinnerungen. Obwohl sie am sechsten Spieltag ihre bis dahin beste Saisonleistung geboten hatten, verließen sie das Degerloch mit einer 0:3-Niederlage. Ausschlaggebend war im September ein überflüssiger Platzverweis von Alberto Mendez. Und über Platzverweise wurde auch in dieser Woche am Böllenfalltor gesprochen. Denn sowohl beim 2:2 vor zwei Wochen gegen Reutlingen (Stefan Leitl) als auch vergangenen Samstag beim 1:3 in Pirmasens (Peter Endres) kassierte der SV 98 vermeidbare Gelb-Rote Karten. „Da müssen wir uns cleverer verhalten. Solch dumme Aktionen wie die von Endres in Pirmasens dürfen nicht passieren“, fordert Trainer Gerhard Kleppinger.

Grund zur Panik sieht der Fußballlehrer nicht. „Solche Patzer wie in Pirmasens machen wir nicht noch einmal“, ist er überzeugt, dass die Abwehr wieder zu alter Stärke zurückfindet. „Wichtig ist, dass wir hinten sicher stehen und zu Null spielen. Denn eigene Chancen haben wir in jedem Spiel.“ Wenn das alles so einfach wäre, müssten sich die Darmstädter aber auch keine Gedanken um den Klassenerhalt machen.

Kaesberg oder Hasa auf der linken AbwehrseiteDie Abwehr muss allerdings wegen der Sperre von Endres neu formiert werden. Da mit Christian Wiesner der zweite Linksverteidiger verletzt ist, muss sich der Trainer etwas einfallen lassen. Kandidaten für die linke Abwehrseite sind Patrick Kaesberg oder Richard Hasa, der Allrounder im Darmstädter Kader.

Fraglich ist auch, ob Mergim Mavraj und Stephan Hanke (beide Grippe) spielen können. Für Mavraj würde Echendu Adiele in die Innenverteidigung rücken, Hankes Rolle im defensiven Mittelfeld Marcus Mann übernehmen. Im Offensivbereich setzt Kleppinger auf Alberto Mendez („er kann spielen“) und die Rückkehr des in Pirmasens gesperrten Mannschaftskapitäns Stefan Leitl. Kniffliger wird die Frage, wer im Tor steht. Nach den wenig überzeugenden Auftritten von Sven Schmitt (Kleppinger: „Er sah bei einigen Treffern recht unglücklich aus“) ist ein Wechsel hin zu Bastian Becker nicht auszuschließen. Doch zu diesem sensiblen Thema schweigt der Trainer.

Echo Online

Kickers gastieren bei Darmstadt 98

Zum nächsten Auswärtsspiel müssen die Kickers am Samstag, 10. März 2007 um 14.30 Uhr im altehrwürdigen Stadion am Böllerfalltor bei Darmstadt 98 antreten. Wie die Kickers sind auch die Hessen ein traditionsreicher Verein, der in den letzten Jahren auf bessere Zeiten und auch auf den Aufstieg in die 2.Bundesliga hofft. So recht will es bei den Lilien mit den beiden ehemaligen Kickersspielern Achim Pfuderer und Markus Beierle aber nicht klappen. Im Gegenteil, die Darmstädter liegen auf einem Abstiegsplatz und kämpfen ums Überleben in der Regionalliga. Nun gilt es zunächst den „Super-Gau“ mit dem Abstieg in die Oberliga abzuwenden. Daher benötigen die Darmstädter jeden Sieg und den wollen sie möglichst auch gegen die Kickers einfahren, zumal das Hinspiel mit einem klaren 3:0-Erfolg für die Kickers endete.

Anfangs der Saison verpflichtete Darmstadt 98 das Brüderduo Gino und Gianni Lettieri, um mit dem ehemaligen Bayreuther Trainergespann den Aufschwung und eine sorgenfreie Zeit zu erleben. Aber das Gegenteil war der Fall. Immer wieder setzte es Niederlagen und schon bald sah sich der Traditionsverein auf einem Abstiegsplatz. Mitte der Saison wurde dann ein „Kurswechsel“ vollzogen und Gerhard Kleppinger als Cheftrainer verpflichtet. Kleppinger ist ein echtes „Lilien-Eigengewächs“, bestritt für Darmstadt zahlreiche Zweitligaspiele und war zwischen 1994 bis 1996 schon einmal als Trainer tätig. Unter Kleppinger klappte es zuletzt besser, aber eine richtige Erfolgsserie konnte auch er noch nicht auslösen. Mit einem 2:2-Unentschieden gegen den SSV Reutlingen und der 1:3-Niederlage bei der FK Pirmasens starteten die Lilien ähnlich wie die Kickers in die verbleibende Rückrunde.
Kickers-Trainer Robin Dutt kann für die morgige Partie nahezu aus dem vollen Schöpfen. Die angeschlagenen Spieler Mustafa Akcay und Mustafa Parmak stiegen wieder voll in den Trainingsbetrieb ein. Dagegen steht aber noch hinter dem Einsatz von Bashiru Gambo ein Fragezeichen, der sich mit einem grippalen Effekt krank meldete.

Offizielle Homepage

SV98 trifft am Samstag auf die Stuttgarter Kickers

Am kommenden Samstag (10. März) empfängt der SV Darmstadt 98 den Tabellenvierten der Regionalliga-Süd, die Stuttgarter Kickers. Anpfiff im Stadion am Böllenfalltor ist um 14.30 Uhr.

Sportmanager Tom Eilers ist überzeugt davon, dass die Mannschaft mit großem Engagement zur Sache gehen wird und die konzentrierte Vorbereitung auf dieses Spiel zum Erfolg führt: „Die Mannschaft wird sich mit vollem Einsatz hineinknien in dieses Spiel, zur Vorbereitung werden wir auf Einladung des Hotels Brandhof in Seeheim-Jugenheim mit dem gesamten Kader dort ein Trainingslager beziehen. Wir danken Herrn Althaus und dem Brandhof-Team schon jetzt für diese wichtige Unterstützung. Im Spiel wollen wir wie gegen Reutlingen mit allem Einsatz und miteinander unsere Chance suchen. Ich bin sicher, dass wir es schaffen werden, gerade wenn uns unser Publikum wie in den letzten Spielen in jeder Phase antreibt. Dass wir es mit jeder Mannschaft in der Klasse aufnehmen können, haben wir gezeigt, auch noch so ärgerliche Niederlagen ändern nichts daran, dass wir es selbst schaffen werden.“

Die Stuttgarter Kickers waren stark in die Runde gestartet und hegten nach dem ersten Saisondrittel noch große Aufstiegshoffungen. Bis zum 11. Spieltag war man auf einem Aufstiegsplatz, dann kamen die „Blauen“ ins Straucheln. So sind die Ambitionen mittlerweile ziemlich gedämpft, hat man doch jetzt mit Wehen, Hoffenheim und VfB Stuttgart II drei starke Teams vor der Nase. Wobei der Lokalrivale natürlich kein Aufstiegskonkurrent ist. Doch es sind neun Punkte auf den Tabellenzweiten Hoffenheim. Da müssten schon die Konkurrenten ihrerseits ihre Formkrise nehmen.

Trainer Robin Dutt – er gilt in der Regionalliga als einer der besten seines Fachs – sieht die Sache realistisch, ist aber weit davon entfernt, den vierten Platz als Enttäuschung anzusehen. Auch eine zwischenzeitliche Führungskrise ist vorerst gelöst, Dirk Eichelbaum ersetzt auf der Position des Präsidenten nunmehr Hans Kullen, der den Club vor gut 4 Jahren von Axel Dünnwald-Metzler übernahm. Ziel der Vereinsführung ist weiterhin die Vorraussetzungen für den Aufstieg in die zweite Liga zu schaffen.

Für den SV 98 steht im Moment das kurzfristige Ziel Klassenerhalt im Mittelpunkt. Da die Lilien unter Gerhard Kleppinger gerade gegen die spielstarken Mannschaften wie Siegen, Saarbrücken oder Bayern München II gut aussahen, sieht der Fußball-Lehrer mit begründeter Zuversicht den schweren Spielen am Samstag gegen Stuttgart und am folgenden Wochenende in Wehen entgegen: „Die Mannschaft hat sich damals nach der Niederlage in Pfullendorf eindrucksvoll zurückgemeldet. Warum sollte nicht auch jetzt der Befreiungsschlag gelingen? Wir wollen uns rehabilitieren und setzen auf die Unterstützung unseres Publikums.“

Hompage SV Darmstadt 98 

Neuer Chef der Schicksalsgemeinschaft

Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum blickt optimistisch in die sportliche und wirtschaftliche Zukunft

Stuttgart – Der Wechsel an der Spitze des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ist vollzogen. Wie erwartet hat der bisherige Schatzmeister Dirk Eichelbaum die Amtsgeschäfte des zurückgetretenen Präsidenten Hans Kullen übernommen. Um den Verein wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen, erwartet der neue Chef, „dass jetzt alle einem Strang ziehen“.

Eine der vorrangigsten Aufgaben sei nun, den Etat des Tabellenvierten zu sichern. „Wir müssen weitere Sponsoren finden, die es uns ermöglichen, unsere Arbeit fortzusetzen“, sagt der Stuttgarter Rechtsanwalt. Ob und in welchem Maße Hauptsponsor Eduardo Garcia sein Engagement bei den Kickers fortführen wird, soll bei einem Gespräch in der kommenden Woche geklärt werden. Im Juni läuft der Vertrag mit dem Milchprodukteunternehmen aus. „Nach dem Rücktritt von Hans Kullen ist eine weitere Zusammenarbeit aber wahrscheinlicher geworden“, sagt Eichelbaum.

Nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in sportlicher Hinsicht ist der neue Chef der Kickers optimistisch. Ganz im Gegensatz zu Trainer Robin Dutt ist für Eichelbaum der diesjährige Aufstieg in die zweite Liga noch nicht vom Tisch: „Ohne der Mannschaft Druck machen zu wollen – aber die Sache wird erst am Ende der Saison entschieden, noch ist alles möglich.“ Er werde die Spieler auf jeden Fall mit motivieren, dass sie die Saison trotz aller Turbulenzen gut zu Ende bringen, denn: „Dieses Ereignis ist kein Grund zur Verunsicherung.“

Hoffen auf Dutts Zusage

Auch die Planung des Kaders für die neue Saison will Dirk Eichelbaum jetzt angehen. Abschließen könne er sie aber nicht, bevor nicht klar ist, wer in der Spielzeit 2007/08 an der sportlichen Spitze des Vereins steht. Die Trainerfrage liegt dem 42-Jährigen besonders am Herzen. „Robin Dutt ist mein Wunschkandidat für den Posten, ich habe auch persönlich ein gutes Verhältnis zu ihm“, erklärt er und hofft daher inständig, ihn in Degerloch halten zu können. Bis 31. März will Dutt, den es in die zweite Liga zieht, dem Präsidium seine Entscheidung bekannt geben. Die Chancen, dass der Trainer bleibt, stehen laut Eichelbaum bei „50 zu 50“. Daher müsse sich der Verein auch nach möglichen Nachfolgern umsehen. Es gebe sogar schon Kandidaten, die ihre Gesprächsbereitschaft signalisiert hätten. Doch noch will Eichelbaum seine Hoffnung nicht aufgeben: „Der Trainer weiß, dass wir volles Vertrauen zu ihm haben.“

Dutt selbst lässt sich derweil immer noch nicht in die Karten schauen. Der Machtwechsel an der Führungsspitze habe keinen Einfluss auf seine persönlichen Planungen, betont er: „Ich mache meine Zukunft nicht von Personen abhängig, sondern von meinen eigenen Bedürfnissen.“ Auch auf seine Arbeit werde die personelle Umstrukturierung keine Auswirkungen haben. Denn mit dem neuen Präsidenten komme er genauso gut zurecht wie mit dem alten, erklärt Dutt: „Ich habe zu beiden ein sehr gutes Verhältnis.“ Dem ausgeschiedenen Kullen habe er viel zu verdanken und gegenüber Eichelbaum keinerlei Vorbehalte.

Die Trainerfrage ist nicht nur für Eichelbaum vorrangig, sondern auch für Ex-Aufsichtsrat Walter Kelsch, der nun den sportlichen Bereich verantwortet: „Große Aufgaben stehen an. Jetzt müssen wir uns erst mal auf die Rückrunde konzentrieren. Aber ich bin optimistisch, dass sich die Mannschaft stabilisiert.“

Eßlinger Zeitung

IRSport-Radiotalk in Reutlingen

Das Internetportal IRSport.de veranstaltete zu Wochenbeginn in den Räumlichkeiten der Firma Morgenstern den IRSport-Radiotalk. Teilnehmer waren unter anderem Vertreter des SSV Reutlingen, der Stuttgarter Kickers und der regionalen Presse.Gemeinsam mit Moderator Michael Lightbeer wurde dabei über den Fußball der Region und die aktuellen Entwicklungen in der Regionalliga Süd gesprochen. Neben SSV-Trainer Peter Starzmann und Präsidiumsmitglied Harald Lang waren zahlreiche weitere Gäste aus dem regionalen Sportgeschehen geladen, unter anderem die Trainer Robin Dutt und Martin Hägele, sowie Ex-SSVler und Kickers-Manager Joachim Cast.

Über folgenden Link kann der IRSport-Radiotalk erreicht werden:

http://www.irsport05.de/webradio/radio-talk/rt-t01.html

Beim Abspielen des Radio-Talks kann es im Firefox-Browser zu Problemen kommen. Mit dem Internet Explorer (eventuell auch andere) sollte es dann funktionieren.

SSV-News

StZ: Die neue Führung bei den Kickers

Ein Sessel ist noch frei
 
STUTTGART (ump). Der Führungswechsel bei den Stuttgarter Kickers ist am Dienstagabend recht geräuschlos über die Bühne gegangen. Wie erwartet wurde Dirk Eichelbaum vom Aufsichtsrat zum Nachfolger von Hans Kullen bestimmt, zudem rückte der Exprofi Walter Kelsch für den sportlichen Bereich auf, als Schatzmeister fungiert künftig Friedrich Kummer. Die vierte laut Satzung vorgeschriebene Position fürs Marketing soll zeitnah besetzt werden. „Ich habe da schon einen Wunschkandidaten im Auge“, sagt Eichelbaum.

Von den verbliebenen Aufsichtsratsmitgliedern soll sich Christian Dinkelacker künftig vermehrt um die Sponsorenbetreuung kümmern, der Anwalt Rainer Lorz die rechtlichen Fragen abdecken. „Und vielleicht gibt es auch noch die eine oder andere Veränderung auf der Geschäftsstelle“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Mauch.

Zudem muss der Kader für die nächste Saison zusammengestellt werden, wobei das Gerüst mit zwölf vertraglich gebundenen Akteuren steht. „Die jungen Spieler haben eine sehr gute Saison hinter sich“, sagt Kelsch, „aber es hat sich gezeigt, dass wir den einen oder anderen verpflichten müssen, der Verantwortung übernimmt.“ Verantwortung, die er auch von den bereits verpflichteten Spielern Dundee und Weller erwartet. „Ich hoffe, dass sie Impulse geben können. Die beiden sind ja nur ausgeliehen und spielen auch um ihre Zukunft bei den Kickers.“

Stuttgarter Zeitung

„Wir müssen die sympathische Alternative zum VfB werden“

Dirk Eichelbaum, der neue Präsident des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers, über die Ziele des Vereins, die Trainerfrage und seinen Internet-Spitznamen Moneyman
 
Am späten Dienstagabend ist Dirk Eichelbaum zum neuen Präsidenten der Stuttgarter Kickers ernannt worden. Der 42-jährige Rechtsanwalt und bisherige Schatzmeister soll den Verein nach dem Rücktritt beinahe des kompletten Vorstands in eine bessere Zukunft führen, nicht zuletzt durch die Erhöhung des Etats. „Das wird eine Herkulesaufgabe“, sagt Eichelbaum im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Eichelbaum, Sie haben das Präsidentenamt bei den Kickers zuletzt nicht als Lustgewinn bezeichnet. Warum haben Sie es sich trotzdem angetan?

Zunächst einmal, weil der Präsident zurückgetreten ist und sich auch nicht mehr umstimmen ließ. Dann war ich der Einzige, der sich das vorstellen konnte, weil es aus meiner Sicht keinen Sinn gemacht hätte, den Posten jetzt extern zu besetzen.

Viele Kritiker im Umfeld des Vereins haben in Hans Kullen die Wurzel allen Übels gesehen. Macht man es sich mit dieser Sichtweise nicht zu einfach?

So einseitig darf man das nicht sehen, davor habe ich immer gewarnt. Man sollte schließlich nicht unterschätzen, dass Hans Kullen für viele ein Sympathieträger war, was man schon allein an dem Massenrücktritt im Präsidium sieht. Dadurch ist klar, dass es zunächst einen Rückschritt geben wird. Und es muss sich weisen, ob das, was an Potenzial hinzukommt, größer ist als das, was wegbricht. Da sind jetzt alle Skeptiker – nicht nur der Aufsichtsrat – in der Pflicht. Letztendlich muss sich zeigen, ob das mit der großen Kickers-Familie funktioniert oder nicht.

Der Aufsichtsrat unter seiner jetzigen Führung hat in der Vergangenheit nicht gerade zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen. Sind Sie optimistisch, dass sich diesbezüglich etwas verbessert?

Was die Kontakte angeht, auf jeden Fall – die wird man jetzt gezielter einsetzen. Man muss einfach sehen, dass es in der Vergangenheit ein unüberbrückbares Kommunikationshindernis gab, ausgelöst durch die hemdsärmlige Vereinsführung von Herrn Kullen. Ich persönlich habe ein großes Herz für diese Handschlagpolitik, aber breite Zustimmung hat das leider nie gefunden. Außerdem liegen die großen finanziellen Leistungen der Sanierungsarbeit in der Vergangenheit, und die geraten leider schnell in Vergessenheit.

Für die Zukunft wurde Kullen ein fehlendes Konzept vorgeworfen. Zu Recht?

Für die Etataufstockung in Zukunft hat er sich immer einen starken Männerbund vorgestellt, der in die eigene Tasche greift, aber das ist keine Existenzgrundlage für den Verein, damit stand Kullen allein auf weiter Flur. Der Ansatz des Aufsichtsrats und von mir ist der, dass der Verein über seine Stellung hier in Stuttgart attraktiv für Unternehmen ist, als kleine und sympathische Alternative zu der sportlichen Konkurrenz des VfB in der Stadt. Das muss klappen. Und wenn das gar nicht gelingt, dann haben die Stuttgarter Kickers keine Daseinsberechtigung.

Glauben Sie, dass es genug Unternehmen gibt, die diese Philosophie mittragen?

Wenn wir die Herzlichkeit im Verein vorleben, dann gibt es genug, die sagen, wir können uns damit identifizieren. Auch wenn noch keiner der großen Wirtschaftskapitäne der Stadt angerufen und gefragt hat, wo er das Geld hin überweisen soll. Aber wir haben ausgezeichnete Werbewerte, wenn man auf die TV-Kontakte schaut, die weit über dem ursprünglichen Ansatz liegen, auch wenn man sehen muss, ob sich das dauerhaft halten lässt. Deshalb sehe ich gute Möglichkeiten zur nachhaltigen Gesundung des Vereins. Das ist das erklärte Ziel. Und wenn ich nicht die Vision hätte, dass so etwas funktioniert, hätte ich es niemals gemacht.

Ein Dauerthema in Sachen Werbepartner ist der Hauptsponsor. Sind Sie da überzeugt, dass die Garmo AG jetzt weitermacht, vielleicht sogar – wie vom Verein gewünscht – zu verbesserten Konditionen?

Da steht noch ein Gespräch mit der neuen Führung aus, dem ich nicht vorgreifen möchte. Zumal die Garmo AG ja eine Option bis zum 31. März hat, die sie ziehen kann. Wenn sie das nicht tut, müssen wir uns nach Alternativen umsehen. Aber da bin ich mir sicher, dass die Chancen durch die veränderte Situation gestiegen sind.

Unabhängig vom Engagement des Hauptsponsors soll der Etat erhöht werden, es stehen als Steigerung Zahlen zwischen einer und zwei Millionen Euro im Raum. Ist das realistisch?

Dass der Etat erhöht werden soll, entspricht den Tatsachen. Aber diese Summe ist schon sehr ambitioniert. Das halte ich ohne den Einsatz von Risikokapital nicht für möglich. Und dass solche Kapitalgeber auftreten, ohne dass wir die Lizenzspielerabteilung ausgliedern, halte ich für illusorisch. Ich arbeite ja seit anderthalb Jahren an der Einbindung von Risikokapital in den Verein.

Mit welcher Erfahrung?

Dass es sehr, sehr schwierig ist, seriöse Angebote zu bekommen. Wenn ich mich auf dubiose Geschichten einlasse, und die gehen schief, dann kann ich aus Stuttgart verschwinden. Das ist nicht mehrheitsfähig. Da bin ich selbstkritisch genug, dass ich nur eine solide Lösung nehme, wenn sie sich anbietet. Eine solche zeichnet sich aber derzeit nicht ab, da sind wir über die Findungsphase noch nicht hinausgekommen.

Im Internet haben Sie sich Moneyman genannt. Bedeutet das nun, dass Sie in finanziellen Dingen einen ähnlich harten Kurs fahren wie Ihr Vorgänger?

Zunächst einmal war das ja ein Witz, weil ich mich im Internet nicht als Schatzmeister oder Eichelbaum anmelden wollte. Aber als Insolvenzverwalter bin ich knappe Kassen gewohnt. Und die Mittel, die wir haben, sind sehr knapp. Unter Herrn Kullen wurden die vorhandenen Ressourcen sparsam eingesetzt – daran wird sich unter meiner Führung sicher nichts ändern.

Und in der Trainerfrage?

Auch da will ich größtmögliche Kontinuität. Das heißt, Robin Dutt ist mein absoluter Favorit, und er hat mir gegenüber nochmals bestätigt, dass er nur in die zweite Liga geht, wenn er ein überzeugendes Angebot hat. Jetzt liegt es an ihm, sich bis zum 31. März zu entscheiden.

Würden Sie sich an Ihrem ersten Arbeitstag eher als Interimslösung oder als Dauerlösung bezeichnen?

Weder noch. Es geht primär darum, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wenn das sehr gut gelingt, steigt natürlich die Bereitschaft, die Arbeit nicht nur temporär zu sehen. Ich möchte mit der neuen Führung einen Etat für die nächste Saison zusammenstellen, mit dem wir konkurrenzfähig sind. Wenn wir zu den geplanten 2,4 Millionen Euro noch 200 000 Euro draufpacken könnten, wäre das ein großer Schritt. Aber das ist eine Herkulesaufgabe.

Stuttgarter Zeitung

Presse am Tag Eins nach dem Kullen-Rücktritt

Eichelbaum findet geordnete Finanzen vor
 
Der bisherige Kickers-Präsident Kullen verabschiedet sich mit schwarzen Zahlen – Aufsichtsrat plant eine Etaterhöhung
 
STUTTGART. Die Wachablösung bei den Stuttgarter Kickers ist gestern wie erwartet vollzogen worden. „Ich verlasse den Verein erhobenen Hauptes“, sagte der scheidende Präsident Hans Kullen, nachdem er nochmals die wirtschaftlichen Zahlen vorgelegt hatte.

Von Joachim Klumpp

Den Tag seines Abschieds in Degerloch hat Hans Kullen mit einem Mittagessen in einem schwäbischen Spezialitätenlokal in Degerloch eingeläutet. Wobei das nicht als Henkersmahlzeit ausgelegt werden sollte. Denn einige Stunden später verließ er das Vereinsgelände der Stuttgarter Kickers am Königsträßle erleichtert und „erhobenen Hauptes“, wie der 65-Jährige betonte.

Zuvor hat er dem versammelten Präsidium nochmals eine Bilanz seiner Arbeit vorgelegt – gepaart mit den entsprechenden Zahlen. Und die konnten sich durchaus sehen lassen. Denn trotz der zweimonatigen Winterpause ohne Spielbetrieb weisen die Kickers folgendes Guthaben auf: 368 000 Euro auf Festgeld- und Girokonto, dazu kommen bis zum Saisonende noch anteilig 70 000 Euro aus der Okpala-Ablöse vom Ligakonkurrenten Sportfreunde Siegen, knappe 60 000 Euro Nachschlag für den Mesic-Transfer (falls die TSG Hoffenheim erwartungsgemäß aufsteigen sollte) sowie die jährliche Überweisung von 100 000 Euro der Stadt Stuttgart für die Namensrechte am Gazistadion. Alles in allem ergibt das eine Liquidität von 600 000 Euro, die natürlich in den laufenden Spielbetrieb einfließt. Dennoch sagt Kullen: „Die Bilanz in dieser Saison müsste die beste der Kickers seit Jahren sein.“

Dem widerspricht selbst der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Mauch nicht: „Exzellent“, sagt er zu den aktuellen Zahlen. Doch beim Blick in die Zukunft wird ihm etwas bange – und er fragt: „Wer hat die Instrumente für die dritte Liga?“ Kullen hatte sie nach Ansicht des Kontrollorgans anscheinend nicht: „Da fehlte ein Konzept.“ Vor allem, um die Deckungslücke für die nächste Spielzeit zu schließen, in der der Traditionsverein mit 2,4 Millionen Euro plus einem kleinen Aufschlag kalkuliert hat. Nach Ansicht des Aufsichtsrats muss der Etat aber deutlich erhöht werden – die Rede ist von einer bis zwei Millionen Euro. Vor allem der Exprofi Walter Kelsch, der gemeinsam mit Friedrich Kummer (neuer Schatzmeister) aus dem Aufsichtsrat in das neue Präsidium gewechselt und dort für die sportlichen Belange verantwortlich ist, soll sich für diesen Kurswechsel stark gemacht haben.

Ob jetzt alles besser wird? „Sicher“, sagt Christian Mauch, der aber auch hinzufügt: „Mir wäre es am liebsten gewesen, wenn das alte Präsidium weitergemacht hätte.“ Doch Kullens Mitstreiter Jürgen Köhn, Edgar Kurz und Dieter Wahl folgten dem Schritt des Kickers-Präsidenten genauso wie das bisherige Aufsichtsratsmitglied Klaus Lang, weil sie mit der Vorgehensweise und dem Umgang innerhalb der Gremien nicht einverstanden waren. „Es ist schon schade, was hier abgelaufen ist“, sagt Köhn, „da fühlt man sich in der Tat etwas deplatziert.“ Jedenfalls habe es vom Kickers-Aufsichtsrat niemand für nötig empfunden, ihm von der veränderten Konstellation etwas mitzuteilen.

„Das wird heftig“, sagt ein früheres Aufsichtsratsmitglied zu der anstehenden kompletten Umstrukturierung des Präsidiums, das sich in den nächsten Wochen darum bemühen muss, nicht nur die vielschichtigen Strömungen innerhalb des Vereins unter einen Hut zu bringen, sondern auch einen Mann fürs Marketing zu finden. Dirk Eichelbaum wirft dabei sicher mehr diplomatisches Geschick in die Waagschale als sein Vorgänger – in der Sache allerdings kann der Insolvenzspezialist noch härter sein als Kullen, das hat er bei den Vertragsauflösungen der Spieler Akwuegbu oder Okpala bewiesen.

Der 42-jährige Jurist sagte vor der für gestern Abend anberaumten Sitzung von Präsidium und Aufsichtsrat: „Ich will hier keine Schlammschlacht.“ Stattdessen will er versuchen möglicherweise sogar eine Verbundenheit Kullens zu den Kickers zu erhalten. Auch wenn Eichelbaum weiß: „Das wird schwer.“ Am nächsten Samstag jedenfalls beim Punktspiel der Kickers in Darmstadt dürfte der Expräsident nicht im Stadion sein. „Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, sagte Kullen gestern. Dabei hatte so manches Kickers-Mitglied noch gezweifelt, ob Kullen seine Ankündigung zum Rücktritt überhaupt wahr macht. Doch diese Sorge war letztlich unbegründet. Und auch um sein Darlehen von knapp 450 000 Euro macht sich der ausgeschiedene Präsident keine Gedanken: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Herren im Aufsichtsrat die Blöße geben und es nicht zurückzahlen werden.“ Dafür bleibt den Verantwortlichen zunächst einmal auch bis zum Juni nächsten Jahres Zeit.

Stuttgarter Zeitung

Die Kickers ohne Kullen
Ein Neuanfang mit Hindernissen
 
Von Joachim Klumpp
 
Zumindest was den Präsidenten anbelangt haben die Stuttgarter Kickers in der Vergangenheit Kontinuität bewiesen. In diesem Amt gab es deutlich weniger Wechsel als auf dem Trainerstuhl. Hans Kullen war nach Walter Queißner und Axel Dünnwald-Metzler erst der dritte Vereinschef in den vergangenen 40 Jahren. Allerdings saß der streitbare Versicherungskaufmann von Anfang an auf einer Art Schleudersitz. Zu den massiven finanziellen Problemen gesellten sich persönliche Vorbehalte gegen den Reutlinger, der seinen Sparkurs entgegen vielen Widerständen rigoros durchsetzte. Mit Erfolg: denn Kullen übergibt den Verein anders, als er ihn vorgefunden hat – in geordneten finanziellen Verhältnissen. Dies bestreiten selbst die Kritiker nicht. Dass er bei seiner Konsolidierung nicht immer auf die Befindlichkeiten der Betroffenen Rücksicht genommen hat, nahm der Präsident wissentlich in Kauf, getreu dem Motto: Man kann es nicht allen Recht machen.

Hans Kullen geht, wer kommt? Zunächst einmal Dirk Eichelbaum. Auch der 42-jährige Jurist wird die Erfahrung machen, dass das Zusammenspiel der Kräfte bei den Kickers nicht immer einfach ist. Zudem ist er in finanzieller Hinsicht auf die Unterstützung des Aufsichtsrats angewiesen, dessen Aktivitäten in der Vergangenheit – vorsichtig ausgedrückt – nicht entscheidend zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen haben.

Das soll sich ändern, und die Mitglieder des Kontrollorgans wissen selbst am besten, dass sie hier in der Pflicht sind. Schließlich gilt es, die Weichen für die eingleisige dritte Liga zu stellen, was durchaus eine Herausforderung darstellt – nicht nur, weil die Trainerfrage ungelöst ist. Doch wie hat der Coach Robin Dutt zuletzt gesagt: „Jeder bekommt das Umfeld, das er verdient.“ So gesehen fängt die Arbeit erst an. Denn die Kickers sind zwar den ungeliebten Präsidenten los, aber nicht automatisch alle Probleme.

Stuttgarter Zeitung

Die Kickers-Gremien
 
> Präsidium: Dirk Eichelbaum (42/Rechtsanwalt) Präsident; Walter Kelsch (51/Versicherungs- und Immobilienkaufmann sowie Exprofi); Friedrich Kummer (46/Geschäftsführer ADP Employer Service).

> Aufsichtsrat: Christian Mauch (43/Orthopäde) Vorsitzender; Christian Dinkelacker (42/selbstständig) Stellvertreter; Heinz Höfinger (63/ehemaliger Geschäftsführer TNT Post Holding), Rainer Lorz (44/Rechtsanwalt), Alexander Lehmann (37/Geschäftsführer Minol), Kai Uwe Völschow (37/Geschäftsführer Business.com).

Stuttgarter Zeitung

Eichelbaum nimmt die Rebellen in die Pflicht
 
Neuer Kickers-Präsident fordert Unterstützung: „Aufsichtsrat darf mich nicht im Regen stehen lassen“
 
Stuttgart – Die Wachablösung beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ist perfekt: Dirk Eichelbaum hat gestern Hans Kullen als Präsident abgelöst. „Der Aufsichtsrat darf mich jetzt nicht im Regen stehen lassen“, fordert der neue Chef der Blauen.

VON JÜRGEN FREY

Ursprünglich wollte Hans Kullen seinen Rücktritt schon um die Nachmittagszeit offiziell verkünden. Er verspürte keine große Lust mehr, an der Präsidiums- und Aufsichtsratssitzung am Dienstagabend teilzunehmen. „Was soll ich da noch groß rumsitzen“, hatte der 65-Jährige am Montag gesagt. Seine bisherigen Präsidiumskollegen Dieter Wahl, Jürgen Köhn und Edgar Kurz baten Kullen, sich es anders zu überlegen. „Sie schlugen vor, dass wir unsere Amtszeit gemeinsam stilvoll beenden“, sagte der Versicherungskaufmann. Das taten sie dann auch – und Kullen präsentierte zum Abschied dabei eine Bilanz seiner Arbeit, garniert mit Zahlen. Mit Stand vom 23. Februar weisen die Kickers laut Kullen folgende Guthaben auf: 368 000 Euro auf Festgeld- und Girokonten, dazu kommen bis zum Saisonende noch 74 000 Euro Ablösesumme für Christian Okpala von den SF Siegen, 59 000 Euro Nachschlag für Mirnes Mesic (bei einem Aufstieg der TSG Hoffenheim) sowie die jährliche Überweisung von 100 000 Euro der Stadt für die Namensrechte am Gazistadion. Alles in allem ergibt das eine Liquidität von 601 000 Euro, die natürlich in den laufenden Spielbetrieb einfließt. Kullen: „Ich gehe erhobenen Hauptes. Von Misswirtschaft kann keine Rede sein.“

Die hat dem Mann aus Hülben auch nie jemand unterstellt. Seine Geldspritzen sind unbestritten – seine Alleingänge aber auch. Erst vor kurzem hatte er nach Informationen unserer Zeitung dem früheren Aalener Trainer Peter Zeidler (jetzt 1. FC Nürnberg II) signalisiert, bei einem Weggang von Robin Dutt dessen Nachfolger zu werden.

Nun werden der gebürtige Calwer Dirk Eichelbaum und sein neues Team die Personalfragen zu klären haben. Die Aufsichtsratsmitglieder Walter Kelsch (für die Bereiche Lizenzspieler und Jugend) und Friedrich Kummer (Finanzen) werden ins Präsidium aufrücken. Ein Marketingexperte kommt noch hinzu. Da Klaus Lang, der frühere Stuttgarter Finanzbürgermeister, als Aufsichtsratsmitglied zurücktrat, besteht das Kontrollgremium nun nur noch aus sechs Personen. Die Rebellen, die in der entscheidenden Sitzung – ohne Lang und Kai Uwe Völschow – einstimmig ihr Misstrauen gegen Kullen ausgesprochen hatten, nimmt Eichelbaum in die Pflicht. Ebenfalls seine neuen Präsidiumskollegen. „Sie alle sind jetzt gefordert“, betont Eichelbaum.

Er selbst natürlich auch. Zum Beispiel in der Trainerfrage. „Eine meiner ersten Amtshandlungen wird es sein, mit Robin Dutt zu reden.“ Unter allen Umständen wolle er versuchen, den Coach bei den Blauen zu halten. „Ich hoffe, es geht ein Ruck durch Degerloch“, sagt der 42-jährige Rechtsanwalt, der in der Jugend für die SF Gechingen am Ball war.

Auf eine Aufbruchstimmung unterm Fernsehturm hofft auch Christian Mauch. „Wir brauchen viel Kraft und Energie für die neue Saison“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende – und nannte noch einmal die Gründe für den Wechsel an der Spitze: „Mein Gremium ist verantwortlich für die Einhaltung des Etats. Hans Kullen hatte jedoch für die neue Saison keine Lösung parat, ihn seriös zu decken.“ Nun hofft er auf Geldgeber, die sich wegen Kullen bisher vornehm zurückhielten. An ihnen liegt es nun, Farbe für die Blauen zu bekennen.

Stuttgarter Nachrichten

Taten statt Worte
 
VON GUNTER BARNER
 
Eigentlich verwundert am Rücktritt von Hans Kullen nur eines: Dass es so lange gedauert hat. Sein Weg als Präsident bei den Stuttgarter Kickers ist gepflastert mit Namen, die seinetwegen den Rückzug antraten. Verprellt, enttäuscht und vor den Kopf gestoßen. Letzten Endes ist Hans Kullen jedoch nicht an rebellierenden Aufsichtsräten gescheitert, sondern am mangelnden Fein- und Taktgefühl für die Belange eines Vereins mit einer beachtenswerten Geschichte. Er polarisierte statt zu integrieren. Er herrschte statt zu führen. Und er ignorierte im blinden Eifer die rasant wachsende Zahl seiner Kritiker.

Kein Zweifel: Seine Geldspritzen retteten den Fußball-Regionalligisten vor der Insolvenz. Mit kaufmännischem Geschick fuhr er die laufenden Kosten drastisch herunter. Das verdient allen Respekt. Doch mit seiner sozial unverträglichen Gutsherren-Attitüde machte der Poltergeist von der Schwäbischen Alb seine Verdienste häufig wieder zunichte.

Für Wohl und Wehe des Traditionsclubs zeichnen ab sofort jene verantwortlich, die den einsamen Kutscher vom Bock stürzten. Sie müssen sich jetzt vor die Karre spannen, die zuletzt feststeckte in einem Sumpf aus Frust über die sportliche Stagnation, aus Verärgerung über die Soli des stocksturen Präsidenten und die Perspektivlosigkeit in der Entwicklung der Finanzen.

Wer auch immer die Stuttgarter Kickers in die Zukunft führen soll, er wird ein Team um sich scharen müssen, das sich mehr an Taten denn an Worten messen lässt. Denn so berechtigt die Kritik an Kullen bisweilen war, so unbestritten ist auch, dass es in Reihen der Blauen zwar viele wortgewaltige Besserwisser gibt, aber erschreckend wenige, die im Ernstfall den Geldbeutel zücken und die Ärmel hochkrempeln.

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgart: Führungswechsel bei den Kickers vollzogen

Eichelbaum wird Präsident
Nach dem Rücktritt des bisherigen Präsidenten Hans Kullen hat der Aufsichtsrat der Stuttgarter Kickers am Dienstagabend wie erwartet den Rechtsanwalt Dirk Eichelbaum zu seinem Nachfolger gewählt. Zugleich wechseln die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Walter Kelsch (sportlicher Bereich) und Friedrich Kummer (Schatzmeister) ins Präsidium des Vereins.

„Sicherlich ist durch den Rücktritt von Herrn Kullen und der weiteren Präsidiumsmitglieder eine schwierige Situation entstanden. Wir sind aber überzeugt, diese mit der neuen Mannschaft und mit vereinten Kräften meistern zu können“, sagte Eichelbaum.

Kullen hatte seinen Rücktritt nach einem Zerwürfnis mit dem Aufsichtsrat der „Blauen“ während eines Treffens am vergangenen Samstag erklärt. Gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ sagte Kullen, er verlasse den Verein „erhobenen Hauptes“ und verwies auf passable Finanzen: „Die Bilanz in dieser Saison müsste die beste der Kickers seit Jahren sein.“ Die Liquidität belaufe sich auf 600.000 Euro.

An den Zahlen des Regionalligisten wollte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Mauch nicht rütteln. Allerdings fehle Kullen ein Konzept für die Zukunft. Nach Meinung des Aufsichtsrates müsse der Etat für die kommende Saison deutlich erhöht werden.

Mit Kullen, der selber einen sechsstelligen Betrag in den Verein gesteckt hat, erklärten auch die Präsidiumsmitglieder Dieter Wahl, Edgar Kurz und Jürgen Köhn ihren Rücktritt, gleiches gilt für das Aufsichtsratsmitglied Klaus Lang.

Der neue Präsident Eichelbaum will nun als erstes mit Trainer Robin Dutt reden, um ihn auf jeden Fall bei den Kickers zu halten.

Kicker

Kicker: Stuttgart: Eichelbaum soll Nachfolger von Kullen werden

Führungswechsel bei den Kickers
Die Stuttgarter Kickers stehen vor einer Führungskrise: Vor einer Sitzung der Führungsgremien bestätigte Präsident Hans Kullen Medienberichte über seine bevorstehende Demission. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte er, er könne sich „nichts anderes vorstellen als den Rücktritt“.

Hintergrund ist ein Zerwürfnis des 65-Jährigen mit dem Aufsichtsrat der „Blauen“ während eines Treffens am vergangenen Samstag. Dabei soll es um die Vereinsfinanzen, den noch nicht gesicherten Vertrag mit Hauptsponsor Gazi für die kommende Saison, Kullens Führungsstil und das finanzielle Engagement der Aufsichtsrats-Mitglieder gegangen sein. Kullen, der selber einen sechsstelligen Betrag in den Verein gesteckt hat, hatte nach eigenen Angaben einen neuen Hauptsponsor an der Angel, dessen Engagement vielleicht sogar höher gewesen wäre als das von Gazi-Chef Eduardo Garcia. „Der steigt jetzt aber nicht mehr ein“, so Kullen.

Mit Kullen werden wohl auch die Präsidiumsmitglieder Dieter Wahl, Edgar Kurz und Jürgen Köhn ihre Ämter aufgeben. Nachfolger Kullens, der im Juli 2003 das Amt von Axel Dünnwald-Metzler übernahm, soll der bisherige Schatzmeister Dirk Eichelbaum werden. Der 42-Jährige wurde darum vom Aufsichtsrat gebeten.

Gegenüber der Stuttgarter Zeitung sagte der Rechtsanwalt: „Um Kontinuität zu wahren und das totale Chaos zu verhindern, habe ich meine Bereitschaft erklärt“, allerdings unter einer Voraussetzung: „Der Wechsel muss mit Stil und Anstand über die Bühne gehen. Es darf keine schmutzige Wäsche gewaschen werden.“ Außerdem sieht er sich selbst nur als Übergangslösung. Gegenüber der dpa sagte Eichelbaum: „Sobald jemand kommt, der die Aufgabe mit einem gewissen Mäzenatentum verbindet, würde ich das Amt aber dieser Person überlassen.“

Kicker