Presse zur Jahreshauptversammlung

Zweite Liga ja, aber mit Augenmaß
 
Hans Kullen als Präsident der Stuttgarter Kickers bestätigt
 
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben die beste Bilanz seit dem Abstieg aus der zweiten Liga vorgelegt. Das Geschäftsjahr 2005/06 schloss mit einem Gewinn von 67 817 Euro ab. „Die Konsolidierung ist abgeschlossen“, sagte der Präsident Hans Kullen.

Von Joachim Klumpp

Für die alljährliche Hauptversammlung haben sich die Verantwortlichen der Stuttgarter Kickers etwas Besonderes einfallen lassen: ein Videoclip zusammengestellt aus den Höhepunkten des DFB-Pokalsieges gegen den Hamburger SV – untermalt mit den Worten: „Es ist die Leidenschaft, die den Unterschied ausmacht.“ Da war dem Präsidenten Hans Kullen der Applaus sicher. Und das vor einem vollen Haus. Nachdem die Regionalligapartie am vergangenen Samstag gegen Elversberg bekanntlich nur 40 handverlesene Besucher verfolgen durften, kamen gestern 240 stimmberechtigte Mitglieder in den ADM-Sportpark zur Jahreshauptversammlung.

Die mussten ihr Erscheinen nicht bereuen. Schließlich konnte erstmals seit dem Abstieg aus der zweiten Liga im Jahre 2001 wieder ein Gewinn ausgewiesen werden, der zum 30. Juni exakt 67 817 Euro betrug. Parallel dazu reduzierten sich die Verbindlichkeiten des Vereins auf 1 060 211 Euro, die nach wie vor im Wesentlichen durch die beiden Rangrücktrittsdarlehen von Frau Dünnwald-Metzler und Hans Kullen abgedeckt sind.

Den größten Posten auf der Einnahmenseite stellte der Bereich Werbung (887 829 Euro) dar, gefolgt von TV-Honoraren (452 233 Euro). Auf der Ausgabenseite des 2,3-Millionen-Euro-Etats schlugen traditionell die Personalkosten der ersten Mannschaft mit knapp 1,2 Millionen Euro am stärksten zu Buche. „Die Konsolidierung des Haushalts ist damit abgeschlossen“, sagte Kullen. Passend zum Ablauf seiner ersten Amtsperiode hat der Präsident damit seinen Wunsch verwirklicht, dass die Blauen wieder schwarze Zahlen schreiben. Der 64-Jährige nutzte das Podium gestern deshalb nochmals zu einem kleinen Resümee der vergangenen drei Jahre. Sein Fazit: „Wir haben einen steinigen Weg gewählt, aber den richtigen. Auch wenn hier und da ein gewisser Realitätsverlust zu verzeichnen war.“

Was nicht für den sportlichen Bereich gelten soll, den der Präsident auf folgenden Nenner brachte: „Das Ziel bleibt die zweite Liga, aber nur unter der Bedingung einer soliden Vereinsführung.“ Diese Bemühungen werden in der laufenden Saison aber vor allem durch das „Geisterspiel“ gegen Elversberg und dessen Folgen tangiert, wobei der Schatzmeister Dirk Eichelbaum auf die drohenden Kosten für das durch den DFB angeordnete Fangnetz auf der Gegengerade hinwies, die sich „nach einem ersten Angebot auf 50 000 Euro belaufen“. Zusammen mit der Strafe und den entgangenen Zuschauereinnahmen entstünde somit ein Loch im laufenden Etat von rund 70 000 Euro, was rund die Hälfte der Einnahmen aus dem Hertha-Spiel aufzehren würde.

Anschließend kam es bei der Wahl des Aufsichtsrats zu einem Missklang, nachdem Gerhard W. Kluge seine Kandidatur zurückzog. Er hatte sein Amt seit April wegen eines noch nicht abgeschlossenen Strafverfahrens ruhen lassen. „Was sich jetzt abgespielt hat, hätte ich auf Sizilien vermutet, aber nicht in Degerloch“, so Kluge zu telefonischen Drohungen, sich nicht mehr aufstellen zu lassen. Dem kam er schließlich nach, verbunden mit der Ankündigung, sich künftig bei einem anderen Verein (Hoffenheim?) zu engagieren und die Wahl möglicherweise anzufechten.

Bei der Blockwahl des Aufsichtsrats wurden die bisherigen Mitglieder mit dem Vorsitzenden Christian Mauch, Christian Dinkelacker, Kai-Uwe Völschow und Rainer Lorz bestätigt, neu hinzu kamen der Exprofi Walter Kelsch, der ehemalige Finanzbürgermeister Klaus Lang, Friedrich Kummer von der Firma ADP, Heinz Höfinger (Post- und Wurfsendungen) und Alexander Lehmann (Minol und Brunata Messtechnik), sodass das Kontrollgremium wieder auf seine Maximalstärke von neun Personen kommt.

Als erste Amtshandlung bestätigte das Kontrollorgan dann das Präsidium in seiner bisherigen Formation im Amt. Wobei jetzt schon eines feststeht: Videobilder von einem DFB-Pokalsieg werden auf der nächsten Hauptversammlung nicht zu sehen sein, es sei denn, die Kickers steigen doch noch in die zweite Liga auf. Wie sagte Hans Kullen abschließend mit seinem beliebten Vergleich zur Tour de France: „Was für die Tour Paris ist, ist für uns die zweite Liga.“

Stuttgarter Zeitung

Hans Kullen bleibt Kickers-Präsident
 
Präsidium der Blauen verkündet rund 68000 Euro Gewinn – Ärger vor Aufsichtsratswahl
 
Stuttgart – Hans Kullen bleibt für drei weitere Jahre Präsident der Stuttgarter Kickers. Bei der Jahreshauptversammlung am Dienstag wählten die Mitglieder die vom Club-Chef bevorzugten Kandidaten in den neuen Aufsichtsrat. Zuvor hatte das Präsidium einen Gewinn von rund 68 000 Euro im Geschäftsjahr 2005/2006 verkündet.

VON DIRK PREISS

Der Präsident war auffallend gut gelaunt – schon bevor er kurz nach 19 Uhr am Dienstagabend ans Mikrofon trat. Kein Wunder, schließlich präsentierte die Führungscrew der Blauen vor 240 Mitgliedern erstmals seit Jahren eine Gewinn bringende Bilanz. Noch im vergangenen Jahr musste man einen Fehlbetrag von gut 190 000 Euro verkraften, nun durfte Finanz-Vorstand Dirk Eichelbaum für das Geschäftsjahr 2005/2006 einen Gewinn von genau 67 817,73 Euro verkünden. „Wir ernten so langsam die Früchte unserer Arbeit“, sagte Kullen, der die Lage aber alles andere als rosig betrachtet. „Die Situation als gut zu beschreiben ist fast zu positiv.“ Kein Wunder, schließlich drücken weiterhin Schulden in Höhe von 1,06 Millionen Euro, die allerdings gedeckt sind durch mit Rangrücktritten versehene Darlehen von Ursi Dünnwald-Metzler und Kullen.

Der Bilanzgewinn wurde vor allem möglich durch Zinsverzichte von eben diesen beiden Hauptgläubigern in Höhe von fast 150 000 Euro. Dazu kommen erhöhte Einnahmen aus dem Spielbetrieb in Höhe von rund 112 776 Euro und ein Plus an Werbeeinnahmen (190 166 Euro).

Die erfreuliche Bilanz machte Eindruck – und Kullen nutzte den Rückenwind und versuchte in seiner Rede, Sympathiepunkte zu sammeln. Zunächst gab es Bilder vom DFB-Pokalsieg gegen den HSV, dann dankte Kullen Ursi Dünnwald-Metzler, er dankte den Fans und gab immer wieder das Ziel zweite Liga aus. „Wir wollen das in dieser Saison erreichen“, rief er. Präsidium und Aufsichtsrat wurden daraufhin entlastet.

Dann allerdings wurde die Stimmung weniger freundlich. Vor der Wahl des Aufsichtsrats warf der als Kandidat vorgesehene Gerhard W. Kluge den Gremien vor, er sei massiv bedrängt worden, seine Kandidatur zurückzuziehen. Zum Hintergrund: Einige der neun übrigen Kandidaten, zum Beispiel Christian Dinkelacker, wollten ausschließlich als Team antreten. Er ziehe seine Kandidatur zurück, werde sich auf Grund dieser Geschehnisse aber vorbehalten, die Wahl nachträglich anzufechten, so Kluge. Schon am Freitag hatte Ex-Vorstandsmitglied Michael Hofstetter alles andere als freiwillig seine Kandidatur zurückgezogen.

Dennoch wurden anschließend die neun Kandidaten en bloc mit nur 19 Gegenstimmen und 17 Enthaltungen gewählt. So sitzen nun Christian Mauch, Dinkelacker, Kai-Uwe Völschow, Rainer Lorz, Ex-Profi Walter Kelsch, Stuttgarts früherer Finanzbürgermeister Klaus Lang sowie die Unternehmer Heinz Höfinger, Alexander Lehmann und Frieder Kummer im Aufsichtsrat. Wie angekündigt bestätigte dieses Gremium anschließend Kullen und seine Präsidiumskollegen für drei weitere Jahre im Amt.

Im Mittelpunkt dieser Amtszeit soll ein konkretes Ziel stehen: der Aufstieg. Und zum Abschluss wählte Kullen einen Vergleich aus dem Radsport. „Wir haben die Alpen und die Pyrenäen überquert“, sagte er. Bis Paris sei es aber noch ein weiter Weg. „Und was für die Tour de France Paris ist, ist für uns die zweite Liga.“

Stuttgarter Nachrichten

Kullens Kurs wird bestätigt

Präsident der Stuttgarter Kickers bleibt für weitere drei Jahre im Amt
 
Stuttgart – So genau wusste gestern Abend auf der Mitgliederversammlung niemand mehr, wann die Stuttgarter Kickers zuletzt schwarze Zahlen geschrieben haben. Deshalb war das Präsidium um Clubchef Hans Kullen umso stolzer, als Ergebnis der abgelaufenen Spielzeit (Stichtag 30. Juni) einen Gewinn von 67 817 Euro zu verkünden. Als Belohnung wurde Kullen und seine Mannschaft vom neuen Aufsichtsrat im Amt bestätigt.
 
Von Sigor Paesler

Das war die spannendste Frage des Abends: Würden die Mitglieder Kullens Kandidaten in den Aufsichtsrat wählen? Davon hatte der 64-Jährige Reutlinger sein Weitermachen abhängig gemacht. Und deshalb überlegten sich einige der zahlreichen Kritiker wohl genau, ob sie einer Palastrevolution anzetteln sollten. Denn die Argumente hatte der 64-Jährige auf seiner Seite: Erfolgreicher Konsolidierungskurs und sportlicher Aufwärtstrend. Kullen gab denn auch vor 240 anwesenden Mitgliedern den Slogan aus: „Das Ziel ist der Aufstieg in die zweite Liga – die Bedingung dafür ist eine solide Vereinsführung.“

Schließlich ging alles glatt: Nachdem die alten Gremien mit großer Mehrheit entlastet worden waren, wurden Christian Mauch als Vorsitzender, Christian Dinkelacker, Kai-Uwe Völschow und Rainer Lorz wurden im Amt bestätigt. Walter Kelsch, Frieder Kummer, Klaus Lang, Heinz Höfinger und Alexander Lehmann wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt. Die Neun wurden als Team gewählt. Joachim Bay schied aus persönlichen Gründen aus. Gerhard W. Kluge, der sein bisheriges Amt wegen eines Verfahrens hatte ruhen lassen, zog seine Kandidatur kurzfristig zurück. Er beheilt sich jedoch eine Anfechtung der Wahl vor, weil er sich im Vorfeld unter Druck gesetzt fühlte. Als erste Amtshandlungen berief der Aufsichtsrat Kullen, Dieter Wahl, Dirk Eichelbaum, Jürgen Köhn und Edgar Kurz erneut ins Präsidium.

Finanzexperte Eichelbaum verkündete die positiven Zahlen. 67 000 Euro mag kein üppiger Gewinn sein. Die Entwicklung der vergangenen Jahre aber ist beeindruckend. In der ersten Saison nach dem Abstieg in die Regionalliga vor vier Jahren betrug der Verlust noch 1,379 Millionen. Vor zwei Jahren lag er bei 231 000, vergangenes Jahr bei 190 000 Euro – da liest sich jeder Gewinn als Triumph des Sparkurses. Der Gesamtschuldenstand sank entsprechend leicht auf 1,06 Millionen Euro. Zustande kam die schwarze Zahl vor allem durch Mehreinnahmen in den Bereichen Spielbetrieb (plus 112 775 Euro), was vor allem auf die Einnahmen aus dem DFB-Pokal zurückzuführen ist, und Werbung (plus 190 166 Euro). Zudem wurden „außerordentliche Erträge“ in Höhe von fast 150 000 Euro verbucht (Vorjahr 25 000), wohinter sich ein Zinsverzicht der Darlehnsgeber Kullen und Ursi Dünnwald-Metzler verbirgt. „Wir fahren so langsam die Früchte der harten Arbeit in den vergangenen Jahren ein“, meinte Kullen.

Becherwurf kostet 70 000 Euro
Auch für die laufende Saison rechnen die Kickers mit einer positiven Bilanz. Dafür sollen in erster Linie die Einnahmen aus dem DFB-Pokal sorgen. Zudem werden die Werbeerlöse im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 43 Prozent steigen. Allerdings drohen den „Blauen“ wegen des abgebrochenen Pokalspiels gegen Hertha BSC Berlin – ein „Fan“ hatte den Schiedsrichterassistenten mit einem gefüllten Bierbecher getroffen – weitere Kosten. Der DFB, der die Kickers zu einer Geldstrafe in Höhe von 10 000 Euro verdonnert hatte, macht den Kickers obendrein zur Auflage, an der Gegengerade vor dem Fanblock ein Fangnetz zu installieren. Kosten: rund 50 000 Euro. Rechnet man die fehlenden Eintrittsgelder aus dem „Geisterspiel“ gegen Elversberg in Höhe von rund 10 000 Euro hinzu, kostet die Kickers der Spielabbruch und dessen Folgen insgesamt rund 70 000 Euro.

Eßlinger Zeitung

Presse zur heutigen Jahreshauptversammlung

 Kullen will für die Zukunft planen
 
Erste Amtszeit des Kickers-Präsidenten kann sich sehen lassen – sportlich und wirtschaftlich
 
STUTTGART. Heute steht die Mitgliederversammlung der Stuttgarter Kickers auf dem Programm – mit Neuwahlen. Wobei die Zahlen (Platz vier in der Regionalliga, 60 000 Euro Gewinn) so gut sind wie nie seit dem Abstieg im Jahr 2001. Eine Bestandsaufnahme.

Von Joachim Klumpp

Das Präsidium: Die erste Amtsperiode von Hans Kullen (64) geht zu Ende, und dass diese nicht immer reibungslos verlaufen ist, zeigt sich an der Tatsache, dass von seinen ursprünglichen Mitstreitern im Präsidium keiner mehr an Bord ist. „Allerdings gibt es da in jedem Einzelfall Gründe“, sagt Kullen, der als Nachfolger von Axel Dünnwald-Metzler im Juli 2003 ein schweres Erbe angetreten hat. Doch selbst der ehemalige Schatzmeister Siegfried Jahnke gibt inzwischen zu: „Ich bin ja nicht im Streit geschieden.“

Das aktuelle fünfköpfige Gremium jedenfalls steht erneut zur Verfügung – worüber letztendlich der Aufsichtsrat entscheidet. Dessen Vorsitzender Christian Mauch hat sich für den Fall der Wiederwahl bereits festgelegt: „Wir haben uns für das jetzige Präsidium ausgesprochen.“ Das besteht neben Kullen aus Dirk Eichelbaum (Finanzen), Edgar Kurz (Jugend- und Amateure), Jürgen Köhn (übrige Abteilungen) sowie Dieter Wahl (Marketing), über den Kullen sagt: „Er ist ein Segen für den Verein.“

Der Aufsichtsrat: Der Vorsitzende Christian Mauch und drei seiner bisherigen Kollegen (nur Joachim Bayh scheidet aus persönlichen Gründen aus) stellen sich zur Wiederwahl, dazu gesellt sich eine Hand voll neuer Kandidaten, um auf die maximale Stärke von neun Personen zu kommen. Dazu zählen zum Beispiel der Exprofi Walter Kelsch, der frühere Finanzbürgermeister Klaus Lang oder Frieder Kummer von der Kommunikationsfirma ADP, die als Ärmelsponsor einsteigen möchte – wobei es jedem anderen Vereinsmitglied überlassen ist, sich heute zur Wahl zu stellen. „Insgesamt standen die Kandidaten nicht unbedingt Schlange“, sagt Mauch, der vor einem Jahr selbst relativ euphorisch an die Aufgabe herangegangen war. Stellvertretend sei nur an die Aussage erinnert: „Wir bekommen frischen Wind mit beruflich erfolgreichen Leuten.“

Inzwischen fällt das Resümee eher bescheiden aus. „Ich muss zugeben, dass ich mir die Aufgabe leichter vorgestellt habe“, sagt Mauch. Das bezieht sich weniger auf die Zusammenarbeit mit dem Präsidium, auch wenn da in Detailfragen der Kompetenzen immer mal wieder kontrovers diskutiert wird, als vielmehr auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Gremiums. „Das haben wir absolut unterschätzt“, gibt der Orthopäde zu und nennt eine Größenordnung: „Statt 300 000 Euro haben wir über die persönlichen Kontakte eben nur 30 000 zusammenbekommen.“ Dennoch hat Mauch die Hoffnung auf eine so genannte große Lösung – im Sponsoren- oder Investorenbreich – „noch nicht ganz aufgegeben“.

Das sportliche Feld: In den drei Jahren unter Hans Kullen ging es sportlich kontinuierlich bergauf, wenngleich nicht immer in den großen Sprüngen, die sich manch einer insgeheim erhofft hatte. Doch Rang vier nach 17 Spieltagen dieser Saison ist die – mit Abstand – beste Platzierung seit dem Abstieg aus der zweiten Liga 2001 zum Ende der Vorrunde, selbst wenn die Anfangseuphorie verbunden mit der Tabellenführung einen Dämpfer erhalten hat. Das Thema Aufstieg ist zwar nicht abgehakt, aber auch nicht akut. „Selbst wenn es diesmal nicht klappt, werden wir das Ziel wieder in Angriff nehmen“, sagt Mauch. „Und da wollen wir auch mit dem Trainer Robin Dutt weitermachen.“ Dessen Vertrag soll verlängert werden, die Arbeit wird honoriert, wenngleich die drei Neuzugänge Okpala, Benda und Kanyuk zuletzt (im Preis-Leistungs-Verhältnis) nicht immer die erhofften Verstärkungen waren.

Die wirtschaftliche Bilanz: Die Blauen schreiben schwarze Zahlen, etwa 60 000 Euro in der Bilanz zum 30. Juni. Womit Kullen sein Versprechen aus dem Vorjahr wahr gemacht hat. Was keine Selbstverständlichkeit ist. Schließlich dürfen alle Kritiker nicht vergessen, dass das erste Jahr in der Regionalliga (das unter Trainer Rainer Zobel den Wiederaufstieg bringen sollte) mit einem Verlust von 1,379 Millionen Euro geendet hat. „Die wirtschaftlichen Zahlen sind exzellent“, lobt auch Mauch die Arbeit des Präsidiums. „Wir haben jetzt eine viel bessere Ausgangsposition als vor einem Jahr.“

Alleine die Fernsehpräsenz war so hoch wie noch nie in der dritten Liga. In der Sportschau waren die Kickers fünfmal vertreten, was bei einer Einschaltquote von bis zu vier Millionen Zuschauern ein Pfund ist. Dazu kommen die beiden Pokalpartien gegen den Hamburger SV und Hertha. Das zahlt sich aus: „Wir haben Firmen gehabt, die speziell nur für die Fernsehspiele eine Bande angemietet haben“, sagt Martin Kurzka, der Marketingmann von der Geschäftsstelle.

Stuttgarter Zeitung

Der streitbare Chef stellt Bedingungen
 
Kickers-Präsident Hans Kullen macht eine zweite Amtszeit von der Aufsichtsratswahl abhängig
 
Stuttgart – Im Prinzip ist vor der Mitgliederversammlung der Stuttgarter Kickers am heutigen Dienstag (19 Uhr) im Clubhaus alles klar: Präsident Hans Kullen soll bestätigt werden. Sollte die Wahl des Aufsichtsrats jedoch nicht nach seinem Geschmack verlaufen, stellt er seine Zusage in Frage.

VON DIRK PREISS

Das Wichtigste vorneweg: Die Einladungen zur Mitgliederversammlung wurden fristgerecht verschickt. Das ist nicht selbstverständlich: Die Delegiertenversammlung des TSV 1860 München etwa war kürzlich wegen eines peinlichen Versäumnisses nicht beschlussfähig, als über Prinzipielles abgestimmt werden sollte. Bei den Kickers steht dem am Dienstag dagegen nichts im Weg.

Womöglich läuft auch sonst alles reibungslos für das amtierende Präsidium der Blauen, schließlich hält es einen Trumpf in der Hand, den man in vielen Jahren zuvor nicht mehr hatte ausspielen können. Wenn Finanz-Vorstand Dirk Eichelbaum seinen Bericht abgeben wird, lautet die zentrale Nachricht: Unterm Strich steht eine schwarze Zahl, das abgelaufene Geschäftsjahr haben die Kickers mit einem – wenn auch geringen – Gewinn abgeschlossen.

Für den Präsidenten Hans Kullen bedeutet dies den Höhepunkt seiner ersten Amtszeit. „Darauf sind wir stolz“, sagt der 64-Jährige, der den Club vor gut dreieinhalb Jahren übernommen hatte.

Geschafft hat Kullen den Kraftakt durch einen Sparkurs, der strikter nicht sein konnte – und mit dem er sich nicht nur Freunde gemacht hat. „Sicher“, gibt er zu, „es gab immer wieder Querelen.“ Aus seiner Sicht aber unvermeidbare. „Ich habe auf mehr Verständnis gehofft“, sagt der Versicherungsfachmann, „aber manche lebten nicht mehr in der Realität.“

Im Sparen macht Kullen keiner was vor. Im persönlichen Umgang mit Funktionären, Mitgliedern und möglichen Sponsoren vertrat der Hülbener allerdings häufig eine Art, als wolle er eine Herz-OP mit einer Kettensäge durchführen. Und Entscheidungen, die einer Zustimmung der Vereinsgremien bedurften, traf er regelmäßig im Alleingang. Die Folge: neun Rücktritte in Aufsichtsrat und Präsidium in drei Jahren. Wenn Kullen nun seinen einzigen Fehler darin sieht, zu nachgiebig gewesen zu sein, mutet das seltsam an. Kompromisse kannte er jedenfalls keine: „Es ging immer wieder um die Frage: der oder ich.“ Die Antwort ist bekannt – Kullen ist noch im Amt.

Und das will er drei weitere Jahre bleiben. „Ich habe der geplanten Aufsichtsrats-Mannschaft mein Jawort gegeben“, sagt er, betont aber auch: „Nur dieser Mannschaft.“ Soll heißen: Nicken die Mitglieder nicht den Vorschlag von Aufsichtsrat und Präsidium brav ab und wählen womöglich von Kullen nicht gelittene Personen in das Kontrollgremium, stellt er eine zweite Amtszeit selbst in Frage.

Aus diesem Grund wurden bisherige Vorstöße auch, so gut es ging, verhindert. Am Freitag etwa ließ sich Ex-Präsidiumsmitglied Michael Hofstetter auf die Kandidatenliste setzen – mit sanftem Druck überzeugte man den Rechtsanwalt, es besser zu lassen. Gerhard W. Kluge, der sein aktuelles Mandat zurzeit ruhen lässt, wird dagegen wieder antreten. Zudem stellen sich neben den bisherigen Aufsichtsräten Christian Mauch, Kay-Uwe Völschow, Rainer Lorz und Christian Dinkelacker auch Walter Kelsch, Klaus Lang, Frieder Kummer, Heinz Höfinger und Alexander Lehmann zur Wahl.

Sollten die letztgenannten neun Personen gewählt werden, ist die Bestätigung des aktuellen Präsidiums Formsache. Wenn nicht, kann es ein spannender Abend werden.

Stuttgarter Nachrichten

Neun Rücktritte in drei Jahren
 
Als Quartett war die Führung der Stuttgarter Kickers im Sommer 2003 angetreten, noch dabei ist nur Präsident Hans Kullen. Im Aufsichtsrat war die Fluktuation ähnlich groß. Der Grund für den Rückzug war meist derselbe: Meinungsverschiedenheiten mit Kullen. Die neun Rücktritte der letzten drei Jahre:

Präsidium: Edin Rahic (18. Mai 2004), Jürgen Hollenbach (16. Juli 2004), Siegfried Jahnke (17. November 2005), Bernd Klingler (5. Dezember 2005), Michael Hofstetter (25. Juli 2006).

Aufsichtsrat: Günter Daiss, Hans-Peter Bauer (4. Dezember 2003), Hans-Jürgen Wetzel (22. September 2005), Manfred Parlow (31. Dezember 2005). dip

Stuttgarter Nachrichten

NACHGEFRAGT HANS KULLEN, PRÄSIDENT DER STUTTGARTER KICKERS

„Am Realitätsverlust hatte ich zu knabbern“

Der 64-Jährige vor der Mitgliederversammlung über den Sparkurs, Widerstände im Verein und Ziele einer weiteren Amtszeit
 
Stuttgart – Bei den Stuttgarter Kickers weiß man nie so genau. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß, dass auf der Mitgliederversammlung heute (19 Uhr) ein neuer Aufsichtsrat gewählt wird, der Hans Kullen erneut als Präsidenten beruft. Der 64-Jährige Reutlinger jedenfalls will weitermachen. „Um den Verein zu retten, musste ich ganz gewaltig gegensteuern – auch wissend, dass ich dem einen oder anderen weh tun muss“, blickt Kullen im Gespräch mit Sigor Paesler zurück.
Sie sind seit Juli 2003 Präsident der Kickers. Was ist das Gravierendste, was sich seither geändert hat?

Kullen:

Da gibt es einige Punkte. Einer der gravierendsten Einschnitte war, den Spielern mitzuteilen, dass sie auf Gehalt verzichten müssen. Das war eine meiner ersten Handlungen als Präsident und es war auch für mich persönlich sehr schwierig, den Leuten Geld wegzunehmen.

Wie steht der Verein jetzt da?

Kullen:

Inzwischen sind wir so weit, dass sich der Verein finanziell so gut wie selbst trägt, was vorher natürlich nicht der Fall war. Wenn man sieht, dass ich in neun Monaten 1,2 Millionen Euro eingespart habe, zeigt das, wie schlecht es dem Verein ging.

Auch sportlich gab es Fortschritte. Was macht Sie mehr stolz: Der Aufwärtstrend in diesem Bereich oder die wirtschaftliche Konsolidierung? Immerhin präsentieren Sie auf der Jahreshauptversammlung erstmals seit Jahren schwarze Zahlen.

Kullen:

Da kann ich nicht widersprechen. Aber das eine war so schwierig wie das andere. Im Sport läuft das meistens parallel. Ich bin auf beides gleichermaßen stolz, weil man eine gewisse Kontinuität sieht und weil wir erstmals nicht mehr Geld ausgeben als wir haben. Sportlich hat uns die Höhenluft am Anfang der Saison vielleicht nicht ganz so gut getan. Es wäre schön, wenn wir wieder da hinkämen, wo wir vor ein paar Wochen standen.

Nach der schillernden Persönlichkeit von Axel Dünnwald-Metzler hatten einige im Verein Schwierigkeiten, sich auf Sie und Ihren ganz anderen Stil einzustellen. Dadurch geriet das Ergebnis der Arbeit manchmal in den Hintergrund. Ärgert Sie das?

Kullen:

Mich ärgert, dass überhaupt keine Bereitschaft da war, die Tatsachen anzuerkennen – ohne hier meinem Vorgänger einen Vorwurf zu machen, denn er war persönlich nicht für die Situation verantwortlich. Am Realitätsverlust einiger hatte ich zu knabbern. Um den Verein zu retten, musste ich ganz gewaltig gegensteuern – auch wissend, dass ich dem einen oder anderen weh tun muss.

Sich selbst mussten Sie auch weh tun, sie haben sicherlich mehr Geld in den Verein gesteckt als Sie vorhatten.

Kullen (lacht):

Das hatte ich so tatsächlich nicht erwartet. Aber es war neben den anderen Sparmaßnahmen noch das einzige, was weitergeholfen hat, weil eben sonst keiner zusätzliches Geld gegeben hat. Und ohne Geld kann ich eine Profimannschaft nicht führen. Es wird ein neuer Aufsichtsrat gewählt, wieder wird es neue Gesichter geben. Auffällig ist, dass es seit Ihrem Amtsantritt in den Vereinsgremien ein ständiges Kommen und Gehen gibt.

Kullen:

Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass jeder, der in ein Gremium kam, von der Situation überrascht wurde. Wenn man mit falschen Voraussetzungen in etwas hinein geht und dann mit der harten Realität konfrontiert wird, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder selbst in die Tasche greifen, oder den Rückzug antreten. Ich glaube aber schon, dass wir im Präsidium jetzt die richtige Mannschaft zusammen haben, um mit diesen schwierigen Zeiten fertig zu werden – und im Falle des Erfolges auch nicht gleich in Sphären abschwebt, mit denen wir noch nichts zu tun haben.

Gab es Momente, in denen Sie überlegt haben, alles hinzuschmeißen?

Kullen:

Wenn die Vernunft gesiegt hätte, hätte ich das tun müssen. Aber da ich ein Kämpfertyp und mit dem Sport verbunden bin, habe ich weitergemacht. Ich wusste genau, dass der Verein nicht aus den drei oder vier Querulanten, sondern vor allem aus ganz anderen Personen besteht. Die Arbeit mit den Sportlern und der Jugend ermutigt mich, sie nicht im Stich zu lassen.

Sie sind nicht in diesem Verein groß geworden, so zu sagen ein Quereinsteiger. Was bedeuten Ihnen die Stuttgarter Kickers?

Kullen:

Egal, ob man beim SSV Reutlingen oder bei den Stuttgarter Kickers ist: Die Spieler wachsen einem so schnell ans Herz, da entsteht ein richtig familiäres Verhältnis und eine Bindung. Das lässt einen auch an Tagen weitermachen, an denen es nicht so gut läuft.

Sie hatten bei Ihrem Amtsantritt auch angekündigt, das Verhältnis zum großen Nachbarn VfB Stuttgart zu verbessern, um in manchen Bereichen zu kooperieren. Wie ist da der Stand der Dinge?

Kullen:

Dafür, wie das Verhältnis schonmal war, sind wir einen großen Schritt vorangekommen. Wir haben mit Horst Heldt und Jochen Schneider vom VfB vereinbart, uns regelmäßig mindestens dreimal im Jahr zu treffen und uns auszutauschen. Das funktioniert sehr gut.

Die Chance, dass Sie vom neuen Aufsichtsrat erneut als Präsident berufen werden, ist groß. Was sind Ihre Visionen für die kommenden drei Jahre?

Kullen:

Noch bin ich nicht im Amt bestätigt. Meine Ziele sind: Wenn wir je den Aufstieg in die zweite Liga schaffen, uns dort zu halten. Davor muss man aber erst einmal den Aufstieg schaffen und das ist auch eine Frage der finanziellen Möglichkeiten. Der Weg, mit einem kleineren, aber qualitativ besseren Kader zu arbeiten, ist der richtige.

Falls es nicht mit dem Aufstieg klappt, könnten Sie auch mit der Qualifikation für die dritte Liga, die in der Saison 2008/2009 eingeführt wird, leben?

Kullen:

Im Zweifel müsste ich damit leben. Denn es steigen ja nur zwei Mannschaften in die zweite Liga auf, und es sind mehr, die das wollen. Die Vereine, die im Moment vor uns stehen, haben ganz andere finanzielle Möglichkeiten. Deshalb wäre es schon ein kleines Wunder, wenn wir trotzdem den Aufstieg schaffen würden.

Eßlinger Zeitung

StN: Kickers: Rückzug eines Kandidaten

Wirbel vor Aufsichtsratswahl

Stuttgart – An diesem Samstag (14.30 Uhr) treffen die Stuttgarter Kickers unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf die SV Elversberg. „Alle Spieler sind fit“, sagt Trainer Robin Dutt, der eine ähnliche Leistung wie zuletzt in Hoffenheim erwartet. Bereits am Dienstag (19 Uhr) steht für den Fußball-Regionalligisten der nächste wichtige Termin an. In der Vereinsgaststätte findet dann die Mitgliederversammlung der Blauen statt. Gewählt wird ein neuer Aufsichtsrat, der dann den Präsidenten für die kommenden drei Jahre bestimmen wird.

Dabei hätte die Kandidatenliste beinahe eine Überraschung parat gehabt. Michael Hofstetter, bis Sommer noch Mitglied im Präsidium der Blauen, hatte am Freitagvormittag mitgeteilt, dass er für einen Sitz im Aufsichtsrat kandidieren werde. Er sei dazu ermuntert worden, sagte er. Am Abend folgte dann die Kertwende: Der Rechtsanwalt zog seine Kandidatur zurück – wohl nicht ausschließlich aus eigener Motivation.

Ein anderer Name bleibt der Liste dagegen erhalten: Gerhard W. Kluge, der formal noch Mitglied im aktuellen Kontrollgremium ist. Weil aber bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts des Betrugs ermittelt, lässt er sein Amt seit April ruhen. Die Ermittlungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, „die Verdachtsmomente haben sich aber nicht erhärtet“, sagt Kluge. Er sei sich sicher, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst. „Sonst würde ich nicht kandidieren.“ Ihm passe nicht, wie bei den Kickers derzeit „mit Menschen umgegangen wird“. Dirk Preiß

Stuttgarter Nachrichten

Klare Richtlinien für das „Geisterspiel“

Zu dem „Geisterspiel“ der Stuttgarter Kickers am Samstagnachmittag, 18. November 2006 um 14.30 Uhr gegen den SV Elversberg hat der Süddeutsche Fußballverband klare Richtlinien herausgegeben. Bei diesem Spiel, das auf Grund der Vorfälle beim Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfindet, ist pro Verein jeweils eine Delegation von maximal 40 Personen erlaubt. Dazu gehören auch Spieler, Trainer und Betreuer, so dass nur noch ein kleiner Kreis von Funktionsträgern hinzukommt. Polizei, Ordnungs- und Sicherheitskräfte werden schon rechtzeitig vor Spielbeginn und auch während der Begegnung dafür sorgen, dass kein anderer Unberechtigter das Stadion betritt. Daher bitten auch die Stuttgarter Kickers nochmals ihre Fans und Freunde, in gebührendem Abstand zum Stadion zu bleiben und sich diszipliniert zu verhalten.

Zugelassen zu der Begegnung sind natürlich die Journalisten und Medienvertreter sowie das entsprechende Stadionpersonal. Selbstverständlich erhalten auch Fans vom SV Elversberg keinen Eintritt, doch wurde auf diese Situation der Gastverein rechtzeitig aufmerksam gemacht. Der öffentliche Verkauf von Alkohol im unmittelbaren Umfeld des Stadions ist nicht gestattet.

Wie bereits publiziert, wird eine Live-Übertragung der Begegnung dank der Unterstützung des Fernsehens im Kickers-Clubrestaurant im ADM-Sportpark stattfinden. Alle Fans haben also dort die Gelegenheit, das Spiel 90 Minuten lang zu verfolgen. Dort kann auch der Ausklang des Spieles erfolgen, da die Kickers-Spieler nach Abpfiff im GAZi-Stadion zu den Fans in der Kickers-Vereinsgaststätte hinzustoßen.

Offizielle Homepage

Public Viewing bei den Kickers

Die Fans, Freunde und Sympathisanten der Stuttgarter Kickers dürfen sich freuen: Dank dem Entgegenkommen vom SWR und vom Saarländischen Rundfunk, die die technischen Voraussetzungen geschaffen haben, ist eine Live-Übertragung der Regionalliga-Begegnung Stuttgarter Kickers – SV Elversberg am Samstagnachmittag, 14.30 Uhr im ADM-Sportpark in Degerloch möglich geworden.

Infolge der Vorfälle beim Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin findet diese Begegnung im GAZi-Stadion unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Zugelassen sind nur einige wenige Offizielle und die Medienvertreter. Dank dem Signal des Fernsehens wurde aber nun ähnlich wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft ein „Public-Viewing“ rund um die Kickers-Gaststätte möglich. Auf Leinwänden und großen TV-Geräten können die Fans das Spielgeschehen verfolgen.
Als Solidaritätsbeitrag erhebt der Verein einen Obolus von 5,- Euro. Jeweils 2,- Euro davon gehen an einen guten Zweck und zwar an der Förderkreis krebskranker Kinder. Die Schirmherrschaft für die Übertragung übernehmen die Präsidiumsmitglieder. Sollte ein Fehlbetrag entstehen, würde dieser Personenkreis dafür aufkommen.
„Nun hoffen wir nur auf ein faires und erfolgreiches Spiel sowie auf drei Punkte“, ist der Wunsch von Kickers-Präsident Hans Kullen. Trainer, Mannschaft und Spieler werden sich unmittelbar nach Spielende zu den Fans ins Clubrestaurant begeben, um dort auch ihren Dank für die bisherige Unterstützung abzustatten.
Mit der Begegnung gegen Elversberg wird im übrigen die Vorrunde der „Blauen“ abgeschlossen und mit einem Sieg wollen die Kickers dann in der Rückrunde wieder angreifen.

Offizielle Homepage

EßZ: Hektik vor dem „Geisterspiel“

Die Begegnung der Stuttgarter Kickers gegen die SV Elversberg wird in den ADM-Sportpark übertragen
 
Stuttgart – Keine Zuschauer, aber viel Arbeit. Das „Geisterspiel“ am kommenden Samstag (14.30 Uhr) gegen die SV Elversberg hält die Verantwortlichen von Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers fast so sehr auf Trab wie die DFB-Pokalspiele gegen den Hamburger SV und Hertha BSC Berlin, als das Gazi-Stadion ausverkauft war. Zumindest sollen die Fans der „Blauen“ die Begegnung auf Leinwänden im ADM-Sportpark sehen können.
 
Von Sigor Paesler

Auf der Geschäftsstelle der Stuttgarter geht es zurzeit hektisch zu. „Das ist schon ein ganz anderer Aufwand als bei einem normalen Regionalligaspiel. Es gibt eben kaum Erfahrungswerte“, sagt Manager Joachim Cast. „Das Wichtigste ist, dass wir die Vorgaben genau einhalten.“ Der Verein will nach dem Becherwurf in der Partie gegen Hertha, der zu der Strafe führte, nicht weiter negativ auffallen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ganz genaue Vorstellungen, wie das Spiel ohne Zuschauer ablaufen soll. Nur scheint es nicht so einfach zu sein, das via Süddeutschem Fußball-Verband (SFV) auszuformulieren. Cast verbrachte in den vergangenen Tagen jedenfalls viel Zeit am Telefon – und vor dem Faxgerät, das die genauen Instruktionen ausspucken sollte.

Bis gestern Abend wartete er vergebens. Klar ist bislang nur, dass nur eine kleine Anzahl an Vereinsvertretern, Journalisten und Sicherheitsleuten ins Stadion darf und dass der Verein Sorge tragen muss, dass niemand versucht, unrechtmäßig in die Arena zu gelangen. Eine Sperrzone wird es aber wohl nicht geben. Deshalb dürfen diejenigen, die sich rechtzeitig einen Platz sichern, beispielsweise auch versuchen, das Spielgeschehen mit dem Fernglas vom Fernsehturm aus zu beobachten.

 

Keine weiteren Kosten
Auch wenn der Aufwand groß ist, erwartet Cast nicht, dass zu den 10 000 Euro Geldstrafe und etwa der gleichen Summe an ausbleibenden Zuschauereinnahmen weitere Kosten auf den Verein zukommen.

Auch Kickers-Pressesprecher Guido Dobbratz wirkte gestern gehetzt. Seine früheren Kollegen vom SWR sollen helfen, das Spiel aus dem Stadion auf Leinwände im ADM-Sportpark zu übertragen. Doch auch hier gab es viele Fragen zu klären. Zunächst mussten die Fernsehleute überzeugt werden, die Aktion überhaupt zu unterstützen. Dann musste über die Kosten gesprochen werden und darüber, ob die Fans sich daran beteiligen sollen.

„Der SWR und der Saarländische Rundfunk haben Grünes Licht gegeben, die Kosten übernimmt ein Sponsor“, gab Dobbratz gestern Entwarnung. Der Beitrag der Anhänger wird fünf Euro betragen, zwei Euro davon gehen als Spende an den Förderkreis krebskranker Kinder in Stuttgart.

Die etwa tausend Dauerkarteninhaber der Kickers sollen als Ausgleich für das verpasste Spiel eine Freikarte für eine Begegnung im kommenden Jahr bekommen. Etwa, wenn die Hertha tatsächlich wie angekündigt Ende Februar ohne Gage zu einem Freundschaftsspiel auf der Waldau antritt.

Die Mannschaft bereitet sich übrigens auch auf das „Geisterspiel“ am Samstag vor: Heute wird sie im – selbstverständlich leeren – Stadion eine Trainingseinheit absolvieren.

Eßlinger Zeitung

StZ: Spiel live im ADM-Sportpark?

Kickers schreiben schwarze Zahlen

STUTTGART (ump). So schnell kann“s gehen: Am nächsten Wochenende endet bereits die Hinrunde in der Fußball-Regionalliga. Und das Heimspiel gegen die SV Elversberg (14.30 Uhr) stellt die Stuttgarter Kickers dabei vor besondere Probleme. Nicht nur, weil nach neun Spielen endlich mal wieder ein Sieg eingefahren werden soll, sondern auch weil das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden muss. Eine Folge des Spielabbruchs im DFB-Pokal gegen Hertha BSC.
Damit die Fans nicht ganz in die Röhre schauen, will der Verein eine Liveübertragung auf das Klubgelände im ADM-Sportpark organisieren. „Zu 95 Prozent ist das gesichert“, sagte gestern das Präsidiumsmitglied Dieter Wahl, der die technischen Absprachen mit dem federführenden SWR regelt. Noch nicht ganz geklärt ist, ob dafür ein Obolus (im Gespräch sind fünf Euro) erhoben wird. „Das Problem ist auch, dass wir nicht genau wissen, wie viele Fans von dem Angebot Gebrauch machen wollen“, sagt Wahl. Klar ist dagegen, dass die rund tausend Dauerkartenbesitzer der Kickers für die entgangene Partie in der Rückrunde eine Freikarte nach ihrer Wahl bekommen.
Neben der Geldstrafe von 10 000 Euro muss der Verein am Samstag noch einmal in etwa die gleiche Summe durch die fehlenden Zuschauereinnahmen abschreiben, dazu kommen jetzt die Kosten für die geplante TV-Übertragung im mittleren vierstelligen Bereich, sodass die Aktion den Etat mit rund 25 000 Euro belasten dürfte.
Da trifft es sich gut, dass die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres 2005/06 (zum 30. Juni) „eine schöne Zahl“ aufweist, wie es der Präsident Hans Kullen im Hinblick auf die Mitgliederversammlung in einer Woche ausdrückt. Die genaue Summe wollte er noch nicht nennen, doch soll sie bei etwa 60 000 Euro liegen. Schwarze Zahlen bei den Blauen – das hat es seit dem Abstieg aus der zweiten Liga nicht mehr gegeben.

Stuttgarter Zeitung

StN zur bevorstehenden Jahreshauptversammlung

„Ein ganz schweres Spiel für mich“
 
Kickers-Funktionär Kurz
 
Stuttgart – An diesem Samstag (14.30 Uhr) muss Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers beim TSV 1860 München II antreten. Kickers-Präsidiumsmitglied Edgar Kurz steckt dabei in der Zwickmühle. Sein Sohn Marco (37) trainiert die kleinen Löwen.

Herr Kurz, sagen Sie jetzt nur nicht, diese Partie im Grünwalder Stadion ist für Sie ein Spiel wie jedes andere.

Die Gefahr besteht absolut nicht. Dieses Spiel wird ganz, ganz schwer für mich.

Wem drücken Sie denn nun die Daumen?

Zum Glück habe ich zwei. Ich hoffe auf ein Unentschieden.

Die Kickers würde dies nicht weiterbringen.

(Stöhnt.) Ich weiß, dass die Kickers zwingend gewinnen müssen, schließlich wollen wir aufsteigen, aber . . .

. . . Marco ist nun mal Ihr Sohn.

Ja, ich muss abwägen zwischen dem Präsidiumsamt und der Vaterrolle. Marco fühlt sich in München sehr wohl und hat mit seiner Frau und den beiden Kindern dort gebaut. Für ihn geht es um den Job. Er hat einen Vertrag bis zum Saisonende und mit seinem Team gerade mal ein Vier-Punkte-Polster auf einen Abstiegsplatz.

Holt er sich bei Ihnen Tipps?

Oh, das braucht er wirklich nicht. Er hat die Kickers in dieser Saison schon viermal gesehen. Er ist ein akribischer Arbeiter und wird hundertprozentig vorbereitet sein.

Wie haben Sie die Strafe wegen des Spielabbruchs gegen Hertha BSC aufgenommen?

Ein Spiel vor leeren Rängen und 10 000 Euro Geldstrafe sind schlimm genug. Aber unterm Strich hält es sich im Rahmen.

Hertha-Manager Dieter Hoeneß möchte den Kickers möglicherweise entgegenkommen.

Das wäre sehr schön. Wir können jeden Cent wunderbar gebrauchen.

Am 21. November steht die Hauptversammlung an. Stehen Sie für eine weitere Amtszeit zur Verfügung?

Ich denke, es wäre wichtig, dass das eingespielte Team weitermacht. Präsident Hans Kullen ist manchmal zwar stur wie ein Elefant, aber man muss ganz klar sehen: Ohne ihn wären wir in der Oberliga gelandet.

Nur um Ihnen solch schwere Spiele wie am Samstag vielleicht einmal zu ersparen: Wann wird Ihr Sohn Kickers-Trainer?

(Lacht.) Das weiß kein Mensch. Ich denke, es ist der große Wunsch des Präsidenten, den Vertrag mit Robin Dutt zu verlängern.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Klaus Lang kandidiert für Kickers-Aufsichtsrat
 
Stuttgart (jüf) – Robin Dutt versprüht Optimismus. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in München die Wende schaffen“, sagt der Trainer der Stuttgarter Kickers vor der Partie an diesem Samstag (14.30 Uhr) beim TSV 1860 II. Die Mannschaft habe in dieser Woche sehr diszipliniert mitgezogen. Dies soll sich im Spiel fortsetzen. „Die Null muss stehen“, fordert Dutt nach sechs sieglosen Regionalligaspielen in Serie. Bis auf den gesperrten Mustafa Parmak sind alle Spieler einsatzfähig. Möglich, dass Dutt das System umstellt. In dieser Woche ließ er im Training eine 3-5-2-Formation einstudieren.

Unterdessen werden bei den Blauen die Weichen für die Hauptversammlung am 21. November gestellt. Klaus Lang, 67, bis vor drei Jahren Finanzbürgermeister der Stadt Stuttgart, bestätigte, dass er für den Aufsichtsrat kandidieren werde: „Ich bringe meine langjährige Erfahrung gerne ein.“

Stuttgarter Nachrichten