Vorberichte FSV Hollenbach – Stuttgarter Kickers II

Sumpflandschaft statt Spielwiese

Von Marc Schmerbeck

Fussball – Das Vorgeplänkel ist vorüber. Die harte Zeit der Vorbereitung ist zu Ende. Der FSV Hollenbach steht direkt vor seiner ersten Oberliga-Saison. Die Euphorie ist groß. „Die Vorfreude ist bei allen gleich. Es wird Zeit, dass es los- geht. Wir fiebern diesem Spiel seit Wochen entgegen.“

Getrübt wird der Saisonauftakt allerdings von Schwierigkeiten mit dem Hauptspielfeld. Die Spielwiese ist zur Sumpflandschaft geworden „Es kann sein, dass wir auf dem Kunstrasen spielen müssen. Wir haben die Stuttgarter Kickers bereits informiert“, sagt Stephan. „Eine Ecke des Rasenplatzes ist zu sumpfig. Wir wissen aber noch nicht, ob es vom Wald kommt oder von einer undichten Leitung der Beregnungsanlage.“ Die Ecke ist so sumpfig, dass vor dem WFV-Pokalspiel der zweiten Mannschaft gegen Tura Untermünkheim sogar der Rasenmäher stecken blieb. „Wir haben das Spielfeld nun acht Wochen lang geschont, da muss es nicht sein, dass wir es im ersten Spiel gleich umpflügen“, sagt Stephan.

Zum Saisonauftakt bekommt es seine Elf um 15.30 Uhr mit der zweiten Mannschaft der Stuttgarter Kickers zu tun. „Ich habe sich noch nicht live gesehen“, sagt Stephan. „Aber ich habe mich bei verschiedenen Seiten informiert. Das ist sicher eine spielstarke Mannschaft, die gerade bei eigenem Ballbesitz stark ist.“ Der Coach bezeichnet die Stuttgarter als idealen Gegner: „Das ist eine namhafte Mannschaft, die aber schlagbar ist. Wir hoffen auf eine stattliche Zuschauerkulisse.“ Die könnte es durchaus geben, denn die meisten Spiele des Bezirkspokals werden erst um 18 Uhr angepfiffen.

Sumpflandschaft statt Spielwiese
Johannes Volk kam vom FV Lauda zum FSV. Er ist einer von zahlreichen Neuzugängen, die einen starken Eindruck hinterließen.

Vorbereitung

Zwar verlief die Vorbereitung der Hollenbacher in erster Linie positiv. Doch darauf will Stephan noch nicht so viel geben. „Die ersten klaren Erkenntnisse sammle ich am Wochenende. Auf die Vorbereitungs- und Pokalspiele gebe ich nicht so viel.“ Hier steht der FSV in der dritten Runde des WFV-Pokals. Doch dadurch wird die Mannschaft vier Englische Wochen in Folge haben. Die erste ist mit zwei Pokalspielen bereits absolviert. „Unser großer Kader lässt uns dem positiv entgegensehen, da wir kaum Verletzte und somit viele Alternativen haben. Wir werden von der Möglichkeit zu wechseln Gebrauch machen“, sagt Stephan. „Von Vereinsseite wurde ja alles getan, den Kader in der Breite und in der Qualität zu verstärken.“ So hat er nun die Qual der Wahl. Fraglich ist der Einsatz von Neuzugang Stephan Ilgenfritz, der gegen Münchingen einen Schlag gegen die Wade bekam und wohl geschont wird. Fehlen wird auch Pascal Sohm. Er laboriert an einer Zerrung.

Sumpflandschaft statt Spielwiese
Stephan Ilgenfritz muss gegen die Kickers wohl pausieren.

Spielen kann dafür Torhüter Tobias Röschl. Seine Schleimbeutelentzündung am Ellbogen ist wieder so weit abgeklungen, dass er spielen kann. Die Partie gegen die Kickers ist für den FSV der erste Schritt zum angestrebten Klassenerhalt.

Zusammenhalt

„Der Schlüssel dafür ist der Zusammenhalt. Jeder muss seinen Platz finden und alle Puzzleteile müssen ein harmonisches Gesamtbild ergeben“, sagt Stephan. „Ich bin mir sicher, dass wir konkurrenzfähig sein werden, auch wenn wir die Qualitäten der anderen Mannschaften noch nicht kennen. Mutig, aber mit dem nötigen Respekt, könnte die Devise für die ersten Spiele heißen. Respekt auch deshalb, weil vergangene Saison drei Aufsteiger gleich wieder abgestiegen sind und bei bis zu sechs Absteigern sicherlich sehr viele Punkte für den Klassenerhalt nötig sind.“

Heilbronner Stimme

Vorberichte Stuttgarter Kickers – FC Memmingen

Die Kickers zieht es nach oben
Regionalliga Vor dem Saisonstart morgen gegen den FC Memmingen steckt der Trainer Dirk Schuster hohe Ziele. Von Carlos Ubina

Es ist schon eine ganze Weile her, dass Dirk Schuster auf den VfB Stuttgart herunterschauen konnte. Damals war er noch Spieler und gelegentlich mit dem Karlsruher SC erfolgreicher als der Bundesligarivale. Nun ist Schuster Trainer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers und war gestern zum ersten Mal auf dem Fernsehturm – und von dort oben lässt sich, rein geografisch natürlich, wunderbar auf die Mercedes-Benz-Arena in Bad Cannstatt herunterblicken.

Sportlich wollen sich die Kickers auch wieder dem VfB nähern. „Wir haben uns hohe Ziele gesteckt“, sagt Schuster vor dem ersten Punktspiel morgen (14 Uhr) gegen den FC Memmingen im Gazi-Stadion. Platz eins bis sechs soll es am Ende sein – oder besser Platz sechs bis eins. Denn als Tabellenneunter der vergangenen Saison und mit bescheidenen finanziellen Möglichkeiten sind die Blauen nicht zwingend der große Aufstiegsaspirant. „Qualitativ haben wir uns aber in der Offensive verstärkt“, sagt Schuster und macht damit auch klar, wie er sich seine Elf vorstellt: aggressiv und fußballerisch dominant.

Verzichten muss der Trainer dabei auf die verletzten Dirk Prediger (Kreuzbandriss) und Simon Köpf (Knochenabsplitterung im Sprunggelenk). Der Innenverteidiger Köpf soll heute operiert werden und fällt vier bis sechs Wochen aus.

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Marcel Rapp, der sich zuletzt beim 3:1 im WFV-Pokalspiel gegen Metzingen (Drittrundengegner ist Nagold) im Gesicht verletzt hat. Dagegen spielt Mahir Savranlioglu in den Überlegungen für die Anfangself gegen Memmingen keine Rolle, da bei dem Mittelfeldspieler leichte Herzprobleme diagnostiziert wurden und die Angelegenheit Savranlioglu belastet. „Er wirkt etwas gehemmt und wird sich nun einem internistischen Eingriff unterziehen, um Gewissheit zu bekommen“, sagt Schuster.

Was die Leistungen anbelangt, haben die zwei WFV-Pokalpartien gegen Glems und Metzingen zumindest in Sachen Jéräme Gondorf und Ali Pala wieder Zweifel beim Trainer hervorgerufen. Bis dahin hatte das Duo eine gute Vorbereitung hingelegt, jetzt müssen beide um ihren Platz im Team bangen. Und in der Personalie Patrick Milchraum gibt es ebenfalls Neues: auch den 26-Jährigen, zuletzt Trainingsgast bei den Kickers, zieht es nach oben. Milchraum absolviert ein Probetraining beim Zweitliga-Aufsteiger Erzgebirge Aue.

Stuttgarter Zeitung

„So schnell wie möglich raus aus der Liga“

Stuttgart – Am Samstag (14 Uhr) beginnt im Gazistadion gegen den FC Memmingen der Ernst der Regionalliga für die Stuttgarter Kickers. Trainer Dirk Schuster schätzt seinen Kader stärker ein als vergangene Runde – und er hat sich und den Spielern deshalb ein neues Ziel gesetzt.

Herr Schuster, sind Sie vor dem Ligastart 2010 nervöser als in der vergangenen Saison?

Es wird wirklich Zeit, dass die Punktrunde losgeht. Alle bei den Kickers haben diese gewisse Anspannung und Vorfreude – wir wissen, dass wir sehr gut gearbeitet haben in der Vorbereitung. Wir wollen das auch unseren Fans beweisen. Und natürlich ist man auch als Trainer angespannt und spürt das Startfieber. Das gehört einfach dazu.

2009 haben Sie kein Saisonziel proklamiert, jetzt lautet es Platz eins bis sechs. Jetzt werden alle Sie an diesen Worten messen.

Moment, wir haben uns bereits zur Rückrunde ein Ziel gesetzt, es lautete: Einen Punkt mehr als in der Vorrunde zu holen – das haben wir erreicht. Vergangene Saison stand unter der Vorgabe, sich zu konsolidieren, in der Liga eine gute Rolle zu spielen, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen, ordentlichen Fußball zu zeigen – so etwas kann man nicht an Punkten festmachen. Die Kickers waren eine getunte Oberliga-Truppe. Wir haben nicht genau gewusst, was uns erwartet und wo wir stehen.

Und jetzt wissen sie was auf Sie zukommt?

Wir sind letzte Saison Neunter geworden, haben Torjäger Mijo Tunjic verloren, aber die Zugänge haben den Kader qualitativ verbessert. Deshalb stecken wir uns ein neues Ziel, wir wären schlechte Sportler, wollten wir Platz neun aus der letzten Runde verteidigen. Ich bin überzeugt, dass wir ins erste Drittel der Tabelle marschieren können.

Was haben die Jungs letzte Saison gelernt?

In erster Linie Erfahrung gesammelt und die Überzeugung bekommen, dass sie mit allen Mannschaften in der Regionalliga mithalten können. Dass es kein Team gab, das dramatisch überlegen war. Aber die Spieler haben auch gesehen, dass sie immer 100 Prozent abrufen müssen, wenn sie gewinnen wollen – selbst gegen Gegner wie Alzenau geht mit angezogener Handbremse nichts.

Und wo haben Sie als Trainer dazugelernt?

In allen Bereichen, aber diese Details gehören nicht in die Öffentlichkeit.

Jetzt machen Sie mich erst recht neugierig. Können Sie Ihren eigenen Reifeprozesse bitte etwas skizzieren?

Natürlich war ich mir immer schon bewusst, dass ich nicht alles weiß und nicht alles kann, außerdem bin ich nicht beratungsresistent, sondern offen für Anregungen und Hinweise. Wir haben uns im Team der handelnden Personen gegenseitig angespornt, aber auch kontroverse Diskussionen geführt und im Prozess der Problembewältigung neue Erkenntnisse gesammelt.

Topstar Tunjic ist weg, fünf neue Spieler sind gekommen – warum ist der Kader besser?

Wie wir einen stärkeren Konkurrenzkampf haben – 2009 sind sechs Spieler in der Vorbereitung mit schweren Verletzungen weggebrochen. Das fällt stark ins Gewicht bei einem 20-Mann-Kader. Derzeit fehlen nur Dirk Prediger mit einem Kreuzbandriss und Simon Köpf mittel- beziehungsweise langfristig, deshalb findet ein härterer Kampf um die Stammplätze statt – denn bei mir zählt ausschließlich der Leistungsgedanke. Das bringt das Team nach vorn.

Diesbezüglich wäre eine Verstärkung namens Patrick Milchraum höchst willkommen.

Natürlich, er ist ein hochinteressanter Spieler. Aber wir haben aus den Gesprächen herausgehört, dass sein Ziel nicht die vierte Liga ist – sein Ziel muss die dritte, ja sogar zweite Liga sein. (Milchraum war Trainingsgast der Blauen, d. Red.) Von seinen Fähigkeiten ist er für die vierte Liga überqualifiziert. Wenn er zu den Kickers kommen würde, würden wir uns qualitativ in der Offensive deutlich verstärken. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich mit der Regionalliga zufrieden gibt.

Gibt’s denn schon Interessenten für den ehemaligen Spieler der Münchner Löwen?

Ja. Seit Donnerstag trainiert er beim Zweitligisten Erzgebirge Aue mit.

Wenn Milchraum kein Blauer wird, haben Sie noch einen Schuss bei Neuverpflichtungen frei. Wen haben Sie im Visier?

Das ist davon abhängig, wer uns vor die Flinte läuft. Wir müssen nicht mehr unbedingt etwas machen – wenn sich jemand schwer verletzt oder plötzlich Bedarf auf einer Position entsteht, dann können wir kurzfristig aktiv werden. Wir haben weder Druck noch Eile – wir haben noch eine Patrone frei und halten die Augen offen.

Marcel Rapp wurde von Ihnen wieder zum Kapitän bestimmt – ist er Ihr verlängerter Arm, Ihr Führungsspieler?

Ich habe ihn nicht bestimmt, die Mannschaft hat ihn und den Spielerrat gewählt. Da habe ich nicht diktatorisch eingegriffen. Das zeigt seinen Stellenwert. Und: Führungspersonen definieren sich ausschließlich über Leistung. Sie ist das A und O – wer auf Dauer keine Leistung bringt, kann kein Führungsspieler sein.

2009 haben Sie den Kapitän aber bestimmt.

Da war das Team fast komplett neu, die Spieler kannten sich kaum. Rapp war schon damals ein Vorzeigeprofi, deshalb habe ich ihn bestimmt. Jetzt haben wir eine gewachsene Mannschaft, die Spieler kennen sich. Also muss der Trainer nicht in interne Prozesse eingreifen, die Mannschaft regelt selbst, wer ihre Interessen vertritt.

Wie lang ist Ihre Trainer-Leine?

Das ist von den Spielern abhängig. Wenn es nicht funktioniert, sind die Zügel ganz schnell wieder straff und kurz.

Bald jeder Club schimpft über die teure, unattraktive Regionalliga – hat sie eine Zukunft?

Nein, die hat sie überhaupt nicht. In der West-Liga haben drei Teams zurückgezogen, die sportlichen Absteiger sind drin geblieben. Das sagt viel aus. Für die Kickers ist diese Liga auf Dauer nicht machbar, da sollten sich alle Beteiligten schnell etwas einfallen lassen. Bei nur einem Aufsteiger in einer 18er-Liga, da kann wie in der letzten Saison sehr schnell die Luft raus sein.

Dann noch Reserveteams von Proficlubs, die auch nicht reizvoll sind. Greuther Fürth II, …

… Wehen-Wiesbaden II. Das ist unattraktiv – aus Sponsoren-Sicht wie auch für die Zuschauer.

Da kann es nur eines geben.

Richtig. So schnell wie möglich raus aus der Liga.

Wie realistisch ist das für die Kickers?

Das wird sich zeigen.

Noch eine Frage brennt mir auf den Nägeln: Ist eine Kooperation mit dem VfB, etwa als Farmteam, tatsächlich undenkbar?

Grundsätzlich ist jeder Spieler, der unseren Kader verbessert, für uns interessant. Ein Farmteam des VfB ist quatsch, das ist nicht machbar. Aber wir haben eine Zusammenarbeit mit dem VfB begonnen, den Gedankenaustausch forciert, 2009 gab es Gespräche mit Jochen Schneider (VfB-Sportdirektor, Anm. d. Red.). Ein Resultat war: Ali Pala kehrte zu uns zurück. Bei gegenseitigem Nutzen wäre es doch töricht, mit dem großen Stadtrivalen – mit dem wir uns gerade sowieso nicht messen können – nicht zusammenzuarbeiten.

Schwarzwälder Bote

Die Zurückhaltung ist abgelegt
Nach Platz neun im ersten Regionalliga-Jahr wollen die „Blauen“ jetzt mehr

Stuttgart – Für die Stuttgarter Kickers wird es ernst: Mit dem Heimspiel morgen (14 Uhr) gegen Aufsteiger FC Memmingen starten die „Blauen“ in ihre zweite Saison in der Fußball-Regionalliga. Und die Zurückhaltung ist abgelegt. „Wir wollen im vorderen Drittel landen“, macht Trainer Dirk Schuster klar, dass nach Platz neun im Vorjahr die Erwartungen gestiegen sind.

Von Beate Wockenfuß

Schuster ist zuversichtlich, dass seine junge Mannschaft jetzt zu Höherem fähig ist. „Die Spieler haben in der zurückliegenden Saison viel gelernt und sich weiterentwickelt“, begründet der Coach. Zudem ist das Grundgerüst des Teams erhalten geblieben. Und in Marcel Brand­stetter, Daniel Reule sowie Denis Videc sind gleich drei neue Stürmer an Bord. „Wir haben uns im Offensivbereich qualitativ verbessert“, betont Schuster. Schließlich haben die externen Neuzugänge vier und fünf – Oliver Stierle und Ali Pala – ebenfalls Zug nach vorne. „Jetzt sind wir schwerer ausrechenbar, weil wir mehr Variationsmöglichkeiten haben“, freut sich der 42-Jährige, der in Rückkehrer Stierle zudem einen erfahrenen Leitwolf dazubekommen hat. „Er trägt den absoluten Siegeswillen in sich und geht sowohl auf als auch neben dem Platz voran.“ Ob in Patrick Milchraum ein weiterer früherer Kickers-Akteur zurückkehrt, ist noch offen. Der 26-Jährige, der sich zuletzt bei den „Blauen“ fit gehalten hat, nahm gestern beim Zweitligisten Erzgebirge Aue ein Probetraining auf. „Natürlich hätte ich ihn gerne hier. Er könnte uns mit seiner Erfahrung sicher weiterhelfen, hat aber auf alle Fälle Zweitliganiveau“, sagt Schuster über den Mittelfeldspieler, der in den vergangenen sechs Jahren bei Alemannia Aachen und dem TSV 1860 München auf insgesamt 142 Zweitliga-Einsätze und 17 Tore kam. Allerdings sind die Kickers und Erzgebirge Aue nicht die einzigen Interessenten.Damit stehen aktuell 22 Akteure in Schusters Kader. Von denen jedoch zwei verletzungsbedingt länger ausfallen. Am schlimmsten erwischte es Stürmer Dirk Prediger, der sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zuzog und bis zur Winterpause nicht mehr zur Verfügung steht. Innenverteidiger Simon Köpf fehlt mindestens vier, maximal sechs Wochen, nachdem er gestern am Sprunggelenk operiert wurde. Am kommenden Montag muss sich zudem Mahir Savranlioglu wegen seiner Herzprobleme einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Indes stellte sich die Verletzung, die Kapitän Marcel Rapp am Dienstag beim WFV-Pokal in Metzingen erlitt, zum Glück nicht als schwerwiegend heraus, sodass der Innenverteidiger wohl morgen gegen Memmingen wieder dabei sein könnte. „Hinter seinem Einsatz steht noch ein kleines Fragezeichen“, sagt Schuster, der mit einem unbequemen Auftaktgegner rechnet. „Das wird mit Sicherheit kein Spaziergang“, warnt er. Denn der souveräne Meister der Bayernliga bringe seine Aufstiegseuphorie mit. „Die Memminger wollen sich in der Regionalliga beweisen und gleich zeigen, dass sie mithalten können – so wie wir letztes Jahr“, betont Schuster.

Der Kader
Abgänge:Marcel Charrier, Christian Grujicic (beide Ziel unbekannt), Gökhan Gümüssu (TSV 1860 München II), Andre Olveira (SSV Reutlingen), Franco Petruso (Ziel unbekannt), Luis Rodrigues (Ziel unbekannt), Moritz Steinle (eigene 2. Mannschaft), Kaan Tosun (Waldhof Mannheim), Mijo Tunjic (SpVgg Unterhaching).Zugänge:Marcel Brandstetter (VfR Aalen), Royal-Dominique Fennell (eigene 2. Mannschaft), Ali Pala (VfB Stuttgart II), Daniel Reule (SV Waldhof Mannheim), Oliver Stierle (FC Bayern München II), Denis Videc (FC Heilbronn), Andreas Wonschick (eigene 2. Mannschaft).Tor:Daniel Wagner, Günay Güvenc.Abwehr:Alessandro Abruscia, Patrick Auracher, Fabian Gerster, Simon Köpf, Marcel Rapp, Andreas Wonschick.Mittelfeld:Royal-Dominique Fennell, Jerome Gondorf, Marcel Ivanusa, Demis Jung, Enzo Marchese, Ali Pala, Michele Rizzi, Mahir Savranlioglu, Oliver Stierle.Angriff:Marcel Brandstetter, Dirk Prediger, Daniel Reule, Philip Türpitz, Denis Videc.Trainer:Dirk Schuster.

Eßlinger Zeitung

U23 Team in 3.wfv-Pokalrunde eingezogen

Am vergangenen Mittwoch zog die Mannschaft von Trainer Björn Hinck mit einem 0:2 Auswärtssieg gegen den Landesligisten TSV Deizisau in die 3.Pokalrunde ein und hat in der nächsten Runde ein Heimspiel gegen den Ligakonkurrenten 1.FC Normannia Gmünd

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze – diese Floskel behauptet sich sich doch stetig, wenn es im Pokal gegen vermeintlich schwächere Gegner geht.
So sahen die gut 300 Zuschauer in Deizisau sofort eine packende Partie, in der die Gastgeber auf einem sehr kleinen Rasen kompakt standen und gut aufspielte – die Kickers aber Mühe hatten, das Defensiv-Bollwerk zu knacken.
Bereits nach 5.Minuten der erste Aufreger, als nach einem Missverstädnis zwischen Kickers Torspieler Dennis Eiberle und seinen Vorderleuten der Ball gen Strafraum trudelte,der heranstürmende Gegenspieler den Ball auch noch an Eiberle vorbeispitzeln konnte, aber der Winkel für einen platzierten Schuss zu spitz wurde.
Die kleinen Blauen mit viel Ballbesitz ließen Ball und Gegner laufen, und versuchten, mit schnellen Flügelspiel in den gegnerischen Strafraum einzudringen.
Besonders die rechte Seite um Daniel Kaiser hatte viel Druck in den Offensiv-Aktionen, leider fehlten den zahlreichen Flanken der letzte Abnehmer. Die erste gute Aktion nach 12 Spielminuten durch einen Kopfball von Dominik Parham,der knapp über das Tor schrammte. 2 Minuten später hatte Kaiser die Chance mit einem strammen Volleyschuss,den der Keeper im Nachfassen aber fest hielt.
In der 20.Minute beinahe die Führung für den „Underdog“ – ein Freistoß aus 25m klatschte an die Latte. Nur eine Minute später wieder ein Standard aus ähnlicher Position,Eiberle kann den harten Schuss nicht festhalten und zum guten Glück schrammte der Nachschuss nur Zentimeter am Pfosten vorbei.
In der 43.Minute die erlösende Führung für die Kickers. Eine gut getretene Flanke von Michael Holzer köpfte Kaiser mit Übersicht wieder in den Strafraum und Dominik Parham kann das Leder mit der Fußspitze über die Linie bugsieren.
Nach der Halbzeit war der TSV Deizisau besser im Spiel,konnte gefährlich kombinieren. In der 52.Minute die letzte große Chance,als ein Deizisauer Akteur alleine auf Eiberle zulief, aber am großartigen reagieren Torspieler scheiterte.
Ab der 60.Minute zollten dann die Gastgeber dem hohen Tempo den fälligen Tribut,und die Kickers drängten auf die Entscheidung.
Viele 100%-ige Chancen wurden herausgespielt, leider fehlte im Abschluss die letzte Konsequenz, sodass sich die Partie lange auf Messers Schneide bewegte und nicht mit einem Kantersieg endete. Jan Nagel besorgte in der 89.Minute dann die Entscheidung, als er nach Vorarbeit von Ugur Yilmaz und Predrag Sarajlic den Ball ins leere Tor drücken konnte.

Termin für das Spiel der 3.Pokalrunde ist am Mittwoch, den 18.08.2010 auf der Bezirkssportanlage Waldau. Gegner ist Oberligist 1.FC Normannia Gmünd.

SV Stuttgarter Kickers II: Eiberle – Wonschick – Fennell – Mucan – Leutenecker – Kandazoglu (73.Schaal) – Sarajlic – Jung – Kaiser (75.Gatzky)- Holzer (46.Holzer) – Parham (66.Yilmaz)

Tore:

0:1 Parham (43.)
0:2 Nagel (89.)

Zuschauer: 300

Offizielle Homepage

StZ: Interview Dirk Schuster spricht vor dem Saisonstart über seine Pläne mit den Stuttgarter Kickers.

„Die Mannschaft ist noch einen Tick fitter“

Die Stuttgarter Kickers starten am Samstag gegen den Aufsteiger FC Memmingen in ihre zweite Saison in der Fußball-Regionalliga unter dem Trainer Dirk Schuster. Nach Platz neun im Vorjahr sind die Ziele diesmal deutlich höher.

Herr Schuster, Sie haben in diesem Jahr die Zielsetzung Platz eins bis sechs ausgegeben. Was spricht denn dagegen, dass die Kickers am Ende Meister werden?

Dass viel zusammenkommen muss, um Platz eins zu belegen.

Zum Beispiel?

Zunächst einmal müssen wir sehr gut in die Saison starten, wovon ich eigentlich überzeugt bin, wir müssen weitgehend verletzungsfrei bleiben – und in manchen Spielen auch das Quäntchen Glück haben. Aber das ist nicht planbar, weil letztlich eben nur eine Mannschaft aufsteigt.

Aber der Kader ist doch stärker geworden?

Wir haben zwar im Vergleich zum letzten Jahr eine deutlich ausgeglichenere Mannschaft und sind in der Offensive qualitativ besser. Aber die Konkurrenz schläft auch nicht – wobei die Zielsetzung mit Platz eins bis sechs auf alle Fälle realistisch ist.

Wenn Sie von der Konkurrenz sprechen, welche Vereine stufen Sie denn als Ihre stärksten Rivalen ein?

Ich denke, dass die zweiten Mannschaften des 1. FC Nürnberg, des SC Freiburg und selbst des Karlsruher SC nach einer tollen Rückrunde die Devise haben, im ersten Drittel zu landen. Dazu rechne ich Hessen Kassel, das enorm aufgerüstet hat. Und wenn in Hoffenheim die Maxime existiert, den Durchmarsch in die dritte Liga zu schaffen, wird man sie nicht aufhalten können. Von deren wirtschaftlichen Möglichkeiten kann jeder andere Regionalligist nur träumen. Wenn man sieht, dass sie einen dänischen Nationalspieler für die U 23 verpflichtet haben, dann weiß man ungefähr, wohin die Reise gehen soll. Dazu kommt vielleicht eine Überraschungsmannschaft wie die SpVgg Weiden oder die SG Sonnenhof Großaspach.

Im Vorjahr hatten sie keine Zielsetzung ausgegeben, jetzt ist es anders. Spricht das für ein neues Selbstbewusstsein der Kickers?

Letztes Jahr hatte kaum ein Spieler Regionalligaerfahrung. Deshalb wussten wir vor der Runde nicht so richtig, was wir erwarten können. Aber es war eine sehr lehrreiche Saison für uns, jeder Spieler hat sich inzwischen weiterentwickelt. Und warum sollten wir da nach Platz neun einen Schritt zurückgehen?

Vielleicht weil der Torjäger Mijo Tunjic mit seinen 19 Treffern den Verein verlassen hat. Sollen dafür Daniel Reule, Ali Pala und Marcel Brandstetter je sieben Tore schießen, um die Quote zu überbieten?

Sie haben jetzt nur die Neuzugänge angesprochen. Aber wir haben noch Philipp Türpitz, auch von Denis Videc können wir einiges erwarten, und Oliver Stierle ist sehr offensiv ausgerichtet auf der linken Seite. Wir haben die Verantwortung somit auf mehrere Spieler verteilt. Ich will aber keinen der Stürmer mit sieben Toren unterfordern, wenn sie wollen, können sie auch 19 machen. Da gibt“s keine Vorgabe. Aber ich glaube, dass wir schwerer ausrechenbar sind und mehr Variationsmöglichkeiten haben. Im vergangenen Jahr hat sich die Elf oft von alleine aufgestellt.

Welche Rückschlüsse gibt es aus der Vorbereitung, etwa Änderungen im taktischen Bereich, nachdem Sie ja einige Varianten ausprobiert haben?

Wir haben in Dirk Prediger und Simon Köpf nur zwei ernsthafte verletzungsbedingte Ausfälle, im Vorjahr waren es gleich sechs Spieler. Außerdem haben wir anhand der Vergleichswerte festgestellt, dass die Mannschaft nochmal einen Tick fitter geworden ist, was sich etwa bei Laufübungen in den Zeiten deutlich niedergeschlagen hat. Am System wird sich nichts ändern. Wir werden ein 4-4-2 mit Raute favorisieren, können aber verschiedene Positionen während des Spiels variieren.

In der Regionalliga selbst läuft nicht alles rund, deshalb gibt es verschiedene Reformvorschläge. Was müsste sich Ihrer Meinung nach denn ändern?

Mit nur einem Aufsteiger aus jeder Staffel droht von vorneherein eine gewisse Langeweile. Wenn, wie im Vorjahr mit dem VfR Aalen, eine Mannschaft vorneweg marschiert, wird die Liga uninteressant. Ein Relegationsplatz würde deshalb Wunder wirken. Was mich zudem stutzig macht, sind die vielen Insolvenzen oder freiwilligen Verzichte in allen drei Staffeln. Ganz extrem im Westen, wo sportlich kein Team abgestiegen ist. Aber das sind Dinge, die nicht in unserer Macht liegen, das muss der Deutsche Fußball-Bund klären.

Bei den Kickers wurde der Etat immerhin um rund 20 Prozent auf gut zwei Millionen Euro erhöht. Dennoch hat der Verein auf teure Verpflichtungen verzichtet. Warum?

Wir verfolgen ja bereits seit letztem Jahr die Linie, vorrangig Spieler aus den eigenen Reihen zu holen. Erst wenn wir feststellen, dass die den Anforderungen noch nicht ganz genügen, befassen wir uns mit externen Neuzugängen. Die sollen aber nach Möglichkeit aus der Region stammen. Wir wollen einfach, dass sich die Spieler mit dem Verein identifizieren können. Das hat sich positiv bemerkbar gemacht und war auch eine Signalwirkung für Spieler wie Pala, Brandstetter oder Stierle, wieder zurückzukommen.

Nicht zu vergessen Patrick Milchraum.

Er ist ein hervorragender Trainingsgast, nicht mehr und nicht weniger.

Hat Sie denn ein Spieler in der Vorbereitung besonders überrascht?

Besonders angetan bin ich von Jéräme Gondorf, der schon am ersten Tag in einem sehr guten körperlichen Zustand zu uns kam. Ich glaube, er hat die Schwierigkeiten, die er in der Rückrunde hatte, verinnerlicht, nachdem er in der Wintervorbereitung zu großen Teilen gefehlt hatte.

Auch Enzo Marchese hatte in der Rückrunde über weite Strecken nicht die optimale Form. Er macht jetzt einen viel besseren Eindruck. Wie kommt das?

Wenn man allgemein die Entwicklung bei den Körperfettwerten sieht, hat sich der reine Fettanteil bei allen verbessert, aber extrem bei ihm. Das sieht man auch auf dem Platz. Er neigt als Italiener von seiner Statur her ja durchaus dazu, etwas pummelig zu wirken. Aber jetzt ist er in einem austrainierten Zustand, so wie wir ihn haben wollten. Und er hat sich, wie viele in der Mannschaft, individuell sehr hohe Ziele gesetzt.

Genau wie der Verein, nicht zuletzt dank eines Investors. Der hat jetzt noch Michael Zeyer als Koordinator Sport ins Boot genommen. Wie hat sich dies ausgewirkt?

Wir arbeiten hier im Team, haben alle ein Ziel – und versuchen, uns alle so gut wie möglich einzubringen. Das gilt auch für Michael Zeyer.

Außer der Liga gibt es ja auch noch den WFV-Cupwettbewerb auf Verbandsebene. Was würden Sie am Saisonende bevorzugen: den Pokal- oder Meistertitel?

Ich glaube, dass der erste Platz in der Regionalliga für uns die bessere Alternative wäre – wobei wir auch den Pokal holen wollen.

Das Gespräch führte Joachim Klumpp.

Stuttgarter Zeitung

Presse zu TuS Metzingen – Stuttgarter Kickers (1:3)

TuS-Führungstor reicht nicht

Regionalligist SV Stuttgarter Kickers ist mit einem glanzlosen 3:1 (1:1)-Sieg bei Landesligist TuS Metzingen in die dritte WFV-Pokalrunde eingezogen. Der Underdog verkaufte sich teuer und hielt 70 Minuten mit.

Dirk Schuster, der Trainer der Stuttgarter Kickers, ist ein ruhiger und besonnener Mensch. Aber gegen Ende der ersten Halbzeit explodierte der Ex-Nationalspieler (vier A-Länderspiele für DDR, drei A-Länderspiele für BRD) in der Coaching-Zone und faltete seine Mannschaft zusammen. Grund: Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1, was für Schusters Team gegen einen Regionalligisten, der am kommenden Samstag gegen den FC Memmingen sein erstes Punktspiel zu bestreiten hat, viel zu wenig ist. Am Ende gewann der Ex-Bundesligist zwar noch mit 3:1, doch mit Ruhm bekleckert hatten sich die „Blauen“ an diesem Abend im Metzinger Otto-Dipper-Stadion vor 400 Zuschauern wahrlich nicht.

Man sagt in Fußballerkreisen ja bekanntlich, dass man immer nur so gut spielen kann, wie es der Gegner zulässt. 70 Minuten lang machten die Gastgeber, betreut von Trainer Erol Türkoglu und dessen „Co“ Claudio Mastrangelo, den Kickers das Leben sehr schwer. Schon mit der Aufstellung zweier Stürmer (Erkut Alici, Benjamin Plangger) demonstrierten die Übungsleiter, dass man sich gegen den großen Gegner nicht verstecken, sondern mitspielen wollte. Dass in dieser Saison im Offensivspiel die große Stärke der neuformierten TuS-Mannschaft liegen kann, zeigten die Liotti-Zwillinge gleich in der dritten Minute: Enzo spielte einen tollen Ball in die Gasse auf seinen Bruder Carlo, der sich behaupten und via Innenpfosten zur ebenso frühen wie auch überraschenden Führung für die Ermstäler einschoss. Die Kickers wirkten überrascht. Marcel Rapp, der einst als eine der größten Defensivhoffnungen im deutschen Fußball galt, konnte einen Schuss von Ercan Acar aus kurzer Distanz gerade noch zur Ecke klären (7.). „Die TuS-Führung ging in Ordnung. Wir hatten Glück, dass diese nicht noch höher ausfiel“, resümierte denn auch Schuster über die flotten zehn Metzinger Anfangsminuten.

Danach kamen die Stuttgarter besser ins Spiel. Alessandro Abruscia traf aus zwölf Metern das Außennetz (10.). Michele Rizzi verlängerte einen Freistoß von Marchese an den Pfosten, den Nachschuss drosch Denis Videc knapp drüber (12.). Der Ausgleich fiel dann aber erst durch einen 25-Meter-Freistoß, den Marchese genau im Winkel versenkte – ein tolles Tor (25.). Der Favorit bestimmte nun das Spiel, die schnellen Metzinger Entlastungsangriffe wurden seltener. Dennoch wechselte man mit 1:1 die Seiten.

Im zweiten Durchgang fand Metzingens Benjamin Plangger zunächst aus 16 Metern seinen Meister in Kickers-Torwart Daniel Wagner (49.), ehe die Gäste noch mehr Dampf machten. Der eingewechselte Ex-SSV-Stürmer Daniel Reule traf aus drei Metern das leere Tor nicht (56.), ehe die großen Momente von TuS-Keeper Michael Hoffmann kamen. Erst lenkte er einen Freistoß von Reule mit den Fingerspitzen noch an den Pfosten (62.), dann klärte er gegen die jeweils durchgebrochenen Brandstetter (64., 76.) und Reule (67.) in höchster Not. Nach dem Doppelschlag von Marchese (68.) und Marcel Ivanusa (71.) war die starke Metzinger Moral allerdings gebrochen. Zwar hätte das Schuster-Team das Ergebnis noch höher gestalten können, doch machte es den Eindruck, als ob sich die Kickers, die insgesamt nicht mehr als nötig taten, mit dem Resultat zufrieden waren.

TuS-Coach Erol Türkoglu war mit dem Spiel seiner Truppe sehr zufrieden: „Hinten raus hat die Kraft nachgelassen, aber wir haben ja auch erst in zweieinhalb Wochen das erste Punktspiel. Wir hatten nichts zu verlieren, genauso haben wir auch gespielt. Es war eine tolle Erfahrung für meine junge Truppe, die sich hervorragend präsentiert hat. Wir sind auf einen guten Weg.“ Dirk Schuster, der die TuS lobte, konnte mit seiner Mannschaft nicht zufrieden sein: „Unser Spiel war viel zu statisch, deshalb haben wir uns sehr schwer getan. Es war nicht mehr als ein Pflichtsieg.“

So spielten sie

TuS Metzingen: Hoffmann – Mohr, Samuele Cutruneo (75. Stiefel), Knappe, Geibel, Reitter (86. Caran), Carlo Liotti (58. Rothweiler), Enzo Liotti, Alici (70. Frick), Acar, Plangger (83. Fabio Cutruneo)

SV Stuttgarter Kickers: Wagner – Auracher, Rizzi, Marchese, Brandstetter, Stierle, Rapp (39. Gerster), Abruscia, Pala (46. Türpitz), Gondorf (13. Ivanusa), Videc (52. Reule)

Tore: 1:0 Carlo Liotti (3.), 1:1, 1:2 Marchese (24., 68.), 1:3 Ivanusa (71.)

Zuschauer: 400

Schiedsrichter: Manuel Dürr (Böblingen)

Südwest-Presse

3:1-Sieg in Metzingen: Stuttgarter Kickers bestehen die Generalprobe vor dem Regionalliga-Start

Enzo Marchese (2) und Marcel Ivanusa schießen die Blauen in die dritte WFV-Pokal-Runde – Spieltermin voraussichtlich am Samstag, 14. August (15 Uhr)

Mit mehr Mühe als erwartet hat sich der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers am Dienstagabend durch einen 3:1(1:1)-Auswärtserfolg beim Landesligisten TuS Metzingen für die dritte Spielrunde im laufenden WVF-Pokal-Wettbewerb qualifiziert. Beim letzten Test vor dem Regionalliga-Saisonauftakt an diesem Samstag gegen den FC Memmingen (GAZi-Stadion, 14 Uhr) drehten Enzo Marchese per Tore-Doppelpack (24./69.) sowie Marcel Ivanusa (71.) vor den 400 Zuschauern einen frühen 0:1-Rückstand in einem am Ende verdienten Sieg der Blauen. Die Degerlocher treffen nun auf den Gewinner der Mittwochspartie VfB Bösingen (Landesliga) – VfL Nagold (Verbandsliga). Terminiert wird diese Drittrundenbegegnung voraussichtlich auf Samstag, 14. August 2010 (15 Uhr).

Ohne eine Schrecksekunde scheinen die Kickers-Akteure von Cheftrainer Dirk Schuster in dieser Saison jedoch nicht auszukommen. Kickers-Mannschaftskapitän Marcel Rapp stürzte nach einem Abwehrversuch wenige Minuten vor dem Seitenwechsel im eigenen Strafraum so unglücklich auf den Rasen, dass er mit einer stark blutenden Wunde im Gesicht ausgewechselt und nach dem Spielende vorsorglich für eine genauere Diagnose in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Ob der 31-Jährige am Samstag gegen den FC Memmingen eingesetzt werden kann, ist offen.

Zuvor hatten die Kickers das frühe Führungstor für den Metzinger Landesligisten durch Carlo Liotti aus der vierten Spielminute mit viel Druck beantwortet. Ein Ausgleichstreffer lag zwar ständig in der Luft, doch erst nach den beiden Pfostentreffern von Marcel Brandstetter und Denis Videc sorgte Enzo Marchese für Zählbares. Der Kickers-Regisseur jagte einen Freistoß direkt verwandelt zum 1:1-Pausenstand in die Maschen des Metzinger Gehäuses.

Erneut Marchese traf nach dem Seitenwechsel auch zur 2:1-Führung der Gäste. Oliver Stierle hatte den Ball mit einer schönen Flanke von links in den Metzinger Strafraum gebracht, Philip Türpitz legte mustergültig auf – und Marchese schob die Kugel überlegt ins lange Eck. Marcel Ivanusa entschied das Kräftemessen zwischen Siebt- und Viertligist kurz darauf endgültig mit seinem Treffer zum Endstand.

Fazit von Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster
„Wichtig war, dass wir in die dritte WFV-Pokal-Runde eingezogen sind. Auch heute hatte mir unser Auftritt in der ersten Halbzeit nicht gefallen, meiner Mannschaft hatte es an der nötigen Entschlossenheit gefehlt. Unsere Spielweise war insgesamt zu statisch, meine Spieler müssen künftig ein noch höheres Tempo gehen. Gut gefallen hat mir Enzo Marchese, der nicht nur zwei schöne Tore erzielte, sondern auch die Lenkung des Spiels an sich gezogen hat. Für viel frischen Wind gesorgt haben außerdem nach ihren Einwechslungen Fabian Gerster und Marcel Ivanusa. Jetzt kommt es am Samstag darauf an, dass wir unsere insgesamt sehr gute Vorbereitungsphase in einen Heimerfolg gegen den FC Memmingen umsetzen können.“

Die Spielstatistik

Stuttgarter Kickers: 1 Wagner – 19 Abruscia, 3 Auracher, 15 Rapp (39. 17 Gerster), 13 Stierle – 8 Rizzi – 22 Gondorf (14. 7 Ivanusa), 10 Marchese, 20 Pala (46. 27 Türpitz) – 25 Videc (53. 9 Reule), 11 Brandstetter. Trainer: Schuster.

Tore: 1:0 Liotti (4.), 1:1 Marchese (24.), 1:2 Marchese (69.), 1:3 Ivanusa (71.)

Besonderes: –

Schiedsrichter: Manuel Dürr (Böblingen)

Zuschauer: 400 Fans im Metzinger Otto-Dipper-Stadion

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Auch Simon Köpf fällt verletzt aus und muss wohl mindestens vier Wochen pausieren

Kickers-Innenverteidiger wird nach Knochenabsplitterung im Sprunggelenk operiert

Dem Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers bleibt das Verletzungspech offenkundig treu: Vier Tage vor dem Regionalliga-Punktspielauftakt an diesem Samstag gegen den FC Memmingen (GAZi-Stadion, 14 Uhr) fällt nach dem Offensivspieler Dirk Prediger (Kreuzbandriss) auch dessen Mannschaftskollege Simon Köpf mit einer Verletzung längerfristig aus. Den 23-jährigen Köpf plagt eine schmerzhafte Knochenabsplitterung im linken Sprunggelenk, er wird sich deshalb bereits an diesem Donnerstag einem operativen Eingriff in einer Heidelberger Klinik unterziehen. Nach jetziger Diagnose steht der 1,87 Meter große Innenverteidiger voraussichtlich erst wieder in vier bis sechs Wochen zur Verfügung.

Im April dieses Jahres hatte sich Köpf nach ähnlichen und ebenfalls längerfristigen Problemen an seinem rechten Sprunggelenk zu einer Operation entschlossen und war dadurch in der Schlussphase der vorangegangenen Saison länger ausgefallen. Seit diesem Eingriff ist der Abwehrspieler bei der Belastung seines rechten Fußes schmerzfrei.

Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster: „Dieser weitere verletzungsbedingte Ausfall von Simon Köpf bedeutet für unsere Mannschaft natürlich ein weiteres Personalproblem. Jammern hilft in dieser Situation aber keinem der Beteiligten. Stattdessen müssen wir in den kommenden Wochen noch enger zusammenrücken und werden versuchen, die entstandene Lücke gemeinsam zu kompensieren. Simon Köpf wünschen wir alle eine unkompliziert verlaufende Operation und eine möglichst schnelle Rehabilitation, damit er im Anschluss daran baldmöglichst wieder in den Kreis seiner Mannschaftskollegen zurückkehren kann.“

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Vorberichte TuS Metzingen – Stuttgarter Kickers

Die „Blauen“ etwas ärgern

Die Vorfreude im Lager der TuS Metzingen ist groß – schließlich spielt man nicht alle Tage gegen Regionalligist SV Stuttgarter Kickers. Das Pokal-Zweitrundenspiel wird heute um 18 Uhr im Dipper-Stadion angepfiffen.

Blau-weiß sind sie bezüglich ihrer Klubfarben beide, die TuS und die Stuttgarter Kickers. „Blau ärgern“ sollen sich heute aber nur die Degerlocher – zumindest, wenn es nach den Ermstälern geht, die dem haushohen Favoriten möglichst viel Gegenwehr liefern wollen.

Vor fast genau neun Jahren trafen beide Mannschaften in der 1. WFV-Pokalrunde schon einmal aufeinanander. Die Kickers, damals Zweitliga-Absteiger, gewannen vor 550 Zuschauer mit 7:2 (3:1), als der Japaner Yu Shimamura die TuS mit vier Treffern fast im Alleingang besiegte. Interessant: der damalige TuS-Trainer hieß Hans-Michael Traum, Metzinger Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich war ein gewisser Erol Türkoglu.

Für die Spieler der TuS Metzingen, die sich heuer in der 1. WFV-Pokalrunde über ein Freilos freuen durfte, ist das erste Pflichtspiel der neuen Saison gleich ein ganz besonderes. Bis auf Stefan Dieze (Urlaub) und Kim Laudage (Kreuzbandriss)können die Metzinger Verantwortlichen personell aus dem Vollen schöpfen, allerdings sind Ercan Acar und Carlo Liotti angeschlagen.

Wäre da nicht der abermalige Kreuzbandriss von Mohamed Sharityar. Besonders bitter dabei ist, dass sich der Medizinstudent nach derselben Verletzung im gleichen Knie vor einem Jahr gerade wieder ans Team herangekämpft hatte. „Das ist unwahrscheinlich bitter für den Jungen, er war zuletzt mehr als nur eine Alternative. Wir wünschen ihm für die schwere Zeit viel Kraft, alles Gute und hoffen, dass Mudi zurückkommt“, betrübt TuS-Trainer Erol Türkoglu diese Hiobsbotschaft. Gegen die Stuttgarter Kickers, den drei Spielklassen höher angesiedelten Favoriten, wollen die ambitionierten Metzinger aber nicht nur hinten drin stehen und verteidigen. Für das neuformierte TuS-Team, von dem in dieser Spielzeit einiges erwartet werden darf, ist es der erste richtige Härtetest. „Das Spiel ist ein Bonbon in der Vorbereitungszeit, das uns – egal wie es ausgeht – in jedem Falle weiterbringen wird. Obwohl wir Außenseiter sind, wollen wir die Kickers so lange wie möglich ärgern und ihnen das Leben schwer machen“, blickt TuS-Co-Trainer Claudio Mastrangelo mit gewissen Erwartungen an sein Team voraus.

Dabei wolle man die eigenen Chancen in der Offensive suchen und mitspielen. „Bei uns wird den Regionalligisten mehr Gegenwehr erwarten als in Glems“, weiß Mastrangelo und nimmt damit Bezug auf den standesgemäßen 8:0 (2:0)-Erstrundenerfolg des Teams von Trainer Dirk Schuster am Samstag, als Denis Videc mit drei Treffern erfolgreichster Schütze seines Teams war. Der Ex-Reutlinger Daniel Reule fehlte dabei grippekrank und dass Oliver Stierle, der nach seinem Gastspiel bei Bayern München II nun wieder nach Degerloch zurückgekehrt ist, 90 Minuten nur auf der Bank saß, war überraschend.

Mit Angreifer Dirk Prediger (Kreuzbandriss) haben auch die Stuttgarter einen Langzeitverletzten zu beklagen. Beim Ex-Bundesligisten trainiert derzeit übrigens Patrick Milchraum (142 Zweitligaspiele/17 Tore) mit. Der Ex-Münchner Löwe und U-21-Nationalspieler erhielt im Sommer bei Zweitligist Alemannia Aachen keinen neuen Vertrag mehr und schließt sich vielleicht seinem Heimatverein an – das wäre ein echter Transfer-Coup.

Mit der Leistung und dem Weiterkommen seiner Mannschaft beim TSV Glems war der Coach der „Blauen“ überwiegend zufrieden: „Wir haben die erste Etappe auf unserem Weg zum angestrebten Gewinn des WFV-Pokals erfolgreich genommen. Mit dem Ergebnis in Glems war ich einverstanden, nicht aber mit unserer Leistung in der ersten Halbzeit – da konnten sich nicht viele für die Startformation im ersten Punktspiel bewerben.“ Über die TuS Metzingen wisse er nicht wirklich Bescheid, aber alles andere als ein Pflichtsieg beim Landesligisten wäre laut Schuster blamabel.

Info Nach einigen Irritationen, was Spieltag und Anstoßzeit des Schlagers TuS Metzingen – SV Stuttgarter Kickers in der 2. Runde des WFV-Pokals betrifft, konnte nun Hans-Michael Traum, Sportlicher Leiter der Ermstäler, für Klarheit sorgen: „Die Kickers wollen schon am Dienstag spielen, weil bereits am Samstag deren erstes Regionalligaspiel gegen den FC Memmingen stattfindet. Daher die Einigung auf heute, 18 Uhr.“

Südwest-Presse