Vorberichte Stuttgarter Kickers – Hessen Kassel

Schuster setzt auf die Fans
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 16.10.2010

Der Gegner als Zugpferd? Heute (14 Uhr) gastiert der Spitzenreiter Hessen Kassel im Gazi-Stadion bei den Stuttgarter Kickers – da braucht es keine besonderen Aktionen rund ums Spiel. „Der Tabellenführer kommt, das muss genügen“, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann vor der für seinen Club richtungweisenden Partie in der Fußball-Regionalliga: „Ich sehe die große Chancen für einen Befreiungsschlag.“ Nach sechs Spielen mit nur einem Sieg kämpfen die Kickers gegen das Schattendasein in der sowieso schon unattraktiven Liga. „Für uns ist das Spiel eine Herausforderung“, sagt der Trainer Dirk Schuster, „wir wollen beweisen, dass wir zu mehr in der Lage sind als zuletzt gezeigt.“

In der Favoritenrolle sieht er sein Team nicht, zumal in Enzo Marchese, Marcel Brandstetter und wohl auch Oliver Stierle drei Stammspieler fehlen. Am System wird das nichts ändern: „Jéräme Gondorf hat die besten Chancen, als Spielmacher aufzulaufen“, sagt Schuster, der zudem wie gewohnt auf zwei Stürmer setzen wird: Ali Pala hat beim WFV-Länderpokal einen guten Eindruck hinterlassen, ebenso wie Philip Türpitz. Daniel Reule ist wieder fit und Mahir Savranlioglu wird ebenfalls als Angreifer geführt. „Ein Sieg wäre sicher für alle förderlich“, weiß Schuster, „und wir arbeiten mit aller Macht darauf hin.“ Das soll sich von der ersten Minute an zeigen. „Wir wollen die Zuschauer mitnehmen.“ Und die Punkte am besten auch. ump

Stuttgarter Zeitung

Kickers contra Kassel: Tradition verpflichtet
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 15.10.2010
Regionalliga Stuttgart empfängt den Spitzenreiter, der ein Vorbild sein könnte. Von Joachim Klumpp

Wenn morgen (14 Uhr) Hessen Kassel im Gazi-Stadion aufläuft, dann geht es für die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga fast schon um alles oder nichts – zumindest was den Aufstieg in dieser Saison angeht. Denn bei einer Niederlage und dann 14 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter wäre der Zug in Richtung Meisterschaft abgefahren. Ansonsten liegen die beiden Traditionsvereine indes nicht so weit auseinander. Die Parallelen und Unterschiede:

Ausgangslage
Hessen Kassel und die Stuttgarter Kickers gehören beide zu den sogenannten Traditionsmannschaften in der Regionalliga. Wobei der aktuelle Kassler Verein erst seit dem 3. Februar 1998 existiert, nachdem der Vorgängerclub Insolvenz anmelden musste. Die Folge war ein Neuanfang in der achten Liga unter dem seitherigen Vorstandsvorsitzenden Jens Rose („ein anderer wollte es nicht machen“), der am Ende der Saison möglichst mit dem Aufstieg gekrönt werden soll. Die Kickers konnten eine Insolvenz in den vergangenen Jahren mit vereinten Kräften stets vermeiden, wandeln finanziell aber nach wie vor auf einem schmalen Grat. „Als Zehnter hat man bald keine Zuschauer mehr“, sagt der Präsident Edgar Kurz.

Vergangenheit
Während die Stuttgarter Kickers die Qualifikation zu der neu geschaffenen dritten Liga 2008 auf den letzten Drücker schafften, mussten die Hessen damals den bitteren Gang in die vierte Liga antreten. Mit einem klaren Dreijahresplan: erst etablieren, dann vorne mitspielen – jetzt der Aufstieg. Dieser Ablauf deckt sich mit den (zeitversetzten) Zielen der Stuttgarter Kickers, die bekanntlich nach einem Jahr aus der dritten Liga abgestiegen sind und danach ebenfalls ein Konzept über drei Jahre ausgegeben haben.

Konzept
In der Regionalliga hat Kassel beim Neuaufbau vornehmlich auf junge und talentierte Spieler gesetzt, die hauptsächlich über fußballerische Qualitäten verfügen sollten, ganz ähnlich wie die Kickers unter dem Trainer Dirk Schuster. Nach der relativ enttäuschenden Vorsaison allerdings ist ein Kurswechsel in Kassel erfolgt, verbunden mit der Erkenntnis, dass man mit einem Schönheitspreis in dieser Klasse nicht aufsteigt. „Wir wollten Spieler, die Gras fressen“, drückt es der Vorsitzende Rose drastisch aus. Zum Beispiel Andreas Mayer (zuletzt SSV Ulm), der zudem die nötige Erfahrung besitzt. Genau wie der Ex-Gladbacher Enrico Gaede oder Tobias Damm, der mit dem langjährigen Torjäger Thorsten Bauer ein gefährliches Angriffsduo bildet. „Von der Papierform her sind wir deutlich unterlegen“, sagt Schuster. Wobei es auch bei den Kickers durchaus Diskussionen gibt, ob der eingeschlagene personelle Weg zum Erfolg führt, nicht nur weil der Sportkoordinator Michael Zeyer zum Teil konträre Vorstellungen hat.

Infrastruktur
Beide Vereine sind von den Rahmenbedingungen gut aufgestellt, wobei Kassel beim nächsten Heimspiel gegen Nürnberg II endlich das komplett sanierte Auestadion einweihen wird. Mit einer Kapazität für dann 18 800 Zuschauer (davon rund die Hälfte Sitzplätze), „ist es absolut zweitligareif“, wie Rose betont. Selbst die Laufbahn, die wegen der Fördermittel des 22-Millionen-Projektes unabdingbar war, tut der guten Stimmung keinen Abbruch, wie zuletzt 9500 Zuschauer gegen Darmstadt unterstrichen. „Das war Drittligaatmosphäre“, schwärmt der Gästecoach Kosta Runjaic. So weit sind die Kickers zwar nicht, aber auch das Gazi-Stadion kann sich eine Klasse höher durchaus sehen lassen. Welche Bedeutung beide Vereine für die Regionalliga haben, unterstreicht die Zuschauertabelle: da führt Kassel vor den Kickers – allerdings mit genauso deutlichem Abstand wie in der sportlichen Tabelle (5417 zu 2653 Besucher).

Finanzen
Ausgeglichen gestaltet sich das Budget der beiden Vereine – mit jeweils um die zwei Millionen Euro (für den Gesamtverein). Das ist überschaubar, wobei Rose sagt: „Die Frage ist doch immer: Wie viel muss man ausgeben, damit der Erfolg planbar ist?“ Zumindest bei den Fahrtkosten spart der Verein, der erst am Spieltag – mit dem Zug – anreisen will.

Aktuell
Hessen Kassel hat das spielfreie Wochenende mit zwei Freundschaftsspielen – gegen Hannover 96 (1:2) und Arminia Bielefeld (2:2) – durchaus erfolgreich überbrückt, während die Kickers das Testspiel beim Drittligisten VfB II mit 1:3 verloren. Dennoch sagt der Trainer Schuster: „Das war besser als jedes Training.“ Definitiv fehlen werden der gesperrte Enzo Marchese sowie Marcel Brandstetter (Muskelfaserriss). Oliver Stierle ist zwar wieder ins Training eingestiegen, dürfte aber zumindest nicht von Beginn an zum Einsatz kommen. Dagegen kann Kassel weitgehend aus dem Vollen schöpfen kann. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Verteidiger Benjamin Weigelt (Bauchmuskelzerrung).

Zukunft
Kassel will aufsteigen, muss aber nach eigenen Angaben nicht, weil keine langfristigen Verbindlichkeiten bestehen. Die Kickers müssen (dieses Jahr) nicht hoch, würden aber nur allzu gerne. Erst zuletzt hat der Präsident Edgar Kurz betont: „Diese Todesliga ist auf Dauer mit den Ansprüchen des Vereins nicht finanzierbar.“ Im Hinblick auf das Schlüsselspiel fügte er hinzu: „Ein Sieg gegen Kassel wäre ein wichtiges Signal.“ Vor allem für das Umfeld: Fans, Sponsoren – und Kritiker.

Stuttgarter Zeitung

Schuster fordert Leidenschaft

Stuttgart (red) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers empfängt heute (14 Uhr) den Tabellenführer Hessen Kassel. Bereits elf Punkte trennen die beiden Mannschaften voneinander. Um den Abstand zu verringern, fordert Kickers-Trainer Dirk Schuster einen von Beginn an selbstbewussten Auftritt, Power und Leidenschaft: „Wir wollen den Gegner unter Druck setzen. Dann haben wir eine reelle Siegchance.“

Vor dem Comeback steht Oliver Stierle nach überstandenem Muskelfaserriss. Für Spielmacher Enzo Marchese (fünfte Gelbe Karte) wird wohl Jerome Gondorf in die Zentrale rücken. Außerdem fehlen Angreifer Marcel Brandstetter (Muskelfaserriss) und der Langzeitverletzte Dirk Prediger (Kreuzbandriss).

Eßlinger Zeitung

Damm will Spitze sein

Kassel. Wer an den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel dieser Tage denkt, der blickt auf den 24. Oktober: Spiel gegen den 1. FC Nürnberg II, viele Zuschauer, Einweihung der Haupttribüne. Und das ist die Gefahr für diesen Samstag.

Bislang schon fünf Tore für den KSV erzielt: Auf Tobias Damm (weißes Hemd) hoffen die Löwen-Fans auch am Samstag in Suttgart. Das Foto entstand im Spiel gegen Weiden. Foto:? Fischer

Denn da hat die Mannschaft von Trainer Mirko Dickhaut auch noch ein nicht ganz so unwichtiges Spiel zu absolvieren. Bei den Stuttgarter Kickers gilt es, den Vorsprung an der Tabellenspitze zu verteidigen. Anpfiff im Gazi-Stadion in Stuttgart-Degerloch ist um 14 Uhr.

Dickhaut hat sich zuletzt nur mit dieser Partie beschäftigt. Beleg dafür ist, dass er mit dem Team die neuen Umkleidekabinen im Auestadion erst nächste Woche besichtigen will. Volle Konzentration auf Stuttgart. Bis dahin will er auch die guten Testspielergebnisse gegen den Bundesligisten Hannover (1:2) und den Zweitligisten Bielefeld (2:2) aus den Köpfen der Spieler bekommen: „Wenn wir jetzt glauben, dass wir Stuttgart locker besiegen, bekommen wir einen auf die Mütze.“

Dickhaut glaubt aber, seine Schützlinge seien so stabil, dass sie „immer Antrieb haben“. Eine zusätzliche Motivation könnte sein – jetzt dreht sich der Spieß um: Bei einem Sieg kommen wohl noch mehr Besucher zur Einweihung der Haupttribüne am 24. Oktober. Das sieht auch Tobias Damm so: „Wenn wir einen Dreier aus Stuttgart mitbringen, ist die Hütte gegen Nürnberg voll.“

Damm kommt vor der Partie beim Tabellenzehnten eine besondere Rolle zu: Er weiß, dass er spielen wird, aber er weiß noch nicht genau, auf welcher Position er eingesetzt wird. Bei den angesprochenen Testbegegnungen fungierte er auf der rechten Seite als offensiver Mittelfeldspieler und wusste zu überzeugen.

„Bin so torgefährlicher“
Der bald 27-Jährige selbst sieht sich aber weiterhin eher als Spitze. „Als Stürmer in der Mitte fühle ich mich wohler. Da bin ich auch torgefährlicher.“ Da passt es, dass die Tendenz von Trainer Dickhaut vor dem Spiel gegen Stuttgart zu einem System mit zwei Angreifern geht: Thorsten Bauer und Tobias Damm. Ganz abgeschlossen hat er seine Überlegungen aber noch nicht. Gut möglich, dass er während des Spiels auch noch einmal umstellt. Er hat jetzt die Gewissheit, dass auch die Alternative zum bisher in der Saison praktizierten System funktioniert.

Mehr Alternativen hat er auch wieder in personeller Hinsicht. Dickhaut kann wahrscheinlich auf den zuletzt verletzten Benjamin Weigelt zurückgreifen, dessen Heilung unter der Woche gute Fortschritte gemacht hat. Ob der Außenverteidiger die Fahrt am Samstag in die Hauptstadt Baden-Württembergs mitmachen wird, entscheidet sich heute. Bleibt ein kleines Problem: Der KSV Hessen reist mit dem Zug an. Endstation: der Stuttgarter Hauptbahnhof. Da weiß derzeit niemand so recht, was einen erwartet. „Wir hoffen, dass da alles glatt läuft“, sagt Mirko Dickhaut.

Von Florian Hagemann

HNA.de

StZ: Die Revanche bleibt aus

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 11.10.2010
Kickers Die Legenden-Elf unterliegt Viktoria Berlin 3:5, die aktuelle Mannschaft bangt um Marcel Brandstetter. Von Joachim Klumpp

Die Stuttgarter Kickers haben gerufen – und (fast) alle sind gekommen. Ob Kazimir Kmiecik aus Polen oder Dimitrios Moutas aus Griechenland, um nur die beiden Spieler mit der weitesten Anreise zu nennen, die für das 111-Jahr-Jubiläum des Traditionsclubs gewählt worden waren. Die Mannschaft spielte gegen den Verbandsligisten Viktoria Berlin – den Verein, gegen es im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1908 ein 0:3 gegeben hatte. Und auch die Revanche am Samstag misslang. Die Legenden-Elf unterlag 3:5, wobei der Exmanager Dieter Dollmann einen Elfmeter vergab.

„Eine gelungene Veranstaltung“, sagte Präsident Edgar Kurz, „wenn es sportlich nur auch so bei uns laufen würde.“ Die erste Mannschaft hatte am Wochenende spielfrei – fast zumindest. Denn am Freitag unterlag sie in einem Testspiel dem VfB Stuttgart II mit 1:3. „Das war besser als jedes Training“, sagte der Coach Dirk Schuster, zumal das auch nicht immer reibungslos verläuft. Tags zuvor hatte sich der Stürmer Marcel Brandstetter verletzt. Die Diagnose Muskelfaserriss dürfte einen Einsatz im Heimspiel am Samstag nahezu unmöglich machen – ausgerechnet gegen den Regionalliga-Spitzenreiter Hessen Kassel.

Stuttgarter Zeitung

StZ: „Die Regionalliga ist tödlich“ Nachgefragt

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 08.10.2010
Die Jahrhundertelf der Stuttgarter Kickers mit Guido Buchwald trifft morgen (15.30 Uhr) auf Viktoria Berlin.

Herr Buchwald, waren Sie denn überrascht, bei der Wahl des Jubiläumsteams der Stuttgarter Kickers die meisten Stimmen bekommen zu haben – noch vor einem Spieler wie Jürgen Klinsmann?

Zunächst hatte ich gar nicht unbedingt damit gerechnet, überhaupt in die Jahrhundertelf gewählt zu werden. Dass ich dann sogar der Stimmenkönig geworden bin, freut mich natürlich.

Mit welcher Erwartung gehen Sie denn in das Spiel gegen Viktoria Berlin, den Finalgegner um die Deutsche Meisterschaft 1908?

Zunächst einmal damit, dass das ein tolles Ereignis ist, wo man alte Bekannte trifft und wo die Tradition der Kickers auflebt. Denn der Verein hat in Stuttgart immer noch einen Stellenwert, auch wenn er sportlich bis in die vierte Liga abgerutscht ist.

Und selbst da verkörpert die Mannschaft momentan nur Mittelmaß. Woran liegt das Ihrer Ansicht nach, nachdem der Club vorne mitspielen wollte?

Ich habe in der Vorbereitung einige Spiele gesehen, auch das Derby gegen den VfB, und war danach überzeugt, dass die Mannschaft intakt ist. Warum sie jetzt einen Durchhänger hat, ist für mich schwer nachvollziehbar. Ich kenne die Regionalliga und war sicher, dass die Kickers vorne mitspielen werden.

Wenn Sie die Regionalliga kennen: Ist ein Traditionsverein wie die Kickers da auf Dauer denn überlebensfähig?

Von der Konstellation, wie die Liga jetzt gehandhabt wird – ein Beispiel sind die sinkenden Fernsehgelder -, ist das unheimlich schwer. Man muss da also schnell wieder raus. Sonst wird man auch für Sponsoren und das Umfeld uninteressant. Oder aber der DFB ringt sich doch noch durch, etwas zu ändern. Bei nur einem Aufsteiger droht rasch Langeweile – und das ist tödlich.

Sie haben einst bei den Kickers gespielt und sind immer wieder im Gespräch, eine Funktion zu übernehmen. Ist das denkbar?

Also momentan kann ich mir das nicht vorstellen. Seit Herr Kurz das Amt des Präsidenten übernommen hat, ist der Verein gut aufgestellt und hat sich in der Außenwirkung positiv entwickelt. Aber ich versuche schon, immer wieder unterstützend zu wirken. Schließlich hängt mein Herz nach wie vor noch an den Kickers.

Die Fragen stellte Joachim Klumpp.

Stuttgarter Zeitung

StZ:“Natürlich müssen wir uns hinterfragen“

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 06.10.2010
Fußball Der zehnte Platz gibt demKickers-Präsidenten Edgar Kurz zu denken. Von Joachim Klumpp

Tradition verpflichtet. Deshalb hat der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers seinen obligatorischen „blauen Montag“ auf dem Cannstatter Wasen nicht abgesagt, trotz der 0:1-Niederlage beim SC Freiburg II. „Da unterscheiden wir uns vom FC Bayern“, sagt der Präsident Edgar Kurz, nachdem der Bundesligist seinen Wiesn-Besuch kurzerhand gestrichen hatte. In einem anderen Punkt aber gibt es eine Übereinstimmung. Nachdem der Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf die Tabelle betont hatte, „ich weigere mich, den Titel jetzt schon abzuschreiben“, bläst Kurz ins gleiche Horn: „Aber wir sind sehr weit von dem Weg entfernt, den wir uns vorgenommen hatten.“

Der sollte zwar nicht zwingend zum Aufstieg führen, aber zumindest in Richtung des ersten Platzes – und dorthin fehlen dem Tabellenzehnten schon elf Punkte. Schlimmer noch: der Trend zeigt nach unten, nachdem die Mannschaft von den jüngsten sechs Spielen nur eines gewonnen hat und in Freiburg weder das Ergebnis gestimmt hat noch die Leistung. „Das ist bedenklich“, gibt Kurz zu. Doch dass der Fußball nicht immer berechenbar ist, zeigten auch Beispiele wie der FC Bayern oder der VfB Stuttgart, „ohne von uns ablenken zu wollen“, so Kurz: „Natürlich müssen wir uns hinterfragen, ob wir alles richtig gemacht haben.“

In erster Linie gilt das für die Kaderzusammenstellung, zumal es diesbezüglich im Sommer zu Differenzen kam zwischen dem Trainer Dirk Schuster und dem von einem anonymen Investor eingesetzten Sportkoordinator Michael Zeyer, der zum Beispiel Sascha Rösler (zuletzt 1860 München) holen wollte. Die atmosphärischen Störungen sind auch Kurz nicht verborgen geblieben: „Man muss sich nicht lieben, um Erfolg zu haben. Aber wir wollen die Kickers voranbringen, deshalb muss jeder seine Qualitäten einbringen.“ Zumal der Investor für sein Geld etwas sehen will und es nur noch eine Frage der Zeit (oder der Niederlagen) sein könnte, bis er sich aktiver einmischt.

Schließlich hatte Dirk Schuster vor der Saison von einem besseren Kader als im Vorjahr gesprochen; Worte, an denen er sich messen lassen muss. Er sagt: „Es müssen neben Enzo Marchese auch andere Spieler Verantwortung übernehmen.“ Michele Rizzi im Mittelfeld etwa oder der momentan verletzte Oliver Stierle, der die Erwartungen zuvor ebenfalls nicht hundertprozentig erfüllen konnte. Bleibt die Frage, ob die Kickers personell noch nachbessern, mit arbeitslosen Akteuren. „Der Markt gibt nicht viel her“, sagt Schuster.

Zudem hat sich der Verein auf die Fahne geschrieben, zunächst Spielern aus den eigenen Reihen eine Chance zu geben. Daher rückten gestern auch drei Mann aus dem bisher recht erfolgreichen Oberligastamm des Trainers Björn Hinck nach oben: Ugur Yilmaz, Fabio Leutenecker und Ramazan Kandazoglu. Ob das zur Leistungssteigerung ausreicht, ist eine andere Frage.

Außer Frage steht: das vermeintliche Spitzenspiel daheim gegen Hessen Kassel in anderthalb Wochen wird jetzt zu einem Schlüsselspiel. Bei einer Niederlage und dann 14 Punkten Rückstand würden die Probleme wohl erst richtig anfangen: sportlich, wirtschaftlich und personell.

Stuttgarter Zeitung

Buchwald, Allgöwer und Co: Prominentes Wiedersehen mit der 111Elf im GAZi-Stadion

Kickers-Legenden treffen an diesem Samstag (15.30 Uhr) auf den BFC Viktoria – Großes Rahmenprogramm mit Kabinenfest

Mit einer Vielzahl an klangvollen Spielernamen aus der Geschichte des Fußball-Regionallisten Stuttgarter Kickers wird die Kickers-111Elf an diesem Samstag beim Jubiläumsspiel im GAZi-Stadion auflaufen, das um 15.30 Uhr unter der Leitung des ehemaligen Fifa-Schiedsrichters Bernd Heynemann (Magdeburg) angepfiffen wird. Stadion- und Kassenöffnung ist um 14.15 Uhr. Guido Buchwald, Karl Allgöwer, Ralf Vollmer, Claus Reitmaier, Adnan Kevric und viele weitere bekannte und beliebte Akteure werden anlässlich des 111. Geburtstags des Degerlocher Vereins das Kickers-Trikot tragen. Gegner dieser prominent besetzten Auswahl ist der Berliner Fußballclub Viktoria, die Hauptstädter hatten im Jahr 1908 das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft mit 3:1 gegen die Blauen gewonnen. Eintrittskarten für die Begegnung sind noch für alle Kategorien erhältlich, der Eintritt beträgt 5 Euro (Stehplatz) und 15 Euro (Sitzplatz). Für das anschließende Kabinenfest in den Katakomben des GAZi-Stadions ist ein zusätzliches Ticket für 11,10 Euro zu lösen.

Mit einem großen Festakt im ADM-Sportpark werden die Blauen zuvor diesen Festtag eröffnen, nach der reizvollen Begegnung gegen die Hauptstädter geht im GAZi-Stadion die Party nahtlos weiter. Es folgen eine große Autogrammstunde sowie eine öffentliche Interviewrunde mit den Kickers-Stars von einst und heute (im Bereich zwischen der Haupttribüne und dem Catering-Verkaufsstand), die Ausgabe für die Besteller der limitierten Jubiläums-Trikots sowie ein großes Kabinenfest in den Katakomben.

SWR3-DJ Michael Spleth und SWR1-DJ Rene Hagdorn sorgen in den beiden Partyräumen mit fetziger Disco-Mucke von 18.99 Uhr an für gute Stimmung, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Alle Getränke an den Bars gibt es zum Preis von lediglich 2 Euro. Der Eintritt beträgt 11,10 Euro inklusive eines Welcome-Drinks sowie eines Begrüßungsgeschenks. Nur noch wenige Restkarten gibt es für dieses einzigartige Kabinenfest auf der Waldau. Diese Tickets gehen am Samstagnachmittag im GAZi-Stadion am FAdSKi-Stand und bei den Mitarbeitern des Kickers-Arbeitskreises in den freien Verkauf.

Diese Kickers-Legenden haben ihr Kommen angekündigt (Rückennummern):

Tor: (1) Bernd Klaus, (1) Claus Reitmaier, (1) Waldemar Cimander.

Abwehr: (2) Dirk Wüllbier, (2) Moritz Steinle, (3) Matthias Imhof, (4) Bernd Schindler, (4) Jochen Novodomsky, (5) Erich Schmeil, (5) Stefan Kleyer, (5) Markus Lösch, (5) Rolf Steeb, (5) Dieter Dollmann, (7) Robert Hofacker, (19) Michael Kümmerle, (23) Alexander Malchow.

Mittelfeld: (5) Horst Schairer, (6) Guido Buchwald, (6) Reinhold Tattermusch, (7) Karl Allgöwer, (7) Marcel Ivanusa, (8) Alois Schwartz, (8) Roland Bazlen, (8) Markus Straubmüller, (10) Janusz Gora, (10) Ralf Allgöwer, (10) Adnan Kevric, (10) Kazimierz Kmiecik, (10) Enzo Marchese, (17) Thorsten Raspe.

Angriff: (9) Dimitrios Moutas, (9) Helmut Fürther, (11) Ralf Vollmer, (11) Marcus Marin, (14) Tomislav Maric.

Offizielle Homepage

Kurz im Interview „Die Lage bei den Kickers ist kritisch“

Stuttgart – Statt um den Aufstieg mitzuspielen, ist Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers im grauen Mittelmaß versunken. „Wenn der Kontakt zur Spitze vollends abreißt, würde uns das finanziell sicher zu schaffen machen“, sagt Präsident Edgar Kurz.

Herr Kurz, der Stuttgarter Fußball macht derzeit nicht viel Freude.

Es ist ein schwacher Trost, dass es auch bei anderen nicht gut läuft. Ich bin bitter enttäuscht über das Abschneiden der Kickers.

Nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Spielen, worauf führen Sie die Talfahrt zurück?

Ich konnte die letzten beiden Spiele beruflich bedingt nicht sehen. Aber bei allem, was mir mitgeteilt wurde, muss ich sagen: Unsere Lage ist bedenklich. Wir haben in Freiburg nicht mit Riesenpech verloren, sondern verdient, weil wir uns nur eine oder zwei Torchancen herausgespielt haben.

Wie erklären Sie sich das?

Ich kann mir das nicht erklären, weil ich weiß, was die Mannschaft will, und was sie sich mit dem Trainerteam in der Vorbereitung hart erarbeitet hat. Dazu passt ein Abrutschen ins graue Mittelmaß einfach nicht.

Müssen Sie die Saison bei elf Punkten Rückstand zum Ersten nicht schon fast abhaken?

Haben der FC Bayern, Schalke oder der VfB einen Haken drangemacht? Nein. Mit der Drei-Punkte-Regelung ist vieles möglich. Aber natürlich ist es für uns deutlich schwieriger geworden, unsere Ziele zu erreichen.

Halten Sie am Ziel Platz eins bis sechs fest?

Ja.

Anfang September hatten Sie auch Platz eins nicht völlig ausgeschlossen. Und jetzt?

Es sieht so aus, als dass wir deutliche Abstriche machen müssen.

Ist das kommende Heimspiel am 16. Oktober gegen Spitzenreiter Hessen Kassel so etwas wie die letzte Chance?

Ja. Wenn wir gegen Kassel auch verlieren, ist Platz eins so gut wie außer Reichweite. Bei dann 14 Punkten Rückstand brauchen wir uns nicht in die eigene Tasche zu lügen.

Welche Auswirkungen hätte das im Hinblick auf die finanzielle Situation des Vereins?

Wenn der Kontakt zur Spitze vollends abreißt, würde uns das finanziell sicher zu schaffen machen, schon allein wegen der vermutlich zurückgehenden Zuschauerzahlen. Wir haben eng kalkuliert. In der vierten Liga steht man immer mit dem Rücken zur Wand. Wir brauchen in allen Situationen Unterstützung von Fans und Anhängern.

Auch dem Investor wird die Entwicklung nicht gefallen. Befürchten Sie Probleme?

Er wird sicher die bisherigen Maßnahmen hinterfragen und wissen wollen, was in bestimmten Bereichen hätte besser gemacht werden können.

Etwa bei den Neuzugängen?

Zum Beispiel.

Wird er mehr Einfluss von Michael Zeyer, dem Koordinator Sport, fordern?

Auch die Person Zeyer wird in der Gesamtbetrachtung zur Sprache kommen. Eine, wie Sie formulieren, Forderung sehe ich nicht.

Wenn doch, wie würden Sie reagieren?

Unbestritten ist, dass wir alle Qualitäten im Verein nutzen müssen. Was einen weiterbringt, darf man nicht ignorieren.

Mit der Kommunikation zwischen Trainer und Koordinator ist es aber nicht weit her. Ist da nicht ein Machtwort vom Präsidenten gefragt?

Das hat es bereits gegeben.

Mit welchem Erfolg?

Es findet eine Kommunikation statt. Es könnte vielleicht manchmal harmonischer und schneller vonstatten gehen, aber letztendlich muss einfach das Ergebnis stimmen.

Das ist derzeit nicht der Fall.

Deshalb ist die Lage bei den Kickers kritisch.

Was werden Sie unternehmen?

Ich werde mit allen Beteiligten reden und die Lage ergründen. Wir werden nicht nachlassen, unsere Kickers nach vorne zu bringen.

Sind Sie froh, dass am Wochenende nur das Spiel der Kickers-Legenden ansteht?

Nein, ich hätte lieber gleich wieder um Punkte gespielt. Wir müssen so schnell wie möglich die Kurve nach oben bekommen.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu SC Freiburg II – Stuttgarter Kickers (1:0)

Die Blauen als graue Maus
Fußball Die Kickers verlieren 0:1in Freiburg – und damit den Anschluss an die Tabellenspitze.

Das Regionalligaduell zwischen dem SC Freiburg II und den Stuttgarter Kickers hat gestern im Möslestadion einige Freundschaften aufgewärmt. Zum Beispiel die mit dem ehemaligen Trainer Robin Dutt oder dem früheren Torhüter Manuel Salz, der beim SC zwischen den Pfosten stand, oder auch mit dem Bruderduell Simon Brandstetter (Freiburg) und Marcel Brandstetter (Kickers). Die Freude über das allgemeine Wiedersehen war nach den 90 Minuten Fußball allerdings merklich getrübt, die Blauen hatten 0:1 verloren, stehen auf Platz zehn – und somit im Niemandsland der Tabelle, als graue Maus.

„Ich bin total enttäuscht. Es reicht nicht aus, nur defensiv zu arbeiten und wenig zuzulassen. Unser Offensivspiel fand nur sehr wenig statt“, sagte der Trainer Dirk Schuster, der auf Ali Pala wegen Muskelproblemen verzichten musste. „Natürlich wollen wir gewinnen“, hatte Schuster als Order ausgegeben gehabt. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit lagen gestern Welten, die rund 100 mitgereisten Fans jedenfalls vermissten bei der Mannschaft schon frühzeitig den absoluten Siegeswillen. „Die letzte Überzeugung nach vorne hat leider gefehlt“, gab Schuster zu. Und als zur Halbzeit alles auf ein 0:0 hindeutete, kam der SC in der Nachspielzeit zur Führung durch Jonathan Schmid. Letztendlich nicht unverdient, denn die Kickers hatten keine echte Torchance; nicht zum ersten Mal in dieser Saison fehlten nach vorne die Durchschlagskraft, aber auch die Ideen.

Schuster reagierte zur Pause: Er versuchte mit Mahir Savranlioglu und Jerome Gondorf die Offensive zu verstärken, mit mäßigem Erfolg. Die einzige Chance erspielten sich die Kickers in der 62. Minute, als Philip Türpitz zum Schuss kam, aber in Schlussmann Salz seinen Meister fand. Danach fehlte das Aufbäumen, so dass die Kickers nun auch ihre Auswärtsbilanz ohne Niederlage los sind.

Das war nicht der einzige Wermutstropfen. Enzo Marchese kassierte seine fünfte Gelbe Karte und ist damit im nächsten Spiel gesperrt. Ausgerechnet gegen den Spitzenreiter Hessen Kassel, da geht es für die Kickers schon um alles oder nichts. Bei einer weiteren Niederlage könnte sich die Mannschaft endgültig aus dem Titelkampf verabschieden, auch wenn vom Aufstieg nach dem gestrigen Spiel sowieso niemand mehr ernsthaft spricht.

Zuvor steht am nächsten Samstag (15.30 Uhr) allerdings noch die Partie der Kickers-Legenden gegen Viktoria Berlin auf dem Programm. Mit dem von den Fans zum Jahrhunderttrainer gewählten Robin Dutt wird es allerdings kein Wiedersehen geben. Er ist mit dem SC beschäftigt.StZ

Stuttgarter Kickers Wagner – Abruscia, Fennell, Rapp, Gerster – Rizzi – Jung (46. Savranlioglu), Ivanusa (46. Gondorf) – Marchese (71. Reule) – Brandstetter, Türpitz.

Tor 1:0 Schmid (45.+2).

Stuttgarter Zeitung

Kickers nisten sich im Mittelfeld ein

Freiburg (red) – Rückschlag für Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers. Die „Blauen“ verloren beim SC Freiburg II verdient mit 0:1 (0:1) und finden sich nach dem ordentlichen Saisonstart nun endgültig im Tabellenmittelfeld wieder. Das einzige Tor für das Team von Ex-Kickers-Trainer Marcus Sorg und Ex-Kickers-Torhüter Manuel Salz erzielte Jonathan Schmid in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem Schuss aus acht Metern.

Die Stuttgarter fanden zu keiner Phase richtig ins Spiel, bei der einzigen guten Chance scheiterte Philip Türpitz am glänzend reagierenden Salz (62.). Durch die Niederlage rutschten sie auf den zehnten Tabellenplatz ab, die Freiburger sind nun Dritter. „Ich bin total enttäuscht, dass wir nach vorne nur wenig zustande gebracht haben“, sagte Kickers-Trainer Dirk Schuster. „Es reicht nicht aus, nur defensiv zu arbeiten und wenig zuzulassen.“

Eßlinger Zeitung

„Manu“ lässt keinen rein

Jonathan Schmidt erzielt SC-Siegtor gegen die Kickers.

FUSSBALL (uwo). Dank eines Treffers von Jonathan Schmid hat der SC Freiburg II sein Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers mit 1:0 (1:0) gewonnen. Der Freiburger Regionalligist hält damit weiter Anschluss zur Tabellenspitze.

Mit den Kickers kennt sich SC II-Coach Markus Sorg aus. Bekanntlich bekleidete er in der Vergangenheit schon das Traineramt bei den Degerlochern (zeitweise mit Co-Trainer Robin Dutt), ehe er im März 2003 vom heutigen U-21-Nationaltrainer Rainer Adrion abgelöst wurde. „Eine gewachsene Mannschaft mit erfahrenen Spielern, die sich gut verstärkt hat“, wusste Sorg denn auch vor der Partie gegen die „kleinen“ Stuttgarter. Und die machten es dem SC durchaus schwer. Sorg durfte unwidersprochen einen „nicht unverdienten Sieg“ konstatieren, denn die Freiburger zeigten die bessere Spielanlage, und nicht zuletzt schossen sie ein Tor.

Vor der Pause setzte Christian Bickel die meisten Offensivakzente auf SC-Seite, unter anderem scheiterte er mit einem Freistoß am Stuttgarter Keeper. Die größte Chance ergab sich zunächst aber für die Gäste: SC-Torwart Manuel Salz musste vor den Augen von Ex-SC-Profi Zlatan Bajramovic sein ganzes Können aufbringen, in dem er einen Freistoß aus dem Winkel faustete. Freiburg war weiter etwas dominanter als die Kickers, und kam kurz vor der Pause dann auch noch zweimal zum Abschluss. Zunächst vergab Jonathan Schmid, doch unmittelbar vor dem Pausenpfiff netzte er ein: Einen Doppelpass mit Marc Lais, der per Hacke auflegte, verwandelte Schmid zur Führung.

Nach der Pause blieb Freiburg leicht überlegen, konzentrierte sich aber auch zunehmend darauf, keine Lücken nach hinten zu bieten. Beide Teams überbrückten zeitweise recht schnell das Mittelfeld, die Abwehrreihen standen aber bis auf wenige Ausnahmen sicher. Für die Gastgeber kam der eingewechselte Erich Sautner zu zwei guten Chancen, während auf der anderen Seite Türpitz einen Konter mit einem gefährlichen Flachschuss abschloss – den Manuel Salz allerdings entschärfte. In seinem Rücken hatte er die gegnerischen Fans, und die riefen dem ehemaligen Kickers-Torwart in den letzten Sekunden zu: „Manu lass’ ihn rein“, was dieser zwar beklatschte, aber freilich nicht beherzigte.

Freiburg: Salz, Sorg, Sereinig, Höhn, Budak (46. Sautner), Höfler, Lais, Williams, Schmid (84. Bouziane), Bickel, S. Brandstetter (69. Bektasi). Stuttgart: Wagner, Abruscia, Fenell, Rapp, Gerster, Jung (46. Savranlioglu), Marchese (72. Reule), Rizzi, Ivanusa (46. Gondorf), M. Brandstetter, Türpitz. Schiedsrichter: Zacher (Nußdorf/Inn). Tore: 1:0 Schmid (45.). Zuschauer: 300.

Badische Zeitung

DFB-Urteil: Stuttgarter Kickers müssen nach Feuerzeugwurf 1500 Euro Strafe bezahlen

„Geisterspiel“ kann von Rechtsanwalt Breucker abgewendet werden – Fans der Blauen zeigen Solidarität und starten am Freitag beim 1860-Heimspiel eine Spendenaktion

Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat wegen eines nach dem Abpfiff der Heimpartie gegen den 1. FC Nürnberg II (1:2) in den Innenraum des GAZi-Stadions geworfenen Feuerzeuges eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro erhalten. Dies entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag.

Der DFB hatte aufgrund des Sonderberichtes des in der Partie vom 4. September 2010 eingeteilten Schiedsrichters Rafael Foltyn (Mainz) ermittelt. Danach stand wegen des Vorwurfs „Mangelnder Schutz des Schiedsrichters“ ein „Geisterspiel“ unter vollständigem oder teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit im Raum. Nachdem die Stuttgarter Kickers durch den Rechtsanwalt Marius Breucker jedoch detaillierte Informationen zu den Schutzmaßnahmen vorgetragen hatten, entschied das DFB-Sportgericht, gegen die Blauen eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro zu verhängen. Außerdem muss der Degerlocher Regionalligist die Kosten des Verfahrens tragen.

Marius Breucker hatte die Stuttgarter Kickers auch im Jahr 2006 im Verfahren nach dem seinerzeit durch einen „Becherwerfer“ abgebrochenen DFB-Pokalspiels gegen Hertha BSC Berlin gegen den Übertäter erfolgreich vertreten. Ausschlaggebend für die jetzige relativ milde Bestrafung war, dass der Schiedsrichter sofort nach dem Ende des Nürnberg-Spiels von Ordnern und Kickers-Funktionären abgeschirmt wurde und dank der geistesgegenwärtigen Reaktion des Schiedsrichter-Betreuers Walter Pfannenschwarz von einem von einer unbekannten Person geworfenen Feuerzeug nicht getroffen wurde. Strafmildernd wertete der DFB auch die sofortige Entschuldigung von Kickers-Präsident Edgar Kurz bei Schiedsrichter Foltyn und die Zusammenarbeit der Kickers-Verantwortlichen mit der Polizei bei der Suche nach dem Werfer.

Die Stuttgarter Kickers suchen auch weiterhin nach Zeugen des Vorfalls, um den Werfer oder die Werferin des Feuerzeugs zur Rechenschaft ziehen zu können. „Alle Zuschauer bleiben aufgefordert, das Werfen von Gegenständen und jegliche sonstige Angriffe auf Schiedsrichter oder andere Beteiligte zu unterlassen“, bittet der Kickers-Geschäftsführer Jens Zimmermann. Denn: „Im Wiederholungsfalle ist mit einer deutlich höheren Strafe bis hin zu einer Platzsperre zu rechnen“, betont der Rechtsanwalt Breucker.

Solidarisch zeigen sich nach der Urteilsverkündigung die Fans der Blauen: Die Fan-Abteilung der Stuttgarter Kickers (FAdSKi) hat spontan nach der Bekanntgabe des heutigen DFB-Urteils beschlossen, beim Regionalliga-Heimspiel an diesem Freitag (GAZi-Stadion, 19 Uhr) gegen den TSV 1860 München II eine Spendensammlung zu starten. „Wir appellieren an die Unterstützung aller Kickers-Fans, damit durch die Unbeherrschtheit eines Einzelnen unserem Verein keine Kosten durch die Geldstrafe entstehen“, lautet das Ziel der FAdSKi-Verantwortlichen, die außerdem ebenfalls alle Fans der Blauen eindringlich bitten, „künftig alle Aktionen zu unterlassen, die die Stuttgarter Kickers in Schwierigkeiten bringen können“.

Die Zuschauer haben am Freitagabend die Möglichkeit, an allen Eingängen des GAZi-Stadions einen freiwilligen Obolus zu entrichten.

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