Presse zu Stuttgarter Kickers – SC Freiburg II (2:1)

Der Wahnsinn bei den Kickers geht weiter
Jürgen Frey, aktualisiert am 18.04.2011 um 11:46 Uhr

Stuttgart – Es sind die Geschichten, die den Sport ausmachen. Kassel geht am Stock, die Stuttgarter Kickers eilen von Sieg zu Sieg. Und plötzlich ist der Aufstieg möglich. Durch das 2:1 gegen den SC Freiburg II beträgt der Rückstand nur noch drei Punkte. Und das Motto der Blauen ist klar: Jetzt bloß nicht lockerlassen!

Dirk Schuster ist kein Mann, der schnell in Euphorie ausbricht. Das tat der Trainer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers auch gestern nicht. Doch einen flotten Spruch konnte er sich nach dem siebten Sieg in Serie nicht verkneifen: „Der Wahnsinn geht weiter.“ Zwölf Punkte betrug der Rückstand zur Tabellenspitze in der Winterpause, jetzt sind es nur noch drei. Und dabei haben die Blauen sogar noch ein Spiel weniger als die Konkurrenten Hessen Kassel und Darmstadt 98. „Jetzt sind wir richtig dabei“, jubelte auch Präsidiumsmitglied Guido Buchwald.

Das Schöne an der Erfolgsserie: Keiner hebt ab

Es war eines jener Spiele, die man nur gewinnt, wenn man einen Lauf hat. Der Gegner ging durch Jonathan Schmidt in Führung (7.), war in den ersten 20 Minuten spielerisch hoch überlegen und hatte in der Nachspielzeit Pech bei einem Freistoßknaller an den Pfosten. Doch in der Zeit dazwischen erkämpften sich die Blauen mit Leidenschaft den Sieg. Erst traf Ali Pala mit seinem achten Saisontor zum 1:1 (33.), dann köpfte Simon Köpf nach einer Freistoß-Hereingabe von Fabian Gerster das 2:1 (59.). Längst hatten die Blauen mit ihrer Aggressivität den Freiburgern den Schneid abgekauft und sie zu einem Typisch-Zweite-Mannschaft-Auftritt praktisch gezwungen: Der SC spielte zwar gefällig, ging aber ohne Mumm in die Zweikämpfe. Für Schuster stand fest: „Wer solche Spiele dreht und noch glücklich gewinnt, mit dem ist zu rechnen.“ Das Schöne an der Erfolgsserie: Keiner hebt ab. „Wir werden jetzt nicht lockerlassen“, versprach Kapitän Köpf.

Freiburgs Trainer Marcus Sorg jedenfalls drückt im Endspurt aus alter Verbundenheit die Daumen: „Ich würde es den Kickers gönnen, ich hoffe, es hilft.“ Der künftige Freiburger Bundesligatrainer weiß, dass der Sport die tollsten Geschichten schreibt.

Stuttgarter Nachrichten

Die Kickers holen weiter auf

Stuttgart (red) – So langsam schnuppern die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers so richtig am Aufstieg. Während Tabellenführer Hessen Kassel das Spitzenspiel bei Darmstadt 98 mit 2:3 verlor, schafften die „Blauen“ beim 2:1 (1:1) gegen den SC Freiburg II den siebten Sieg in Folge und haben jetzt nur noch drei Punkte Rückstand auf Kassel – bei einem Spiel weniger. Am übernächsten Spieltag (23. April) kommt es in Kassel zum Showdown. Jonathan Schmid brachte die Freiburger bereits in der 6. Minute in Führung, Ali Pala mit seinem achten Saisontreffer (33) und Kapitän Simon Köpf per Kopf (59.) drehten die Partie. „Wir haben uns in das Spiel reingebissen“, meinte Kickes-Coach Dirk Schuster.

Eßlinger Zeitung

Der Pfosten steht im Weg

SC Freiburg II verpasst Ausgleich in der Nachspielzeit.

FUSSBALL (uwü). Den Stuttgarter Kickers gelang es ihre Erfolgsserie in der Regionalliga fortzusetzen. Beim 2:1 (1:1)-Heimerfolg über den SC Freiburg II reichte es zum siebten Sieg in Folge.

Doch zunächst begannen die Breisgauer druckvoll. Keine sieben Minuten hatte es gedauert, bis die Freiburger ihre Gefährlichkeit eindrucksvoll bewiesen. Jonathan Schmid setzte sich gekonnt in Szene und überlupfte Wagner zum 0:1. Die Kickers brauchten lange, um ins Spiel zu finden. Der Ausgleich fiel dann auch aus einer unübersichtlichen Situation heraus und einem Gewühle vor dem Freiburger Tor. Gerster hielt aus 20 Metern einfach mal drauf. Den Abpraller schnappt sich Yilmaz. Der legte quer und Pala schob aus kürzester Distanz zum 1:1-Pausenstand ein.

Danach wirkten die Blauen aufgeweckter und suchten ihre Chancen. Nach einem Freistoß von der Seitenlinie aus war es dann auch in der 59. Minute soweit. Gerster trat den Freistoß vor das Tor. Dort stand Köpf, der per Kopf unhaltbar einnickte. Spätestens nach dem Führungstor waren die Gastgeber nun auch tonangebend. Vor allem die Abwehr um Fenell und Köpf wirkte nun souverän und ließ keine Freiburger Chancen mehr zu. Glück hatten die Kickers dann in der 92. Minute. Ein Freiburger Freistoß knallte an den Innenpfosten, und Fenell kratzte den quer tanzenden Ball gerade noch so von der Linie.

Stuttgart: Wagner, Fenell, Abruscia, Köpf, Gerster, Gondorf, Ivanusa, Jung, Savranlioglu, Pala ( 91. Prediger) , Yilmaz (82. Auracher). Freiburg: Reisacher, Sorg ( 84. Zangl) , l Höhn, Sautner (46. Klein) , Lais (68. Sangaré), Schmid, Höfler, Gallus, Bickel, Budak, Brandstetter. Schiedsrichter: Schlutius (Germersheim-Sondernheim). Tore: 0:1 Schmid (7.), 1:1 Pala (33.), 2:1 Köpf (59.).

Badische Zeitung

Kickers zwingen Freiburg in die Knie

Die Stuttgarter Kickers kämpfen und zittern sich weiter Richtung 3. Liga. Mit einem 2:1 Sieg gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg hat sich die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster alle Chancen offen gehalten, aus eigener Kraft das „blaue Wunder“ zu schaffen.

Stuttgarter Kickers SC Freiburg II Ali Pala
Ali Pala mit der Siegesfaust Foto Kick-S

Und auch das Glück ist mit den Blauen: In der 93. Minute hämmerte Freiburgs Christian Bickel den Ball aus rund 18 Metern an der Mauer der Kickers vorbei und traf nur den rechten Pfosten. Ein Ausgleich der Freiburger wäre auch nicht ganz unverdient gewesen, denn in den ersten 20 Minuten waren die Südbadener spielerisch klar überlegen und spielten die Kickers-Abwehr das eine ums andere Mal aus. Schon in der sechsten Spielminute nutzte Jonathan Schmied ein Mißverständnis in zwischen Nick Fennell und Fabian Gerster aus und verwandelte aus acht Metern zum 1:0.

Und die Kickers blieben immer wieder in der massierten Abwehr der Freiburger hängen, die teilweise mit drei Mann den ballführenden Spieler angingen. Und im Gegenzug mit starkem Passspiel ein um das andere Mal gefährlich vor das Tor von Daniel Wagner kommen können.

Nach und nach nahmen die Blauen die Zweikämpfe an und bissen sich durch. In der 33. Minute zog Ivanusa einen Distanzschuß aufs Tor, der landet bei Ali Pala, der Freiburgs Kapitän Sorg versetzt und aus sechs Metern rechts an Torwart Jerome Reisacher vorbei den Ball ins Netz drischt. Eine im Training einstudierte Standardsituation, wie Trainer Schuster nach dem Spiel bemerkte.

Nach der Halbzeitpause wirken die Kickers optisch überlegen, die Freiburger können ihr Kombinationsspiel nicht mehr durchsetzten. In der 59. Minute gibt´s einen Freistoß aus gut dreißig Metern rechts von Fabian Gerster, der Ball landet bei Simon Köpf, der die Kugel aus rund sieben Metern unhaltbar ins rechte Eck versenkt. Danach war von den Freiburgern nicht mehr viel zu sehen, kaum ein Pass führte mal zu einer gefährlichen Situation vorm Tor von Daniel Wagner.

Wir haben uns nach dem schlechtem Beginn in die Partie erst reinbeißen und durchkämpfen müssen
Dirk Schuster, Trainer Stuttgarter Kickers

Aber auch nur, weil die Kickers jeden Ball erliefen und erkämpften und so zum Beispiel Jerome Gondorf in der 74. Minute mit einem Krampf auf dem Rasen lag und drei Minute später ausgewechselt wurde. Für Kickers-Trainer Dirk Schuster war der Sieg „verdient, aber etwas glücklich. Wir haben uns nach dem schlechtem Beginn in die Partie erst reinbeißen und durchkämpfen müssen“. Jetzt wartet eine englische Woche auf die Blauen: Am Mittwoch gehts zur SG Sonnenhof Großaspach und am Samstag ins Spitzenspiel zum derzeitigen Tabellenführer KSV Hessen Kassel.

Kick-S – Fußball aus Stuttgart

StN: Im etwas anderen Derby gibt es nur Gewinner

„Nord-Rundschau“, aktualisiert am 12.04.2011 um 00:00 Uhr
Stammheim. Die Kickers bezwingen den TV Stammheim mit 11:5 im Fußball, der TVS siegt im Faustball mit dem selben Resultat. Von Mike Meyer

Was passiert, wenn ein Fußball-Regionalligist und ein Faustball-Bundesligist sich zusammentun, um sich nacheinander in ihren beiden Sportarten zu messen? Im günstigsten Fall verläuft es so wie am Sonntag beim Aufeinandertreffen des TV Stammheim mit dem SV Stuttgarter Kickers: Vor ungefähr 200 Zuschauern gab es im Duell der Disziplinen reichlich sehenswerte Aktionen, eine letztendlich ausgeglichene Bilanz – und einen immens hohen Spaßfaktor.

Neue Erfahrungen zu sammeln, das kann manchmal ein schmerzhafter Prozess sein. „Verdammt, das tut weh“, war so ziemlich die erste Reaktion des Quintetts aus dem Kader des Fußball-Regionalligisten SV Stuttgarter Kickers, als sie zum ersten Mal einen Faustball faustballgerecht durch die Luft beförderten. Aber der Fußballer von heute ist ja Schmerzen gewohnt, wenn auch an anderen Körperstellen als den Unterarmen. Doch auch die Faustballer hatten mit ungewohnter Belastung zu kämpfen: „Wir brauchen eine andere Art von Ausdauer als die Fußballer“, bekannte Christian Nacke schmunzelnd. „Wenn wir auf dem Kleinfeld einmal von hinten nach vorne sprinten, dann sind wir vorne schon im anaeoben Bereich – und dann fehlt die Konzentration für den Torschuss.“

Was gleichzeitig eine gute Ausrede dafür war, dass die Stammheimer trotz einer gewissen Passivität der Kickers in der Defensivarbeit eine ganze Reihe guter Chancen versemmelten. „Die haben sich ganz ordentlich verkauft“, urteilte Kickers-Coach Dirk Schuster, nachdem Ugur Yilmaz, Alessandro Abruscia, Dirk Prediger, Oliver Stierle und Torwart Günay Güvenc nach knapp 50 Minuten Spielzeit als 11:5-Sieger im ersten der beiden Vergleiche hervorgegangen waren. Dass es so lange dauerte, bis sich der Fußball-Regionalligist durchgesetzt hatte, lag sowohl an der Spielfreude der Gäste aus Degerloch als auch an der Stammheimer Taktik der ausgesprochen stark kontrollierten Offensive. Letzteres funktioniert folgender Maßen: Fünf Mann verteidigen auf wenigen Quadratmetern geschlossen das eigene Tor und lauern auf Konter. Szenenapplaus gab es trotzdem zuhauf: Sei es für die Paraden, mit denen Jan Trinemeier etliche Gegentore verhinderte, die zahlreichen Beispiele angewandter Ballbehandlung auf beiden Seiten oder der Abschlussstärke eines Dirk Prediger, der immerhin sechs der elf Treffer für die Kickers erzielte. Sogar schön anzusehende, aber eigentlich misslungene Aktionen bedachten die Zuschauer mit wohl gemeinten Zurufen beziehungsweise Ratschlägen und lautstarkem Beifall.

Dieselbe Euphorie machte sich auch beim anschließenden Faustballspiel breit – das die Nord-Stuttgarter ihrerseits mit 11:5 gewannen – und steckte sogar Kickers-Coach Dirk Schuster an, der sich bis dahin mit lautstarken Äußerungen zurückgehalten hatte. „Endlich haben wir für dich die richtige Sportart gefunden“, scherzte der Übungsleiter in Richtung Dirk Prediger, der im Faustball eine ähnliche natürliche Begabung bewies wie zuvor Christian Nacke oder Joaquin Mödinger im Fußball. Wobei der Chilene Mödinger zuvor von seinen Teamkollegen erst einmal gebremst werden musste. „Es hat ein Weilchen gedauert, bis wir ihm klar gemacht haben, dass wir gegen die Kickers ohne Körperkontakt spielen werden“, sagte Christian Nacke.

Das Fazit des „etwas anderen Stuttgarter Derbys“ fiel bei Kickers und TVS einhellig aus: „Es hat unglaublich Spaß gemacht.“ Eine Wiederholung des Duells ist deshalb nicht ausgeschlossen. Sollten sich beiden Clubs auf einen Termin einigen können, dann wird es im kommenden Jahr die nächste Auflage des Wettkampfs geben.

Das Fußballspiel: 0:1 Prediger, 0:2 Prediger, 0:3 Yilmaz, 1:3 Christian Nacke, 1:4 Stierle, 2:4 Daniel Nacke, 3:4 Krüger, 3:5 Prediger, 3:6 Krüger (Eigentor), 4:6 Daniel Nacke, 4:7 Prediger, 4:8 Stierle, 5:8 Trinemeier, 5:9, Abruscia, 5:10 Prediger, 5:11 Prediger.

Das Faustballspiel: 1:0 Eigenfehler Stierle, 2:0 Christian Nacke, 3:0 Eigenfehler Absruscia, 4:0 Eigenfehler Güvenc, 5:0 Leinenangabe Güvenc, 6:0 Mödinger, 7:0 Eigenfehler Absruscia, 8:0 Eigenfehler Stierle, 8:1 Absruscia, 9:1 Eigenfehler Yilmaz, 9:2 Eigenfehler Trinemeier, 10:2 Christian Nacke, 10:3 Yilmaz, 10:4 Eigenfehler Trinemeier, 10:5 Leinenangabe Krüger, 11:5 Daniel Nacke.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – SV Wehen Wiesbaden II (3:0)

Pala lässt die Kickers wieder hoffen
Jürgen Frey, aktualisiert am 04.04.2011 um 15:28 Uhr

Stuttgart – Wenn es einem Mann im Kader der Stuttgarter Kickers nicht an Selbstvertrauen mangelt, dann ist es Ali Pala. Auf die Frage nach seinem persönlichen Saisonziel hatte der Neuzugang des Fußball-Regionalligisten vor der Runde nur auf seine Rückennummer gezeigt: die 20. Von 20 Saisontoren ist Pala nach seinem Doppelpack beim 3:0 (1:0) gegen den SV Wehen Wiesbaden II zwar immer noch weit entfernt, die Treffer sechs und sieben machen aber Hoffnung. Hoffnung, vielleicht doch noch die 20 vollzumachen (Pala: „Im Fußball ist alles möglich“), und vor allem Hoffnung darauf, dass die Kickers noch einmal im Rennen um den Drittliga-Aufstieg mitmischen.

Zwölf Punkte waren die Blauen in der Winterpause schon hinter Spitzenreiter Hessen Kassel. Jetzt sind es plötzlich nur noch drei. Und Pala, der sein Herz eigentlich gerne auf der Zunge trägt, wäre doch der richtige Mann, nun zum verbalen Großangriff auszuholen. Doch in diesem Fall hält selbst er sich an die Linie des Clubs: Bloß nicht zu dick auftragen. „Wir blicken aufs nächste Spiel, das hat uns zuletzt immer Glück gebracht“, sagt Pala. Selbst der bisher betont zurückhaltende Trainer Dirk Schuster gibt sich offensiver: „Die Spitze ist unwahrscheinlich eng zusammengerückt. Vielleicht können wir noch mal angreifen und doch noch über den Aufstieg reden.“

Die Raumaufteilung hat sich deutlich gebessert

Sechs Regionalligasiege am Stück haben die Kickers zuletzt eingefahren. Die System-Umstellung auf ein 4-1-4-1 hat ihren Teil zu der Erfolgsserie beigetragen. Die Raumaufteilung hat sich deutlich gebessert, dadurch auch das Passspiel. Marcel Ivanusa, der Dauerläufer vor der Abwehr, hält den offensiven Mittelfeldspielern den Rücken frei. Davon profitiert neben Jerome Gondorf vor allem einer: Ali Pala. „Er ist jetzt endlich in der Regionalliga angekommen“, sagte Schuster nach der Partie gegen Wehen.

Lange genug hat es gedauert. Pala (20) drückte oft die Bank. Nicht immer war er im Training mit eiserner Disziplin bei der Sache. Beim ersten Auftritt 2011 wechselte ihn Schuster in Memmingen ein – und wieder aus. Die Höchststrafe. Dabei ist gerade Pala ein Spieler, der das Vertrauen braucht. Beim 2:0 gegen den SC Pfullendorf hatte der laufstarke Techniker für den kurzfristig erkrankten Florian Treske eine neue Chance bekommen. Die nutzte er. „Inzwischen ist er aus unserer Elf nicht mehr wegzudenken“, lobt Schuster das Kickers-Eigengewächs. Nach seinem Wechsel von Viktoria Backnang in die E-Jugend der Blauen spielte er acht Jahre für die Kickers. Es folgten zwei Jahre beim VfB, für den er in der dritten Liga aber nur auf neun Einsätze (ein Tor) kam. Jetzt scheint er in Degerloch den Durchbruch zu schaffen. „Ich traue mir schon zu, höherklassig zu spielen“, sagt Pala zu seinen persönlichen Zielen, „aber erst einmal muss ich meine Leistungen bei den Kickers weiter bestätigen.“ Wie es aussieht, hat der Mann seine Lektionen gelernt. Mit einer Mischung aus Selbstvertrauen und Zurückhaltung hat er die Kickers ins Aufstiegsrennen zurückgebracht.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers rücken Kassel auf die Pelle

Stuttgart (red) – Geht da noch was? Durch den 3:0 (1:0)-Sieg gegen den SV Wehen Wiesbaden II sind die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers auf Platz drei geklettert und haben den Rückstand auf Tabellenführer Hessen Kassel auf drei Punkte verkürzt. Die Kasselaner auf dem einzigen Aufstiegsplatz haben in Pfullendorf mit 1:2 gepatzt. „Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft“, sagte Trainer Dirk Schuster, der nach dem sechsten Sieg in Folge nun wohl doch so langsam in Richtung Tabellenspitze blickt. Eigentlich ist der Aufstieg in die 3. Liga für die kommende Saison geplant. Aber wenn die Mannschaft diesmal schon darum mitspielen kann, wir sie sich nicht wehren.

Vor 2320 Zuschauern im Gazi-Stadion brachte Marcel Ivanusa die deutlich überlegenen Kickers in der 10. Minute mit einem Schlenzer in Führung. Ali Pala erhöhte in der 55. Minute per Abstauber auf 2:0 und machte in der Schlussminute mit einem Foulelfmeter und seinem siebten Saisontreffer alles klar.

Eßlinger Zeitung

Presse zu 1. FC Nürnberg II – Stuttgarter Kickers (1:2)

Die Spieler der Blauen trotzen allen Turbulenzen
Jürgen Frey, aktualisiert am 28.03.2011 um 16:15 Uhr

Nürnberg – Ein Teil ihrer Prämien wurde eingefroren, der Verein hat Jens Zimmermann als Geschäftsführer gekündigt. Doch trotz aller Turbulenzen eilen die Spieler der Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga von Sieg zu Sieg. „Wir haben unsere Vorgaben gut umgesetzt und freuen uns , die vor uns stehenden Mannschaften weiter unter Druck zu setzen“, sagte Trainer Dirk Schuster nach dem 2:1 (0:1) beim 1. FC Nürnberg II. Neun Spiele vor Schluss beträgt der Abstand zu Spitzenreiter Hessen Kassel nur noch sechs Punkte, zur Winterpause waren es noch zwölf. „Dass der Rückstand geschrumpft ist, ist natürlich keinem im Team verborgen geblieben, dennoch bleiben wir bei unserer Devise, nur aufs nächste Spiel zu schauen“, sagte Stürmer Ugur Yilmaz.

Ordnung, Organisation, Disziplin – dies sind die Trümpfe im Spiel der Kickers. Die neue Innenverteidigung mit Nick Fennell neben Simon Köpf steht gut, der enorm laufstarke Marcel Ivanusa leistet als Staubsauger vor der Abwehr wertvolle Dienste. Und auch die Umstellung mit Jerome Gondorf und Ali Pala im zentralen offensiven Mittelfeld wirkt sich positiv aus. Nun soll die Siegesserie auch am Mittwoch (17 Uhr) nicht reißen. Da geht es im WFV-Pokal bei Oberligist Normannia Gmünd um den Einzug ins Halbfinale und das Wahren der Chance auf die DFB-Pokal-Teilnahme. Allerdings ist nur der Sieger des WFV-Pokals sicher in der ersten Runde dabei.

Unterdessen gibt es positive Signale von Eduardo Garcia, seinen Hauptsponsorenvertrag mit den Kickers zu verlängern. „Ich hatte ein gutes Gespräch mit dem Präsidenten. Es ist zwar noch keine Entscheidung gefallen, aber warum sollten wir das zehnte Jahr unserer Partnerschaft nicht vollmachen“, sagte Garcia, der seit 2002 die Blauen unterstützt.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers setzen ihre Siegesserie fort

Nürnberg (red) – Ungeachtet der Querelen um die Streichung der Stelle von Geschäftsführer Jens Zimmermann haben die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers ihre Siegesserie fortgesetzt. Der 2:1 (0:1)-Erfolg der „Blauen“ im Nachholspiel beim 1. FC Nürnberg II war bereits der fünfte Sieg in Folge. Der Rückstand des Tabellenvierten auf Spitzenreiter Hessen Kassel beträgt nun nur noch sechs Punkte. Trainer Dirk Schuster freute sich darüber, „die vor uns liegenden Mannschaften weiter unter Druck zu setzen“.Vor 598 Zuschauern im Nürnberger Stadion ging der „Club“ mit seiner ersten Chance durch einen Kopfball von Michael Kammermeyer in Führung (38.). Doch mit einem Doppelschlag durch Ali Pala und Simon Köpf (56./60.) schafften die Stuttgarter die verdiente Wende. Danach hatten die Kicker weitere gute Chancen, die Führung auszubauen. Am Mittwoch (17 Uhr) treten sie zum Viertelfinale des WVF-Pokals beim 1. FC Normannia Gmünd an.

Eßlinger Zeitung

FCN II ging gegen die Kickers leer aus
1. FC Nürnberg II – Stuttgarter Kickers 1:2 (1:0) – 26.03. 20:24 Uhr

NÜRNBERG – Nichts zu holen gab es für den 1. FC Nürnberg II im Regionalliga-Heimspiel gegen die Kickers aus Stuttgart. Trotz Führung verlor die Müller-Elf am Samstagnachmittag gegen die Schwaben mit 1:2.
Michael Kammermeyer (li., hier gegen Eintracht Frankfurt II) brachte den FCN II zunächst in Front, am Ende stand der Club gegen die Kickers aber mit leeren Händen da.

Die Schwaben waren von der ersten Minute an spielbestimmend, ließen den Nürnbergern keine Räume. So hielt Daniel Batz den Club im Spiel, als er dem allein vor ihm aufgetauchten Yilmaz in der 26. Minute den Ball vom Fuß nahm. Wenig später die überraschende Führung für den Club: Kammermeyer köpfte nach Ecke von Heckenberger unhaltbar für Keeper Wagner den Ball zum 1:0 ins kurze Eck.

In Halbzeit Zwei drückten die Stuttgarter weiter und wurden belohnt. Nach einer Flanke Fennells netzte Pala verdient aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich ein. Den Endstand besorgte Köpf in der 60. Minute. Unterm Strich ein verdienter Sieg für die Kickers.

1. FCN II: Batz, Buttenhauser, Kammermeyer, Kotzke, Kaya, Heckenberger, Bühler, L. Grundei (62. Hörber) , Beqiri (65. Kinzel), Sauter (75. Görtler), Okotie

Kickers: Wagner, Auracher, Köpf, Ivanusa, Gerster, Abruscia (90. Prediger), Pala, Gondorf (83. Türpitz), Savranlioglu, Fennell, Yilmaz (89. Brandstätter)

Tore: 1:0 Kammermeyer (38.), 1:1 Pala (55.), 1:2 Köpf (60.) / SR: Sevinc (Waltrop) / Zuschauer: 498.

Nürnberger Zeitung

STN: Kickers trennen sich von Zimmermann

Jürgen Frey, aktualisiert am 25.03.2011 um 13:33 Uhr

Stuttgart – Sportlich gibt es derzeit wenig zu meckern. Regionalligist Stuttgarter Kickers hat die vergangenen vier Spiele gewonnen und ist vor dem Auswärtsspiel am morgigen Samstag (14 Uhr) beim 1. FC Nürnberg II im Fußballjahr 2011 noch ungeschlagen. Die finanzielle Lage hat das neue Präsidium auf der Waldau zwar durch diverse Sparmaßnahmen in den Griff bekommen, doch die Sünden der Vergangenheit sind dadurch nicht vergessen. Dies ist der Grund, warum es jetzt personelle Konsequenzen geben wird. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Entscheidung gefallen, dass sich die Kickers von Geschäftsführer Jens Zimmermann trennen werden, wie es aussieht offiziell zum 30. April. Möglicherweise erfolgt bereits schon früher eine Freistellung. Eine Bestätigung gab es gestern noch nicht, doch das Präsidium soll diesen Schritt bereits einstimmig beschlossen haben, der Aufsichtsrat wurde informiert.

Schon im vergangenen Jahr hatte es Vorwürfe gegenüber Zimmermann gegeben, er habe den wirtschaftlichen Part seiner Arbeit als Geschäftsführer vernachlässigt. Der 38-Jährige fühlte sich jedoch keiner Schuld bewusst: „Meine Aufgaben sind seit meiner Rückkehr zu den Kickers im Sommer 2009 klar definiert mit dem Schwerpunkt im Bereich Marketing, PR, Organisation, Sponsoring und Team-Management. Daran lasse ich mich gerne messen“, hatte sich Zimmermann im Interview mit unserer Zeitung Mitte Januar verteidigt.

Die neue Führungsmannschaft sieht das im Gegensatz zur alten Riege um den ehemaligen Präsidenten Edgar Kurz, der große Stücke auf den Marketing-Experten Zimmermann hielt, offensichtlich anders: Den Wirtschaftsthemen wird große Bedeutung beigemessen. In diesem Bereich wird bei Zimmermann, um es vorsichtig auszudrücken, solides Handwerk vermisst. Die Unzufriedenheit ist in den vergangenen Wochen immer stärker geworden. Der Geschäftsführer habe sehr wohl auch eine wirtschaftliche Gesamtverantwortung für den Verein, halten ihm seine Kritiker in den entscheidenden Gremien vor.

Zimmermanns Gehalt soll künftig eingespart werden. Zumindest in den nächsten Wochen ist es nicht geplant, den Posten des Geschäftsführers neu zu besetzen. Die Aufgaben sollen auf mehrere Schultern verteilt werden.

Zimmermann war im Juli 2009 als Geschäftsführer bei den Kickers eingestiegen. Bereits von 1997 bis 2002 war er in Degerloch tätig. Zunächst als Leiter der Jugend-Organisation, danach als Leiter Team und PR. „Die Kickers sind für mich kein normaler Arbeitgeber, sondern eine Arbeit aus Überzeugung und mit viel Freude und Begeisterung“, hatte er immer wieder gesagt. Darauf legen die Blauen künftig keinen Wert mehr.

Stuttgarter Nachrichten

Florian Treske fällt mit Handbruch mindestens eine Woche lang aus

Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers muss im Meisterschaftsspiel an diesem Samstag beim 1. FC Nürnberg II (Easy-Credit-Stadion, 14 Uhr) auf seinen Angreifer Florian Treske verzichten. Der in diesem Winter vom insolventen SSV Ulm 1846 auf die Waldau gewechselte 23-Jährige hat sich am gestrigen Mittwoch im Mannschaftstraining des Tabellenvierten der Fußball-Regionalliga Süd einen Bruch des rechten Mittelhandknochens zugezogen und muss mindestens eine Woche lang pausieren. Ein Einsatz von Treske am kommenden Mittwoch in der Viertelfinalbegegnung des laufenden WFV-Pokal-Wettbewerbs beim 1. FC Normannia Gmünd (Normannia-Stadion, 17 Uhr) ist offen.

Offizielle Homepage

StZ: „Technisch habe ich sicher was auf dem Kasten“

„Filder-Zeitung“, aktualisiert am 22.03.2011 um 00:00 Uhr
Dienstagswort. Der Ex-Bonlandener Fußballer Ugur Yilmaz zu seinemrasanten Aufstieg bei den Stuttgarter Kickers. Von Susanne Degel

In der vergangenen Saison trat er noch für den SV Bonlanden gegen den Ball. Nun ist er der aktuelle Senkrechtstarter in der Regionalliga. Ugur Yilmaz prägt mit seinem Torriecher bei den Stuttgarter Kickers die Schlagzeilen. Über seinen fulminanten Aufstieg und seine Zukunftsperspektiven spricht der 23-Jährige im folgenden Interview.

Herr Yilmaz, wissen Sie noch, was Ihnen am 7. November 2010 gelungen ist?

Da muss ich überlegen – nein, ich weiß nicht, was Sie meinen.

Da haben sie Ihr erstes Tor in der Regionalliga für die Kickers erzielt.

Ach ja, richtig. Gegen Frankfurt war das.

Inzwischen haben Sie in acht Einsätzen sechsmal getroffen – am Samstag gleich dreimal bei 1860 München. Wie fühlt man sich als neuer Kickers-Knipser?

Super. Ich bin überglücklich, dass es so gut für mich und auch das Team läuft.

Sie haben zuvor drei Jahre beim SV Bonlanden gespielt. Welchen Anteil haben Ihre damaligen Trainer Klaus Kämmerer und Norbert Stippel an Ihrem jetzigen Erfolg?

Sie haben mich stets in meiner Entwicklung gefördert und mir das Vertrauen geschenkt. Dafür danke ich ihnen sehr.

In Bonlanden haben Sie im linken Mittelfeld gespielt, bei den Kickers stürmen Sie. Ihre Lieblingsposition?

Mit Sicherheit. Ich bin ja auch als Stürmer nach Bonlanden, aber in der zweiten Saison hat mich Klaus Kämmerer auf die linke Außenbahn gestellt. Das hat zwar auch Spaß gemacht, aber als Stürmer fühle ich mich schon wohler.

Die Kickers hatten Sie für ihre zweite Mannschaft, das Oberliga-Team, geholt. Haben Sie mit einem solchen Aufstieg gerechnet?

Wenn man zu den Kickers wechselt, hofft man immer, langfristig den Sprung in die „Erste“ zu schaffen. Dass es bei mir so schnell geht, habe ich nicht gedacht. Aber ich habe gute Leistungen in der Oberliga gebracht und war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Und ich denke schon, dass ich auch hart dafür gearbeitet habe.

Wo sehen Sie Ihre größten Stärken und Schwächen?

Technisch habe ich sicherlich was auf dem Kasten, an der Spritzigkeit fehlt es etwas.

Ihr Trainer Dirk Schuster sagt, Sie seien im Strafraum kalt wie ein Eisschrank. . .

(lacht) Mein Vater hat mir schon als kleiner Junge beigebracht, dass man vor dem Tor nicht nachdenken, sondern sich nur für eine Ecke entscheiden soll. Das sieht dann vielleicht cool aus. Aber ich muss gestehen: innerlich brodelt es schon, wenn ich vor dem Torwart stehe. Da bin ich durchaus leicht angespannt.

Viele hiesige türkische Spieler träumen vom Wechsel in die erste oder zweite Liga der Türkei. Auch für Sie eine Alternative?

Darüber habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht nachgedacht. Schließlich bin ich letztes Jahr noch mit Bonlanden aus der Oberliga abgestiegen. Ich bin jetzt erst einmal froh, dass ich mich in der Regionalliga beweisen darf.

Filder-Zeitung

StN: Neuer Kickers-Knipser bleibt cool

München – 5:1 gewonnen. Mit einem Hattrick drei Tore erzielt. Das gelingt einem Fußballer nicht jede Woche. Doch Ugur Yilmaz vom Regionalligisten Stuttgarter Kickers blieb nach seinem Triumph im Spiel bei 1860 München II so kühl wie in den 90 Minuten vor dem Tor. „Natürlich ist das ein super Gefühl, aber deshalb hebe ich nicht ab.“

Gemeinsam mit Freundin Sarah ließ er den Samstagabend vor dem Fernseher ausklingen. Am freien Sonntag schaute sich der 23-Jährige das Oberligaspiel der zweiten Mannschaft an. Der Mann bleibt auf dem Boden. Dabei läuft es für ihn derzeit optimal: In acht Einsätzen hat der neue Kickers-Knipser nun schon sechs Treffer erzielt. „Im Strafraum ist er kalt wie ein Eisschrank“, lobt ihn sein Trainer Dirk Schuster. Was ihn sonst noch auszeichnet, sind seine ausgefeilte Technik, seine Tempo-Dribblings – und vor allem sein Wille und seine Einstellung: „Er war mein selbstkritischster Spieler“, erinnert sich Norbert Stippel, sein Ex-Trainer beim SV Bonlanden.

Vom Verbandsligisten war Yilmaz nach drei Jahren vor der Saison zu den Kickers II gewechselt. Davor war er in seinem ersten aktiven Jahr für Landesligist SV Böblingen am Ball. In der Jugend stürmte der Junge aus dem Cannstatter Hallschlag für die TSG Backnang, die Sportvg Feuerbach, den TSV Münster und die Kickers (C-Jugend). Nach seinem Sprung in die Regionalliga-Stammelf der Blauen soll sein am Saisonende auslaufender „Oberliga“-Vertrag demnächst stark modifiziert und um zwei Jahre verlängert werden. In der Öffentlichkeit darüber zu reden kommt für den bescheidenen Yilmaz nicht in Frage. „Ich will mich Schritt für Schritt weiterentwickeln und gute Leistungen bringen, alles andere ergibt sich.“

Mit den Kickers hat er 2011 von 15 möglichen Punkten 13 geholt. Daran hat Yilmaz seinen Anteil. Doch die Erfolgsserie ist vor allem das Produkt einer kompakten Mannschaftsleistung. In München hob Schuster dennoch vier Spieler hervor: neben Yilmaz die Verteidiger Nick Fennell und Fabian Gerster sowie Mittelfeldmann Jérîme Gondorf, dem der Coach „eine überragende Leistung“ attestierte. Ob sich bei diesem Lauf Spitzenreiter Kassel vielleicht doch noch ärgern lässt? „Wir schauen nur aufs nächste Spiel“, sagt Yilmaz. Das führt die Kickers am kommenden Samstag zum 1. FC Nürnberg II. Und spätestens seit seinem Hattrick wird Yilmaz besonders im Blickpunkt stehen.

Stuttgarter Nachrichten