Kicker: Nachwuchstalent Abruscia trumpft auf

Stuttgarter Kickers: Die Chancenverwertung als Achillesferse

Es war wie schon in den Wochen zuvor: Außerhalb von Stuttgart gibt es für die Kickers derzeit nichts zu holen. Das 1:3 bei Eintracht Frankfurt II war die dritte Auswärtsniederlage nacheinander und zeigte die Probleme der „Blauen“ deutlich auf: Neben der unbefriedigenden Bilanz auf fremden Plätzen ist das vor allen Dingen die schlechte Chancenverwertung.

Denn auch in Frankfurt wäre bei einer höheren Treffsicherheit mehr drin gewesen. „Diese Niederlage wirft uns nicht um“, sagt Trainer Dirk Schuster. Doch eines ist klar: In der Liga treten die Kickers auf der Stelle, mit Tabellenplatz neun repräsentieren sie nur Durchschnitt.

Dagegen trumpft eines ihrer Talente gerade auf: Alessandro Abruscia. Der aus der Kickers-Jugend stammende 19-Jährige ist nicht nur technisch gut und dribbelstark, sondern bissig im Zweikampf sowie auf der rechten Außenbahn defensiv wie offensiv einsetzbar – auch wenn er sich selbst „eher als Offensiven“ sieht. „Er bringt alles mit, um später mal weiter oben spielen zu können“, sagt Kapitän Marcel Rapp. Offen ist indes, ob das Eigengewächs, das bald seine Fachhochschulreife erwirbt, über das Vertragsende 2010 hinaus bei den Schwaben bleibt. „Die Verhandlungen laufen. Das muss man mal abwarten“, erklärt Abruscia, dessen Vorbild Nationalspieler Philipp Lahm ist. Die Kickers würden ihn jedenfalls nur zu gerne halten.

Matthias Jung

Kicker

Presse zu Eintracht Frankfurt II – Stuttgarter Kickers (3:1)

Kickers schwächeln in der Fremde

Regionalliga Der Drittligaabsteiger verliert in Frankfurt mit 1:3.

Am Freitag erst hatte der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers einen neuen Sponsor vorgestellt. Wobei der Geschäftsführer Jens Zimmermann bei der Präsentation auf eine Besonderheit hingewiesen hat, nämlich, „dass es sich um einen leistungsbezogenen Vertrag handelt“. Das heißt, neben der Basisprämie lockt noch ein Bonus im Erfolgsfall.

Nicht nur deshalb hatte der Trainer Dirk Schuster vor der Partie bei Eintracht Frankfurt II betont: „Wir fahren dorthin, um drei Punkte mitzunehmen.“ Am Ende blieben bei der 1:3-(0:0-)Niederlage nur drei Gegentore im Gepäck – und die dritte Auswärtsniederlage nacheinander. „Das wirft uns nicht um“, sagte Schuster, der letztlich nur eine Änderung vorgenommen hatte. Für den verletzten Enzo Marchese (Schuster: „Sein Ausfall trifft uns hart“) rückte Dirk Prediger als zweite Spitze in die Mannschaft, während bei den Hessen in Marcel Heller und Ümit Korkmaz gleich zwei Spieler mit Bundesligaerfahrung am Bornheimer Hang aufliefen, wo sich nur etwa 650 Zuschauer (darunter 50 Kickers-Fans) eingefunden hatten.

Nicht so trist war das Spiel, eher flott. Korkmaz prüfte zunächst den Kickers-Torwart Daniel Wagner, doch dann waren die Gäste an der Reihe: Mijo Tunjic scheiterte am Schlussmann Ralf Fährmann, der vor der Saison als Nummer eins bei den Profis gehandelt worden war, ehe ihn eine Verletzung zurückwarf. Gestern rettete er auch gegen Marcel Ivanusa (27.) oder Prediger (32.). Es ist das alte Lied: die Kickers brauchen zu viele Chancen für einen Treffer.

Wie es geht, demonstrierte auf der Gegenseite die Eintracht – nach der Pause. Sebastian Jung, am Samstag in der Nachspielzeit gegen Hannover zu einem Kurzeinsatz in der Bundesliga gekommen, schoss einen Freistoß hart, und Marcel Titsch-Rivero fälschte unhaltbar für Wagner ab (49.). Das war der erste Streich, und der zweite folgte gleich: Abdessamad Fachat setzte den Ball nach Vorarbeit von Heller volley in die Maschen. Gespielt waren da 53 Minuten. „Leider haben wir in den fünf Minuten nach der Pause unsere gute erste Hälfte kaputtgemacht“, sagte Schuster, dessen Plan nicht aufgegangen war.

Eigentlich wollte er in dieser Phase zur Schlussoffensive blasen, weil Frankfurt von der 70. Minute an stets abgebaut habe, so seine Beobachtung. Tatsächlich keimte nach Tunjic“ Elfmetertreffer (74./Foul am eingewechselten Gökhan Gümüssu) noch einmal Hoffnung – aber nur für fünf Minuten, dann traf Juvhel Tsoumou zum 3:1. „Wir haben die Tore nach Standardsituationen bekommen“, sagte der Verteidiger Moritz Steinle, „das ist unglaublich.“

(…)

Stuttgarter Zeitung

Rückschlag für auswärtsschwache Kickers
1:3 – Die Blauen vergeben vor der Pause zu viele Chancen und lassen sich in der zweiten Halbzeit von Eintracht Frankfurt II überrumpeln

Auswärts läuft es bei Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers derzeit einfach nicht rund: Das 1:3 (0:0) bei Eintracht Frankfurt II bedeutete die dritte Niederlage hintereinander auf fremdem Platz.

Von Alexander Schlögel

FRANKFURT. Nach außen gab sich Dirk Schuster ganz kühl. „Diese Niederlage wirft uns nicht um“, sagte der Kickers-Trainer tapfer. Doch innerlich dürfte er gekocht haben. Denn innerhalb von vier Minuten nach der Pause gaben die Blauen ein überlegen geführtes Spiel aus der Hand. Marcel Titsch-Rivero (49.) und Abdessamad Fachat (53.) überrumpelten die indisponierte Kickers-Abwehr. Schuster: „In dieser Phase haben wir alles kaputt gemacht.“ Dabei hatten die Blauen vor 650 Zuschauern im Frankfurter Volksbank-Stadion (früher Bornheimer Hang) gut ins Spiel gefunden. Der Ausfall von Enzo Marchese (Muskelfaserriss) machte sich vor der Pause nicht groß bemerkbar. Einziges Manko: Die Kickers vergaben durch Alessandro Abruscia, Dirk Prediger und Mijo Tunjic gute Chancen. Das rächte sich. Zwar kamen sie nach ihrem vierminütigen Aussetzer durch den verwandelten Elfmeter von Tunjic (74.) – Gökhan Gümüssu war gefoult worden – zum Anschlusstreffer, doch das Tor von Juvhel Tsoumou (79.) zum 3:1 brachte die Entscheidung. „Wir haben nach der Pause mutiger gespielt, das Ergebnis geht in Ordnung“, freute sich Eintracht-Trainer Frank Leicht.

Die Enttäuschung bei den Kickers über den Rückschlag war dagegen groß, doch Verteidiger Moritz Steinle blickte sofort nach vorne: „Wir müssen an die erste Halbzeit anknüpfen, dann gewinnen wir am kommenden Samstag gegen Bamberg.“ Die Chancen stehen nicht schlecht – es ist ein Heimspiel.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers unterliegen in Frankfurt

Frankfurt (red) – Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga ihre dritte Saisonniederlage kassiert. Die „Blauen“ unterlagen bei Eintracht Frankfurt II mit 1:3 (0:0) und rutschten in der Tabelle auf den neunten Platz ab. „Die Niederlage wirft uns nicht um. Wir haben in der ersten Hälfte eine sehr ordentliche Leistung gezeigt. Darauf lässt sich aufbauen“, sagte Kickers-Trainer Dirk Schuster.

Die Tore fielen allesamt erst im zweiten Abschnitt. Marcel Titsch-Rivero brachte die Frankfurter mit 1:0 in Führung (49.), die Abdessamad Fachat auf 2:0 (53.) ausbaute. „Die schläfrigen fünf Minuten mit dem Doppelschlag haben uns das Spiel leider kaputt gemacht. Wir haben uns danach nur schwer erholt“, bedauerte Schuster. Seine Mannschaft schaffte zwar durch einen Elfmeter von Mijo Tunjic (74.) den 1:2-Anschlusstreffer, nachdem zuvor Gökhan Gümüssu im Strafraum gefoult worden war. Doch die wieder aufkeimende Hoffnung machte der Frankfurter Juvhel Tsoumou zunichte, als er fünf Minuten später für den 3:1-Endstand (79.) sorgte.

Eßlinger Zeitung

Eintracht Frankfurt
Sonnige Gemütslage unter blauem Himmel
Von Dominik Hechler

Der strahlend blaue Himmel über dem Stadion am Bornheimer Hang passte gestern Nachmittag zur sonnigen Gemütslage der 600 Zuschauer, die den zweiten Heimsieg der Reserve von Eintracht Frankfurt in Folge feiern konnten. Das Team von Trainer Frank Leicht hatte in seinem Spiel der Regionalliga Süd die Stuttgarter Kickers auch in der Höhe verdient mit 3:1 (0:0) wieder auf den Heimweg geschickt und dabei über 90 Minuten eine sehr ansprechende Leistung geboten.

Die zweite Mannschaft des Bundesligisten, die von den Profis Ralf Fährmann (Tor), Sebastian Jung, Marcel Heller und Ümit Korkmaz verstärkt wurde, kam sehr gut in die Partie, konnte sich aber zunächst keine nennenswerten Torchancen herausspielen. „Wir haben unsere Offensivaktionen in der ersten Halbzeit einfach nicht konsequent zu Ende gespielt“, resümierte Leicht.

Das änderte sich dann aber im zweiten Durchgang. Nach einem Freistoß des sehr agilen Juniorennationalspielers Jung, der gerade erst von der U20-Weltmeisterschaft in Ägypten zurückgekehrt war, köpfte Marcel Titsch-Rivero den Ball zur hochverdienten Führung ins Netz (49.). Kurze Zeit später erhöhte der ebenfalls starke Abdessamad Fachat nach einer punktgenauen Flanke von Heller per Direktabnahme sogar auf 2:0 (54.). Als alle Zuschauer im Stadion danach dachten, das Spiel sei schon gelaufen, foulte der Frankfurter Kapitän Daniel Halke den Stuttgarter Gökhan Gümüssu im eigenen Strafraum und der Unparteiische Sven Waschitzki zeigte auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mijo Tunjic dann zum Anschlusstreffer (72.). „Das war total ärgerlich, weil wir defensiv sehr gut gestanden haben und die Kickers aus dem Spiel heraus wohl keinen Treffer erzielt hätten“, sagte Leicht und schob nach, dass „wir ja Gott sei Dank blitzschnell zurückgeschlagen haben“. Denn keine zehn Minuten nach dem Stuttgarter Treffer erzielte Juvhel Tsoumou das Tor zum Endstand (79.). „Wir sind auf dem richtigen Weg“, freute sich Leicht über den Sieg.

Der Einzige, der in einer sonst durchweg starken Eintracht-Mannschaft in seiner Leistung etwas abfiel, war Ümit Korkmaz. Der Mittelfeldspieler war zwar dauerhaft bemüht, aber sobald er den Ball bekam, dribbelte er sich ein ums andere Mal an seinem Gegenspieler fest. Es war ein sehr unglücklicher Auftritt des 25-Jährigen, der bei Michael Skibbe derzeit keine Rolle zu spielen scheint.

Frankfurter Rundschau

Kickers unterliegen nach ordentlicher erster Halbzeit mit 1:3 bei Frankfurt II

Fünf schläfrige Minuten nach der Halbzeitpause brachten die Stuttgarter Kickers bei der U23-Mannschaft der Eintracht Frankfurt auf die Verliererstraße. Nach einer guten ersten Hälfte mit den besseren Chancen für die Kickers, setzten sich die Gastgeber mit einem Doppelschlag durch Marcel Tisch-Rivero (49.) und Abdessamad Fachat (53.) mit 2:0 in Front. Zwar kamen die Kickers durch den sicher verwandelten Foulelfmeter von Mijo Tunjic noch zum 2:1-Anschlusstreffer (74.), doch der eingewechselte Juvhel Tsoumou entschied die Partie mit dem 3:1 (79.).
„Mit der Leistung der ersten Hälfte war ich mehr als einverstanden, darauf lässt sich aufbauen“, so Dirk Schuster nach der Parte, „leider machten uns die schläfrigen fünf Minuten mit dem Doppelschlag das Spiel kaputt, aber die Niederlage wirft uns nicht um.“

Zum Spielverlauf:

Trainer Dirk Schuster musste heute auf den verletzten Spielmacher Enzo Marchese (Oberschenkelzerrung), Franco Petruso (ebenfalls Zerrung), Dominik Salz (gebrochener Zehen) und die beiden langzeitverletzten Marcel Charrier und Luis Rodrigues verzichten. In der ruhigen Anfangsphase versuchten sich beide Teams erst einmal zu finden, beide Abwehrreihen standen sicher und ließen kaum Möglichkeiten zu. Den ersten gefährlichen Schuss der Frankfurter durch Ümit Korkmaz konnte Daniel Wagner im Kickers-Tor abwehren (5.). Brenzliger wurde es nach einem Eckball im Kickers-Strafraum, als die Blauen den Ball zunächst nicht wegbekamen (9.). In der 18. Minute hatten die Kickers dann die erste gute Möglichkeit: Mijo Tunjic wurde steil geschickt, doch Eintracht-Keeper Ralf Fährmann konnte den Schuss in die kurze Torwartecke gekonnt zur Ecke abwehren. Nach zwei kleineren Chancen für die Gastgeber waren die Kickers wieder an der Reihe: Dirk Prediger setzte sich durch, doch auch er scheiterte am Keeper der Frankfurter (30.). Mit dem torlosen Unentschieden wurden die Seiten gewechselt.

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien die Partie bereits vorentschieden, denn die Frankfurter gingen mit einem Doppelschlag mit 2:0 in Führung: Sebastian Jung trat einen Freistoß von der Strafraumseite in die Mitte, Marcel Tisch-Rivero traf per Kopf zu 1:0 Führung. Nur drei Minuten später setzte sich Marcel Heller auf der rechten Außenbahn durch, Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Abdessamad Fachat zum 2:0 volley rechts unten einschoss (53.).

Mit dem Rückstand kamen die Kickers nun mehr auf, ein Distanzschuss von Fabian Gerster und ein Kopfball von Marcel Rapp blieben aber weniger gefährlich, als die guten Konter der Frankfurter. Immer wieder trugen sie die Bälle schnell nach vorne, doch verpassten es das entscheidende 3:0 zu markieren. Nach den ersten Wechseln – Gökhan Gümüssu kam für Dirk Prediger (65.) – holte der Kickers-Stürmer einen Foulelfmeter raus. Im Strafraum behauptete Gümüssu den Ball und wollte abziehen, doch Eintrachts Abwehrspieler Daniel Halke hielt das gestreckte Bein hin, so dass der Unparteiische Sven Waschitzki auf Foulelfmeter entschied. Mijo Tunjic trat für den verletzten Enzo Marchese an und traf sicher rechts unten ins Eck zum 2:1-Anschlusstreffer.

Danach keimte wieder Hoffnung in der Mannschaft von Trainer Dirk Schuster, doch die Gastgeber zeigten sich nur kurz geschockt. Nach einem Eckball stand der eingewechselte Juvhel Tsoumou frei und traf zum 3:1-Endstand (79.).
Zwar gaben die Kickers bis zum Schluss nicht auf, doch mehr als die Kopfballchance von Marcel Ivanusa, die um Zentimeter am Pfosten vorbeistrich, kam nicht mehr dabei heraus.

Die Trainerstimmen:

Dirk Schuster: „Wir haben in der ersten Halbzeit eine sehr ordentliche Leistung gezeigt, aber leider versäumt ein Tor zu machen. Leider machten uns die schläfrigen fünf Minuten mit dem Doppelschlag das Spiel kaputt. Wir haben uns danach nur schwer erholt, kamen aber dennoch glücklich durchh den Foulelfmeter zurück. Auf die Leistung der 1. Halbzeit lässt sich aufbauen, die Niederlage wirft uns nicht um.“

Frank Leicht: „Wir sind glücklich über den zweiten Sieg in Folge, denn wir hatten großen Respekt vor den Kickers. Die Kickers hinterließen einen überzeugenden Eindruck gegen den KSV und gegen Reutlingen, das war das Beste was ich bisher in der Regionalliga gesehen hatte. Insgesamt sahen wir ein gutes Regionalligaspiel, die Kickers hatten in der ersten Halbzeit zwei drei gute Möglichkeiten. Im zweiten Durchgang wollten wir ein frühes Tor erzielen und Fehler provozieren, was uns mit dem Doppelschlag auch gelungen ist. Leider verpassten wir es die Partie durch unsere guten Konter zu entscheiden. Der kuriose Elfmeter hat meine junge Mannschaft nur kurz aus der Bahn geworfen, wir haben dann aber postwendend das 3:1 erzielt. Über die gesamte Spielzeit geht der Sieg denke ich aber absolut in Ordnung.“

Die Spielstatistik:

Eintracht Frankfurt II: Ralf Fährmann, Sebastian Jung, Thomas Gentner, Stefan Haben, Jürgen Mössmer, Daniel Halke, Marcel Heller (81. Yannick Stark), Martin Hess (68. Juvhel Tsoumou), Marcel Titsch-Rivero, Ümit Korkmaz (90. Timothy Chander), Abdessamad Fachat – Trainer: Frank Leicht
Stuttgarter Kickers: Daniel Wagner – Moritz Steinle, Simon Köpf, Marcel Rapp, Fabian Gerster – Demis Jung, Michele Rizzi, Marcel Ivanusa, Alessandro Abruscia – Mijo Tunjic, Dirk Prediger (65. Gökhan Gümüssu) – Trainer: Dirk Schuster

Zuschauer:
600 Fans in der Volkbank-Arena in Frankfurt

Schiedsrichter:
Sven Waschitzki

Torfolge:
1:0 Marcel Tisch-Rivero (49.)
2:0 Abdessamad Fachat (53.)
2:1 Mijo Tunjic (74, Foulelfmeter)
3:1 Juvhel Tsoumou

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Die Stuttgarter Kickers trauern um Werner Zandt

Die Stuttgarter Kickers trauern um einen ihrer erfolgreichsten Leichtathleten der Nachkriegszeit. Wie heute bekannt wurde, verstarb am Anfang der Woche Werner Zandt, wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag. Zandt war seit 1. Juni 1946 Mitglied bei den Stuttgarter Kickers und war somit mit 63 Jahren Mitgliedschaft bei den Blauen eines der ältesten Mitglieder.

Werner Zandt wurde am 20. Oktober 1927 in Stuttgart geboren und war der Sohn des nach dem ersten Weltkrieg so bekannten deutschen Sprinters Hugo Zandt. Trotzdem Iehnte der Sohn zunächst die Leichtathletik ab und wurde ein eifriger Fußballspieler. Mit 15 Jahren kam er zur Flak. Dort wurde neben Fußball auch Leichtathletik betrieben, und Werner Zandt gewann 1944 die damals ausgetragene Sprinter-Flak-Meisterschaft in 10,9 Sekunden. Bei einem Bombenangriff auf Stuttgart wurde Zandt schwer verwundet. Trotzdem kam er später noch zur Wehrmacht, tat aber nur Heimatdienst. Beruflich bildete er sich nun zum Chemigraphen aus.

Nach der Entlassung vom Militär spielte Zandt zunächst in der A-Jugend der Stuttgarter Kickers Fußball. Bei dem traditionellen Stadtlauf von Stuttgart Anfang des Jahres 1948 startete Zandt in Fussballstiefeln (!) und lief trotzdem die 100 Meter in 11,3 Sekunden. Dieser Erfolg führte ihn in die Fußtapfen seines Vaters, er wurde Sprinter. Noch im gleichen Jahre holte er sich über die Distanz von 200 m den Kreis- und den Württembergischen Meistertitel und verhalf der Kickers-Staffel über 4 mal 100 m und 4 mal 400 m zur Meisterschaft. Bei den folgenden Deutschen Meisterschaften in Nürnberg belegte er den zweiten Platz über 200 Meter. Nach einigen Verletzungen gehörte er ab 1950 wieder zur deutschen Spitze und war einer der konstantesten deutschen Sprinter nach dem 2. Weltkrieg.

Die zwei Deutschen Meistertitel über die beiden Sprintstrecken 100 Meter und 200 Meter im Jahr 1950 wiederholte Zandt 1952, gewann außerdem mit der Staffel der Kickers zum ersten und einzigen Mal die Deutsche Meisterschaft der Vereinsstaffeln. Mit der Zeit von 10,6 für die 100 Meter und 21,5 für die 200 Meter Distanz stieß der „blaue Blitz“ auch in die europäische Spitze vor. Er war damit einer der Hoffnungsträger bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki.
Bei den ersten Spielen nach dem Krieg, bei denen wieder eine Westdeutsche Mannschaft an den Start gehen durfte, trat Zandt über 100 Meter, 200 Meter und mit der 4 x 100 Meter Staffel an, war damit der erste Athlet der Stuttgarter Kickers, der nach dem Krieg an Olympischen Spielen teilnahm.

Werner Zandt blieb den Blauen auch nach seiner aktiven Zeit treu verbunden. Oft sah man ihn auf der Tribüne des Waldau-Stadions oder er war zu Gast im Club-Restaurant bei den Blauen.
Die Kickers verlieren mit Werner Zandt eines der großen Idole und Vorbilder der damals jungen Bundesrepublik und einen echten Sporthelden der Kickers Vereinsgeschichte. Die Blauen verneigen sich vor einem großartigen Menschen und Sportler und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung fand im engsten Familienkreise statt.

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Vorberichte Eintracht Frankfurt II – Stuttgarter Kickers

Neuer Geldgeber

Die Punkte bei Eintracht Frankfurt II (morgen, 14 Uhr) haben die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga zwar noch nicht gewonnen, dafür aber schon mal einen neuen Sponsor. Gestern wurde das Engagement mit Xerox – The Document Group offiziell bis zum Saisonende abgeschlossen, mit der Option auf eine Verlängerung. Der Kickers-Geschäftsführer Jens Zimmermann sagte: „Das ist ein weiterer Premiumpartner“ – der sich somit im Bereich von 25 000 Euro bewegt.

Ein Nebeneffekt könnte ein Trainingslager in Wien sein. Dorthin unterhält der österreichische Document-Group-Geschäftsführer Bernd Rekirsch gute Beziehungen. „Die Aufbruchstimmung macht sich auch dadurch bemerkbar“, sagte der Trainer Dirk Schuster, der Enzo Marchese (Muskelfaserriss) ersetzen muss. ump

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Gümüssu winkt Chance

STUTTGART (kli). Mit Tempofußball will Regionalligist Stuttgarter Kickers am Sonntag (14 Uhr) bei Eintracht Frankfurt II das dritte Pflichtspiel in Folge gewinnen. „Die Eintracht ist eine typische Reservemannschaft, taktisch und technisch gut ausgebildet“, sagt Trainer Dirk Schuster, „sie hat aber ab der 70. Minute Probleme, des Tempo zu halten.“ Seine Startelf muss Schuster verändern. Enzo Marchese (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fällt aus. Möglich, dass Gökhan Gümüssu eine Chance erhält. Erfreulich: Im Druckgeräterhersteller Xerox – The Document Group haben die Blauen einen neuen Sponsor, der bis Saisonende rund 25 000 Euro zahlt sowie ein Trainingslager 2010 in Wien finanziert.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers mit Selbstvertrauen

Stuttgart (red) – Mit neuen Verletzungsproblemen, aber trotzdem jeder Menge Selbstvertrauen tritt Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers morgen (14 Uhr) bei Eintracht Frankfurt II an. Nach Dominik Salz (Zehenbruch) und Franco Petruso (Muskelfaserriss im Oberschenkel) erwischte es in der Länderspiel-Pause Enzo Marchese. Der Mittelfeld-Regisseur erlitt eine Muskelzerrung im Oberschenkel. Er ist zwar am Donnerstag schon wieder ins Lauftraining eingestiegen, ein Einsatz morgen käme aber wohl noch zu früh. „Ich will kein Risiko eingehen, sondern warten, bis er völlig fit ist“, sagt Kickers-Trainer Dirk Schuster, der trotz des Verletzungspechs gelassen bleibt: „Unser Kader ist groß genug.“ Nach zwei Siegen gegen den Karlsruher SC II (2:0) in der Liga und den SSV Reutlingen (3:1) im WFV-Pokal geht der Tabellenachte mit Aufwind in die Partie bei den Hessen, die auf Rang zwölf stehen. „Wir haben uns genügend Selbstvertrauen erarbeitet, um dort zu gewinnen“, so Schuster.

Eßlinger Zeitung

Das Kickers-Lazarett hat sich vergrößert: Auch Enzo Marchese fällt verletzt aus

Nach Angreifer Dominik Salz (Zehenbruch) und Mittelfeldmann Franco Petruso (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fällt beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers nun auch noch der Mittelfeld-Regisseur Enzo Marchese mit einer Verletzung aus. Der 26-Jährige hat sich im Training eine Muskelzerrung im rechten Oberschenkel zugezogen und steht Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster voraussichtlich zehn bis 14 Tage nicht zur Verfügung. In Schusters Mannschaftskader fehlen außerdem weiterhin die beiden langzeitverletzten Rekonvaleszenten Marcel Charrier (Abwehr/Kreuzbandriss) und Luis Rodrigues (Tor/Schienbeinbruch).
Die Stuttgarter Kickers wünschen ihrem momentan nicht einsatzfähigen Spieler-Quintett eine möglichst schnelle Genesung!

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Ein Eigengewächs ist bei den Kickers die Entdeckung der Saison

Abruscia: Ein Toptalent mit Bodenhaftung

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Dieses Tor zeigte alle seine Qualitäten: Mit dem Ball am rechten Fuß dribbelte Alessandro Abruscia in hohem Tempo an drei Spielern des Regionalligarivalen SSV Reutlingen vorbei, dann kurvte der feine Techniker nach innen und schoss überlegt mit einem knallharten Linksschuss das 1:0 für die Stuttgarter Kickers. Am Ende hieß es 3:1 im WFV-Pokal-Achtelfinale – und Abruscia war der gefeierte Mann. „Endlich bin ich mit meinem ersten Tor belohnt worden“, jubelte der 19-Jährige.

Er ist die Entdeckung der Saison. In jedem Spiel stand er bisher seinen Mann. Entweder rechts hinten in der Viererkette oder eine Position weiter vorne im Mittelfeld. „Er hat sich seinen Stammplatz erkämpft“, sagt Trainer Dirk Schuster. Womit wir bei einer weiteren positiven Eigenschaft wären. Abruscia zeigt Biss und gibt keinen Ball verloren. Manchmal könnte seine Spielweise noch einen Tick ökonomischer sein. Aber die Einstellung stimmt. Auch außerhalb des Platzes. „Er hat was im Kopf, aber er denkt nicht zu viel“, sagt sein früherer A-Jugend-Trainer Ralf Strogies, „Alessandro ist ein ruhiger, lernwilliger Kerl mit Bodenhaftung.“ In der B-Jugend war der Junge aus Waiblingen-Hohenacker von der TSG Backnang zu den Blauen gekommen. Davor war er in der D-Jugend auch für den VfB Stuttgart am Ball. Vergangene Runde empfahl er sich über die Oberligaelf der Kickers für höhere Aufgaben.

Derzeit baut der Mann mit den italienischen Eltern sein Fachabitur in der 13. Klasse der Cotta-Schule. Mit seiner sportlichen Perspektive will sich der Fan des AC Mailand mit dem Vorbild Philipp Lahm noch nicht beschäftigen. „Ich konzentriere mich nur auf die laufende Saison“, sagt er artig. Die Gespräche über eine Verlängerung seines am Rundenende auslaufenden Vertrags führen seine Berater Jürgen Schwab und Silvio Meißner. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Trainer Schuster. Schön wär“s für die Kickers.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen 3:1 (3:0)

Abruscia zeigt, was er kann

WFV-Pokal Kickers nach 3:1 gegenReutlingen im Viertelfinale.

Von Joachim Klumpp

Bonlanden, wir kommen! Nach dem 3:1-(3:0-) Sieg vor 2080 Zuschauern im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen sind die Stuttgarter Kickers ins Viertelfinale eingezogen. Wann die Partie beim Oberligisten SV Bonlanden ausgetragen wird, ist offen; auf jeden Fall nicht mehr in diesem Jahr. „Es war unser erklärtes Ziel, in dem Wettbewerb zu überwintern“, sagte der Kickers-Trainer Dirk Schuster zufrieden. Vor allem nach einer furiosen ersten Hälfte, als seine Mannschaft innerhalb von 20 Minuten die Weichen auf Sieg gestellt hatte. Alessandro Abruscia (13.), Simon Köpf (15.) und Marcel Ivanusa (32.) sorgten für eine beruhigende Führung, nach dem Motto: jeder Schuss ein Treffer. Die Vorarbeit leistete dabei jeweils der als Stürmer nominierte Enzo Marchese, der seine starke Leistung in der 76. Minute hätte krönen können, aber mit einem Foulelfmeter an Schlussmann Tobias Linse scheiterte.

Überboten wurde er vielleicht nur noch vom jungen Alessandro Abruscia, so etwas wie dem Senkrechtstarter der Saison. Wer bisher noch an dessen Fähigkeiten gezweifelt hatte, wurde spätestens mit dem Führungsftreffer überzeugt, als er mit dem rechten Fuß kurzerhand drei Gegenspieler versetzte und dann mit links unhaltbar ins kurze Eck schoss. Der Kapitän Marcel Rapp schwärmte geradezu: „Ich sehe ihn ja jeden Tag im Training. Er bringt alles mit, um später einmal oben zu spielen.“

Also im Profibereich. Zunächst einmal arbeiten die Kickers deshalb intensiv an einer Vertragsverlängerung, um zumindest finanziell von einem möglichen Wechsel zu profitieren. „Er traut sich für sein Alter viel zu“, sagt Schuster über den erst 19-Jährigen. „Und wir fordern ihn auch dazu auf, solche Überraschungsmomente auf seiner Seite zu schaffen.“ Das ist die rechte Außenbahn, wo er zunächst im Mittelfeld, später in der Viererkette agierte, als Moritz Steinle ins defensive Mittelfeld rückte, um dem Reutlinger Druck nach der Pause etwas entgegenzuhalten. Zu mehr als dem Ehrentor durch einen Distanzschuss von Daniel Bogdanovic (57.) reichte es aber nicht mehr für die Gäste. „Die drei schnellen Tore steckt keine Mannschaft weg“, sagte Reutlingens Trainer Roland Seitz, der nach öffentlicher Kritik des Kapitäns Sascha Boller diesen kurzerhand von seinem Posten enthoben hat – und Jens Härter zum neuen Spielführer ernannte.

Solche internen Querelen gibt es bei den Kickers derzeit nicht. Im Gegenteil: heute Abend steht ein gemeinsamer Volksfestbesuch an, den sich die Mannschaft redlich verdient hat. Damit nicht genug: Morgen geht“s ins Varieté und am Freitag schon wieder auf den Wasen, diesmal zum Handballspiel der Bittenfelder in die Porsche-Arena. Das alles soll dem Teamgeist zugute kommen – der im Moment auch so etwas wie das Erfolgsgeheimnis der Kickers ist.

Stuttgarter Zeitung

3:1 – Kickers kommen souverän weiter
Sieg im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen – im Viertelfinale geht es zu Oberligist SV Bonlanden

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Kickers-Trainer Dirk Schuster forderte vor dem Achtelfinalspiel im WFV-Pokal gegen den SSV Reutlingen von seiner Mannschaft nicht nur Fußball mit Herz, sondern vor allem einen Sieg. Beides ging in Erfüllung. Die Blauen gewannen gegen das Team von Trainer Roland Seitz souverän mit 3:1 (3:0) und zeigten vor 2080 Zuschauern besonders in der ersten Halbzeit eine starke Vorstellung.

Bissig in den Zweikämpfen, gute Laufarbeit, beste Chancenauswertung – im Duell der beiden Regionalligisten hatten die Kickers die Nase vorn. Die Reutlinger hielten nur die ersten 15 Minuten gut mit. Bei den Blauen spielte besonders Alessandro Abruscia frech auf. Das Eigengewächs erzielte auch prompt das 1:0. In der 13. Minute umkurvte der 19-Jährige gleich drei Reutlinger, zog nach innen und donnerte den Ball mit dem linken Fuß ins Tor. Zwei Minuten später folgte das 2:0. Simon Köpf verwandelte eine Freistoßhereingabe von Enzo Marchese mit dem Kopf. Marcel Ivanusa erhöhte gar auf 3:0 (32.), wieder war Marchese glänzender Vorbereiter.

In der zweiten Hälfte schalteten die Kickers einen Gang zurück und kassierten prompt das 1:3. Daniel Bogdanovic (57.) zog aus 25 Metern ab und traf unhaltbar für Torhüter Daniel Wagner unter die Latte. Trotz des Anschlusstreffers war der Sieg der Blauen nie in Gefahr. Im Gegenteil: Marchese hatte sogar die Möglichkeit auf 4:1 (75.) zu erhöhen. Doch er scheiterte mit einem Foulelfmeter an SSV-Torhüter Tobias Linse. „Wir haben unser Ziel erreicht und sind weiter, ich bin sehr zufrieden. Nur in der zweiten Halbzeit haben wir etwas den Faden verloren und das Ergebnis nur verwaltet“, sagte Kickers-Trainer Schuster.

Im Viertelfinale treffen die Blauen, deren zweite Mannschaft ebenfalls noch im Pokal dabei ist, auf den Oberligisten SV Bonlanden. Die Partie findet im nächstens Jahr statt, der Termin steht noch nicht fest.

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgart Reutlingen 3:1 Effektive Kickers: Drei Versuche, drei Tore. Bittere Pokal-Pleite für die Seitz-Truppe

SSV geht in 180 Sekunden k.o.

VON MANFRED KRETSCHMER

STUTTGART. Den Traum von den großen Einnahmen im DFB-Pokal müssen sich die Regionalliga-Fußballer des SSV Reutlingen einmal mehr abschminken. Im Verbandspokal-Achtelfinalspiel beim Liga-Konkurrenten Stuttgarter Kickers zogen die Nullfünfer vor 2080 Zuschauern mit 1:3 (0:3) den Kürzeren. Die Kickers müssen nun im Viertelfinale beim Oberligisten SV Bonlanden ran. Es war kaum zu glauben, aber wahr: Die »Blauen« brachten bis zur 32. Minute drei Bälle in Richtung Reutlinger Gehäuse und alle drei landeten im Netz.

Beim 1:0 in der 13. Minute ließ sich die SSV-Defensiv-Abteilung auf der linken Seite gleich mehrmals düpieren. Der 19 Jahre junge Alessandro Abruscia schnappte sich das Spielgerät, tanzte drei Gegenspieler aus und ließ Torhüter Tobias Linse mit seinem Schuss aus zehn Metern keine Abwehrchance.

180 Sekunden später war der SSV-k.o. fast schon besiegelt. Nach einer Freistoß-Flanke des technisch beschlagenen Ex-Ulmers Enzo Marchese köpfte Simon Köpf zum 2:0 ein. Mit anderen Worten: Der ehemalige Aalener Köpf überwand seinen früheren Team-Kollegen Linse.

Und weil aller schlechten Dinge drei sind, landete auch die dritte Chance der Kickers im Tor. Marchese flankte und Marcel Ivanusa traf volley ins Schwarze.

»Wir haben bei allen drei Gegentoren gepennt«, übte der neue SSV-Kapitän und Innenverteidiger Jens Härter Selbstkritik. Und fügte hinzu: »Auf unsere Leistung in der zweiten Halbzeit kann man allerdings aufbauen.« SSV-Geschäftsführer Klaus Weiss schüttelte nach Spielende ungläubig den Kopf und formulierte: »Wenn man solche individuellen Böcke schießt, kann man kein Spiel gewinnen.« Jugendliches Zweikampf-Verhalten warf er der Truppe vor.

Im Spiel des Jahres für die Kreuzeiche-Elf präsentierte sich das Team von Trainer Roland Seitz wesentlich engagierter und spielfreudiger als zuletzt. Allerdings muss man auch konstatieren, dass die Stuttgarter noch sieges- und torhungriger auftraten. »Wir funktionieren in dieser Saison als Team. Jeder Spieler geht ans Limit«, lobte Kickers-Coach Dirk Schuster seine Schützlinge.

Beim SSV lief der Ball im Mittelfeld phasenweise flüssig durch die Reihen. Aber immer wenn es ans Eingemachte ging, sprich: wenn sich der Ball in Tornähe befand, dann leisteten sich die Gäste ein schlampiges Zuspiel oder verloren den entscheidenden Zweikampf. Sein Team habe »gut angefangen«, stellte Seitz fest, »allerdings haben wir es nicht geschafft, ein Zeichen zu setzen«. Positiv bewertete der Reutlinger Kommandogeber die Leistung in der zweiten Hälfte: »Da sind wir volles Risiko gegangen, haben das 1:3 gemacht, aber leider gelang uns das Anschlusstor nicht.«

In der 57. Minute wars, als Innenverteidiger Daniel Bogdanovic mit einem satten 28-Meter-Schuss an die Unterkante der Latte auf 1:3 verkürzte. Der SSV setzte nun alles auf eine Karte, allerdings schwanden mit zunehmender Spieldauer die Kräfte, so dass die Kickers in der letzten Viertelstunde den Sieg sicher über die Zeit brachten. Nach 76 Minuten gab es einen äußerst fragwürdigen Strafstoß für die Gastgeber, doch Marchese scheiterte mit dem Elfmeter an Linse.

Neben Alexander Schreckinger, Ivan Cosic und Thomas Mayer konnte beim SSV auch Andreas Rill nicht auflaufen. Er absolvierte gestern Vormittag einen Belastungstest, musste aber wegen einer Muskelverletzung passen. Bei der Aufstellung hatte Seitz eine Überraschung parat: Alexander Blessin, der nach der Pause eine gute Leistung ablieferte, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Sascha Boller durfte sich im zentralen Mittelfeld und Marc Golinski auf der rechten Außenbahn versuchen. Es nützte alles nichts. Der SSV muss sich den Traum von einer großen Einnahme im DFB-Pokal abschminken. (GEA)

Reutlinger General-Anzeiger