Presse zu Stuttgarter Kickers – Eintracht Frankfurt II (3:2)

Kickers siegen turbulent

Jürgen Frey, vom 12.09.2011 10:58 Uhr

Stuttgart – Guido Buchwald hatte seinen Freund und Weltmeisterkollegen von 1990 unter unmenschlichen Druck gesetzt: „Wenn wir verlieren, bekommst du Stadionverbot“, sagte das Präsidiumsmitglied des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers zu seinem Nebenmann auf der Haupttribüne, dem ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Der US-Coach war erstmals seit seinem Abschiedsspiel vor zwölf Jahren wieder auf der Waldau – und sah zumindest in kämpferischer Hinsicht die beste Saisonleistung der Blauen. „Der unbedingte Wille, die Leidenschaft, der Kampf, der Einsatz – das hat heute den Ausschlag gegeben“, sagte Kickers-Trainer Dirk Schuster nach dem 3:2 (1:0) im Schlagerspiel gegen Eintracht Frankfurt II.

Es war ein gutes, spannendes und turbulentes Viertligaspiel, in dem die vor der Pause spielerisch stärkere Eintracht in den ersten 45 Minuten auch die besseren Chancen hatte. Das Tor aber machten die Kickers: Nach feiner Vorarbeit von Jerome Gondorf traf Philip Türpitz aus acht Metern volley ins kurze Eck (41.). Der Treffer riss auch den prominentesten Ex-Blauen von seinem Sitz: Im Stehen, mit einem breiten Lächeln im Gesicht, applaudierte Klinsmann.

Kickers blieben in der Spur

Fünf Minuten nach der Halbzeit schlugen die Hessen zurück: Der algerische Nationalspieler Habib Bellaid war nach einem Freistoß aus der Innenverteidigung aufgerückt und mit dem Kopf zur Stelle. Dass sich die Kickers davon nicht von ihrem Weg abbringen ließen, spricht für ihr Selbstvertrauen – nach nunmehr 22 ungeschlagenen Spielen in Serie. Erst erzielte Gondorf (60.) das 2:1, dann traf der eingewechselte Nico Plattek (66.) zum 3:1. Es war ein Traumtor aus 18 Metern, nachdem er zuvor seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung ausgespielt hatte. „Ich sollte auf der rechten Außenbahn Vollgas geben, das habe ich gemacht“, sagte Plattek, der vor der Saison von den A-Junioren der TSG 1899 Hoffenheim zu den Kickers kam – und zunächst für die Oberligaelf vorgesehen war. Nach Platteks Tor und der Roten Karte für Frankfurts Ugur Albayrak (78./grobes Foulspiel) schien die Partie gelaufen. Doch das Eigentor (88.) von Julian Leist – wieder nach einer Standardsituation – ließ die Blauen noch mal ins Schwitzen kommen. Schuster drückte es so aus: „Wir hatten draußen Aquaplaning am ganzen Körper.“ Doch die Kickers blieben in der Spur.

„Unser zweiter Anzug passt“, stellte Buchwald mit Blick auf Plattek und den unermüdlichen Stürmer Ugur Yilmaz fest. Was nichts daran ändert, dass morgen möglicherweise zwei Offensivkräfte zum Probetraining kommen werden. „Wir schauen uns ohne Hektik um“, sagt Buchwald. Vielleicht hat ihm ja sogar Kickers-Freund Klinsmann einen Tipp gegeben.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers gewinnen gegen Frankfurt II
Joachim Klumpp, vom 11.09.2011 22:01 Uhr

Stuttgart – Hoher Besuch im Gazi-Stadion. Das Kickers-Präsidiumsmitglied Guido Buchwald hat seinem Nebensitzer und Ehrengast Jürgen Klinsmann gesagt: „Wenn wir verlieren, hast du Stadionverbot.“ Keine Sorge: der Weltmeister von 1990 und Ex-Blaue darf wiederkommen, und das auch nicht erst in zwölf Jahren – so lange ist sein letzter Besuch her. Die Stuttgarter Kickers haben das Spitzenspiel der Regionalliga gegen Eintracht Frankfurt II mit 3:2 (1:0) gewonnen und kletterten auf Platz drei der Tabelle.

„Es war ein Sieg des Willens“, freute sich der Trainer Dirk Schuster, und das vor allem im Hinblick auf die Verletzungsmisere der Mannschaft. Gleich ein halbes Dutzend Spieler fiel gestern aus, vor allem in der Offensive waren die Alternativen knapp. Die einzige Spitze Ugur Yilmaz ist erst seit drei Wochen wieder im Trainingsbetrieb – und war dennoch über die 90 Minuten gesetzt. In die Torschützenliste aber trugen sich andere ein. Philip Türpitz zum Beispiel, der vier Minuten vor der Pause nach schöner Vorarbeit von Jérîme Gondorf die zu diesem Zeitpunkt doch etwas überraschende Führung erzielte.

Wertvolle Punkte liegenlassen

Als Frankfurt kurz nach dem Wechsel durch den französischen Profispieler Habib Ballaid zum Ausgleich kam, schienen die Kickers im Kampf um einen Spitzenplatz in der Liga zum zweiten Mal in dieser Woche (nach dem 1:1 beim FSV Frankfurt II) wertvolle Punkte liegen zu lassen. „Doch vom Kämpferischen her war das die beste Leistung in dieser Saison“, sagte Marcel Ivanusa, „da verzeihen die Zuschauer auch mal einen Fehler.“

In der 60. Minute allerdings hatten die 2545 Besucher Grund zum Jubeln. Nachdem Frankfurts Torhüter einen Gerster-Schuss nur abklatschen konnte, setzte Gondorf nach und drückte den Ball zum 2:1 ins Netz; da halfen auch die Proteste der Gäste nichts, die ein Handspiel gesehen haben wollten. Unstrittig war der dritte Kickers-Treffer, bei dem Trainer Schuster am meisten jubelte. Nicht nur weil ihm in der 66. Minute ein Stein vom Herzen fiel, sondern weil er mit der Einwechslung von Nico Plattek ein glückliches Händchen bewies, der den Ball unhaltbar ins lange Eck drosch. „Er war ein Lichtblick in unserer aktuellen Personalsituation“, sagte Schuster hinterher.

Vollgas geben

Und vorher? „Der Trainer hat gesagt, ich soll Vollgas geben und das tun, was ich im Training mache – das hat geklappt“, sagte der erst 18-Jährige, der aus der Jugend von 1899 Hoffenheim stammt und eigentlich auf der Außenbahn im Mittelfeld- und Defensivbereich zu Hause ist.

Obwohl sich die Hessen in einem – sagen wir mal – intensiven Spiel (mit acht Gelben und einer Roten Karte) durch den Platzverweis von Albayrak selbst schwächten, kamen sie in der Schlussphase noch zum Anschlusstreffer, weil Julian Leist einen Schuss von Cosic ins eigene Netz abfälschte. „Die Leidenschaft, die wir an den Tag gelegt haben, nötigt Respekt ab“, sagte Schuster, „zumal Frankfurt für mich zu den besten Regionalligamannschaften zählt.“

Zwei Mann im Probetraining vorstellen

Buchwald war ebenfalls angetan. „Man hat gesehen, dass auch der zweite Anzug passt“, sagte das Präsidiumsmitglied. Dennoch werden sich morgen möglicherweise zwei Mann im Probetraining vorstellen. Auch wenn diese Überraschungsgäste sicher nicht so bekannt sein werden wie gestern Jürgen Klinsmann.

Stuttgarter Kickers Wagner – Gerster, Leist, Fennell, Becker – Ivanusa – Abruscia (59. Plattek), Marchese (88. Auracher), Gondorf, Türpitz (67. Savranlioglu) – Yilmaz.

Stuttgarter Zeitung

Kickers bestehen trotz 45-minütiger Unterzahl die Nervenprobe: 2:1-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt II

13. Partie in Serie unbesiegt: Marcel Ivanusa und Fabian Gerster treffen vor 4400 Zuschauern im GAZi-Stadion für die Blauen – Schlussmann Daniel Wagner sieht die rote Karte

Nervenkitzel pur. Die Stuttgarter Kickers haben am Freitagabend in einer an Dramatik und aufregenden Szenen kaum mehr zu überbietenden Vorstellung vor der abermals gesteigerten Saisonrekord-Heimspielkulisse von 4400 Zuschauern im GAZi-Stadion gegen Eintracht Frankfurt II mit 2:1 (1:0) gewonnen. Die Mannschaft von Cheftrainer Dirk Schuster bleibt damit als Tabellenzweiter weiterhin dick im Rennen um den Aufstieg in die 3. Liga und ist auch in ihrer 13. Rückrundenpartie nacheinander ungeschlagen vom Platz gegangen. Die Degerlocher müssen aber weiterhin auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters Darmstadt 98 (2:0 gegen FSV Frankfurt II) hoffen, der wie gehabt mit zwei Zählern Vorsprung in Front liegt.

Marcel Ivanusa (45.+1) per Handelfmeter und Fabian Gerster (60.) brachten die Blauen mit 2:0 in Front. Nach dem 2:1-Anschlusstreffer durch Elia Soriano (65.) mussten die Gastgeber jedoch bis zum Schlusspfiff in personeller Unterzahl um den insgesamt verdienten Erfolg gegen den Tabellensechsten bangen. Der Zweitliga-Schiedsrichter Christian Leicher (Landshut) hatte Kickers-Schlussmann Daniel Wagner in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs (45.+2) nach einer Unsportlichkeit für alle Beteiligten völlig überraschend mit der roten Karte des Feldes verwiesen. Eine gelbe Karte hätte es in dieser Szene jedoch auch getan: Wagner hatte dem Frankfurter Sascha Wolfert nach dessen unsportlichen Verhaltens (Tritt in die Werbebanden) den Ball an den Rücken geworfen.

Es hat jedoch für Blauen auch dank der großartigen Unterstützung der Kickers-Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau trotz einem Mann weniger gereicht: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, lobte der Trainer Schuster die Seinen nach der für alle Beteiligten nervenaufreibenden Begegnung inklusive einer fünfminütigen Nachspielzeit. „Es verdient höchsten Respekt, wie sie sich eine komplette Halbzeit lang mit einem Mann weniger auf dem Platz mit Leidenschaft und Herz präsentiert hat“, sagte Schuster.

Die nächste Partie, 33. Spieltag: Am kommenden Samstag (Volksbank-Arena, 14 Uhr) sind die Stuttgarter Kickers zu Gast beim FSV Frankfurt II.

Spielstatistik

Stuttgarter Kickers: 1 Wagner – 19 Abruscia, 4 Köpf (C), 26 Fennell, 17 Gerster – 7 Ivanusa (46. 3 Auracher) – 6 Demis Jung, 22 Gondorf, 24 Savranlioglu, 27 Türpitz (46. 21 Güvenc) – 37 Yilmaz (87. 11 Brandstetter). Trainer: Dirk Schuster.
Ersatzbank: 8 Rizzi, 9 Treske, 15 Rapp, 20 Pala.

Eintracht Frankfurt II: 1 Rössl – 2 Alikhil, 3 Anthony Jung, 6 Chaftar, 16 Amiri (46. 5 Bartel) – 19 Vural, 8 Di Gregorio (65. 14 Schmitt) – 12 Ernst (84. 21 Zarges), 17 Hassler, 11 Wolfert – 9 Soriano. Trainer: Oscar Corrochano.
Ersatzbank: 22 Muratagic (ETW); 13 Guth, 15 Müller.

Tore: 1:0 Ivanusa (45.+1, Handelfmeter), 2:0 Gerster (60.), 2:1 Soriano (65.)

Schiedsrichter: Christian Leicher (Landshut).

Gelbe Karten: Yilmaz, Fennell / Vural, Rössl, Soriano, Wolfert.

Besonderes: rote Karte für Wagner (Kickers, 45. +2); Gegenspieler den Ball an den Rücken geworfen.

Zuschauer: 4400 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau.

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Presse zu Eintracht Frankfurt II – Stuttgarter Kickers (0:4)

4:0 – die Umstellungen zahlen sich aus
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 08.11.2010
Regionalliga Die Stuttgarter Kickers gewinnen bei Eintracht Frankfurt II, auch dank der taktischen Änderungen im Mittelfeld.

Die Frankfurter Woche in der Regionalliga hat für die Stuttgarter Kickers erfolgreich begonnen – mit einem 4:0 (0:0) bei der Bundesligareserve der Eintracht. Kein Wunder, dass der unter Druck stehende Trainer Dirk Schuster aufatmete: „Natürlich bin ich glücklich über die drei Punkte, die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt.“

Aber auch der Trainer – schon vor dem Spiel. Schuster hatte nach dem enttäuschenden 0:1 gegen Fürth und der Sitzung mit dem Präsidium unter der Woche einige Umstellungen vorgenommen. Weniger personell (wo Oliver Stierle und Marcel Brandstetter wieder in die Startformation rückten) als taktisch. In dieser Hinsicht operierten die Kickers gestern nur mit einer Spitze (Brandstetter), dahinter mit dem offensiv ausgerichteten Ali Pala und Philip Türpitz im linken Mittelfeld; der Spielmacher Enzo Marche hatte neben Michele Rizzi im Mittelfeld den Auftrag von Schuster, für defensive Stabilität zu sorgen. „Das war entscheidend“, sagte Marchese später. Ob es auch ein Modell für die Zukunft ist? „Da warten wir ab, was der Trainer jetzt vorhat.“

Nach zehn Minuten wären dessen Pläne fast über den Haufen geworfen worden, nachdem der Schiedsrichter Marx nach Foul von Köpf an Heller auf Elfmeter entschied. Den schoss Sascha Wolfert jedoch so schwach, dass Daniel Wagner parieren konnte. Ausgleichende Gerechtigkeit, nachdem der Unparteiische zuvor nach einem Foul an Brandstetter den Kickers einen Strafstoß verweigert hatte. Danach glänzten die Kickers vor allem bei Standards (5:0 Ecken zur Pause) oder bei Abruscias Vorstoß (32.), dessen Ball aber ans Außennetz ging. Ein Warnschuss, nachdem die Kickers zunächst „nicht ins offene Messer laufen wollten“, wie Marchese sagte.

Schuster aber gab in der Halbzeit die Devise aus: „Nach vorne können wir noch mehr machen.“ Gesagt, getan. Zwei Minuten nach der Pause gelang Ali Pala nach einem Eckball prompt das 1:0. Die Kickers waren nun die bessere Mannschaft mit der Chance zum 2:0, doch Marchese vergab aus kurzer Distanz. Die Überlegenheit zeigte sich auch darin, dass Frankfurt erst in der 67. Minute zum ersten Eckball kam.

Doch das zweite Tor machten die Kickers, durch den starken Sandro Abruscia, der – wiederum nach einem Eckball – in den Winkel traf (70.). Damit nicht genug, das 3:0 bereitete Abruscia vor, Brandstetter vollendete ins lange Eck (78.). Die Kickers waren jetzt in ihrem Element und konnten bei Kontern ihre Schnelligkeit ausspielen. Der eingewechselte Ugur Yilmaz traf zum 4:0-Endstand (90.) – sein erster Treffer in der Regionalliga, wieder einmal von einem Spieler aus den eigenen Reihen.

Jetzt wollen die Kickers auch einmal zu Hause nachlegen, wo sie seit Mitte August ohne Sieg sind. Mit einem Erfolg gegen die zweite Mannschaft des FSV wäre die Frankfurter Festwoche perfekt. StZ

Kickers Wagner – Gerster, Köpf, Rapp, Stierle – Abruscia, Rizzi, Marchese, Türpitz (86. Ivanusa) – Pala – Brandstetter (84. Yilmaz).

Stuttgarter Zeitung

In Frankfurt
4:0 – Kickers wie verwandelt
Von Alexander Schlögel und Jürgen Frey, aktualisiert am 08.11.2010 um 16:25
Fussball Regionalliga Süd Eintracht Frankfurt II vs. Stuttgarter Kickers

Frankfurt – Erst verhinderte Torwart Daniel Wagner mit einem gehaltenen Elfmeter einen Rückstand der Stuttgarter Kickers. Danach drehte der Fußball-Regionalligist auf und kam zu einem souveränen 4:0 (0:0) bei Eintracht Frankfurt II. Vor allem der in die Kritik geratene Trainer Dirk Schuster atmete danach auf.

Noch so eine Vorstellung wie zuletzt beim 0:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth II – und es wäre richtig eng geworden für den Kickers-Coach. Entsprechend erleichtert zeigte sich Schuster nach dem Erfolg in der Volksbank-Arena: „Ich bin sehr froh und glücklich über die drei Punkte, die Mannschaft hat heute die richtige Reaktion auf das Fürth-Spiel gezeigt.“ In der Tat war es eine rundum gelungene Vorstellung der Blauen. Sportkoordinator Michael Zeyer geriet sogar ins Schwärmen: „Das war die bisher beste Leistung seit ich bei den Kickers bin. Die Mannschaft hat ein super Spiel gemacht.“ Und auch für den Trainer, der mit Zeyer bekanntlich nicht das innigste Verhältnis pflegt, hatte der Ex-Profi ein Lob parat: „Der Coach hat die richtigen Schlüsse gezogen und das Team hervorragend eingestellt.“

Kommt als nächstes der Heimsieg?

Die Blauen begannen in einem 4:2:3:1-System. Michele Rizzi und Enzo Marchese spielten als Doppel-Sechs vor der Abwehr. Zentral hinter der einzigen Spitze Marcel Brandstetter wirbelte Ali Pala. In der siebten Minute setzte sich Brandstetter erstmals im Strafraum durch, nach einem Foul an ihm ließ der Schiedsrichter jedoch weiterspielen. Drei Minuten später zeigte Simon Marx (Würzburg) auf den Punkt – Eintracht-Stürmer Marcel Heller war im 16er zu Fall gekommen. Ausgleichende Gerechtigkeit: Kickers-Keeper Daniel Wagner hielt den Strafstoß von Sascha Wolfert. „In so einer Phase, in der wir uns befinden, braucht man auch das nötige Quäntchen Glück“, stellte Zeyer hinterher fest.

Spätestens nach der Pause hatten die Blauen keinen Dusel mehr nötig. Pala gelang nach einem Eckball von Oliver Stierle aus dem Gewühl heraus das 1:0 (48.) – das erste Saisontor für den Neuzugang. Auch der zweite Kickers-Treffer bereitete Stierle mit einer Ecke vor – diesmal traf Sandro Abruscia (70.). Spätestens nach Brandstetters 3:0 (79.) war die Partie entschieden. Der eingewechselte Ugur Yilmaz setzte mit dem 4:0 (89.) den Schlusspunkt. Der Stürmer war vor der Saison ursprünglich für die zweite Mannschaft vom SV Bonlanden geholt worden – jetzt nutzt der 23-Jährige eine Etage weiter oben seine Chance. Schuster lobte hinterher die gesamte Mannschaft: „Alle Spieler haben die Vorgaben eindrucksvoll umgesetzt.“ Jetzt gilt es für die Blauen nach fünf vergeblichen Anläufen, auch zu Hause mal wieder einen Sieg zu landen. Die nächste Möglichkeit: kommenden Samstag (14 Uhr) gegen den FSV Frankfurt II.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers siegen in Frankfurt mit 4:0

Frankfurt (red) – Fußball-Regionallist Stuttgarter Kickers feierte seinen höchsten Saisonerfolg. Bei Eintracht Frankurt II gewannen die „Blauen“ mit 4:0 (0:0).

Kickers-Torwart Daniel Wagner parierte in der ersten Hälfte einen von ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter (12.). Nach dem Wechsel sorgten Ali Pala, (48.), Alessandro Abruscia (70.), Marcel Brandstetter (79.) und Ugur Yilmaz (89.) mit Ihren Toren für den vierten Auswärtssieg der Kickers.

Von Beginn an merkte man der Stuttgarter Mannschaft die Entschlossenheit an. Und auch nach dem Wechsel agierten die Kickers mit viel Schwung. „Wir sind sehr froh, dass wir hier die drei Punkte mitnehmen können“, sagte Trainer Dirk Schuster erleichtert. „Aber zufrieden bin ich auch mit der Leistung, wie wir aufgetreten sind. Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt nach der Niederlage gegen Fürth.“

Eßlinger Zeitung

Kickers mit höchstem Saisonsieg – Starke Leistung beim 0:4 (0:0) Erfolg bei Eintracht Frankfurt II

Dank einer tollen Mannschaftsleistung über 90 Minuten feierte der Fußball-Regionallist Stuttgarter Kickers seinen höchsten Saisonerfolg. Mit 4:0 (0:0) schlug die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster im Frankfurter Volksbank-Stadion die 2. Mannschaft von Eintracht Frankfurt auch in der Höhe verdient und zeigte damit die richtige Reaktion auf die Heimniederlage vor einer Woche gegen Greuther Fürth II. Kickers-Torwart Daniel Wagner parierte im ersten Spielabschnitt zunächst einen von ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter (12.). Nach dem Wechsel sorgten Ali Pala, (48.), Alessandro Abruscia (70.), Marcel Brandstetter (79.) und Ugur Yilmaz (89.) mit Ihren Toren für den vierten Auswärtssieg.

Mit Oliver Stierle und Marcel Brandstetter für Jérome Gondorf und Patrick Auracher änderte Kickers-Trainer Dirk Schuster seine Startelf auf zwei Positionen. Von Anpfiff an merkte man der Kickers-Mannschaft die Entschlossenheit an. Mit zwei Elfmetersituationen in der Anfangsviertelstunde begann die Parte vor 250 Fans im Frankfurter Volksbank Stadion. Zunächst erkämpfte sich Marcel Brandstetter am gegnerischen Strafraum den Ball und dribbelte auf das Tor, als er von hinten klar zu Fall gebracht wurde. Doch Schiedsrichter Simon Marx (Würzburg) verweigerte den fälligen Elfmeterpfiff (9.). Auf der anderen Seite entschied der Unparteiische dann auf Strafstoß, als Kickers-Torwart Daniel Wagner nach einem Rückpass den Ball vertändelte und einen Frankfurter Stürmer vermeintlich zu Fall brachte. Der Kickers-Schlussmann konnte jedoch den unplatziert geschossenen Elfmeter von Sascha Wolfert abwehren (12.).
Einige einstudierte Varianten bei Eckbällen und Freistößen der Blauen sorgten im ersten Spielabschnitt für Gefahr, ebenso das Dribbling von Alessandro Abruscia, der aber nur das Außennetz traf (33.). Vom Frankfurter U23-Team war nahezu nichts zu sehen, die Kickers-Defensive stand konzentriert und ließ die junge Mannschaft nur selten ins Spiel kommen. Das von Schuster gewünschte „agressive und offensive Verteidigen“ setzt die Mannschaft um Kapitän Marcel Rapp gut um und hielt den Gegner oft weit vom eigenen Tor weg. Nochmals für Gefahr sorgte die Flanke von Oliver Stierle, die Frankfurts Torhüter über die Latte lenken konnte (40.).

Mit viel Schwung startete die Schuster-Elf auch in den zweiten Spielabschnitt. „Wir haben uns vorgenommen, mit mehr Überzeugung und Engagement nach vorne zu spielen“, so Dirk Schuster, „und das haben wir auch eindrucksvoll gemacht.“
Enzo Marchese erkämpfte sich das Leder und Philip Türpitz prüfte mit seinem 20 Meter Schuss Schlussmann Rössl, der zur Ecke abwehren konnte (46.). Diese 6. Ecke sorgte nunmehr auch endlich für den verdienten Führungstreffer: Ali Pala bekam den Ball aus dem Gewühl heraus vor die Füße und vollstreckte aus zehn Metern flach ins linke Eck zum 0:1 (48.). Palas erster Saisontreffer, der damit sein Versprechen gegenüber seinem Trainer, das er vor der Partie gab, einlöste.
Daniel Wagner bewahrte auf der anderen Seite dann mit einer starken Parade sein Team vor dem Ausgleich, als er einen 20 Meter Freistoß von Marius Müller an die Querlatte lenkte (55.).
In der 60. Minute musste dann aber das 0:2 fallen, als die Kickers eine Doppelchance vergaben: Alessandro Abruscia dribbelte sich durch und kam an der Strafraumgrenze zum Abschluss, doch Schlussmann Andreas Rössl konnte noch abwehren. Der Abpraller landete bei Enzo Marchese, der wohl innerlich schon beim Torjubel war. Er versuchte das Leder halbherzig mit der Sohle über die Linie zu drücken, anstatt konsequent aus acht Metern zu vollstrecken. So schaffte es Frankfurts Keeper noch, mit einer tollen Parade den Ball zu entschärfen.
Doch zehn Minuten später belohnten sich die Blauen für ihre couragierte Leistung: Zunächst musste Frankfurts Torhüter wieder beim 25-Meter Schuss von Ali Pala sein ganzen Können aufzeigen und zur mittlerweile achten Ecke abwehren. Die Frankfurter klärten diese genau auf die Füße von Alessandro Abruscia, der sich ein Herz nahm und aus 25 Meter unbedrängt abzog. Sein toller Schuss zappelte unhaltbar im rechten Torwinkel zum 0:2 (70.).
Wiederum Alessandro Abruscia vergab in der 75. Minute zunächst noch die Vorentscheidung, als er wieder vor dem Keeper stand, aber unter Bedrängnis es nicht schaffte, am Torhüter vorbei zu schießen. Doch der starke Abruscia war es, der nur vier Minuten später der Wegbereiter zum 0:3 war. Er schickte Marcel Brandstetter von der Mittellinie ab in Richtung Gästetor, der Kickers-Stürmer setzte sich stark gegen seinen Gegenspieler durch und vollstreckte eiskalt ins linke obere Eck (79.).
Gegen aufgerückte Frankfurter erhöhten die Kickers nach einem Konter sogar noch auf 0:4, als Sandro Abruscia den einschussbereiten Ugur Yilmaz bediente. Der Stürmer aus dem Kader der U23 brauchte die Kugel nur noch über die Linie drücken und erzielte seinen ersten Saisontreffer in der Regionalliga Süd (89.).

Dirk Schuster: „Wir sind sehr froh und sehr glücklich, dass wir hier die drei Punkte mitnehmen konnten. Aber ganz zufrieden bin ich auch mit der Leistung, wie wir hier aufgetreten sind. Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt nach einem Spiel gegen Fürth letzte Woche, das sehr viele Wünsche offen gelassen hat.“

Spielstatistik:

Eintracht Frankfurt II: 1 Rössl – 16 Amiri (73. 13 Bornwasser), 5 Kraus, 6 Chaftar (56. 4 Cimen), 21 Baier – 20 Mehring (C), 8 Di Gregorio – 15 Müller, 7 Schnitzer, 11 Wolfert – 9 Heller – Trainer:
Ersatzbank: 22 Muratagic (ETW) – 14 Mesfin

Stuttgarter Kickers: 1 Wagner – 17 Gerster, 4 Köpf, 15 Rapp (C), 13 Stierle – 19 Abruscia, 8 Rizzi, 10 Marchese, 27 Türpitz (86. 7 Ivanusa), 20 Pala – 11 Brandstetter (84. 37 Yilmaz) – Trainer: Schuster
Ersatzbank: 21 Güvenc (ETW), 6 Jung, 22 Gondorf, 24 Savranlioglu, 26 Fennell

Tore:
0:1 Ali Pala (48.)
0:2 Alessandro Abruscia (70.)
0:3 Marcel Brandstetter (79.)
0:4 Ugur Yilmaz (89.)

Schiedsrichter:
Simon Marx (Würzburg)

Gelbe Karten:
Kraus – Marchese, Brandstetter

Besonderes:
Daniel Wagner hält Foulelfmeter von Sascha Wolfert (12.)

Zuschauer:
250 Fans im Frankfurter Volksbank Stadion

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Vorberichte Eintracht Frankfurt II – Stuttgarter Kickers

Schuster muss sich erklären
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 06.11.2010
Stuttgarter Kickers Das besorgte Präsidium bestellt den Trainer ein. Von Heiko Hinrichsen

Es ist keineswegs alltäglich, dass das sechsköpfige Präsidium des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers den Trainer zum Gespräch zitiert. Im Sommer war dies der Fall gewesen, als Dirk Schuster dem Gremium um den Präsidenten Edgar Kurz seine Vorstellungen bezüglich des Kaders unterbreiten durfte. Am Dienstag hat die Kickers-Chefetage den Coach nun erneut einbestellt: diesmal allerdings aus unerfreulicherem Anlass.

„Wir haben gemeinsam die Lage analysiert. Von einer Herbstdepression kann aber keine Rede sein“, sagt Dirk Schuster zu dem Abendtermin – denn die Lage der Kickers hat sich sukzessive zum Schlechteren gewendet. Noch gibt der Fußballlehrer weiter „einen Platz zwischen eins und sechs“ als das Saisonziel aus, hat aber im Trainingsbetrieb die Zügel selbst mit zwei Doppelschichten unter der Woche angezogen. Für den Auftritt der Mannschaft morgen (14 Uhr) bei Eintracht Frankfurt II erwartet Schuster nun nach der schwachen Vorstellung beim 0:1 zu Hause gegen Greuther Fürth II „eine Trotzreaktion“.

Doch der Vorstand um Edgar Kurz, der gestern am Bodensee weilte und nicht zu erreichen war, sieht die Lage offenbar kritischer, als sie Schuster – zumindest öffentlich – darstellt. Tatsächlich verkörpert der frühere Bundesligist und DFB-Pokalfinalist von 1987 inzwischen selbst in der vierten Liga als Tabellenzehnter nur noch Mittelmaß. Da zudem der Trend nach unten zeigt, erwartet das Kickers-Präsidium vom Trainer, der in Frankfurt wieder auf Oliver Stierle zurückgreifen kann, dass er Wege aus dem Tief aufzeigt. Schließlich ist auch der Zuschauerzuspruch rückläufig. Gegen Fürth fanden nur noch 1820 Fans den Weg auf die Waldau. Ein Umstand, der Edgar Kurz und Co. aufgeschreckt hat.

Stuttgarter Zeitung

Schuster zieht die Zügel an

Stuttgart (red) – Viele Gespräche gab es in dieser Woche beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Das 0:1 am vergangenen Samstag gegen die SpVgg Greuther Fürth II war schließlich die vierte Niederlage im fünften Heimspiel in Folge. Trainer Dirk Schuster knöpfte sich für die Ursachenforschung die Spieler einzeln vor und war selbst beim Präsidium zum „Meinungsaustausch“ einbestellt. Zur Vorbereitung auf die Auswärtspartie morgen (14 Uhr) beim Tabellendritten Eintracht Frankfurt II musste die Mannschaft zudem zwei Doppelschichten im Training schieben. „Da war richtig Zug drin“, lobte Schuster und kündigte personelle Änderungen in der Startelf an – ohne allerdings konkreter zu werden. Oliver Stierle ist nach seiner vierwöchigen Verletzungspause wieder einsatzbereit.

Eßlinger Zeitung

Eintracht: Die zweite Reihe muss sich beweisen
Das Regionalliga-Team der Eintracht spielt heute im Schwabenland.

Frankfurt. Eintracht Frankfurts U 23 muss am Sonntag im Heimspiel am Bornheimer Hang gegen die Stuttgarter Kickers (14 Uhr) auf seinen Top-Torschützen verzichten. Cenk Tosun (acht Treffer), der am vergangenen Samstag beim 1:2 des Tabellendritten der Fußball-Regionalliga Süd in Darmstadt die Rote Karte sah, wurde für zwei Spiele gesperrt. Auch mit Deniz Vural (Gelb-Rot-Sperre), Abassin Alikhil, Tobias Wedemeyer (beide haben einen Bänderriss), Abdessamad Fachat (Adduktoren-Probleme) und Marcel Titsch-Rivero (in der Reha nach einer Fuß-Operation) kann U23-Trainer Oscar Corrochano nicht planen.

Der 34-Jährige nimmt dies scheinbar locker zur Kenntnis. «Ich sehe keine Probleme. Jetzt müssen eben die anderen einspringen», meint er keck. So rücken nun Akteure wie Mike Baier, Zubayr Amiri, Daniele di Gregorio, Marius Müller, Marius Bornwasser und Björn Schnitzer in den Blickpunkt, die bisher über den Status des Reservisten nicht hinaus kamen. Corrochanos Ansinnen ist klar: «Auch wenn wir in Darmstadt verloren haben, wollen wir das hohe Level halten und dem Gegner nur wenig Chancen zulassen.»

Das könnte gegen die Schwaben gelingen, denn der Traditionsverein vom Degerloch strotzt zurzeit nicht gerade vor Selbstbewusstsein. Von den letzten zehn Partien verlor der DFB-Pokalfinalist von 1987 immerhin fünf. Zuletzt sorgte eine 0:1-Heimpleite gegen die Zweite Mannschaft der Spvgg. Greuther Fürth für Verdruss, eine Woche davor nach dem 1:0-Erfolg beim Karlsruher SC II wurde Stürmer Daniel Reule suspendiert – wegen Fehlverhaltens. Mit der bescheidenen Bilanz von 19 Punkten aus 14 Spielen stehen die Stuttgarter im Niemandsland der Tabelle. fri fri

Frankfurter Neue Presse

Presse zu Stuttgarter Kickers – Eintracht Frankfurt II (2:2)

Kickers wahren Heimnimbus
Regionalliga Mijo Tunjic rettet gegen Eintracht Frankfurt II mit seinem Tor zum 2:2 einen Punkt.

Fünf Minuten lang hat es gestern so ausgesehen, als würde der Heimnimbus der Stuttgarter Kickers in dieser Saison zu Ende gehen. Die Gäste von Eintracht Frankfurt II führten in der Fußball-Regionalliga nach 80 Minuten 2:1, doch dann gelang Mijo Tunjic mit seinem 14. Saisontreffer noch der insgesamt verdiente Ausgleich. Der Torjäger war besonders motiviert gewesen, schließlich musste er 54 Minuten lang auf der Bank schmoren („Ich denke, ich habe die richtige Reaktion gezeigt“), nachdem der Trainer Dirk Schuster gleich vier Änderungen in der Startformation vorgenommen hatte – und unter anderem die beiden Debütanten Patrick Auracher (Abwehr) und Kaan Tosun (Angriff) brachte: „Es war klar, dass wir nach der schwachen Leistung von Karlsruhe was tun mussten“, sagte Schuster.

Das schien zunächst aufzugehen, denn der ebenfalls neu ins Team gekommene Jerome Gondorf erzielte schon nach fünf Minuten mit einem abgefälschten Schuss die Führung. „Leider haben wir zu schnell den Ausgleich bekommen“, haderte Schuster. Genau genommen nach sieben Minuten durch Timothy Chandler. Danach kam wieder einmal ein Bruch ins Kickers-Spiel, so dass die Gäste durch Sven Hassler (36.) sogar in Führung hätten gehen können. Die hob sich der Frankfurter bis zehn Minuten vor Schluss auf, als er einen Konter unhaltbar zum 2:1 abschloss.

Als die mitgereisten Schlachtenbummler unter den 2030 Zuschauern schon „Auswärtssieg“ skandierten, schlug Tunjic (85.) zurück. „Von der Moral und Einsatzbereitschaft her kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Schuster. Ein Vorbild in dieser Hinsicht ist jedesmal Dirk Prediger, der zu seinen Vertragsgesprächen sagt: „Ich denke, es sieht gut aus.“ ump

Kickers Wagner – Auracher, Olveira, Rapp, Gerster – Gondorf, Rizzi, Marchese (62. Türpitz), Ivanusa – Tosun (54. Tunjic), Prediger (78. Savranlioglu).

Tore 1:0 Gondorf (5.), 1:1 Chandler (12.), 1:2 Hassler (80.), 2:2 Tunjic (85.).

Stuttgarter Zeitung

Ein frühes und ein spätes Kickers-Tor

Stuttgart (red) – Auch dank des doppelt glücklichen Händchens von Trainer Dirk Schuster bleiben die Stuttgarter Kickers als einziges Team der Fußball-Regionalliga Süd in der laufenden Runde zuhause ungeschlagen. Das 2:2 (1:1)-Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt II war jedoch mühsam. Schuster veränderte die Startformation gegenüber dem 0:2 in Karlsruhe auf vier Positionen. Kaan Tosun und Patrick Auracher gaben ein ordentliches Regionalliga-Debüt. Und Jerome Gondorf, der nach langer Zeit mal wieder spielte, brachte die „Blauen“ in der 5. Minute in Führung. Nach dem Ausgleich durch Timothy Chandler (12.) war die Luft jedoch raus. Erst in der Schlussphase fielen wieder Tore: Sven Hassler brachte die Frankfurter in Führung (80.), ehe der eingewechselte Mijo Tunjic nach sehenswerter Vorarbeit von Michele Rizzi zum 2:2 traf (85.). „Ich bin froh, dass sich die Mannschaft noch belohnt hatte“, sagte Schuster erleichtert.

Eßlinger Zeitung

Vorberichte Stuttgarter Kickers – Eintracht Frankfurt II

Im Motivationstief

Ein Straftraining sei der Lauf am Montag durch den Degerlocher Wald nicht gewesen, sagt Dirk Schuster. Der Trainer der Stuttgarter Kickers habe seinen Spielern einfach Zeit gegeben, die 0:2-Niederlage gegen Karlsruhe aufzuarbeiten. Fazit des Gedankenaustauschs: die Mannschaft steckt in einem Motivationstief. „Wir müssen den Hebel so schnell wie möglich wieder umlegen“, sagt Dirk Schuster. Denn: „Platz fünf ist nach wie vor unser Ziel.“

Zwei Unentschieden und zwei Niederlagen, das ist die Bilanz des Fußball-Regionalligisten aus den vergangenen vier Spielen. Mit der Partie heute gegen Eintracht Frankfurt II (19 Uhr, Gazi-Stadion) will das Team wieder an den erfolgreichen Rückrundenstart anknüpfen. Der Geschäftsführer Jens Zimmermann sagt: „Die Spieler sind heiß und wissen, dass sie am Zug sind.“

Wobei inzwischen definitiv ist, dass die Verträge mit Gökhan Gümüssu, Christian Grujicic und Franco Petruso nicht verlängert werden. Schuster warnt zudem vor dem heutigen Gegner, der mit dem Toptorschützen Martin Hess den Tabellenzweiten Nürnberg zuletzt 5:1 „aus dem Stadion gebügelt“ habe. Für gute Stimmung im Verein sorgt zumindest die Sektkellerei Kessler, die ihren Sponsorenvertrag mit den Kickers um ein Jahr verlängert hat. jbr

Stuttgarter Zeitung

Seelenmassagen zur Vorbereitung

Stuttgart (bw) – Die Stuttgarter Kickers wollen zurück in die Erfolgsspur. Der seit vier Spielen sieglose Fußball-Regionalligist empfängt heute (19 Uhr) Eintracht Frankfurt II und blickt zuversichtlich auf die Partie gegen den Nachbarn aus dem Tabellenmittelfeld. Schließlich wurde in dieser Woche eifrig daran gearbeitet, die Mannschaft wieder zu dem Elan, dem Engagement und der Leidenschaft zu führen, die sie zuvor ausgezeichnet hatten. „Das Zusatztraining nach der Niederlage in Karlsruhe war keine Strafe, sondern diente vor allem auch der Seelenmassage“, sagte Trainer Dirk Schuster und betonte: „Schließlich ist es keine Frage des Nichtwollens.“ Vielmehr sei für das junge Team sowohl der physische als auch der mentale Stress einer Regionalliga-Saison etwas Neues. Daher fanden dieser Tage auch jede Menge Gespräche statt. Zudem haben die Spieler bei einem selbst auferlegten Waldlauf über die Situation diskutiert und Lösungen gesucht. Indes teilte der Verein mit, dass Franco Petruso, Christian Grujicic und Gökhan Gümüssu die Kickers am Saisonende verlassen werden.

Eßlinger Zeitung

U 23 der Eintracht auf dem Sprung in die oberen Regionen

Frankfurt. Eintracht Frankfurts U 23 kann heute einen großen Sprung in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Süd machen. Wenn alles glatt geht, dann verbessern sich die Riederwälder vom neunten auf den fünften Platz. Voraussetzung ist freilich ein Erfolg beim Tabellennachbarn Stuttgarter Kickers. Die Schwaben seien, sagt Frankfurts Sportlicher Leiter Armin Kraaz, «ein Gegner auf Augenhöhe. Ich hoffe, wir knüpfen dort an, wo wir vor einer Woche aufgehört haben.» Da besiegte die Eintracht das Reserveteam des 1. FC Nürnberg mit 5:1 und brillierte teils mit schön herausgespielten Toren.

Mit von der Partie ist wieder Sascha Boller. Der offensive Mittelfeldakteur hat seine Sperre (fünfte Gelbe Karte) abgesessen und dürfte in die Stammformation zurückkehren. Ob der 26-Jährige auch in der kommenden Saison im U 23-Kader stehen wird, ist eher zu bezweifeln, denn mit guten Leistungen machte er sich für höhere Aufgaben schon interessant.
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Aus dem aktuellen Aufgebot haben lediglich die Torhüter Andreas Rössl und Markus Kolke sowie die Feldspieler Sven Hassler, Abdessamad Fachat und Telmo Teixeira-Rebelo einen Vertrag für 2010/11. Björn Schnitzer rückt aus der U 19 auf. Zudem sind Marcos Alvarez und Cenk Tosun heiße Kandidaten. «Sie sind zwar Lizenzspieler, aber wir rechnen mit ihnen», sagt Kraaz, der wieder einmal von einer «großen Fluktuation» ausgeht.

Gegner Stuttgart ist mit Hessen Kassel der Remiskönig der Liga. Zwölfmal spielten die Schwaben bereits unentschieden. Die vergangenen vier Partien wurden nicht gewonnen. Ob die Blauen nun besonders motiviert oder verunsichert sind, wird sich zeigen. fri fri

Frankfurter Neue Presse

Presse zu Eintracht Frankfurt II – Stuttgarter Kickers (3:1)

Kickers schwächeln in der Fremde

Regionalliga Der Drittligaabsteiger verliert in Frankfurt mit 1:3.

Am Freitag erst hatte der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers einen neuen Sponsor vorgestellt. Wobei der Geschäftsführer Jens Zimmermann bei der Präsentation auf eine Besonderheit hingewiesen hat, nämlich, „dass es sich um einen leistungsbezogenen Vertrag handelt“. Das heißt, neben der Basisprämie lockt noch ein Bonus im Erfolgsfall.

Nicht nur deshalb hatte der Trainer Dirk Schuster vor der Partie bei Eintracht Frankfurt II betont: „Wir fahren dorthin, um drei Punkte mitzunehmen.“ Am Ende blieben bei der 1:3-(0:0-)Niederlage nur drei Gegentore im Gepäck – und die dritte Auswärtsniederlage nacheinander. „Das wirft uns nicht um“, sagte Schuster, der letztlich nur eine Änderung vorgenommen hatte. Für den verletzten Enzo Marchese (Schuster: „Sein Ausfall trifft uns hart“) rückte Dirk Prediger als zweite Spitze in die Mannschaft, während bei den Hessen in Marcel Heller und Ümit Korkmaz gleich zwei Spieler mit Bundesligaerfahrung am Bornheimer Hang aufliefen, wo sich nur etwa 650 Zuschauer (darunter 50 Kickers-Fans) eingefunden hatten.

Nicht so trist war das Spiel, eher flott. Korkmaz prüfte zunächst den Kickers-Torwart Daniel Wagner, doch dann waren die Gäste an der Reihe: Mijo Tunjic scheiterte am Schlussmann Ralf Fährmann, der vor der Saison als Nummer eins bei den Profis gehandelt worden war, ehe ihn eine Verletzung zurückwarf. Gestern rettete er auch gegen Marcel Ivanusa (27.) oder Prediger (32.). Es ist das alte Lied: die Kickers brauchen zu viele Chancen für einen Treffer.

Wie es geht, demonstrierte auf der Gegenseite die Eintracht – nach der Pause. Sebastian Jung, am Samstag in der Nachspielzeit gegen Hannover zu einem Kurzeinsatz in der Bundesliga gekommen, schoss einen Freistoß hart, und Marcel Titsch-Rivero fälschte unhaltbar für Wagner ab (49.). Das war der erste Streich, und der zweite folgte gleich: Abdessamad Fachat setzte den Ball nach Vorarbeit von Heller volley in die Maschen. Gespielt waren da 53 Minuten. „Leider haben wir in den fünf Minuten nach der Pause unsere gute erste Hälfte kaputtgemacht“, sagte Schuster, dessen Plan nicht aufgegangen war.

Eigentlich wollte er in dieser Phase zur Schlussoffensive blasen, weil Frankfurt von der 70. Minute an stets abgebaut habe, so seine Beobachtung. Tatsächlich keimte nach Tunjic“ Elfmetertreffer (74./Foul am eingewechselten Gökhan Gümüssu) noch einmal Hoffnung – aber nur für fünf Minuten, dann traf Juvhel Tsoumou zum 3:1. „Wir haben die Tore nach Standardsituationen bekommen“, sagte der Verteidiger Moritz Steinle, „das ist unglaublich.“

(…)

Stuttgarter Zeitung

Rückschlag für auswärtsschwache Kickers
1:3 – Die Blauen vergeben vor der Pause zu viele Chancen und lassen sich in der zweiten Halbzeit von Eintracht Frankfurt II überrumpeln

Auswärts läuft es bei Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers derzeit einfach nicht rund: Das 1:3 (0:0) bei Eintracht Frankfurt II bedeutete die dritte Niederlage hintereinander auf fremdem Platz.

Von Alexander Schlögel

FRANKFURT. Nach außen gab sich Dirk Schuster ganz kühl. „Diese Niederlage wirft uns nicht um“, sagte der Kickers-Trainer tapfer. Doch innerlich dürfte er gekocht haben. Denn innerhalb von vier Minuten nach der Pause gaben die Blauen ein überlegen geführtes Spiel aus der Hand. Marcel Titsch-Rivero (49.) und Abdessamad Fachat (53.) überrumpelten die indisponierte Kickers-Abwehr. Schuster: „In dieser Phase haben wir alles kaputt gemacht.“ Dabei hatten die Blauen vor 650 Zuschauern im Frankfurter Volksbank-Stadion (früher Bornheimer Hang) gut ins Spiel gefunden. Der Ausfall von Enzo Marchese (Muskelfaserriss) machte sich vor der Pause nicht groß bemerkbar. Einziges Manko: Die Kickers vergaben durch Alessandro Abruscia, Dirk Prediger und Mijo Tunjic gute Chancen. Das rächte sich. Zwar kamen sie nach ihrem vierminütigen Aussetzer durch den verwandelten Elfmeter von Tunjic (74.) – Gökhan Gümüssu war gefoult worden – zum Anschlusstreffer, doch das Tor von Juvhel Tsoumou (79.) zum 3:1 brachte die Entscheidung. „Wir haben nach der Pause mutiger gespielt, das Ergebnis geht in Ordnung“, freute sich Eintracht-Trainer Frank Leicht.

Die Enttäuschung bei den Kickers über den Rückschlag war dagegen groß, doch Verteidiger Moritz Steinle blickte sofort nach vorne: „Wir müssen an die erste Halbzeit anknüpfen, dann gewinnen wir am kommenden Samstag gegen Bamberg.“ Die Chancen stehen nicht schlecht – es ist ein Heimspiel.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers unterliegen in Frankfurt

Frankfurt (red) – Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga ihre dritte Saisonniederlage kassiert. Die „Blauen“ unterlagen bei Eintracht Frankfurt II mit 1:3 (0:0) und rutschten in der Tabelle auf den neunten Platz ab. „Die Niederlage wirft uns nicht um. Wir haben in der ersten Hälfte eine sehr ordentliche Leistung gezeigt. Darauf lässt sich aufbauen“, sagte Kickers-Trainer Dirk Schuster.

Die Tore fielen allesamt erst im zweiten Abschnitt. Marcel Titsch-Rivero brachte die Frankfurter mit 1:0 in Führung (49.), die Abdessamad Fachat auf 2:0 (53.) ausbaute. „Die schläfrigen fünf Minuten mit dem Doppelschlag haben uns das Spiel leider kaputt gemacht. Wir haben uns danach nur schwer erholt“, bedauerte Schuster. Seine Mannschaft schaffte zwar durch einen Elfmeter von Mijo Tunjic (74.) den 1:2-Anschlusstreffer, nachdem zuvor Gökhan Gümüssu im Strafraum gefoult worden war. Doch die wieder aufkeimende Hoffnung machte der Frankfurter Juvhel Tsoumou zunichte, als er fünf Minuten später für den 3:1-Endstand (79.) sorgte.

Eßlinger Zeitung

Eintracht Frankfurt
Sonnige Gemütslage unter blauem Himmel
Von Dominik Hechler

Der strahlend blaue Himmel über dem Stadion am Bornheimer Hang passte gestern Nachmittag zur sonnigen Gemütslage der 600 Zuschauer, die den zweiten Heimsieg der Reserve von Eintracht Frankfurt in Folge feiern konnten. Das Team von Trainer Frank Leicht hatte in seinem Spiel der Regionalliga Süd die Stuttgarter Kickers auch in der Höhe verdient mit 3:1 (0:0) wieder auf den Heimweg geschickt und dabei über 90 Minuten eine sehr ansprechende Leistung geboten.

Die zweite Mannschaft des Bundesligisten, die von den Profis Ralf Fährmann (Tor), Sebastian Jung, Marcel Heller und Ümit Korkmaz verstärkt wurde, kam sehr gut in die Partie, konnte sich aber zunächst keine nennenswerten Torchancen herausspielen. „Wir haben unsere Offensivaktionen in der ersten Halbzeit einfach nicht konsequent zu Ende gespielt“, resümierte Leicht.

Das änderte sich dann aber im zweiten Durchgang. Nach einem Freistoß des sehr agilen Juniorennationalspielers Jung, der gerade erst von der U20-Weltmeisterschaft in Ägypten zurückgekehrt war, köpfte Marcel Titsch-Rivero den Ball zur hochverdienten Führung ins Netz (49.). Kurze Zeit später erhöhte der ebenfalls starke Abdessamad Fachat nach einer punktgenauen Flanke von Heller per Direktabnahme sogar auf 2:0 (54.). Als alle Zuschauer im Stadion danach dachten, das Spiel sei schon gelaufen, foulte der Frankfurter Kapitän Daniel Halke den Stuttgarter Gökhan Gümüssu im eigenen Strafraum und der Unparteiische Sven Waschitzki zeigte auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mijo Tunjic dann zum Anschlusstreffer (72.). „Das war total ärgerlich, weil wir defensiv sehr gut gestanden haben und die Kickers aus dem Spiel heraus wohl keinen Treffer erzielt hätten“, sagte Leicht und schob nach, dass „wir ja Gott sei Dank blitzschnell zurückgeschlagen haben“. Denn keine zehn Minuten nach dem Stuttgarter Treffer erzielte Juvhel Tsoumou das Tor zum Endstand (79.). „Wir sind auf dem richtigen Weg“, freute sich Leicht über den Sieg.

Der Einzige, der in einer sonst durchweg starken Eintracht-Mannschaft in seiner Leistung etwas abfiel, war Ümit Korkmaz. Der Mittelfeldspieler war zwar dauerhaft bemüht, aber sobald er den Ball bekam, dribbelte er sich ein ums andere Mal an seinem Gegenspieler fest. Es war ein sehr unglücklicher Auftritt des 25-Jährigen, der bei Michael Skibbe derzeit keine Rolle zu spielen scheint.

Frankfurter Rundschau