Presse zu Stuttgarter Kickers – 1. FC Nürnberg II (0:4)

Kickers vermiesen sich den Abschluss
Regionalliga Eine ordentliche Saison endet mit dem 0:4 gegen Nürnberg II – reicht es für mehr? Von Joachim Klumpp

Zum letzten Spiel der Saison haben sich die Stuttgarter Kickers einige Aktionen einfallen lassen, weshalb das Motto der Regionalligapartie gegen den 1. FC Nürnberg II hieß: 5:0 für die Fans. Irgendwie ließ das Team dann aber fünf gerade sein – und verlor 0:4. „Bei uns lief vor dem Tor alles, bei den Kickers nichts“, sagte der Gästetrainer René Müller. Womit nicht nur die weiße Heimweste der Blauen Flecken bekam, sondern auch die angepeilte 50-Punkte-Marke verpasst wurde. Immerhin reichte es gerade noch zu einem einstelligen Tabellenplatz, nachdem die von Trainer Dirk Schuster als Hauptziel ausgegebene Forderung, mehr Punkte zu holen als in der Vorrunde (da waren es 23), schon vor dem letzten Auftritt erfüllt war. So lautete Schusters Fazit: „Wir haben eine ordentliche Runde gespielt, auf der wir aufbauen können.“ Wirklich? Eine Analyse.

Die Mannschaft Das Gros des Kaders wird zusammenbleiben, am Samstag hat auch Gerome Gondorf bis 2011 verlängert, so dass inzwischen 15 Feldspieler aus der bisherigen Mannschaft unter Vertrag stehen. Dazu kommen die beiden bisherigen Neuzugänge Oliver Stierle (Abwehr) und Marcel Brandstetter (Angriff). Verabschiedet wurden dagegen Gökhan Gümüssu (1860 München II), André Olveira, Franco Petruso, Mijo Tunjic (Unterhaching) und auch Kaan Tosun aus der zweiten Mannschaft, der sich bei seinen vergangenen Einsätzen nicht aufdrängen konnte. Der Torhüter Luis Rodrigues und der Verteidiger Marcel Charrier, die die gesamte Saison verletzungsbedingt ausgefallen waren, werden sich zwar bei den Kickers auf die neue Saison vorbereiten können, eine Weiterverpflichtung scheint aber unwahrscheinlich.

Die Neuzugänge Stierle und Brandstetter stehen fest, der Kader soll 20 Spieler plus zwei Torhüter umfassen, so dass noch zwei oder drei Akteure kommen werden. Allen voran „brauchen wir einen Topknipser“, wie es nicht nur der Präsident Edgar Kurz formuliert. Das Augenmerk liegt also auf der Offensive, auch wenn gerade die Partie gegen Nürnberg II, das ohne seinen Torjäger Ahmet Kulabas (geht nach Heidenheim) antrat, offenbarte, dass auch die Innenverteidigung Schwächen hat. Allen voran Marcel Rapp („Der Doppelschlag zum 0:2 war ein Schock“), der an den ersten drei Gegentreffern beteiligt war. Seine unter der Woche aufgetretenen Hüftprobleme ließ Schuster nicht als Entschuldigung gelten: „Wenn der Kapitän grünes Licht gibt, gehe ich davon aus, dass er zu 100 Prozent belastbar ist.“ In der Defensive werden zunächst auch Dominique Fennell und Andreas Wontschik zum Aufgebot gehören.

Die Liga Nach dem Aufstieg des VfR Aalen scheint die Liga relativ ausgeglichen zu sein, zumal der Trainer des Vizemeisters Nürnberg II, René Müller, sagt: „Wir stehen vor einem Umbruch mit zehn neuen Spielern, da ist der Aufstieg nicht vorgesehen. Die zweiten Mannschaften werden aber das Zünglein an der Waage spielen.“ Die Tabelle gibt ihm recht. Von den Traditionsvereinen lagen lediglich Hessen Kassel und der SSV Ulm vor den Kickers, ansonsten waren nur die Nachwuchsteams der Proficlubs besser in der Endabrechnung.

Die Lizenzierung Die Stuttgarter Kickers müssen bis zum 4. Juni noch einige wirtschaftliche Nachweise liefern, „aber das bekommen wir hin“, sagt der Geschäftsführer Jens Zimmermann. Zuvor hatten die Kickers schon die 200 000 Euro plus Zinsen an den DFB-Kautionsfond zurückgezahlt. Der Etat wurde während der Saison, auch wegen einiger vorzeitiger Vertragsverlängerungen, von 1,6 auf etwa 1,7 Millionen Euro angehoben. In der nächsten Runde soll er, nicht zuletzt dank des Einstiegs eines Investors, gut zwei Millionen Euro betragen.

Die Vorbereitung Trainingsbeginn ist am 23. Juni. Das erste Testspiel steht dann am 27. Juni (13.30 Uhr) beim Kreisligisten TSV Oberensingen an. Anschließend wird ein erstes Trainingslager auf dem Schliffkopf im Schwarzwald bezogen, in dessen Rahmen auch die Partie gegen den FC Schaffhausen am 30. Juni (18.30 Uhr) in Klosterreichenbach stattfindet. Die offizielle Saisoneröffnung steigt am 3. Juli im ADM-Sportpark mit dem Spiel gegen Heidenheim (14 Uhr). Der Höhepunkt der Vorbereitung ist das Derby gegen den VfB Stuttgart am 14. Juli um 19 Uhr im Gazi-Stadion. Weitere Termine: 17. Juli beim SC Urbach, 20. Juli beim TSV Stuttgart-Münster, 24. Juli Blitzturnier in Balingen, 25. Juli beim TSV Undingen. Noch offen ist ein Spiel am 9. Juli (FC Basel oder Karlsruher SC?), nachdem der geplante Auftritt beim FC Zürich wegen eines kurzfristigen Rückzugs der Schweizer nicht zustande kam.

Stuttgarter Zeitung

Der bange Blick in die neue Saison
Von Jürgen Frey

Stuttgart – Edgar Kurz ist ein positiv denkender Mensch. Also konnte der Präsident des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers selbst nach dem 0:4 gegen den 1. FC Nürnberg II dem missratenen Saisonabschluss etwas Gutes abgewinnen. „Wenn wir 4:0 gewonnen hätten, wären viele vielleicht zu euphorisch in die neue Saison gegangen“, sagte Kurz, „nun aber wurde allen Beteiligten noch mal ganz deutlich vor Augen geführt, dass wir sehr hart arbeiten müssen, um ganz vorne mitzuspielen.“

Natürlich macht Nürnberg nicht in jedem Spiel aus vier Chancen vier Treffer. Natürlich fehlten bei den Kickers die Ideen des gesperrten Spielmachers Enzo Marchese. Und klar ist auch, dass die Kickers-Führungskräfte Daniel Wagner und Marcel Rapp nicht jedes Mal einen solch schwachen Tag erwischen wie bei der ersten Saisonheimniederlage im 17. Spiel.

Das alles ändert jedoch nichts daran, dass zumindest die kritischeren Zeitgenossen unterm Fernsehturm mit bangem Blick in die neue Runde schauen. Die Erwartungshaltung wird steigen. Doch die Weiterentwicklung der Mannschaft geriet in der Rückrunde ins Stocken. Hinzu kommt das Sturmproblem. Nur fünf Regionalligateams haben weniger Tore geschossen als die Kickers.

Offensivkräfte mit Qualität gesucht

Und der mit Abstand beste Kickers-Torschütze Mijo Tunjic (19 Treffer) – von den Fans zum Spieler der Saison gewählt – geht zur SpVgg Unterhaching. Dahinter klafft eine gewaltige Lücke: Mittelfeldspieler Marcel Ivanusa folgt mit sechs Toren auf Platz zwei der internen Kickers-Torjägerliste. „Wir hätten noch zwei Stunden spielen können und hätten nicht getroffen“, sagte Trainer Dirk Schuster am Samstag.

Das Problem ist erkannt. „Wir brauchen noch mindestens zwei Offensivkräfte mit Qualität“, weiß Präsident Kurz. Defensivmann Oliver Stierle (FC Bayern II) und Stürmer Marcel Brandstetter (VfR Aalen) sind verpflichtet. „Mit den weiteren Zugängen wollen wir richtige Ausrufezeichen setzen“, verrät Kurz. Kaum anzunehmen, dass die gehandelten Daniel Reule (Waldhof Mannheim) und Ünal Demirkiran (1. FC Heidenheim) damit gemeint sein können. Kurz hält sich bedeckt: „Wir haben keinen zeitlichen Druck, und viele Clubs sind nicht auf Rosen gebettet.“ Die Blauen haben dank ihres Investors noch Spielraum. Wobei bei der Spielersuche auch das Netzwerk des künftigen Beraters Michael Zeyer genutzt werden soll.

Nachdem Jerome Gondorf seinen Vertrag verlängert hat, haben die Blauen aktuell 17 Spieler für die neue Saison an Bord. Andre Olveira (Ziel unbekannt) und Kaan Tosun (Waldhof Mannheim?) werden gehen. Die Oberligaspieler Dominique Fennell und Andreas Wonschick sollen zumindest die Vorbereitung beim Regionalligateam mitmachen. Ansonsten heißt es: Warten auf den Hochkaräter für den Sturm.

Stuttgarter Nachrichten

Die erste Niederlage zum Schluss

Die Kickers verlieren beim 0:4 gegen den 1. FC Nürnberg II ihren Heimnimbus und beenden die Saison auf Platz neun

Von Beate Wockenfuß

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben es nicht geschafft, ihren Heimnimbus über die Ziellinie zu retten. Im letzten Saisonspiel kassierte der bis dahin im Gazi-Stadion ungeschlagene Fußball-Regionalligist gegen den 1. FC Nürnberg II die erste Niederlage – und die fiel mit 0:4 (0:2) auch noch viel deutlicher aus als die sieben Auswärtsniederlagen in dieser Spielzeit. „Das ist bitter“, sagte Trainer Dirk Schuster und haderte: „Wir hätten noch zwei Stunden weiterspielen können und trotzdem keinen Ball ins Tor gebracht.“ Im Saisonfinale wollte nicht viel gelingen. Was aber keinesfalls an zu wenig Engagement oder Leistungsbereitschaft lag, sondern eher an technischen Schwächen. Und der scheidende Torjäger Mijo Tunjic, der vor der Partie als Kickers-Spieler der Saison ausgezeichnet wurde, scheiterte bei seinem Vorhaben, die 20er-Marke zu erreichen. Mit seinen 19 Treffern muss sich der Esslinger den Thron des Torschützenkönigs mit Abedin Krasniqi (SG Sonnenhof Großaspach) teilen.

Effektiver waren die Nürnberger, die die Gastgeber kurz vor der Pause mit einem Doppelschlag schockierten. Zunächst erzielte Lukas Kling per Foulelfmeter die Führung (37.), nur eine Minute später erhöhte Niklas Hörber auf 2:0 (38.). Und direkt nach Wiederanpfiff zerstörte Hörber mit dem 3:0 (47.) endgültig den Kickers-Traum, die Saison ohne Heimniederlage zu beenden. Cem Ekinci machte mit dem Treffer zum 4:0 (85.) die Vizemeisterschaft der Franken perfekt.

Allerdings konnte dieses Negativerlebnis zum Abschluss die Saisonbilanz der Kickers nicht schmälern. „Wir haben eine ordentliche Runde gespielt und ein gutes Fundament gelegt, auf dem wir aufbauen können“, betonte Schuster, dessen junges Team nach einer „lehrreichen Saison“ auf dem neunten Tabellenplatz einkam. Allerdings gelte es jetzt, an den Schwachpunkten zu arbeiten. Schließlich sind die Ansprüche in der nächsten Spielzeit höher. „Wir wollen unter die ersten Sechs und endlich mal wieder den WFV-Pokal gewinnen“, lautet die Maßgabe des Coaches. Das personelle Grundgerüst steht bereits. Mit Mittelfeldakteur Jerome Gondorf hat am Wochenende der 15. Spieler aus dem aktuellen Kader seinen Vertrag verlängert. Mit Oliver Stierle (FC Bayern München II) und Marcel Brandstetter (VfR Aalen) kehren zwei „Blaue“ zurück. Drei weitere Neuzugänge sind geplant.

Positiv war auch das Saisonfazit der Kickers, was die Zuschauerzahlen betrifft. Am letzten Spieltag kamen noch mal 2580 Fans, die ihr Team auch nach der Niederlage feierten. „Es war nicht davon auszugehen, dass der Zuspruch trotz des Abstiegs so groß bleibt“, freute sich Geschäftsführer Jens Zimmermann über die Treue. Im Schnitt waren in dieser Saison 2200 Zuschauer auf der Waldau – also viel mehr als die 1500, mit denen kalkuliert wurde. Der Spitzenwert wurde mit 3520 beim Spiel gegen den SSV Ulm 1846 erreicht. Voll wird das Stadion beim nächsten Mal sicher im Testspiel gegen den VfB Stuttgart am 14. Juli sein. Für die Mannschaft ist die Zeit zum Durchschnaufen kurz: Bereits am 23. Juni startet die Vorbereitung auf die zweite Regionalliga-Saison.

Eßlinger Zeitung

4:0! FCN II glänzte zum Saisonabschluss

(…)

Stuttgarter Kickers – 1.FC Nürnberg II 0:4 (0:2) – Mit einem 4:0-Erfolg bei den bis dato zu Hause ungeschlagenen Stuttgarter Kickers verzauberte der »kleine Club» zum Abschluss noch einmal seine Anhänger. »Bei uns hat heute alles geklappt!», bilanzierte Nürnbergs Coach René Müller und lobte die effektive Spielweise seiner Mannschaft. Die Club-»U 23» begann ohne die »Abwanderer“ Kulabas, Valentini und Jordan sowie ohne Mannschaftskapitän Kammermeyer. Zunächst waren die Kickers am Drücker, ehe die Gäste per Doppelschlag die Weiche auf Sieg stellten. »Wir haben schwer ins Spiel gefunden, die Stuttgarter Kickers haben ein Tor erzielt, was Abseits gepfiffen wurde – das war der Knackpunkt des Spiels. Ab da lief bei uns alles, bei den Kickers nichts», erklärte Club-Trainer Müller. Nach der Pause kämpften die Stuttgarter tapfer weiter, ein Anschlusstor blieb jedoch aus. Vielmehr netzte der Club noch zweimal ein und wurde damit Vizemeister der Regionalliga. Nächste Saison auf ein Neues!

Stuttgarter Kickers: Wagner, Rapp, Rizzi, Abruscia, Ivanusa (56. Türpitz), Steinle, Auracher, Savranlioglu (46. Jung), Gondorf, Prediger (53. Gümüssu), Tunjic / 1.FCN II: Brunnhübner, Welnicki, Buttenhauser (80. Thies), Bühler (53. L. Grundei), Plattenhardt, Stiefler, Kling, Hörber (73. Kaya), Heckenberger, Kotzke, Ekinci / Tore: 0:1 Kling (37., Foulelfmeter), 0:2, 0:3 Hörber (38., 46.), 0:4 Ekinci (86.) / SR: Münch (Rielasingen) / Zuschauer: 2580.

Nürnberger Zeitung

EßZ: Die Krone im Visier

Der Esslinger Mijo Tunjic will sich heute als Torschützenkönig von den Stuttgarter Kickers verabschieden

Von Beate Wockenfuß

Esslingen – Für Mijo Tunjic ist das letzte Saisonspiel des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers heute (14 Uhr) zu Hause gegen den 1. FC Nürnberg II gleichzeitig auch der letzte Einsatz im Trikot der „Blauen“. Der Stürmer gibt nach vier Jahren in Degerloch seine Abschiedsvorstellung und will vor seinem Wechsel zum Drittligisten ­SpVgg Unterhaching noch mal Tore sprechen lassen. Zum einen, um die Kickers damit einmal mehr in die Erfolgsspur zu bringen. Schließlich traf der 22-Jährige bisher 19 Mal und erzielte damit fast die Hälfte der 43 Tore. Zum anderen, um seine starke Spielzeit mit der Torjägerkrone abzurunden. Obwohl er in den beiden vergangenen Partien wegen einer Rot-Sperre nichts für sein Torekonto tun konnte, blieb er mit einem Treffer Vorsprung Liga-Primus. „Die 20er-Marke will ich noch schaffen“, kündigt Tunjic an.

Dann schließt sich das Kapitel Kickers für den Esslinger, der auch schon beim TSVW spielte und seit der A-Jugend auf der Waldau kickt. Hinter ihm liegt eine Saison, in der er eine rasante Entwicklung genommen hat. „Dass es so gut für mich läuft, war nicht zu erwarten“, zeigt sich Tunjic selbst etwas überrascht. Erst vor gut einem Jahr – im Endspurt der Drittliga-Spielzeit 2008/2009 – rückte der 1,86-Meter-Mann aus dem Oberliga-Team in die erste Mannschaft auf. Sechs Mal stand er damals auf dem Platz und erzielte gleich zwei Treffer. In der Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison bremste ihn eine langwierige Knieverletzung aus. Doch als er wieder fit war, zeigte die Formkurve immer steiler nach oben. Kaltschnäuzigkeit und hohe Effektivität wurden zu den Markenzeichen des jungen Mannes mit der Trikotnummer 11. „Mijo hat einen ausgeprägten Torriecher. Er weiß, wo die Kiste steht“, sagt Trainer Dirk Schuster und bezeichnet seinen Torjäger sogar als „unsere Lebensversicherung“. Umso erleichterter waren die Verantwortlichen, als sie Anfang Februar verkünden konnten, dass Tunjic seinen Vertrag vorzeitig bis 2011 verlängert hat. Und umso überraschender kam vor zwei Wochen die Nachricht, dass der Stürmer die Kickers doch verlässt. Die Ausstiegsklausel macht es möglich.

Denn die 19 Treffer – darunter fünf Doppelpacks – hatten auch bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten geweckt. Und als Unterhaching dem Stürmer im Frühjahr ein konkretes Angebot unterbreitete, tagte der Familienrat zu Hause in Oberesslingen. Gemeinsam mit den Eltern, dem älteren Bruder Antonio, der für den VfL Kirchheim auf Torejagd geht, und dem Berater wurde intensiv über das Für und Wider eines Wechsels diskutiert.
„Keine leichte Entscheidung“

„Das war keine leichte Entscheidung. Wir haben sehr lange überlegt. Aber letztlich ist es für meine sportliche Entwicklung der richtige Schritt“, sagt Tunjic. In Unterhaching will er dazu beitragen, dass der Club in die 2. Bundesliga aufsteigt – und er will sich selbst weiter verbessern. „Körperlich muss ich auf alle Fälle zulegen, und das Kopfballspiel ist auch noch ausbaufähig“, meint er. Um die volle Konzentration dem Endspurt mit den „Blauen“ zu widmen, wurde die Unterschrift unter den Zweijahresvertrag verschoben. Morgen düst der 22-Jährige zunächst mit seinen Kickers-Teamkollegen für drei Tage nach Mallorca, anschließend soll mit dem Münchner Vorstadtclub alles fix gemacht werden.

Dann beginnt nicht nur für den Fußballer Tunjic ein neuer Lebensabschnitt. Auch privat muss sich der Sohn kroatischer Eltern, der in Bosnien geboren ist und mit dreieinhalb Jahren nach Esslingen kam, umstellen. Mit dem Fachabitur in der Tasche verlässt er zum ersten Mal das elterliche Nest, seine Familie und Freunde. „Für meine Mutter ist das schon schwer“, berichtet er. Aber damit ihr Jüngster seinen Haushalt 250 Kilometer weit weg von der Heimat alleine schmeißen kann, bekommt er bereits intensive Trainingseinheiten in Sachen Kochen und Wäschewaschen. Doch nicht nur die Mutter wird ihn vermissen. „Er hat für die Mannschaft sehr viel geleistet und wird uns fehlen“, sagt Trainer Schuster, der jetzt im Angriff eine große Lücke füllen muss.

Eßlinger Zeitung

Vorberichte Stuttgarter Kickers – 1. FC Nürnberg II

„Der Investor will etwas für sein Geld sehen“
Interview Der Kickers-Präsident Edgar Kurz spricht über diekünftigen Chancen und Risiken.

Die Stuttgarter Kickers bestreiten morgen ihr letztes Saisonspiel in der Fußball-Regionalliga gegen den 1. FC Nürnberg II. Der Präsident Edgar Kurz (68) zieht schon mal Bilanz.

Herr Kurz, Sie haben gleich nach Rundenstart das Saisonziel auf Platz drei bis acht nach oben korrigiert. Das steht nun bei der letzten Partie auf dem Kippe. Wie wichtig wäre denn ein Erfolg zum Abschluss?

Ein guter Schluss ist immer etwas wert, weil man dann mit einem guten Gefühl in die Sommerpause geht. Aber vom Grundsatz her würde selbst eine Niederlage nicht viel verändern. Das ist ähnlich wie bei Bayern München mit dem verlorenen Champions-League-Finale. Wir können zufrieden sein, zumal ich am Anfang von Platz acht bis zwölf gesprochen habe – also dem Rahmen, der sich nun ergeben hat.

Was bleibt unabhängig davon an Höhepunkten oder auch Enttäuschungen?

Höhepunkt war zweifellos das Freundschaftsspiel gegen die Bayern. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kickers war das Stadion im Vorfeld ausverkauft. Ansonsten haben wir genau das erreicht, was wir wollten: Wir haben aus dem Nichts eine Mannschaft geformt, dank der guten Arbeit der U 23, die acht oder neun Spieler zur Verfügung gestellt hat. Wir haben es geschafft, mit einem neuen Trainer Stabilität reinzubringen, und wir haben eine tolle Heimstärke gezeigt. Das war seit Jahren nicht der Fall. Wir haben ja gesagt: erstes Jahr Konsolidierung, zweites Jahr unter die ersten fünf, sechs – und im dritten Jahr wollen wir angreifen. Vielleicht machen wir es aber auch wie Kaiserslautern. Die hatten vor der Saison eine ähnliche Aussage getroffen – und sind dann gleich aufgestiegen.

Glauben Sie, dass die immer noch junge Mannschaft nächstes Jahr dem Erwartungsdruck gewachsen ist?

Mit dem Druck umzugehen, ist schon ein Problem. Wir haben das ja im WFV-Pokal in Bonlanden erlebt. Aber das ist alles unter der Rubrik Lernphase zu sehen. Die Zeit muss man der Mannschaft geben. Sie weiß, was wir wollen – aber wichtig ist, dass sie selbst will. Und sie ist nach wie vor hungrig.

Das gilt auch für den Trainer. Sie haben sich nachhaltig für Dirk Schusters Verpflichtung starkgemacht. Fühlen Sie sich in dieser Entscheidung bestätigt?

Ich fühle mich bestätigt in der Person von Dirk Schuster. Er passt zu uns, weil er ebenfalls nach vorne kommen will. Für ihn sind die Kickers ein Sprungbrett. Und wir sind froh, dass er bei uns ist und seinen Vertrag verlängert hat. Wir wollen mit ihm schließlich noch einiges bewegen. Er kommt zudem bei den Fans sehr gut an, weil er kein Selbstdarsteller ist, sondern fleißig arbeitet und Kompetenz hat.

Viele Spieler haben ihren Vertrag ebenfalls verlängert, darunter der Torjäger Mijo Tunjic. Der ist jetzt trotzdem weg, für einen geringen fünfstelligen Betrag. Wie wollen die Kickers den Ausfall kompensieren?

Pauschal kann man sagen, dass wir mit Sicherheit drei, vier Spieler brauchen. Mit Stierle und Brandstetter haben wir zwei. Klar ist also, dass wir noch Bedarf haben, besonders im Angriff. Da sind wir auf der Suche. Im Moment kann man keine Namen nennen, noch nicht einmal spekulativ. Aber man muss auch Mijo Tunjic loben. Er hat viele Tore geschossen und jetzt die Chance, nach oben zu gehen. Wir sind ihm dankbar, dass er verlängert hat und wir dadurch überhaupt etwas bekommen haben.

Trotzdem wäre Ihnen wahrscheinlich der Spieler lieber gewesen als die Ablösesumme.

Die bringt uns nicht groß weiter, dennoch war es eine faire Geste des Spielers.

Weiter soll die Kickers dagegen der Investor bringen, der auf zehn Jahre eingestiegen ist. Das hört sich zunächst gut an. Aber wie hoch ist für Sie und Ihre Präsidiumskollegen die Last, dieses Vertrauen zu rechtfertigen?

Das ist für uns eine große Chance, aber auch eine große Verantwortung. Wir haben das Geld ja nicht bekommen, um es nur auszugeben, sondern um etwas daraus zu machen. Also die Basis zu finden für die Ziele, die wir uns selbst vorgegeben haben. Sprich: dritte Liga und in weiter Ferne zweite Liga. Erstaunlich ist, dass uns diese Investorengruppe die Verwirklichung zutraut, denn dafür gibt es in der vierten Liga keine Parallele. Das ist ein großes Kompliment für die Marke Stuttgarter Kickers, aber auch für die handelnden Personen.

Aus dieser Investorengruppe soll nun der Exprofi Michael Zeyer beratend tätig werden.

Der Verein muss die strukturellen Rahmenbedingungen als Basis für den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg verbessern und war daher gerne bereit, verschiedene personelle Vorschläge des Investors zu prüfen. Mit Herrn Zeyer sind wir sicher, den Fachmann gefunden zu haben, der uns hilft, unsere Ziele zu realisieren.

Und Sie sehen auch nicht die Gefahr, dass neben Trainer, Geschäftsführer, Jugendkoordinator oder dem für den Sport zuständigen Präsidiumsmitglied Tino Köstel zu viele Köche den Brei verderben?

Nein, denn wird sind ein Team, genau wie auf dem Platz. Jeder muss seine Stärken einbringen und sich dem Ziel unterordnen. Und das ist immer, die Stuttgarter Kickers nach vorne bringen – und nicht irgendein Kompetenzgerangel.

Es gab noch eine andere, weitreichendere Entscheidung. Der Kickers-Hauptsponsor Gazi engagiert sich auch beim VfB Stuttgart. Wie beurteilen Sie die Doppelrolle?

Ich sehe diese Maßnahme der Garmo AG, in Person von Dr. Eduardo Garcia, positiv. Dazu muss man wissen, dass er bestrebt ist, sich im europäischen Markt zu etablieren. Deshalb braucht er einen Partner in der Größenordnung des VfB. Nachdem wir in der vierten Liga sind und der VfB in der ersten, behindert uns das in keinster Weise, im Gegenteil. Ich sehe da Vorteile, weil es auch Synergieeffekte schaffen kann. Wir haben jetzt jemanden, der beim VfB ist – und auch ein Blauer. Der kann durchaus mal das Zünglein an der Waage sein, die dann zugunsten der Kickers ausschlägt: egal ob das ein Gazi-Cup ist oder in der Winterpause mal ein Spieler aus der U 23, der für ein halbes Jahr zu den Kickers abgegeben wird. Man darf einfach nicht der Ewiggestrige sein und sagen: wir befinden uns hier in einer Opposition zum VfB.

Apropos U 23. Ohne den Erfolg der ersten Mannschaft schmälern zu wollen, war der Klassenverbleib dieses Teams in der Oberliga sicher überraschender.

Ich möchte mich da ja nicht loben. Aber wer bei der Hauptversammlung aufmerksam war, der hat damals von mir gehört, dass ich überzeugt bin, dass diese Mannschaft ihre Punkte holen wird. Sie musste sich aufgrund der vielen Abgänge erst finden. Dass sie dann so eine Serie hinlegt, hätte selbst ich nicht gedacht. Ein Riesenkompliment auch ans Trainerteam.

Bei der Jugend läuft es nicht so erfolgreich.

Es ist jetzt in der Tat wichtig, dass wir den weiteren Unterbau fördern und mit A- und B-Jugend wieder aufsteigen und höherklassig spielen. Das ist unsere Zukunft – und übrigens auch ein Anliegen des Investors.

Die Mannschaft wird morgen nach dem Spiel bei der Abschlussfeier zur Verfügung stehen – wie sieht es bei Ihnen aus?

Ich habe mich zu jeder Arbeit bereiterklärt. Ich bin flexibel und vielseitig einsetzbar, wie es sich für den Präsidenten gehört.

Das Gespräch führte Joachim Klumpp.

Stuttgarter Zeitung

Unbesiegt zu Hause
Saisonfinale bei den Kickers

Stuttgart – 16 Spiele ist Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers in dieser Saison daheim ungeschlagen. Überstehen die Blauen am Samstag (14 Uhr/Gazistadion) auch die Partie gegen den 1. FC Nürnberg II schadlos, dann sind sie neben Fortuna Düsseldorf die einzige Elf in Deutschland von der ersten bis zur vierten Liga, die zu Hause keine Niederlage kassierte. „Das wäre eine tolle Sache“, freut sich Trainer Dirk Schuster auf das Saisonfinale. Moritz Steinle darf zum offiziellen Abschied aus dem Regionalligateam noch einmal von Beginn an ran. Genauso Torjäger Mijo Tunjic nach abgelaufener Rotsperre.

Offen ist bei den Blauen, ob Trainingsgast Fabian Wilhelmsen (früher KSC II) verpflichtet wird. Interesse gab es zuletzt auch an Stürmer Ali Pala (VfB II).

Die Kickers ermäßigen für das Spiel gegen den Club die Preise. Unter dem Motto 5:0 für die Fans kostet zum Beispiel ein Stehplatz fünf Euro. Nach dem Abpfiff steigt eine Saison-Abschlussparty.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers wollen reine Weste behalten

Stuttgart (bw) – Die Null soll stehen bleiben – das ist das große Ziel von Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers für das letzte Saisonspiel morgen (14 Uhr) zu Hause gegen den 1. FC Nürnberg II. Denn in dieser Saison haben die „Blauen“ noch keine Partie im Gazi-Stadion verloren und mit dieser reinen Weste soll es auch in die Sommerpause gehen. Das ist in dieser Spielzeit von den Mannschaften aus den Ligen eins bis vier nur Fortuna Düsseldorf gelungen. Doch Kickers-Trainer Dirk Schuster will in der Partie gegen den Tabellenzweiten aus Franken mehr als nur ungeschlagen bleiben. „Das ist zum Abschluss noch mal eine schöne Herausforderung, uns gegen eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel beweisen zu können“, sagt der Coach und betont: „Wir streben mit aller Macht drei Punkte an.“ Denn nicht nur die Null bei der Anzahl der Heimniederlagen soll stehen bleiben, sondern auch die Zahl 15 hinter den bisherigen Remis in dieser Saison. „Von Unentschieden habe ich genug“, erklärt Schuster und kündigt ein „aggressives und offensives Spiel“ seiner Schützlinge an: „Wir geben Vollgas bis zur letzten Minute.“ Schließlich soll auch den Zuschauern noch mal etwas geboten werden. Als Dank für deren Unterstützung wurden die Ticketpreise für das letzte Spiel gesenkt. Und nach dem Finale lässt die Mannschaft die Saison auf einer gemeinsamen Party mit den Fans ausklingen.

Steinle darf noch mal ran

Mit 48 Punkten stehen die Kickers derzeit auf Platz acht. „Wir wollen noch über die 50-Punkte-Marke und die gute Saison ordentlich abschließen“, sagt Schuster. Verzichten muss er dabei auf Spielmacher Enzo Marchese (Gelb-gesperrt) und Linksverteidiger Fabian Gerster (Innenbandanriss im Sprunggelenk). Routinier Moritz Steinle, der seit der Winterpause studienbedingt nur noch im Oberliga-Team kickt, bekommt morgen seinen letzten Einsatz für die erste Mannschaft. Innenverteidiger Simon Köpf gehört nach seiner Verletzung wieder zum Kader. Und Stürmer Mijo Tunjic ist nach abgesessener Rot-Sperre heiß auf die Torjägerkrone.

Eßlinger Zeitung

StN: Interview mit Dirk Schuster

„Ein frischer Impuls von außen tut gut“
Von Jürgen Frey

Stuttgart – Am Samstag (14 Uhr/Gazistadion) geht für den Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers mit dem Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg II die Saison zu Ende. „Es war eine unglaublich lehrreiche Spielzeit“, sagt Kickers-Trainer Dirk Schuster.

Herr Schuster, welches Regionalligateam war in dieser Saison kampfstärker als die Kickers?

Keines.

Welches war laufstärker?

Keines.

Und konditionsstärker?

Auch keines.

Musste sich Ihre Elf in spielerischer Hinsicht vor einer Mannschaft verstecken?

Die zweiten Mannschaften des SC Freiburg, des 1. FC Nürnberg und des KSC waren uns technisch-taktisch und auch spielerisch zum Teil einen Tick voraus. Aber klar ist: Keine einzige Mannschaft hat uns in dieser Saison an die Wand genagelt.

Warum landen die Blauen dann am Saisonende nur zwischen Platz sechs und zehn?

Zum einen haben wir uns zu Beginn der Saison von abgezockten Teams den Schneid abkaufen lassen. Die SG Sonnenhof Großaspach oder der SC Pfullendorf haben meine jungen Spieler mit ihrer aggressiven Spielweise aus dem Rhythmus gebracht, wir brachten unser Spiel nicht durch.

Zum anderen …

… fehlte leider noch die Qualität vor dem Tor.

Kein Regionalligist unter den ersten zehn hat weniger Tore erzielt als die Kickers.

Keine Frage, in diesem Bereich haben wir Nachholbedarf. Mijo Tunjic war mit seinen 19 Treffern unsere Lebensversicherung.

Und genau der verlässt die Kickers.

Leider. Wir konnten es nicht ändern.

Werden Sie es schaffen, einen Nachfolger zu verpflichten, der in dieser Klasse schon seinen Torriecher bewiesen hat?

Wir versuchen es, aber garantieren können wir es nicht.

Wie wird das Saisonziel 2010/11 lauten?

Platz eins bis sechs.

Wie wollen Sie dies ohne gestandene Stürmer erreichen?

Noch ist die Saisonplanung ja nicht abgeschlossen. Doch selbst die Verpflichtung eines drittligaerfahrenen Manns würde nicht automatisch eine Toregarantie bedeuten. Wer hätte denn vor der Runde gedacht, dass Tunjic 19 Treffer macht? Warum soll nicht etwa unser Zugang Marcel Brandstetter oder ein Spieler, der jetzt schon im Kader steht, eine ähnliche Entwicklung nehmen.

Mit welchen Hauptkonkurrenten im Kampf um den Aufstieg rechnen Sie?

1899 Hoffenheim II und Hessen Kassel, auch die SG Sonnenhof will angreifen.

Was macht Sie optimistisch?

Wir sind mit einer Mannschaft in die Saison gestartet, die zu 90 Prozent aus Oberligaspielern bestand. Diese Jungs haben in dieser unglaublich lehrreichen Spielzeit sehr, sehr viele Erfahrungen gesammelt. Wir werden die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Was hat Sie in Ihrer ersten Trainerstation am meisten überrascht?

Die familiäre Atmosphäre bei den Kickers. Wir sind hier im Trainerteam, auf der Geschäftsstelle und in den Gremien ja geradezu ein verschworener Haufen.

Und in dieser Woche soll der ehemalige Profi Michael Zeyer als Berater hinzukommen. Was versprechen Sie sich davon?

Er soll mit ins Boot kommen, um mit seinen Fähigkeiten und seinem Netzwerk bestimmte Aufgabenbereiche abzudecken. Wir sind für jede helfende Hand dankbar.

Geht’s ein bisschen konkreter?

Alles zu seiner Zeit.

Der Investor der Kickers kennt und vertraut Michael Zeyer. Fühlen Sie sich in Ihrer sportlichen Kompetenz nicht beschnitten?

Überhaupt nicht. Ein frischer Impuls von außen, eine andere Meinung tut doch gut. Persönliche Eitelkeiten dürfen bei einem gemeinsamen Ziel ohnehin keine Rolle spielen.

Die Vision des Hauptsponsors Eduardo Garcia ist es, die Kickers im Mittelfeld der zweiten Liga zu etablieren. Wie sieht Ihre aus?

Wir müssen mittelfristig aus dieser toten Liga rauskommen und in die dritte Liga aufsteigen.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu VfR Aalen – Stuttgarter Kickers (2:0) und zur Verpflichtung von Marcel Brandstetter

Ein Geben und Nehmen
Regionalliga Die Kickers verlieren beim Meister Aalen mit 0:2, dafür kommt deren Stürmer Marcel Brandstetter. Von Joachim Klumpp

Die Mannschaft der Stuttgarter Kickers hat am Samstag schon mal einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie man eine Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga feiert. Da wurde im Aalener Waldstadion die Meisterschale plus dem zugehörigen Wimpel im Helikopter eingeflogen. Und was machen die Kickers? „Wir waren sehr gute Gäste“, sagte deren Trainer Dirk Schuster, nachdem seine Mannschaft 0:2 verloren hatte.

Sein Kollege Rainer Scharinger gab zu: „In erster Linie bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.“ Mit der Leistung weniger; die stimmte dafür bei den Kickers, nur die Ausbeute nicht. Trotz einer Handvoll guter Möglichkeiten zeigte sich nach zuletzt drei Spielen mit je drei erzielten Treffern, dass im Angriff (ohne den gesperrten Torjäger Mijo Tunjic) doch die Durchschlagskraft zu wünschen übrig lässt. „Da hat man den Qualitätsunterschied gesehen“, sagte Schuster nach den beiden Treffern von Aalens Marco Güttler, bei denen die Kickers-Abwehr freundlich Pate stand. „Wir waren einfach effektiver“, betonte Scharinger.

Damit die Effizienz nächste Saison bei den ambitionierten Stuttgartern zunimmt, wurde am Samstag ausgerechnet ein Aalener verpflichtet: Marcel Brandstetter unterschrieb vor Ort einen Zweijahresvertrag, und passt ins Profil: er ist jung (22 Jahre) und aus der Region (geboren in Esslingen), nachdem er einst schon bei den A-Junioren der Kickers spielte. „Dank seiner Schnelligkeit und Statur kann er helfen, unsere Ziele zu erreichen.“ Und noch ein „Neuzugang“ weilte unter den 3633 Zuschauern: Der Exprofi Michael Zeyer, der auf der Ostalb wohnt, soll noch in dieser Woche als Berater mit dem Schwerpunkt Scouting vorgestellt werden.

(…)

Für die Stuttgarter Kickers bleibt einstweilen nur die erste Runde des WFV-Pokals am letzten Juli-Wochenende, an dem auch die zweite Mannschaft teilnehmen wird. Die hat sich durch ein 2:0 gegen Weinheim den Klassenverbleib in der Oberliga gesichert, so dass es aus Kickers-Sicht zumindest noch einen Grund zur Freude gab. Kurios dabei: der für die erste Mannschaft nicht spielberechtigte Mijo Tunjic kam in der zweiten Hälfte zum Einsatz, nachdem seine Zwei-Spiele-Sperre mit dem Schlusspfiff in Aalen (15.45 Uhr) abgelaufen war, die Partie der kleinen Kickers aber wegen des späteren Anpfiffs noch lief.

Stuttgarter Zeitung

Kickers holen Brandstetter zurück

Aalen – Effizienz vor dem Tor gehört im Fußball zu den wesentlichen Qualitätsmerkmalen. Der VfR Aalen zeigte dies im Fußball-Regionalligaduell gegen die Stuttgarter Kickers eindrucksvoll. Der Meister hatte bei seinem 2:0(0:0)-Erfolg drei gute Chancen – und machte durch Stürmer Marco Grüttner zwei Treffer. Die Blauen hatten mindestens fünf hochkarätige Möglichkeiten, versiebten ohne ihren gesperrten Torjäger Mijo Tunjic (19 Saisontreffer) alle – und gingen leer aus. Trainer Dirk Schuster fühlt sich in seiner Erkenntnis bestätigt: „Im Sturm müssen wir gewaltig zulegen.“

Kein Team unter den ersten zehn der Tabelle hat weniger Tore erzielt als die Kickers. In der neuen Saison fehlt zudem Tunjic, der zum Drittligisten SpVgg Unterhaching abwandert. Wollen die Blauen tatsächlich ernsthaft um den Aufstieg mitspielen, müssen für den Angriff dringend Verstärkungen her.

Eine haben sie seit gestern unter Dach und Fach. Die Kickers präsentierten nach Defensivmann Oliver Stierle (FC Bayern München II) in Marcel Brandstetter einen zweiten alten Bekannten als Neuzugang. Der 22-Jährige spielte nach den Stationen TSV Oberensingen, VfL Kirchheim und VfB Stuttgart in der Saison 2006/07 für die A-Junioren der Blauen. Anschließend stürmte er für 1899 Hoffenheim II, ehe er vor dieser Saison zum VfR Aalen wechselte. Dort erzielte der gebürtige Nürtinger in 28 Einsätzen drei Tore, am Pfingstsamstag gegen die Kickers fehlte er krankheitsbedingt. Sein künftiger Trainer weiß trotzdem, was der Mann kann: „Marcel ist schnell, trotz seiner Größe von 1,89 m technisch stark und kaltschnäuzig vor dem Tor.“

Durch die Verpflichtung von Brandstetter haben die Blauen nun drei Stürmer für die kommende Saison unter Vertrag. Da aber weder der Neue aus Aalen noch Dirk Prediger (zwei Saisontreffer) und Philipp Türpitz (ein Treffer) in der Regionalliga bisher Torjägerqualitäten bewiesen haben, läuft die Suche nach Stürmern weiter auf Hochtouren.

Stuttgarter Nachrichten

Gastgeschenke für den Meister

Fußball, Regionalliga: VfR Aalen verabschiedet sich mit 2:0 gegen die Stuttgarter Kickers von den eigenen Fans

Pünktlich zur Meisterfeier mit Freibier und Live-Musik ist der künftige Drittligist VfR Aalen in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Dass die Party in der Scholz-Arena nicht durch eine erneute sportliche Enttäuschung getrübt wurde, dafür sorgten beim 2:0 (0:0) auch die Stuttgarter Kickers. Denn die verteilten während des Derbys jede Menge Gastgeschenke.

Meisterfeier, Teil zwei: Beim letzten Heimspiel der Saison 2009/2010 hat der VfR Aalen seinen Fans nochmal was geboten. Und das bereits vor dem Anpfiff. Ein mit dem VfR-Logo versehener Helikopter landete im Mittelkreis des Rasens. Mit an Bord der Meisterwimpel und die Schale, die Kapitän Aytac Sulu noch vor dem Anpfiff von Günter Seith, dem Spielausschussvorsitzenden des Süddeutschen Fußballverbandes (SFV), überreicht bekam. Als um 15.51 Uhr der letzte Heimauftritt in der Regionalliga abgepfiffen wurde, ging die Party weiter. Mit Freibier und Live-Musik für die Fans. Und mit einer offiziellen Feier im Forum. Dort lächelte dann endlich auch Rainer Scharinger. Zuvor hatte der Trainer des VfR Aalen wenig Grund zur Freude. Und so sagte Scharinger trotz des 2:0 (0:0) im Derby gegen die Stuttgarter Kickers: „So toll war’s nun auch wieder nicht.“ Damit meinte er vor allem die ersten 45 Minuten, denn die waren alles andere als meisterlich. Wieder kam der VfR nur schwer ins Spiel. Eine Aalener Torchance hatte bis zum Pausenpfiff lediglich Robert Lechleiter (33.). Sonst keiner. „Das war grausam“, sagte Abwehrspieler Tim Bauer. Ähnlich deutlich war Scharinger: „In dieser Halbzeit waren wir unterlegen, und die Kickers hätten eine Führung verdient gehabt.“ Weshalb die Halbzeitansprache des Trainers in der Pause eine deutliche war. Die hat gefruchtet. Denn der VfR erhöhte nun die Schlagzahl. Und weil die Kickers gleich zweimal Marco Grüttner sträflich alleine ließen, stand es nach 72 Minuten 2:0. Zunächst traf der VfR-Torjäger per Kopf zum 1:0, dann mit einem platzierten Flachschuss aus 14 Metern zum 2:0. Und der eingewechselte Raphael Almeida-Knüttgen vergab sogar noch das sichere 3:0, weil Kickers-Keeper Daniel Wagner fahrlässig den Ball vertändelte (80.). Doch das wäre wirklich des Guten zuviel gewesen. Denn Gastgeschenke verteilten die „Blauen“ nicht nur in der Defensive. Vorne ließen Dirk Prediger (48./ 69.), Vinzenzo Marchese (67.), Philip Türpitz (68.) und Demis Jung (83.) allerbeste Gelegenheiten aus. Weshalb Kickers-Trainer Dirk Schuster hinterher süffisant sagte: „Ich denke, wir waren sehr gute Gäste und haben alles dafür getan, dass es ein rundum gelungenes Fest war.“ Der Ex-Nationalspieler erkannte darin allerdings auch den Qualitätsunterschied beider Mannschaften: „Wir machen aus fünf, sechs Chancen kein einziges Tor. Marco Grüttner hat uns dann gezeigt, wie’s geht.“

„Imposante Rückkehr“
Hinterher war’s wie immer: Nach dem Wie fragte keiner mehr. Der Meister hat sich standesgemäß mit drei Punkten vom eigenen Publikum verabschiedet. Weshalb SFV-Geschäftsführer Hans Scheurer im Forum von einer „imposanten Rückkehr in die Dritte Liga“ sprach. Und dann einen gewagten Ausblick auf die kommende Saison versuchte: „Am Gründungsjahr 1921 des VfR Aalen sehe ich, dass 2011 ein Jubiläum ansteht. Ein solches wäre doch geradezu prädestiniert für einen weiteren Aufstieg …“
Solche Sätze sorgten dann selbst am Samstag dafür, dass Rainer Scharinger das Lächeln kurzzeitig wieder verging.

Schwäbische Post

Brandstetter zu den Blauen

Am Rande bemerkt: Auch Fitim Fazlija muss den VfR Aalen wieder verlassen

Für drei weitere Profis ist am Saisonende Schluss beim VfR Aalen. Mittelfeldspieler Fitim Fazlija, Ersatzkeeper Milan Jurkovic und Stürmer Marcel Brandstetter erhalten keinen neuen Vertrag mehr beim Meister. Der 22-jährige Brandstetter hat bereits einen neuen Verein gefunden. Er trägt künftig das Trikot der Stuttgarter Kickers. Der Offensivspieler unterschrieb bei den „Blauen“ einen Vertrag bis Juni 2012.

Die Blicke beim VfR Aalen richten sich jetzt ausschließlich aufs WFV-Pokalfinale am kommenden Mittwoch im Ulmer Donaustadion. Der Gegner FV Illertissen hat am Samstag zahlreiche Stammspieler geschont und deshalb in Denzlingen überraschend mit 0:2 verloren. VfR-Trainer Rainer Scharinger dagegen ließ im Derby die Bestbesetzung auflaufen, weil „es meiner Mannschaft nicht gut tut, wenn ich den Rhythmus unterbreche“.

Den Treffer zum 2:0 hat er mustergültig vorbereitet: Andreas Schön. Doch unmittelbar danach verließ der Mittelfeldstratege humpelnd den Platz. „Es ist wieder dieselbe Verletzung am Spann, wegen der ich zuletzt drei Wochen pausieren musste“, sagt Schön und fügt hinzu, dass „ich hoffe, dass ich am Mittwoch im Pokalfinale fit bin“.

Es hätte der ganz große Auftritt von Raphael Almeida-Knüttgen werden können. Kickers-Keeper Daniel Wagner verlor leichtfertig den Ball, weshalb der Aalener in seinem zweiten Regionalligaspiel die Riesenchance zum 3:0 hatte. „Als ich an den Ball kam, dachte ich, dass das mein Glückstag wird“, sagte Almeida-Knüttgen. Doch dann lenkte Wagner den Ball gerade noch um den Pfosten. alex

Schwäbische Post

Die Blauen verpflichten Ex-Kickers-Jugendspieler Marcel Brandstetter: Vertrag für den Stürmer bis 30.6.2012

Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat nach dem Defensivakteur Oliver Stierle in Marcel Brandstetter einen weiteren seiner ehemaligen Jugendspieler verpflichtet. Der 1,89 Meter große Angreifer unterschrieb bei den Blauen einen bis 30. Juni 2012 gültigen Vertrag. In der Saison 2006/07 hatte Brandstetter mit den Blauen den Klassenverbleib in der A-Junioren-Bundesliga geschafft und war anschließend für zwei Jahre zur TSG Hoffenheim gewechselt, ehe er im Sommer 2009 zum VfR Aalen ging und dort in der laufenden Spielzeit (bislang 28 Einsätze/drei Tore) den Meistertitel in der Fußball-Regionalliga Süd gewonnen hat.

Beim künftigen Mannschaftskader von Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster trifft der 22 Jahre alte Stürmer auch auf seine ehemalige Weggefährten: Unter anderem mit Marcel Ivanusa, Demis Jung, Michele Rizzi und Alessandro Abruscia hatte der in Nürtingen lebende Brandstetter seinerzeit erfolgreich in der Kickers-U19 zusammengespielt.

Dirk Schuster: „Marcel Brandstetter ist ein Stürmer, der sehr viel Potenzial hat und von dessen positiver Entwicklung wir überzeugt sind. Wir freuen uns sehr, dass er sich für die Stuttgarter Kickers entschieden hat. Dank seiner Schnelligkeit und seiner Statur kann er uns von der kommenden Saison an mithelfen, damit wir mit unserer Mannschaft in der Regionalliga Süd unsere sportlichen Ziele erreichen können.“

Marcel Brandstetter: „Ich freue mich sehr auf mein Engagement bei den Stuttgarter Kickers und erinnere mich sehr gerne an meine Zeit als Kickers-Jugendspieler. Eingeprägt hat sich vor allem die gute Kameradschaft mit meinen ehemaligen Mitspielern, von denen ich ja demnächst einige als neue Mannschaftskollegen wiedersehen werde. Durch meinen Wechsel zurück zu den Blauen auf die Waldau möchte ich den nächsten Schritt in meiner Entwicklung machen und gleichzeitig mithelfen, damit der Verein seine sportlichen Ziele realisieren kann.“

Offizielle Homepage

StN: Kickers-Planspiele mit Michael Zeyer

Stuttgart – Noch hüllt sich die komplette Führungsetage der Stuttgarter Kickers in eisernes Schweigen. Doch nach Informationen unserer Zeitung steht fest, wer den Fußball-Regionalligisten im Auftrag seines Investors künftig beraten soll: Michael Zeyer (41). Der Ex-Bundesligaprofi, in der Saison 1998/99 für den VfB Stuttgart am Ball, spielte zuletzt 2006 für seinen Heimatverein Heidenheimer SB. Danach konzentrierte er sich auf sein BWL-Studium in St. Petersburg, das er Ende 2009 abschloss.

Die Hintergründe dieser Personalie sind klar: Im Februar dieses Jahres haben die Kickers nach intensiven Bemühungen einen strategischen Partner präsentiert, der partout nicht genannt werden will. Diese deutsche Investmentgesellschaft aus der Region Stuttgart stellt dem Verein Geld zur Verfügung, das diese mit einer erfolgsabhängigen Verzinsung zurückmöchte. Die Rendite steigt mit der Ligazugehörigkeit der Kickers. Der Partner erwartet also Erfolg – und bringt nicht nur rund eine Million Euro (auf zehn Jahre), sondern auch Fachwissen mit ein. Genau hier kommt Michael Zeyer ins Spiel. Er soll mit flankierenden Maßnahmen der sportlichen Leitung um Trainer Dirk Schuster zuarbeiten.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – Hessen Kassel (3:)

Kickers treffen auch ohne Tunjic
Regionalliga 3:3 gegen Kassel als Generalprobe für die nächste Saison. (…) Von Joachim Klumpp

Mijo Tunjic stand in seiner Daunenjacke gehüllt im Spielertunnel und stiebitzte sich ein paar Gummibärchen, die eine junge Dame nach dem Schlusspfiff immer für die Kickers-Spieler bereithält, als kleine Belohnung. Die hatte sich Tunjic zumindest am Samstag nicht verdient, nachdem er für seinen Platzverweis in Reutlingen zwei Spiele Sperre erhielt. Ein schlechtes Gewissen musste er aber nicht haben. Schließlich hat er mit 19 Treffern fast die Hälfte aller Tore erzielt.

Immerhin hat die Mannschaft den Ausfall am Samstag gegen Hessen Kassel insofern kompensiert, als sie drei Tore geschossen, aber auch drei bekommen hat – so dass es unter dem Strich ein gerechtes 3:3 gab. „Zu einer Spitzenmannschaft fehlt uns noch die Konzentration“, sagte der Kapitän Marcel Rapp, wohl wissend, dass die Kickers nächste Saison zumindest vorne mitspielen sollen. Das dürfte auch für die Gäste gelten, die eigentlich schon in diesem Jahr als Aufstiegsanwärter gehandelt wurden. „Deshalb wollten wir zeigen, dass mit uns zu rechnen ist“, sagte Rapp.

Und deshalb gab es auch einige Nickligkeiten im Spiel, nicht nur wegen der beiden Elfmeter (Rapp an Bauer/Unger an Marchese). Dass die Kickers ihre Treffer allesamt aus Standardsituation bekamen, den letzten zwei Minuten vor Ende nach einem Eckball, ist indes nicht nur der Unerfahrenheit der Mannschaft anzurechnen. „Da müssen wir cleverer werden“, sagt der Trainer Dirk Schuster, der die Saison als lehrreich für seine Mannschaft bezeichnet.

Unabhängig von den Defiziten im Defensivverhalten brauchen die Kickers Verstärkung im Angriff, denn alle vier eingesetzten Stürmer (erst Dirk Prediger und Kaan Tosun, später Gökhan Gümüssu und Philipp Türpitz) strahlten nicht allzu große Torgefahr aus, weshalb – durchaus erfreulich – die Mittelfeldspieler (Ivanusa, Rizzi, Marchese) als Torschützen einspringen mussten. Dennoch sagt Schuster: „Wir brauchen Minimum zwei Stürmer, davon einen Hochkaräter.“ Angebote gibt es stapelweise, doch nicht alle sind gut. Ein Kandidat könnte Bastian Bischoff sein, dessen Vertrag bei der Spvgg Unterhaching ausläuft und der ja schon bei den Kickers und auch in Reutlingen gespielt hat. Jedenfalls passt er ins Anforderungsprofil eines eher großen und wuchtigen Spielers. Wie Kaan Tosun, der zusätzlich von der zweiten Mannschaft dazustoßen soll, auch wenn er noch Potenzial nach oben hat. „Da braucht man auch etwas Geduld“, sagt Schuster.

Die haben die Kickers in einem anderen Fall bewiesen – und Erfolg gehabt. Der Klage gegen die Tus Koblenz um 50 000 Euro Ablöse für Mustafa Parmak hat das Amtsgericht stattgegeben, allerdings hat der Exzweitligist noch die Möglichkeit, in Berufung zu gehen – und nach dem Abstieg wohl auch finanzielle Sorgen.

(…)

Stuttgarter Zeitung

Ein lehrreiches 3:3 für die Kickers
Von Jürgen Frey
Fußball Regionalliga Süd, Stuttgarter Kickers vs. KSV Hessen Kassel

Stuttgart – Es ging nur noch um kosmetische Korrekturen in der Tabelle der Fußball-Regionalliga. Das änderte nichts daran, dass im Duell Stuttgarter Kickers – Hessen Kassel richtig Feuer drin war. „Wir wollten schon mal zeigen, dass in der neuen Saison an der Spitze mit uns zu rechnen ist“, sagte Kapitän Marcel Rapp.

Mit dem Schlusspfiff fielen die tapferen Kickers-Spieler wie vom Blitz getroffen um. Die einen saßen, die anderen lagen auf dem Rasen des Gazistadions. Alle schüttelten sie enttäuscht die Köpfe. Das Gegentor zum 3:3 (88.) nach einer Ecke tat weh. Vor allem, weil erst drei Minuten vorher das 3:2 gefallen war. Die Unkonzentriertheit kurz vor dem Abpfiff zeigt, was den Blauen zu allererst noch zu einer Spitzenmannschaft fehlt: die Cleverness. Wieder einmal konnte eine Führung nicht über die Zeit gebracht werden. Die Wachsamkeit fehlt. Vor allem bei Standardsituationen. „Zwei Drittel unserer Gegentore haben wir nach ruhenden Bällen kassiert“, weiß Kapitän Rapp, „daran müssen wir arbeiten.“

Doch es gab auch einige positive Aspekte.

Die wichtigsten: Die Festung Gazistadion hielt. Auch im 16. und vorletzten Saisonheimspiel blieben die wie immer kampf- und laufstarken Blauen unbesiegt. Und: die Kickers haben ihre Lektionen gelernt – sie halten gegen abgezockte Teams von der ersten Minute an mutig dagegen. In der Vorrunde ließen sie sich von der SG Sonnenhof Großaspach oder dem SC Pfullendorf noch den Schneid abkaufen. Rapp: „Wir haben gezeigt, dass wir mit einem der Aufstiegsfavoriten der neuen Runde mithalten können.“

Das gelang ohne den für zwei Spiele gesperrten Torjäger Mijo Tunjic. Was ein Vorgeschmack auf die neue Saison war. Die Blauen tun gut daran, nicht überzubewerten, dass auch ohne den künftigen Unterhachinger drei Treffer gelangen. Denn ein Stürmertor gab’s gegen Kassel nicht. Und Kaan Tosun drängte sich bei seinem 58-Minuten-Einsatz nicht für höhere Aufgaben auf.

Diese Erkenntnis wird in die Planungen für die neue Runde mit einfließen. Wobei beim Personalpuzzle auch das Netzwerk der die Blauen unterstützenden Investmentgesellschaft genutzt wird. Ein bei dem Unternehmen tätiger ehemaliger Bundesligaspieler soll für die Kickers beratend tätig werden, die sportliche Leitung unterstützen und sich auch ins Scouting einbringen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers zum 15. Mal Unentschieden

Stuttgart (bw) – Der Toptorjäger Mijo Tunjic saß zwar Rot-gesperrt nur auf der Tribüne, aber auch ohne ihn haben die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga gegen den KSV Hessen Kassel drei Treffer erzielt. Trotzdem hat es am Ende nur zu einem Punkt gereicht. Mit 3:3 (2:1) trennten sich die Remis-Könige der Liga vor 2075 Zuschauern im Gazi-Stadion – für die Kickers war es bereits das 15., für die Hessen das 14. Unentschieden in dieser Saison. Schon in der fünften Minute gingen die Gäste durch ein kurioses Tor in Führung: Kickers-Keeper Daniel Wagner lenkte einen Freistoß von Kassels Kevin Wölk unglücklich ins eigene Netz. Doch mit einem Doppelschlag drehten die „Blauen“ die Partie. Zunächst sorgte Marcel Ivanusa für den Ausgleich (18.), dann traf Michele Rizzi zum 2:1 (20.). Nach der Pause glich Wölk per Strafstoß (49.) zum 2:2 aus. Enzo Marchese (85.) brachte die Kickers per Foulelfmeter wieder in Front, ehe Markus Unger den 3:3-Endstand (87.) herstellte. Die Kickers bleiben damit zu Hause zwar ungeschlagen. „Aber wenn man in der 85. Minute in Führung geht, sollte man auch gewinnen“, betonte Trainer Dirk Schuster.

Eßlinger Zeitung

Überragender Kevin Wölk

Stuttgart. Es war unter der Woche viel vom Schock und der großen Enttäuschung beim KSV Hessen Kassel die Rede gewesen. Und der Befürchtung, dass die unglückliche Niederlage im Finale des Hessenpokals gegen Offenbach Spuren beim Team von Trainer Mirko Dickhaut hinterlassen könnte. Würde die Mannschaft das in der Fußball-Regionalliga Süd bei den heimstarken Stuttgarter Kickers aus den Köpfen bekommen oder würde es die nächste Pleite setzen?

Nun, so schlimm ist es nicht gekommen. Zwar gab es für den KSV mit dem 3:3 (1:2) im Duell der Remis-Könige wie fast zu erwarten das 14. Unentschieden der Saison – doch von einem Schock war nichts zu spüren. Stattdessen sahen 2075 Zuschauer eine sehenswerte Partie. „Dafür, dass es für beide Teams um nicht mehr viel geht, war es hart umkämpft“, sagte der überzeugend spielende Thorsten Bauer.
Gaede mit Kniebeschwerden

Der 32-Jährige musste Enrico Gaede als Kapitän vertreten, weil der Mittelfeldspieler wegen Kniebeschwerden ausfiel. „Nichts Schlimmes“, gab Dickhaut gestern Entwarnung. Seine Auswechselung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Schon am kommenden Samstag werde Gaede wieder auflaufen können. Doch auch ohne Gaede dominierte Kassel zunächst die temporeiche Begegnung. Und wurde früh belohnt: Mit einem Freistoß fast von der Grundlinie, den Kickers-Keeper Daniel Wagner noch mit ins Tor lenkte, brachte der starke Kevin Wölk die Gäste in der 5. Minute in Führung. „Aber dann hat meine Mannschaft die Handbremse angezogen statt weiterzuspielen“, kritisierte Dickhaut.

Die Folge: Die nun bissigeren Kickers gewannen zwischenzeitlich die Oberhand und drehten die Partie mit einem Doppelschlag innerhalb von drei Minuten durch unhaltbare Schüsse von Marcel Ivanusa (18.) und Michele Rizzi (20.). „Da haben wir ein paar Minuten komplett verschlafen“, ärgerte sich Bauer.

Dabei mussten die Stuttgarter den Ausfall ihres gesperrten Toptorjägers Mijo Tunjic (19 Treffer) verkraften. Doch was dem Angriff der Schwaben an Qualität fehlte, machte ihr Mittelfeld um Regisseur Enzo Marchese wett.

Nach der Pause schlug der individuell besser besetzte KSV allerdings zurück: Einen vom Stuttgarter Kapitän Marcel Rapp an Bauer verschuldeten Foulelfmeter verwandelte Wölk sicher zum 2:2 (49.) und leitete mit seinem elften Saisontor eine dominante halbe Stunde der Gäste ein. In der Schlussphase wurde es dann turbulent: Erst wurde Marchese von Markus Unger gefoult und verwandelte den Strafstoß zum 3:2 für die Gastgeber (85.). Eine Minute später köpfte ausgerechnet Unger einen Eckball von Wölk zum verdienten 3:3 ein.
14. Unentschieden

Versöhnlich stimmen konnte das Thorsten Bauer nach dem 14. Unentschieden der Saison und den Rückschlägen der vergangenen Monate nicht mehr. Denn auch der zweite Tabellenplatz dürfte nun weg sein. Dennoch fordert er noch zwei Siege gegen den SV Wehen Wiesbaden II und bei der SpVgg Weiden. „Das wäre ein gutes Ende einer grauenhaften Saison“, erklärte Bauer.

HNA.de

Remis zwischen den Kickers und Kassel
Bauer: „Ein hart umkämpftes Spiel“

Am Ende waren sich beide Seiten in zwei Punkten einig: Das 3:3 war gerecht und auf eine nicht selbstverständliche Art zustande gekommen. „Dafür, dass es für beide Mannschaften um nicht mehr so viel geht, war es ein hart umkämpftes Spiel. Beide haben sich nichts geschenkt“, sagte Kassels Stürmer Thorsten Bauer.

Der KSV begann souverän und ging durch einen fast von der Torauslinie getretenen Wölk-Freistoß in Führung, wobei Keeper Wagner den Ball mit ins Tor lenkte. „Danach hat mein Team die Handbremse angezogen, statt einfach weiterzuspielen“, monierte KSV-Coach Mirko Dickhaut.

Die Kickers bissen sich nun gegen den individuell besser besetzten KSV in die Partie und überzeugten vor allem im Mittelfeld. Mit ihrem rotgesperrten Toptorjäger Mijo Tunjic wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen, denn die Angreifer blieben blass. Zudem wurde bekannt, dass Tunjic nach Saisonende zum Drittligisten SpVgg Unterhaching wechselt.

Der Vertrag soll in dieser Woche unterschrieben werden, die Kickers kassieren um die 40 000 Euro Ablöse. Kassel hielt in der zweiten Hälfte wieder besser dagegen, blieb aber zum sechsten Mal nacheinander ohne Auswärtssieg, Stuttgart auch im 16. Heimspiel dieser Spielzeit ungeschlagen. „Das habe ich noch nie erlebt“, sagte Kickers-Trainer Dirk Schuster.

Matthias Jung

Kicker