Vorberichte: Stuttgarter Kickers – Hessen Kassel in der Statistik

Heute Abend soll die Serie reißen. Nach sieben Spielen ohne Sieg soll endlich wieder ein Dreier für die Blauen her. Dabei wartet mit dem Aufstieger aus Hessen ein Verein, der nach sehr gutem Saisonstart ein wenig schwächelte, zuletzt aber zwei mal in Folge gewinnen konnte und mit 19 Punkten mittlerweile nur noch vier Punkte hinter den Blauen auf Platz zwölf der Tabelle steht.

In der Vergangenheit taten sich die Blauen zwar das ein oder andere Mal äußerst schwer gegen Hessen Kassel. Doch die Niederlagen gegen die Hessen stammen fast ausnahmslos aus der sportlichen Hochzeit der Kasseler in den 60er Jahren, als Kassel sogar ans Tor der Bundesliga klopfte, aber in den Aufstiegsspielen scheiterten. In bisher 23 Spielen in Stuttgart gewannen die Kickers 13. In der drittklassigen Regionalliga Süd gab es erst ein Vergleich: Die Blauen gewannen deutlich mit 6:0. Die letzte Niederlage ist bereits über 16 Jahre her.

Alle Spiele in der Übersicht findet ihr im Kickersarchiv

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – Hessen Kassel

Okpala bekommt seine Chance
 
Kickers heute gegen Kassel
 
STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers stehen in der Fußball-Regionalliga nach sieben Spielen ohne Sieg unter Druck. „Natürlich brauchen wir ein Erfolgserlebnis“, sagt der Trainer Robin Dutt vor dem Heimspiel heute (19 Uhr) gegen den Aufsteiger Hessen Kassel.

Rein organisatorisch betrachtet steht das Spiel der Fußball-Regionalliga heute zwischen den Stuttgarter Kickers und Hessen Kassel nach dem Spielabbruch im DFB-Pokal erneut unter einer höheren Sicherheitsstufe. Wobei Hertha BSC nun offensichtlich überlegt, nach dem Bundesligaspiel beim VfB (23. – 25. Februar) in Stuttgart zu bleiben und ein Freundschaftsspiel bei den Kickers zu bestreiten, dessen Einnahmen dem Regionalligisten zukommen, um die Strafe (10 000 Euro plus ein Spiel ohne Zuschauer) abzumildern.

Zunächst ist heute der sportliche Aspekt interessant. Nachdem der Kickers-Trainer Robin Dutt vergangenen Samstag in München mit der Geduld bei einigen Akteuren am Ende war, hat er in den letzten drei Trainingseinheiten eine Reaktion der Mannschaft feststellen können – im positiven Sinne: „Alle haben voll mitgezogen.“ Also auch Christian Okpala, den Dutt mit seiner Kritik besonders ansprechen wollte, wenn auch nicht namentlich. „So etwas mache ich intern“, betont Dutt, der sich entgegen seiner Gewohnheit bereits festgelegt hat: „Christian wird spielen. Er hat die Chance verdient.“

Natürlich ist nicht nur der Torjäger gefordert, sondern die gesamte Mannschaft. Und in der hinkten zuletzt auch andere Spieler ihrer Form hinterher. Nach sieben Punktspielen ohne Sieg stehen die Kickers jedenfalls unter Druck. Dutt: „Wir wollen endlich wieder ein Erfolgserlebnis haben, um gar keine Diskussionen aufkommen zu lassen, dass es in der Mannschaft nicht stimmt.“ Und um möglicherweise auf Platz drei zu kommen, den momentan der VfB Stuttgart II einnimmt.

Und das, obwohl die Mannschaft von Rainer Adrion zuletzt zweimal verloren hat. Doch dafür gibt“s Gründe: Die Ausfälle von Khedira (Profis), Kovacevic und Weis (beide verletzt) sind nicht so einfach wegzustecken – alle drei werden wohl auch heute beim Vorletzten Darmstadt 98 fehlen, wenngleich es bei Weis eine kleine Hoffnung gibt. „Jetzt sind eben andere Spieler wie Dangelmayr, Schuon oder Perchtold noch mehr gefordert“, sagt Adrion, der sich vom Tabellenplatz des Gegners nicht blenden lässt.

Stuttgarter Zeitung

Ziel der Kickers: Mit Sicherheit siegen
 
Stuttgart (dip) – Sieben Spiele warten die Stuttgarter Kickers nun schon auf einen Sieg, am heutigen Mittwoch (19 Uhr, Gazistadion) soll die Durststrecke des Fußball-Regionalligisten enden. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es wieder einmal mit einem Sieg klappt“, sagt Kickers-Trainer Robin Dutt vor dem Duell mit Hessen Kassel.

Zuletzt beim 1:1 beim TSV 1860 München II hatte der Coach speziell in der ersten Halbzeit die Leidenschaft in seinem Team vermisst. Seine Kritik nach der Partie scheint angekommen zu sein. „Zumindest im Training haben sich alle voll reingehängt“, sagt Dutt, „entscheidend wird aber natürlich das Spiel.“ Verzichten muss der Trainer lediglich auf Mustafa Parmak. Der Mittelfeldspieler ist krank, aber ohnehin noch Rot-gesperrt. Abseits des Rasens wollen die Kickers erneut zum Beispiel durch den Einsatz von Videokameras für eine erhöhte Sicherheit sorgen.

Stuttgarter Nachrichten

Julio Cesar nicht gesetzt

Regionalliga: KSV Hessen heute Abend bei den Stuttgarter Kickers zu Gast
 
Kassel. Stuttgarter Kickers gen den KSV Hessen. Noch vor sieben Wochen wäre diese Partie in der Fußball-Regionalliga eine Art Gipfeltreffen gewesen. Die Blauen, wie die Kickers in ihrer Heimat genannt werden, standen damals auf Platz eins, die Löwen waren Dritte. Schnee von gestern. Denn beide Mannschaft sind vor der heutigen Begegnung im Stuttgarter Gazi-Stadion unterhalb des Fernsehturms (Beginn: 19 Uhr) in der Tabelle zurückgefallen. Die Kickers sind nur noch Fünfter, die Löwen Elfter.

Parallelen: Beide Teams starteten famos, gerieten dann aber in ein Tief. Bis zum 2:0-Sieg über Pirmasens am vergangenen Samstag waren die Löwen sieben Wochen ohne Sieg geblieben. Und exakt seit sieben Wochen haben die Kickers nunmehr keinen Dreier mehr geholt. KSV-Trainer Matthias Hamann: „Für die Kickers, die als einer der Aufstiegsfavoriten galten, eine Riesenenttäuschung.“

Stuttgart stehe am Scheideweg und deshalb sehr unter Druck. „Wenn sie uns nicht schlagen, dann können sie die Saison knicken.“ Dies könne den Löwen entgegenkommen. Aggressiv werde man spielen, die Zweikämpfe annehmen und versuchen, die Kickers vom KSV-Tor fernzuhalten. Mit welchem Personal die Löwen in Stuttgart auflaufen werden, stand gestern noch nicht fest. Unklar war infolgedessen auch, ob Offensivkraft Julio Cesar, der zuletzt gegen Pirmasens überzeugte, von Anfgang an dabei ist oder nicht. Der Trainer: „Alles ist möglich.“Hamann hat die Kickers zweimal in den vergangenen Wochen beobachtet. Sein Fazit: Die Blauen haben ein Problem, wenn sie das Spiel gestalten sollen.

Hoffnung auf personellem Sektor macht übrigens die sich ankündigende Rückkehr von Marc Arnold. Der Regisseur trat die Reise nach Stuttgart nicht mit an. Ein Einsatz käme zwar noch zu früh, bei sämtlichen Trainingseinheiten ist Arnold aber dabei. „Vielleicht können wir am Samstag gegen Wehen schon mit einem Kurzeinsatz planen“, sagt Hamann. Der zudem auch bald wieder auf Diminik Suslik hoffen kann. Der Verteidiger hat seine langwierige Verletzung des Syndesmosebandes auskuriert und soll diese Woche ebenfalls voll ins Training einsteigen.

Für die Löwen begann die Englische Woche in der Regionalliga bereits gestern. Um 12 Uhr wurde noch einmal trainiert, danach begann die Reise nach Süddeutschland, wo in Nürtingen übernachtet wurde. Nach dem Spiel in Stuttgart-Degerloch geht es heute Abend nicht zurück nach Kassel. Stattdessen bezieht die Mannschaft ein zweitägiges Trainingslager im Seeparkhotel Kirchheim. (bre/frz)

HNA-Online

Vor dem Anpfiff
 
Personal: Die Blauen verfügen mit 18 Spielern nur über einen recht kleinen Kader. Fehlt ein Spieler, wird es eng. Zurzeit sind bis auf Mittelfeldmann Mustafa Parmak (Rot-gesperrt) alle Mann an Deck. Aufstellung: Die Kickers werden voraussichtlich mit drei Stürmern angreifen. Ihr Manko: Christian Okpala ist außer Form. Gefährlichster Offensivmann ist Bashiro Gambo mit sechs Toren. Formbarometer: Nach dem grandiosen Saisonauftakt ging es zuletzt bergab. Die Kickers warten seit sieben Spielen auf einen Sieg und entfernten sich von den Aufstiegsrängen. Personal: Keine Änderungen gegenüber Samstag. Arnold und Suslik sind zwar wieder bei der Mannschaft, ein Einsatz käme aber noch zu früh. Aufstellung: Die Kickers haben Schwierigkeiten, zu Hause das Spiel zu machen. Wahrscheinlich wird Hamann deshalb wieder etwas defensiver auftreten lassen. Formbarometer: Cesar ist endlich in der Regionalliga angekommen, Busch zeigte sich gegen Pirmasens auch im Spiel nach vorn deutlich verbessert. Ebenfalls im Aufwärtstrend; Abwehrmann Christoph Keim. Ein Sorgenkind bleibt derzeit Jan Fießer.

HNA-Online

Kickers brauchen Erfolgserlebnis – Morgen Heimspiel gegen Hessen Kassel 
 
Seit sieben Spielen warten die Kickers in der Regionalliga Süd nun schon auf einen Sieg. Das Team von Trainer Robin Dutt will am Mittwochabend um 19.00 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau gegen den Aufsteiger Hessen Kassel mit viel Kampfkraft den ersehnten dreifachen Punktgewinn erzwingen. Bis auf den gesperrten Mustafa Parmak war im Abschlußtraining am Dienstagvormittag der gesamte Kader dabei. Besonders motiviert zeigte sich der zuletzt kritisierte Torjäger Christian Okpala. Auch er will endlich seine Torflaute beenden und vor dem wichtigen Auswärtsspiel am Samstag in Hoffenheim eine gute Leistung abliefern.
  
Ob die Kickers wieder wie zuletzt in München mit einer Dreier-Abwehrkette antreten oder auf die zu Anfang der Saison bewährte 4-4-2-Formation zurückgreifen, das läßt Trainer Robin Dutt noch offen. Hessen Kassel dürfte vermutlich mit der zuletzt siegreichen Formation gegen Pirmasens antreten. Vielleicht ist nach seiner Verletzung aber auch wieder der frühere Kickersspieler Marc Arnold dabei. Der nunmehr 36jährige ist der Neffe von Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl und er trug wesentlich zum Aufstieg von Hessen Kassel in die Regionalliga bei.

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Weiterhin erhöhte Sicherheitsstufe gegen Hessen Kassel

Auch in der Begegnung mit Hessen Kassel am morgigen Mittwoch, 8. November 2006 um 19.00 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau führen die Stuttgarter Kickers erhöhte Sicherheitsmaßnahmen durch. Erneut steht das Spiel auf einer höheren Sicherheitsstufe als vorgesehen. So wird das Sicherheitspersonal ähnlich wie im letzten Heimspiel gegen Wehen aufgestockt und auf den Rängen sichtbarer platziert. Bewährt hat sich auch die Ausgabe der Pappbecher anstatt der bisherigen Plastikbecher. Beibehalten werden auch die Videokameras, um das Geschehen auf den Stehplatzrängen besser zu kontrollieren. 

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Presse: Kritik an Okpala

Kickers: Okpala gelobt Besserung

Neue Chance
 
STUTTGART (ump). Die freien Tage bei den Stuttgarter Kickers sind bis auf Weiteres gestrichen. Also wird im Hinblick auf die Partie in der Fußball-Regionalliga morgen (19 Uhr) gegen Hessen Kassel fleißig trainiert, auch wenn die Sonderschichten in der vergangenen Woche nur bedingt Erfolg gezeigt haben. Schon gar nicht bei Christian Okpala, der in München ein Totalausfall war und zur Pause ausgewechselt wurde. „Es geht nicht, dass sich einige Spieler auf Kosten der anderen ausruhen“, sagte der Trainer Robin Dutt. Das waren deutliche Worte. Jedenfalls suchte Okpala das Gespräch mit dem Präsidenten Hans Kullen, der sagt: „Der Spieler hat mir gegenüber erklärt, er habe verstanden, um was es geht.“

Nämlich um den Verein, die Mannschaft, aber auch ihn selbst. Mit einem Okpala auf der Bank oder der Tribüne ist keinem geholfen. Doch nachdem die Streicheleinheiten nicht gefruchtet haben, soll jetzt die härtere Gangart Erfolg bringen. Das gilt auch für Bashiru Gambo, den sich der Präsident gleich mit zur Brust genommen hat: „Beide geloben Besserung.“ Und wenn nicht? Dann hilft wohl nur eine Trennung. „Doch so weit sind wir noch nicht“, sagt Kullen. Und auch Okpalas Berater Dirk Lips hofft, dass der 29-Jährige wieder zu seiner Form am Saisonbeginn findet, als er in sechs Spielen fünfmal traf. „Es ist ja keine Majestätsbeleidigung, wenn er ausgewechselt wird“, sagt Lips. „Er muss jetzt eben vernünftig trainieren.“ Das tat er gestern wieder, nachdem er wegen Rückenbeschwerden am Sonntag pausiert hatte.

Stuttgarter Zeitung

Kritik von Okpala: Zu viel Training macht müde
 
Kickers-Trainer Dutt verteidigt seine Maßnahmen: „Ich kann keinem eine Sonderstellung einräumen“
 
Stuttgart – Christian Okpala steckt im Formtief und fühlt sich müde. Hauptgrund dafür sind für den Stürmer der Stuttgarter Kickers die fehlenden freien Tage. Trainer Robin Dutt lässt die Kritik nicht gelten – bricht aber nicht den Stab über den 29-Jährigen: „Wenn er gut trainiert und Vollgas gibt, wird er am Mittwoch auch spielen.“

VON JÜRGEN FREY

Christian Okpala beginnt das Gespräch so stürmisch, wie man ihn auf dem Platz schon lange nicht mehr gesehen hat: „Ich will am Mittwoch gegen Kassel zeigen, was ich für die Kickers wert bin.“ Zuletzt war das nicht viel bis gar nichts. Vergangenen Samstag beim 1:1 bei 1860 München II riss bei Trainer Robin Dutt der Geduldsfaden: Er nahm seinen Starspieler nach einer katastrophalen Vorstellung in der ersten Halbzeit vom Platz. Der Tiefpunkt war erreicht.

Der letztjährige Regionalliga-Torschützenkönig vom FC Augsburg hat dafür seine eigene Erklärung: Es werde zu viel trainiert. Deshalb fühlt er sich körperlich nicht fit. „Ich brauche zumindest einen Tag Pause in der Woche, ich kann nicht jeden Tag nur trainieren und an Fußball denken.“ Dann erzählt er von unruhigen Nächten mit seinem dreieinhalb Monate alten Sohn Maurice und dem fehlendem Schlaf: „Er bekommt Zähne und schreit oft die ganze Nacht – Horror.“ Besonders hart trifft den Nigerianer mit Schweizer Pass die Tatsache, dass Dutt zuletzt auch am Sonntag seine Spieler zum Training anrücken ließ: „Ich bin ein gläubiger Mensch und gehe gerne in die Kirche.“

Der Kickers-Trainer kann über die Aussagen Okpalas nur staunen. „Solche Argumente habe ich noch von keinem Spieler gehört“, wundert sich Dutt. „Ich kann keinem eine Sonderstellung einräumen, sondern muss das Team leistungsorientiert führen.“ Im Übrigen hätte die Mannschaft schon genügend freie Tage gehabt – als sie noch gewonnen hat. Nach dem 3:0 gegen Darmstadt 98 sogar drei Tage hintereinander.

Wie es mit der heiklen Personalie nun weitergeht? Zunächst einmal trainierte Okpala am gestrigen Montag wieder mit, nachdem er am Sonntag wegen Bandscheibenproblemen ausgesetzt hatte. „Wenn er im Training Vollgas gibt, wird er auch spielen, das gilt im Übrigen für alle Spieler“, stellt Dutt klar. Und wenn nicht, drückt der Spitzenverdiener die Bank. Was sich die Blauen mangels ernsthafter Alternativen sportlich eigentlich nicht leisten können. Dutt sieht das anders: „Lieber spielen wir um Platz zehn, aber mit Leuten, die sich für die Kickers einsetzen.“ Okpala betont, er wolle kämpfen. An einen Vereinswechsel denke er nicht. „Es sei denn, die Kickers wollen mich nicht mehr“, sagt er mit leiser Stimme. Es liegt an ihm selbst, das zu verhindern.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu 1860 München II – Stuttgarter Kickers (1:1)

Okpala wird zum Problemfall
 
Der Stürmer der Stuttgarter Kickers läuft seiner Form gemächlich hinterher
 
MÜNCHEN. Beim 1:1 der Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga bei 1860 München II ist Christian Okpala zur Halbzeit ausgewechselt worden. Hinterher sagte der Stürmer, er brauche eine Pause. „Die wird er bekommen“, meint sein Trainer Robin Dutt.

Von Joachim Klumpp

Nach einem 1:1 gibt es eigentlich keinen Sieger. Dennoch durfte sich am Samstag einer als Gewinner fühlen: Edgar Kurz, bei dem zuvor zwei Herzen in seiner Brust geschlagen hatten. Das als Präsidiumsmitglied der Stuttgarter Kickers und das als Vater des Münchner Trainers Marco Kurz. Also sagte der Kickers-Trainer Robin Dutt: „Das war ja ihr Wunschergebnis.“ In seiner Mannschaft lief indes nicht alles nach Wunsch.

Wenn Edgar Kurz der heimliche Sieger war, dann hieß der Verlierer des Tages Christian Okpala. Der Torjäger der Kickers war bereits zur Pause ausgewechselt worden. „Nicht wegen einer Verletzung“, wie Trainer Dutt betonte. Auch wenn er den Spieler nicht namentlich an den Pranger stellte, so wurde ganz offensichtlich, dass Dutts Geduld zu Ende ist. „Heute sind wir an dem Punkt, wo ich mich nicht mehr bedingungslos hinter alle Spieler stellen kann“, sagte Dutt. „Das mindeste, was ich erwarte, ist Leidenschaft und Einsatzbereitschaft für die Kickers.“

Die fehlte am Samstag – nicht zum ersten Mal in den vergangenen Wochen. Speziell in den ersten 45 Minuten, besonders bei Christian Okpala. Der verlor nicht nur jeden Zweikampf, sondern lief auch keinem verloren gegangenen Ball hinterher. Diese Einstellung mag noch geduldet gewesen sein, solange der 29-Jährige traf. Doch nach fünf Toren in den ersten sechs Spielen und seiner Verletzungspause von drei Partien hat der Nigerianer mit Schweizer Pass Ladehemmung. Der Spieler selbst sagt: „Ich fühle mich körperlich nicht fit. Ich brauche eine Pause.“ Worauf der Trainer kurz angebunden meinte: „Die wird er auch bekommen.“

Das klingt nicht gerade nach einer harmonischen Beziehung, weshalb Okpala für die Kickers zum Problemfall werden könnte. Einerseits wird sich der Regionalliga-Torjäger der vergangenen Saison kaum dauerhaft mit der Reservistenrolle zufrieden geben, andererseits können es sich die Kickers sportlich nicht erlauben, den Spitzenverdiener ins Abseits zu stellen. Doch darauf scheint Dutt keine Rücksicht nehmen zu wollen. „Lieber spielen wir um Platz zehn, aber mit Leuten, die sich für den Verein einsetzen.“ So wie Bastian Bischoff, der nach der Pause tatsächlich mehr Schwung ins Spiel brachte, bisher vor dem Tor aber stets Nerven zeigte.

Wie jetzt Okpala, abseits des Platzes. Während die anderen Spieler noch zum Auslaufen gingen, trabte Okpala bereits in den Mannschaftsbus. Okpala wirkt momentan überfordert. Einerseits soll er Tore schießen, andererseits die jungen Spieler mitziehen, Leistungsträger sein und Vorbild zugleich „Im Moment verspüre ich zu viel Druck“, sagt der Stürmer, der bei seinem Exklub Augsburg zwar auch im Rampenlicht stand, aber eben nur als einer unter vielen gestandenen Profis.

Wie es weitergeht? Noch sagt Okpala: „Ich will den Verein nicht verlassen.“ Wenn sich an der Situation nichts ändert, wird man über einen Wechsel des großen Hoffnungsträgers nachdenken müssen. „Wir werden den Kader ab sofort überprüfen“, sagt Dutt, wohlwissend , dass er in Sachen Personalentscheidung die Verantwortung trägt. „Wenn wir uns bei einem Spieler getäuscht haben, dann nehme ich das auf meine Kappe.“

Nach sieben Punktspielen ohne Sieg wächst der Druck auf Dutt. Unabhängig vom fehlenden Kampfgeist einiger Spieler war auch das Defensivverhalten nach der Umstellung auf ein 3-5-2-System nicht immer überzeugend. Münchens Trainer Marco Kurz sagte zu Recht: „Von den Chancen her war für uns mehr drin.“ Auch wenn sein Vater dann nicht mehr als alleiniger Sieger des Tages dagestanden wäre.

Kickers: Yelldell – Hartmann, Yildiz, Härter – Benda, Akcay – Steinle, Kanyuk, Gambo (75. Sökler) – Mesic, Okpala (46. Bischoff).

Tore: 1:0 Fink (34.), 1:1 Mesic (69.).

Stuttgarter Zeitung

Dutts Geduld mit dem Team geht zu Ende
 
Kickers-Coach nimmt keine Rücksicht mehr auf Namen und wechselt Okpala aus – Kelsch in Aufsichtsrat?
 
Stuttgart – Der Geduldsfaden von Robin Dutt ist gerissen. Beim 1:1-Unentschieden bei 1860 München II nahm der Trainer der Stuttgarter Kickers bei Halbzeit Christian Okpala vom Platz. „Das ist ein Zeichen an alle Spieler“, sagt Manager Joachim Cast, „vor keinem wird jetzt mehr Halt gemacht.“

VON JÜRGEN FREY

Robin Dutt war geladen. Nach sechs sieglosen Regionalligaspielen hintereinander hatte seine Mannschaft im Stadion an der Grünwalder Straße gerade eine hilf- und leblose erste Halbzeit abgeliefert und lag 0:1 hinten. Dutt stauchte sein Team in der Kabine ordentlich zusammen – und schickte seine Spieler nach nicht einmal fünf Minuten wieder zurück auf den Rasen. Bis auf einen: Okpalas erneut schwache Leistung quittierte der Coach mit der Auswechslung. „Chris hat sich das selbst zuzuschreiben. Seine Vorstellung in München brachte das Fass zum Überlaufen“, rechtfertigte Manager Cast die Maßnahme des Trainers.

Die Mannschaft scheint das Signal verstanden zu haben. Nach der Pause präsentierten sich die Blauen fast wie verwandelt: Sie spielten druckvoller und mit mehr Einsatz. „Kampfgeist wie in der zweiten Halbzeit – das ist das Minimum, was ich von einer Kickers-Mannschaft erwarten kann“, sagte Dutt, „Leistungen wie vor der Pause bin ich nicht mehr länger bereit zu dulden.“

Sieben Punkte beträgt nun schon der Rückstand auf die Aufstiegsplätze. Bereits am kommenden Mittwoch (19 Uhr) kommt Hessen Kassel ins Gazistadion, am Samstag geht es zur TSG Hoffenheim. „Wir brauchen jetzt dringend ein Erfolgserlebnis“, fordert Cast. Was ihm Hoffnung macht, ist die zweite Halbzeit von München: „Das war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“

Und was passiert mit Problemfall Okpala? Cast: „Es liegt an ihm, selbstkritisch mit seiner Leistung umzugehen und entsprechend zu reagieren.“ Beim gestrigen Training musste der 29-jährige Ex-Augsburger wegen Rückenschmerzen allerdings pausieren. Was die Probleme nicht leichter macht: Der Nigerianer mit Schweizer Pass ist ein sensibler Spieler. Ihm wird nachgesagt, auf Kritik empfindlich zu reagieren und schnell abzublocken. Richtigen Zugang zu ihm soll nur Bashiru Gambo finden. Der Mann aus Ghana hat allerdings genug mit seinen eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Unterdessen werden bei den Kickers weiter die Weichen für die Hauptversammlung am 21. November gestellt. Neben dem ehemaligen Stuttgarter Finanz-Bürgermeister Klaus Lang (67) soll auch Walter Kelsch für den Aufsichtsrat kandidieren. Der 51-Jährige spielte von 1975 bis 1977 in der zweiten Liga für die Kickers, danach bis 1984 für den VfB Stuttgart.

Stuttgarter Nachrichten

Die Kickers rutschen weiter ab

Das 1:1 bei 1860 München II ist das siebte sieglose Ligaspiel in Folge – Dutt schimpft
 
München (sip) – Wieder nichts. Die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers blieben auch im siebten Ligaspiel in Folge ohne Sieg und rutschten in der Tabelle weiter ab. Nach dem 1:1 (0:1) beim TSV 1860 München II steht der einstige Tabellenführer auf Platz fünf.Kickers-Coach Robin Dutt war bedient. „In meiner dreijährigen Tätigkeit bei den Kickers bin ich zur Pause erstmals an dem Punkt angekommen, wo ich mich nicht mehr vor die Mannschaft stellen konnte. Es darf einfach nicht sein, dass die Leidenschaft fehlt“, schimpfte er in der Pressekonferenz. Einige Spieler werden sich wohl deutliche Worte anhören müssen. Statt des erhofften Befreiungsschlages gab es im Stadion an der Grünwalder Straße die nächste Ernüchterung. Am Ende mussten die Stuttgarter über den einen Punkt noch froh sein. Den erkämpften sie sich durch eine Leistungssteigerung nach dem Wechsel. Offensichtlich war Dutt in der Pause etwas lauter geworden. Der unermüdlich rackernde Mirnes Mesic schaffte in der 68. Minute den Ausgleich, nachdem der für den verletzten Berkant Göktan eingewechselte Anton Fink die Löwen in der 34. Minute nach einem Abwehrfehler der Stuttgarter in Führung gebracht hatte. Die Viererkette war erneut umgestellt worden. Manuel Hartmann rückte in die Innenverteidigung, Kapitän Jens Härter agierte auf der linken Seite.“In der zweiten Hälfte haben wir das gezeigt, was ich als Minimum erwarten kann von einer Kickers-Mannschaft, nämlich dass sie kämpft und fightet“, sagte Dutt. Am Mittwoch (19 Uhr) hat die Mannschaft im Heimspiel gegen Aufsteiger Hessen Kassel die Chance zur Wiedergutmachung – und auf den ersten Punktspielsieg seit dem 13. September.

Eßlinger Zeitung

Weitere Spielberichte:
TSV 1860 München:“1860 II spielt 1:1 gegen Kickers – Seit sieben Spielen ungeschlagen“
SVK1899.de: „Standpauke zur Halbzeit“
Kicker: „Fink kommt und ist gefährlicher als Adler“

Vorberichte: TSV 1860 München II – Stuttgarter Kickers

Vorschau

Spielinfos

Anstoß: 04.11.2006 14:30
Stadion: Stadion an der Grünwalder Straße

Schiedsrichter: 

1860 München II: Holebas ist gesperrt, wahrscheinlich gehören einige Spieler (wie Göktan, Ziegenbein und Lamotte) noch am Freitag zum Profikader.

Stuttgarter Kickers: Der Einsatz von Härter (Gehirnerschütterung), Okpala (Hexenschuss) und Schlabach (Grippe) ist fraglich, Parmak ist noch rot-gesperrt.

Aufstellung

1860 München II
Tschauner – Lamotte, Polak, Eberlein, B. Schwarz – Ziegenbein, Träsch, Duhnke, S. Bender – Göktan, Ramaj; Trainer: Kurz
Stuttgarter Kickers
Yelldell – Steinle, M. Hartmann, Yildiz, Kanitz – Akcay – Benda, Kanyuk, Gambo – Okpala, Mesic; Trainer: Dutt 

Kicker

U23: Jetzt kommt’s knüppeldick – Stuttgarter Kickers zu Gast
14 Punkte aus den vergangenen sechs Meisterschaftsspielen, dazu drei Erfolge im Bayerischen Toto-Pokal 2007: Das Regionalliga-Team von Trainer Marco Kurz schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle. Jetzt kommt es aber knüppeldick. Innerhalb einer Woche spielt die U23 gegen die Top-Teams Stuttgarter Kickers (Tabellen-3.), Spitzenreiter SV Wehen und Bayern München II (5.).

Am Samstag, 4. November 2006, 14.30 Uhr, empfängt die U23 im Grünwalder Stadion die Stuttgarter Kickers, vier Tage später steht das Spiel beim SV Wehen auf dem Programm (Mittwoch, 08.11.2006, 19.00 Uhr) und zum Ende der Englischen Woche gastieren die Löwen im Grünwalder Stadion beim FC Bayern München II (Samstag, 11.11.2006, 14.30 Uhr). Drei dicke Brocken, bei denen es schon fast an ein Wunder grenzen würde, wenn die Serie danach immer noch Bestand hätte. „Mal schauen, was dabei raus kommt. Gut, dass wir bisher schon so viele Punkte gesammelt haben“, sagt Marco Kurz. Trotzdem beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz gerade mal vier Punkte.

José Holebas, mit fünf Treffern erfolgreichster Löwen-Torjäger, ist für das Spiel gegen die Kickers gesperrt. Im Heimspiel gegen den SSV Reutlingen war der 22-Jährige nach einem Kopfballduell mit Thomas Scheurig auf der Haupttribünenseite Nähe der Mittellinie des Platzes verwiesen worden. Der Reutlinger zog sich in dieser Szene eine Platzwunde an der Augenbraue zu, musste blutüberströmt behandelt werden. Schiedsrichter Matthias Kristek bewertete die Aktion Holebas’, der in den elf Spielen zuvor keine einzige gelbe Karte gesehen hatte, als grobes Foulspiel. „Er ist kein Spieler, der solche Aktionen absichtlich macht. Ich habe ehrlich gesagt nichts gesehen, was einen Platzverweis rechtfertigen würde. José hat mir auch bestätigt, dass er nichts getan hat“, nahm Kurz seinen Schützling direkt nach dem Spiel in Schutz. Trotzdem wurde er vom DFB für zwei Spiele gesperrt.

Auch ohne Holebas lieferte das Kurz-Team am vergangenen Wochenende beim 2:0-Erfolg über den FK Pirmasens eine souveräne Vorstellung ab. „Die drei Punkte waren hochverdient. Meine Mannschaft hat in Pirmasens eine sehr konzentrierte Leistung abgeliefert“, sagte Kurz. Dabei saßen am Abend zuvor mit Philipp Tschauner, Sven Bender, Fabian Lamotte und Björn Ziegenbein noch vier Spieler der Startformation bei den Profis in Augsburg auf der Bank oder kamen zu Kurzeinsätzen. Der Torwart-Trainer der U23, Jürgen Wittmann, chauffierte das Quartett nach Spielschluss von der Fuggerstadt nach Pirmasens, wo sie kurz nach Mitternacht ankamen. Trotz dieser Verstärkung und Alexander Eberlein, der nominell ebenfalls Lizenzspielerstatus besitzt, saßen in Pirmasens mit A-Junioren-Torwart Andreas Rössl, Anton Fink, Kent O‘Connor und Florian Tausendpfund gerade einmal vier Akteure auf der Auswechselbank, da erneut neun Spieler aus dem U23-Kader verletzungsbedingt fehlten. Björn Ziegenbein zog nach seinem ersten Saisoneinsatz in der Regionalliga, bei dem er auf Anhieb für die kicker-Elf des Spieltags nominiert wurde, ein überaus positives Fazit: „Es hat auf alle Fälle Spaß gemacht“, so der 20-Jährige. „Ziege“ war erstaunt, wie „gut sich einige Spieler entwickelt haben. Zum Beispiel ein Alban Ramaj habe ich noch nie so aggressiv spielen sehen“. Umgekehrt lobt Kurz die Einstellung der Profis. „Sie haben bei uns immer mit dem nötigen Einsatz und Engagement gespielt. Ich bin sehr zufrieden damit, wie sie sich einbringen.“ Keiner der Akteure sieht in dieser Saison die Regionalliga-Mannschaft als Degradierung, sondern eher als Chance, Spielpraxis zu sammeln und sich für das Zweitliga-Team anzubieten.

Zum „Matchwinner“ in Pirmasens avancierte Berkant Göktan, der beide Treffer erzielte. Die Bilanz des 25-Jährigen, der erst während der laufenden Saison zum Team stieß, kann sich sehen lassen: Vier Tore in sieben Spielen. Die Formkurve zeigt eindeutig nach oben, obwohl er vor seinem Engagement bei den Sechzigern in den vergangenen Jahren nur wenig Spielpraxis sammeln konnte. Die exzellenten Leistungen der beiden Angreifer Holebas und Göktan sind auch den Verantwortlichen der Profis nicht verborgen geblieben. So durften beide in der Woche vor dem Spiel bei den Stuttgarter Kickers im Profikader mittrainieren.

Ernst Tanner, Leiter des Nachwuchsleistungs¬zentrums der Löwen, sieht die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Vom Prinzip her ist es natürlich schon unser Anliegen, Spieler nach oben zu führen. Aber der ständige Wechsel zwischen den Mannschaften ist nicht unproblematisch.“ Zumal Kurz einmal sogar nur noch sechs Spieler im Training hatte. „Da ist es natürlich schwierig, meine Mannschaft auf ein Spiel einzustellen. Wir müssen ständig improvisieren. Einerseits ist es gut, weil dadurch jeder im Kader zum Zug kommt und Spielpraxis sammeln kann. Andererseits wäre es mir natürlich lieber, wenn ich ein Stammpotential hätte, mit dem ich trainieren und spielen könnte.“

Beim Regionalliga-Schlager Stuttgarter Kickers gegen SV Wehen (0:3) am vergangenen Sonntag beobachtete Trainer Kurz die nächsten beiden Kontrahenten. Seine Erkenntnis über Heimgegner Stuttgart: „Eine sehr erfahrene Mannschaft, die einen tollen Saisonbeginn hatte, aber durch die Belastung im DFB- und im Württembergischen Pokal viel Kräfte gelassen hat, was sich derzeit in den Leistungen widerspiegelt.“ Trotz des Einbruchs der Schwaben in den vergangenen Spielen warnt Kurz davor, den Gegner zu unterschätzen. „Die Kickers sind eine absolute Spitzenmannschaft in der Regionalliga Süd, die sich selbst den Aufstieg zum Ziel gesetzt haben.“ Aber auch gegen den Tabellendritten wird sich bei der U23 die Personalsituation nicht entspannen. Von den derzeit neun verletzten Akteuren ist noch keiner soweit, um in den Kader zurückkehren zu können.

TSV1860.de

StN: Kickers-Spieler müssen früh aus den Federn

Stuttgart (jüf) – Die Verunsicherung im Team der Stuttgarter Kickers war im Regionalligaspiel gegen den SV Wehen unübersehbar. Nach dem 0:3 ist das Selbstvertrauen der Spieler endgültig am Boden. Dagegen hilft nur eines: ein Sieg am Samstag beim TSV 1860 München II. Um wieder in die Erfolgsspur zu kommen, hat Trainer Robin Dutt den Trainingsumfang in dieser Woche um vier Einheiten erhöht. Am Mittwoch und Donnerstag trifft sich das Team dabei schon um 7.30 Uhr im ADM-Sportpark. Dutt will die Spielweise ändern: „Das Spiel zu machen ist nicht unser Ding“, hat der Coach festgestellt. Kompakt in der Abwehr zu stehen aber auch nicht. „18 Gegentore sind zu viel“, weiß Dutt, der mit seiner Elf defensiver auftreten will. „Mich interessiert nur noch das nackte Ergebnis.“ Stimmt das auch in München nicht, dürfte der Trainingsaufwand nicht geringer werden.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – SV Wehen (0:3)

Kein Ende der Kickers-Talfahrt
 
Nach dem 0:3 in der Regionalliga gegen Wehen ist die Anfangseuphorie endgültig verflogen
 
STUTTGART. Die Situation bei den Stuttgarter Kickers ist ernst. Zu den Folgen des Spielabbruchs kommen nun auch noch sportliche Sorgen. „Wir haben uns vorerst aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet“, sagte Trainer Robin Dutt nach der 0:3-Niederlage gegen Wehen.

Von Joachim Klumpp

Vor dem Heimspiel gestern hat sich das Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl in den B-Block der Fans auf der Gegengeraden aufgemacht. Eine Art Präventivmaßnahme nach dem Spielabbruch im DFB-Pokal gegen Hertha. Hinterher gab es Entwarnung: keine besonderen Vorkommnisse. Auf den Rängen.

Auf dem Rasen dagegen gab es vor 3225 Zuschauern eine heftige 0:3-(0:1-)Niederlage im Spitzenspiel der Regionalliga, die die sportliche Talfahrt der Kickers untermauerte. Dabei sollte Wehen die Wende bringen. Die Hoffnung darauf hielt allenfalls in der ersten halben Stunde bis zum Rückstand: Ballverlust Benda im Mittelfeld, schnelles Spiel auf Wehens Ronny König, der sich gegen Yildiz durchsetzt und den Ball über Torwart Yelldell zum 1:0 hebt. Nach ganz ähnlichem Strickmuster fielen auch die Treffer Nummer zwei (53.) und drei (60.). So blieb für den Trainer Robin Dutt nur die bittere Erkenntnis: „Wir hatten heute keine Chance, Wehen war uns ins allen Belangen überlegen.“

Das war das Ernüchternde, dass die Kickers in keinem Mannschaftsteil dagegenhalten konnten. Die Innenverteidigung hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, auch der Senkrechtstarter Recep Yildiz bekam seine Grenzen aufgezeigt. „Aber einem so jungen Spieler muss man das mal zugestehen“, sagte Dutt, der bei der Ansprache an die Mannschaft unterschiedliche Maßstäbe anlegen will: „Es wird sicher auch den einen oder andern geben, der in härterem Ton angefasst werden muss.“

Nach der recht ansprechenden Vorstellung gegen Hertha BSC änderte Dutt an der Grundformation nichts, außer dass Stierle für den gesperrten Parmak ins Team kam. Doch trotz der Mittelfeldachse Hartmann und Kanyuk fehlten dem Spiel der Kickers die Ideen, um eine kompakte und vor allem auch körperlich überlegene Mannschaft aus den Angeln zu heben. Und zum hoch gelobten Angriffsduo Okpala/Mesic fehlt schlicht die Alternative. Dutt: „Wir werden uns die Frage stellen müssen, ob wir eine Spitzenmannschaft sind oder doch nur zu den ersten sechs der Liga zählen, wie zu Beginn formuliert.“

Nach dem sechsten Punktspiel ohne Sieg ist selbst diese Position in Gefahr. Dennoch wehrt sich der Trainer dagegen, in der Anfangsphase vielleicht etwas zu forsch aufgetreten zu sein. „Sicher kann man darüber diskutieren, aber ich würde es wieder so machen.“ Schließlich könne man in der allgemeinen Euphorie nicht immer nur tiefstapeln. „Der Verein war bundesweit doch von der Landkarte verschwunden“, sagt Dutt.

Das droht nun durchaus wieder, wenn die Kickers ins graue Mittelmaß der dritten Liga zurückfallen würden. Nach dem gestrigen Auftritt wird man jedenfalls nicht zur Tagesordnung übergehen können. Der freie Montag wurde gestrichen (Dutt: „Ich will die Mannschaft einfach näher um mich herum haben“), außerdem werden sich die Verantwortlichen zusammensetzen, um die neue Situation zu diskutieren. „So kann es nicht weitergehen“, sagt der Präsident Hans Kullen, der allerdings hinzufügt: „Ich habe schon am Anfang davor gewarnt, die Siege wie in Aalen überzubewerten.“

Hat die Mannschaft zu Saisonbeginn also über ihrem Leistungsvermögen gespielt? Dutt weiß, dass die Verantwortung auch auf ihm lastet: „Das einzig Gute ist vielleicht, dass jetzt auch wieder andere Mannschaften die Favoriten sind.“

Vielleicht sogar schon am nächsten Samstag die zweite Mannschaft von 1860 München. „Verloren ist noch nichts“, sagt der Präsident, der zudem in dieser Woche noch auf das Sportgerichtsurteil in Sachen Spielabbruch verbunden mit einer saftigen Strafe warten muss. Dieses Geld hätte gut für eine Verstärkung in der Winterpause gebraucht werden könne, so viel steht seit gestern fest. Einstweilen muss der vorhandene Kader reichen. Und Training.

Wobei Dutt nichts von Aktionismus hält: „Es hilft kein Hokuspokus.“ Nur Punkte.

Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz – Benda, Hartmann, Kanyuk (63. Sökler), Stierle (46. Gambo) – Okpala, Mesic.

Tore: 0:1 König (28.), 0:2 Willmann (53.), 0:3 Cenci (60.)

Rote Karte: Kopilas (Wehen, 71.)

Stuttgarter Zeitung

Ernüchterung statt Aufstiegsträume
 
0:3 – Kickers sind dem SV Wehen in allen Belangen unterlegen
 
Stuttgart – Die Krise der Stuttgarter Kickers hält an. Die Blauen waren dem SV Wehen beim 0:3 in allen Belangen unterlegen, und Trainer Robin Dutt stellte fest: „Wir müssen uns vorerst von allen Träumen verabschieden.“

VON JÜRGEN FREY

Als die traurigen 90 Minuten im Gazistadion zu Ende waren, hatten die Kickers-Spieler nur noch ein Ziel: Schnurstracks ab in die Kabine. Nur Oliver Stierle hielt kurz inne – und brachte die Sache auf den Punkt: „So wie wir aufgetreten sind, geht das nicht“, sagte der Mittelfeldspieler selbstkritisch, „wir agierten heute ohne Spielfreude und Aggressivität.“ Die Liste der Unzulänglichkeiten lässt sich problemlos erweitern: Zu unentschlossen, zu umständlich, zu ideenlos präsentierten sich die Blauen. Und zwar in allen Mannschaftsteilen. Ganz anders Wehen: Kompakt, abgebrüht, souverän traten die Hessen auf. Entsprechend ernüchternd fiel Dutts Analyse aus: „Man hat heute den Unterschied zwischen einer absoluten Spitzenmannschaft und uns gesehen.“

19 Punkte hatten die Kickers aus den ersten sieben Saisonspielen geholt. In den folgenden sechs Partien ergatterten sie mickrige drei Zähler. Die Talfahrt scheint unaufhaltsam. Wie“s jetzt weitergeht? Erst einmal strich Dutt den trainingsfreien Montag. Danach trifft man sich zur Krisensitzung. „Hokuspokus hilft uns jetzt nicht weiter“, sagte Dutt, „ich werde mit den Funktionären sachlich die Lage analysieren.“ Im Mittelpunkt steht die Frage: Stecken die Blauen in einem lang anhaltenden Tief, oder spielten sie zu Saisonbeginn über ihre Verhältnisse? Unabhängig davon stellte Dutt schonungslos fest: „Wenn Hoffenheim und Wehen das abrufen, was sie können, reicht es für uns nicht.“ Das klingt nicht gut für die hohen Ziele der Blauen. „Panikmache bringt jetzt zwar nichts, aber so kann es nicht weitergehen“, brummte Präsident Hans Kullen. Und Präsidiumskollege Dieter Wahl vermutete: „Vielleicht waren wir anfangs zu euphorisch.“ Zumindest Dutt bereut seine flotten Sprüche nicht: „Wenn ich gebremst hätte, würde es jetzt heißen, der Trainer hätte das Tief herbeigeredet.“ Wie auch immer: Jetzt ist der 41-Jährige mehr denn je gefordert.

Stuttgarter Nachrichten

Die Korrektur der Korrektur

Die Stuttgarter Kickers bekommen beim 0:3 gegen den SV Wehen ihre Grenzen aufgezeigt
 
Stuttgart – Durch die 0:3 (0:1)-Niederlage im Spitzenspiel gegen den SV Wehen haben die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers den Anschluss an die Aufstiegsplätze verloren. Entscheidender aber: Das Gesehene lässt Trainer Robin Dutt zur Erkenntnis kommen, dass seine Mannschaft noch nicht stark genug ist, dort wieder hinzukommen: „Was ich von den Spitzenteams gesehen habe, war überzeugender.“
 
Von Sigor Paesler

Kickers-Präsident Hans Kullen war „tief enttäuscht“, sprach davon, dass er sich „mehr Durchschlagskraft“ von der Mannschaft gewünscht hätte und kündigte einen „Neuanfang“ an: „Noch ist nichts verloren. Aber so kann es nicht weitergehen.“

Dutt dagegen analysierte ganz trocken: „Man hat heute den Unterschied gesehen zwischen einem Spitzenteam, das die Chance hat aufzusteigen, und uns.“ Heißt: „Wir müssen uns zunächst von allen Träumereien verabschieden, was die beiden Aufstiegsplätze betrifft.“ Damit vollzieht der Trainer die Korrektur der Korrektur. Denn nachdem die „Blauen“ einen fulminanten Saisonstart hingelegt hatten, wurde das zuvor etwas vorsichtiger formulierte Saisonziel zu „wir wollen aufsteigen“ verändert. Auch wenn die Realität die Mannschaft in Form von sechs sieglosen Ligaspielen und dem Abrutschen auf Platz vier eingeholt hat, hält das Dutt im Nachhinein nicht für falsch: „Man musste hoffen, dass die junge Mannschaft in einen Lauf hineinkommt.“

Gestern bekamen die Stuttgarter ihre Grenzen aufgezeigt. Die Wehener ließen sie das Spiel machen, schauten zu, wie sie sich an dieser Aufgabe die Zähne ausbissen – und schlugen zu. Gerade hatten die „Blauen“ durch Christian Okpala und Laszlo Kanyuk erste Chancen verzeichnet, als Sascha Amstätter in der 28. Minute einen Fehlpass von Sascha Benda aufnahm und Ronny Konig bediente, der nach einem gewonnenen Laufduell mit Recep Yildiz aus spitzem Winkel traf.

Sicherheitspässe
Und es ging so weiter. Den Stuttgartern fehlten im Spielaufbau die Ideen. Das fehlende Selbstvertrauen tat ein Übriges – die Akteure zogen den Sicherheitspass einer mutigen Variante vor. Mit ihrer ersten Chance im zweiten Durchgang erzielten die Wehener das 2:0: Nachdem schon einige Mitspieler nicht konsequent genug agiert hatten, ließ Yildiz Martin Willmann aus kurzer Distanz zum Schuss kommen (53.). Mathias Cenci sorgte mit einem Kontertor für die Entscheidung (60.). Auch in Überzahl nach der Roten Karte gegen Marco Kopilas gelang den Kickers nicht mehr viel.

Den indosponierten Yildiz traf Dutts Kritik nicht: „Er hat in dieser Saison so viele gute Spiele gemacht. Da liegt es mir fern, ihm auf die Mütze geben. Ich muss ihn aufbauen.“ Andere Spieler werden sich hingegen mehr anhören müssen. Zudem haben sowohl Kullen als auch Dutt angekündigt, sich heute zusammen zu setzen. Das Ergebnis könnte dann die offizielle Formulierung des neuen Saisonziels sein.

Eßlinger Zeitung

Ein gutes Gefühl wie seit Jahren nicht

Erfolg von Stuttgart lässt Selbstbewusstsein des SV Wehen wachsen: „Taktisch hervorragend“

cad. STUTTGART Kristjan Glibo hätte am liebsten die ganze Welt umarmt, machte beim 2:0 mit den Trainern Christan Hock und Steffen Vogler den Anfang. Und auch die Mitspieler konnten zunächst gar nicht fassen, was ihnen da gelungen war. „Wir sind hierher gekommen, um den einen Punkt, den wir mit Anpfiff hatten, zu verteidigen“, gaben die beiden Coaches als Ziel aus. Dass dieses so deutlich übertroffen wurde, löste nicht Jubel, sondern fast Ekstase aus. „So gut habe ich mich nach einem Spiel schon seit Jahren nicht mehr gefühlt“, meinte Hajrudin Catic, nachdem er sich von den Wehener Fans hatte feiern lassen, wie alle anderen auch. Sieg, die Tabellenführung erobert und das trotz einiger widriger Umstände – das Wehener Selbstbewusstsein steigerte sich nach dem Erfolg bei den Stuttgarter Kickers noch einmal deutlich.

„Wir haben hier taktisch hervorragend gespielt“, analysierte Steffen Vogler. Wie das möglich war? Unter der Woche hatten die Wehener ohne Ball die Laufwege in der Abwehr „aufgefrischt“, wie Christian Hock es nannte. Dieser Kurs in Sachen Defensivtaktik hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Die Kickers-Spieler sahen sich in der Mehrzahl der Zweikämpfe solch starker numerischer Überlegenheit der Taunussteiner gegenüber, dass bis auf Standardsituationen wenig vor das Tor von Adnan Masic kam. Und dies, obwohl die Wehener von der Vasic-Auswärtstaktik abrückten, und mit zwei zentralen Stürmern aufliefen.

Selbstbewusst waren die Gäste auch, weil sie 20 Minuten in Unterzahl noch die klar bessere Mannschaft stellten und in der zweiten Halbzeit sogar das Fehlen ihres Kapitäns Sascha Amstätter ohne Probleme kompensierten. Vorsichtshalber kam der Wehener Mittelfeldmotor nach der Pause nicht mehr aus der Kabine. Aufkeimenden Leistenproblemen sollte schon im Ansatz begegnet werden. Kein Risiko, bei der knappen Führung? „Das größere Problem hätten wir, wenn Sascha drei Wochen pausieren müsste“, entgegnet Christian Hock. „Sandro Schwarz kann den Part ebenso spielen.“ Der rechtfertigte das Vertrauen und machte im defensiven Mittelfeld ein ähnlich gutes Spiel wie Amstätter vor dem Seitenwechsel. Und die kreativen Momente übernahm Catic und sorgte damit als Gestalter dafür, dass die Mannschaft nach Schlusspfiff als Tabellenführer feiern durfte.

Wiesbadener Kurier

Tanz nach dem Triumph

SV Wehen siegt 3:0 im Spitzenspiel bei den Stuttgarter Kickers

STUTTGART Der Höhenflug des Fußball-Regionalligisten SV Wehen hält weiter an. Mit 3:0 (1:0) gewannen die Taunussteiner beim Aufstiegs-Mitfavoriten Stuttgarter Kickers und unterstrichen damit ihre eigenen Ambitionen auf die Zweite Bundesliga eindrucksvoll.

Von Carsten Dietel

Das größte Lob nach dem Spiel kam vom gegnerischen Trainer. „Die Wehener waren uns in allen Belangen überlegen“, erkannte Robin Dutt den Sieg des Kontrahenten als „auch in dieser Höhe vollkommen verdient“ an. Mehr noch: Er hob das Niveau, mit dem Wehen an diesem Nachmittag im Gazi-Stadion auftrumpfte, zum Maßstab für sein Team. Und flüchtete sich fast in Sarkasmus: „In der zweiten Halbzeit erlaubte uns der Gegner, auch ein bisschen Fußball zu spielen, aber nur im Mittelfeld, weit weg vom Tor.“ Vor dem Hintergrund dieser Aussagen war klar, dass die Gastgeber nach 90 Minuten den großen Frust hatten, während die Wehener wie kleine Kinder minutenlang im Kreis tanzten.

Von Beginn an bekämpften sich die Platzherren und die Wehener mit hohem Aufwand und bemerkenswerter taktischer Disziplin. Die Folge war eine Vielzahl interessanter Zweikämpfe, aber wenig Torchancen. Das änderte sich erst, als die Kickers sich ab der 20. Minute einige guten Gelegenheiten erarbeiteten. Die beste hatte in der 25. Minute Christian Okpala, der in einen Diagonalschuss von Sascha Benda hineinrutschte, den Ball aber neben das Tor schob. Kurze Zeit später scheiterte der aus Offenbach nach Stuttgart gewechselte Lazlo Kanyuk, seinen sehenswerten Schuss fischte Adnan Masic aus dem Winkel.

Mitten in diese Stuttgarter Drangperiode gelang Ronny König der Wehener Führungstreffer. Der Kickers-Mann für den ruhenden Ball, Sascha Benda, leistete sich einen katastrophalen Fehlpass, den sein Wehener Namensvetter Sascha Amstätter dankend aufnahm und nach kurzem Sprint auf König passte. Der hatte aus 20 Metern wenig Mühe, David Yelldell im Kickers-Tor zu überwinden. Ein Treffer, von dem sich die Stuttgarter bis zur Pause nicht so richtig erholten

Bitter für die Schwaben und ideal für Wehen, dass mit dem ersten ernsthaften Konter nach dem Seitenwechsel Martin Willmann das vorentscheidende 2:0 gelang. Und als sieben Minuten später Willmann Matias Esteban Cenci steil anspielte und dieser Yelldell tunnelte, war dem letzten der 3225 Zuschauer klar, dass Wehen von dieser Stuttgarter Mannschaft nicht zu schlagen war. Selbst dann nicht, als die Taunussteiner nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz standen. Marko Kopilas hatte Okpala an der Strafraumgrenze umgerissen – als letzter Mann. „Wenn da das 1:3 gefallen wäre, hätte es noch einmal schwer werden können“, rechtfertigte sich der Rotsünder und bekam dafür Rückendeckung vom Coach. „Die Notbremse war die richtige Entscheidung“, stärkte Christian Hock seinem Innenverteidiger den Rücken. Und sieht dessen Ausfall wegen der zu erwartenden Sperre gelassen entgegen: „Sicher ist es immer blöd, eine Abwehr, die drei Mal in Folge zu Null gespielt hat, umzubauen, aber wir haben genug Alternativen.“ Dass sein Team die 20 Minuten in Unterzahl locker wegsteckte und den Stuttgartern kaum eine Chance zum Anschlusstor bot, bestätigte die Meinung des Trainers.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz – Hartmann – Benda, Kanyuk (63. Sökler), Stierle (46. Gambo) – Okpala, Mesic.

SV Wehen: Masic – Nakas, Kopilas, Glibo, Damm – König, Amstätter (46. Schwarz), Hollmann, Catic – Willmann (81. Kalender), Cenci (74. Fuchs).

Tore: 0:1 König (28.), 0:2 Willmann (53.), 0:3 Cenci (60.).

SR: Wack (Biberbach).- Zu.: 3225.- Rot: Kopilas (71./Wehen) wegen Notbremse.

Wiesbadener Kurier

Willmann bei Yildiz-Fehler da

Beide Mannschaften begannen zunächst sehr zurückhaltend. Nach 20 Minuten kamen die Kickers besser ins Spiel und hatten zwei dicke Chancen.

Okpala fälschte einen Stierle Schuss ab, knapp vorbei. Kanyuks Versuch aus 18 Metern fand in Masic seinen Meister. In diese Drangperiode platzte ein Fehlpass Bendas, den Amstätter blitzschnell umsetzte, und König vollendete zum 0:1.

Damit waren bereits die Weichen auf Auswärtssieg gestellt. Wehen zog sein Ding durch, spielte klug und taktisch geschickt aus einer kontrollierten Abwehr heraus, schaltete aber flott um, wenn sich die Gelegenheit dazu ergab. Die Kickers hatten mehr Ballbesitz und waren bemüht, kamen jedoch nicht zu Chancen. Dazu leisteten sie sich in der Abwehr einige Schnitzer, wie Yildiz vor dem 0:2 durch Willmann.

Sigor Paesler

Kicker