Vorberichte: Stuttgarter Kickers – FK Pirmasens

Vorschau
Spielinfos:
Anstoß: 22.04.2007 15:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Christian Leicher

Stuttgarter Kickers: Ein Einsatz von Gambo ist wegen des Verdachts auf einen Muskelfaserriss unwahrscheinlich. Für den gelbgesperrten Stierle kommt wohl Kanitz.

FK Pirmasens: FKP-Trainer Kamphues hat personell die Qual der Wahl, spricht von „Härtefällen“ wie Falkenmayer, Baum, Carvalho und Dengel.
Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Kanitz – Parmak, M. Hartmann, Kanyuk, Weller – Dundee, Tucci; Trainer: Dutt

FK Pirmasens
Steigelmann – Lechner, T. Kriegshäuser, Hildebrandt, Schaufler – Bzducha, Zellner – Burch, Weißmann, S. Reich – A. Haas; Trainer: Kamphues

Kicker

Die Tabelle lügt nicht. „Also können wir nicht alles falsch gemacht haben, wenn wir nach 27 Spieltagen Vierter sind“, sagt Kickers-Trainer Robin Dutt, der dennoch weniger auf die Tabelle als vielmehr auf die Leistung seiner Mannschaft schaut. Und die hat zuletzt in Reutlingen gestimmt. Daran soll am Sonntag (15 Uhr) im Regionalliga-Heimspiel gegen den FK Pirmasens angeknüpft werden. Wobei in diesem Fall der Blick auf die Tabelle trügerisch sein könnte. Denn dort wird der Aufsteiger auf dem vorletzten Rang geführt. Doch Dutt warnt: „Das ist eine der besten Rückrundenmannschaften.“ Was vor allem daran liegt, dass sich der Verein mit Andreas Haas von der TSG Hoffenheim im Sturm entscheidend verstärkt hat. Was wiederum die Frage aufwirft, ob das nicht auch ein Mann für die Kickers gewesen wäre. „Sicher, aber Hoffenheim hätte ihn eben nicht an einen direkten Konkurrenten abgegeben, sondern dann lieber auf die Tribüne gesetzt“, sagt Dutt zu den Gesetzmäßigkeiten der Liga.

Keine Gesetzmäßigkeit , aber zumindest eine Tendenz ist, dass sich die Kickers auswärts momemtan etwas leichter tun als zu Hause. „Das könnte mit Dingen zu tun haben, die ich nicht näher kommentieren möchte“, sagt Dutt und mein damit wohl, dass einige Spieler im Gazistadion besonders kritisch beäugt werden. Dazu zählt nicht unbedingt Bashiru Gambo, dafür droht der Ghanaer mit einer Oberschenkelverletzung auszufallen. „Er ist sicher verletzungsanfällig“, sagt Dutt. „Das Problem ist uns bekannt und die Physiotherapeuten arbeiten daran.“ Mit Erfolg?

Stuttgarter Zeitung

Sean Dundee als Stargast beim Start des Schulturniers der Filder-Zeitung in Vaihingen

Das „Krokodil“ schreibt Autogramme

Vaihingen. Das Warten neigt sich dem Ende. Am Freitag beginnt sie endlich, die diesjährige Auflage von „Pokal total“, des Schul-Fußballturniers der Filder-Zeitung. Bei der Vorrunde Nord in Vaihingen sind 18 Mannschaften dabei – und Sean Dundee, das „Krokodil“, als Stargast. „Sean Dundee als Stargast beim Start des Schulturniers der Filder-Zeitung in Vaihingen“ weiterlesen

StN: Mehr Sitzplätze für das Gazistadion

Stuttgart (jük) – Dem Gazistadion steht eine Erweiterung bevor: Für die dritte Fußball-Liga, die in der Saison 2008/2009 startet, fordert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Stadion mit mindestens 2000 überdachten Sitzplätzen. Sollte sich Regionalligist Stuttgarter Kickers für diese Liga qualifizieren, würde das Gazistadion die Bedingung nicht erfüllen. Nur etwa 1350 Sitzplätze befinden sich auf der Haupttribüne. Joachim Cast wachsen deswegen keine grauen Haare. „Wir tragen sicher auch in der dritten Liga die Heimspiele im Gazistadion aus“, sagt der Kickers-Manager, „wir haben ein gutes Verhältnis zur Stadt und werden die Aufgabe gemeinsam klären.“ Demnächst findet ein Ortstermin statt, danach sollen Architekten Lösungsvorschläge erarbeiten – alles ist denkbar: Verlängerung der Tribüne, Erhöhung oder sogar der Bau einer zweiten, kleineren Tribüne. Sicher ist nur: Die Fans müssen nicht enger zusammenrücken.

Beim VfB Stuttgart II werden die Auflagen des DFB anders sein – wie bei den zweiten Teams der Bundesligisten üblich. „Wie wir uns orientieren, hängt davon ab, wie die Anforderungen konkret aussehen werden“, sagte VfB-Sprecher Oliver Schraft.

Stuttgarter Nachrichten

StN: Künftiger Kickers-Coach Zeidler

„Ich bin erleichtert über diesen Sieg“
  
Stuttgart – Peter Zeidler hat sich ein erstes Bild von seinem künftigen Arbeitgeber gemacht. „Es gibt die Faszination Stuttgarter Kickers“, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten in der neuen Saison.

Herr Zeidler, Sie haben die Blauen im Spiel beim SSV Reutlingen beobachtet, am Samstag dann das Oberligateam gegen den SC Freiburg II. Was sind Ihre Erkenntnisse?

Über das 1:0 in Reutlingen bin ich natürlich sehr erleichtert. Bei einer Niederlage wäre man bei 38 Punkten stehen geblieben, und das Rechnen hätte begonnen . . .

. . . und Sie hätten womöglich früher als geplant einsteigen müssen?

Nein, das hätte ich nicht gemacht. Überhaupt zeigte das Spiel doch eindrucksvoll, dass es zwischen Trainer und Mannschaft stimmt. In Reutlingen habe ich eine Kickers-Mannschaft gesehen, wie ich sie kenne: Sie glänzte mit einer funktionierenden Taktik und echtem Teamgeist.

Und der Unterbau?

Ist hervorragend – und zeigt: Es gibt die Faszination Kickers. Die Spieler der zweiten Mannschaft kann man alle gebrauchen. Sie sind sehr gut ausgebildet. Ich hoffe, die A-Junioren schaffen den Ligaverbleib, allerdings wäre ein Abstieg kein Weltuntergang.

Nur mit Eigengewächsen wird die Qualifikation zur dritten Profiliga in der neuen Saison nicht möglich sein. Mit wie vielen externen Neuzugängen planen Sie?

Zunächst hoffe ich sehr, dass Manuel Hartmann und Mustafa Akcay ihre Verträge verlängern. Klappt dies, möchte ich noch ein bis zwei Spieler für jeden Mannschaftsteil verpflichten, wobei ich nicht nach Führungsspielern schreie. Ich werde keinen Spieler holen, nur weil er erfahren ist oder weil er die Klappe aufmacht. Das entspricht nicht meiner Philosophie.

Könnten Sie sich vorstellen, wie Robin Dutt eine Woche nicht mit den Spielern zu reden?

Eher nicht. Was nicht heißt, dass ich nicht sehr autoritär sein kann – wenn ich von einer Sache völlig überzeugt bin.

Sie unterrichten zehn Stunden pro Woche Französisch am Rosenstein-Gymnasium in Heubach. Werden Sie das beibehalten?

Das werden wir sehen. Andere wetten, golfen, schauen Videos oder spekulieren an der Börse. Ich unterrichte mit Freude, und darunter hat noch nie ein Club gelitten.

Fragen von Jürgen Frey

STZ: 620000 Euro für die Drittligisten

VfB II künftig im Daimlerstadion?
 
STUTTGART (ump). Die nächste Saison der Fußball-Regionalliga wirft unweigerlich ihre Schatten voraus. Schließlich geht es dann um die Qualifikation zur eingleisigen dritten Liga. Die Kriterien dafür wurden auf einer DFB-Präsidiumssitzung am vergangenen Freitag festgezurrt. Klar ist, dass sich 2007/08 die Klubs qualifizieren, die am Ende der Saison in ihrer Staffel auf den Plätzen drei bis zehn liegen (darunter maximal vier zweite Mannschaften von Profiklubs). Nachdem diese zweiten Mannschaften künftig kein TV-Honorar mehr bekommen werden, erhalten die Drittligisten mindestens 620 000 Euro aus dem Fernsehtopf (bisher 365 000).

Auch die Auflagen für die Stadien wurden konkretisiert: Es müssen mindestens 10 000 Plätze vorhanden sein, davon zweitausend Sitzplätze, wovon wiederum tausend überdacht sein sollen. Hier bekommen zum Beispiel die Stuttgarter Kickers im Gazistadion ein Problem, da derzeit nur etwa 1300 Sitzplätze zur Verfügung stehen. „Doch da laufen Gespräche mit der Stadt“, sagt der Manager Joachim Cast. Der VfB wiederum müsste mit seiner zweiten Mannschaft wohl ins Daimlerstadion ausweichen. Dort gibt es ein ganz anderes Problem: mehr als 50 000 Plätze für manchmal nur 500 Zuschauer. Tristesse pur.

Stuttgarter Zeitung

StN: Interview mit Manuel Hartmann

„Es war extrem schwer“
 
Kickers-Spieler Hartmann über Dutts Maßnahmen
 
Stuttgart – Sicher ist: Mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Reutlingen hat Manuel Hartmann die Krise der Stuttgarter Kickers vorerst beendet. Ob er dem Fußball-Regionalligisten treu bleibt, ist dagegen noch offen.

Herr Hartmann, vergangene Woche strafte Trainer Robin Dutt das Team mit Schweigen. Redet er nun wieder?

Ja, aber das hat er schon vor der Partie in Reutlingen getan. Trotzdem war die vergangene Woche extrem schwer für uns.

Waren Dutts Maßnahmen wirklich nötig?

Der Trainer hat lange versucht, mit Gesprächen die Köpfe der Spieler freizubekommen. Das hat nicht geklappt. Also hat er nun geschwiegen – wie es aussieht, hat er alles richtig gemacht.

Was hat er bewirkt?

Es stand endlich wieder eine echte Mannschaft auf dem Platz, die voll engagiert war.

Lagen die zuletzt schwachen Leistungen auch daran, dass das Ziel Aufstieg nicht mehr zu erreichen ist?

Das als Alibi zu nehmen, wäre zu einfach. Wir sind es den Fans, dem Verein und dem Umfeld doch schuldig, gut zu spielen. Für einige Spieler geht es ja auch noch um einen Vertrag, andere können sich dem neuen Trainer positiv präsentieren.

Wollen Sie das auch? Oder ist Ihr Abschied in Richtung zweite Liga schon beschlossene Sache?

Ich hatte letzte Woche ein Gespräch mit dem neuen Trainer Peter Zeidler und muss sagen: Das war wirklich positiv. Die zweite Liga bleibt mein Ziel, aber ich kann mir auch vorstellen, noch bei den Kickers zu bleiben. Ich will aber erst wissen, wie der Kader für kommende Saison in etwa aussehen wird. Es ist noch nichts entschieden.

Fragen von Dirk Preiß

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Bei den Kickers herrscht Ruhe

Zeidler macht sich ein genaues Bild
 
STUTTGART (ump). Peter Zeidler kann sich über mangelnde Arbeit derzeit nicht beklagen. Der Nochtrainer des 1. FC Nürnberg II nutzt jede freie Minute, um sich ein Bild über seinen neuen Arbeitgeber Stuttgarter Kickers und dessen Personal zu machen. So weilte er am Samstag beim Spiel der zweiten Mannschaft, nachdem er 17 Stunden zuvor noch Augenzeuge des etwas glücklichen 1:0-Sieges der Regionalligaelf beim SSV Reutlingen gewesen ist. „Ein wichtiger Sieg“, so Zeidler.

Auch der künftige Trainer weiß genau: jetzt herrscht erst einmal wieder Ruhe unterm Fernsehturm. Der Präsident Dirk Eichelbaum sagte dazu nur: „Bei einer Niederlage wäre ja klar gewesen, was für eine Frage kommt.“ Die nach dem Trainer Robin Dutt und einer möglichen vorzeitigen Ablösung. Dutt zeigte sich gelassen, nach einer Woche, in der ein etwas raueres Klima geherrscht hatte. „Im Training war ich etwas wortkarger als sonst“, sagte Dutt und fügte zu: „Die Mannschaft hat viel Kritik einstecken müssen, nun soll sie auch das Lob abbekommen.“ Für eine taktisch disziplinierte Leistung, keine Fußballgala wohlgemerkt.

„Wichtig war, dass wir die richtige Antwort gegeben haben“, sagte der Kapitän Jens Härter. Schließlich will sich der eine oder andere Spieler noch empfehlen. Marco Wildersinn (gegen Reutlingens Torjäger Haas) ist das gut gelungen, Nico Kanitz (spielte nur 18 Minuten) weniger. Der Manager Joachim Cast gibt zu: „Für ihn ist es schwer, wenn er kaum Chancen zu Bewährung bekommt.“ Die Zeichen stehen auf Trennung. Dagegen haben die Kickers dem umworbenen Manuel Hartmann ein deutlich verbessertes Angebot unterbreitet, und der neue Trainer hat ihn als einen der ersten Spieler kontaktiert: „Ich habe mit ihm gesprochen und gesagt, dass ich große Stücke auf ihn halte“, sagt Zeidler, der hinzufügt: „Ansonsten schauen wir für alle Mannschaftsbereiche – außer der Torwartposition – nach neuen Leuten.“

Naheliegend wäre, die eine oder andere Verstärkung aus Nürnberg mitzubringen. Im Sturm etwa Pagenburg (der Siegtorschütze bei den Profis vom Samstag) oder auch Christoph Weber, die einen Lizenzspielervertrag haben. „Die Überlegung hatte ich auch“, gibt Zeidler zu, allerdings hat die Sache einen Haken: „Die guten Spieler wird der Club nicht ausleihen – schließlich will sich der Verein nächste Saison unbedingt für die Regionalliga qualifizieren.“ Dafür muss in der Bayernliga einer der ersten vier Plätze geschafft werden, so sehen es die am Freitag vom DFB bestätigten Kriterien vor.

Strenge Anforderungen gelten auch beim Sprung in die zweite Liga, für die sich der SV Wehen sportlich so gut wie qualifiziert hat. Gerüchte, dass der Verein keine Lizenz bekomme, hält der Kickers-Präsident zwar für unwahrscheinlich, dennoch gibt er die Devise aus: Jeder Punkt zählt. „Wenn es doch so weit kommen würde, wäre es ja doppelt ärgerlich, wenn wir am Ende leichtfertig einen besseren Platz verspielt hätten.“

Stuttgarter Zeitung

Presseartikel 14.04.2007

Unternehmen Wiedergutmachung geglückt

Stuttgarter Kickers gewinnen Lokalderby beim SSV Reutlingen mit großem kämpferischen Einsatz 1:0

Reutlingen – Die Fußballer von Regionalligist Stuttgarter Kickers haben die von Trainer Robin Dutt geforderte Trotzreaktion gezeigt. Sie gewannen das Lokalderby beim SSV Reutlingen mit 1:0 (1:0). Die Mannschaft hat im Kreuzeiche-Stadion auch für ihren scheidenden Coach gekämpft, dessen Ruf nach dem blamablen 0:3 zuletzt gegen die Sportfreunde Siegen auf dem Spiel stand.

Von Sigor Paesler

Als Manuel Hartmann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Flanke von Mustafa Parmak per Kopf zum 1:0-Siegtreffer verwertete, fiel eine riesige Last von den Schultern der Kickers – sowohl auf dem Spielfeld als auch auf der Bank, wo Dutt deutlich nervös agierte. Hartmann lief nach dem Tor sofort zu seinem Trainer, um den sich anschließend eine Traube bildete. „Da wäre jeder hingerannt, der heute getroffen hätte, wir sind eine Mannschaft“, sagte Kapitän Jens Härter. „Man hat den Spielern angemerkt, was sie hier vorhatten, sie hatten eine harte Woche hinter sich – das Herz war an der richtigen Stelle“, meinte Dutt.Ohne Angelo Vaccaro waren die Kickers nach ihrer 0:3-Heimpleite in das Unternehmen Wiedergutmachung gestartet. Der Stürmer musste auf der Bank Platz nehmen und wurde auch später nicht mehr berücksichtigt – offensichtlich eine Strafmaßnahme von Dutt. Dafür kehrte Sean Dundee nach seiner Verletzungspause in die Anfangsformation zurück. Als Sturmpartner erhielt Marco Tucci den Vorzug vor dem abwanderungswilligen Bastian Bischoff. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass sich die Kickers die vermutlich lauten Worte ihres Trainers an Ostern zu Herzen genommen haben. In den ersten 20 Minuten waren die Gäste deutlich überlegen, spielten druckvoll nach vorn und setzten sich auch in den Zweikämpfen durch. Echte Chancen waren allerdings Mangelware. Zum Ende der ersten Hälfte, als die Gastgeber stärker wurden, gelang Hartmann das entscheidende Tor. In der zweiten Hälfte waren die Reutlinger spielbestimmend. Doch abgesehen von einem Lattenschuss von Ewald Beskid (49.) sprangen keine hochkarätigen Chancen heraus. „Ich bin gottfroh, wie das ausgegangen ist“, sagte Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum, der die Saison unbedingt mit Dutt zu Ende spielen möchte.

SSV Reutlingen: Langner – Scheuring, Aybar, Kirsch, Janic (88. Urban) – Rill (73. Sajaia), Waidmann, Demirkiran (82. Weigl), Unger – Beskid, Haas.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Hartmann – Parmak, Gambo (81. Kanyuk), Weller (73. Kanitz) – Tucci, Dundee (67. Yildiz).

Schiedsrichter: Palilla (Spaichingen).

Zuschauer: 5100.

Tore: Hartmann (45.+2).

Gelbe Karten: Waidmann / Härter, Wildersinn, Stierle.

Beste Spieler: Kirsch, Waidmann / Härter, Gambo, Stierle.

Esslinger Zeitung

1:0 – Kickers zeigen Charakter

Reutlingen – Die Spieler der Stuttgarter Kickers haben die richtige Reaktion auf die Kritik ihres Trainers Robin Dutt gezeigt. Am Freitag gewann der Fußball-Regionalligist das Derby beim SSV Reutlingen mit 1:0 (1:0). Den Treffer erzielte Manuel Hartmann.

VON JÜRGEN FREY

Wenn eine Mannschaft nach einem Sieg minutenlang vor den eigenen Fans feiert, muss es ein besonderer Erfolg gewesen sein. Doch für die Kickers geht es weder gegen den Abstieg noch um den Aufstieg – und dennoch war das 1:0 beim SSV Reutlingen mehr als nur ein Derby-Sieg. Die Blauen haben Charakter gezeigt.

„Wir haben die richtige Antwort gegeben“, sagte Mittelfeldspieler Mustafa Parmak zur heftigen Kritik von Trainer Robin Dutt nach der 0:3-Heimniederlage vergangene Woche gegen Siegen. „Die Mannschaft hatte eine harte Woche hinter sich“, sagte Dutt, der sein Team mit eisernem Schweigen strafte, „man hat gesehen, dass sie sich heute dafür belohnen will.“ Auch Manager Joachim Cast lobte: „Das Team hat Herz gezeigt.“ Und vor allem zwei der wichtigsten Tugenden im Fußball: Aggressivität und Willen. „Das war sehr diszipliniert und engagiert“, sagte Cast.

Eines allerdings fehlte dem Spiel der Kickers über weite Strecken der Partie: eine echte Torchance. Dass es dennoch zum Siegtreffer reichte, lag an Manuel Hartmann. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff köpfte der Mittelfeldspieler nach Flanke von Parmak den entscheidenden Treffer.

Zu Beginn der Partie waren die Kickers zwar das bessere Team, doch je länger das Derby vor 5100 Zuschauern dauerte, desto ausgeglichener verlief es. In der zweiten Halbzeit legten die Reutlinger einen Gang zu, die beste Chance allerdings vergab Ewald Beskid, als er in der 50. Minute aus 17 Metern nur die Latte traf. Und auch in der Schlussphase scheiterte das Team von Peter Starzmann mit zwei Kopfballchancen. „Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen“, sagte der SSV-Trainer.

Stuttgarter Nachrichten

1:0 – Kickers zeigen Reaktion

Die Stuttgarter siegen in der Fußball-Regionalliga nach turbulenten Wochen beim SSV Reutlingen

REUTLINGEN. Nach zuletzt schwachen Leistungen haben die Stuttgarter Kickers die Kurve bekommen. „Die Mannschaft wollte sich heute belohnen“, sagte der Trainer Robin Dutt gestern nach dem 1:0-(1:0-)Sieg im Regionalliga-Derby beim SSV Reutlingen.

Von Joachim Klumpp

Wiedersehen macht Freude. Oder auch nicht. Während Hans Kullen das Gazistadion der Kickers zuletzt nicht mehr betreten hat, weil seine finanziellen Angelegenheiten nicht geregelt sind, ist der Expräsident der Stuttgarter ein regelmäßiger Gast im Kreuzeichestadion des SSV Reutlingen. So auch gestern Abend beim Regionalliga-Derby, das die Kickers vor 5100 Zuschauern mit 1:0 für sich entscheiden konnten. Und nach dem zuletzt blamablen Auftritt gegen Siegen sagte der Kickers-Manager Joachim Cast: „Das war die richtige Reaktion.“

Die zeigte sich zunächst in einem taktisch diszipliniertem Auftritt der Gäste. Die entscheidende Reaktion dauerte allerdings bis kurz vor der Pause, als der Kickers-Spieler Mustafa Parmak in den Strafraum flankte, wo Manuel Hartmann völlig unbedrängt und unhaltbar für Reutlingens Torhüter Marco Langner, der nach langer Zeit mal wieder den Vorzug gegenüber dem angeschlagenen Erol Sabanov bekam, einköpfen konnte. Ausgerechnet Hartmann hatte getroffen, der nach den turbulenten vergangenen Wochen gesagt hatte: „Wir als Team müssen jetzt auch mal dem Trainer etwas zurückgeben.“

Robin Dutt also, der den Verein zum Saisonende in Richtung Freiburg verlassen wird. Sein Nachfolger Peter Zeidler saß gestern ebenso auf der Tribüne wie Hoffenheims Ralf Rangnick, um sich ein Bild von seiner künftigen Mannschaft machen zu können. Herausragende Akteure sah er dabei nicht unbedingt, dafür einen Lattentreffer durch den SSV-Stürmer Ewald Beskid (49.), womit sich bereits andeutete, dass die Gastgeber nun mehr Druck machen wollten und mussten. Der neu formierte Kickers-Sturm mit Sean Dundee und Marco Tucci dagegen verpasste es nach dem Seitenwechsel, seine Konterchancen auszuspielen, dafür konnte sich ein Marco Wildersinn in der Innenverteidigung für eine Vertragsverlängerung empfehlen. „Er hat sich auch im Training voll reingehängt“, sagte Cast. Und Wildersinns Berater Ronny Zeller fügte hinzu: „Ich denke, die Chancen stehen mindestens fünfzig zu fünfzig, dass er bleibt.“

Dagegen ist der Abgang des Zeller-Schützlings Bastian Bischoff beschlossene Sache, nachdem man sich von den Kickers wegen eines Ultimatums unter Druck gesetzt gefühlt hat. Ob die Vertragssituation den Ausschlag gab, dass er gestern nicht zum Einsatz kam? „Nein, ich war zuletzt verletzt“, sagte Bischoff, der auch beim SSV Reutlingen im Gespräch ist, „und die anderen haben einfach besser trainiert.“ Und dieses Vertrauen auch gerechtfertigt. Dutt sagte nach dem Spiel: „Die Mannschaft wollte sich heute unbedingt belohnen.“ Und den Trainer auch.

Reutlingen: Langner – Scheuring, Aybar, Kirsch, Janic (86. Urban) – Rill (72. Sajaia), Waidmann, Demirkiran (81. Weigl), Unger – Beskid, Haas.

Kickers: Yelldell – Härter, Parmak, Wildersinn, Stierle – Benda, Weller (72. Kanitz), Gambo (79. Kanyuk), Hartmann – Dundee (67. Yildiz), Tucci.

Schiedsrichter: Palilla (Spaichingen).

Tor: 0:1 Hartmann (45.).

Stuttgarter Zeitung

Reutlingen – Stuttgart 0:1 – Starzmann trotz Niederlage guten Mutes: »Wenn wir so beherzt spielen, mache ich mir keine Sorgen.« Hartmann trifft kurz vor der Pause per Kopf

Ein Tor aus dem Nichts

VON MANFRED KRETSCHMER

REUTLINGEN. Einmal ist immer das erste Mal. »Ich habe mit Reutlingen noch nie ein Freitagsspiel verloren, das soll so bleiben«, sagte SSV-Trainer Peter Starzmann vor der Partie. 90 Spielminuten später war diese Serie gerissen. Vor der stattlichen Kulisse von 5 100 Zuschauern im Kreuzeiche-Stadion zogen die Nullfünfer im Fußball-Regionalliga-Derby gegen die Stuttgarter Kickers mit 0:1 (0:1) den Kürzeren. »Wir brauchen noch einige Punkte«, weiß Starzmann, dass der Klassenverbleib noch nicht in trockenen Tüchern ist, fügte aber kämpferisch hinzu: »Wenn wir so beherzt weiter spielen, mache ich mir keine Sorgen.«

Das Gegentor durften die Reutlinger aus mehreren Gründen in die Kategorie »unnötig und ärgerlich« einordnen. In der 45. Minute war’s – der Unparteiische schickte danach die Teams in die Pause -, als Manuel Hartmann nach einer Flanke von Mustafa Parmak per Kopfball traf. Unnötig war dieser Treffer, weil Parmak nicht energisch gestört wurde und Hartmann völlig frei zum Kopfball kam.

Ärgerlich war dieses Tor, weil wenige Augenblicke zuvor Schiedsrichter Giuseppe Palilla auf Freistoß für den SSV hätte entscheiden müssen. Ünal Demirkiran wurde in der Hälfte der Kickers freistoß-würdig attackiert, Palilla sah’s jedoch anders und ließ weiterspielen. Ärgerlich war dieser Treffer auch deshalb, weil es die erste klare Gelegenheit in dieser Partie überhaupt war. Reutlingens Abwehrrecke Ilker Aybar formulierte: »Es war ein Tor aus dem Nichts.«

Beskid bester Mann auf dem Platz

»Das war beeindruckend, wie sich unser Team nach der letzten schweren Woche präsentiert hat«, freute sich Kickers-Manager Joachim Cast über den ersten »Dreier« nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen. »Die Jungs haben ihr Herz in beide Hände genommen«, lobte der ehemalige Reutlinger Abwehrspieler. Stuttgarts Trainer Robin Dutt schlug in die gleiche Kerbe: »Man hat unseren Spielern angemerkt, dass sie etwas gutmachen wollten.«

In den ersten 20 Minuten traten die »Blauen« als die reifere und spielerisch stärkere Elf auf. Eine klare Einschussmöglichkeit hatten die Gäste allerdings nicht. Der SSV nahm Mitte der ersten Hälfte das Zepter in die Hand, Chancen sprangen jedoch ebenfalls keine heraus. Torgefahr kam nur einmal auf, als Markus Unger nach einem Zuspiel von Ewald Beskid zu lange zögerte und sich im Strafraum abdrängen ließ. Taktik war Trumpf in Durchgang eins, das Motto hieß auf beiden Seiten: Sicherheit zuerst. Im zweiten Spielabschnitt wurde es richtig bunt. Der ohne Oliver Otto (Wadenverletzung) angetretene SSV machte mächtig Dampf, zeigte sich enorm laufund kampfstark und zog einen Einbahnstraßenverkehr in Richtung Gäste-Gehäuse auf. Großes Pech hatte Beskid in der 50. Minute, als sein 16-Meter-Linksschuss an die Querlatte klatschte. Apropos Beskid: Der quirlige Angreifer, der zuletzt in Pirmasens krankheitsbedingt fehlte, war der beste Mann auf dem Platz und brachte die Kickers-Hintermannschaft immer wieder in Schwierigkeiten. Erst in der Endphase verließen den Ex- Freiburger die Kräfte.

In den Schlussminuten ließ Starzmann Harakiri spielen, warf Aybar in den Angriff und ließ mit Mann und Maus stürmen. Diese Maßnahme hätte beinahe in der dritten Nachspielminute Früchte getragen. Aber nur beinahe. Urban setzte fünf Meter vor dem Kasten völlig frei zum Kopfball-Torpedo an, doch David Yelldell war auf dem Posten. Es blieb beim 0:1. Am Freitag, dem 13., riss Starzmanns Serie. (GEA)

Reutlinger General-Anzeiger

Ein Herz für die Kickers

Mit dem Pausenpfiff kommt das Gegentor: SSV Reutlingen verliert Fußball-Regionalliga-Derby 0:1

REUTLINGEN (tzu). Fußball-Regionalligist SSV Reutlingen tritt weiter auf der Stelle: Gestern hat der SSV vor 5100 Zuschauern zuhause das Derby gegen die Stuttgarter Kickers mit 0:1 (0:1) verloren.

Als der Spaichinger Schiedsrichter Giuseppe Palilla abpfiff, fasste sich der bereits ausgewechselte Sean Dundee an die Brust und schlug mit der flachen Hand zweimal drauf: Herzflattern mit anschließender Erlösung stellte der Ex-Nationalspieler von den Stuttgarter Kickers szenisch dar. Gerade eben hatte der kurz zuvor eingewechselte Michael Urban die Riesenchance zum Ausgleich vergeben, als er einen Kopfball im Fünfmeterraum in die Arme von Stuttgarts Torhüter David Yelldell geköpft hatte. „Den hätte ich reinköpfen müssen oder annehmen, und den Torwart fragen, wo er ihn hin haben möchte“, sagte der Tübinger selbstkritisch.

Kickers-Manager Joachim Cast, der die letzten Minute stehend, brüllend und zeternd auf der Trainerbank verbracht hatte, war froh über Urbans Malheur und den 1:0-Sieg. „Die Mannschaft hat Herz gezeigt, sich als Team präsentiert“, sagt Cast, „das war beeindruckend.“

Forsch und wenig zimperlich gingen die Kickers in den Anfangsminuten zur Sache. Reutlingen stand sehr tief und spielte diszipliniert, nur Ünal Demirkiran versuchte ab und an, aber erfolglos, mit Tempodribblings oder Steilpässen Offensivakzente zu setzen. Da sich die Stuttgarter auch pedantisch bemühten, sich nicht aus ihrem taktischen Korsett zu befreien, erlebten die Torhüter – beim SSV stand wieder Marco Langner für den angeschlagenen Erol Sabanov im Tor – eine angenehme erste Hälfte.

Und doch passierte es: „Überraschend für alle“, wie der zuschauende Ex-Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick sagte (siehe auch den „Anpfiff“). Demirkiran wurde nach einem Dribbling unsanft gestoppt, Palilla ließ weiterlaufen, Stuttgarts Mustafa Parmak flankte von der rechten Seite auf den freistehenden Manuel Hartmann, der zur Kickers-Führung einköpfte und den ganzen Tross auf der Ersatzbank umarmte. Und gar nicht mehr zurück auf den Platz musste, denn Palilla pfiff sofort zur Halbzeit. „Wir gehen zu zögernd auf den Flankengeber drauf“, kritisierte SSV-Innenverteidiger Ilker Aybar, „und in der Mitte sind wir dann in Unterzahl.“ Reutlingens Trainer Peter Starzmann ärgerte vielmehr, dass Referee Palilla die Aktion gegen Demirkiran nicht geahndet hatte: „Ein klares Foul. Wenn er das pfeift, gehen wir mit 0:0 in die Pause.“

Die 5100Zuschauer hatten nach dem Gegentor aber mehr Unterhaltung: Der SSV machte danach Druck, traute sich mehr nach vorne, das Spiel wurde lebhafter. Ewald Beskid zog nach feiner Einzelaktion (49.) ab – Latte. Nach Querpass von Sasa Janic (51.) verpasst Christian Haas nur knapp. Doch an den zähen und zweikampfstarken Kickers-Innenverteidiger Jens Härter und Marco Wildersinn, die schon nach einer halben Stunde jeweils Gelb gesehen hatten, kamen die Reutlinger selten vorbei. „Wir haben Torchancen im Rahmen des Normalen zugelassen“, sagte Stuttgarts Trainer Robin Dutt.

Peter Starzmann probierte gegen Ende noch einmal alles, wechselte den technisch versierten Mikheil Sajaia für den Angriff ein, brachte in Urban noch einen kopfballstarken Spieler. Was ja fast noch belohnt worden wäre. „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen“, sagte Starzmann. SSV-Torhüter Marco Langner stapfte enttäuscht vom Platz, „weil wir heute die bessere Mannschaft waren“. Kickers-Coach Robin Dutt befand, dass bei seinem Team „das Herz an der richtigen Stelle war“. Nämlich dort, wo Sean Dundee mit der Hand drauf zeigte.

SSV Reutlingen: Langner – Scheuring, Aybar, Kirsch, Janic (85. Urban) – Rill (73. Sajaia), Waidmann, Demirkiran (80. Weigl), Unger – Haas, Beskid.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Parmak, Hartmann, Gambo (79. Kanyuk), Weller (73. Kanitz) – Dundee (64. Yildiz), Tucci.

Schwäbisches Tageblatt

SSV-I: Engagierter SSV wird nicht belohnt

Vor 5.100 Zuschauern unterlagen die Nullfünfer den Stuttgarter Kickers mit 0:1. Während Reutlingens Ewald Beskid nur die Latte traf, erzielte Manuel Hartmann den Siegtreffer für die Gäste. Ein glücklicher Sieg für die Stuttgarter Kickers.

[Alexander Thomys] – Nach der knappen 0:1-Heimniederlage der Nullfünfer bewerteten die Trainer das Geschehen auf dem Platz doch recht unterschiedlich. Während Kickers-Trainer Robin Dutt von einem „verdienten Sieg“ für sein Team sprach, sah SSV-Coach Peter Starzmann das ganze doch etwas anders. „Ein Unentschieden wäre aufgrund der zweiten Halbzeit auf jeden Fall verdient gewesen“, urteilte der Reutlinger Übungsleiter.

Die ersten Minuten des Derbys – das stattliche 5 100 Zuschauer sehen wollten – gehörten allerdings den Kickers. Die „Blauen“ begannen konzentrierter und kamen schon in der Anfangsphase zu drei Eckbällen. Doch die Reutlinger fanden im Anschluss besser ins Spiel, es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, die allerdings deutlich taktisch geprägt war. So sahen die Zuschauer nur wenige Strafraumszenen. Ärgerlich vor allem, dass die Reutlinger nicht aus der harten Gangart der Gäste Kapital schlagen konnten. Zahlreiche Freistöße nach Foulspielen der Kickers blieben ungenutzt. Dies kritisierte auch Trainer Starzmann: „Ünal Demirkiran wirkte bei den Standards im ersten Durchgang unglücklich.“

Kurz vor der Pause dann der Schock: Der Pfiff nach einem Foul an Demirkiran blieb aus, die Stuttgarter spielten zügig nach vorne und konnten ungestört flanken. Im Zentrum stand Manuel Hartmann völlig frei und köpfte zum 0:1 in die Maschen. „Da haben wir zu wenig Druck entwickelt und standen in der Abwehr zu unorganisiert“, erklärte SSV-Innenverteidiger Ilker Aybar. Und SSV-Torhüter Marco Langner – für den verletzten Erol Sabanov erstmals seit dem Darmstadt-Spiel wieder in der Startelf – ergänzte: „Wir müssen denen im Mittelfeld schon auf die Füße treten.“ Direkt im Anschluss an den Führungstreffer der Kickers pfiff Schiedsrichter Palilla aus Spaichingen die erste Halbzeit ab.

Beskid trifft die Latte

Im zweiten Durchgang dann ein völlig anderes Bild: Die SSVler drängten die Kickers-Elf in die Defensive und belagerten den Strafraum der „Blauen“ förmlich. Allerdings blieben zahlreiche gute Torchancen ungenutzt. Ewald Beskid traf aus aussichtsreicher Position kurz nach der Pause nur die Latte, nach einer Flanke von Sasa Janic flogen Manuel Waidmann, Andreas Rill und Christian Haas am Ball vorbei. Zu oft allerdings blieben Freistöße und Schusschancen ungenutzt – die SSVler verrannten sich teilweise im Strafraum der Gäste.

Das Bemühen konnte man niemanden im SSV-Dress absprechen, allerdings war die Chancenauswertung an diesem Tag indiskutabel. In der Schlussphase kamen die Kickers zu einigen Konterchancen, als die Kreuzeiche-Kicker am Ende „Harakiri“ (Starzmann) gespielt haben. Abwehrrecke Ilker Aybar rückte ins Sturmzentrum, zudem kam mit Michael Urban ein Kopfballstarker Akteur aufs Feld. Und dieser hatte auch die letzte große Ausgleichschance: Urban köpfte Sekunden vor dem Abpfiff frei aus kurzer Distanz direkt auf Kickers-Keeper Yelldell. So blieb es am Ende bei der 0:1-Niederlage der Nullfünfer – im SSV-Lager war man zwar aufgrund der Energieleistung im zweiten Durchgang versöhnt, aber auch enttäuscht. „Wir haben verdient gewonnen“, erklärte Kickers-Trainer Dutt. Die Chancenauswertung gab ihm an diesem Freitag-Abend Recht.

Stimmen zum Spiel

Peter Starzmann (SSV-Trainer): „Am Ende haben wir heute alles riskiert, Aybar rückte in den Sturm und wir hatten alle Kopfballspieler auf dem Platz. Urban hat die Topchance kurz vor Schluss, vielleicht hätte er den Ball auch annehmen und platzierter schießen können. Die Kickers kamen in der Schlussphase nochmals auf, als wir alles nach vorne warfen und viel riskierten. Leider hat es heute nicht gereicht, aber ich kann aufgrund der kämpferischen Leistung niemandem einen Vorwurf machen. Wir müssen zwar noch einige Punkte holen, aber wenn wir mit soviel Herzblut spielen wie heute im zweiten Durchgang, dann ist mir nicht bange. Bemerkenswert ist auch der 2:1-Sieg von Pirmasens bei den Bayern-Amateuren. Da sieht man mal wieviel die Profis ausmachen können.“ (Anmerkung der Redaktion: Die Bayern-Profis Ottl und Lell sah man am Mittwoch bereits in der Championsleague)

Robin Dutt (Trainer SVK): „Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden, später war das Spiel sehr ausgeglichen. Das Tor hätte zu keinem besseren Zeitpunkt fallen können. Im zweiten Durchgang haben wir sehr diszipliniert gespielt und das nötige Herzblut gezeigt. Christian Haas – vor dem wir sehr viel Respekt haben – hatten wir glücklicher Weise sehr gut im Griff. Wir haben dem Druck standgehalten und daher verdient gewonnen.“

Ilker Abybar (SSV Reutlingen): „Als sich die Kickers hinten rein gestellt haben war es für uns natürlich sehr schwierig, zum Torerfolg zu kommen. Trotzdem hatten wir gute Chancen und hätten uns einen Punkt verdient. Wir wissen, dass nach Unten noch alles möglich ist und müssen bald wieder zu einem Erfolg kommen. Wir dürfen nicht noch Hinten rein fallen.“

Harald Prinz (SSV-Manager): „Das war ein blödes Gegentor vor der Pause und eine sehr bittere Niederlage. Trotzdem konnten wir nicht an die Leistung aus dem Siegen-Spiel anknüpfen, die Kickers waren einfach cleverer als wir. Positiv war, dass uns heute 5100 Anhänger unterstützt haben, ich hoffe, dass unsere Fans auch in den letzten Heimspielen so zahlreich erscheinen.“

Statistik zum Spiel

SSV Reutlingen 05:
Langner – Kirsch, Aybar, Scheuring – Waidmann, Unger, Rill (72. Sajaia), Janic (87. Urban) – Haas, Beskid, Demirkiran (81. Weigl)

Stuttgarter Kickers:
Yelldell, Stierle, Tucci – Härter, Wildersinn, Hartmann – Benda, Parmak, Weller (72. Kanitz), Gambo (79. Kanyuk) – Dundee (66. Yildiz)

Schiedsrichter:
Giuseppe Palilla (Spaichingen)

Assistenten:
Michael Emmer
Eduard Beitinger

Tore:
0:1 Manuel Hartmann (45.)

Gelbe Karten:
Jens Härter (29.)
Marco Wildersinn (32.)
Manuel Waidmann (58.)
Oliver Stierle (61.)

SSV-News.de (auch mit Bildern zum Spiel)