Presse zu Wacker Burghausen – Stuttgarter Kickers (1:2)

Aalen kann kommen
Die Kickers gewinnen in Burghausen – und fiebern dem Duell mit dem Tabellenzweiten entgegen
 
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga zum Befreiungsschlag ausgeholt. „Ich hoffe, dass das neue Euphorie entfacht“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum nach dem 2:1-Sieg beim Zweitligaabsteiger Wacker Burghausen.

Von Joachim Klumpp

Es geht also auch ohne Präsident, und ohne Manager. Die beiden Cheffunktionäre der Stuttgarter Kickers waren am Wochenende verhindert. Halb privat, halb beruflich. Der Spielleiter Uli Probst fungierte deshalb bei der Auswärtssfahrt in Burghausen quasi als Delegationsleiter – und darf wiederkommen. Denn das 2:1 war nicht nur der erste Auswärtssieg seit fast genau sieben Monaten, er bringt die Kickers auch ganz nah an den zehnten Platz und die Qualifikation für die dritte Liga heran, das erklärte Saisonziel des Traditionsvereins. „Ich denke, das Ergebnis geht in Ordnung“, sagte der Trainer Stefan Minkwitz, „Burghausen hatte zwar mehr Spielanteile, aber wir hatten die klareren Chancen.“ Zwei davon nutzten erst Bashiru Gambo nach einem Eckball („Standards haben wir die ganze Woche geübt“, so der Trainer) und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich Marco Tucci, der wie schon gegen Oggersheim seine Jokerqualitäten bewies.

Das größte Kompliment gab es am Ende ausgerechnet vom Gegner, Burghausens Trainer und Exprofi Peter Assion, der sagte: „Die Kickers waren der bisher beste Gegner, seit ich die Aufgabe als Trainer übernommen habe – besser als Reutlingen, Frankfurt oder Unterhaching. Sie sind aufgetreten wie eine Spitzenmannschaft.“ Das sind die Kickers auch – zumindest in der Tabelle des Jahres 2008, in der sie den fünften Platz belegen, punktgleich mit dem VfR Aalen.

Das Stichwort: denn am nächsten Samstag kommt es im Gazi-Stadion zum Duell mit dem Aufstiegsanwärter von der Ostalb. Und zum langersehnten Topspiel. Eigentlich soll die Erfolgsserie der Kickers – sechs Spiele ohne Niederlage – Ruhe ins Umfeld des Vereins bringen. „Ich hoffe aber auch, dass das Ergebnis eine Euphorie entfacht“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum, der sich auch auf eine Zuschauerzahl festlegt: 5000 sollten es schon sein. „Ich denke, das ist realistisch, wenn es nachher noch ein paar mehr werden, ist es auch recht.“ Denn das Geld können die Kickers bekanntlich genauso gut brauchen wie die Punkte. Der Trainer Stefan Minkwitz, der die Mannschaft heute früh wieder um sich versammelt, sieht das Spiel gelassen: „Gegen Aalen sind wir nicht der Favorit, das ist psychologisch gesehen immer etwas einfacher.“

Während die Mannschaft gestern freibekam, flog der Manager Joachim Cast aus Berlin zurück, wo am Wochenende am Rande des Pokalfinales der Regionalligaausschuss tagte, dem Cast und auch Helmar Müller vom VfB angehören. Dabei ging es um mögliche Mehreinnahmen aus den geplanten Pokalrechten für Premiere (die Rede ist von 30 Millionen Euro), die auch der dritten Liga zugutekommen sollen. „Es gibt positive Signale vom DFB, mehr kann ich im Moment nicht sagen“, erklärt Cast.

So gesehen hat der Manager am Samstag zwar nicht den Kickers direkt geholfen, aber der Liga, der die Stuttgarter künftig angehören wollen. „Wir haben konkret immer nur für die dritte Liga geplant“, sagt Eichelbaum. „Und ich hoffe, dass der Notplan für die vierte Liga in der Schublade bleiben kann.“

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak (86. Steinle), Rosen, Gambo (83. Yildiz), Cerci – Kacani (46. Tucci), Vaccaro.

Tore: 0:1 Gambo (48.), 1:1 Galuschka (73.), 1:2 Tucci (84.)

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Platz zehn in Reichweite
Trainer Minkwitz genießt Sieg über Burghausen, warnt aber vor Zufriedenheit
 
Stuttgart – Die Frühjahrsoffensive der Stuttgarter Kickers ist nicht zu stoppen: Der Fußball-Regionalligist siegte am Samstag bei Wacker Burghausen mit 2:1 (0:0) und hat nur noch einen Zähler Rückstand auf Platz zehn. Trotz sechs Spielen ohne Niederlage bleibt Trainer Stefan Minkwitz vorsichtig.

VON JÜRGEN KEMMNER

Strahlende Frühlingssonne, ein verführerisch gedeckter Frühstückstisch – der Sonntag begann für Stefan Minkwitz wie ein Morgen im Garten Eden. Der Kickers-Trainer genoss den Augenblick, und die Gedanken ans Spiel in Burghausen steigerten den Wohlfühl-Faktor zusätzlich. Die Blauen hatten 2:1 gewonnen, es war die sechste Partie in Folge ohne Niederlage. Der zehnte Platz, das Ufer für die Qualifikation zur dritten Liga, ist wieder in Reichweite. „Die Spieler und ich, wir können diesen Tag richtig genießen“, sagte Minkwitz, „das Team hat die richtige Reaktion auf das schwache Auftreten gegen Oggersheim gegeben.“

In Burghausen versteckten sich die Kickers nicht. Sie erspielten sich vorn einige Chancen und standen hinten (fast) jederzeit sicher. Das gesteigerte Selbstvertrauen wurde besonders nach dem Ausgleich offenkundig. Es regierte nicht die Angst vor einer Niederlage und löste das große Nervenflattern aus, sondern der Glaube an den Erfolg ermöglichte den Siegtreffer. „Die Mannschaft glaubt wieder an sich“, freute sich Präsident Dirk Eichelbaum. Wie schon gegen Oggersheim lieferte Marco Tucci das entscheidende Tor, der Joker war in der Pause für den wenig agilen Sokol Kacani gekommen. „Da hat der Trainer wieder mal das richtige Händchen bewiesen“, flachste Minkwitz und ergänzte ernsthaft: „Er hatte diese längere Bewährungsprobe verdient.“

Dem Coach war jedoch nicht entgangen, dass Tucci zuvor zwei Hochkaräter versiebt hatte. Wobei Minkwitz bei den weniger erfreulichen Begleitumständen des Siegs angekommen war. Im Sturm fehlte die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, sonst hätte es 2:0 oder gar 3:0 stehen können. Immerhin bestrafte Burghausen diese Schwäche nicht. Und beim Gegentor, als Markus Mann an der Auslinie behandelt wurde, stimmte die Zuordnung nicht. „Es war nicht alles gut, da machen wir uns nichts vor“, sagte Minkwitz, „heute dürfen sich die Spieler ausruhen, am Montag wird in der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Aalen am Samstag wieder hart gearbeitet.“ Und vielleicht beginnt der darauffolgende Sonntag für den Kickers-Trainer ja ebenso wie der gestrige.

Stuttgarter Nachrichten

Aufholjagd fortgesetzt
 
Stuttgarter Kickers gewinnen in Burghausen mit 2:1
 
Stuttgart (bw) – Mit einem verdienten 2:1 (0:0)-Auswärtssieg bei Wacker Burghausen haben die Stuttgarter Kickers ihre Aufholjagd in der Fußball-Regionalliga fortgesetzt. Jetzt sind sie von den Qualifikationsrängen für die neue dritte Liga nur noch einen Punkt entfernt.

Nach dem schwachen Auftritt (1:0) gegen Schlusslicht FSV Ludwigshafen-Oggersheim ist der Einsatzwille bei den geläuterten „Blauen“ zurück. „Die Spieler haben die richtige Reaktion auf den Mist gezeigt, den sie damals abgeliefert haben“, sagte Trainer Stefan Minkwitz, der nach dem Sieg in Burghausen „sehr zufrieden“ mit der Mannschaft war. Sowohl taktisch als auch von der Disziplin her habe die Einstellung wieder „hundertprozentig“ gestimmt, freute sich der Coach und hatte diesmal lediglich an der Chancenverwertung etwas auszusetzen.Die wiedergenesenen Oliver Stierle und Alexander Rosen waren ins Team zurückgekehrt, das bei den Oberbayern nach 20 Minuten das Heft in die Hand nahm. Vor 2850 Zuschauern erzielte Bashiru Gambo per Kopf (48.) nach einem Eckball von Mustafa Parmak die Stuttgarter Führung. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Florian Galuschka (73.) just in der Zeit, als Kickers-Verteidiger Marcus Mann an der Seitenlinie eine Risswunde an der Nase behandeln ließ und damit in der Viererabwehrkette fehlte. „Das war besonders bitter“, ärgerte sich Minkwitz. Doch dann folgte wieder eine starke kämpferische Phase der Gäste und – wie schon zuletzt gegen Oggersheim – der Auftritt des Jokers Marco Tucci. Der für Sokol Kacani zur Pause eingewechselte Stürmer erzielte den 2:1-Endstand (84.).Damit sind die Kickers nun schon seit sechs Spielen ungeschlagen, haben in diesen Partien 14 Punkte gesammelt und sich Stück für Stück der dritten Liga genähert. „Meinetwegen braucht diese Serie bis zum Saisonende überhaupt nicht mehr zu reißen“, hofft Minkwitz. Eine andere ist schon gerissen: Der Sieg war der erste Auswärtsdreier seit fast genau sieben Monaten. Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Stierle, Mann, Rapp – Parmak (87. Steinle), Rosen, Gambo (83. Yildiz), Cerci – Kacani (46. Tucci), Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Burghausen verliert 1:2: «Willkommen im Abstiegskampf»
 
«Wir wollen eine Siegesserie starten», hatte Wacker Burghausens Roland Bonimeier & Co.
 
verloren am Samstag vor 2850 Zuschauern gegen clevere Gäste in einer temporeichen Partie mit 1:2 und müssen sich jetzt ernsthafte Sorgen um die Qualifikation für die 3. Liga machen – der Vorsprung auf den Tabellenelften Jahn Regensburg ist auf einen Punkt zusammengeschmolzen.

«Wir haben nach dem guten Spielbeginn das Heft aus der Hand gegeben. Die Kickers waren der bisher beste Gegner, seitdem ich die Aufgabe als Trainer übernommen habe – besser als Reutlingen, Frankfurt oder Unterhaching. Sie sind aufgetreten wie eine Spitzenmannschaft und haben heute auch verdient gewonnen», musste Assion nach den 90 Minuten gestehen.

Fehlendes Glück im Abschluss und eine nicht immer sattelfeste Abwehr waren die Gründe für die siebte Saisonniederlage der Wacker-Elf. In der Defensive machte sich vor allem das Fehlen von Björn Hertl bemerkbar, der der Abwehr in den vergangenen Wochen viel Stabilität verliehen hat. Für den gesperrten Kapitän rückte Markus Palionis in das Zentrum der Viererkette – gleichwertig ersetzen konnte er Hertl aber nicht. Im Mittelfeld schenkte Assion Sebastian Mitterhuber das Vertrauen, für den 20-Jährigen musste Ronald Schmidt auf der Bank Platz nehmen.

Gestärkt durch den guten Auftritt in Unterhaching (1:1) legten die Burghausener von Beginn an den Vorwärtsgang ein. Schon nach vier Minuten tauchte Christoph Teinert gefährlich vor dem Tor der Gäste auf, scheiterte aber im Duell mit Kickers-Keeper David Yelldell.

Die Stuttgarter versteckten sich aber keineswegs, spielten munter mit und versuchten über schnell vorgetragene Konter zum Erfolg zu kommen. So musste Roland Bonimeier in der zehnten Minute für seinen geschlagenen Tormann auf der Linie retten. Eine sehenswerte Kombination ging der nächsten Gäste-Chance voraus. Vaccaro stand nach einem feinen Doppelpass plötzlich frei vor Manuel Riemann – der Wacker-Keeper behielt die Nerven und klärte mit einem tollen Reflex zur Ecke (30.). Die letzte Möglichkeit in einer unterhaltsamen ersten Hälfte fand Roland Bonimeier vor: Sein Schuss aus 35 Metern ging knapp neben das Tor.

Die kalte Dusche für die Gastgeber erfolgte kurz nach der Halbzeit. Und wieder, wie schon in den vergangenen Partien gegen Unterhaching und Frankfurt, fiel der Gegentreffer nach einer Standardsituation. Der Ex-Dortmunder Bashiro Gambo schraubte sich bei einem Freistoß am höchsten und versenkte den Ball aus kurzer Distanz im Netz – 0:1 (48.). Die Wacker-Elf wirkte nach dem Gegentreffer geschockt und es dauerte bis zur 73. Minute, ehe sie wieder gefährlich vors Kickers-Tor kam: Der eingewechselte Florian Galuschka sorgte mit seinem Kopfballtor für den Ausgleich (73.). Nur zehn Minuten später klingelte es erneut im Burghausener Kasten. Joker Marco Tucci verwertete den Abpraller nach Schuss von Vaccaro – 2:1 für die Gäste, die den Vorsprung anschließend clever über die Zeit schaukelten.

«Das war das schlechteste Spiel unter meiner Regie», ärgerte sich Assion und fügte hinzu: «Jetzt müssen wir mit aller Macht um die 3. Liga kämpfen.» Etwas drastischer drückte es Abwehrspieler Markus Palionis aus: «Ein Kickers-Spieler hat nach dem Schlusspfiff zu mir gesagt: ,Willkommen im Abstiegskampf‘ – und genauso sieht’s aus.» sam
 
Oberbayrisches Volksblatt

Wichtiger Sieg in Burghausen!

Die Stuttgarter Kickers kommen dem Ziel 3. Bundesliga immer näher. Beim SV Wacker Burghausen gewinnen die Blauen mit 2:1. Bashirou Gambo brachte die Kickers nach einer Ecke per Kopfball kurz nach der Pause in Führung.

Währen Markus Mann verletzt am Spielfeld behandelt wurde, erzielte Galuschka in der 73. Minute den Ausgleichstreffer für die Gastgeber. Doch der Joker traf wieder. Der eingewechslete Marko Tucci erzielte in der 84. Spielminute den Siegtreffer für die Blauen. Damit sind die Stuttgarter Kickers nur noch ein Punkt von Platz zehn entfernt. Am kommenden Samstag treffen die Blauen auf den VfR Aalen. Da Reutlingen in Unterhaching antreten muss, winkt bei einem Sieg Platz Zehn! Wir packen das! Auf die Blaue!

Kickers: Freude über Rosens Rückkehr

Mit Elan nach Burghausen

Stuttgart (jük) – Fünf Spiele ohne Niederlage – die Fußball-Profis der Stuttgarter Kickers wollen ihre Serie an diesem Samstag im Regionalliga-Spiel bei Wacker Burghausen (Anpfiff 14 Uhr) ausbauen. „Das nötige Selbstvertrauen ist da“, sagt Trainer Stefan Minkwitz, „es weiß auch jeder, dass eine Leistung wie gegen Oggersheim in Burghausen nicht ausreicht, um drei Punkte zu holen.“ Die Rückkehr von Alexander Rosen stimmt den Coach zuversichtlich, dass die Blauen munterer als gegen Schlusslicht Oggersheim auftreten – der 29-Jährige habe großen Anteil an den jüngsten Erfolgen, weil er das Team führt und Ruhe am Ball ausstrahlt. Ob der ebenfalls wiedergenesene Oliver Stierle von Beginn an ran darf, will Minkwitz erst am Spieltag entscheiden. Derweil warnte Wacker-Trainer Peter Assion seine Mannschaft vor der Torgefährlichkeit des Angelo Vaccaro. „Wir müssen uns vor Kontern in Acht nehmen und vor allem Vaccaro ist brandgefährlich“, sagte Assion. Minkwitz nimmt“s schmunzelnd zur Kenntnis. „Auch Sokol Kacani und Mustafa Parmak können Tore schießen“, sagt er.

Stuttgarter Nachrichten

Umfrage: Blaues Wunder?

Der Countdown für die eingleisige Dritte Liga läuft auf vollen Touren: „Acht Runden – acht Tickets“ lautet derzeit das Motto in der Regionalliga-Süd. In Lauerstellung liegen die Stuttgarter Kickers, die sich nach einer längeren Durststrecke durch eine Erfolgsserie vom Tabellenkeller auf Platz 13 vorgerobbt haben. Nur drei Punkte, sprich ein Sieg, trennen die „Blauen“ vom Platz an der Sonne, den zur Zeit Jahn Regensburg belegt.Die Krux an der Sache ist, dass sich noch zehn Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf einen der vier unteren Qualifikationsplätze machen können. Die Plätze drei bis sechs sind bereits so gut wie vergeben. Der FSV Frankfurt, Aalen und Sandhausen mischen sogar noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit und Unterhaching hat ein sattes Fünf-Punkte-Polster vor Burghausen. Es wird also noch ein heißer Tanz in der Fußball-Regionalliga. Werden wir ein „blaues Wunder“ erleben?

Man mag es sich gar nicht vorstellen, wenn die Kickers den bitteren Gang in die Viertklassigkeit antreten müssten. Es wäre wohl das Ende des Traditionsclubs, der einst in der 1. Bundesliga und im DFB-Pokal für Furore gesorgt hat. „Believe in Blue“ heißt der Slogan der jüngsten Werbekampagne, mit dem man sich auf der Waldau Mut macht. Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum hat anscheinend kein Vertrauen in die Kampagne und verfällt auf die kuriose Idee, den Papst ins Gazi-Stadion einzuladen.

Mit kirchlichem Segen von höchster Stelle in die Dritte Liga – ein Werbegag, der mehr Hohn und Spott als Begeisterung in den Reihen der Fans erntete. Und noch ein Bock schoss der Kickers-Präsident Anfang der Woche. Das Sportamt hätte angekündigt, dass die Kickers im Falle eines Abstiegs sich nach einer „alternativen Spielstätte“ umschauen müssten. Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann blieb fast das Frühstücksbrötchen im Hals stecken, als sie Eichelbaums Behauptung in der Tageszeitung las. Das Stadion werde, so Eisenmann, wie geplant in der 1. Stufe für 250.000 Euro saniert, so dass die Kickers – gleich ob Dritte oder Vierte Liga – und die zweite Mannschaft des VfB in der nächsten Saison dort spielen können.

Bleibt zu hoffen, dass das „Himmelfahrtskommando“ ausbleibt und die Kickers am letzten Spieltag in Elversberg (31. Mai) die letzten Punkte für den Sprung in die Dritte Liga unter Dach und Fach bringen. Dann haben sie auch nach der großen, fünf Millionen Euro teuren, zweiten Sanierungsstufe in der Saison 2009/2010 ein Bleiberecht.

Helmut Winkler

Stuttgarter Wochenblatt – Link zur Umfrage

Vorberichte Wacker Burghausen – Stuttgarter Kickers

Fußball-Regionalliga, 27. Spieltag

STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers müssen ohne ihren Manager auskommen. Doch keine Sorge, Joachim Cast ist nicht kurzfristig zurückgetreten, sondern er fliegt am Wochenende nach Berlin zu einer Sitzung des Regionalliga-Ausschusses, dem er angehört. „Das sind eben übergeordnete Interessen“, sagt Cast, der sich aber telefonisch über den Spielstand in Burghausen auf dem Laufenden halten wird. Beim Zweitliga-Absteiger wollen die Kickers morgen (14 Uhr) ihre Serie von fünf Spielen ohne Niederlage ausbauen. Der Trainer Stefan Minkwitz kann nahezu aus dem Vollen schöpfen, sieht man einmal davon ab, dass Franco Petruso nach seiner Roten Karte gegen Oggersheim für drei Spiele (auch in der Oberliga) gesperrt wurde. Alex Rosen dürfte wieder in das Team kommen, und in der Abwehr könnte es neben den gesetzten Benedikt Deigendesch und Marcus Mann Änderungen geben. „Das lassen wir noch auf uns zukommen“, sagt Minkwitz, der sich mit dem Kader schon heute auf den Weg macht.

Stuttgarter Zeitung

Einsicht nach der Strafpredigt
 
Stuttgart (bw) – Fünf Spiele, elf Punkte – darunter drei, über die man bei den Stuttgarter Kickers lieber nicht spricht. Aber morgen (14 Uhr) will der Fußball-Regionalligist in der Auswärtspartie bei Wacker Burghausen ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt gegen den FSV Ludwigshafen-Oggersheim. (…)

„Wir dürfen überhaupt keinen Gegner unterschätzen“, macht Kickers-Trainer Stefan Minkwitz noch einmal vor den finalen acht Partien im Endspurt um Tabellenplatz zehn deutlich. „Man sieht ja, was passiert, wenn man mit der falschen Einstellung ins Spiel geht“, sagt der Coach mit Blick auf das blamable 1:0 am vergangenen Spieltag gegen das Schlusslicht aus der Pfalz. Anfang der Woche folgten die angekündigten Einzelgespräche. „Die Spieler haben sich einsichtig gezeigt und ich gehe davon aus, dass das ein einmaliger Ausrutscher war“, so Minkwitz. Nichtsdestotrotz gab es auch für diesen Sieg drei Punkte, mit denen die Qualifikationsränge für die dritte Liga wieder in Reichweite gerückt sind. Drei Zähler beträgt der Abstand momentan. „Aber auf uns wartet noch ein hartes Programm“, warnt der Coach. Für das Spiel beim Tabellensiebten in Burghausen steht Alexander Rosen nach seiner Oberschenkelzerrung wieder zur Verfügung. Auch Oliver Stierle (Wadenverletzung) meldete sich fit, wird aber wegen seines Trainingsrückstands wohl noch nicht über 90 Minuten zum Einsatz kommen.

So wollen sie spielen: Yelldell – Deigendesch, Wildersinn, Mann, Rapp – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 19.04.2008 14:00
Stadion: Wacker-Arena

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Assistenten: Rohde (Rostock), Klatte (Wildau)

Wacker Burghausen: Palionis ersetzt wohl den gesperrten Hertl in der Innenverteidigung. Auf der linken Seite hat Mitterhuber die besten Karten.

Stuttgarter Kickers: Rosen ist wieder fit, Stierle hat noch Trainingsrückstand. In der Abwehr könnten auch Wildersinn oder Steinle zum Zug kommen.

Aufstellung

Wacker Burghausen
Riemann – Lastovka, Palionis, Rosin, Satilmis – Bonimeier – Solga, Schultz, Mitterhuber – Teinert, Belleri; Trainer: Assion

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Vaccaro; Trainer: Minkwitz

Kicker

Mit „harmonischem“ Mittelfeld zum Erfolg

Das Hauptproblem in dieser Saison war sehr oft das SVW-Mittelfeld. Insgesamt gingen zu wenige Impulse für das Spiel nach vorne aus. Interimscoach Peter Assion hat gerade an diesem Problem in den letzten Wochen sehr viel gefeilt und sieht erste Erfolge: „Die Jungs wissen jetzt viel besser, was sie zu tun haben. Das macht die Sache schon wesentlich besser.“ Gegen die Stuttgarter Kickers (Samstag, 14 Uhr, Wacker-Arena) soll der zweite Dreier unter Assion eingefahren werden.
 
Roland Bonimeier hat in den letzten Spielen einen riesigen Sprung gemacht. Das Eigengewächs blüht regelrecht auf und traut sich auch nach vorne mehr zu. Als einziger „Sechser“ ist er derzeit kaum wegzudenken. „Boni fühlt sich jetzt richtig wohl. Da er alleine vor der Abwehr spielt, weiß er, was er zu tun hat. Mit zwei Sechsern passte die Abstimmung nicht“, analysiert Assion. „Boni“ organisiert gemeinsam mit Björn Hertl und Daniel Rosin die Innenverteidigung. Dadurch haben die Außenverteidiger mehr offensive Möglichkeiten.

David Solga liegt neue Rolle

Auch David Solga zeigt jetzt, was er kann. Er darf sich auf der rechten Seite austoben. Die Position hinter den Spitzen war nicht seine Welt, da er oft mit dem Rücken zum Tor stand, wenn der Ball kam. Jetzt hat er das Spiel wieder mehr vor sich. „David ist ein schneller Spieler. Jetzt kann er wieder richtig gehen. Das tut ihm gut. In den letzten Wochen hat er sehr gut gespielt“, unterstreicht Assion.

Sebastian Mitterhuber kämpft sich durch

Zur Freude aller hat sich Sebastian Mitterhuber immer besser entwickelt. Gegen Ende der Vorrunde drängte er sich im Training immer mehr auf. Zu Beginn der Rückrunde sollte er als Speerspitze in der Raute fungieren. Diese Position, die die schnellen Pässe für die Stürmer bedingt, lag ihm noch nicht so. In Unterhaching wurde er auf der Außenbahn für Ronald Schmidt eingewechselt und konnte durchaus überzeugen.

Levi Schultz zurück im Geschäft

Mit der neuen und etwas offensiveren Ausrichtung im Mittelfeld ist auch Levente Schultz ins Geschäft zurückgekehrt. Nach seiner Rotsperre hat er sich gleich wieder zurückgefunden. Der Ungar soll für die tödlichen Pässen auf die Stürmer sorgen und bei Standards für die nötige Gefahr sorgen. „Levi stört es nicht, wenn er den Ball mit dem Rücken zum Tor annimmt. Er hat viele gute Ideen, die er ins Geschehen einbringen kann. Damit steigt unser offensives Überraschungsmoment“, erläutert Peter Assion die Stärken seines Schützlings.

Wacker Burghausen

Drei Spiele Sperre für Petruso

Der Kickers-Vertragsspieler Franco Petruso wurde vom Sportgericht des DFB wegen rohen Spiels in der Begegnung mit dem FSV Ludwigshafen-Oggersheim mit einer Sperre von drei Spielen in der Regionalliga belegt.
Petruso, sonst Stammspieler in der U23-Mannschaft der Kickers, war in der Partie mit Ludwigshafen-Oggersheim als Einwechselspieler in das Spiel gekommen. Die Sperre gilt auch für mögliche Einsätze in der Oberliga.

Offizielle Homepage

StZ: Nachgefragt bei Joachim Cast

Verhältnis stimmt nicht

Mit den Stuttgarter Kickers zittert der Manager Joachim Cast noch um die Qualifikation zur dritten Liga. Als Vertreter des Regionalligaausschusses kämpft er für die Interessen aller Vereine. „Wir hoffen, dass es noch eine zusätzliche Anschubfinanzierung durch den DFB gibt“, sagt Cast im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Cast, der Countdown zur dritten Liga läuft. Wie sieht Ihre Einschätzung 100 Tage vor dem Start aus?

Ich habe ja schon immer gesagt, dass das Konzept hätte ausgereifter sein müssen, da es zu viele offene Punkte gibt. 2009 wäre der ideale Zeitpunkt gewesen, weil dann der Fernsehvertrag ausläuft. Die Erhöhung der Gelder in diesem Sektor steht jetzt in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Aufwendungen. Vor allem im ersten Jahr gibt es da eine erhebliche Diskrepanz, was etliche Vereine vor Probleme stellen wird.

Gibt es Hoffnung auf Nachbesserungen?

Es gibt im Rahmen des Pokalendspiels in Berlin eine DFB-Spielausschusssitzung, auf der wir Vereinsvertreter ein paar Punkte vorschlagen möchten. In erster Linie geht es um eine Anschubfinanzierung, die im ersten Jahr notwendig wäre. Mittel gäbe es aus unserer Sicht genügend, zum Beispiel aus dem verbesserten Ausrüstervertrag mit Adidas oder auch dem WM-Überschuss. Ob die bereitgestellt werden, muss man allerdings abwarten.

An welche Summen denken Sie?

Es geht einfach darum, die fixen Einnahmen zu steigern, um damit besser planen zu können; auch wenn dies 50 000 Euro wären, um zum Beispiel für die Vereine die zusätzlichen Reisekosten zu decken. Manche Vereine fahren ja jetzt schon zu jedem Auswärtsspiel am Vortag an, wir nur dreimal in der Saison, von daher haben gerade die Kickers immense Mehrausgaben. Grundsätzlich sollte es einfach um ein Zeichen des DFB gehen. Wobei man festhalten muss, dass die Zusammenarbeit mit dem Verband insgesamt sehr gut ist.

Mit den geplanten 625 000 Euro Fernseheinnahmen sind Sie – und andere Vereine – nicht zufrieden. Warum?

Ich habe einmal ausgerechnet, dass die zweite Liga etwa ein Viertel des TV-Honorars der ersten Liga bekommt, die dritte Liga aber künftig nur etwa 13 Prozent der zweiten; da stimmt dann das Verhältnis einfach nicht, zumal die Aufwendungen deutlich an die der zweiten Liga angepasst werden.

Die zweiten Mannschaften der Bundesligisten spielen quasi außer Konkurrenz, weil sie nicht aufsteigen können. Hätte man diese Clubs überhaupt zulassen sollen?

Ich finde die Regelung, wie sie jetzt ist (mit bis zu vier Teams, d. Red.), gar nicht so schlecht, zumal Mannschaften wie der VfB Stuttgart und Bayern München speziell für uns sehr attraktiv sind. Aber es besteht in der Tat die Gefahr, dass die zweiten Mannschaften durch den Aufstieg aus der Regionalliga innerhalb kurzer Zeit überproportional vertreten sind – das wäre dann eine Farce.

Stuttgarter Zeitung

Wer ist dabei?
Nach aktuellem Stand wären folgende 20 Vereine für die neue dritte Liga qualifiziert:

1. FC Kaiserslautern, Energie Aue, Carl Zeiss Jena, SC Paderborn (zweite Liga); Union Berlin, Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen II, Wuppertaler SV, Kickers Emden, RW Erfurt, Dynamo Dresden, Borussia Dortmund II (Regionalliga Nord); VfB Stuttgart II, VfR Aalen, SV Sandhausen, Spvgg Unterhaching, Wacker Burghausen, SSV Reutlingen, Bayern München II, Jahn Regensburg (Regionalliga Süd).

Stuttgarter Zeitung

Presse-Nachlese zum Oggersheim-Spiel, „Rücktritt“ von Dr. Mauch und erneut die Stadionfrage

Erst Anpfiff, dann Abpfiff für Mauch
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stuttgarter Kickers tritt zurück – nicht ganz freiwillig

STUTTGART. Die Stuttgarter Kicker kommen einfach nicht zur Ruhe. Sportlich sind sie in der Fußball-Regionalliga zwar wieder mehr auf Kurs, doch hinter den Kulissen kracht es ständig.

Von Joachim Klumpp

Die Stuttgarter Kickers haben am Freitagabend mit Ach und Krach dank Marco Tuccis Treffer (80.) gegen Oggersheim mit 1:0 gewonnen. Doch nach dem Schlusspfiff kam der Anpfiff und Abpfiff für den Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Mauch. Ein weiteres Beispiel dafür, dass es in Degerloch viele Problemfelder gibt.

Thema Sport: Der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz hatte vor der Partie gegen den Neuling FSV Oggersheim bereits geunkt, auch mal mit einem dreckigen 1:0 zufrieden sein zu müssen. Und genauso kam es, wobei das dreckig nach der Schlammschlacht im Gazi-Stadion gegen das Schlusslicht wörtlich zu nehmen war. Allerdings: wer meint, das Restprogramm sei nach zuletzt fünf Partien ohne Niederlagen ein Selbstläufer, für den war die Vorstellung eine Warnung zur rechten Zeit. Der Trainer verspricht: „Einen Auftritt in dieser Form wird es nicht mehr geben, dafür werde ich sorgen.“

Thema Einstellung: Die Mannschaft hatte am Freitag überhaupt nicht ins Spiel gefunden: „Wir haben weder den Gegner noch die Witterung angenommen“, sagte der Manager Joachim Cast. Da konnte es auch keine Entschuldigung sein, dass der Wintereinkauf und Antreiber Alexander Rosen trotz Spritzen passen musste. „Das Risiko, länger auszufallen, wäre zu groß gewesen“, sagte der Mittelfeldspieler. Und der Trainer fügte hinzu: „Man hat doch gemerkt, wie wichtig er für uns innerhalb kurzer Zeit geworden ist. Ein Führungsspieler eben.“ Und von dieser Sorte haben die Kickers nicht allzu viele.

Thema Torwart: Der Torwart David Yelldell ist Führungsspieler. Ohne seine Reflexe hätten die Kickers schon zur Pause zurückgelegen. Der Dank des Trainers galt Yelldell – und auch das Lob: „Das ist für mich kein Torwart für die zweite Liga – sondern für die erste“, sagte Minkwitz in Anspielung auf die Wechselabsichten des Schlussmanns im Sommer. Ob Hoffenheim nochmals seine Fühler ausstreckt, wo Yelldell sich allerdings auch mit der Rolle als Nummer zwei zufriedengeben müsste?

Thema Aufsichtsrat: Nach dem Spiel verkündete der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Mauch seinen Rücktritt, bleibt dem Gremium aber erhalten. Als Grund gab er „private Gründe“ an, die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass der Orthopäde zu diesem Schritt gedrängt worden ist, nachdem er diverse Interna weitergetragen hatte. Als Nachfolger wurde nicht der sehr emotionale Stellvertreter Christian Dinkelacker gewählt, sondern einstimmig der Anwalt Rainer Lorz, der als besonnener Zeitgenosse gilt und zum Amtsantritt sagte: „Ich finde es wichtig, in diesen sportlich und wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch enger zusammenzurücken und die Zusammenarbeit mit dem Präsidium zu intensivieren.“ Er will aber auch mehr kontrollieren, denn dass es einen abzuarbeitenden Anforderungskatalog an den Vorstand gibt, das bestreitet selbst der Präsident Dirk Eichelbaum nicht.

Thema Hauptversammlung: Aufgrund der veränderten personellen Verhältnisse (schließlich ist der Aufsichtsrat das einzige von den Mitgliedern gewählte Gremium des Vereins) rückt auch eine außerordentliche Mitgliederversammlung nach Ende der Spielzeit in den Fokus. Nicht nur Kreise des Aufsichtsrats forcieren eine entsprechende Einberufung, auch wenn das Präsidium diese Notwendigkeit zuletzt noch nicht zwingend sah. Eine Neuorientierung des Vereins scheint aber unumgänglich. Und zwar unabhängig davon, wie die Saison sportlich ausgeht. „So jedenfalls kann es nicht weitergehen“, sagt ein Funktionär.

Stuttgarter Zeitung

Zäher Kampf an allen Fronten
Kickers: Aufregung wegen des Stadions und Turbulenzen in der Führungsetage

Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers kämpft weiter ums nackte Überleben. Neben dem chronischen Geldmangel gibt es weitere Baustellen im Verein.

Die Führungsetage

Die Turbulenzen reißen nicht ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Mauch erklärte am Freitag aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt. Er bleibt dem Kontrollgremium erhalten, allerdings nur formal: „Herr Mauch lässt sein Mandat ruhen und übt es bis auf weiteres nicht aus“, erklärte Dirk Eichelbaum. Den Präsidenten traf die Entscheidung nicht unvorbereitet: „Nachfolger Rainer Lorz führt schon länger die Geschäfte des Aufsichtsrats.“ Dem neuen Chef ist Eichelbaum seit dem Studium der Rechtswissenschaften in Konstanz verbunden. Da passt Lorz“ Mitteilung ins Bild: „Ich finde es wichtig, noch enger zusammenzurücken und die Zusammenarbeit mit dem Präsidium zu intensivieren“, so der 45-jährige Anwalt.

Die Mannschaft

Es gibt Spiele, die nicht geeignet sind, den Reiz des Fußballs zu erklären. Es schüttete wie aus Kübeln, 80 Minuten lang war von den Kickers nichts zu sehen. Dann erzielte Marco Tucci den 1:0-Siegtreffer gegen Oggersheim. „Mit so einer Leistung haben wir in der dritten Liga nichts verloren. Wir hatten mehr Glück als Verstand“, gab Trainer Stefan Minkwitz zu. Doch selbst mit etwas Abstand war der Coach nicht bereit, zur Tagesordnung überzugehen. Am heutigen Montag wird er einigen Spielern in Einzelgesprächen die Meinung sagen. „Wer sich jetzt zurücklehnt, ist fehl am Platz“, ärgerte sich Minkwitz noch am Sonntag. Namen nennt er keine. Doch vor allem Mustafa Parmak und Angelo Vaccaro dürften sich angesprochen fühlen. Eine Suspendierung wie im Fall Bashiru Gambo wird es jedoch nicht geben. Minkwitz: „Ich weiß jedoch nicht, wie ich auf die mangelnde Einstellung reagiert hätte, wenn wir verloren hätten.“

Das Stadion

Bei den Kickers herrscht Aufregung: Am Freitag kam laut Eichelbaum die Mitteilung vom Sportamt, dass sich die Blauen nach einer Alternativ-Spielstätte umschauen sollen. „Die Stadt will unsere sportliche Entwicklung abwarten und versucht die Modernisierungsmaßnahmen um ein Jahr aufzuschieben“, sagt Eichelbaum. „Dann könnten wir nicht einmal in der vierten Liga im Gazistadion auf der Waldau spielen.“ Eine Ausnahmeregelung soll es nicht geben. Eichelbaum: „Einen Aufschub wird der DFB in Deutschlands reichster Großstadt nicht tolerieren.“ Der Kampf der Kickers geht weiter – an allen Fronten. Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Ein Sieg, der Sorgen bereitet
 
Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers holt zwar in der Tabelle auf, lässt aber Kampf und Einsatz vermissen
 
Von Beate Wockenfuß

Stuttgart – Betretene Gesichter nach dem Schlusspfiff am Freitagabend im Gazi-Stadion. Zwar hatte Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers soeben den dritten Heimsieg in Folge eingefahren und damit den Abstand zu den Qualifikationsplätzen für die dritte Liga wieder auf drei Punkte verkürzt, doch die Art und Weise des glücklichen 1:0-Erfolgs gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht FSV Ludwigshafen-Oggersheim sorgte für Entsetzen. Nach dem Aufwärtstrend der vergangenen Wochen war das unmotivierte, dürftige Spiel ein deutlicher Rückschritt der „Blauen“, die durch das späte Tor von Joker Marco Tucci (80.) einer totalen Blamage geradeso entkommen waren. Mit dieser Leistung dürfte es in den verbleibenden acht Spielen schwer werden, den Sprung in die dritte Liga noch zu schaffen.

Zu dem Zeitpunkt des Torjubels hatten einige Zuschauer ihre Plätze bereits enttäuscht verlassen. Der für Tucci ausgewechselte Stürmer Angelo Vaccaro zürnte auf der Bank, nachdem er sein Trikot wutentbrannt in die Ecke geworfen hatte. Die Szenerie erinnerte stark an die Heimspiele in der Hinrunde. Der peinlichen Einladung für den Papst durch das Präsidium ließ die Mannschaft auf dem Platz eine ebenso peinliche Vorstellung folgen. Ein Pflichtsieg sollte es werden. Doch stattdessen waren die Pfälzer über 90 Minuten die bessere Mannschaft, erspielten sich auch auf dem aufgeweichten Rasen eine Reihe von Chancen und waren den Gastgebern sowohl kämpferisch als auch spielerisch überlegen.

Kickers-Trainer Stefan Minkwitz war es nachher sichtlich unangenehm, dass sein Team die drei Punkte kassiert hat. Beim Abpfiff hatte er nur verständnislos den Kopf geschüttelt und entnervt abgewinkt. Mit versteinerter Miene saß er später in der Pressekonferenz. „Hut ab vor der Leistung des FSV“, zollte der Coach dem Gegner Respekt und ging mit seinen Spielern knallhart ins Gericht: „Das war kein Spiel, das war Scheiße, was sie da gekickt haben.“ In der Pause hatte er sie „zum Nachdenken“ fünf Minuten in der Kabine alleine gelassen.

Was allerdings keine Auswirkungen auf den Auftritt in der zweiten Hälfte hatte. „Ich habe mich bei David Yelldell bedankt – und nur beim ihm, dass er uns die drei Punkte gesichert hat“, sagte Minkwitz zu dem einzigen Stuttgarter in Normalform. Über die Einstellung der anderen war er dagegen stinksauer. „Einigen Herren geht es inzwischen wohl wieder zu gut“, schimpfte der Coach und kündigte für heute Klartext an. Das Training am Wochenende hatte er kurzerhand gestrichen. Denn: „Ich will die Gesichter erst mal nicht sehen.“ Auch Manager Joachim Cast will das Spiel nicht einfach so abhaken: „Da sind zu gravierende Dinge passiert. Über diese Einstellung wird noch zu reden sein.“

Doch zumindest einer strahlte über beide Ohren: Torschütze Marco Tucci, der fünf Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem zweiten Saisontreffer für die Entscheidung gesorgt hatte. „Das war ein ganz wichtiges Tor für die Mannschaft und für den Verein“, freute sich der Stürmer und ergänzte mit sturem Blick auf die angestrebte Qualifikation: „Hauptsache drei Punkte.“

Eßlinger Zeitung