StZ: Die Kickers basteln an der Struktur

Marketing-GmbH geplant
 
STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers spielen am Sonntag bei Bayern München II. Neben der sportlichen Planung für diese Partie und die nächste Saison stehen beim Regionalligisten auch strukturelle Veränderungen an: im Marketing und beim Nachwuchs.

Trotz des verpassten Aufstiegs soll die Saison bei den Stuttgarter Kickers nicht einfach so auslaufen. Beim Regionalliga-Gastspiel am Sonntag (15 Uhr) bei Bayern München II will die Mannschaft des Trainers Robin Dutt zumindest ihre Auswärtsstärke beweisen. „Das ist das vorrangige Ziel“, sagt der Trainer, der alle Mann an Bord und damit die Qual der Wahl hat. Auch ein Spieler wie Angelo Vaccaro, der zuletzt 180 Minuten nicht zum Einsatz kam und entsprechend gefrustet ist, sei nicht abgeschrieben. Das Präsidiumsmitglied Walter Kelsch betont: „Wir brauchen einen Spieler wie ihn.“

Etwas anders sieht es offensichtlich bei Laszlo Kanyuk aus, der vor der Saison als großer Hoffnungsträger von Kickers Offenbach kam, aber (nicht zuletzt auf Grund von Verletzungen) bei den Kickers nie richtig in Tritt kam. „Jetzt überlege ich mir schon, ob ich nicht wechsle“, sagt der 28-Jährige trotz eines noch laufenden Vertrags. Und auch beim Verein scheint man ihm keine Steine in den Weg legen zu wollen, nachdem das Verhältnis Kanyuks bei dessen Exklub VfR Aalen zum künftigen Trainer Peter Zeidler nicht das allerbeste gewesen sein soll.

Auch strukturell sind Änderungen geplant. So ist dem Jugendkoordinator Oliver Munz zum Saisonende gekündigt worden. Zumindest über die Art und Weise zeigte sich der 32-Jährige enttäuscht. Der Präsident Dirk Eichelbaum indes war von der Nachwuchsarbeit nicht angetan: „Viel schlechter geht es nicht.“ Als Nachfolger ist der Exprofi Zoltan Sebescen vorgesehen, „unser absoluter Wunschkandidat“ (Eichelbaum), in dessen Aufgabenfeld auch die eine oder andere Trainerfrage fallen würde. Zum Beispiel bei der A-Jugend. Nachdem zunächst angedacht war, sich von Wolfgang Schneck zum Saisonende zu trennen, hat das Präsidium entschieden, sofort einen Schlussstrich zu ziehen, „nachdem Herr Schneck keine Chance mehr auf den Klassenverbleib sah“, sagt Eichelbaum. Nun soll der Amateurcoach Björn Hinck in Personalunion versuchen, noch den Abstieg zu verhindern. „Ich denke jedenfalls, dass sich die Unruhe in der Jugendabteilung schnell legen wird“, sagt Eichelbaum. Abwarten: als künftiger Trainer ist Clemente Peccerella (zuletzt Calcio Echterdingen) im Gespräch, auch Heinz Rebentisch könnte eine Aufgabe im Nachwuchs übernehmen.

Auch in einem weiteren Punkt hat das Präsidium konkrete Vorstellungen. So soll künftig eine eigene Marketing GmbH die wirtschaftliche Basis des Vereins absichern. „Darüber besteht weit gehend Einigkeit“, sagt Eichelbaum, allerdings noch nicht über die Art und Weise. So ist noch offen, ob dazu eine externe Agentur eingeschaltet wird (was die Kosten in die Höhe treiben würde) oder ob sie mehr von Vereinsseite aus gesteuert wird, wie es übrigens auch schon mal der Expräsident Hans Kullen geplant hatte.

Bereits heute Abend trifft der VfB Stuttgart II in einem vorgezogenen Spiel auf den 1. FC Kaiserslautern. Anpfiff gegen den Tabellenletzten ist um 19 Uhr im Schlienzstadion.

Stuttgarter Zeitung

Kickers II gewinnen mit 3:2 gegen den TSV Crailsheim

Die 2.Mannschaft der Stuttgarter Kickers hat ihr Nachholspiel gegen den TSV Crailsheim mit 3:2 gewonnen.
Vor ca. 100 Zuschauern im Stadion „Festwiese“ in Bad Cannstatt sorgten Marco Tucci (48.) sowie Sven Sökler (56, + 89.) mit ihren Treffern für einen verdienten Sieg der Kickers.
Für die Gäste aus dem Kraichgau trafen Bastian Heidenfelder (28.) und Visar Reshuti (68.).
Joseph Mensah sah dazu noch beim Spielstand von 2:2 die Gelb/Rote Karte nach wiederholtem Foulspiel.

Planungen laufen auf Hochtouren

Kickers erhalten die Zulassung zur Regionalliga ohne Bedingungen

Stuttgart – Frohe Kunde für die Stuttgarter Kickers: Erstmals erhielten die Blauen vom DFB die Zulassung zur Regionalliga ohne die früher erteilten Bedingungen. Das erleichtert die Planungen für die neue Saison. Doch es gibt noch einige Fragezeichen im Team des künftigen Trainers Peter Zeidler.

VON JÜRGEN FREY

Tor

David Yelldell hat genauso wie Manuel Salz einen Vertrag bis 2008. Hinter Yelldell steht dennoch ein kleines Fragezeichen, da er für eine festgeschriebene Ablösesumme die Blauen im Sommer verlassen könnte.

Abwehr

Moritz Steinle, Jens Härter, Recep Yildiz und Oliver Stierle besitzen jeweils Verträge bis 2008. Und Zeidler setzt auf das Quartett. Dagegen deutet alles darauf hin, dass sich die Blauen von Nico Kanitz trennen werden. Weiter offen ist, ob der Kontrakt mit Marco Wildersinn verlängert wird, an dem der SV Sandhausen Interesse zeigt. Zeidler: „Er steht weiter unter Beobachtung.“

Mittelfeld

Mustafa Parmak, Sascha Benda (jeweils bis 2008), Sven Sökler (2009) und Bashiru Gambo (2010) sind längerfristig an die Kickers gebunden. Gambo, so etwas wie ein Ziehsohn von Hans Kullen, wurden nach dem Abgang des Ex-Präsidenten immer wieder Abwanderungsgedanken nachgesagt. Zeidler will ihn unbedingt halten: „Er ist ein spektakulärer Spieler, der den blauen Adel verzücken kann.“ Bei Laszlo Kanyuk (Vertrag bis 2008) stehen die Zeichen dagegen auf Trennung. Er plant, in einem anderen Umfeld einen Neuanfang zu machen. Auch bei Thomas Weller geht die Tendenz zur Trennung. Mustafa Akcay dürfte bei den Kickers bleiben. Die Bedenkzeit von Manuel Hartmann läuft Ende des Monats ab.

Sturm

Marco Tucci und Sokol Kacani rücken aus dem Oberligateam offiziell nach oben. Sean Dundee, die Leihgabe von Kickers Offenbach, wird gehen. Edelreservist Angelo Vaccaro („Ich bin sehr enttäuscht“) hat einen Vertrag bis 2009 – und er genießt das Vertrauen von Zeidler: „Ich setze voll auf ihn.“

Neuzugänge

Die Verhandlungen mit Sascha Maier (Sturm/SV Elversberg) und vor allem mit Torsten Traub (Abwehr/FC Augsburg) sind weit fortgeschritten. Auch Markus Ortlieb (Mittelfeld/Wuppertaler SV) ist ein Thema.

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Kickers verhandeln mit Maier

Lizenz ohne Auflagen

STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers haben gestern Post vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekommen. Ein blauer Brief war für die Blauen nicht dabei. Im Gegenteil. Es gab die Lizenz für die nächste Regionalligasaison (und selbst die zweite Liga) – erstmals sogar ohne Bedingungen. „Das bestätigt uns, dass wir wirtschaftlich auf dem richtigen Weg sind“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum nach dem sportlich enttäuschenden 0:0 gegen Pirmasens.

Mehr Schwung in den Angriff soll möglicherweise Sascha Maier bringen, der inzwischen erste Gespräche mit den Kickers-Verantwortlichen führt. „Ich denke, dass ich gut zu Mannschaft und Verein passen würde“, sagt der 33-Jährige, der aus der Region Ludwigsburg stammt und gerne hierher zurückkehren würde. Zumal er auf Grund taktischer Zwänge in Elversberg, wo sein Vertrag ausläuft, zuletzt im Mittelfeld und sogar der Abwehr spielen musste. „Ich bin aber ein Vollblutstürmer“, sagt Maier, der hinzufügt: „Wir werden uns sicher nochmal zusammensetzen müssen, um über Vertragsinhalte zu sprechen.“ Wobei es in solchen Fällen meist ums Gehalt geht.

Der neue Kickers-Trainer Peter Zeidler will sich diese Woche auch nochmal wegen Gaetano Intemperante erkundigen, dessen Vertrag beim Oberligisten SSV Ulm sich allerdings im Falle des Aufstiegs verlängert, sodass in dieser Hinsicht eine gewisse Unsicherheit besteht. Intemperante war zuletzt auch beim Ligakonkurrenten SSV Reutlingen im Gespräch, dessen Torwart Marco Langner Kontakte zum Zweitligisten SC Freiburg bestätigte: „Entschieden ist noch nichts, aber es wäre natürlich eine Herausforderung für mich.“ Dann allerdings müsste der SSV einen neuen Torwart suchen – zunächst einmal soll diese Woche aber noch ein brasilianischer Spieler im Probetraining getestet werden.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Zulassung zur Regionalliga ohne Bedingungen

Erstmals seit Jahren erhielten die Stuttgarter Kickers von der DFB-Zentralverwaltung die Zulassung zur Regionalliga ohne die früher erteilten Bedingungen. Damit honorierte der Verband die positive Geschäftsentwicklung der Kickers, die in den letzten zwei Jahren einen rigiden Sparkurs eingeschlagen und auch die Schuldenlast erheblich verringert hatten. „Diese Zusage vom DFB bestätigt uns, dass wir wirtschaftlich auf dem richtigen Weg sind und wir die neue Saison sorgenfreier planen können als bisher“, freut sich Präsident Dirk Eichelbaum über die so schnell erteilte Zulassung zur Regionalliga. Auch von der DFL erhielt der Stuttgarter Traditionsverein die Mitteilung, dass im Falle eines Aufstiegs zur 2. Bundesliga die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gegeben sei. Mit diesen Rahmenbedingungen honorierte auch die DFL die Bestrebungen der Kickers, sich trotz großer sportlichen Ambitionen in kein finanzielles Abenteuer einzulassen.

Offizielle Homepage

Presse zu FC Villingen – Stuttgarter Kickers II (3:2)

Fußball-Oberliga

Sari glänzt mit Dreierpack

VON STEFAN UMMENHOFER

Mit einem 4:2 Sieg gegen die Stuttgarter Kickers II hat der FC 08 Villingen Werbung für das mit großer Spannung erwartete Spiel am Mittwoch gegen Aufstiegsaspirant SSV Ulm betrieben. Vor 850 Zuschauern taten die Nullachter in Halbzeit zwei nicht mehr als nötig, um die jungen Kickers-Spieler zu schlagen.

Fußball-Oberliga: FC 08 Villingen – VfB Stuttgart II 4:2 (3:2) – Bis auf Mario Maus, der sich beim „Warmlaufen“ einen Faserriss zugezogen und für den Tobias Heizmann in die Startelf rückte, begannen die Nullachter in Bestbesetzung. Das nützte aber zunächst wenig, denn nach nicht einmal vier Minuten musste Daniel Miletic den Ball schon aus dem eigenen Netz holen. Ein Pass von Sven Sökler genügte, um die Villinger Abwehr richtig alt aussehen und Dominique Rodrigues das 0:1 erzielen zu lassen. Die Villinger steckten den Rückstand jedoch schnell weg und es entwickelte sich ein sehr lebhaftes Spiel, das die mit ihrer weit aufgerückten Viererkette agierenden Gäste begünstigte. Nachdem Aydemir Demir in Minute sieben den Ausgleich hätte erzielen müssen, traf der agile Adem Sari in der 19. Minute nach Zuspiel von Fitim Fazlija zum 1:1. Vier Minuten später passte „Toco“ Stasiak zentimetergenau auf Demir, der zur Villinger Führung einschoss. Nach 28 Minuten rechneten schon alle mit dem 3:1, doch Schiedsrichter Mirko Benischke annullierte Saris Treffer nach schönem Schuss von Piero Saccone und Vorlage von Stasiak wegen angeblichem Abseits.

In der 39. Minute war es jedoch soweit: Nach einem Hohnstein-Freistoß schaffte es David D‘ Incau im ersten Anlauf zwar nicht, doch wieder war Sari zur Stelle und besorgte die scheinbar deutliche Führung. Nur eine Zeigerumdrehung später war die Führung schon weniger deutlich, denn der beste Kickers-Spieler, Sven Sökler, verkürzte auf 2:3.

Zumindest in den ersten Minuten nach der Pause ging das muntere Scheibenschießen in beide Richtungen weiter: Daniel Miletic parierte gegen Dominique Rodrigues, doch im Gegenzug veränderte sich das Ergebnis erneut. Eine Flanke von Demir konnte Kickers-Torwart Manuel Salz nicht festhalten, und Adem Sari stand da, wo Torjäger eben stehen müssen: 4:2 (47.). Der FC 08 versäumte es gegen die weiter offen stehenden Kickers, noch mehr Tore zu erzielen, sodass die Partie nun eher einem Trainingsspiel glich. Muhamed Bajrami scheiterte noch an Miletic (52.), doch dann taten sich die beiden Mannschaften 20 Minuten lang nicht mehr weh. Mit einem Saccone-Freistoß (72.) und einem Schuss des eingewechselten Christian Jeske (75.) hatten die Nullachter anschließend weitere Gelegenheiten. Dann durfte Saccone noch mal (77.), doch ein fünftes Mal musste der Kickers-Torwart nicht hinter sich greifen. Stattdessen hatten die Gäste durch Küz und Orgo (84.) sowie Markus Kärcher (88.) noch dicke Chancen. Letztlich blieb es aber beim 4:2.

„Offenbar können wir mit frühen Führungen nicht umgehen“, sagte der junge Kickers-Coach Björn Hinck anschließend. Hinten habe sein Team einfach zu inkonsequent gespielt. Der Villinger Sieg gehe in Ordnung, auch wenn die Nullachter nach dem 4:2 das Spiel nur noch verwaltet hätten.

FC 08-Trainer Kristijan Djordjevic freute sich nach der Partie über zwei Dinge: Über die drei Punkte und die Tatsache, dass sein Gesicht dank der Sonne reichlich Farbe bekommen habe. Das war’s. „Hinten waren wir offen wie ein Scheunentor“, bemängelte er. Die Partie habe größtenteils kein Oberliga-Niveau gehabt, auch wenn sie für die Zuschauer streckenweise recht unterhaltsam gewesen sei. „Mund abputzen und weiter geht’s“, war für Djordjevic das Fazit der Partie. Gegen die Ulmer werde seine Mannschaft sicher anders auftreten, kündigte der Trainer für den Oberliga-Hit am Mittwoch an. Tore: 0:1 Bajrami (4.), 1:1 Sari (18.), 2:1 Demir (22.), 3:1 Sari (39.), 3:2 Sökler (40.), 4:2 Sari (47.); Zuschauer: 850; Schiedsrichter: Mirko Benischke (Malsburg-Marzell); Gelb-Rot: Simsek (89.).

FC 08 Villingen: Miletic – Hohnstein (74. Backert), Bea, D‘ Incau (55. Michnia), Heizmann – Fazlija, Maric, Saccone – Stasiak (55. Jeske), Sari, Demir

Südkurier

Presse zu Stuttgarter Kickers – FK Pirmasens (0:0)

Wie viel Pfiffe verträgt ein Spieler?

Die Stuttgarter Kickers tun sich zu Hause schwer – auch beim 0:0 gegen den FK Pirmasens

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben 2007 einen Heimkomplex. Auch gegen den Tabellenvorletzten FK Pirmasens reichte es gestern nicht zum ersten Sieg des Jahres im Gazistadion. „Die Spieler werden bei Pfiffen schnell nervös“, sagte Trainer Dutt nach dem 0:0.

Von Joachim Klumpp

Die Hoffenheimer Fraktion ist gestern in Degerloch stark vertreten gewesen, angeführt vom Chefcoach Ralf Rangnick. Dass der nur der reinen Spielbeobachtung wegen gekommen ist, dürfte unwahrscheinlich sein, nicht nur wegen des mageren 0:0 der Stuttgarter Kickers gegen den vermeintlichen Absteiger FK Pirmasens. Aber vielleicht lockte die Gästedelegation ja auch jemand ganz anderes, Manuel Hartmann etwa. Schließlich ist der Tabellenzweite in der Winterpause schon mit der Verpflichtung des Stürmers Mirnes Mesic nicht schlecht gefahren, der ebenfalls im Gazistadion weilte. Wie sich Hartmann für die nächste Saison entscheidet, ist offen. Der umworbene Mittelfeldspieler sagte gestern: „Ich habe ja noch etwas Zeit.“

Allerdings nicht mehr allzu lange, denn der Kickers-Manager Joachim Cast hatte zuvor betont: „Wir wollen bis Anfang Mai eine Entscheidung.“ Bei anderen Spielern – namentlich Wildersinn, Kanitz oder Weller – will der Verein dagegen die Entwicklung der nächsten Wochen abwarten, ehe man ein konkretes Angebot unterbreitet.

Nimmt man den Auftritt gestern als Maßstab, spricht allerdings wenig bis gar nichts für entsprechende Vertragsverlängerungen. Denn vor allem in der ersten Hälfte enttäuschte die Mannschaft auf der ganzen Linie. „Wir haben uns vorgenommen, gegen die Defensive von Pirmasens spielerisch dagegenzuhalten“, sagte der Trainer Robin Dutt, was gründlich misslang. Vor allem, weil aus dem Mittelfeld kaum Impulse kamen, vielleicht auch, weil die Variante mit Akcay als offensivem Part für ein Heimspiel nicht die Idealkonstellation darstellt. Zumal sich im Angriff die Laufwege eines Sean Dundee in Grenzen hielten. Nach der Pause wurde es etwas besser, allerdings auch bei den Gästen, die ebenso wie die Kickers (durch Weller und Tucci) zu der einen oder anderen Chance kamen. „Den Punkt jedenfalls hat sich Pirmasens verdient“, musste auch Dutt zugeben.

Eine andere Meinung hatte er eher exklusiv: „Nach ein, zwei Fehlpässen kommen gleich Pfiffe und damit die Angst bei den Spielern.“ Wobei sich die Unmutsäußerungen der 2890 Zuschauer durchaus in Grenzen hielten. Selbst der Manager Cast musste zugeben: „Es hat sich auf der Bank nicht so schlimm angehört. Gerade deshalb verstehe ich nicht, dass sich die Spieler nichts zutrauen.“ Und diejenigen, die bei den Kickers mit dem Druck nicht umgehen können, werden auch anderswo Probleme bekommen.

Noch hoffen die Kickers, dass einige Sorgenkinder unter dem künftigen Trainer Peter Zeidler zu neuer Form auflaufen. Laszlo Kanyuk zum Beispiel, aber auch der Stürmer Angelo Vaccaro, der bereits zum zweiten Mal nacheinander keine Minute zum Einsatz kam und dementsprechend frustriert war: „Ich sage dazu nichts.“ Dafür sagte der Manager Cast: „Er darf sich jetzt nicht hängen lassen. Wir bauen auf ihn.“ Zumal er noch einen Vertrag bis 2009 besitzt.

Und vielleicht schlägt die Stunde ja in den beiden nächsten Wochen. Bei Bayern München II und in Wehen. Unabhängig von der Aufstellung macht da die Statistik Hoffnung: Auswärts haben die Kickers 2007 schon sieben Punkte erkämpft, zu Hause erst zwei. „Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir da was holen“, sagt Cast. Zunächst einmal wollen die Kickers aber noch in dieser Woche den ersten Neuzugang holen.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Kanitz (46. Kacani) – Parmak, Hartmann, Akcay, Weller – Dundee (70. Tucci), Gambo (46. Yildiz).

Stuttgarter Zeitung

0:0 – Kickers ohne Plan und Ideen

Heimkomplex hält gegen Pirmasens an – Kommen Maier und Traub?

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers warten im Jahr 2007 weiter auf den ersten Heimsieg. Auch gegen den Tabellenvorletzten FK Pirmasens reichte es für den Fußball-Regionalligisten nur zu einem 0:0. Die Blauen rannten ohne Plan und Ideen an.

VON JÜRGEN FREY

Als die 90 Minuten vorbei waren, ließen sich die Kickers-Spieler enttäuscht auf den Rasen fallen. Trainer Robin Dutt bahnte sich mit bitterernster Miene schnurstracks den Weg in die Kabine, und Joachim Cast redete sich den Frust von der Seele. „Der Wille war zwar da, aber wir sind kopflos angerannt. Jeder hatte Angst und versteckte sich“, schimpfte der Manager.

Es war wahrlich kein Spiel auf Degerlochs Höhen, das geeignet war, den Reiz des Fußballs zu erklären. In der ersten Halbzeit ist praktisch nichts passiert. „Da haben wir vergessen, Fußball zu spielen“, sagte Kapitän Jens Härter selbstkritisch. Der Coach half in der Pause, die Gedächtnislücken zu füllen. Die Blauen präsentierten sich wacher, drückten endlich aufs Tempo – und hatten durch Marco Tucci nach einem Schuss von Mustafa Parmak (75.) die beste Chance zum 1:0. Ansonsten zeigten die Kickers allenfalls biederes Mittelmaß. Ebenmäßig, eher einfallslos, ohne die nötige Entschlossenheit und weit gehend ohne Spielsteuerung kämpfte die Elf vor sich hin. „Wir haben die Riesenchance verpasst, auf Platz drei vorzurücken“, ärgerte sich Cast.

Seit dem 3:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern am 10. Dezember 2006 warten die Kickers nun schon auf einen Heimsieg. Ob die Mannschaft einen Heimkomplex habe? „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Mannschaft viel lieber auswärts spielt“, antwortete Dutt, der sich wieder einmal über die frühen Pfiffe von der Haupttribüne aufregte. „Aus Verunsicherung dreschen die Spieler die Bälle dann lieber weit nach vorne anstatt zu kombinieren.“

Davon konnte sich auch ein potenzieller Neuzugang auf der Tribüne ein Bild machen. Mit Ex-VfB-Jugend-Spieler Sascha Maier (33/SV Elversberg) wurden gestern Gespräche geführt. Außer dem Stürmer ist auch Verteidiger Torsten Traub (31/FC Augsburg) ein Thema für die neue Runde.

Stuttgarter Nachrichten

„Wir haben vergessen, Fußball zu spielen“

Frustration bei den Stuttgarter Kickers nach dem 0:0 gegen Abstiegskandidat FK Pirmasens

Stuttgart – Auch gegen den potenziellen Absteiger FK Pirmasens ist nichts aus dem erhofften ersten Heimsieg in diesem Jahr geworden: Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers kam gestern gegen die Pfälzer über ein 0:0 nicht hinaus und hat damit die Chance verpasst, auf den dritten Platz vorzurücken.

Von Beate Wockenfuß

Enttäuschung pur herrschte nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen des Gazi-Stadions – allerdings nur bei den Kickern im blauen Trikot. Während die Pirmasenser ihren absolut verdienten Punkt gemeinsam mit den mitgereisten Fans feierten, hockten die Hausherren völlig frustriert auf dem Grün, wo sie zuvor neunzig Minuten vergebens versucht hatten, gegen die kompakte Abwehr der Gäste anzukommen. „Wir haben in der ersten Hälfte vergessen, Fußball zu spielen“, zieht Kickers-Kapitän Jens Härter das schlichte Fazit eines teilweise planlosen Spiels, das zwar in der zweiten Hälfte munterer und chancenreicher war, aber dennoch keinen Sieger verdient hatte.Dieses eklatante Versäumnis war es auch, das Trainer Robin Dutt an der Seitenlinie ein ums andere Mal schier zur Weißglut brachte. „Wir wollten mit Kurzpass-Spiel und Tempo-Dribblings das Bollwerk knacken, aber das ist absolut in die Hose gegangen“, schimpfte der Coach, der auch die eigenen Fans in seine Kritik einbezog: „Die Pfiffe von den Rängen haben dazu geführt, dass die Spieler entgegen unseres Plans lange hohe Bälle geschlagen haben.“ In der Halbzeit habe er daher versucht, der Mannschaft klar zu machen, „dass der Ärger, den sie intern bekommen wird, schlimmer ist als die Pfiffe“. In der zweiten Hälfte kam dann auch – nicht zuletzt durch die Einwechslung von Sokol Kacani – etwas mehr Schwung in die Partie. Beide Mannschaften erspielten sich Chancen, verwerteten sie aber nicht. „Man hat keinen Unterschied zwischen dem Tabellenvierten und dem Vorletzten gesehen“, lobte der Pirmasenser Trainer Andreas Kamphues den Einsatz seines Teams, das zwar das fünfte Spiel in Folge ungeschlagen blieb, aber im Kampf gegen den Abstieg nicht vorankommt. „Für die Tabelle hat es nicht geholfen, aber für die Moral“, sagte Kamphues, der zudem auf seinen Top-Stürmer Andreas Haas verletzungsbedingt verzichten musste.Doch auch diesen Vorteil nutzten die Gastgeber nicht. „Den Spielern fehlt in den Heimspielen das Selbstvertrauen“, sagte Kickers-Manager Joachim Cast, der daher hoffnungsvoll auf die nächsten Aufgaben blickt: „Bloß gut, dass jetzt zwei Auswärtsspiele anstehen.“
statistik

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Kanitz (46. Yildiz) – Parmak, Akcay, Hartmann, Weller -Dundee (70. Tucci), Gambo (46. Kacani).

FK Pirmasens: Steigelmann – Lechner, Kriegshäuser, Hildebrandt, Schaufler (46. Steil) – Bzducha, Zellner – Carvalho (78. Baum), Weißmann (85. Scherchel), Reich – Burch.

Schiedsrichter: Leicher (Weimichl).

Zuschauer: 2890.

Gelbe Karten: Parmak, Kacani / -.

Beste Spieler: Kacani, Akcay / Steigelmann, Hildebrandt.

Eßlinger Zeitung