Die Stuttgarter Kickers fertigten heute den VfR Aalen in einem spektakulären Spiel mit 5:1 ab. In der ersten Hälfte erzielten die Blauen früh durch Cerci das 1:0. Nur sechszehn Sekunden nach dem Anstoß staubte Tucci nach einem Schuß von Vaccaro ab. Nach 21. Minuten durfte erneut Tucci zum 3:0 jubeln. Aalen konnte zwar per Foulelfmeter zum 1:3 verkürzen, doch noch vor dem Halbzeitpfiff konnte Vaccaro wieder den alten Abstand herstellen. In der zweiten Hälfte ließen die Blauen Aalen kommen, die Abwehr der Kickers kam aber nicht wirklich in Gefahr. Nach einem sehenswerten Schuß von Kacani an die Latte konnte Marcus Mann seinen ersten Saisontreffer erzielen. 5:1! Die Kickers stehen nach diesem Spiel erstmals wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Doch trotz der Galavorstellung gilt das gleiche wie nach dem Zittersieg gegen Oggersheim: Drei Punkte sind drei Punkte. Nicht mehr und nicht weniger. Die Blauen müssen in Reutlingen nachlegen. Das heutige Spiel sollte Selbstvertrauen geben.
Autor: McVillager
Zulassung zur 3. Liga mit Bedingung
Die Stuttgarter Kickers haben heute die erste Entscheidung der DFB-Zentralverwaltung über die Zulassung zur neuen 3. Liga in der Saison 2008/2009 erhalten. Die Zulassung wurde an die Bedingung geknüpft, bis zum 5. Juni den Nachweis der geplanten Werbeeinnahmen zu erbringen.
“Dieser Bescheid liegt im Rahmen unserer Erwartungen. Wir haben in den kommenden sechs Wochen zwar noch viel Arbeit vor uns, sind aber zuversichtlich, dass wir wie in den vergangenen Jahren auch die Zulassung durch den Deutschen Fußball Bund erhalten werden“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum in einer ersten Stellungnahme.
Offizielle Homepage
Vorberichte: Stuttgarter Kickers – VfR Aalen
Kickers morgen gegen Aalen
Fragezeichen hinter Vaccaro
STUTTGART (ump). Die Vorzeichen aus Sicht des Kickers-Trainers könnten nicht besser sein. „Wir haben durch unsere kleine Erfolgsserie Selbstvertrauen bekommen, der Tabellenzweite kommt, die ARD ebenfalls, es wird eine gute Kulisse geben – da wissen die Spieler, was die Stunde geschlagen hat“, sagt Stefan Minkwitz vor dem zu einer Art Topspiel avancierten Regionalligaderby morgen (14 Uhr) gegen den VfR Aalen. Nach zuletzt sechs Spielen ohne Niederlage stört allenfalls noch die Knieverletzung des Torjägers Angelo Vaccaro die gute Laune in Degerloch. „Es wird sich erst nach dem Abschlusstraining entscheiden, ob er fit ist“, sagt Minkwitz, der unabhängig davon überlegt, ob er den zuletzt mit zwei Toren erfolgreichen Marco Tucci von Beginn an bringen soll oder wieder nur als Joker. Einen Tag hat der Coach noch Zeit.
Bereits heute wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Regionalligisten mitteilen, ob und unter welchen Auflagen sie die Lizenz für die nächste Saison bekommen. Der Kickers-Manager Joachim Cast sagt: „Man hat uns schon angedeutet, dass wir bis zum 5. Juni nachbessern müssen. Es wird in erster Linie wohl um einen Nachweis für die Werbeeinnahmen gehen.“ Da trifft es sich gut, dass der DFB derzeit mit dem Fernsehsender Premiere um eine Ausweitung der Übertragungsrechte für den DFB-Pokal verhandelt. „Das soll auch den Dritt- und Viertligisten zugutekommen“, sagt Cast als Mitglied des Regionalliga-Ausschusses. „Ziel ist, dass wir insgesamt eine Million Euro pro Club aus den TV-Einnahmen erzielen.“ Zunächst waren für jeden Drittligisten 625 000 Euro geplant.
Stuttgarter Zeitung
Die Blauen erwarten Rekordbesuch
Stuttgart (jüf) – Die Bestmarke in dieser Regionalligasaison im Gazistadion liegt bei 3710 Zuschauern. So viele Besucher kamen zum ersten Heimspiel der Kickers gegen Jahn Regensburg. Am morgigen Samstag (14 Uhr) gegen den VfR Aalen dürfte der bisherige Saisonrekord gebrochen werden: Die Blauen erwarten 5000 Besucher. Die Einnahmen werden dringend benötigt, zumal der aktuelle Schnitt (2950) hinter dem kalkulierten Wert (3500) liegt. Wovon sich der Club nichts kaufen kann: In den Auswärtsspielen lockten die Kickers (3117) neben dem FC Bayern II (3233) die meisten Fans an.
Zehn Prozent des Gesamtetats machen bei den Blauen die Zuschauereinnahmen aus. Der größte Teil der Einnahmen resultiert aus den Fernsehgeldern. 625 000 Euro pro Club sind bisher für die künftige dritte Liga vorgesehen. Kickers-Manager Joachim Cast sieht durch den geplanten neuen Fernsehvertrag gute Chancen, dass sich die TV-Gelder für jeden Drittligisten auf eine Million Euro erhöhen: „Das ist unser Ziel“, sagt er in seiner Funktion als Vertreter der Regionalligaclubs im DFB-Spielausschuss.
Stuttgarter Nachrichten
Kickers mit Respekt gegen Aalen
Stuttgart (bw) – Mit einer gehörigen Portion Respekt geht Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers in das Derby morgen (14 Uhr) gegen den Aufstiegskandidaten VfR Aalen. (…)
Die einen kämpfen um den Aufstieg in die zweite Liga, die anderen hoffen auf den Sprung in die dritte – sowohl für die Aalener als auch für die Kickers steht im Saison-Endspurt noch einiges auf dem Spiel. Daher wird es morgen im Gazi-Stadion zwischen dem Tabellenzweiten und dem Zwölften heftig zur Sache gehen. Mindestens 4500 Zuschauer werden zum Derby erwartet. Schließlich haben die Kickers einen Lauf, in sechs Spielen 14 Punkte gesammelt und damit im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga kräftig Boden gut gemacht. „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir die Wende schaffen“, betont Trainer Stefan Minkwitz. Dennoch stapeln die Gastgeber vor der Partie gegen Aalen tief. „Wir sind nicht in der Favoritenrolle“, sagt Minkwitz, sieht aber darin auch einen Vorteil: „Das ist psychologisch gesehen etwas einfacher.“ Respekt haben die „Blauen“ in erster Linie vor dem gefährlichen Angriff: Der VfR ist mit 55 Treffern einsame Spitze in der Liga. Minkwitz muss auf Angelo Vaccaro verzichten. Der Stürmer konnte wegen Schmerzen im rechten Knie unter der Woche nicht trainieren. Für ihn wird wohl Marco Tucci zum Einsatz kommen.
So wollen sie spielen: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Tucci.
Eßlinger Zeitung
Vorschau
Spielinfos:
Anstoß: 26.04.2008 14:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau
Schiedsrichter: Steuer (Menden)
Assistenten: Jeromin (Bochum), Schulte (Herdecke)
Stuttgarter Kickers: Trainer Minkwitz will der Elf von Burghausen (2:1) vertrauen. Vaccaro (Knie) ist aber fraglich, für ihn oder auch Kacani könnte Tucci kommen.
VfR Aalen: Welm wird Stickel (zwei Spiele Sperre) vertreten, der rechte Außenverteidiger Fall kehrt nach abgelaufener Gelbsperre wieder zurück. Ansonsten sind alle fit.
Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Vaccaro; Trainer: Minkwitz
VfR Aalen
Linse – A. Fall, Welm, Alder, Traub – Haller, Hofmann, C. Holzer, A. Mayer – M. Steegmann, Sailer; Trainer: Schmitt
Kicker
Kickers-Phoenix steigt aus der Asche
So erbittert wie der nächste Gegner des VfR Aalen, kämpft in der Regionalliga keiner um die Existenz. Für die Stuttgarter Kickers geht’s um alles: Nach schwacher Hinrunde haben sie sich auf Rang zwölf geschoben. Der Aufstieg in Liga drei muss her, sonst rückt der Weg des Traditionsklubs in die Bedeutungslosigkeit gefährlich nahe.
AALEN (sz) Es ist ein bitterer Kampf, den die Kickers führen: In den 90er Jahren mit guten Platzierungen in der Zweiten Bundesliga und sogar zweimaliger Teilnahme an der Bundesliga waren die Kickers zweite Kraft hinter dem VfB Stuttgart. Doch seit dem Abstieg in die Regionalliga vor sieben Jahren rücken immer mehr Finanzprobleme und interne Querelen in den Vordergrund.
Sportlich läuft es wieder
Und gerade jetzt, wo der Verein mit dem Rücken zur Wand steht, läuft es sportlich wieder so gut wie lange nicht: Seit zehn Spielen sind die Kickers ungeschlagen, in der Tabelle des Jahres 2008 befinden sie sich punktgleich mit dem VfR Aalen auf Position fünf. Ein Aufstieg wie Phoenix aus der Asche. „Die positive Grundstimmung im sportlichen Bereich überwiegt momentan alles andere“, sagt Kickers-Manager Joachim Cast.
Unterstützt wird die Mannschaft am Samstag sicher dadurch, dass sich die Kickers theoretisch mit einem Sieg bis auf Rang acht vorschieben könnten, sollten die Tabellennachbarn schwächeln. Genau davor warnt auch der Sportliche LeiterHelmut Dietterle: „Die Zahlen sprechen für sich und überraschen mich auch nicht. Wenn man derart mit dem Rücken zur Wand steht, entsteht so ein starkes Wir-Gefühl, dass alles möglich ist.“ Dem muss Cast auch zustimmen: „Jeder Spieler muss alles dem spielerischen Erfolg unterordnen. Dadurch ist die Mannschaft zu einem verschworenen Haufen geworden, der sich nicht mehr durch ein Gegentor aus dem Konzept bringen lässt.“
Fans stehen hinter dem Klub
Eine wichtige Rolle spielt laut Dietterle das Publikum, das „gerade wieder das Kickers-Gefühl entdeckt hat und die Mannschaft lautstark unterstützt“. Die Mannschaft sei kämpferisch und läuferisch äußerst stark. Besonders wichtig sei es Bashiru Gambo und Oliver Stierle im Mittelfeld nicht ins Spiel kommen zu lassen. Dann kann der Phoenix aus der Asche mit einem Sieg auch zunächst wieder auf den Boden zurückgeholt werden. Anschließend können die Stuttgarter ja wieder gewinnen, denn viertklassige Kickers, so Dietterle, „das mag man sich gar nicht vorstellen“.
StZ: „Nach der Saison geht die Arbeit erst richtig los“
Wie der Aufsichtsratsvorsitzende der Kickers, Rainer Lorz, die entscheidenden nächsten Wochen des Fußball-Regionalligisten beurteilt
STUTTGART. Gegen den VfR Aalen tritt Rainer Lorz morgen erstmals offiziell als neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Stuttgarter Kickers bei einem Heimspiel auf. Der 45-jährige Jurist äußert sich zu den verschiedenen Problemfeldern des Fußball-Regionalligisten.
Von Joachim Klumpp
Rainer Lorz zur sportlichen Situation:
„Ich denke, wir haben sehr gute Chancen, unser Ziel dritte Liga zu erreichen, nachdem in der Tabelle alles sehr eng beisammen ist. So gesehen war das Spiel in Burghausen sicher von herausragender Bedeutung, nicht nur, weil wir gewonnen, sondern unsere Konkurrenten großteils verloren haben. Allerdings haben wir auch noch ein schweres Restprogramm, das wird kein Selbstläufer, angefangen mit dem Spiel gegen Aalen.“
. . . zur Qualifikation dritte Liga:
„Die Qualifikation ist die Grundvoraussetzung, um so weitermachen zu können, wie wir uns das vorstellen. Aber dann geht die Arbeit erst richtig los. Die Frage ist, wie positionieren wir uns: Sportlich, wo wir einen schlagkräftigen Kader aufstellen müssen, aber auch finanziell, denn der geplante Etat (etwa drei Millionen Euro; d. Red.) wird nach derzeitigem Stand nur geringfügig höher sein als bisher. Und damit werden wir in der dritten Liga auch ganz unten stehen, wenn man sieht, dass Braunschweig jetzt schon sieben Millionen Euro ansetzt und 14 000 bis 15 000 Zuschauer hat – das ist natürlich ein Riesenunterschied. Wir können also nicht einfach sagen: Super, wir haben die sportliche Qualifikation geschafft, das war“s jetzt.“
. . . zu einem möglichen Investor:
„Ich sage es mal so: es gibt durchaus Überlegungen in diese Richtung, aber im Augenblick ist es nicht so, dass wir konkret etwas auf dem Tisch liegen haben. Da müsste dann ja auch die Umsetzung funktionieren. Man muss eine Mitgliederversammlung einberufen, das Modell präsentieren, die Gegebenheiten dafür schaffen. Da muss man eine Kapitalgesellschaft ausgliedern, in der der Verein nach aktuellem Recht die Mehrheit halten würde. Und ein Investor will ja vor allem eines – immer einen Rückfluss haben. Da stellt sich die Frage: Wie erwirtschafte ich den?“
. . . zur Hauptversammlung:
„Ich glaube schon, dass eine Mitgliederversammlung nach der Saison sinnvoll wäre, das muss keine außerordentliche sein, man kann die normale ja auch vom November vorziehen. Ich halte es jedenfalls nicht für falsch, dass man die Mitglieder einbindet, wenn wichtige Entscheidungen anstehen.“
. . . zur gegründeten GmbH & Co. KG:
„Wir wollen das Thema nicht so hoch hängen, aber die Frage ist ja immer: wie kann ich einen Fußballverein finanzieren? Neben kapitalmäßigen Beteiligungen vor allem über Sponsoren oder Darlehen. Und in diesem Fall wandle ich belastendes Fremdkapital in Eigenkapital um und verzichte dadurch auf einen Rückforderungsanspruch. Im Gegenzug werden Transferrechte gesichert. Und der Vorteil ist, dass das Geld aus möglichen Ablösesummen wieder dem Verein zur Verfügung gestellt werden kann.“
. . . zur vierten Liga und Insolvenz:
„Man kann jetzt nicht so tun, als ob bereits alles klar ist. Generell bin ich der Meinung, dass man eine Insolvenz vermeiden sollte, wenn es irgendwie geht. Denn die nützt keinem. Da fängt man in der fünften Liga zwar wieder bei null an, aber zu sagen, wir starten einen Durchmarsch – das ist nicht so einfach. Vorrangig sollte man deshalb alles dafür tun, dass man in der vierten Liga eine schlagkräftige Truppe hätte und weiterspielen könnte, wenngleich natürlich mit einem deutlich reduzierten Etat.“
. . . zum Verhältnis VfB Stuttgart:
„Da ist vielleicht in den vergangenen Jahren zu wenig daran gearbeitet worden, was die Abgrenzung zum VfB betrifft. Da reicht es eben nicht zu sagen, wir sind die sympathische Alternative, man muss auch konkret sagen, wie die aussehen soll. Da gibt es durchaus Überlegungen. Aber in der Situation momentan kann man als Aufsichtsratschef nicht hingehen und sagen, wir machen jetzt alles vollkommen neu. Wir ziehen die restlichen Spiele der Saison sauber durch. Danach folgt die Bestandsaufnahme, bei der wir uns fragen müssen: wo stehen wir, wo wollen wir hin – wer ist dabei?“
. . . zum Darlehen des Expräsidenten:
„Die mir gegebenen Informationen sagen, dass der DFB das Rangrücktrittsdarlehen von Hans Kullen akzeptiert, wenn unser Wirtschaftsprüfer das als ausreichend ansieht. Und das tut er. So gesehen gehe ich davon aus, dass der DFB das nicht bemängelt. Man kann natürlich nicht ausschließen, dass es Auflagen oder gar Bedingungen bei der Lizenzierung geben wird. Aber in dieser Hinsicht sind wir, glaube ich, in guter Gesellschaft.“
. . . zum Liquiditätsproblem der Kickers:
„Die finanzielle Seite hängt für mich eng mit der sportlichen zusammen. Wenn man in die Saison geht, ist der Etat weitgehend gedeckt. Aber es gibt immer auch abhängige Faktoren, wie spontane Werbemaßnahmen oder die Zuschauereinnahmen, die bei uns durch die sportliche Situation ins Wanken geraten sind. Ob man da jemand einen Vorwurf machen kann, das würde ich doch mit einem Fragezeichen versehen, zumal wir ja nicht mit 5000, sondern mit 3500 Besuchern geplant hatten. Derzeit ist die Liquidität gesichert, schwierig ist immer noch der Juni, wenn keine Spiele mehr stattfinden. Den überbrückt man natürlich leichter, wenn man für die dritte Liga qualifiziert ist. Die Sponsoren sagen: im Mai reden wir gerne weiter – was ja auch verständlich ist.“
Rainer Lorz gehört dem Aufsichtsrat der Stuttgarter Kickers seit November 2005 an. Der Jurist aus Degerloch beschäftigt sich vor allem mit der unternehmerischen Nachfolgeplanung. Der Honorarprofessor an der Universität Stuttgart hat aber auch einen persönlichen Bezug zum Fußball. Bis zu seinem 24. Lebensjahr spielte er selbst – unter anderem bei der DJK Konstanz – und hat Jugendmannschaften trainiert.
Stuttgarter Zeitung
U17 unterliegen Karlsruhe
Unglücklich unterlagen die B-Junioren der Kickers heute dem Nachwuchs des Karlsruher SC mit 2:3. Die Tore von Alexander Novak und Hakan Arslan reichten nicht für zumindest einen Zähler im Kampf gegen den Abstieg. Am Samstag geht es zum Nachwuchs des FC Bayern München.
Die Kickers spielten mit:
Grgic; Schaal (70. Arslan), Bondel, D. Müller, Mägerle; Frank (70. Gökdemir), Avdic, Kotaidis, Hofmann (59. D. Schulze), Straub; Koutsiofitis (41. Novak)
Ein Herz für die Kleinen
Viele fragen sich: Warum ist bei den Stuttgarter Kickers nie Geld da? Ich halte es für angebracht, dazu etwas zu sagen. Das Problem ist die gewaltige Einnahmenschieflage im Umfeld. Beginnen wir mit den Vereinsmitgliedern, dann ist festzustellen, dass der VfB Stuttgart mindestens 20-mal so viele zahlende Mitglieder hat wie die Stuttgarter Kickers. Der VfB hat in einem einzigen Spitzenspiel mehr Zuschauer als die Kickers in 17 Heimspielen zusammen. Der Etat der Blauen für alle Spieler inklusive der Vereinsangestellten liegt bei 2,5 Millionen Euro. Beim VfB verdient ein Teil der Profis jährlich mehr, als die Kickers für die gesamte Saison zur Verfügung haben.
Ein Durchschnittsverdiener kommt in 80 Lebensjahren inklusive Rente nicht auf dieses Bruttoeinkommen. Es klingt deshalb wie Hohn, wenn VfB-Aufsichtsratchef Dieter Hundt die zu hohen Lohnerhöhungen kritisiert, für VfB-Profis aber ein Millionengehalt für gerechtfertigt hält. Es ist ein Umdenken bei Zuschauern und Sponsoren notwendig – hin zu mehr Fair Play. Auch die kleinen Vereine sollten existieren können.
Oswald Reichert, Ammerbuch-Pfäffingen
Stuttgarter Nachrichten
Die Kickers im Knast: Begegnung und Beklemmung
Fast wäre das Spiel der Stuttgarter Kickers in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim buchstäblich ins Wasser gefallen, aber dann konnte es auf einem 50 x 30 Meter großen Platz doch noch stattfinden. Wohl war der Platz leicht abschüssig und mit einigen Wasserlachen durchsetzt, aber als Bewegungs- und Trainingseinheit bildete die Begegnung vor allem für die Junioren-Auswahl der JVA eine willkommene Abwechslung.
Das Ergebnis von 5:5 und einem Torwarttausch von Manuel Salz war dabei sekundär, im Vordergrund stand vielmehr die Freude am Fußballspiel und an der Bewegung. Bis auf Vaccaro und Parmak waren sämtliche Kickersspieler mitge-kommen, obwohl auf beiden Seiten jeweils nur sechs Feldspiel plus Torwart zum Einsatz kamen. Manche Rutschpartie entwickelte sich vor allem auf Seiten der Juniorenauswahl, als die Kickers schnell den Ball von Mann zu Mann laufen ließen.
Nach dem Spiel selbst folgte eine Diskussionsrunde mit den insgesamt 24 anwesenden Häftlingen, bei denen sich die Jugendlichen über den Profialltag der Kickers erkundigten und die Spieler ihrerseits etwas über den Tagesablauf in einem Gefängnis wissen wollten. So erfuhren die Spieler beispielsweise, dass die Jugendlichen am Tag 23 Stunden in der Zelle einsitzen und nur eine Stunde im Hof verbringen können. Die Häftlinge wollten dann wissen, wer der Starspieler bei den Kickers sei. Cheftrainer Stefan Minkwitz entgegnete darauf: “Bei uns ist die Mannschaft der Star.“
Im Anschluss an die Diskussionsrunde verteilten die Spieler die heiß begehrten Trikots, Autogramme und Poster und da kamen sich die jugendlichen Häftlinge wie an Weihnachten vor. Eine interne Führung in der durch die Terroristenprozesse bekannt gewordenen Justizvollzugsanstalt schloß sich an und die Kickers-Delegation erlebte aus allernächster Nähe den tristen Alltag der Inhaftierten. Im siebten Stock wurde auch der Trakt begutachtet, in dem einst Ulrike Meinhof und Andreas Baader einsaßen. Bei einem Blick in eine Viermann-Zelle entdeckten dann die Kickersspieler wieder einige Kontrahenten auf dem Fußballplatz.
„Das war schon ein beklemmendes Gefühl“, meinte beispielsweise Kickers-Kapitän Oliver Stierle. Und Marco Tucci ergänzte:“ Da sieht man erst, wie gut es uns geht.“ Das Fazit von Manager Joachim Cast: “Es war für uns alle interessant einmal die Schattenseiten des Lebens kennenzulernen und mit jenen Menschen zu kommunizieren, die am Rand der Gesellschaft stehen. Unser Besuch dürfte für die Häftlinge ein willkommener Kontrast in ihrem nüchternen Alltag gewesen sein.“
Bilder auf der Offiziellen Homepage
StZ: Kickers suchen Yelldell-Nachfolger
Salz soll Nummer eins werden
STUTTGART (ump). Eines lässt sich jetzt schon absehen: am Samstag zum Regionalligaheimspiel gegen den VfR Aalen wird die Saisonbestmarke der Stuttgarter Kickers im Gazi-Stadion fallen. Die steht bei 3710 Zuschauern aus dem ersten Heimspiel gegen Regensburg. Eine besondere Fanaktion wird es allerdings nicht mehr geben, nachdem die angedachte Autogrammstunde mit dem Süßener Boxweltmeister Firat Arslan aus terminlichen Gründen nicht klappt. Und der Manager Joachim Cast fügt hinzu: „Spezielle Freikartenaktionen genehmigt der DFB in der Regel nur zwei Mal im Jahr.“ Die haben die Kickers bereits in der Hinrunde gegen Elversberg und Ingolstadt ausgeschöpft. Gerade in der Schlussphase der Saison soll so eine Wettbewerbsverzerrung vermieden werden; außerdem partizipiert der Verband mit fünf Prozent an den Spieleinnahmen.
In Sachen Personalien arbeitet Jens Härter weiter an seinem Comeback: „Er hat nochmal einen Kniespezialisten konsultiert, der ihm zunächst von einer Operation abgeraten hat“, sagt Cast. Der Manager hat nach den Wechselabsichten des Stammtorhüters David Yelldell inzwischen erste Gespräche mit dem bisherigen Ersatzmann Manuel Salz geführt. Tenor Cast: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass er das Zeug zur Nummer eins hat.“
Stuttgarter Zeitung