Presse zu Fortuna Düsseldorf – Stuttgarter Kickers (2:0)

0:2 in Düsseldorf – Kickers tun zu wenig

In der dritten Liga kommen die Stuttgarter nach einem harmlosen Auftritt nicht vom Tabellenende weg – Rosen fehlt nächste Woche

DÜSSELDORF (StZ/wz). Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat nach der Winterpause einen Fehlstart hingelegt – und bei Fortuna Düsseldorf 0:2 (0:1) verloren. Danach sagte der Kickers-Trainer Edgar Schmitt: „Wir hatten uns viel mehr vorgenommen.“

Die Letzten werden die Ersten sein. Zumindest übertragen auf den Spielplan traf dieses Bibelwort gestern für die Stuttgarter Kickers zu. Das Schlusslicht der dritten Liga nämlich bildete den Auftakt ins Jahr 2009 – doch nach der 0:2-Niederlage in der LTU-Arena sind die Schwaben von der Tabellenspitze nach wie vor so weit weg wie vom DFB-Pokalsieg. „Ich bin nicht zufrieden mit der Leistung“, sagte der Kickers-Trainer Edgar Schmitt nach der Partie, „die Tore sind durch Fehler gefallen, die man so nicht machen darf.“

Dabei erlebten die Kickers die erste Schrecksekunde schon in der ersten Minute, als Ahmet Cebe frei zum Schuss kam, Torhüter Manuel Salz aber parierte. Wie auch später nach einem verunglückten Rückpass von Alexander Rosen vor Ranisav Jovanovic. Der Fortuna-Stürmer war dann aber beim Führungstreffer maßgeblich beteiligt. Der Ex-Mainzer hatte uneigennützig auf Simon Terodde, den Neuzugang aus Duisburg, gepasst, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte – ein schöner Angriff wurde mit dem 1:0 abgeschlossen und motivierte die Gastgeber vor den knapp zehntausend Zuschauern offensichtlich noch mehr. Fortuna gab den Ton an, das blieb auch dem Kickers-Trainer nicht verborgen, der schon mal Ralf Kettemann (als Alternative im defensiven Mittelfeld) zum Warmlaufen schickte, mit der Einwechslung aber bis zur Pause wartete.

Das Düsseldorfer Übergewicht war zwar vorhanden, allerdings machte die Mannschaft des Trainers Norbert Meier zu wenig daraus. Der hatte vor der Partie noch gewarnt: „Es wäre fatal, eine Mannschaft zu unterschätzen. 90 Minuten volle Konzentration sind gefordert, denn wir wollen um jeden Preis gewinnen.“ Nach einer halben Stunde der erste (und fast einzige) Warnschuss der Kickers von Rosen, der knapp am Pfosten vorbeiging. In der Phase vor der Pause hätte die Fortuna nachlegen können, vor allem als Jovanovic einen Freistoß aus 18 Metern an die Latte zirkelte. Mit dem 0:1 zur Halbzeit waren die Gäste jedenfalls gut bedient. Neben Torwart Salz lobte Schmitt vor allem den Neuzugang Torsten Traub („er hat eine überragende Leistung gezeigt“), obwohl die Fortuna in Jovanovic und Terodde zwei ständige Unruheherde im Angriff hatte.

Einen solchen wollte Edgar Schmitt dann mit der Einwechslung des Heimkehrers Mustafa Parmak nach einer Stunde auf Kickers-Seite bringen, doch zunächst einmal traf Olivier Caillas auf der Gegenseite mit einem Freistoß erneut nur die Latte. Glück für die Kickers! Doch auch das ist bei der Fortuna irgendwann aufgebraucht, so wie gestern in der 76. Minute. Wieder ein Freistoß für die Düsseldorfer – und diesmal traf der Ex-Aalener Marco Christ zum 2:0; aller guten Dinge sind eben drei. Damit war das Spiel gelaufen, zumal die Kickers im Angriff kaum eine Alternative besaßen, so dass der Oberligaspieler Mijo Tunjic zu seinem ersten Drittligaeinsatz kam. Aber unter dem Strich war die Offensivleistung zu harmlos, um bei dem Aufstiegsanwärter etwas zu holen.

Ob sich daran nächste Woche etwas ändert? Zwar ist Bashiru Gambo im Heimspiel gegen Unterhaching wieder spielberechtigt, doch Orlando Smeekes fehlt noch eine Partie, genau wie jetzt der Kapitän Alexander Rosen, der seine fünfte Gelbe Karte kassierte. „Wir müssen die Ruhe bewahren“, sagte Schmitt gestern, der zudem immer betont hatte: „Am Schluss wird abgerechnet.“ Mit anderen Worten: wer zuletzt lacht, lacht am besten. Ob das die Kickers sein werden?

Fortuna Düsseldorf: Melka – Halet, Palikuca, Langeneke, Hampel – Cebe (87. Costa), Sieger (70. Christ), Lambertz, Caillas – Jovanovic (77. Gaus), Terodde.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Traub, Mann, Härter (58. Parmak) – Reiß, Deigendesch, Rosen (46. Kettemann), Gentner – Kacani (77. Tunjic), Galm.

Schiedsrichter: Kuno Fischer (Leer).

Tore: 1:0 Terodde (10.), 2:0 Christ (76.).

Zuschauer: 9125.

Gelbe Karten: Christ, Jovanovic – Rosen (5).

Stuttgarter Zeitung

0:2 – Kickers in Düsseldorf chancenlos

Die Blauen präsentieren sich beim Start ins Fußballjahr 2009 ohne Mut und Ideen

Düsseldorf – Nichts war es mit dem Startschuss zur Aufholjagd für die Fußballer der Stuttgarter Kickers: Das Drittliga-Schlusslicht unterlag bei Fortuna Düsseldorf mit 0:2 (0:1). Die chancenlosen Blauen präsentierten sich im Spiel nach vorne viel zu harmlos.

VON BERND JOLITZ

Es gab schon einige Spiele in dieser Saison, da ärgerte sich Edgar Schmitt, wie unverdient seinen Blauen die Punkte flöten gingen. Nach der Partie in der LTU-Arena blieb dem Kickers-Trainer nichts anderes übrig, als den Sieg des Gegners neidlos anzuerkennen: „Das Spiel ist schnell erzählt“, sagte Schmitt, „Düsseldorf war besser und hat verdient gewonnen.“ Auch die Kickers-Neuzugänge konnten keine Impulse geben.

Von Anfang an standen die Blauen vor 9125 Zuschauern unter Druck. Bereits nach 24 Sekunden hatte die Fortuna eine Riesenchance durch Ahmet Cebe – Kickers-Keeper Manuel Salz parierte. In der zehnten Minute war der 23-Jährige dann machtlos: Simon Terodde traf nach feiner Vorarbeit von Ranisa Jovanovic. Es sah so aus, als würde Düsseldorf die Kickers überrennen. Doch nach 25 Minuten befreiten sich die Blauen vom Druck. Ein 17-m-Schuss von Kapitän Alexander Rosen ging haarscharf am Tor vorbei. Es sollte die einzige Chance der Kickers in diesem Spiel bleiben. Was umso bedenklicher stimmt, da auch die Fortuna in diesem durchschnittlichen Drittligaspiel kein Feuerwerk abbrannte. Die Erklärung von Trainer Norbert Meier: „Einige meiner Spieler hatten Magenkrämpfe, deshalb konnten wir das Tempo nicht hochhalten.“Es reichte auch so, um die ideen- und mutlosen Kickers zu besiegen. Jovanovic (40.) und Olivier Caillas (62.) hatten sogar noch Pech – sie zirkelten zwei Freistöße an die Latte. Besser machte es Marco Christ: Der Ex-Aalener sorgte mit seinem Freistoßtreffer aus 19 Metern für die Entscheidung – 2:0 (76.). Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum konnte auf der Tribüne nur den Kopf schütteln: „Was unsere Mannschaft zeigte, war einfach nur enttäuschend.“

Wie es besser werden soll? „Wir können jetzt nur hoffen, dass unsere kranken und gesperrten Spieler schnell wieder dabei sind“, sagte Schmitt. Bashiru Gambo ist in der nächsten Partie gegen die SpVgg Unterhaching am 14. Februar (14 Uhr/Gazistadion) wieder spielberechtigt. Auch Sascha Traut und Michael Schürg dürften dann wieder fit sein. Dafür fehlt Kapitän Alexander Rosen (fünfte Gelbe Karte). Und der Rückstand zum rettenden Ufer wird immer größer.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers zu harmlos
Der Fußball-Drittligist unterliegt in Düsseldorf mit 0:2

Düsseldorf (red) – Die Stuttgarter Kickers starten nach der Winterpause mit einer 0:2 (0:1)-Niederlage bei der Fortuna Düsseldorf. Am 21. Spieltag der dritten Liga kassierten die Stuttgarter in der LTU-Arena die elfte Saisonpleite.

Die Rheinländer hingegen verbuchten ihren elften Sieg und bleiben als Vierter auf Tuchfühlung zum Spitzen-Trio. Vor 9125 Zuschauern makierte gestern Abend Simon Terodde bereits nach zehn Minuten die Düsseldorfer Führung. Marco Christ (76.) sorgte dann für die Entscheidung. Die Fortunen waren von Beginn an das aktivere Team und hatten deutlich mehr Spielanteile. „Wir waren am Ball nicht aggressiv genug“, bemängelt Edgar Schmitt. Der Stuttgarter Trainer ärgert sich zudem, dass beide Gegentreffer aus individuellen Fehlern resultierten. Dennoch nimmt Schmitt die Spieler in Schutz: „Düsseldorf hat einfach eine andere Qualität als unser Team.“ Vor der Partie hatten sich die Verantwortlichen und die Spieler viel vorgenommen – das Tabellenschlusslicht strahlte Zuversicht aus, auch hinsichtlich der Neuzugänge. Vor allem Torsten Traub überzeugte. „Er hat überragend gespielt“, spart Schmitt nicht mit Lob für den Abwehrspieler. Auch Danny Galm stand bereits in der Startelf und Mustafa Palmak wurde eingewechselt. Aber auch die Neuverpflichtungen gaben dem Spiel nach vorne nicht mehr Aggressivität. Gegen die SpVgg Unterhaching muss in der nächsten Woche zuhause nun dringend etwas Zählbares folgen. Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Härter (59. Parmak) – Reiß, Deigendesch, Rosen (46. Kettemann), Gentner – Galm, Kacani (77. Tunjic).

Eßlinger Zeitung

Gelungener Rückrundenauftakt für Fortuna – Kickers weiterhin Schlusslicht
Düsseldorfer erledigt Pflichtaufgabe

In der ersten Partie des 21. Spieltages empfing Fortuna Düsseldorf in der LTU Arena die Mannschaft der Stuttgarter Kickers. Für die Düsseldorfer stand als Tabellenvierter gegen das Schlusslicht ein Pflichtsieg auf dem Programm. Durch den „Dreier“ setzen sich die Rheinländer zunächst vor Tabellennachbarn Emden auf den Relegationsplatz. Für die Kickers hingegen wird die Luft im Tabellenkeller immer dünner: Sechs Punkte Abstand haben die Stuttgarter inzwischen auf den Siebzehnten Jahn Regensburg.

Kickers-Trainer Edgar Schmitt hatte durch Verletzungen und Sperren keine große Auswahl. Der aus Aalen geholte Abwehrspieler Traub rückte für Ortlieb in die Innenverteidigung. Im Mittelfeld rückte Reiß für Traut in die Startformation. Die weitreichendsten Veränderungen nahm Schmitt in der Offensive vor: Für Schürg und den gesperrten Smeekes standen hier Neuzugang Galm und Kacani von Beginn an auf dem Platz. Auch Düsseldorfs Coach Norbert Meier veränderte sein Team in der Offensive: Hier musste der nach einer Grippe wiedergenesene Kastrati weichen. Für ihn begann Neuzugang Terodde neben Jovanovic.

Und der Fortuna-Neuling Terodde brachte sich von Beginn an gut in das Team ein. Bereits nach zehn Minuten stand er bei einem Zuspiel von Jovanovic, der sich gegen Mann durchgesetzt hatte, goldrichtig und verwandelte zur 1:0-Führung der Fortuna. Bereits drei Minuten später kam der Ball wieder gefährlich vor das Stuttgarter Tor. Doch der Aufpraller, den Keeper Salz wohl nicht mehr erwischt hätte, ging knapp neben das Tor. Auch im weiteren Spielverlauf blieb die Fortuna die spielbestimmende Mannschaft. Doch das Team von Norbert Meier verpasste es, die verdiente Führung auszubauen und blieb besonders bei Standardsituationen zu ungefährlich. In der 30. Minute kamen die Gäste dann zu ihrer ersten nennenswerten Chance: Galm zog ab, doch sein Schuss ging knapp am Pfosten vorbei. Ein Freistoß aus 18 Metern hätte vor der Halbzeit fast doch noch das 2:0 gebracht. Doch der Schuss von Jovanovic ging an die Latte.

Die Stuttgarter kamen etwas besser aus der Pause. Doch zunächst setzte Deigendesch einen Freistoß der Kickers in die Mauer (48.), und einen weiteren Freistoß konnte Melka aus der Gefahrenzone fausten (54.). In der 62. Minute bekamen die Düsseldorfer nach einem Foul an Cebe einen Freistoß zugesprochen. Doch bei dem Schuss von Caillas rettete erneut das Aluminium für die Kickers. In der 76. Minute gelang den Düsseldorfern dann der 2:0-Treffer. Jovanovic wurde knapp vor den Strafraum unfair gestoppt und der sechs Minuten zuvor eingewechselte Christ verwandelte den fälligen Freistoß flach in die Ecke. Auch in der Schlussphase blieb der Düsseldorfer Sieg ungefährdet. Durch den fahrlässigen Umgang mit Standardsituationen verpassten die Fortunen jedoch einen höheren Sieg.

Die Düsseldorfer Fortuna empfängt am Samstag, den 14.02. ab 14 Uhr Wacker Burghausen. Zeitgleich haben die Stuttgarter Kickers die SpVgg Unterhaching zu Gast.

Kicker

0:2! Kickers viel zu harmlos
Von RUDI HERBERT

Wieder kein Schritt voran…0:2 in Düsseldorf!

Die Stuttgarter Kickers haben im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga eine weitere Chance leichtfertig vergeben.

Gegen die keineswegs überragenden Fortunen (zuvor 4 Spiele ohne Sieg) ließen die Schwaben einmal mehr den letzten Biss vermissen. Null Zug zum Tor, die Kickers waren viel zu harmlos.

Terodde (10.) und Christ (76.) machten die Tore für die Düsseldorfer, die außerdem noch zweimal die Latte trafen.

Für die Kickers war es schon die elfte Saisonniederlage im 21. Spiel. Mit Schlaffi-Auftritten wie diesem kommt Trainer Edgar Schmitt mit seiner Truppe ganz sicher nicht mehr vom Tabellenende weg…

BILD

Arbeitssieg zum Start 2:0 gegen Kickers! Christ erlöst Fortuna
Von DIRK KRÜMPELMANN und JÖRG ZSCHOCHE

Es war kein Fußball-Feuerwerk. Aber Fortuna Düsseldorf feierte gestern vor 9125 Fans in der Arena einen 2:0-Arbeitssieg gegen die Stuttgarter Kickers. Rückte damit dem Dritten Emden bis auf einen Punkt auf den Pelz.

Trainer Norbert Meier: „Ein wichtiger Sieg zum Auftakt, nur das zählt heute. Wir haben die Teams vor uns so unter Druck gesetzt.“

Aufatmen bereits vor dem Spiel: Michael Melka (Hüftprellung) und Jens Langeneke (Halswirbel-Probleme) bestanden den Härtetest, konnten ran. Und es ging sofort Richtung Kickers-Tor. Ahmet Cebe verballerte nach 26 Sekunden aus 14 Metern.

Trotzdem gelang die frühe Führung. Sturmführer Ranisav Jovanovic tankte sich mit einem Klasse-Solo durch die Gäste-Abwehr. Alleine vor Stuttgart-Keeper Manuel Salz legte er den Ball uneigennützig quer. Der mitgelaufene Simon Terodde brauchte nur noch zum 1:0 ins leere Tor einschieben (10.). Für „Torodde“ beim ersten Punktspiel für Fortuna ein toller Einstand.

Aber – danach ließ sich Fortuna von den erschreckend schwachen Kickers einlullen. Die kamen plötzlich sogar zu zwei, drei Torschüssen.

Doch der Letzte im Abschluss viel zu harmlos. Fortuna allerdings auch nur noch durch ruhende Bälle gefährlich. Kurz vor der Pause zirkelte Jovanovic einen 18-Meter-Freistoß vor die Latte (40.). Nach 62 Minuten machte ihm Olivier Caillas das nach, nagelte einen Freistoß aus 20 Metern vors Gebälk.

Der eingewechselte Christ zeigte beiden dann, wie es klappt. Und erlöste so Fortuna! Sein trockener 18-Meter-Hammer (natürlich ein Freistoß!) – 2:0 (76.). Der Dreier endgültig war eingetütet.

Keeper Melka: „Das war ein Pflichtsieg. Wir hätten es eher entscheiden können. Aber der Sieg war nie ernsthaft in Gefahr.“ Und Torschütze Terodde fügte hinzu: „Wir haben uns den Erfolg hart erarbeitet. Wir wollten die drei Punkte unbedingt.“ Hat geklappt…

BILD

Auftakt misslungen: Kickers unterliegen in Düsseldorf mit 0:2

Die Stuttgarter Kickers haben am Donnerstagabend ihr Drittliga-Gastspiel bei Fortuna Düsseldorf mit 0:2 (0:1) verloren. Simon Terrode erzielte in der zehnten Spielminute den Führungstreffer für den Tabellenvierten, in der 76. Minute traf der kurz zuvor eingewechselte Marco Christ zum Endstand. Auf der Gegenseite gelang es dem Tabellenletzten im Verlauf der 90 Spielminuten jedoch nicht, sich vor den gut 9000 Zuschauern nennenswerte Tormöglichkeiten zu erarbeiten. Einzige Ausnahme: ein Schuss von Kickers-Kapitän Alexander Rosen, der in der ersten Halbzeit das Ziel nur knapp verfehlte.

Vor dem Anpfiff der Partie in der derzeit größten Spielstätte der dritten Fußball-Liga (Fassungsvermögen: 30 500 Zuschauer) hatte sich der Düsseldorfer Trainer Norbert keineswegs siegessicher gezeigt. Die Kickers seien „ein unbequemer Gegner und besser als ihre Platzierung ahnen lässt“, sagte Meier. In zuletzt einigen Partien hätten dies die Degerlocher, die sich in der Winterpause mit fünf neuen Akteuren verstärkten, eindrucksvoll bewiesen. „Daher wäre es fatal, eine Mannschaft zu unterschätzen. 90 Minuten volle Konzentration sind gefordert, denn wir wollen um jeden Preis gewinnen.“

Es ist letztlich so gekommen, wie es der Fortunen-Coach von seiner Mannschaft gefordert hatte. Nach den 90 Spielminuten mussten die Gäste, die Mannschaft von Kickers-Trainer Edgar Schmitt, die Überlegenheit des Tabellenvierten anerkennen. Zwei Neuzugänge, der Innenverteidiger Torsten Traub und der Angreifer Danny Galm, standen in der Startformation. Im Verlauf des zweiten Abschnitts kam auch noch Mustafa Parmak in die Partie. Jedoch: Nicht nur dass die Gastgeber im Verlauf der Partie durch den Winter-Zugang Simon Terrode (10.) und Marco Christ (76.) die Treffer erzielten. Die Hausherren besaßen vor 9125 Besuchern darüber hinaus bei zwei Lattentreffern die Chance, das Ergebnis durchaus noch deutlicher zu ihren Gunsten gestalten.

Bester Akteur aufseiten der Stuttgarter Kickers war am Donnerstagabend neben Torsten Traub, der laut Trainer „eine überragende Leistung gezeigt hat“, der Schlussmann Manuel Salz. Mit zahlreichen Paraden und guten Reflexen hielt der 23-Jährige seine Mannschaft über lange Zeit im Rennen. An den beiden Gegentoren war jedoch auch Salz machtlos. Dem Führungstreffer vorangegangen war ein Ballverlust von Benedikt Deigendesch im Mittelfeld. Bei der anschließenden Rettungsaktion rutschte der Abwehrspieler Marcus Mann zu allem Überfluss auch noch aus. Schlussendlich war Terrode als Torschütze der Nutznießer – das 1:0. Alexander Rosen hatte die einzige gefährliche Situation vor dem Seitenwechsel. Sein Schuss ging allerdings knapp am Düsseldorfer Gehäuse vorbei. Für den gelb-rot-gefährdeten Kickers-Mannschaftskapitän, der nach der Halbzeitpause in der Kabine blieb, brachte Trainer Schmitt Ralf Kettemann.

Die Entscheidung in dieser Partie fiel schließlich in der 76. Spielminute im Anschluss an einen Freistoß am Kickers-Strafraumeck. Christ, erst wenige Minuten zuvor eingewechselt, fasste sich aus knapp 16 Meter ein Herz und drosch die Kugel mit einem sehenswerten Diagonalschuss ins lange Eck – unerreichbar für den guten Manuel Salz. Edgar Schmitt war die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff anzusehen. „Wir hatten uns viel mehr vorgenommen“, sagte er, „doch vor allem im Spiel nach vorne haben wir uns heute zu harmlos angestellt“.

Die Spielstatistik:

Fortuna Düsseldorf: Melka – Halet, Palikuca, Langeneke, Hampel – Cebe (86. Costa), Sieger (70. Christ), Lambertz, Caillas – Jovanovic (77. Jaus), Terodde. Trainer: Meier.
Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Härter (59. Parmak) – Reiß, Deigendesch, Rosen (46. Kettemann), Gentner – Galm, Kacani (77. Tunjic). Trainer: Schmitt.

Zuschauer:
9125 Fans in der Düsseldorfer LTU-Arena

Tore:
1:0 Terrode (10.), 2:0 Christ (76.)

Schiedsrichter:
Fischer (Leer)

Verwarnungen:
Jovanovic, Christ / Rosen

Offizielle Homepage

EßZ: Das Urgesteinle

Verteidiger Moritz Steinle ist den Stuttgarter Kickers seit 19 Jahren treu und soll mit seiner Erfahrung im Abstiegskampf helfen

Von Beate Wockenfuß

Stuttgart – Er ist der Dauerbrenner bei den „Blauen“: Als siebenjähriger Steppke kam Moritz Steinle einst zu den Stuttgarter Kickers und blieb ihnen von der F-Jugend über die Amateure bis zur ersten Mannschaft treu. Noch niemals in den vergangenen 19 Jahren hat der Außenverteidiger, der nächste Woche seinen 26. Geburtstag feiert, das Trikot eines anderen Vereins getragen. Umso härter traf es ihn, als er in der vergangenen Saison plötzlich kaum noch zum Einsatz kam. Und umso erfreuter war Steinle, als er Anfang Dezember plötzlich in die Stammformation zurückgeholt wurde – und dem Schlusslicht nun dabei helfen soll, die Kurve zu kriegen.

„Ich habe immer gesagt, dass ich zur Verfügung stehe, wenn Not am Mann ist“, erklärt der Stuttgarter, der sich nach der bitteren Zeit auf der Ersatzbank eigentlich von der Profi-Karriere verabschiedet hatte. Seit Sommer konzentriert er sich auf seine berufliche Laufbahn. „Dass ich studieren wollte, war von Anfang an klar. Schließlich muss man auch noch etwas Gescheites machen“, meint Steinle mit einem Schmunzeln. Seine sportliche Situation hatte ihm die Entscheidung erleichtert, sofort mit dem Studium der Verpackungstechnik an der Fachhochschule in Stuttgart-Vaihingen loszulegen. Dem Oberliga-Team blieb das Urgestein erhalten. Dass er bei seiner überraschenden Reaktivierung auch ein Stück weit Genugtuung em­pfand, leugnet der 25-Jährige nicht: „Natürlich, es ist immer ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden.“

Doch eins ist für ihn klar: „Das Studium geht vor.“ Das weiß auch der Verein und akzeptiert diese Einstellung. „Wir sind froh, dass wir so einen Mann noch in der Hinterhand haben“, sagt Manager Joachim Cast. So wird der Trainingsplan des Erstsemestlers dem Stundenplan angepasst und nicht anders herum. Muss er bei den Einheiten der ersten Mannschaft im Hörsaal sein, trainiert er abends mit dem Oberliga-Team. Jetzt stehen allerdings drei harte Wochen für den Fußball spielenden Studenten an. Am Montag hat die Prüfungszeit begonnen, in der insgesamt sieben Klausuren zu absolvieren sind. Beim Auftaktspiel heute (19 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf kann der 25-Jährige aber trotzdem dabei sein. Der Termin liegt genau zwischen zwei Tests gestern und morgen – und Steinle fiebert ihm trotz Lernstress schon lange entgegen. „Das will ich mir nicht entgehen lassen“, sagt er zu dem Duell der Traditionsvereine in der größten Arena der dritten Liga. Gelernt wird halt auf der Busfahrt.

Solide und zuverlässig
Bei seinem Comeback am 7. Dezember agierte der Abwehrspieler gewohnt solide und zuverlässig und spielte sich so in die Stammformation von Trainer Edgar Schmitt, in der er für die Dauer der Rückrunde gesetzt sein dürfte. „Ich war total nervös“, erinnert sich Steinle an seine erste Drittliga-Partie gegen den SV Werder Bremen II. Doch das merkte man ihm nicht an. Im Gegenteil: Der Routinier strahlte Ruhe und Sicherheit aus. „Ich stand nicht so unter Druck, war unbelasteter, da ich die schlechten Erfahrungen in dieser Saison nicht mitgemacht hatte“, erklärt er seine Lockerheit. Für ihn ging es quasi bei Null los. Der Rechtsfuß hofft, nun dazu beitragen zu können, dass die Mannschaft ihren häufigen Einbruch in der Schlussphase abstellt. „Viel reden und im Zweikampf Zeichen setzen“, lautet sein Rezept, um die Konzentration bis zum Abpfiff hoch zu halten.

Apropos Zweikampf: Eigentlich ist Steinle keiner, der beinhart zur Sache geht. Das beweist ein Blick in seine Regionalliga-Bilanz: In 117 Spielen kassierte er nur zwölf Gelbe Karten – ungewöhnlich für einen Verteidiger. „Ich versuche eben immer früher am Ball zu sein und die Situation so elegant wie möglich zu lösen“, erklärt Steinle, weist allerdings pflichtbewusst auf seine bisher einzige Rote Karte im DFB-Pokal hin. „Aber das war eine Fehlentscheidung“, betont er lächelnd.

Nicht nur in Sachen Kickers zeichnet ihn eine bemerkenswerte Treue aus. Dass der 25-Jährige generell ein beständiger Typ ist, zeigt sich auch in seiner Beziehung zu Freundin Rebecca, mit der er bereits seit acht Jahren zusammen ist. Sie war eine wichtige Stütze für ihn, als es sportlich nicht so gut lief und ist jetzt natürlich froh und stolz, wenn sie mit Hund Max ihren Moritz in der dritten Liga kicken sieht.

Eßlinger Zeitung

Vorberichte Fortuna Düsseldorf – Stuttgarter Kickers

Kickers an diesem Donnerstag (19 Uhr) zu Gast bei Fortuna Düsseldorf

Die Aufholjagd kann beginnen
Die Aufholjagd kann beginnen: An diesem Donnerstag nehmen die Stuttgarter Kickers erstmals im neuen Jahr den Abstiegskampf in der dritten Fußball-Liga auf – mit dem vorgezogenen Gastspiel des 21. Spieltags bei Fortuna Düsseldorf, dem Tabellenvierten. Vor dem Anstoß in der Düsseldorfer LTU-Arena (19 Uhr) sagt der Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt: „Wir müssen unsere Stärken in die Waagschale werfen und brauchen uns nicht zu verstecken.“

Goldverdächtig erscheint vor dem Anpfiff in der Düsseldorfer LTU-Arena in jedem Fall die Auswahl des Mannschaftsquartiers, in welchem die Equipe des Drittligisten Stuttgarter Kickers nach ihrer Busreise am Dienstagnachmittag Quartier bezogen hat. Im Landhaus von Rolf Milser, dem Olympiasieger im Gewichtheben von 1984 in Los Angeles, residierte in Duisburg-Huckingen unter anderem schon die monegassische Fürstenfamilie während des Champions-League-Finales 2004 – und ebenfalls die italienische Fußball-Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 2006.

Um den WM-Sieg, wie ihn vor drei Jahren beim Weltturnier in Deutschland die „Squadra Azzurra“ bekanntlich errungen hat, geht es am Donnerstag gleichwohl nicht. Aus Sicht der Gäste erscheinen allerdings die drei Zähler, die in der Partie im Düsseldorfer Fußball-Schmuckkästchen zwischen dem Tabellenvierten und dem Tabellenletzten der dritten Fußball-Liga zur Debatte stehen, nahezu ähnlich wertvoll. Sechs Zähler beträgt für die Kickers momentan der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. Der Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt macht jedenfalls keinen Hehl daraus, dass er an dem Schauplatz, an welchem am kommenden Donnerstag auch die deutsche Fußball-Nationalelf gegen Norwegen antritt, nur zu gerne die Maximalausbeute einfahren möchte.

„Düsseldorf hat eine starke Mannschaft und steht nicht zu Unrecht auf dem vierten Tabellenplatz“, sagte er am Mittwoch. Doch sein Motto lautet: „Respekt ja, Angst nein.“ Angesichts dieser Devise bereitet der 45-Jährige seine Formation auf den bevorstehenden Punktspielauftakt im Jahr 2009 vor. „Wir müssen unsere Stärken in die Waagschale werfen und brauchen uns nicht zu verstecken“, gibt Schmitt seinen Akteuren mit auf den Weg. Um das Selbstvertrauen seiner Kicker ist es nach dem 3:1-Erfolg beim SV Darmstadt 98 im letzten Vorbereitungstest gut bestellt.

Ein Kickers-Quartett hat die Reise in die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen indes nicht angetreten. Orlando Smeekes (zwei Spiele Sperre) und Bashiru Gambo (gelbgesperrt) fehlen ohnehin, Michael Schürg (Trainingsrückstand) und der angeschlagene Sascha Traut hätten ihrer Mannschaft in diesem Zustand an Donnerstagabend wohl eh nicht entscheidend weiterhelfen können. Auf ein 4-4-2-System gegen Düsseldorf hat sich der Fußballlehrer der Degerlocher unterdessen schon festgelegt. Doch welche von seinen Akteuren die Positionen in der Kickers-Startelf bekleiden werden, darüber hüllt sich Edgar Schmitt in Schweigen. Nur so viel: „Es spricht momentan viel dafür, dass von unseren fünf Neuzugängen Torsten Traub in der Innenverteidigung und Danny Galm im Angriff beginnen werden“, sagt er. Mehr sagt er nicht. Noch nicht. Schließlich will Schmitt vorab dem Kontrahenten, der Düsseldorfer Mannschaft von Trainer Norbert Meier, keine allzu großzügigen Blicke in seine eigenen Karten gönnen.

Offizielle Homepage

Wir sind besser als unser Tabellenstand

Kickers-Trainer Edgar Schmitt vor dem Spiel
Die Hinserie verlief für die Stuttgarter Kickers, die am Donnerstagabend ab 19 Uhr im ersten Punktspiel nach der Winterpause in der LTU arena zu Gast ist, nicht nach Wunsch. Nur 14 Punkte sammelte die Mannschaft von Trainer Edgar Schmitt, der im September die „Blauen“ vom Degerloch von Stefan Minkwitz übernommen hatte, bis zur Winterpause und befindet sich in größten Abstiegsnöten. Aufgeben ist aber nicht die Sache von „Euro-Eddie“ Schmitt. Dabei weiß auch der 45-Jährige, dass dringend Punkte geholt werden müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Vor dem Aufeinandertreffen unter rheinischen und schwäbischen Landeshauptstädtern belegen die Kickers in der Auswärts-Statistik ohne Sieg den letzten Platz. Mit Edgar Schmitt sprach „Fortuna Aktuell“ zu Beginn der Woche.

Der Ball rollt ab heute wieder – wie ist die Vorbreitung bei den Kickers verlaufen? Sind Sie mit dem Stand ihrer Mannschaft zufrieden?
Schmitt: Wir haben trotz Eis’ und Schnees sehr gut und hart trainieren können. Dass wir aus finanziellen Gründen nicht in ein Trainingslager in den Süden fahren konnten, war sicher nicht optimal. Trotzdem bin ich ganz zufrieden. Wir sind davon überzeugt, dass die Mannschaft besser ist als ihr jetziger Tabellenstand.

Die Hinserie war nicht sehr erfreulich für die Kickers – Sie und Ihr Team sind Tabellenletzter. Wie zuversichtlich sind Sie, dass Ihnen der Klassenerhalt noch gelingen wird?
Schmitt: Ich glaube fest daran. Wir haben uns im Verlauf der Hinrunde bis zur Winterpause immer ein Stückchen gesteigert. Uns fehlen drei bis vier Punkte. Eine Ausbeute von 18 Zählern wäre für meine Mannschaft sicher realistisch gewesen. Ich hoffe, dass wir uns auch in den verbleibenden Spielen noch weiter entwickeln und mit den nötigen Punkten belohnt werden.

Im Winter wurden mit Mustafa Parmak, Torsten Traub, Simon Köpf und Danny Galm gleich vier Spieler verpflichtet. Welche Erwartungen haben Sie an dieses Quartett?
Schmitt: Eine gemeinsame und doch ganz unterschiedliche. Die vier Akteure werden uns sicher weiter bringen. Während Köpf und Galm eher als Talente gelten, müssen Traub und Rückkehrer Parmak mehr Verantwortung übernehmen. Torsten Traub, den ich wie auch Simon Köpf aus meiner Zeit beim VfR Aalen kenne, ist ein Führungsspieler, der schon durch sein Auftreten den jungen Akteuren helfen wird. Mustafa hat für diese Liga eine enorm große fußballerische Qualität. Wenn er zu 100 Prozent fit ist, kann er Spiele alleine entscheiden.

Die Fortuna schied zuletzt aus dem Verbandspokal aus. Wird die Niederlage in Essen Auswirkungen auf die Begegnung haben?
Schmitt: Nein, das glaube ich nicht. In einem Derby bei einem ambitionierten Regionalligisten wie Rot-Weiss Essen kann man durchaus ausscheiden. Wir haben die Fortuna oft beobachtet, zum Beispiel beim Stadtwerke Düsseldorf Wintercup gegen Duisburg und Köln. Dort hat Düsseldorf exzellent gespielt.

Wie schätzen Sie die Mannschaft von Trainer Norbert Meier ein?
Schmitt: Die Fortuna ist sehr gut besetzt. Beim Wintercup haben mir vor allem Ahmet Cebe und Simon Terodde, der sich sehr gut bewegt hat, prima gefallen. Außerdem hat Norbert Meier eine gute Mischung, da mit Ranisav Jovanovic, Andreas Lambertz oder Marco Christ auch einige gestandene Spieler in seinen Reihen stehen.

Wer steht den Kickers am Donnerstag nicht zur Verfügung?
Schmitt: Es fehlten zuletzt einige Spieler mit leichteren Blessuren. Wer nicht auflaufen kann, wird sich wohl erst kurzfristig entscheiden. (MSPW/tk)

Das sind die Paarungen des 21. Spieltages am 5./6./7./8. Februar:

Fortuna Düsseldorf – Stuttgarter Kickers (Do., 19.00 Uhr)
FC Bayern München II – Wuppertaler SV Borussia (Fr., 19.00 Uhr)

SV Sandhausen – SV Werder Bremen II
FC Erzgebirge Aue – FC Carl Zeiss Jena
Rot-Weiß Erfurt – Eintracht Braunschweig
Kickers Emden – SG Dynamo Dresden
VfB Stuttgart II – 1. FC Union Berlin
SV Wacker Burghausen – Kickers Offenbach (alle Sa., 14.00 Uhr)

SpVgg Unterhaching – SC Paderborn 07
SSV Jahn Regensburg – VfR Aalen (beide So., 14.00 Uhr)

Homepage Fortuna Düsseldorf

StN: Fünf Neue, ein Ziel: Drinbleiben

Stuttgarter Kickers verstärken sich in allen Mannschaftsteilen

Stuttgart – Das Spiel am morgigen Donnerstag (19 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf soll für Drittliga-Schlusslicht Stuttgarter Kickers der Startschuss zur Aufholjagd werden. Mit dazu beitragen sollen fünf Neuzugänge, von denen wahrscheinlich zunächst nur zwei in der Anfangsformation stehen werden.

VON JÜRGEN FREY

Er war der Erste, den die Blauen im Januar verpflichtet haben. Und dies ist kein Zufall. Von Torsten Traub verspricht sich Kickers-Trainer Edgar Schmitt die dringend nötige Stabilität für die Abwehr. Der 33-Jährige war unter Schmitt Kapitän beim Drittligarivalen VfR Aalen, davor absolvierte er 109 Zweitligaspiele für den FC Augsburg, Rot-Weiß Erfurt, den FC St. Pauli und den SSV Reutlingen. Traub ist in der Innenverteidigung neben Marcus Mann gesetzt. In den Vorbereitungsspielen überzeugte Traub, der auch links in der Viererkette spielen kann, vor allem durch seine Führungsqualitäten und Kopfballstärke. Schmitt: „Traub ist genau der Mann, den wir gesucht haben und der uns in der jetzigen Situation weiterhilft.“

Danny Galm bringt alles mit, was einen guten Stürmer auszeichnet. Der ehemalige Jugendnationalspieler des VfB Stuttgart ist schnell, beweglich, technisch stark und gilt vor dem Tor als kaltschnäuzig. Zuletzt war der 22-Jährige in der Regionalligaelf von Energie Cottbus nicht mehr glücklich. Er will bei den Blauen an seine erfolgreichen Tage beim VfB II und Eintracht Frankfurt II anknüpfen. Schmitt: „Bei Danny sieht man die Top-Ausbildung in der Jugend. Er wird in Düsseldorf beginnen“

Simon Köpf kennt Schmitt aus seiner Zeit in Aalen, wo der 21-Jährige zuletzt nur noch im Verbandsligateam zum Einsatz kam. Zuvor spielte er in der Jugend des SSV Ulm 1846. Was den Außenverteidiger auszeichnet, sind sein Wille, seine Schnelligkeit und Robustheit. Schmitt: „Solche Typen tun jedem Team gut.“

Dirk Dittrich (23) kehrte nach einem zweijährigen Studienaufenthalt in den USA nach Degerloch zurück. Der ehemalige U-19-Bundesligaspieler der Blauen spielte dort für die Richmond Kickers. Für den Innenverteidiger fehlt derzeit noch die Spielgenehmigung für Pflichtspiele.

Bei den Kickers mussten einige über ihren Schatten springen, damit die Rückkehr von Mustafa Parmak möglich wurde. Zu viele Eskapaden hatte sich der 26-Jährige aus dem Stuttgarter Stadtteil Hallschlag vor seinem Wechsel zu TuS Koblenz geleistet. Sein neuer Vertrag ist stark leistungsbezogen und auch an regelmäßige Anwesenheit im Training geknüpft. Schmitt über den Spezialisten für Standardsituationen, den derzeit Knieprobleme plagen: „Parmak ist ein wundervoller Fußballer, ihm zuzuschauen macht richtig Spaß.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers II mit Bashiru Gambo

Beim Testspiel der „kleinen“ Blauen am Mittwoch Abend wird auch Bashiru Gambo auflaufen. Der 30-jährige Kickers-Profi sitzt seine Spielsperre nach der fünften gelben Karte ab und kann deshalb nicht beim ersten Drittligaspiel des Jahres in Düsseldorf auflaufen. Das Spiel gegen den SC Stammheim beginnt um 19.00 Uhr, gespielt wird auf dem Gelände des TSV Weilimdorf.

Offizielle Homepage

Joachim Cast im Interview: Nur der Klassenverbleib zählt

Kickers-Manager Cast

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers starten am Donnerstag (19 Uhr) wieder in die dritte Liga – bei Fortuna Düsseldorf. Sportlich ist die Lage als Tabellenletzter angespannt. „Wir müssen nur nach uns selbst schauen und Platz 17 erreichen“, sagt der Manager Joachim Cast im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Cast, die Kickers haben die Generalprobe für die Liga 3:1 in Darmstadt gewonnen. Wie sehr wurde die Stimmung dadurch getrübt, dass parallel dazu Dynamo Dresden sein Nachholspiel gegen Aue ebenfalls mit 3:1 gewonnen hat?

Natürlich war das kein ideales Ergebnis. Aber über die Dinge, die man nicht selbst beeinflussen kann, sollte man sich nicht zu viele Gedanken machen – auch wenn wir jetzt sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz haben.

Die Ausgangslage in der Winterpause erinnert ein wenig an die vergangene Saison, als es um die Qualifikation zur dritten Liga ging. Kann man das vergleichen?

Die Situation ist nicht hundertprozentig vergleichbar. Ich denke schon, dass es dieses Jahr etwas schwieriger wird, denn die Qualität in der dritten Liga ist auf jeden Fall höher als letzte Saison. Wobei wir damals fünf Teams überholen mussten, um auf den zehnten Platz zu kommen; dieses Mal sind es „nur“ drei.

Mit der Verpflichtung von Danny Galm aus Cottbus sind fünf neue Spieler hinzugekommen. Ist das nicht ein Eingeständnis, bei der Kaderplanung vor der Saison etwas zu blauäugig ans Werk gegangen zu sein?

Zunächst einmal war nicht geplant, dass so viele Spieler dazugeholt werden. Wobei die Verpflichtung von Simon Köpf oder Dirk Dittrich eine perspektivische Geschichte ist. In der Abwehr hatten wir schon geglaubt, dass wir aufgrund der Rückrunde in der Vorsaison gut aufgestellt sind, dem war unterm Strich nicht so – wie die 42 Gegentreffer zeigen. Daher die Verpflichtung von Torsten Traub. Und vorne haben wir einfach zu wenig Tore gemacht. Deswegen haben wir Danny Galm dazugeholt und mit Mustafa Parmak noch einen alten Bekannten.

Stichwort Parmak. Was gab den Ausschlag für die Rückholaktion, nachdem man sich im Sommer nicht ganz einvernehmlich getrennt hatte?

Wir haben jetzt eine besondere, eine prekäre Situation, in der einzig und allein der Klassenerhalt im Vordergrund steht. Und da bestand Einigkeit, dass Mustafa Parmak uns weiterhelfen wird, weil er ein Spieler ist, der den Unterschied ausmachen kann. Deswegen haben wir gesagt, wir räumen die Dinge aus, die vorgefallen sind. Die sportliche Chance ist größer als das Risiko, dass es Unruhe gibt.

Mit 14 Punkten hinken Sie dem Ziel von 17, 18 Zählern hinterher. Hat sich der Trainerwechsel von Stefan Minkwitz zu Edgar Schmitt dennoch bezahlt gemacht?

Von der Art und Weise wie wir – zumindest phasenweise – aufgetreten sind, auf jeden Fall. Aber natürlich sind die Punkte letztlich entscheidend – und da hinken wir in der Tat zwei, drei, vier Zähler hinterher. Aber wenn wir, von der Ordnung her, so weitermachen, werden wir unsere Punkte sicher holen.

Warum hat es bei Alexander Malchow so lange gedauert, bis er wieder als Co-Trainer eingestiegen ist?

Er war einfach sehr eng mit Stefan Minkwitz verbunden, auch emotional, so dass die Zeit nicht reif war, gleich im Anschluss weiterzumachen. Und natürlich war der mit entscheidende Punkt, dass der Cheftrainer Edgar Schmitt gesagt hat, wir starten noch einmal einen Versuch. Je mehr Leute in der schwierigen Situation mithelfen, umso besser.

Am Donnerstag geht es nach Düsseldorf. Wie wichtig ist es, auch ohne die gesperrten Orlando Smeekes und Bashiru Gambo gut aus den Startlöchern zu kommen?

Das ist immer wichtig. Und vielleicht ist gerade so ein Spiel, in dem wir krasser Außenseiter sind, besser als ein Heimspiel, in dem wir mehr unter Druck stehen. Was nicht heißt, dass wir locker und unbeschwert hinfahren können. Jedes Spiel zählt für uns.

Der Kickers-Kader ist mit 27 Mann relativ groß. Nicht zu groß, um vernünftig arbeiten zu können?

Wir haben uns dafür entschieden, weil es zu viele Fragezeichen gibt. Langzeitverletzte wie Schmiedel, Janic, Rapp, Petruso, Prediger, von Russo ganz zu schweigen; hinzu kommt, dass Dittrich und Köpf finanziell nicht groß ins Gewicht fallen.

Dennoch kostet jeder Spieler Geld. Ist der Etat gesichert?

Da müssen wir schon noch unsere Hausaufgaben machen. Es gibt eine gewisse Lücke, die wir Stück für Stück schließen müssen. Aber das ist jedes Jahr dasselbe, auch wenn man sich nicht gerne daran gewöhnt.

Mit den finanziellen Sorgen stehen die Kickers nicht alleine da. Unterhachings Präsident hat einen Brief an den DFB-Chef Theo Zwanziger geschrieben, in dem er eine „Pleiteliga“ befürchtet. Zu Recht?

Zunächst einmal ist die Medien- und speziell die Fernsehpräsenz sehr gut.

Aber TV-Präsenz ist nicht gleich TV-Geld, daran mangelt es ja offensichtlich?

Der DFB argumentiert eben, dass man vom Verhältnis her in keiner dritten Liga in Europa so viel bekommt. Auf der anderen Seite sagen wir: Wenn man sich bei den Anforderungen an der zweiten Liga orientiert, muss man das auch beim TV-Geld tun. Und das steht in einem krassen Missverhältnis. Nächste Woche steht nochmal eine Managertagung auf dem Programm, dann werden wir sehen, welche neuen Erkenntnisse es gibt, nachdem für die Regionalliga bereits ein Entgegenkommen signalisiert worden ist.

Wäre das Horrorszenario Abstieg in die Regionalliga das Aus für die Kickers?

Nein. Es wird hier auf jeden Fall weitergehen, in welcher Form, das muss man dann abwarten. Bei der Einreichung der Lizenzierungsunterlagen werden wir natürlich zweigleisig planen, da sind wir gerade dabei. Ab heute, nachdem die Transferperiode vorbei ist.

Was halten Sie von der Einschätzung des Präsidenten Dirk Eichelbaum, der gesagt hat: Wenn die Kickers am Ende unter den letzten drei sind, bedeute dies nicht automatisch den Abstieg?

Ich halte es für sehr schwierig, zu beurteilen, wie es bei anderen Clubs aussieht. Wir sollten nicht spekulieren, dass dort etwas schiefläuft. Das wäre anmaßend. Wir müssen nur nach uns selbst schauen und Platz 17 erreichen – dann kann uns alles andere egal sein.

Fragen von Joachim Klumpp

Stuttgarter Zeitung

StZ: Edgar Schmitt mit Gips

Es ist ja keineswegs so, dass die Stuttgarter Kickers nicht schon genügend Verletzungssorgen hätten. Seit gestern gesellt sich auch noch der Trainer dazu. Edgar Schmitt hat am freien Sonntag eine Extraschicht in seinem Wohnort Aalen eingelegt – und ist beim Joggen durch den Wald prompt ins Straucheln geraten. Die Folge: doppelter Mittelhandbruch, so dass der Trainer nun mit einer Gipsmanschette in Degerloch erschien. Dennoch geht es bereits heute Vormittag in Richtung Düsseldorf, wo die Kickers noch ein Kurztrainingslager abhalten werden. „Wir wollten die Mannschaft nach der Winterpause einfach noch mal gezielt beisammenhaben“, sagt Schmitt. Als die Entscheidung getroffen wurde, konnte der ja nicht ahnen, dass er verletzt anreisen muss. ump

Stuttgarter Zeitung