Die Jugend-Homepage „www.kickers-juniorteam“ geht online

Nun ist sie endlich fertig: die neue offizielle Homepage der Kickers-Junioren geht online. Nach endlosen Stunden der Einrichtung, Programmierung und Einweisung werden ab sofort viele News der 13 Jugendmannschaften, Spielberichte, Ergebnisse, Informationen zu den Feriencamps, der GAZi-Fußballschule und auch zu den Sponsoren zu lesen sein. Jede Mannschaft pflegt seinen eigenen Bereich auf der Seite und kann so die User mit allen Neuigkeiten über das Team informieren. Das Layout dieses eigenen Portals für die Kickers-Jugend stimmt fast mit dem von der offiziellen Hauptseite überein. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm in der „Kickers- Familie“.
Surfen Sie bei der Kikcers-Jugend vorbei:
www.kickers-juniorteam.de

Offizielle Homepage

Presse zum Rücktritt von Hans Kullen

„Das ist keine Lustkandidatur“

Dirk Eichelbaum folgt Hans Kullen als Kickers-Präsident

STUTTGART. Heute wird Hans Kullen offiziell seinen Rücktritt als Präsident des Traditionsvereins Stuttgarter Kickers verkünden. „Wenn die Pflicht ruft, mach ich das“, sagt der bisherige Schatzmeister Dirk Eichelbaum.

Von Joachim Klumpp

Die Hoffnung stirbt zuletzt. So langsam aber macht sich Dirk Eichelbaum (42) mit dem Gedanken vertraut, von heute an Präsident der Stuttgarter Kickers zu sein. Der Rechtsanwalt sagte gestern: „Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass Herr Kullen weitermacht.“ Der wiederum betont: „Mein Entschluss steht fest.“ Rücktritt. Heute will er dies offiziell kundtun, wobei drei weitere Mitglieder des Präsidiums – die Herren Köhn, Kurz und Wahl – diesem Schritt folgen wollen. „Das ist keine Lustkandidatur. Aber es kommen ja sonst nicht viele in Frage“, sagt Eichelbaum zu der Konstellation, nachdem der angesprochene Exprofi Walter Kelsch abgelehnt hat. „Und es macht keinen Sinn, wenn wir jetzt jemand von außen holen, der mit der Situation im Klub nicht vertraut ist.“

Die sieht so aus, dass eine Abordnung des Aufsichtsrats den Präsidenten am Samstag vor dem Spiel gegen den FC Ingolstadt (1:1) dazu aufgefordert hat, sein Amt niederzulegen. „Warum soll ich weiterkämpfen, wenn ich keinerlei Rückendeckung habe“, sagt Kullen: „Das macht keinen Sinn mehr, zumal die Anerkennung fehlt.“

Vor allem die, den Verein wirtschaftlich von einem Sanierungsfall in ein gesundes Fahrwasser gebracht zu haben (siehe Grafik), was Eichelbaum bestätigt. „Es sieht gar nicht so schlecht aus, wenn man bedenkt, dass im Sommer einige lukrative Freundschaftsspiele anstehen.“ Gegen Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart, möglicherweise auch noch Hertha BSC. Dennoch gibt der Präsident in spe zu: „Jetzt sind die Personen gefordert, die den Präsidenten weg haben wollten.“

Kullen gegenüber wurde zuletzt vehement suggeriert, dass er in Sachen Sponsorensuche der entscheidende Hemmschuh sei. Bleibt abzuwarten, ob mit einem Führungswechsel der Befreiungsschlag in diesem Bereich kommt. Eichelbaum sagt dazu: „Ich dämpfe allzu große Erwartungen.“ Klar sei, dass der Verein einen Hauptsponsor brauche („die Frage ist, ob wir nicht noch ein besseres Angebot finden als das jetzige“) und eine breitere Basis bei den Werbepartnern. Dirk Eichelbaum betont: „Ich persönlich wehre mich dagegen, Hans Kullen als unerwünschte Person zu betrachten. In der Sache sind wir gut miteinander ausgekommen.“ Auch die Transfers Okpala und Mesic seien einstimmig vom Präsidium beschlossen worden.

Allerdings habe es immer wieder Reibungspunkte gegeben. Gewissermaßen das i-Tüpfelchen sei gewesen, dass Kullen nicht mehr wie in der Vergangenheit den Zinsverzicht auf sein Darlehen (von exakt 437 000 Euro) unterzeichnet habe, was die aktuelle Bilanz mit rund 50 000 Euro belasten dürfte. „Das habe ich bewusst gemacht, weil der Aufsichtsrat nicht in der Lage war, für einen Bankkredit zu bürgen“, kontert Kullen. Auch den Vorwurf, die Anschaffung des neuen Mannschaftsbusses für 200 000 Euro im Alleingang abgewickelt zu haben, dementiert Kullen vehement: „Ich habe vom Präsidium und Aufsichtsrat den Auftrag gehabt, und das für den Verein im Preis-Leistungs-Verhältnis beste Angebot umgesetzt.“

An solchen Beispielen wird deutlich, mit welcher Regelmäßigkeit die kleinsten Ursachen große Wirkung bei den Kickers haben. In dieser Gemengelage hat sich Kullen nun fast vier Jahre lang aufgerieben, nicht immer mit dem nötigen Fingerspitzengefühl, das steht außer Frage, dafür wusste man bei dem 65-Jährigen, woran man ist. Und Weggefährten bezeichneten ihn als durchaus lernfähig.

Das Präsidiumsmitglied Dieter Wahl jedenfalls ist von der Vorgesehensweise des Kontrollorgans zutiefst enttäuscht. „Bis heute hat vom Aufsichtsrat niemand mit mir persönlich gesprochen“, sagt der CDU-Stadtrat: „Das ist nicht der Stil der Kickers.“ Genauso wenig wie die Tatsache, dass das Gremium just am Stichtag für die Einreichung der Lizenzunterlagen (1. März) den Präsidenten zu einem Gespräch einbestellt hatte, das schließlich am Samstag vor dem Spiel gegen Ingolstadt nachgeholt wurde. Mit den bekannten Konsequenzen. „Inzwischen ist mir die gute Laune einiger Besucher klar geworden“, sagt Wahl zur Stimmung im VIP-Raum, die dem sportlichen Ergebnis von 1:1 nicht gerecht wurde. „Dabei muss man sich vorstellen, dass der Aufsichtsrat noch im November Herrn Kullen einstimmig zum Weitermachen aufgefordert hatte.“

Ein ehemaliger Funktionär sagt zur Rolle des neunköpfigen Aufsichtsrats: „Dabei geht es um persönliche Eitelkeiten und Intrigen.“ In einer Abstimmung vor dem Derby sollen sich die Anwesenden (ohne Klaus Lang und Kai-Uwe Völschow) einstimmig gegen Kullen ausgesprochen haben. Sollte der heute nicht zurücktreten, würden dies Teile des Aufsichtsrats tun, was unweigerlich zu Neuwahlen führen würde. Ansonsten fehlen neben Eichelbaum noch drei Mitglieder, damit das Präsidium weiter handlungsfähig ist.

„Ich mache mir nur etwas Sorgen um die Mannschaft“, sagt Kullen, der immer einen engen Kontakt zu den Spielern gepflegt hat. Ob der Trainer diese Gefahr auch sieht? „Die darf es nicht geben“, sagt Robin Dutt. Und überhaupt: „Diejenigen, die schon länger dabei sind, sind solche Situationen bei den Kickers ja gewohnt.“ Leider.

Stuttgarter Zeitung

Kullen geht – die Bedenken bleiben

Finanzielle Fragezeichen: Designierter neuer Kickers-Präsident Eichelbaum vor großer Herausforderung

Stuttgart – Wenn nicht noch ein Wunder passiert, wird Hans Kullen am heutigen Dienstag offiziell seinen Rücktritt als Präsident der Stuttgarter Kickers verkünden. Auf seinen designierten Nachfolger Dirk Eichelbaum wartet ein hartes Stück Arbeit.

VON JÜRGEN FREY

Hans Kullen klingt am Telefon gelassen. Er wirkt so, als sei er irgendwie mit sich im Reinen. „Wenn es keinen Spaß mehr macht“, sagt er in aller Seelenruhe, „dann muss man eben aufhören.“ Diesen Schritt will er heute verkünden. Die genauen Gründe, warum er nach dreieinhalb Jahren Amtszeit als Chef der Blauen seinen Hut nimmt, deutet der Versicherungskaufmann bisher nur an: Die Unterstützung aus dem Aufsichtsrat habe ihm gefehlt. Deren Mitglieder bezeichnet er als „Wölfe im Schafspelz, die erst in einiger Zeit merken werden, was ein Hans Kullen wirklich wert war“.

Der forsche Aufsichtsrat hatte dem Mann aus Hülben am vergangenen Samstag das Misstrauen ausgesprochen. Immer wieder habe der teamunfähige Kullen wichtige Entscheidungen mit dem Kontrollgremium nicht abgestimmt, heißt es. Das Fass zum Überlaufen brachte vor zwei Wochen etwas anderes: Erstmals hatte Kullen nicht auf die Zinsen für sein Darlehen in Höhe von zirka 450 000 Euro verzichten wollen. Daraufhin soll auch Ursi Dünnwald-Metzler die Zinsverzichtserklärung für ihr Darlehen (650 000 Euro) nicht unterschrieben haben. Die Zinsen für beide Darlehen belaufen sich auf etwa 40 000 Euro pro Jahr.

Nun soll Dirk Eichelbaum das Kickers-Schiff auf Kurs bringen. Der Aufsichtsrat hat den Schatzmeister gebeten, das Präsidentenamt zu übernehmen. „Um Kontinuität zu wahren und das totale Chaos zu verhindern, habe ich meine Bereitschaft erklärt“, sagt der Rechtsanwalt. Unter einer Voraussetzung: „Der Wechsel muss mit Stil und Anstand über die Bühne gehen. Es darf keine schmutzige Wäsche gewaschen werden.“ Da aus dem aktuellen Präsidium neben Kullen auch Edgar Kurz, Jürgen Köhn und Dieter Wahl („Ich bin überrascht und entsetzt über den Aufsichtsrat“) zurücktreten werden, braucht der neue starke Mann mindestens drei weitere Mitstreiter. Neu hinzukommen soll unter anderen Aufsichtsratsmitglied Walter Kelsch, der als eine der Triebfedern für den Umsturz in Degerloch gilt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Mauch sagt zu den Beweggründen nur so viel: „Hans Kullen hatte keine Lösung parat im Hinblick auf einen Hauptsponsor und die Etatlücke in der neuen Runde.“

Bedenken, was die finanzielle Lage betrifft, bleiben auch so. Laut Eichelbaum seien Verhandlungen des Aufsichtsrats mit bisherigen und neuen Sponsoren weit gediehen, doch der 42-Jährige räumt diverse Unwägbarkeiten unumwunden ein: „Hans Kullen weiß genau, dass in der dritten Liga die Rückzahlung seines Darlehens nicht möglich ist. Sobald er seinen Rangrücktritt über den 30. Juni 2008 hinaus nicht verlängert, bekommen wir keine Lizenz.“ Die Blauen in die Insolvenz zu schicken, hätte jedoch auch für Kullen schmerzhafte Folgen – sein Geld wäre weg. Kullen gibt sich gelassen: „Ich mache mir keine Sorgen um mein Geld. Ob ich es morgen oder übermorgen bekomme, ist für mich nicht wichtig.“

Für die Kickers schon.

Stuttgarter Nachrichten

Sie haben das Sagen: Die Kickers-Gremien

Präsident: Hans Kullen (65/Versicherungskaufmann). Weiter im Präsidium: Dirk Eichelbaum (42/Rechtsanwalt – Ressort Finanzen und Recht), Dieter Wahl (57/Versicherungsfachwirt – Marketing und Öffentlichkeitsarbeit), Edgar Kurz (65/Versicherungskaufmann – Amateur- und Jugendfußball), Jürgen Köhn (64/ehemaliger ADAC-Geschäftsführer – andere Abteilungen).

Aufsichtsratsvorsitzender: Dr. Christian Mauch (43/Orthopäde). Stellvertreter: Christian Dinkelacker (42/Unternehmer). Schriftführer: Dr. Rainer Lorz (44/Rechtsanwalt). Weitere Mitglieder: Kai Uwe Völschow (37/Geschäftsführer business.com), Dr. Klaus Lang (67/ehemaliger Finanzbürgermeister Stadt Stuttgart), Heinz Höfinger (63/ehemaliger Geschäftsführer TNT Post Holding), Walter Kelsch (51/selbstständiger Unternehmer und Ex-Profi), Friedrich Kummer (46/Geschäftsführer ADP Employer Service), Alexander Lehmann (37/Geschäftsführer Minol Messtechnik).

Stuttgarter Nachrichten

Realitätsvernebelung setzt sich fort

Ach, wie war das schön. Die Blauen ungeschlagener Tabellenführer der Regionalliga Süd. Ein grandioser Pokalauftritt gegen den Hamburger SV. Der Höhenflug sorgte für Selbstbewustsein. Oder Realitätsvernebelung?

Die Kickers sind finanziell weiterhin äußerst bescheiden ausgestattet, der Etat liegt im Mittelmaß der Regionalliga Süd, der Schuldenberg drückt weiterhin. Das Mäzenatentum war jahrzehntelang die Lebensversicherung der Kickers. Danke ADM! Sogar zu Bundesligazeiten wohlgemerkt. Und das Mäzenatentum ist die Lebensversicherung der Kickers. Danke Hans Kullen!

Der Umbau des Vereins weg vom Mäzenatentum hin zu einem professionall vermarkteten Profiverein ist für die Stuttgarter Kickers langfristig wünschenswert. Wer hängt schon gern am Tropf einer Einzelperson. Ein ausreichendes Argument. Doch für einen Verein der Größe der Stuttgarter Kickers ist ein solcher Umbau erstens langwierig und zweitens äußerst schwierig wenn gar nicht im Bereich des Machbaren. Welche Unternehmen sponsoren ein Regionalligateam in Stuttgart mit kaum Präsenz in Radio und Fernsehen? Was hat ein Porsche, ein Daimler oder sonstige Unternehmen davon, ihr Geld bei den Kickers anzulegen? Nichts. Kein Regionalligaverein hat einen solchen Sponsor. Liga Drei ist Mäzenatentum.

Doch die Kickers waren trotz widriger Umstände drauf und dran. Nach einem Drittel der Saison Tabellenführer, Pokalhelden und Aufstieg so gut wie sicher. Die Fans auf Wolke Sieben, die Spieler auf Wolke Sechs, die Gönner konnten sich zurücklegen. Es funktioniert doch auch so. Die Kickers bald wieder da wo sie hingehören. Wenn nicht gleich in der Bundesliga dann wenigstens in Liga zwei. Unkenrufe von Präsident Hans Kullen, er habe auf gut deutsch die Schnauze voll, immer die Tasche aufzumachen, wenn irgendwo was fehlte, interessierten keine. Bald sprudeln die Gelder im Profifußball.

Der Ball ist rund. Ein Spiel dauert 90 Minuten. Und eine Saison ist lang. Der Einbruch kam. Und zwar in allen Bereichen. Im Pokal das über die Jahre aufgebaute Image innerhalb kürzester Zeit zerstört, in der Liga der sportliche Einbruch, dazu die aus sportlicher Sicht nicht zu erklärenden Abgänge von Mesic und Okpala. Die Wechselgerüchte um Trainer Robin Dutt.

Das entscheidende „aus sportlicher Sicht nicht zu erklären“. Hier liegt der Hase begraben. Die Lizenzunterlagen für kommende Saison mussten zum 01. März abgegeben werden. Der Vertrag mit dem Hauptsponsor nicht unterzeichnet, ein Darlehen wurde wiederum benötigt um die Lizenz überhaupt zu erlangen. Ein Präsident und Mäzen, der von vielen Seiten unter Beschuß steht. Mangelnde Führungsqualitäten, mangelnde Kommunikation innerhalb des Vereins, einige für das Image schwierige Fanindividuen, was wird ihm nicht vorgeworfen.

Doch die Realität will nicht gesehen werden: Das Mäzenatentum. Ohne Kullens Geld war der Verein am Ende. Und wird es womöglich auch wieder sein. Der Verkauf von Mesic war kein Zufall, das Geld war bitter nötig. Die Hinhaltetaktiv von Robin Dutt in Sachen Vertragsverlängerung. Warum möchte keiner seine Beweggründe sehen? Robin Dutt möchte in die 2. Bundesliga. Am liebsten mit den Kickers. Durch Talentförderung und Ausschöpfen der eigenen Fähigkeiten allein ist es in den Profifußball nicht zu schaffen. Qualität muss auch hinzu gekauft werden. Das weiß auch Robin Dutt. Und für diese Qualität werden Mäzen benötigt. Cash. Bargeld. Das was Wehen und Hoffenheim seit Jahren investiert, bekommen Sie nun anhand ihrer Tabellensituation zurück. Und was bewegt sich bei den Kickers? Nichts. Nichtmal die Spieler, so würden zumindest die Bruddler auf der Haupttribüne zustimmen.

Die Kickers dagegen sind in der Regionalliga wieder da angekommen, wo sie hingehören. Das Saisonziel ist und war Platz Eins bis Sechs. Aktuell stehen die Kickers auf Platz Vier. Sportliches Saisonziel erreicht. Sie stehen da, wo sie aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten maximal hingehören. Höhenflüge sind selten und oft von kurzer Dauer. Ein Schweben auf Wolke Sieben kann manchmal die Realität vernebeln.

Presse zu Stuttgarte Kickers – FC Ingolstadt (1:1)

Großer Kampf bleibt unbelohnt
 
1:1 – Ein Missverständnis kostet die Blauen gegen Ingolstadt zwei Punkte
 
Stuttgart – Trotz einer starken kämpferischen Leistung hat es für Regionalligist Stuttgarter Kickers gegen den FC Ingolstadt nur zu einem 1:1 gereicht. Trainer Robin Dutt stellte sich vor sein Team: „Diese Jungs haben Anerkennung verdient.“

VON JÜRGEN FREY

Bis zur 83. Minute sah es so aus, als würde der direkt verwandelte Eckball von Sascha Benda den Kickers drei Punkte bescheren. Dann nutzte Ingolstadts agiler Stürmer Andras Tölcseres ein Missverständnis zwischen dem ansonsten starken Torwart David Yelldell und Innenverteidiger Recep Yildiz zum 1:1. „Wir betreiben einen Riesenaufwand und bekommen dann so ein dummes Gegentor“, schimpfte Stürmer Angelo Vaccaro. Spielerisch blieben die Blauen vieles schuldig, Herz und Leidenschaft konnte ihnen keiner absprechen. Zu Recht bescheinigte Trainer Robin Dutt seiner Elf für ihre kämpferische Leistung eine „Eins plus“.

Umso mehr ärgerten ihn wieder einmal die Schmährufe von der Tribüne: „Die Leute müssen lernen, ihren Verein einzuschätzen. Was diese Mannschaft im Verhältnis zu den finanziellen Möglichkeit leistet – das wird man vielleicht erst in zwei, drei Jahren realisieren“, sagte Dutt – und kritisierte indirekt auch die Führungsetage: „Stimmung kann man auch steuern. Jedes Umfeld bekommt das, was es verdient.“ Seine eigene Trainerzukunft bezeichnete er als offen. Seit dem „sehr fairen Vertragsangebot“ (Dutt) vom vergangenen Dienstag habe er erstmals eine Entscheidungsgrundlage. „Damit kann ich definitiv ausschließen, innerhalb der Regionalliga zu wechseln.“

Stuttgarter Nachrichten

Nur ein Glücksmoment

Regionalligist Stuttgarter Kickers leistet beim 1:1 gegen den FC Ingolstadt zumindest kämpferisch Wiedergutmachung
 
Stuttgart – Bei Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers ist das Unternehmen Wiedergutmachung geglückt – zumindest, was den Einsatz betrifft. „Die kämpferische Leistung war eins plus“, lobte Trainer Robin Dutt nach dem 1:1 (1:0) gegen Aufsteiger FC Ingolstadt, bei dem vor allem der heftige Wind und der tiefe Boden kein spielerisches Glanzstück zuließen.

Damit scheinen sich mittlerweile auch die Spieler abzufinden. Sie haben sich nun offensichtlich dazu entschieden, das Beste aus dieser Situation zu machen. Der Druck, der am Wochenende zuvor im Stadtderby beim VfB II (0:1) die Beine lähmte, war am Samstag im Gazi-Stadion nicht mehr vorhanden. Es ging wesentlich engagierter zur Sache. „Wir wollen den Rest der Saison so gut wie möglich gestalten“, erklärte Angelo Vaccaro. Dass dem Stürmer bei seinem zweiten Einsatz wieder kein Treffer gelang, lag mit daran, dass er und Sean Dundee kaum aus dem Mittelfeld bedient wurden. Das resultierte wiederum auch aus den fast irregulären Bedingungen. „Die Platzverhältnisse und der Wind haben es für beide Mannschaften schwer gemacht“, sagte Dutt und bezeichnete den Führungstreffer daher als „Glücksmoment“: In der sechsten Minute nutzte Sascha Benda den Wind und sein Geschick, um eine Ecke direkt zu verwandeln. Auch bei weiteren Eckstößen blieb diese Variante mit dem Schuss zum Tor hin die einzige Möglichkeit, für Gefahr zu sorgen. Vom Winde verweht waren eine Reihe von Aktionen, der tiefe Platz erschwerte Pässe und ließ auch nach der Führung keine souveräne Spielgestaltung der Hausherren zu. Die Gäste kamen zu einigen Chancen, die allerdings nicht verwertet wurden. „In der ersten Hälfte hat das kämpferische Element gefehlt, um das Spiel zu machen und den Sieg nach Hause zu bringen“, meinte Dutt. Nach der Pause wurde es besser, die Kickers eroberten viele Bälle, doch hatten keine echten Torchancen. Der Aufsteiger zwar auch nicht, aber sein stetes Bemühen führte noch zum Erfolg. In der 84. Minute erzielte der auffälligste Ingolstädter Andras Tölcseres den verdienten Ausgleich zum 1:1 – profitierte dabei aber von einem Ausrutscher von David Yelldell auf dem aufgeweichten Boden.

Trotz des verpassten Sieges brachte das Spiel die Erkenntnis, dass das Team den Aufstieg zwar abgehakt, sich aber nicht aufgegeben hat. Neben einem guten Saisonabschluss kämpfen die Spieler nun vor allem auch um ihren Trainer. Dessen Zukunft ist zwar weiter offen, dennoch hatte er Neues zu berichten: „Ich habe von den Kickers ein sehr faires Angebot erhalten und kann nun definitiv ausschließen, dass ich innerhalb der Regionalliga wechsle.“

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Stierle – Hartmann – Benda, Gambo (79. Kanitz), Weller (64. Rodrigues) – Vaccaro, Dundee (61. Bischoff).

FC Ingolstadt: Lutz – Schmidt, Kroll, Rosenwirth – Keidel, Sbordone, Schmidberger – Schlauderer (59. Wohlfahrt), Jungwirth (73. Fink), Obele (59. Buchner) – Tölcseres.

Schiedsrichter: Christ (Kaiserslautern).

Zuschauer: 2083.

Tore: 1:0 Benda (6.), 1:1 Tölcseres (84.).

Gelbe Karten: Gambo, Stierle, Yildiz / Kroll, Keidel.

Beste Spieler: Yelldell, Gambo / Obele, Tölcseres.

Eßlinger Zeitung

Kampf gegen Wind, Rasen und die Kickers
    
Stuttgart (DK) Über 90 Minuten hat der FC Ingolstadt bei den Stuttgarter Kickers tapfer gekämpft – und wurde in der Schlussphase schließlich doch noch belohnt. Andras Tölcseres sorgte sechs Minuten vor dem Ende der Regionalliga-Partie für den verdienten Ausgleich zum 1:1 (1:0).

Der Stürmer sorgte damit für einen weiteren Punkt in der erfolgreichen FC-Auswärtsbilanz aus der Hinrunde, die nun auch in Stuttgart fortgeschrieben werden konnte.
Es war ein regelrechtes Kampfspiel am Samstagnachmittag im Gazi-Stadion. Das lag vor allem daran, dass diesmal mehr als nur zwei Gegner aufeinander trafen. Der starke Wind und die schlechten Platzverhältnisse spielten eine nicht unerhebliche Rolle in der Begegnung zwischen dem Vierten und dem Achten der Tabelle. „Leider war das Spiel dadurch nicht immer berechenbar“, sagte FC-Trainer Jürgen Press, der gerade deshalb mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden sein konnte.

Ähnlich wie zum Rückrundenauftakt gegen Pirmasens spielte das Team bei den Kickers, die sich eine Woche zuvor aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hatten, erneut frisch nach vorn und ließ sich auch nicht von dem frühen Rückstand beeindrucken. Gleich in der sechsten Minute hatte der Stuttgarter Sascha Benda mit Geschick und der Unterstützung des Windes einen Eckball direkt ins Tor des chancenlosen Michael Lutz befördert. Nach dem 0:1 blieb Ingolstadt fleißig, kam dadurch auch zu einigen Tormöglichkeiten.

Acht Minuten nach der Führung hatte Herbert Obele, der auf der linken Seite ein starkes Spiel machte, den Ausgleich auf dem Fuß. Sein Schuss landete jedoch am Außennetz. In der 24. Minute scheiterte Kapitän Markus Rosenwirth am gut aufgelegten Stuttgarter Torhüter David Yelldell. Sehr engagiert war auch Andras Tölcseres. Der wendige Solist im Sturm ackerte, erarbeitete sich viele Bälle – scheiterte jedoch im Abschluss, sowohl in der 34. Minute nach einem Pass von Michael Schmidberger als auch kurz vor dem Halbzeitpfiff per Kopf nach einer Flanke von Obele. Mit diesem Offensivdrang setzte der FC die Gastgeber unter Druck, die nur noch bei Standards gefährlich wurden. Ingolstadts Trainer Jürgen Press war denn auch zufrieden mit der Leistung seines Teams: “ In der ersten Halbzeit waren wir sehr stark, hatten Chancen über Chancen und hätten daher locker mit 5:1 führen können. Da sind die Kickers mit einem blauen Auge davon gekommen.“

In der zweiten Hälfte steigerten sich die Stuttgarter. Stürmer Sean Dundee verstolperte aber die 2:0-Führung. Auf der anderen Seite fand der unermüdlich kämpfende Tölcseres stets in Yelldell seinen Meister. In der 84. Minute konnte er den Keeper der Kickers schließlich doch einmal überwinden und den Ausgleich erzielen.

Dass der aufgeweichte Rasen, auf dem Yelldell in diesem Moment ausrutschte, großen Anteil am Tor hatte, trübte die Freude bei den Ingolstädtern nicht. „Wir haben den Punkt mehr als verdient“, fand Markus Rosenwirth nach der nicht immer regulären Partie zwischen den Kickers, dem FC, dem Wind und dem Rasen.

Donaukurier

Starker Yelldell rutscht aus – 1:1
Bei schlechter Witterung gab es kaum spielerische Höhepunkte, aber zwei Tore mit Seltenheitswert: Beim 1:0 verwandelte Benda mit Wind-Unterstützung eine Ecke direkt.

Vor dem 1:1 rutschte der ansonsten starke Yelldell auf dem aufgeweichten Boden aus, der unermüdliche Tölcseres traf. Mit Dundee und Vaccaro waren die Kickers im Angriff erneut schwach. Ingolstadt scheiterte mehrfach an Yelldell, einmal klärte Stierle auf der Linie (77.).

Matthias Jung

Kicker

Presse am Montag: Präsident Kullen will zurücktreten

Hans Kullen gibt den Kampf auf
 
Während die Zukunft des Kickers-Trainers Robin Dutt offen ist, will der Präsident zurücktreten
 
STUTTGART. Für die Stuttgarter Kickers steht eine Woche der Wahrheit bevor. Morgen will der Präsident Hans Kullen seinen Rücktritt bekannt geben. „Die Anzeichen deuten darauf hin“, sagt ein Insider nach dem 1:1 gegen Ingolstadt.

Von Joachim Klumpp

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen manchmal 90 Minuten. Die Stuttgarter Kickers hätten ihren 2380 Fans in der Fußball-Regionalliga gegen Ingolstadt gerne eine spielerische Gala geboten, doch der Trainer Robin Dutt gab angesichts von Windstärke acht zu: „Bei diesen äußeren Bedingungen wollten wir nur das passende Ergebnis.“ Dass das mit dem 1:1 verpasst wurde, war nicht der Grund für seinen Unmut, sondern das Umfeld des Klubs. „Es geht darum, das Team nicht nur zu unterstützen, wenn es den HSV schlägt.“ Ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Kritiker, von denen es ja nicht wenige gibt.

Doch die dürften wohl schon morgen aufatmen. Dann will der Präsident Hans Kullen bei der gemeinsamen Sitzung mit dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt bekannt geben. Was vor allem vom Zeitpunkt her überraschend kommt. Offensichtlich ist der Versicherungskaufmann nicht mehr gewillt, die finanziellen Löcher im Verein zu stopfen – und dafür auch noch wenig Dank zu erhalten. „Ewig in der dritten Liga herumzuspielen ist nicht meine Sache“, hat er dieser Tage nochmals betont, nachdem er zuvor nicht zum ersten Mal, an die Kollegen in Präsidium und Aufsichtsrat appelliert hatte, sich stärker für den Verein zu engagieren. Offensichtlich ohne den gewünschten Erfolg.

Im Gegenteil. Aus dem Aufsichtsrat, der Kullen erst bei der Hauptversammlung im November für eine weitere Amtsperiode empfohlen hat, gibt es nun vermehrt Strömungen, die Kullen zur unerwünschten Person erklären. „Es gibt Leute, die ihn wissen lassen, dass er nicht mehr der richtige Mann ist“, sagt ein Insider, „da wäre es kein Wunder, wenn er die Brocken hinwirft.“

Erschwerend kommt hinzu, dass die Mannschaft in den beiden ersten Spielen nach der Winterpause praktisch schon die minimale Chance auf den Aufstieg verspielt hat. Am Samstag hätte der Abstand zum zweiten Platz mit einem Sieg um zwei Punkte verringert werden können, doch das wäre wohl nur Augenwischerei gewesen, so verständlich die Sehnsucht nach der zweiten Liga auch ist. Die Realität sieht anders aus: Da geht es um einen Platz unter den ersten sechs, „was kein Selbstläufer wird“, so Dutt – bei nur zwei Punkten Abstand auf Rang acht.

Der Trainer selbst wusste gestern offiziell noch nichts von der sich anbahnenden Wende im Führungsgremium, „deshalb möchte ich zu solchen Spekulationen auch keine Stellung abgeben. Das ist für mich an den Haaren herbeigezogen.“ Dabei hatte Dutt noch am Samstag provokativ erklärt: „Es werden Zeiten kommen, da wären die Kickers froh über unsere jetzige Platzierung. Aber in diesem Verein suchen die Leute immer ein Opfer.“ Und das ist in diesem Fall der Präsident, obwohl der in seinen nun mehr als drei Jahren Amtszeit den Klub endlich wieder in die schwarzen Zahlen geführt hat. Doch das wird gerne vergessen.

Noch am vergangenen Dienstag hat Kullen dem Trainer ein verbessertes Angebot unterbreitet, das bis an die Schmerzgrenze des Klubs geht. Und Dutt, der am Samstag phasenweise so klang, als ob sich einer den Frust von der Seele redet, der nichts mehr zu verlieren hat, betonte: „Ich befinde mich nicht auf einer Abschiedstournee.“ Im Gegenteil. „Alles ist offen.“ Die Situation habe für die Kickers eher verbessert. „Und sicher ist auch, dass ich zu keinem anderen Regionalligisten wechseln werde.“ Davon war primär nie die Rede, sondern von der zweiten Liga.

Allerdings nicht mit den Kickers. „Wir steigen nicht auf – wenn alles normal läuft“, sagt Dutt. Nächste Saison geht es um die Qualifikation für die eingleisige dritte Liga. „Ein Kraftakt“, betont der Manager Joachim Cast. „Das versuche ich immer wieder klar zu machen.“ Offensichtlich bisher nicht mit dem gewünschten Erfolg. „Das gibt ein Hauen und Stechen.“ Und noch klafft im Etatansatz für die nächste Saison ein großes Loch, zum Beispiel, weil das Thema Trikotpartner nicht geklärt ist. Die Beziehung des Hauptsponsors Eduardo Garcia zu Kullen gilt als gestört.

Bei Kullens Rücktritt wären zunächst keine Neuwahlen fällig, sofern der Aufsichtsrat einen Nachfolger bestellt. Als Kandidat gilt der Schatzmeister Dirk Eichelbaum.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Stierle – Benda, Hartmann, Gambo (77. Kanitz), Weller (63. Rodrigues) – Vaccaro, Dundee (60. Bischoff).

Tore: 1:0 Benda (6.), 1:1 Tölcseres (83.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Chef Kullen vor dem Rücktritt
 
Im Aufsichtsrat des Fußball-Regionalligisten verstärkt sich der Widerstand gegen den Präsidenten
 
Stuttgart – Schwere Führungskrise bei den Stuttgarter Kickers: Vieles deutet darauf hin, dass Präsident Hans Kullen am morgigen Dienstag seinen Rücktritt erklären wird, nachdem ihm der Aufsichtsrat das Vertrauen entzogen hat.

VON JÜRGEN FREY

Es lag nicht nur am mageren 1:1 der Blauen in der Fußball-Regionalliga gegen den FC Ingolstadt: Die Mienen der Männer aus Präsidium und Aufsichtsrat wirkten am Samstag reichlich düster. Schon vor der Partie tagten die letzten Instanzen der blauen Familie. Nach Informationen unserer Zeitung hat der Aufsichtsrat in dieser Sitzung dem Präsidenten unmissverständlich erklärt, nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten zu wollen, und ihn zum Rücktritt aufgefordert.

Die Gründe für den Unmut im Kontrollgremium sind jene, die Hans Kullen seit seinem Amtsantritt am 16. Juli 2003 immer wieder vorgeworfen werden: erhebliche Kommunikationsprobleme und gutsherrenartige Alleingänge bei wichtigen Entscheidungen. Auch sei der hemdsärmelige Versicherungskaufmann aus Hülben nach wie vor ein Hemmschuh für neue Sponsoren. Kullen wiederum fühlt sich im Stich gelassen in seinen Bemühungen, den Verein nach vorne zu bringen. „Es muss Schluss damit sein, sich immer nur an den gedeckten Tisch zu setzen. Damit meine ich, dass die Teamarbeit auch hinter den Kulissen funktionieren muss“, hatte der 65-Jährige vor kurzem in einem Interview gesagt und mit einem Rücktritt zum 1. Juli dieses Jahres gedroht.

Wahrscheinlich wird es so lange gar nicht dauern. Nach Lage der Dinge wird Kullen schon auf der gemeinsamen Präsidiums- und Aufsichtsratssitzung am morgigen Dienstag seinen Hut nehmen – und mit ihm die Präsidiumskollegen Jürgen Köhn, Dieter Wahl und Edgar Kurz. Das Trio sieht den Kickers-Chef zwar alles andere als unkritisch, doch mit der totalen Kehrtwende des Großteils der Aufsichtsratsmitglieder, die Kullen vergangenen November einstimmig in seinem Amt bestätigt hatten, tun sie sich angeblich schwer.

Kommt es tatsächlich zu der Rücktrittswelle, wäre Dirk Eichelbaum der letzte Mohikaner im aktuellen Kickers-Präsidium. Wie es heißt, habe der Schatzmeister seine Bereitschaft erklärt, interimsweise das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit der Verein beschlussfähig bleibt, müsste der Aufsichtsrat im Fall der Fälle vier weitere Präsidiumsmitglieder neu bestimmen.

Bleibt die Frage, wie sich ein mögliches Aus von Kullen auf die finanzielle Seite des Vereins auswirken würde. Fest steht: Der Präsident hat ein Darlehen von 450 000 Euro in den Club investiert – und den Rangrücktritt bis zum 30. Juni 2008 erklärt. Dadurch stehen die Kickers nicht unter unmittelbarem Zeitdruck. Denkbare Variante: Kullen erhält den – dank der DFB-Pokal-Spiele gegen den Hamburger SV und Hertha BSC Berlin – zu erwartenden Gewinn aus der laufenden Saison in Höhe von 250 000 Euro bald, den Rest später.

Was auf Degerlochs Höhen immer wieder kolportiert wird: Hauptsponsor Eduardo Garcia würde im Falle eines Kullen-Rücktritts sein Engagement nicht nur verlängern, sondern auch erhöhen. Wie auch immer: Wenn die forschen Aufsichtsratsmitglieder bei ihrer heiklen Mission nicht plötzlich der Realitätsverlust erfasst hat, müssen sie konkrete Zusagen von Geldgebern in der Hinterhand haben. Sonst könnte die Botschaft drohen: Der Verein ist seinen ungeliebten Präsidenten los. Die Kickers aber auch ihre Lizenz.

Stuttgarter Nachrichten

U19 trotz Tabellenführer Punkt ab

Die U19 der Blauen brachte den bisher ungeschlagenen Tabellenführer FC Bayern München an den Rand einer Niederlage. Bis zur 89. Spielminute führten die Blauen 1:0, dann der Treffer durch Benede. Trotzdem macht dieser Punktgewinn Mut und bedeudet ein nicht eingeplanter Punkt im Kampf gegen den Abstieg.
In der  Tabelle belegen die Blauen nun Rang 12, Ulm gewann überraschend deutlich 4:1 gegen Burghausen und liegt nun ein Punkt vor den Blauen auf dem ersten Nichtabstiegsrang. Am 18. März geht es weiter: Das Derby beim VfB Stuttgart.
Die Kickers spielten mit:
Rodrigues; Schneider, Thies, Jung (62. Mucan), Leist, Weber; Brandstetter (78. Petruso), Rizzi (80. Gümüssü), Candan; Tunjic (73. Gonzales), Zivaljevic

Kickers – FC Ingolstadt 1:1 (1:0)

Das erste Heimspiel im neuen Jahr zwischen den Kickers und dem FC Ingolstadt endete mit einen gerechten 1:1-Unentschieden. Vor 2380 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau brachte Sascha Benda die Kickers früh mit einem direkt verwandelten Eckball in Führung (6.). Sieben Minuten vor Spielende gelang Tölceres der sicherlich verdiente Ausgleichstreffer. Bei beiden Treffer half der starke Wind kräftig mit.

Zur Aufstellung:

Kickers-Trainer Robin Dutt vertraute trotz der Auftaktniederlage im Derby beim VfB II auch heute derselben Elf: David Yelldell im Tor, die Abwehrreihe mit Moritz Steinle, Recep Yildiz, Jens Härter und Oliver Stierle. Im Mittelfeld zentral Manuel Hartmann, auf dem linken Flügel Thomas Weller, rechts Sascha Benda und als Spielmacher lief Bashiro Gambo auf, im Sturm das Duo Sean Dundee und Angelo Vaccaro.
Die Gäste aus Bayern spielten mit einer Dreierabwehrreihe, einem dichten Sechser-Mittelfeld und nur einem Stürmer, wobei die Flügelspieler ständig mit nach vorne stießen.

Zum Spielverlauf:

Der wichtigste Mitspieler auf beiden Seiten war heute der böige Wind. Nicht nur dass der Wind an beiden Toren maßgeblich beteiligt war sondern auch vom ganzen Spielverlauf her musste sich beide Teams darauf einstellen, dass die Bälle heute nicht so flogen wie gewöhnlich.
In der ersten Halbzeit spielten die Kickers mit dem Wind, jeder Abschlag oder lange Ball war heute fast schon ein Angriff, der vor dem Strafraum landete. So hatten es die Abwehrspieler schwer, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen.
Dank der Wind-Unterstützung fiel auch das 1:0 in der 6. Minute. Die Kickers schlugen drei Eckbälle hintereinander nicht wie sonst vom Tor weg, sondern in Richtung Gästetor. Im dritten Versuch schließlich überwand Sascha Benda den Gästekeeper direkt und traf ins rechte Toreck zum Führungstreffer.
In der zehnten Minute ließ Ingolstadts Sturmspitze Andras Tölcseres seine Gefährlichkeit aufblitzen, als er frei vor David Yelldell stand doch sein Versuch links oben am Tor vorbeiging. Vorausgegangen war ein schlimmer Ballverlust nach einem Querpass im Kickers-Mittelfeld, den Robin Dutt zum ersten Mal auf die Palme brachte.
Die Ingolstädter blieben in der Folgezeit das Team mit den besseren Chancen: Nach einem Getümmel im Kickers-Strafraum schaffen es die Gäste nicht den ball aufs Tor zu schiessen, bis schließlich die Kickers-Abwehr klären konnte (15.) Nach einer Kopballverlängerung nach einem Freistoß landete der Ball wieder zu Tölcseres, der sofort per Drehschuss abzog, doch David Yelldell war auch dem Posten und reagierte stark (25.).
Zehn Minuten vor dem Pausentee kam wieder Tölcseres zu Abschluss, doch sein Schuss hielt David Yelldell im rechten Eck sicher. Von den Blauen war leider nur wenig zu sehen. Die Gäste aus Bayern standen solide in der Abwehr und ließen die Kickers kaum Chancen zu, wobei auch der letzte Druck fehlte. Zwar eroberten sich die Blauen durch das Pressing und ihren Einsatz immer wieder die Bälle, aber wurde sie meist viel zu schnell wieder verloren.

Im zweiten Durchgang schien es zunächst anderes zulaufen: In der 50. Minute legte Angelo Vaccaro zurück auf Sascha Benda, der direkt aus 16 Metern abzog, doch Gästekeeper Lutz war schnell am Boden und parierte stark. Sean Dundee schnappte sich den Abpraller und versuchte den Keeper zu umspielen, doch scheiterte er mit seinem Versuch aus spitzem Winkel am Aussennetz. Danach verflachte die Partie auch durch einige Wechsel auf beide Seiten. In der 70. Minute hatte erneut der einzig gefährliche Gästespieler Tölcseres die nächste Möglichkeit, als er im Strafraum freigespielt wurde und aus sechs Metern links am Tor vorbeischoss. In der 75. Minute schlug Oliver Stierle den Freistoß von der Linie.
Sieben Minuten vor Schluss war es aber dann doch soweit: Ein langer Ball wurde in den Kickers-Strafraum verlängert, wo Recep Yildiz schlecht stand. Der Wind trieb den Ball immer weiter Richtung Kickers-Tor, so dass der Kickers-Abwehrspieler nicht mehr an den Ball kam und zurückzog. Er dachte wohl sein Torhüter David Yelldell kommt an den Ball, doch dieser rutschte aus. Tölcseres spekulierte goldrichtig und köpfte die Kugel über David Yelldell hinweg zum 1:1 Ausgleich.
In den Schlussminuten hatte zunächst der eingewechselte Wohlfahrt für Ingolstadt die Möglichkeit zur Führung, als er nach einem Konter im Strafraum völlig frei angespielt wurde. Doch der Stürmer braucht zu lange, so dass David Yelldell auf dem Posten war und abwehren konnte. Mit dem Schlusspfiff hatte der ebenfalls eingewechselte Bastian Bischoff nach einer Ecke die Kopfballchance, doch schafften es die Ingolstädter in letzter Sekunde den Ball vor dem Tor wegzuschlagen.
So blieb es bei einem sicherlich verdienten Unentschieden, das sich die Kickers aufgrund der kämpferischen Leistung auch mehr als verdient hatten. Herausgespielte Chancen war auch heute leider nicht allzu viel zu sehen, zudem bekam die Kickers-Abwehr den immer brandgefährlichen Tölcseres nie in den Griff.

Die Trainerstimmen:

Jürgen Press: „Ich denke wir haben heute ein sehr unterhaltsames Spiel gesehen, das durch den Wind nicht immer berechenbar war. Leider haben wir das frühe Gegentor bekommen. Doch danach muss ich sagen haben wir ein tolles Spiel gezeigt und hätten bereits zur Halbzeit mit 5:1 führen müssen. So sind wir wenigstens froh dass wir kurz vor Schluss endlich den Ausgleich erzielt haben und fahren mit einem wichtigen Punktgewinn nach Ingolstadt.“
Robin Dutt: „Ich sah in dieser Partie heute kein tolles Spiel. Durch den starken Wind und den tiefen Boden war es nicht immer regulär. Wir haben trotzdem die Vorlage mit dem 1:0 bekommen und wollten dann über das kämpferische Element den Sieg erringen. Dennoch konnten wir froh sein, dass Ingolstadt vor dem Tor nicht so effektiv war. Bei dem Gegentor stehst du einfach machtlos da, erst das Tor letzte Woche und heute dieses. Leider sind wir für die kämpferische Leistung nicht belohnt worden. Für alles andere hätten wir aber auch nichts verdient gehabt.“

Die Spielstatistik

Kickers: David Yelldell – Moritz Steinle, Recep Yildiz, Jens Härter, Oliver Stierle – Manuel Hartmann, Sascha Benda, Bashiru Gambo (71. Nico Kanitz), Thomas Weller (63. Dominique Rodrigues) – Angelo Vaccaro, Sean Dundee (60. Bastian Bischoff) – Trainer: Robin Dutt
Ingolstadt: Lutz – Rosenwirth, O. Schmidt, Kroll – Sbordone, Schmidberger, Keidel, Schlauderer (58. Wohlfarth), Jungwirth (73. T. Fink), Obele (58. Buchner) – Tölcseres – Trainer: Press

Zuschauer:
2.380 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge:
1:0 Sascha Benda (6.)
1:1 Andras Tölcseres (83.)

Schiedsrichter:
Tobias Christ (Kaiserslautern)
Verwarnungen:
gelbe Karten: Gambo, Yildiz, Stierle – Kroll, Keidel