StN: Kickers: Rückzug eines Kandidaten

Wirbel vor Aufsichtsratswahl

Stuttgart – An diesem Samstag (14.30 Uhr) treffen die Stuttgarter Kickers unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf die SV Elversberg. „Alle Spieler sind fit“, sagt Trainer Robin Dutt, der eine ähnliche Leistung wie zuletzt in Hoffenheim erwartet. Bereits am Dienstag (19 Uhr) steht für den Fußball-Regionalligisten der nächste wichtige Termin an. In der Vereinsgaststätte findet dann die Mitgliederversammlung der Blauen statt. Gewählt wird ein neuer Aufsichtsrat, der dann den Präsidenten für die kommenden drei Jahre bestimmen wird.

Dabei hätte die Kandidatenliste beinahe eine Überraschung parat gehabt. Michael Hofstetter, bis Sommer noch Mitglied im Präsidium der Blauen, hatte am Freitagvormittag mitgeteilt, dass er für einen Sitz im Aufsichtsrat kandidieren werde. Er sei dazu ermuntert worden, sagte er. Am Abend folgte dann die Kertwende: Der Rechtsanwalt zog seine Kandidatur zurück – wohl nicht ausschließlich aus eigener Motivation.

Ein anderer Name bleibt der Liste dagegen erhalten: Gerhard W. Kluge, der formal noch Mitglied im aktuellen Kontrollgremium ist. Weil aber bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts des Betrugs ermittelt, lässt er sein Amt seit April ruhen. Die Ermittlungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, „die Verdachtsmomente haben sich aber nicht erhärtet“, sagt Kluge. Er sei sich sicher, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst. „Sonst würde ich nicht kandidieren.“ Ihm passe nicht, wie bei den Kickers derzeit „mit Menschen umgegangen wird“. Dirk Preiß

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte: 1. FC Pforzheim – Stuttgarter Kickers II

Sartori fordert Leidenschaft 
 
1. FC Pforzheim steht nach der Pleite beim Schlusslicht Bonlanden gegen die Stuttgarter Kickers II unter Zugzwang   

PFORZHEIM. In der Saison-Vorbereitung hat der 1. FC Pforzheim gegen die Stuttgarter Kickers II mit 3:0 gewonnen. Dieses Resultat würde Club-Trainer Stefan Sartori auch am morgigen Samstag (14.30 Uhr) gut gefallen.

Der 1. FC Pforzheim ist die Mannschaft mit den zwei Gesichtern. Auswärts sieht der Oberliga-Aufsteiger kein Land. Vier teilweise recht deftige Niederlagen kassierte die Mannschaft in den letzten Wochen, am Sonntag gar ein peinliches 0:3 beim Schlusslicht SV Bonlanden. Zu Hause im Brötzinger Tal hingegen wurden der SV Waldhof und der FC Villingen zuletzt mit 2:0 besiegt.

Trainer Stefan Sartori hofft, dass seine Schützlinge morgen ihr freundliches Heim-Gesicht zeigen und den Vergleich mit den Stuttgarter Kickers II gewinnen. „Ich verlange vor allem Leidenschaft und Engagement. Das hat in Bonlanden gefehlt und das lasse ich nicht durchgehen.“

Sartori kennt die Kickers wie keine zweite Mannschaft in der Oberliga, denn die Degerlocher spielen immer gegen jene Mannschaft, auf die der Club eine Woche später trifft. „Die spielen mal hui und dann wieder pfui. Sie sind spielerisch stark. Ich hoffe, sie zeigen gegen uns ihr Pfui-Gesicht“, sagt Sartori vor dem Vergleich mit der Truppe von Trainer Björn Hinck, in der zurzeit auch der Ex-Pforzheimer Marco Wildersinn in der Vierer-Abwehrkette spielt. Personell sieht es nicht gut aus bei den Pforzheimern. Kapitän Marc Ringswald fehlt wegen einer Zerrung. Michael Schrammel, Dominik Salz und Alexander Zimmermann sind angeschlagen.

Torhüter Toma Trocha zog sich in Bonlanden eine Rippenprellung zu, wird aber auf die Zähne beißen und spielen. Seit Wochen angeschlagen ist auch Abwehrspieler Christoph Nirmaier. Dagegen zählt Martin Maier nach seiner Rotsperre wieder zum Kader.

Nur elf Punkte hat der Club derzeit auf dem Konto. In den drei verbleibenden Spielen der Vorrunde geht es morgen gegen die Stuttgarter Kickers II, dann zum Bahlinger SC und danach, am 2. Dezember, zum Vorrunden-Kehraus gegen den alten Rivalen SV Sandhausen. Vor der Winterpause folgt noch das Spiel bei der TSG Hoffenheim II.

Das Ziel sind 17 Punkte

„Wenn wir bis zur Pause 17 Punkte holen würden, hätten wir den Anschluss gehalten“, hofft Stefan Sartori. In der Pause will sich der Club nach Verstärkungen umsehen. „Das müssen wir. Unser Kader ist in der Breite nicht gut genug besetzt“, weiß der Trainer, wo der Schuh drückt. Er weiß aber auch, dass dem Verein finanziell die Hände gebunden sind. 

Pforzheimer Zeitung

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SV Elversberg

Geisterspiel in Degerloch
 
Großleinwand für Kickers-Fans
 
STUTTGART (ump). In der Fußball-Regionalliga Süd wird es morgen ein Novum geben. Die Stuttgarter Kickers müssen ihr Heimspiel gegen Elversberg unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Lediglich 40 Funktionsträger von jedem Verein sind zugelassen.

Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Auf diesen Nenner lässt sich das Spiel der Stuttgarter Kickers morgen (14.30 Uhr) gegen die SV Elversberg bringen. Wegen des Spielabbruchs im DFB-Pokal gegen Hertha BSC muss die Regionalligapartie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Während das für die Gäste aus Elversberg fast schon Gewohnheit ist (zum letzten Heimspiel kamen gerade mal 350 Besucher), stellt das für die Kickers-Mannschaft Neuland dar.

Darauf hat der Trainer Robin Dutt reagiert und am Mittwoch im leeren Gazistadion ein Trainingsspielchen elf gegen elf absolvieren lassen. Simulation gewissermaßen. „Um die entprechende Stimmung aufzunehmen“, wie es der Trainer ausdrückt. Die wird in der Tat ungewöhnlich sein. Lediglich 40 so genannte Funktionsträger von jedem Verein sind zugelassen, wobei noch nicht einmal sicher ist, ob die Gäste aus dem Saarland diese Kontingent komplett ausschöpfen werden, zu dem auch Spieler und Betreuer gehören. Dutt sagt: „Ich habe das Team darauf aufmerksam gemacht, dass in so einem Stadion auch mit Äußerungen gegenüber dem Schiedsrichter zurückhalten muss.“ Denn: man hört jedes Wort.

Personell dürfte sich gegenüber der Partie in Hoffenheim wenig bis gar nichts ändern, sodass auch der wieder spielberechtigte und genesene Mustafa Parmak sich auf der Ersatzbank gedulden muss. „Wir hoffen auf jeden Fall auf ein faires und erfolgreiches Spiel“, sagt der Kickers-Präsident Hans Kullen, der sich nach Spielende zusammen mit der Mannschaft ins Klubhaus begeben will, wo die Fans Gelegenheit haben, das Spiel live auf einer Großbildleinwand zu verfolgen. Der Obolus dafür beträgt fünf Euro, wovon zwei für einen guten Zweck verwendet werden und der Rest die entstehenden Kosten für die Übertragung (zirka 3000 Euro) zumindest teilweise abdecken soll.

Bereits heute Abend muss die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart beim Zweitligaabsteiger 1. FC Saarbrücken antreten. Wobei der VfB-Trainer Rainer Adrion weiter auf die Abwehrroutiniers Steffen Dangelmayr und Marijan Kovacevic verzichten muss, dafür sind Marcel Schuon und Joachim Schwabe wieder im Training.

Auch der SSV Reutlingen hat vor dem Heimspiel heute gegen den Karlsruher SC II (19 Uhr, Kreuzeichestadion) noch kleinere Personalsorgen. Ein Fragezeichen steht vor allem hinter dem Stürmer Christian Haas. Der Torwart und Kapitän Marco Langner aber sagt: „Wir wollen den Dreier. 26 Punkte in der Vorrunde haben uns nicht viele zugetraut.“ Und auch nicht den Zuschauerschnitt von 4412 Besuchern, mit dem der Aufsteiger sogar noch knapp vor den Kickers liegt – und diesen Vorsprung am Wochenende sogar ausbauen kann. Denn zumindest in dieser Statistik können sich die Kickers garantiert nicht verbessern – in der Tabelle dagegen schon.

Stuttgarter Zeitung

Keine Fans, viel Arbeit
 
Die Kickers treten am Samstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit an
 
Stuttgart – Nach dem Becherwurf im DFB-Pokal-Spiel gegen Hertha BSC Berlin müssen die Stuttgarter Kickers am morgigen Samstag (14.30 Uhr) ihre Strafe absitzen. Die Partie gegen die SV Elversberg findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur etwa 120 Personen dürfen sich während der Partie im Gazistadion aufhalten.

VON DIRK PREISS

Auf der Geschäftsstelle der Stuttgarter Kickers sind sie in dieser Saison einen gewissen Trubel ja gewohnt. Die Pokalspiele gegen Hamburg und Berlin waren ausverkauft, das Interesse an den Blauen war riesig, der Stressfaktor hoch. In der vergangenen Woche waren die Mitarbeiter der Blauen ähnlich gut beschäftigt – der Grund dafür war allerdings weniger erfreulich. Wegen des Becherwurfs auf einen Schiedsrichter-Assistenten im DFB-Pokal-Spiel gegen Hertha BSC Berlin findet das Regionalligaspiel gegen Elversberg am Samstag in einem weit gehend leeren Gazistadion statt. Klingt nach wenig Aufwand – doch es gilt, zahlreiche Bedingungen zu beachten. Der Becherwurf hat Folgen.

Im Stadion: Beide Vereine dürfen für Samstag 40 Personen benennen, die das Gazistadion betreten dürfen. Neben den Spielern mit ihren Trainern und Betreuern sind also auch einige Vereinsfunktionäre zugelassen. Hinzu kommen das Schiedsrichtergespann, der Schiedsrichterbetreuer, ein Beobachter des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), einige Polizeibeamte, der Ordnungsdienst und Pressevertreter. „Alles in allem werden am Samstag etwa 120 Personen im Stadion sein“, sagt Kickers-Manager Joachim Cast.

Vor dem Stadion: Außerhalb des Stadions ist die Polizei dafür verantwortlich, dass sich keine Unbefugten Zutritt verschaffen. Dennoch ist im Stadion ein Ordnungsdienst notwendig, falls doch jemand eindringen sollte. „Statt 30 Ordnern bei normalen Spielen werden aber nur maximal 15 im Einsatz sein“, sagt Cast, der aber auf die Vernunft der Kickers-Anhänger setzt. „Alle wissen, dass bei diesem Spiel absolut nichts passieren darf.“

Finanzieller Schaden: Die Erfüllung der Sicherheitsbedingungen am Samstag bedeutet für die Blauen keinen finanziellen Mehraufwand. Laut Cast gehen aber Zuschauereinnahmen in Höhe von rund 10 000 Euro verloren. Dazu kommt die Geldstrafe des DFB in gleicher Höhe. Zudem steigen die Kosten durch den erhöhten Sicherheitsaufwand bei den übrigen Regionalligaspielen.

Entschädigung: Dauerkartenbesitzer bekommen im kommenden Jahr für ein Spiel nach Wahl eine zusätzliche Freikarte.

Kickers-TV: In Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) zeigen die Kickers das Spiel gegen Elversberg auf zwei Leinwänden in der Vereinsgaststätte im ADM-Sportpark (Königsträßle) live. „Da gibt es sozusagen Kickers-TV“, sagt Cast. Die Fans müssen allerdings einen Solidaritätsbeitrag von fünf Euro leisten. Zwei Euro davon gehen an den Förderverein krebskranker Kinder in Stuttgart. Die übrigen Kosten für die Übertragung trägt ein Sponsor.

Sicherheitsnetz: Künftig muss vor der Gegengeraden ein engmaschiges Netz gespannt werden. „Nach einer Begehung mit Vertretern der Stadt werden nun Angebote eingeholt“, sagt Cast. Das Netz werde aber erst im kommenden Jahr angebracht. Vermutete Kosten: Etwas mehr als 30 000 Euro.

Stuttgarter Nachrichten

Vorschau
Spielinfos

Anstoß: 18.11.2006 14:30
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Stieler (Obertshausen)
Assistenten: Marx (Karlstein), Müller (Ansbach)

Stuttgarter Kickers: Parmak hat seine Grippe überstanden, Gambo ist noch leicht geschwächt. Beide standen zuletzt aber nicht in der Startformation.

SV Elversberg: Für Bröcker (Gelb-Rot) rückt D.Schommer in die Abwehr, Nagorny (Rot) und Iyodo (Gelb-Rot) werden durch Maas und Maier ersetzt.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz – Akcay – Benda, M. Hartmann, Stierle – Okpala, Mesic; Trainer: Dutt

SV Elversberg
Knödler – D. Herzig, Velkoborsky, Birk, D. Schommer – Zinnow, Kolinger, Delic, Böttjer – S. Maier, Maas; Trainer: Goulet

Kicker

Klare Richtlinien für das „Geisterspiel“

Zu dem „Geisterspiel“ der Stuttgarter Kickers am Samstagnachmittag, 18. November 2006 um 14.30 Uhr gegen den SV Elversberg hat der Süddeutsche Fußballverband klare Richtlinien herausgegeben. Bei diesem Spiel, das auf Grund der Vorfälle beim Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfindet, ist pro Verein jeweils eine Delegation von maximal 40 Personen erlaubt. Dazu gehören auch Spieler, Trainer und Betreuer, so dass nur noch ein kleiner Kreis von Funktionsträgern hinzukommt. Polizei, Ordnungs- und Sicherheitskräfte werden schon rechtzeitig vor Spielbeginn und auch während der Begegnung dafür sorgen, dass kein anderer Unberechtigter das Stadion betritt. Daher bitten auch die Stuttgarter Kickers nochmals ihre Fans und Freunde, in gebührendem Abstand zum Stadion zu bleiben und sich diszipliniert zu verhalten.

Zugelassen zu der Begegnung sind natürlich die Journalisten und Medienvertreter sowie das entsprechende Stadionpersonal. Selbstverständlich erhalten auch Fans vom SV Elversberg keinen Eintritt, doch wurde auf diese Situation der Gastverein rechtzeitig aufmerksam gemacht. Der öffentliche Verkauf von Alkohol im unmittelbaren Umfeld des Stadions ist nicht gestattet.

Wie bereits publiziert, wird eine Live-Übertragung der Begegnung dank der Unterstützung des Fernsehens im Kickers-Clubrestaurant im ADM-Sportpark stattfinden. Alle Fans haben also dort die Gelegenheit, das Spiel 90 Minuten lang zu verfolgen. Dort kann auch der Ausklang des Spieles erfolgen, da die Kickers-Spieler nach Abpfiff im GAZi-Stadion zu den Fans in der Kickers-Vereinsgaststätte hinzustoßen.

Offizielle Homepage

Public Viewing bei den Kickers

Die Fans, Freunde und Sympathisanten der Stuttgarter Kickers dürfen sich freuen: Dank dem Entgegenkommen vom SWR und vom Saarländischen Rundfunk, die die technischen Voraussetzungen geschaffen haben, ist eine Live-Übertragung der Regionalliga-Begegnung Stuttgarter Kickers – SV Elversberg am Samstagnachmittag, 14.30 Uhr im ADM-Sportpark in Degerloch möglich geworden.

Infolge der Vorfälle beim Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin findet diese Begegnung im GAZi-Stadion unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Zugelassen sind nur einige wenige Offizielle und die Medienvertreter. Dank dem Signal des Fernsehens wurde aber nun ähnlich wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft ein „Public-Viewing“ rund um die Kickers-Gaststätte möglich. Auf Leinwänden und großen TV-Geräten können die Fans das Spielgeschehen verfolgen.
Als Solidaritätsbeitrag erhebt der Verein einen Obolus von 5,- Euro. Jeweils 2,- Euro davon gehen an einen guten Zweck und zwar an der Förderkreis krebskranker Kinder. Die Schirmherrschaft für die Übertragung übernehmen die Präsidiumsmitglieder. Sollte ein Fehlbetrag entstehen, würde dieser Personenkreis dafür aufkommen.
„Nun hoffen wir nur auf ein faires und erfolgreiches Spiel sowie auf drei Punkte“, ist der Wunsch von Kickers-Präsident Hans Kullen. Trainer, Mannschaft und Spieler werden sich unmittelbar nach Spielende zu den Fans ins Clubrestaurant begeben, um dort auch ihren Dank für die bisherige Unterstützung abzustatten.
Mit der Begegnung gegen Elversberg wird im übrigen die Vorrunde der „Blauen“ abgeschlossen und mit einem Sieg wollen die Kickers dann in der Rückrunde wieder angreifen.

Offizielle Homepage

EßZ: Hektik vor dem „Geisterspiel“

Die Begegnung der Stuttgarter Kickers gegen die SV Elversberg wird in den ADM-Sportpark übertragen
 
Stuttgart – Keine Zuschauer, aber viel Arbeit. Das „Geisterspiel“ am kommenden Samstag (14.30 Uhr) gegen die SV Elversberg hält die Verantwortlichen von Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers fast so sehr auf Trab wie die DFB-Pokalspiele gegen den Hamburger SV und Hertha BSC Berlin, als das Gazi-Stadion ausverkauft war. Zumindest sollen die Fans der „Blauen“ die Begegnung auf Leinwänden im ADM-Sportpark sehen können.
 
Von Sigor Paesler

Auf der Geschäftsstelle der Stuttgarter geht es zurzeit hektisch zu. „Das ist schon ein ganz anderer Aufwand als bei einem normalen Regionalligaspiel. Es gibt eben kaum Erfahrungswerte“, sagt Manager Joachim Cast. „Das Wichtigste ist, dass wir die Vorgaben genau einhalten.“ Der Verein will nach dem Becherwurf in der Partie gegen Hertha, der zu der Strafe führte, nicht weiter negativ auffallen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ganz genaue Vorstellungen, wie das Spiel ohne Zuschauer ablaufen soll. Nur scheint es nicht so einfach zu sein, das via Süddeutschem Fußball-Verband (SFV) auszuformulieren. Cast verbrachte in den vergangenen Tagen jedenfalls viel Zeit am Telefon – und vor dem Faxgerät, das die genauen Instruktionen ausspucken sollte.

Bis gestern Abend wartete er vergebens. Klar ist bislang nur, dass nur eine kleine Anzahl an Vereinsvertretern, Journalisten und Sicherheitsleuten ins Stadion darf und dass der Verein Sorge tragen muss, dass niemand versucht, unrechtmäßig in die Arena zu gelangen. Eine Sperrzone wird es aber wohl nicht geben. Deshalb dürfen diejenigen, die sich rechtzeitig einen Platz sichern, beispielsweise auch versuchen, das Spielgeschehen mit dem Fernglas vom Fernsehturm aus zu beobachten.

 

Keine weiteren Kosten
Auch wenn der Aufwand groß ist, erwartet Cast nicht, dass zu den 10 000 Euro Geldstrafe und etwa der gleichen Summe an ausbleibenden Zuschauereinnahmen weitere Kosten auf den Verein zukommen.

Auch Kickers-Pressesprecher Guido Dobbratz wirkte gestern gehetzt. Seine früheren Kollegen vom SWR sollen helfen, das Spiel aus dem Stadion auf Leinwände im ADM-Sportpark zu übertragen. Doch auch hier gab es viele Fragen zu klären. Zunächst mussten die Fernsehleute überzeugt werden, die Aktion überhaupt zu unterstützen. Dann musste über die Kosten gesprochen werden und darüber, ob die Fans sich daran beteiligen sollen.

„Der SWR und der Saarländische Rundfunk haben Grünes Licht gegeben, die Kosten übernimmt ein Sponsor“, gab Dobbratz gestern Entwarnung. Der Beitrag der Anhänger wird fünf Euro betragen, zwei Euro davon gehen als Spende an den Förderkreis krebskranker Kinder in Stuttgart.

Die etwa tausend Dauerkarteninhaber der Kickers sollen als Ausgleich für das verpasste Spiel eine Freikarte für eine Begegnung im kommenden Jahr bekommen. Etwa, wenn die Hertha tatsächlich wie angekündigt Ende Februar ohne Gage zu einem Freundschaftsspiel auf der Waldau antritt.

Die Mannschaft bereitet sich übrigens auch auf das „Geisterspiel“ am Samstag vor: Heute wird sie im – selbstverständlich leeren – Stadion eine Trainingseinheit absolvieren.

Eßlinger Zeitung

StZ: Spiel live im ADM-Sportpark?

Kickers schreiben schwarze Zahlen

STUTTGART (ump). So schnell kann“s gehen: Am nächsten Wochenende endet bereits die Hinrunde in der Fußball-Regionalliga. Und das Heimspiel gegen die SV Elversberg (14.30 Uhr) stellt die Stuttgarter Kickers dabei vor besondere Probleme. Nicht nur, weil nach neun Spielen endlich mal wieder ein Sieg eingefahren werden soll, sondern auch weil das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden muss. Eine Folge des Spielabbruchs im DFB-Pokal gegen Hertha BSC.
Damit die Fans nicht ganz in die Röhre schauen, will der Verein eine Liveübertragung auf das Klubgelände im ADM-Sportpark organisieren. „Zu 95 Prozent ist das gesichert“, sagte gestern das Präsidiumsmitglied Dieter Wahl, der die technischen Absprachen mit dem federführenden SWR regelt. Noch nicht ganz geklärt ist, ob dafür ein Obolus (im Gespräch sind fünf Euro) erhoben wird. „Das Problem ist auch, dass wir nicht genau wissen, wie viele Fans von dem Angebot Gebrauch machen wollen“, sagt Wahl. Klar ist dagegen, dass die rund tausend Dauerkartenbesitzer der Kickers für die entgangene Partie in der Rückrunde eine Freikarte nach ihrer Wahl bekommen.
Neben der Geldstrafe von 10 000 Euro muss der Verein am Samstag noch einmal in etwa die gleiche Summe durch die fehlenden Zuschauereinnahmen abschreiben, dazu kommen jetzt die Kosten für die geplante TV-Übertragung im mittleren vierstelligen Bereich, sodass die Aktion den Etat mit rund 25 000 Euro belasten dürfte.
Da trifft es sich gut, dass die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres 2005/06 (zum 30. Juni) „eine schöne Zahl“ aufweist, wie es der Präsident Hans Kullen im Hinblick auf die Mitgliederversammlung in einer Woche ausdrückt. Die genaue Summe wollte er noch nicht nennen, doch soll sie bei etwa 60 000 Euro liegen. Schwarze Zahlen bei den Blauen – das hat es seit dem Abstieg aus der zweiten Liga nicht mehr gegeben.

Stuttgarter Zeitung

Presse zu TSG Hoffenheim – Stuttgarter Kickers (1:1)

Die Krise macht Pause
 
Das 1:1 der Stuttgarter Kickers in Hoffenheim: gut für die Moral, nicht für die Tabelle
 
HOFFENHEIM. Die Stuttgarter Kickers sind zwar auch im neunten Punktspiel der Fußball-Regionalliga nacheinander ohne Sieg geblieben, doch das 1:1 bei der TSG Hoffenheim macht Mut: „Ich hoffe, die Talfahrt ist zu Ende“, sagt der Mittelfeldspieler Manuel Hartmann.

Von Joachim Klumpp

Nach den 90 Minuten ballte Ralf Rangnick kurz beide Fäuste. Eine kleine Geste mit großer Aussagekraft. Der Trainer der TSG Hoffenheim war froh, dass seine Mannschaft gegen die Stuttgarter Kickers beim 1:1 (0:1) vor 3150 Fans wenigstens einen Punkt gerettet hatte. Was er später verbal unterstrich: „Heute hatte man phasenweise das Gefühl, wir hätten zuletzt achtmal nicht gewonnen und die Kickers zwölf Spiele nicht verloren“, lobte Rangnick den Gegner. Zu Recht.

Die Kickers waren nach den verunsicherten und schwachen Auftritten der vergangenen Wochen nicht wieder zu erkennen. Von der ersten Minute an wirkte die Mannschaft geistig frischer und engagierter. Was auch mit der Grundordnung auf dem Platz zusammenhing. „Bei unserem kleinen Kader hofft man, dass sich langsam eine Wunschformation findet“, sagte Dutt. Die Rückkehr zur Viererkette mit den Außenverteidigern Moritz Steinle (rechts) und Nico Kanitz (links) kam dieser Vision schon sehr nahe, und das laufstarke Mittelfeld um die defensiven Hartmann und Akcay ließ Hoffenheim durch frühes Pressing nur selten zur Entfaltung kommen. Dazu nähert sich Oliver Stierle seiner Bestform, als Krönung fehlte nur noch das Tor zum 2:0, das er kurz vor und nach der Pause auf dem Fuß hatte, „und an diesem Tage wohl die Entscheidung gewesen wäre“, wie Dutt später sagte. So aber blieb es bei der Führung durch Manuel Hartmann, die Copado nach einem Eckball egalisieren konnte.

Und deshalb blieb als Tenor bei den Kickers: mit der Leistung sind wir zufrieden, mit dem Ergebnis nur bedingt. „Man darf nicht vergessen, dass wir in einem Spiel auf hohem Niveau nur einen Punkt geholt haben“, rückte Dutt die Realität zurecht. Die da heißt: alles beim Alten, die Kickers haben nach wie vor zehn Punkte Rückstand auf einen der Plätze, die zum Aufstieg berechtigen, wovon derzeit aber niemand spricht. „Was nicht heißt“, so Dutt, „dass wir dieses Thema abgehakt haben.“ Aber die Favoritenbürde tragen andere: Hoffenheim natürlich, und auch Wehen, eine Mannschaft die in den vergangenen Jahren stets im Vorderfeld mitmischte. „Aber dass sie so einen Lauf haben, kommt doch etwas unerwartet“, so Dutt. Denn die 34 Punkte bedeuten hochgerechnet auf die Saison 70 Zähler – ein Spitzenwert (Saarbrücken reichten schon 53 Punkte zum Aufstieg). Und in der Nordgruppe weist der Spitzenreiter derzeit auch nur 28 Punkte auf.

Doch die ganzen Quervergleiche helfen den Kickers nicht weiter, letztendlich können sie sich nur selbst helfen. „Ich hoffe, dass die Talfahrt beendet ist“, sagte Manuel Hartmann. Warum? „Heute haben endlich mal alle so gespielt, wie sie es können.“ Und auch der Trainer rückte die Mannschaft in den Mittelpunkt. Nachdem Dutt trotz der Durststrecke in den vergangenen Tagen einen wohltuend sachlichen Eindruck vermittelt hatte, sagte er am Samstag: „Die Mannschaft hat die Vorgaben aggressiv umgesetzt“. Nicht mehr und nicht weniger. Er lobte die taktische Aufnahmefähigkeit, nachdem man das Spielsystem am Freitag lediglich eine halbe Stunde trainieren konnte. Es blieb eben nicht viel Zeit. „Ich habe auch nicht mit jedem Spieler Einzelgespräche führen können“ fügte Dutt noch hinzu. Und überhaupt: aus psychologischer Sicht war das ein einfaches Spiel: „Wir hatten ja nichts zu verlieren.“

Nächsten Samstag sieht das anders aus: Gegen Elversberg, vor leeren Rängen. Auch ein psychologischer Aspekt. „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, gibt Dutt zu. Doch dazu bleiben ja noch fünf Tage Zeit. Das könnte reichen, wenn man bedenkt, was die Kickers in den zwei Tagen zwischen Kassel und Hoffenheim geschafft haben.

Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz – Benda (79. Schlabach), Hartmann, Akcay, Stierle – Mesic, Okpala (83. Bischoff).

Tore: 0:1 Hartmann (16.), 1:1 Copado (75.).

Gelb-rote Karte: Keller (Hoffenheim, 76.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers auf dem Weg der Besserung
 
Beim 1:1 in Hoffenheim präsentieren sich die Blauen wie verwandelt – Mesic: „Zwei Punkte verloren“
 
Hoffenheim – Spritzig, aggressiv, kombinationssicher und top organisiert – so präsentierten sich die Stuttgarter Kickers bei der TSG Hoffenheim. Die wundersame Wandlung der Blauen hatte nur einen Fehler: Es hätte mehr als ein 1:1 herausspringen müssen.

VON JÜRGEN FREY

Als die temperamentvollen 90 Minuten im Dietmar-Hopp-Stadion zu Ende waren, ballte Ralf Rangnick zuerst die Fäuste, dann klatschte er in die Hände und strahlte. Die Reaktion des TSG-Trainers zeigte: Der Aufstiegsfavorit konnte mit diesem Unentschieden gegen die seit dem 13. September (2:1 in Pfullendorf) sieglosen Kickers prima leben. „Eine Stunde lang hatte man das Gefühl, wir hätten zuletzt achtmal hintereinander nicht gewonnen und die Kickers zwölf Spiele nicht verloren“, sagte der bundesligaerfahrene Coach. Die sportliche Wiederauferstehung der Blauen hatte ihre Gründe.

Die Ordnung: Noch am Mittwoch beim 1:3 gegen Hessen Kassel herrschte ein heilloses Durcheinander auf dem Platz. Nur drei Tage später bewies das Team kühlen Kopf und präsentierte sich von der ersten Minute an glänzend organisiert. Die Rückkehr zum 4-4-2-System mit Mustafa Akcay und Manuel Hartmann als Herzstück im Mittelfeld erwies sich als die richtige Maßnahme.

Die Einstellung: Mit heißem Herzen, immer nah am Mann, hart und aggressiv attackierten die Blauen ihren Gegner sehr früh – und zwangen ihn zu Ballverlusten. Eine Lehrstunde in Sachen Pressing. „Das gelingt nicht gegen jede Mannschaft“, gab Trainer Robin Dutt hinterher zu bedenken. „Es ist kein Zufall, dass wir gegen den HSV, Hertha und Hoffenheim unsere besten Saisonspiele machten.“ Was er damit sagen will: Die Rangnick-Elf versuchte zu kombinieren, andere Mannschaften in der Liga dreschen die Bälle humorlos nach vorne.

Die Psyche: Nach der Talfahrt hatte den Kickers beim Ligakrösus doch keiner ernsthaft etwas zugetraut. „Wir hatten hier wirklich nichts zu verlieren, das machte die Sache ein stück weit einfach“, sagte Dutt.

Das einzige Manko aus Kickers-Sicht: Sie versäumten, das 2:0 zu machen. Mittelfeldspieler Oliver Stierle hatte zweimal die Chance dazu. „Wir haben hier zwei Punkte verloren“, klagte Stürmer Mirnes Mesic, „und das, weil wir einmal bei einer Standardsituation gepennt haben.“ Torwart David Yelldell ging nach einer Ecke nicht entschlossen zum Ball, Francisco Copado stand fünf Meter vor dem Tor völlig frei – 1:1, der Endstand.

Ihren freien Fall haben die Blauen damit gestoppt. Der Rückstand auf die Aufstiegsplätze beträgt aber weiterhin satte zehn Punkte. „Der Aufstieg ist weder abgehakt, noch wollen wir groß drüber reden“, stellte Dutt klar. Und auf die Tabelle wolle er erst wieder nach einer Erfolgsserie schauen. Der Anfang soll am kommenden Samstag (14.30 Uhr) mit einem Sieg gegen die SV Elversberg gemacht werden, im Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Außergewöhnliche Spiele scheinen uns zu liegen“, sagte Mesic nach der Partie in Hoffenheim. Gegen Elversberg können die Blauen das bestätigen.

Stuttgarter Nachrichten

Ein Schritt aus der Krise

Die Stuttgarter Kickers erreichen bei Top-Team TSG Hoffenheim ein 1:1 – Manuel Hartmann trifft
 
Hoffenheim (sip) – Es war das neunte Ligaspiel ohne Sieg in Folge. Andererseits brachten die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers Top-Team TSG Hoffenheim nach sieben teilweise deutlichen Erfolgen die ersten Punktverluste bei. Also kann das 1:1 (1:0) der „Blauen“ durchaus als Schritt aus der Krise gewertet werden.

Kickers-Trainer Robin Dutt war froh über die starke Leistung seines Teams. Von einer Wende wollte er aber nicht sprechen: „Dazu müssen drei bis vier Spiele in die richtige Richtung gehen.“ Zudem sei eine Begegnung bei einem Spitzenteam nicht mit anderen zu vergleichen. Denn mit Ausnahme des 0:3 gegen den SV Wehen haben die Stuttgarter gegen die starken Gegner auch ihre guten Spiele abgeliefert, inklusive der beiden DFB-Pokalbegegnungen gegen den Hamburger SV und Hertha BSC Berlin. Der nächste Gradmesser folgt am kommenden Samstag gegen Kellerteam SV Elversberg im „Geisterspiel“, zu dem der Verein nach dem Becherwurf in der Partie gegen Berlin verdonnert wurde.

Dutt setzte wieder auf eine Vierer-Abwehrkette und gönnte dem zuletzt indisponierten Laszlo Kanyuk eine Pause. Das Wichtigste aber: Die Mannschaft kaufte dem Favoriten von Beginn an mit viel Einsatz den Schneid ab, so dass die Hoffenheimer schwer ins Spiel fanden. Die Führung der Stuttgarter durch einen sehenswerten Schuss von Manuel Hartmann war verdient (16.). Auch in der Folge waren die Gäste die bessere Mannschaft und hatten einige Chance. Allein Oliver Stierle hatte zwei Mal das 2:0 auf dem Fuß.

Erst ab einer Stunde wurde der Druck der Hoffenheimer größer. Die Folge: Francisco Copado köpfte nach einem Eckball zum 1:1 ein (76.). Nun hatten die Kickers einige bange Minuten zu überstehen, ehe Hoffenheims Matthias Keller mit Gelb-Rot vom Platz musste (85.).

„In der ersten 60 Minuten habe ich eigentlich nur ein gutes Regionalligaspiel des Gegners gesehen. Die Kickers haben sehr gut gespielt, wir hatten viele Abspielfehler, die wir so lange nicht mehr gesehen haben“, ärgerte sich Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. Dutt, der seine Mannschaft gerne länger druckvoll gesehen hätte, hofft nun, dass das Ergebnis den Spielern Auftrieb gibt: „Ich bin mit unserer Leistung hoch zufrieden. Das muss die Grundlage für die nächsten Spiele sein.“

Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz – Akcay – Benda (79. Schlabach), Hartmann, Stierle – Okpala (83. Bischoff), Mesic.

Eßlinger Zeitung

Nur Kellers Karte ärgert Rangnick
FUSSBALL: TSG Hoffenheim trotz 1:1 weiter auf Aufstiegskurs

Ein Akteur der Gastgeber dürfte am Samstagnachmittag ganz besonders froh gewesen sein, dass es in der Schlagerpartie der Fußball-Regionalliga zwischen der TSG Hoffenheim und den Stuttgarter Kickers beim 1:1 geblieben und nicht noch das 1:2 durch Yildiz gefallen war: „Wenn der Ball reingegangen wäre, dann hätte ich nicht Matthias Keller sein wollen“, war Trainer Ralf Rangnick stinksauer auf seinen Mittelfeldakteur. Der hatte nämlich just in der Hoffenheimer Drangphase wegen Meckerns eine Gelb-Rote Karte kassiert: „Das hat uns um die Siegchance gebracht“, wetterte der Coach, der sich den sonst als ruhig geltenden Routinier (31), der im Sommer 2005 von Eintracht Trier zur TSG gewechselt war, deswegen in dieser Woche zur Brust nehmen wird.

Auch Kickers-Trainer Robin Dutt maß dem Platzverweis eine wichtige Rolle zu, denn so konnte sich seine Mannschaft wieder aus der Umklammerung der Gastgeber befreien: „Denn ohne Hoffenheims Platzverweis wäre es in der Schlussphase viel schwerer geworden, den Punkt zu retten.“

Kellers Fauxpas war aber letztlich das einzige, was Ralf Rangnick so richtig ärgerte. Klar hatte ihm nicht gefallen, dass die seit acht Begegnungen sieglosen Gäste praktisch eine Stunde körperlich und geistig wendiger waren als seine seit 13 Spieltagen ungeschlagene Mannschaft. Aber letztlich war das Unentschieden kein Rückschlag auf dem Weg zum Aufstieg. Schließlich holte auch der punktgleiche Tabellenführer SV Wehen (3:3 bei Hessen Kassel) nur einen Zähler. Und trotz der kleinen Patzer hat das Führungsduo auch nach dem 16. Spieltag weiter zehn Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz. Denn hinter den „außer Konkurrenz“ spielenden Reserve-Teams von Bayern München und des VfB Stuttgart kam auch Aufsteiger Ingolstadt 04 nicht über ein 2:2 gegen Darmstadt 98 hinaus.

Dass die TSG ihr großes Ziel erreicht und schon in der nächsten Runde in der Zweiten Bundesliga spielen wird, davon ist auch Robin Dutt überzeugt: „Hoffenheim wird aufsteigen. Die Qualität ist einfach zu gut.“ ali

Mannheimer Morgen

Pech bei Mayers Pfostenschuss
In einem temperamentvollen Spiel brachten die Stukis die TSG mächtig in Verlegenheit und hatte sie gut eine Stunde am Rande einer Niederlage. Am Ende mussten sie aber über den Punkt froh sein.

Stuttgart, zuletzt im Tief, zeigte eine engagierte, kämpferisch starke Leistung. Erst die eingewechselten Mayer und Salihovic brachten Seriensieger Hoffenheim auf Trab.

Die umformierten Kickers ließen zunächst der TSG mit einem aggressiven Pressing keine Entfaltungsmöglichkeit, zudem war ihre Offensive gefährlicher. Nach Hartmanns herrlichem 0:1 hätte Stierle (58.) das Spiel entscheiden können, doch er schoss freistehend übers Tor. Zudem reagierte Haas gegen Okpala, Stierle und Akcay glänzend. Nach dem 1:1 hatte die TSG bei Mayers Pfostenschuss (80.) Pech.

Hans-Ingo Appenzeller

Kicker